Sonntag, 31. März 2019

Clooneys Boykott

Es ging durch viele Medien: Der amerikanische Schauspieler George Clooney ruft in einer Gast­kolumne für das Filmportal "Deadline" zum Boykott von Luxushotels auf, die sich im Eigentum des Sultans von Brunei befinden. Grund für den Aufruf ist die Einführung der Todesstrafe durch Steinigung im Sultanat für Homosexuelle. Man mag natürlich zur Homosexualität stehen wie man will, aber Steinigen ist nun wirklich übertrieben. Bei den Preisen die diese Hotels berechnen sollte es niemandem schwerfallen sich dem Boykott anzuschließen, was für Budget-Snobs sogar unfreiwilligerweise gilt. Zu befürchten bleibt jedoch, dass Clooney womöglich einen Trend eingeläutet hat, der dahin geht auf den Komfort eines Luxushotels zu verzichten. Damit würde die Budget-Snob Strategie zum Mainstream. Das ist natürlich nicht wünschenswert.
Bei den Hotels handelt es sich übrigens um „The Bel-Air“ und „The Beverly Hills Hotel“, beide in Los Angeles, um die beiden Londoner Hotels „The Dorchester“ und „45 Park Lane“ und das „Coworth Park“ in Ascot, um die Pariser Hotels „Le Meurice“ und „Hotel Plaza Athenee“ und um das „Hotel Eden, Rome“ und das „Hotel Principe di Savoia, Milan“.

Samstag, 30. März 2019

Bad Meinberg / Lippe

Am Rande des Teutoburger Waldes gelegen, ist die Stadt Horn-Bad Meinberg vor allem durch die Externsteine beim Ortsteil Holzhausen bekannt. Der Ortsteil Bad Meinberg ist seit 1933 lippisches Staatsbad; bereits 1767 wurde er durch eine Verfügung des Grafen Lippe offiziell zum Kurort er­nannt. Nur drei Jahre später entstand der heutige Kurpark. Seit 1903 führt Bad Meinberg den Titel „Bad“. Das Bad Meinberger Badehaus (Thermal-Mineralbad im 1970er Jahre Stil) ist mit einem Tagespreis von €10 eines der preiswerteren Bäder (badmeinberger-badehaus.de). Die Kurtaxe liegt aktuell bei €1.60 pro Person und Tag. Bekannt ist der Kurort jedoch für seine Moorbäder. Am Rund­wanderweg Moormeile im Moorgebiet Stinkebrink gibt es sogar ein Moortretbecken, welches kostenlos benutzt werden kann (inkl. Fußwaschgelegenheit), allerdings ist der Zugang zum Moor nur in Begleitung eines ortskundigen Führers gestattet. Ansonsten gilt die Praxis Wohlgemuth als erste Adresse für Mooranwendungen (wohlgemuth-physiotherapie.de). Gastronomie ist ausreichend vorhanden; im örtlichen Edeka gibt es außerdem einen Take-away. Eine Toilette findet man im historischen Kurpark. Im Kurtheater treten regelmäßig regional und überregional bekannte Künstler auf. Sehenswert sind die Pfarrkirche, einige Fachwerkhäuser und der Brunnentempel im histori­schen Kurpark. Eine regionale, kulinarische Spezialität ist „Pickert“, ein pfannkuchenartiges Kar­toffelgericht. Vom Bahnhof Horn-Bad Meinberg verkehren Regionalzüge nach Altenbeken, Pader­born, Herford und Bielefeld. Der Bahnhof liegt ca. 3.5km von Bad Meinberg entfernt (Busverbin­dung vorh.). Bad Meinberg befindet sich fast am Schnittpunkt der Bundesstraßen 1 und 239.

Freitag, 29. März 2019

Berghotels in der Schweiz

Das Faulhorn im Berner Oberland
Vorwiegend in Bergsteigerkreisen ist das Berghotel Faulhorn (2681m; berghotel-faulhorn.ch), ober­halb von Grindelwald, bekannt. Erreicht werden kann das Haus nur zu Fuß mittels einer Wande­rung. Beliebt ist der Weg von der Bergstation der Schynige Platte Bahn (1910m), der gewöhnlich in etwa vier Stunden bewältigt werden kann. Doppelzimmer (mit Waschschüsseln) gibt es für SFr. 160, ein Bett im Touristenlager kostet SFr. 49. Reserviert werden kann (und sollte) nur per Telefon unter +41 (0)33 / 853 27 13. Man sollte, wie in Berghotels üblich, seinen eigenen Schlafsack und Hüttenschuhe mitbringen.
Anreise: Nachtzüge aus Berlin, Hamburg, Graz oder Wien bis Zürich, Nacht-IC von Kiel nach Basel, SBB bis Interlaken Ost ■ mit der Berner Oberland Bahn bis Wilderswil und weiter mit der Schynige Platte Bahn; ab dort ausgeschilderter Wanderweg ■ mit dem Auto über Basel–Solothurn-Bern-Thun nach Interlaken; hinter dem Bahnhof Wilderswil gibt es gebührenpflichtige Parkplätze (erster Tag SFr. 6, jeder weitere Tag SFr. 5; jungfrau.ch).
Der Ofenpass
In der Südostecke Graubündens, von Zernez im Engadin in das südlich des Hauptkamms gelegene Val Müstair verläuft der Ofenpass. Auf der Nordseite durchquert die Passstrasse den Schweizeri­schen Nationalpark, den sie kurz vor Erreichen der Passhöhe auf 2149 Metern ü.M. wieder verlässt. Genau dort befindet sich das Hotel Süsom Givè mit seinen 10 Betten. Am Haus hält die Postauto­linie 811, die vom Bahnhof Zernez bis in den Vinschgau fährt. Das Hotel ist ein guter Ausgangs­punkt für Wandertouren, auch in den Nationalpark (nationalpark.ch). Alternativ könnte man sich in dem auf der Nordrampe des Passes gelegenen Gasthaus Buffalora einquartieren (gasthaus-buffalora.ch; Bushalt vor dem Haus), das sich sogar etwas näher an der Parkgrenze befindet.
Hotel Restaurant Süsom Givè, Ofenpasshöhe, 7532 Pass dal Fuorn / Tschierv, Tel. +41 (0)81 858 51 82, Fax +41 (0)81 858 61 71, ofenpass@gmx.ch
Anreise: Nachtzüge aus Berlin, Hamburg, Graz oder Wien bis Zürich, Nacht-IC von Kiel nach Basel, SBB bis Chur oder Fernbus bis Chur, RhB bis Zernez und dann Postauto 811 ■ mit dem Auto über Sargans-Davos-Flüela Pass nach Zernez oder über Füssen (D)-Landeck (A)-Scuol nach Zernez (Tankstopp in Samnaun einlegen) und weiter zum Ofenpass.

Das Lukmanierpass Hospiz
Direkt neben dem bekannteren Gotthardpass, in einer Entfernung von nur etwa 30km Luftlinie, existiert eine weitere Verbindung über den Alpenhauptkamm: Der Lukmanierpass, passierbar von etwa Mitte Juni bis Anfang Oktober. Auf der Passhöhe befindet sich das Hospezi Santa Maria (lukmanierpass.ch), eine einfache, aber moderne Unterkunft mit 24 Betten (darunter vier Doppel­zimmer ohne Bad/WC) und einem Massenlager mit weiteren 24 Betten. Das Hospiz ist Ausgangs­punkt zahlreicher Wanderrouten. Sehenswert ist die Kapelle, deren Fresken aus dem Vorgängerbau von ca. 1577 stammen. Im Restaurant werden vornehmlich bündnerische und tessiner Spezialitäten serviert.
Anreise: Nachtzüge aus Berlin, Hamburg, Graz oder Wien bis Zürich, Nacht-IC von Kiel nach Basel, SBB bis Göschenen, mit der MGB nach Disentis und weiter mit dem Postauto 481 ■ mit dem Auto über Chur und Disentis zum Lukmanierpass.

Donnerstag, 28. März 2019

Beginn der Hummersaison in Zeeland

In den südlichen Niederlanden, genauer gesagt in der Zeelander Oosterschelde, lebt der sog. Zeeland-Hummer. Die befestigten Deiche, das Salzwasser und die milden Winter bieten ihm ideale Lebensbedingungen. Er lebt dort ziemlich isoliert, wodurch er – wie man sagt - ein einzigartiges Aroma entwickelt, das zarter und süßlicher ist, als das anderer europäischer Hummerarten. Die Fangsaison beginnt am letzten Donnerstag im März (dieser ist heute) und endet am 15. Juli. Während der Saison servieren diverse Restaurants ein spezielles Hummermenü, darunter die folgenden Lokale: Strandrestaurant Our Seaside in Renesse, Auberge des Moules in Philippine, Oesterbeurs in Yerseke, Brasserie Maritime in Zierikzee und Oester & Soja in Bruinisse.

Mittwoch, 27. März 2019

Umsteigen in Karlsruhe Hbf.

Die Badische Stadt ist ein wichtiger Umsteigeknoten für Reisende in den Schwarzwald, für Nachtzugpassagiere nach Paris, Berlin und Hamburg, aber auch für Fernbuspassagiere auf dem Weg nach Barcelona. Eine Lounge gibt es in Karlsruhe nicht. Der McDonalds im Hauptbahnhof hat fast rund um die Uhr geöffnet (geschlossen werktags 01:00-05:00 Uhr). Die übrige Gastronomie besteht aus ein paar Bäckereien und einigen Restaurants und Im­bissen. Toiletten sind selbstverständlich vorhanden, aber keine Duschen. Es gibt Gepäckschließ­fächer und einen Zeitschriftenladen. Der Hbf. liegt etwas abseits der Innenstadt, weshalb die Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung nicht viel hergeben. Übernachtungsmöglichkeiten bieten diverse Hotels rund um den Hbf. Wer in die Innenstadt geht, könnte bei Curry 76 (curry76-ka.de) auf der Waldstraße eine Currywurst mit Schärfegrad nach Wahl probieren. Das „Deluxe“-Gedeck besteht aus Currywurst, Pommes Frites und Prosecco (ca. 200 Meter entfernt befindet sich ein Trinkwasserbrunnen an der Ecke Waldstraße / Hans-Thoma-Straße).

Dienstag, 26. März 2019

Umsteigen in München II

Wer am Münchner Hauptbahnhof den Zug wechselt, wird sicherlich die DB Lounge nutzen (beim Gleis 25, 1. Stock). In der Lounge gibt es eine Auswahl an kostenlosen, alkoholfreien Heiß- und Kaltgetränken, Notebook-Arbeitsplätze mit WLAN (kostenfrei) und Toiletten. Eintritt erhalten Rei­sende mit einer gültigen DB-Fernverkehrsfahrkarte 1. Klasse und bahn.bonus comfort-Kunden mit einer Begleitperson. Geöffnet ist werktags von 06:30 bis 21:00 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen von 08:00 bis 20:00 Uhr.
Als Alternative zur Lounge kann man natürlich auch eines der gastronomischen Angebote auf­suchen, z.B. McDonalds, Burger King oder Starbucks. Die ersten beiden haben rund um die Uhr geöffnet, Starbucks schließt für eine Stunde zwischen 02:30 und 03:30 Uhr. Vorteile gegenüber der Lounge bestehen darin, dass man keine Zugangsberechtigung braucht, die Öffnungszeiten groß­zügiger sind und man auch etwas zu essen bekommen kann, was vor allem in den Tagesrandstunden vorteilhaft ist (zum gehaltvollen Speisen tagsüber sollte man aber vielleicht besser zu Rubenbauer gehen). Es gibt im Bahnhof aber auch DB Wartebereiche mit Sitzgelegenheiten, wo man nichts verzehren muss. WLAN ist die ersten 30 Minuten kostenfrei.
Wer duschen möchte, kann dies bei WC & Fresh am Gleis 26 für €7 tun (inklusive Handtuch und Duschgel; Kaution erforderlich). Ein Toilettengang kostet €1 (wc-fresh.com). Ein Gepäckschließ­fach kostet je nach Größe €3 oder €5 für 24 Stunden. Man sollte für Toilette oder Schließfach Kleingeld bereithalten. Kostenlose Toiletten findet man u.a. im Burger King und gegenüber vom Hbf. im Karstadt-Kaufhaus, Bahnhofplatz, Untergeschoss, zugänglich während der Geschäfts­öffnungszeiten.
Am ZOB Hackerbrücke empfiehlt sich ein Besuch im dortigen McDonalds, der von 07:00 Uhr bis Mitternacht geöffnet hat (an Wochenenden länger). Toiletten sind im ZOB vorhanden, der Aufent­haltsraum ist täglich von 6:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Gepäckschließfächer (€1.50-€5 pro Tag) und Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch, u.a. einen Lidl-Supermarkt (mit Heißgetränkeautomat) und ein U-Store (muenchen-zob.de).
München Hbf. ist Haltepunkt von Nachtzügen nach Düsseldorf, Hamburg, Budapest, Zagreb, Rijeka, Venedig, Mailand und Rom, außerdem von Nacht-ICEs nach Frankfurt/M. - Köln – Dort­mund, saisonal auch nach Hamburg und Berlin. Ab ZOB verkehren nächtliche Fernreisebusse u.a. von Eurolines nach Mailand – Genua – Nizza.

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Sonntag, 24. März 2019

Die Havarie der „Viking Sky“

Gastbeitrag von Øystein Witnes

Nach einem Motorschaden trieb das Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ mit über 900 Passagieren an Bord führungslos in einem Nordmeersturm und drohte an die felsige Küste Norwegens gedrückt zu werden. Glücklicherweise konnten die zu Wasser gelassenen Anker das Schiff rund einhundert Meter vor einigen gefährlichen Untiefen stoppen und halten. Umgehend wurde eine Evakuierung der Passagiere mittels Hubschrauber in die Wege geleitet. Als sich die Wettersituation etwas gebessert hatte, wurde das Schiff in den Hafen der Stadt Molde geschleppt.
Auf Internet-Videoclips ist zu sehen, wie die Einrichtung der Schiffsbar durch die starken Turbulen­zen des Wellengangs in Bewegung gerät und durch das Barinnere rutscht. Dadurch wurden Berichten zufolge auch mindestens drei Kisten Premier Cru Millésime-Champagner und zwei Kisten Prosecco zerstört. Snobs die mit dem Hubschrauber evakuiert wurden, mussten ihr gesamtes Gepäck und ihre maß­gefertigte Designerkleidung an Bord zurücklassen. An Land wurden sie zunächst in Notunterkünf­ten untergebracht, weil die fünf Hotels mit Sternen (4x 3-Sterne, 1x 4-Sterne) in Molde ausgebucht waren. „Für die evakuierten Passagiere ist am Sonntag extra ein Einkaufszentrum in Molde geöffnet worden“, schreibt NRK. Dies, damit sich die Menschen mit Kleidern und Hygieneartikeln versorgen können. Leider gibt es vor Ort weder Maßschneider noch englische Herrenpflegeartikel. Snobs aus dem deutschsprachigen Raum waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht an Bord des Unglücksschiffes.

Samstag, 23. März 2019

Bad Gandersheim am Harzrand

Westlich des Harzes liegt die Kurstadt Bad Gandersheim (Kurtaxe €2.54; bad-gandersheim.de). Be­nannt ist sie nach der Dichterin Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert lebte. Den Kur­trieb bei der Sole-Quelle gibt es ungefähr seit 1878. Dieser konzentriert sich heute auf das „Kurmit­telhaus / Vitalpark“, welches zugegebenermaßen eher den Charme eines Krankenhauses besitzt als den eines Kurbades. Dabei speist die Herzog-Ludolf-Quelle die Sole-Bewegungsbäder und die Wannenbäder im Kurmittelhaus, während sich die Wilhelms-Quelle eher für Trinkkuren eignet (das Brunnenhäuschen am Zentralkurpark ist öffentlich zugänglich). Etwas mehr Atmosphäre bietet da schon das Sole-Waldschwimmbad (mit Bistro oder Pizzabringdienst) im Kurpark schräg gegenüber (solebad-gandersheim.de). Der Tageseintritt beträgt derzeit €4, weshalb man Bad Gandersheim zu den günstigeren Kurbädern zählen kann. Wer ein individuelles Solebad wünscht, kann dieses im Kurmittelhaus ab €6 bekommen. Natürlich kann man gegen Aufpreis auch andere Kuranwendungen erhalten (z.B. Massagen). Sehenswert sind im Ort vor allem die ehemalige romanische Stiftskirche und die historische Altstadt, außerdem der Hagenbergpark mit Wildgehege.
Vom Bahnhof Bad Gandersheim aus verkehren Züge nach Göttingen, Bad Harzburg und Kreiensen. Im Ort befinden sich Paketshops mit Reisegepäckannahme (u.a. Hermes). Wer am Bahnhof Göttin­gen umsteigt, kann den dortigen Gepäckträgerservice nutzen (Tel. 0551 498-1055). Die Anschluss­stelle Seesen/Harz der A7 liegt nur etwa 10 Kilometer entfernt.

Donnerstag, 21. März 2019

Ausflug nach Bad Wildungen

Wer zur Kur in Bad Zwesten weilt, sollte erwägen einen Ausflug in das ca. 10 Kilometer entfernte Bad Wildungen zu machen (bad-wildungen.de). Alle zwei Stunden verkehrt zwischen den beiden Orten der Bus Linie 410 über die Bundesstraße 485 (nvv.de). Die Fahrzeit liegt bei etwa 20 Minu­ten. Die Bad Zwestener Kurkarte ist auch in Bad Wildungen gültig (Ausnahme Ortsbus). Die Bad Wildunger Kurtaxe von €2.85 wird nur von Übernachtungsgästen erhoben.
Der Kurbetrieb in Bad Wildungen spielt sich im wesentlichen in diversen Kurkliniken in den Orts­teilen Wildungen (Hauptort) und Reinhardshausen ab. Die beiden Ortsteile liegen etwa 2km ausein­ander. Die ca. 20 Heilquellen beider Ortsteile sind fast alle frei zugänglich (Liste bei Wikipedia). Einer privaten Trinkkur steht also nichts im Wege (Trinkgefäß mitbringen!). Besonders zu empfehlen sind die Helenenquelle (Natrium-Magnesium-Calcium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Säuerling) und die Georg-Viktor-Quelle (Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Säuerling). An Bädern existiert in Reinhardshausen die Quellen Therme (Tageskarte €17, Feiertags €21; quellen-therme.de), die von der Reinhardshäuser Tempelquelle gespeist wird, einem Calcium-Magnesium-Hydrogenkarbonat-Säuerling. In Wildungen (Hauptort) findet man das Familienbad Heloponte (heloponte.de) für das keine Heilanzeigen vorliegen. Besuchenswert sind die Wandelhallen in Reinhardshausen und Wildungen im jeweiligen Kurpark, die unbestritten den Mittelpunkt des Kurbetriebes bilden, Schloss Friedrichstein (schlossfriedrichstein.de) und die diversen Brunnen und Brunnenhäuschen. Gelegentlich finden auch Kurkonzerte statt. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Bilstein-Felsen oberhalb des Hauptortes (mit Aussicht).
Ein weiteres Thema der Region sind Märchen, denn im Ortsteil Bergfreiheit soll sich einst eine Begebenheit zugetragen haben, die als Vorlage für „Schneewittchen“ diente. Aus diesem Grund führt auch die Deutsche Märchenstraße durch Bad Wildungen. Hotellerie und Gastronomie sind reichlich vorhanden; Fans der schnellen Küche sollten den Curry König besuchen (curry-koenig.com).
Vom Bahnhof Bad Wildungen fahren Züge nach Wabern und Kassel. Im Hauptort gibt es diverse Paketshops mit Reisegepäckannahme. Kostenlose parken kann man u.a. am Stadtring "Fetter Hagen" und an der Richard-Kirchner-Straße, in Reinhardshausen beim Friedhof.

Dienstag, 19. März 2019

Englische Landschaftsgärten in Kent

Ein attraktives, aber eher unbekanntes Ausflugsziel sind die englischen Landschaftsgärten, vor allem jene im Süden des Landes, vornehmlich in der Grafschaft Kent. Die meisten von ihnen kann man auf einem Tagesausflug mit der Fähre ab Calais via Dover besuchen.

Brockhill Country Park
In Sichtweite der Kanalküste, einen Steinwurf weit weg vom Nordausgang des Kanaltunnels und nur etwa 1500m von der Bahnstation Sandling entfernt liegt dieser ca. 220.000m² große Land­schaftspark, nördlich der Ortschaft Hythe. Das Haus und ehemaliger Sitz der Familie Tourney ist heute eine Kunstakademie, während der Park mit seinen zwei ausgeschilderten Wanderrouten (ca. 5km und 10km) ein beliebtes Ziel für Wanderer darstellt. Im Park gibt es eine Art Besucherzentrum mit Gastronomie, Toiletten, Picknickplatz, Kinderspielplatz und gebührenpflichtigen Parkplätzen (£1.50-2.50). Die Buslinie 10A (Bf. Sandling - Ashford) hält direkt am Haupteingang. Mit dem Auto ab Dover fährt man auf der M20 bis zur Ausfahrt 11 Sandling, im Kreisverkehr die erste links, dann die zweite rechts ab. Geöffnet ist der Park täglich von 09:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (max. 21:00 Uhr; kent.gov.uk/leisure-and-community/parks-and-outdoor-activities/brockhill-country-park).

Goodnestone Park Gardens
Nur wenige, englische Landschaftsparks eignen sich besser für einen Tagesausflug ab Calais als Goodnestone Park Gardens (goodnestoneparkgardens.co.uk), liegt dieser ca. 61.000 m² große Land­schaftspark doch nur ca. 25km von Fährhafen Dover entfernt. Es empfiehlt sich mit dem Auto anzu­reisen. Mit der Bahn wäre zwar die Anreise von Dover Priory bis Adisham möglich, ab dort ginge es allerdings nur zu Fuß weiter bis man nach ca. 3km den Park erreicht (southeasternrailway.co.uk, stündl. Verbindung). Am Ziel wird man jedoch mit einer ungewohnten Ruhe belohnt, denn der weitläufige Park befindet sich in Privatbesitz und wird weniger von den touristischen Massen heimgesucht als andere Landschaftsparks. In den Sommermonaten ist der Park Mittwoch bis Freitag und an Sonntagen geöffnet, der Eintritt beträgt £6.00, es gibt kleine Erfrischungen.

Mount Ephraim Gardens
Seit über 300 Jahren befindet sich das Mount Ephraim Estate im Besitz der Familie Dawes. Dazu gehört der edwardianische Garten aus dem frühen 19. Jahrhundert, der zusammen mit dem japani­schen Garten, dem Rosengarten und einigen kleineren Anlagen eine Fläche von mehr als 40.000m² umfasst (mountephraimgardens.co.uk). Auf dem Gelände befindet sich ein Tea Room, aber es ist auch gestattet zu picknicken. Der Park ist in den Sommermonaten von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt £6.00.
Mount Ephraim Gardens liegt ca. 10km westlich von Canterbury und etwa 1km nördlich von Boughton-under-Blean, unweit der A2, an der Staplestreet Road. In Eingangsnähe findet man die leider wenig frequentierte Bushaltestelle Church Hill. Die nächste Bahnstation Selling liegt ca. 5km entfernt. Es empfiehlt sich daher bei Anreise mit der Bahn ab Dover in Canterbury auf den Bus 3B bis Boughton, Wood’s Garage umzusteigen (stagecoachbus.com) und das letzte Stück zu Fuß zu gehen. Alternativ könnte man in Dover auch einen Mietwagen nehmen.

Godinton Gardens
Nordwestlich von Ashford, etwa 5km von der M20, Ausfahrt 9 liegt dieser etwa 50.000m² große Park mit seinem sehenswerten Herrenhaus (godintonhouse.co.uk). Im Park gibt es ein Gewächs­haus, einen Rosengarten, Kräuterbeete, einen italienischen Garten und einen Seerosenteich. Geöffnet ist die Anlage von April bis Oktober, wobei der Garten täglich zugänglich ist, das Haus aber nur an Wochenenden (Eintritt £9 für Haus und Garten). Im Haus befindet sich ein Tea Room. Neben dem Parkplatz ist ein Picknickplatz angelegt.

Doddington Place Gardens
Dieser Park, der Teil eines 3.400.000 m² großen Landgutes ist und bereits häufiger als Film- und Fernsehkulisse diente, ist vor allem für seine markant geschnittenen Eibenhecken bekannt. Weitere Höhepunkte sind u.a. der Waldgarten und der Steingarten. Geöffnet ist der Park von März bis September Mittwochs, Sonntags und an Feiertagen von 11:00 bis 17:00 Uhr, der Eintritt beträgt £6.00, ein Tea Room ist vorhanden (doddingtonplacegardens.co.uk). Die Anreise ab Dover erfolgt am besten über die A2 bis Faversham und die Canterbury Road / London Road bis hinter dem Ort wo die Faversham Road nach links abzweigt. Dann sind es noch etwa 7km zu fahren. Mit dem Bus 660 ab Faversham sind es ca. 37min. bis Carpenters Arms. Ab dort sind es dann noch ca. 1600m Fußweg.

Sheffield Park Garden
Acht Kilometer östlich von Haywards Heath, Sussex, etwa auf halbem Weg zwischen London und Brighton, liegt einer der bedeutensten englischen Landschaftsgärten aus dem 18. Jahrhundert: Sheffield Park Gardens, bekannt vor allem für seine Tupelobäume, Rhodendronbüsche und Azaleen, die im Herbst ein beeindruckendes Farbenspiel bieten. Picknicks sind auf dem etwa 80 Hektar großen Parkgelände ausdrücklich gestattet. Auf dem parkeigenen Cricketground fand 1884 das erste Länderspiel zwischen England und Australien statt. Der Park befindet sich heute im Eigentum des britischen National Trust (nationaltrust.org.uk) und ist im Sommer täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (Eintritt £9.90). Die Bahnstation Sheffield Park ist etwa 1.5km vom Park entfernt.

Sissinghurst Castle Garden
Etwa 40km westlich von Canterbury liegt Sissinghurst Castle, einer der bekanntesten historischen, englischen Landsitze. Leider sind die Hauptgebäude größtenteils verfallen, nur einige Neben­gebäude haben überlebt. Der 1.800.000m² große Park ist vergleichsweise jungen Datums, wurde er in seiner heutigen Form doch erst im Jahre 1930 angelegt. Heute befinden sich die Reste des Schlosses und der Park im Eigentum des britischen National Trust (nationaltrust.org.uk) und werden jährlich von ca. 160.000 Besuchern aufgesucht. Geöffnet ist täglich von 11:00 bis 17:30 Uhr, der Eintritt beträgt £11.70 (+ £2 Parkplatzgebühr). Für die Anreise sollte man vielleicht besser das Automobil wählen, liegt Sissinghurst doch ca. 10km von der nächsten Bahnstation entfernt (diese wäre Staplehurst, ab dort Bus bis adj Recreation Ground, weiter ca. 1.5km zu Fuß). Von Dover kommend, fährt man die M20 (A20) bis Ashford und dann weiter über die Regionalstraßen A28 (Ashford Road) und A262 (Sissinghurst Road), insgesamt etwa 65km. Weitere Infos und einen Lageplan findet man unter invectis.co.uk/sissing/.

Pines Garden
An der Straße die vom Dorf St Margaret's at Cliffe runter zur St Margeret's Bay führt, ganz in der Nähe von Dover und direkt an der Küste, liegt Pines Garden (pinesgarden.co.uk). Mit etwa 24.000m² ist der Park einer der kleineren und mit dem Eröffnungsjahr 1960 auch einer der jüngeren Gärten. Angegliedert sind ein Kriegsmuseum, ein Veranstaltungsraum, ein Pflanzenverkauf und ein Tea Room. Geöffnet ist in den Sommermonaten täglich von 10:00 bis 16:30 Uhr, im Winter nur an bestimmten Tagen. Der Eintritt ist frei, aber es wird um eine Spende gebeten (Empfehlung: £4). Ab Dover existiert eine Busverbindung (Linie 15 ab Taswell Street), aber der Park ist von Dover aus auch zu Fuß über die Klippen erreichbar (ca. 7km).
Anreiseinformation Dover
Für die Strecke Aachen – Calais (ca. 350km) benötigt man mit dem Auto ungefähr vier Stunden. P&O Ferries bietet Spartickets für Fußpassagiere schon ab €10 pro Fahrt, solche mit Fahrzeugmit­nahme ab €11.50 (www.poferries.de). Die Überfahrt dauert ca. 90 Minuten. Für Fußpassagiere existiert in Calais ein privater Busdienst zwischen Hafen und Bahnhof (€2), in Dover verkehrt die Stadtbuslinie 15A etwa alle 15 Minuten zwischen Eastern Docks und Priory (stagecoachbus.com; Tagesticket £3.60); alternativ könnte man sich der Fernbusse von National Express bedienen (nationalexpress.com; einfach £2.30), die etwa alle zwei Stunden direkt vor dem Travel Center des Fährterminals halten (die Stadthaltestelle Pencester Road liegt ca. 700m vom Bahnhof Dover Priory entfernt). Mietwagen erhält man im Passenger Terminal bei Avis ab ca. €45 oder bei Hertz oder Europcar, beide in der Snargate Street, unweit des Fährhafens.
Unterkunft Calais: Première Classe Calais Centre-Gare, 3 Quai du Danube, Parkplatz, ab €50.

Gastronomietipps für Kent
Nach getaner Besichtigung des Landschaftsgartens ist es Zeit für eine kleine Erfrischung. Die meisten Gärten haben einen Tea Room für die Besucher, allerdings könnte man auch die folgenden, teils ländlichen Etablissements besuchen, die von der Webseite afternoontea.co.uk für den Nach­mittagstee empfohlen werden, sich in akzeptabler Entfernung zur Küste befinden und auch gleich über die Webseite gebucht werden können:

The Marquis at Alkham, Alkham Valley Road, Alkham, Dover, Kent, CT15 7DF Traditional Tea ab £15 3pm – 5pm Mon – Sat, 3.30pm – 5pm SunBesonderheit: Sandwiches mit selbstgemach­ter Mayonnaise oder Remouladensauce themarquisatalkham.co.uk.

Eastwell Manor, Eastwell Park, Boughton Lees, Ashford, Kent, TN25 4HR Traditional Tea ab £19.50 10am to 7pm Monday – Sunday. eastwellmanor.co.uk.

Wem der Sinn eher nach etwas herzhaftem steht, dem seien die folgenden Fish & Chips Bratereien an der Südküste, gemäß dem Verzeichnis der britischen National Federation of Fish Friers (qualityfishandchips.co.uk), empfohlen:

Greatstone Fish Bar, 9 Dunes Road, Greatstone, New Romney, Kent TN28 8SS 

Jasin’s Restaurant, Deal Pier, Beach Street, Deal, Kent, CT14 6HZ, T: 01304 366820, jasinsrestaurant.com 

Minnis Bay Fish and Chips, 100 Station Road, Birchington, Kent CT7 9RA 

Newington Fish Bar, 55 Newington Road, Ramsgate, Kent CT12 6EW

The Telegraph Chippie, 177 Telegraph Road, Deal, Kent, CT14 9DR. T: 01304 375191, telegraphchippie.com


Sonstiges in Kent
Ashford Designer Outlet ■ Betreiber: McArthur Glen (www.mcarthurglen.com) ■ ca. 40km nord­westlich von Dover gelegen ■ wichtigste Marken: Calvin Klein, M&S, Polo Ralph Lauren und Tommy Hilfiger ■ Geöffnet: Mo.-Sa. 10:00-20:00, Sonn- und Feiertag 10:00-18:00 Uhr ■ Personal Shopper Service ■ WLAN ■ Parken gratis. Anreise: Mit dem Auto ab Dover die A20/M20 bis Ashford, Ausfahrt Nr. 10, dann den Schildern folgen ■ vom Bf. Ashford mit dem Stadtbus oder zu Fuß (ca. 10 min.) zum Outlet. 

Herrenpflegeprodukte von D.R. Harris erhält man bei Seagate Hastings, 58 High Street, Hastings TN34 3EN 

Milan Barber Shop, 30 High Street, Dover (milanbarbershop.co.uk), Hot Towel Wet Shave, auch Sonn- und Feiertags geöffnet.

Weitere Tipps für englische Landschaftsgärten finde man unter: 
https://www.stenaline.de/englische-gaerten/englische-gaerten-in-england

Sonntag, 17. März 2019

Die Therme Herbstein

Auf einem ehemaligen Vulkankegel am Rande des hessischen Vogelsberges unweit von Fulda liegt die mittelalterliche Stadt Herbstein (herbstein.de). Die Calcium-Natrium-Sulfat-Thermalquelle, nördlich des Kernortes gelegen, wurde 1976 angebohrt und vier Jahre später das Kurmittelhaus und die Vulkantherme eröffnet. Der Eintritt in die Therme liegt bei €7.50 (Tageskarte, mit Gästekarte €6.50, Kurtaxe €1.50; vulkantherme.de), sodass der Ort zu den eher preisgünstigen Heilbädern zählt. Sehenswert sind das mittelalterliche Stadtbild, der Burg-Gewölbekeller, das Fastnachts­museum, der Bibel-Park und der weitläufige Kurpark. In der Umgebung verlaufen überdies zahl­reiche Rad- und Wanderwege (Picknickplatz am oberen Schalksbachteich).
Die Anreise erfolgt mit der Bahn via Lauterbach (Hess) und weiter mit dem Bus / ALT 391. Am südlichen Ortsrand liegt ein Hermes-Paketshop mit Reisegepäckannahme. Durch den Ort verläuft die B275 in Nord-Süd-Richtung und weiter nach Friedberg (Hess) und Frankfurt/M. im Süden und Alsfeld an der A5 im Norden.

Samstag, 16. März 2019

Bad Nieuweschans und der Bademantelpark

Der niederländische Thermalbadeort liegt südlich von der Dollartbucht direkt an der deutschen Grenze (fontananieuweschans.nl). Das Thermalwasser ist eine eisen- und jodhaltige Thermalsole mit einem hohen Gehalt an Kalzium- und Sulfationen und hat eine Badetemperatur von 36°C. Außerdem werden im Kurzentrum Massagen, eine Saunalandschaft, Ruheräume und zahlreiche andere Therapien offeriert, inklusive Gastronomie und Friseursalon. Snobtauglich ist vor allem der 10 Hektar große Bademantelpark, in welchem man von April bis Oktober im Bademantel flanieren kann (niederl. Badjassenpark). Weiterhin gibt es Kombi-Angebote für Tagesbesucher bei denen neben dem Eintritt ins Thermalbad eine Mahlzeit in der Brasserie mitgebucht wird. Für den Snob besonders interessant ist das Tee-Arrangement, welches auch im Bademantel eingenommen werden kann. Das angeschlossene Hotel bietet diverse Pauschalarrangements mit Preisen ab ca. €50 pro Person pro Nacht und mit Thermalbadeintritt, bei mindestens drei Nächten Aufenthalt. Eine ein­fache Übernachtung (mit Thermalbadeintritt) kostet derzeit etwa €80 (die Übernachtungssteuer in den Niederlanden liegt bei 5.5% vom Rechnungsbetrag). Das Kurleben spielt sich im wesentlichen im Kurhotel ab, was für deutsche Besucher ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Dafür wird man im Ort aber nicht von Besuchern und Touristen überrannt, wie es vor allem in einigen Kurorten Bayerns passieren kann. Im Ort existiert ein Coop-Supermarkt mit Plaza-Restaurant (Hoofdstraat 41), einen Golfclub findet man in Westerwolde (ca. 21km).
Anreise: Bad Nieuweschans liegt an der Bahnlinie Leer/Ostfriesland – Groningen (NL). Die Bahn­station ist etwa einen Kilometer von der Therme entfernt (Buslinie 817 bis Haltestelle Bronbastion; qbuzz.nl). Leider ist die Strecke auf deutscher Seite wegen einer bei einem Schiffsunfall beschädig­ten Emsbrücke derzeit nicht befahrbar. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Mit dem Auto fährt man über die A31 bis AD Bunde, dann die A280 (NL: A7). Das Tanken ist in den Nieder­landen sehr teuer, daher lieber vor der Grenze nachtanken.

Freitag, 15. März 2019

Keukenhof 2019

Bald ist es wieder soweit: Das Landgut Keukenhof in der Nähe der niederländischen Stadt Lisse öffnet am 21. März seine Tore (keukenhof.nl). Etwa eine Million Besucher werden bis zum Ende der Ausstellung am 19. Mai erwartet. Vierzig Gärtner pflanzen jedes Jahr etwa 7 Millionen Blumen­zwiebeln auf 50 Hektar Ausstellungsfläche. Neben Tulpen werden auch Orchideen in dem tausend Quadratmeter großen Beatrix-Pavillon präsentiert. Eine weitere Topattraktion ist die Lilienausstellung im Willem-Alexander-Pavillon. Da die Ausstellung nur acht Wochen dauert, ist mit einem gewissen Besucherandrang zu rechnen. Eine Eintrittskarte kostet €17, PKW-Parken €6. Ortsbusse fahren u.a. ab Haarlem (Bf.), Hoofdorp (Bf.), Leiden (Bf.) und Nordwijk direkt zum Keukenhof. Einen Besuch im Keukenhof kann man sehr gut als Busausflug organisieren. Viele Busreisenan­bieter offerieren Tagestouren dorthin, z.B. Univers Reisen (univers-reisen.de) ab Köln und Bonn für €52 (ist zwar nicht snobby aber praktisch). Gastronomie ist im Ausstellungsbereich vorhanden, man könnte jedoch auch ein Picknick-Lunch mitbringen (es gibt einen Picknick-Bereich).
Dem Anlass entsprechend wäre ein holländisches Picknick angebracht: Roggenbrötchen, (mittelalter) Gouda-Käse, Rauchpeitschen (Salami) und geräucherte Makrelenfilets. Dazu passen außerdem hartgekochte Eier und Gewürzgurken. Zum Nachtisch Limburger Apfelkuchen oder Poffertjes, als Digestiv einen Genever. Als Picknickmesser käme wohl ein Seglermesser in Frage.

Donnerstag, 14. März 2019

Heilstollen für Snobs

Trink- und Badekuren sind ohne Zweifel der Gesundheit eines Snobs förderlich. Eine nicht unwill­kommene Abwechslung stellen jedoch Besuche in Heilstollen dar. Bevorzugterweise wählt ein Snob solche Stollen aus, die nicht nur bei Atemwegserkankungen, sondern auch bei anderen Leiden auf­gesucht werden, wie zum Beispiel Stress oder physische und psychische Erschöpfungszustände. Im deutschsprachigen Raum existieren derzeit 14 Heilstollen, von denen vor allem die in den Orten Bad Fredeburg (Sauerland) und Schmiedefeld (Thüringen) für einen Snob geeignet erscheinen. Im übrigen sollte man daran denken für den Stollenbesuch seinen eigenen Schlafsack mitzubringen.

Bad Fredeburg ist ein Kneippheilbad und Ortsteil der Stadt Schmallenberg im Hochsauerland (Kur­taxe €2; bad-fredeburg.de). Der Abela-Heilstollen (ex Felicitas-Stollen, ein ehemaliges Schiefer-Bergwerk) liegt etwa vier Kilometer außerhalb des Kernortes von Bad Fredeburg. Speläotherapie wird hier seit 1998 betrieben (seit 2018 auch Höhlentauchen). Heilanzeigen liegen vor bei Atem­wegserkrankungen und bei Stress und stressbedingten Nervenleiden. Geöffnet ist Mittwoch (nach­mittags), Samstag und Sonntag; die Aufenthaltsstunde kostet €10 (abela-heilstollen.info). Der Stol­len liegt etwas abseits inmitten von Wiesen und Wäldern. Bad Fredeburg bietet eine erstaunlich gute Infrastruktur und recht passable Einkaufsmöglichkeiten, zumindest für einen 4000-Seelen-Ort. Ein kulinarischer Tipp für die Fans der schnellen Küche wäre der Curry Stop an der Bundesstraße (currystop.de). Da der Ort mehrfach in seiner Geschichte zerstört wurde, hat er nicht viel alte Bau­substanz. Sehenswert ist jedoch die Heilig-Kreuz-Kapelle aus dem 16. Jahrhundert. Das Fredebur­ger SauerlandBAD (kein Thermalbad) hat diverse Schwimmbecken, Whirlpools, ein Kneipp-Becken, eine Saunalandschaft und offeriert Massagen. Im Winter gibt es in Sellinghausen (ca. 5km) Skibetrieb, im Sommer einen Golfplatz. Die Anreise mit dem ÖPNV nach Bad Fredeburg ist etwas kompliziert, jedoch sind alle Busverbindungen über das Auskunftssystem von bahn.de verfügbar. Der Ort liegt an der B511. Ein DHL-Paketshop mit Reisegepäckannahme befindet sich im Gewer­begebiet an der Bundesstraße.

Schmiedefeld, eine ehemalige Bergbausiedlung, liegt in Thüringen und bildet einen Ortsteil des weiter nördlich gelegenen Saalfeld (wo es ebenfalls einen Stollen gibt; Kurtaxe €2; feengrotten.de). Der Heilstollen St. Barbara (wo ehemals Schiefer abgebaut wurde) wird - außer bei Atemwegs­erkrankungen - besonders bei physischen und psychischen Erschöpfungszuständen empfohlen. Eine Einzelsitzung kostet €17, eine 3-Tages-Kur zu 4 Stunden täglich schlägt mit €90 zu Buche. Es werden auch andere Gesundheitsangebote offeriert, u.a. Kneippkuren, Sauna und Massagen (morassina.de). Das Kurzentrum liegt am Ortsrand und am Rande eines Wandergebietes. Sehr be­liebt sind Wanderungen zum ca.1.5km entfernten Gebersbach-Stausee. Im Ort gibt es einen Super­markt, eine Bäckerei und einen Döner-Imbiss (bk-doener.de). Einen Besuch wert ist das Olitäten­museum Giftmischer (beim-giftmischer.de). Durch den Ort führt die Bundesstraße 281; in Eisfeld besteht Anschluss an die A73. Infos zum ÖPNV findet man unter Kombus-online.eu; es verkehren die Buslinien 405, 406 und 407. Der Tourismusverein im Ort hat auch einen DHL-Paketshop mit Reisegepäckannahme.

Dienstag, 12. März 2019

Elba 2019

Die größte der toskanischen Inseln ist geradezu ein Paradies für Snobs: Die schönsten (Kies-) Strände haben wohl Fetovaia und Marina di Campo. Die Terme San Giovanni in der Inselhauptstadt Portoferraio bietet Schlamm- und Mineralbäder und Thalassotherapien an (termeisoladelba.it). Der Monte Capanne (1019m) präsentiert die schönste Aussicht und die durchschnittliche Jahrestempera­tur von etwa 15°C ist ideal für romantische Spaziergänge in mediterraner Atmosphäre (siehe auch Snob mit wenig Geld). Massentourismus gibt es nicht, weil die Insel nur schwer erreichbar ist. Der Grund liegt vor allem darin, dass aufgrund des gebirgigen Reliefs nur wenig Platz für einen Flughafen besteht und die Landebahnlänge des bestehenden Flugplatzes auf ca. 900 Meter beschränkt ist – zu wenig für Groß­raumflugzeuge, wie sie die Touristenmassen zu anderen Zielen am Mittelmeer bringen. Folglich hat, wer mit dem Flugzeug nach Elba reist, auch nur wenig Auswahl, erst recht, nachdem Skywork den Flugbetrieb eingestellt hat.
Regelmäßig nach Elba fliegt die Gesellschaft Silver Air ab dem schweizerischen Lugano, immer Mittwochs und Samstags von Ende Juni bis September (silverairtravels.com). Am Flughafen Luga­no (luganoairport.ch; es gibt WLAN) existiert ein Duty Free Shop mit einem kleinen Warensorti­ment (luxurytravelshop.ch), außerdem eine Snackbar, ein Café und ein Restaurant. Von August bis Oktober fliegt auch Air Glaciers (air-glaciers.ch) Dienstags von Sion/Sitten und La Chaux-de-Fonds nach Elba. In La Chaux-de-Fonds (leseplaturesairport.ch) gibt es ein Flughafenrestaurant und direkt vor der Flughafeneinfahrt eine Bushaltestelle (Linien 360, 361). In Sion/Sitten (sionaeroport.ch) findet man ein Flughafenrestaurant und ca. 150m entfernt, hinter der Bahnlinie (Fußgängerunterfüh­rung), eine Bushaltestelle (Linie 1). Im Flughafen Elba gibt es zwei Restaurants, einen Supermarkt, ein Hotel, einen Geldautomaten und vor der Tür Taxen, Autovermietungen und eine Bushaltestelle (Linie 116).
Die einzige ganzjährig verfügbare Anreisemöglichkeit bietet jedoch der bekannte Nachtzug von München nach Florenz (nightjet.com). Ab dort geht es mit der Regionalbahn oder einem Fernbus zum Hafen von Piombino, von wo bekanntlich die Fährschiffe (Traghetti) nach Elba starten.

Montag, 11. März 2019

Der Frühling naht

Jetzt ist es wieder an der Zeit seinen Snob- (Winter-) Garten auf den Sommer vorzubereiten. Wer noch Gartenwerkzeug benötigt, schaut wie jedes Jahr beim niederländischen Hoflieferanten Snee­boer (sneeboer.com), was er noch braucht. Bald beginnt bei der Royal Horticultural Society wieder die Ausstellungssaison, auf dem Keukenhof bereitet man sich auf den Besucheransturm vor und in Bad Nieuweschans eröffnet demnächst wieder der Bademantelpark.
Jetzt wäre auch die richtige Zeit für einen Kurzurlaub an der Nordsee. Auf den Mitflugportalen de.wingly.io und flyt.club bieten Piloten Mitflug-Gelegenheiten u.a. auf die Ostfriesischen Inseln an. Im Angebot finden sich auch Touren, bei denen mehrere Tage zwischen Hin- und Rückflug liegen. Man könnte aber auch auf den Azoren auf der Teeplantage Plantações de Chá Gorreana (gorreana.pt) seinen Jahreseinkauf an Tee erledigen. Natürlich steht auch eine Kurzkreuzfahrt mit Fjordline nach Bergen zur Disposition (fjordline.com) oder eine Mini-Kreuzfahrt von Kiel nach Göteborg. Noch bis Mitte April läuft in Schweden die Hummersaison und die Preise in der Göteborger Feskekörka dürften mittlerweile auf ein erschwingliches Niveau gesunken sein. Man könnte natürlich auch ins Schwarzwälder Heilbad Bad Teinach fahren und dort ab Mitte März die Zavelsteiner Krokusblüte verfolgen.
Beim Duftwasser wechseln wir von den winterlichen, englischen Herrendüften zu leichten, früh­lingshaften Eaux de Colognes, wie zum Beispiel San Remo von Geo.F.Trumper. Als Spirituose empfehlen wir diesen Frühling einen italienischer Likör aus Zitrusfrüchten (z.B. Limoncello) oder einen Waldmeisterlikör. Als Lektüre sind philosophische Werke besonders frühlingsgeeignet, bei der Musik gibt es zu den Klavierstücken von Franz Schubert kaum eine frühlingstaugliche Alternative.

Sonntag, 10. März 2019

Bad Brückenau

Der von historischer Kurarchitektur geprägte Ort liegt direkt an der Grenze zwischen Hessen und Bayern und gehört zu den Bayerischen Staatsbädern. Die meisten Fachkliniken befinden sich im Ortsteil "Staatsbad", die Therme "Sinnflut" (eine Anspielung auf den durch Bad Brückenau fließenden Fluss; therme-sinnflut.de) liegt jedoch am Ostrand des weiter östlich gelegenen Stadtzentrums. Mit einem Eintrittspreis von €7.50 pro Tag ist die Therme Sinnflut eine der preisgünstigeren. Die Kurtaxe beträgt maximal €3 und beinhaltet eine Reihe von Leistungen, wie z.B. freies Parken, Loungenutzung, WLAN, Verleih von Sportgeräten und 10% Rabatt auf den Eintritt in die Therme. Sehenswerte Baudenkmäler hat Bad Brückenau mehr als genug, außerdem mehrere Kurgärten und Landschaftsparks und das Deutsche Fahrradmuseum (deutsches-fahrradmuseum.de). Insgesamt besitzt der Ort nicht weniger als sieben Heil- und Mineralquellen.
Bad Brückenau ist mit der Buslinie 8054 von Fulda aus erreichbar. Im Ort verkehrt die Linie 8056. Mit dem Auto ist die A7 über die B27 in wenigen Minuten erreicht. Im Ort gibt es mehrere Paket­shops mit Reisegepäckannahme. Eine öffentliche Toilette existiert unweit der Fußgängerzone neben dem Rathaus. Der Lidl im Gewerbegebiet besitzt einen Heißgetränkeautomaten.

Samstag, 9. März 2019

Die Landschaftsparks von Aachen

Wahrscheinlich beliebtester Stadtpark Aachens ist der Lousberg, nördlich der Innenstadt gelegen. Der langgezogene Hügel (262m) beherbergt verschiedene Freizeiteinrichtungen, u.a. Spazierwege, Kinderspielplatz, Schutzhütten, Picknick- und Sitzbänke; außerdem diverse Denkmäler und den Drehturm Belvedere mit Restaurant (Öffnungszeiten beachten; drehturm-aachen.de). Direkt unter­halb des Hügels beginnt am nördlichen Hang der Müschpark, ein Nutzgarten mit Gewächshäusern, Teichen und Weideflächen. Östlich des Lousberges schließt der Salvatorberg mit der Salvatorkirche und dem ehemaligen Kloster an. Durch ein Wohnviertel und eine Hauptverkehrsstraße getrennt vom Salvatorberg, liegt noch weiter östlich der Wingertsberg (195m), eine Art Kurpark mit Neuem Kur­haus, Veranstaltungszentrum und Minigolfanlage, an dessen Rand sich die Carolus Thermen be­finden.
Im Süden der Stadt liegt der Von-Halfern-Park an der Lütticher Straße. Gegen Ende des 19. Jahr­hunderts im Stile eines englischen Landschaftsgartens angelegt, finden sich darin bis zu 200 Jahre alte Bäume. Leider wurde der Park oft vernachlässigt; erst seit den 1980er Jahren wird ihm wieder die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Der Park geht beinahe nahtlos in die 331 Meter hohe Karlshöhe über. Am Karlshöher Talweg findet man einen Grillplatz mit Schutzhütte, Toilette, Wasserhahn und Picknickbank. Ein weiterer Grillplatz (nur mit Hütte und Picknickbank) liegt am Karlshöher Hochweg (Parkplatz nahe bei). Überhaupt ist die Gegend ein beliebtes Ausflugsziel der Aachener.

Freitag, 8. März 2019

Kaviar aus Frutigen

Das Tropenhaus Frutigen BE begeht dieses Jahr sein 10jähriges Bestehen (tropenhaus-frutigen.ch). Damals stieß man beim Bau des neuen Lötschberg-Eisenbahntunnels auf eine ca. 18°C warme Quelle. Das warme Wasser einfach in das nächste Gewässer abzuleiten, würde die dortige Wasser­temperatur erhöhen und den Fischbestand gefährden. Das Wasser abzukühlen wäre sehr teuer. Warum also nicht den Wärmeüberschuss für die Zucht von Wärme liebenden Fischen und Pflanzen verwenden? Seither gibt es Bananen, Kaffee und Kaviar aus den Alpen. Praktisch alle Erzeugnisse werden im hauseigenen Geschäft verkauft, auch der Kaviar der Hausmarke „Oona“, der überdies auch noch in den meisten Coop-Supermärkten zu haben ist. Natürlich gibt es auch einen eigenen Webshop (oona-caviar.ch). Der Besuch der Ausstellung „Wie der Fisch auf den Berg kam“ kostet SFr. 18, der Besuch von Tropengarten, Restaurant und Geschäft ist kostenlos.Im übrigen bietet das Tropenhaus auch Tagungs- und Veranstaltungsräume.
Das Tropenhaus liegt nur wenige Meter vom Bahnhof Frutigen entfernt. Mit dem Auto aus Rich­tung Norden kommend, fährt man die A5 bis vor Basel und wechselt auf die A98, fährt an Lörrach vorbei und überquert bei Rheinfelden den Rhein. Sofort nach der Brücke die Autobahn verlassen. Auf der Kantonsstrasse 5 in Richtung Basel fahren. In Pratteln kurz hinter der Ortseinfahrt links auf die Frenkendörferstrasse einbiegen und weiter auf die Kantonsautobahn 22 (vignettenfrei) fahren. In Liestal die 22 verlassen, auf die Kantonsstrasse 12 nach Waldenburg abbiegen und weiter nach Oen­singen fahren. Auf der K5 via Niederbipp nach Wiedlisbach. Über die K22 nach Herzogenbuchsee und dort auf der K1 nach Bern. Ab Worlauben geht es auf der K6 weiter, die über Münsingen und Thun nach Spiez führt. Ab hier der Beschilderung Kandersteg folgen. Entfernung ab Rheinfelden ca. 150km, Fahrzeit ca. 3 Stunden, man braucht für die o.g. Route keine schweizerische Autobahnvignette.

Donnerstag, 7. März 2019

Bad Bleiberg in Kärnten

Thermeneintritte sind in Österreich deutlich teurer, als in der BRD. Preiswerte Thermen gibt es kaum. Eine der wenigen ist das „Day Spa im Vivea Gesundheitshotel Bad Bleiberg". Und eigentlich ist es auch keine Therme sondern ein Hotel-Thermalbad (vivea-hotels.com). Mit €15 Tageseintritt ist der Tarif für externe Besucher für österreichische Verhältnisse aber geradezu günstig. Der be­nachbarte Bleibergerhof berechnet Bade-Tagesgästen €49, allerdings mit Frühstücks-und Mittags­buffet. Wer auch noch eine Flasche Prosecco möchte, zahlt €79 (bleibergerhof.at). Neben einer schönen Umgebung und einem Schaubergwerk bietet Bad Bleiberg überdies einen Heilklimastollen (heilklimastollen.at) für die Behandlung von Atemwegserkrankungen (Kurtaxe €1.90; bad-bleiberg.at).
Von Villach aus ist Bad Bleiberg über die L35 zu erreichen (ca. 15km). Die folgende Route von Salzburg nach Villach ist komplett mautfrei, jedoch nur im Sommer befahrbar: Ab Salzburg geht es über die parallel zur Autobahn verlaufende Bundesstraße 159 bis in den Pongau. Dort wechselt man auf die B99 (Tauernstraße) und bleibt auf dieser bis Spittal an der Drau. Ab dort führt die B100 nach Villach.

Alle folgenden Routen sind (zumindest teilweise) mautpflichtig.
  1. Von Salzburg aus über die A10, die Tauern-Autobahn, nach Villach. Für die Strecke braucht man eine Autobahnvignette (ca. €10 für 10 Tage) und zahlt für die Fahrt durch den Tauern- und den Katschbergtunnel eine zusätzliche Maut von ca. €12.
  2. Alternativ könnte man nur durch die beiden sondermautpflichtigen Tunnels fahren; dafür ist keine Autobahnvignette erforderlich. Bis Flachau im Pongau nimmt man dann die Bundes­straßen 159 und 99, ab Rennweg am Katschberg geht es dann wieder auf die B99 bis nach Spittal an der Drau.
  3. Ab Bischofshofen im Pongau könnte man der B311 und dann der B167 bis zur sog. Tauern­schleuse (Autoverladung der ÖBB) folgen. Eine Fahrt durch die Tauernschleuse von Böck­stein nach Mallnitz kostet €17. Ab Mallnitz führen dann die B105/B106/B100 nach Villach.
  4. Ansonsten könnte man noch den Weg über Osttirol und den mautpflichtigen Felbertauern­tunnel wählen (€11).
  5. Der Vollständigkeit halber sei auch noch die Großglockner-Hochalpenstraße erwähnt, die Salzburg-Land und Kärnten miteinander verbindet (Tageskarte €36.50).
  6. Im übrigen verkehrt zwischen Feldkirch (Vorarlberg) und Villach ein Nachtzug mit Auto­transport (ab €58; nightjet.com). In den Sommermonaten fahren auch Autozüge ab Hamburg und Düsseldorf nach Villach (urlaubs-express.de).

Mit der Bahn geht es nach Villach und ab dort mit dem Bus 8570 nach Bad Bleiberg (Buchungen unter bahnhofshuttle.at oder wiegele-reisen.at). Taxiruf Bad Bleiberg 0664 / 603 9530. Weitere Tipps für die Anreise nach Villach findet man unter connect-villach.at.

Mittwoch, 6. März 2019

Heißgetränkeautomaten

Man sieht sie immer öfter. Längst stehen sie nicht mehr nur an Flughäfen oder in Krankenhaus-Wartezimmern, sondern auch in Supermärkten und Discountern: Automaten für Heißgetränke. Für einen Snob, der auf sein Budget achten muss, stellen sie eine willkommene Gelegenheit dar unter­wegs ein erschwingliches Heißgetränk zu genießen, liegt doch der Preis am Automaten meist deut­lich unter dem, was ein Café berechnen würde. Überdies werden heutzutage auch in Cafés praktisch nur Heißgetränke aus Kaffeevollautomaten ausgeschenkt (sogar Teewasser wird damit zubereitet) und oft stammen die Geräte sogar vom gleichen Hersteller wie der Automat mit Münzeinwurf. Ist dann auch noch das Wetter so, dass man sich ohnehin lieber draußen als drinnen aufhält, gibt es keinen Grund den oft dreimal so hohen Preis in einem Café zu bezahlen, wenn man das Automaten­getränk auf einer sonnigen Parkbank zu sich nehmen kann. Einen Cafébesuch kann man schließlich auch und vor allem bei schlechtem Wetter tätigen.

Dienstag, 5. März 2019

Das Felsenlabyrinth Luisenburg bei Wunsiedel

Es ist ein beliebtes Ausflugsziel und daher an Ferientagen oft recht belebt. Man sollte seinen Besuch folglich auf einen Wochentag außerhalb der Schulferien legen. Imposant sind sie jedoch, die schein­bar wahllos aufeinandergestapelten Felsen des nach der preußischen Königin Luise benannten Fel­senmeeres. Seit 1790 gestaltet ein Bürgerverein das Gelände als Landschaftspark, wobei heute die Stadt Wunsiedel die Pflege übernommen hat und für den Besuch des Labyrinthes Eintritt verlangt (€4.50; wunsiedel.de). Wer aber gerade in der Nähe ist, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.

Montag, 4. März 2019

Bad Alexandersbad im Fichtelgebirge

Der Ort im Fichtelgebirge, ein Mineral- und Moorheilbad, besitzt seit 1734 eine Eisensäuerling-Quelle (Tageskarte €14, Kurbeitrag €1.50; badalexandersbad.de). Einen geschichtlichen Höhepunkt stellt das Jahr 1805 dar, in wel­chem der preußische König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise für drei Wochen in Alexan­dersbad weilten. Während dieser Zeit wurden die Geschicke Preußens aus dem kleinen Badeort gelenkt, und viele hochrangige Persönlichkeiten waren dort anwesend. In den 1950er Jahren erwarb der Deutsche Orden die gesamten Einrichtungen des Kur- und Badebetriebes im kleinsten Kurort Bayerns. Im Ort gibt es einen kleinen Lebensmittelladen. Eine kostenlose Toilette befindet sich im Haus des Gastes. In der näheren Umgebung empfehlen sich die Luisenburg Festspiele (Mai – August, ca. 4km; luisenburg-aktuell.de) und zum Einkaufen der Travel Free Grenzmarkt (mit Tankstelle) in Pomezí (CZ, ca. 22km). Einen Golfplatz findet man in Tröstau (ca. 8km; golfclub-fahrenbach.de), das Skigebiet Bleaml Alm (800m) am ca. 21km ent­fernten Ochsenkopf (1024m; skiclub-neubau.de, ochsenkopf.info). Etwa 30km nördlich von Bad Alexandersbad liegt das Wintersportgebiet Großer Kornberg (827m; skilift-kornberg.de). Dorthin gelangt man ab Selb mit dem Bus Linie 5 bis Spielberg (vgf-web.de) oder mit dem Auto über die A93 bis Selb und dann über die St2179.
Anreise: Ab Marktredwitz Bf. fahren mehrmals täglich Busse der Linien 3, 4 oder 7 nach Bad Alexandersbad (vgf-web.de). Mit dem Auto fährt man von Norden und Süden über die A93 bis Marktredwitz dann und aus Richtung Westen (Bayreuth) über die B303.

Sonntag, 3. März 2019

Die Claudius Therme Köln

In einer hektischen Großstadt einen ruhigen Platz zu finden ist gar nicht einfach. In Köln bietet sich die Claudius Therme an, auch wenn die Eintrittspreise deutlich höher sind als anderswo (claudius-therme.de). Wer aber an Werktagen ein paar Stunden Ruhe und Entspannung in einem Thermalbad sucht, kommt mit weniger als €20 weg. Immerhin dürfen einige Gastronomiebereiche auch im Bademantel besucht werden. Es gibt mehrere Becken, Whirlpools, einen Trinkbrunnen und ein um­fangreiches Wellness-Angebot. Das Wasser ist ein thermaler Natrium-Chlorid-Säuerling und lindert als Trinkkur Magen-Darm-Beschwerden. Die erste Quelle wurde 1912 erbohrt. Das Bad befindet sich auf der rechten Rheinseite am nördlichen Rand des Rheinparks, unweit der Zoobrücke.

Samstag, 2. März 2019

Ein Ausflug nach Lindlar im Bergischen Land

Die Gemeinde im Bergischen Land ist zugegebenermaßen nicht gerade der Snob-Himmel auf Erden, jedoch gibt es ein paar interessante Dinge, die man sonst in der weiteren Umgebung vergeblich sucht, z.B. die imposante Ruine der Wasserburg Eibach, die man hinter dem OT Scheel findet. Ruinen von Wasserburgen sieht man überaus selten, selbst im von Wasserburgen durchsetzten Rheinland. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert mit einer Grundfläche von 15x8 Metern errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1356. Im 15. Jahrhundert und 16. Jahrhundert befand sie sich im Besitz der Ritterfamilie von Neuhoff, genannt Ley. Danach wurde sie von der Familie Seraing übernommen. In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1782 brannte die Burg aus. Der mächtige Rundturm im Südosten und teilweise der Südflügel der Vorburg aus dem 17. Jahrhundert sind erhalten geblieben.
Einen Besuch wert ist auch das Kuriositätenmuseum „Haus Safari“ in der Schützenstr. 26 im OT Altenrath. Seit 1989 sammelt der Inhaber Georg Herrmann in seiner Scheune Kuriositäten jeglicher Art. Weiterhin sehenswert sind der Freizeitpark, das Freilichtmuseum, diverse Herrenhäuser und Wegkreuze und die privaten Gärten Naturgarten am Steinbruch (2.000 qm, Katja und Klaus Wopfner, Zu den Brüchen 1) und Garten Ommertalhof (10.000 qm, Nicole und Frank Schroeder, Zur Ommer 9; ommertalhof.de), die im Rahmen der Aktion „Offene Gärten“ immer wieder mal für das allgemeine Publikum geöffnet werden. Etwa 10km nordwestlich von Lindlar, auf dem Gebiet der Gemeinde Kürten, befindet sich in Selbach das Hähnchenrestaurant Ewald (haehnchen-ewald.de). Zentrale Spezialität ist das gegrillte, halbe Hähnchen mit Pommes Frites.
Man kann alle Ziele recht gut mit einer kombinierten Tageswanderung / Bustour verbinden. Starten könnte man mit dem Bus 335 in Bergisch Gladbach (ab Mo.-Fr. 08:14 Uhr), der in Frielingsdorf, Scheel, in der Nähe der Ruine Eibach, seine Endstation hat (an 09:27 Uhr). Nicht weit von der Ruine Eibach befinden sich außerdem die Ruine Neuenberg und eine „Zwergenhöhle“. Nach Besichtigung der Ruine Eibach geht es zurück nach Scheel. Entweder wandert man nun am nördlichen Rand von Frielingsdorf nach Brochhagen und von dort am Campingplatz „Im Holl“ entlang Richtung Süden nach Lindlar oder man nimmt den Bus 335, an Schultagen Scheel ab 11:50 Uhr, an Ferientagen ab 12:46 Uhr (die Fahrt nach Lindlar dauert ca. 20min.; am Friedhof Lindlar existiert übrigens eine kostenlose Toilette und der Lidl besitzt einen Heißgetränkeautomaten).
Südlich von Lindlar liegt der Ortsteil Altenrath mit dem Kuriositätenmuseum. Auch hierhin könnte man ab Lindlar einen Bus nehmen. Nach der Besichtigung wandert man über den Hügel zurück nach Lindlar und begibt sich zum Freizeitpark. Von dort geht es mit einem Bus nach Altenlinde zum Naturgarten am Steinbruch. Hinter dem Hügel wandert man in das Sülztal und über Linde nach Müllersommer. Wer auch noch den Garten im Ommertal besuchen will, folgt ab Müllersommer dem Bachlauf des Ommerbachs flussaufwärts. Ansonsten geht es über den Hügel nach Unterbersten und am Bosbach entlang. Vom Weiler Bosbach und nach Überquerung des Olpebaches und eines weiteren Hügels erreicht man Selbach. Fast direkt vor dem Restaurant Ewald ist eine Bushaltestelle der Linie 429, die aber nur wenige Male täglich bedient wird. Hinter dem nächsten Hügel liegt jedoch Eichhof, von wo die Buslinie 426 eine gute Verbindung nach Bergisch Gladbach bietet. Natürlich muss man nicht alle Stationen der Tour besuchen, zumal die Privatgärten ohnehin nur nach Vereinbarung zugänglich sind.

Freitag, 1. März 2019

Bad Gleichenberg in der Steiermark II

Der Ort zwischen Graz und Bad Radkersburg gehört insgesamt nicht gerade zu den preiswerten Kurorten (bad-gleichenberg.at). Die Kurtaxe liegt bei €2.50 pro Person und Tag und das Kurhaus „Therme der Ruhe“ (daskurhaus.at) berechnet für eine Tageskarte €19. Für österreichische Verhält­nisse ist das aber durchaus ein guter Preis. Was die „Therme der Ruhe“ jedoch interessant macht, ist das Pauschalangebot „Genuss Tageskarte“ für €24, bei welcher dem Kurenden Mittags zwischen 11:00 und 14:00 Uhr im Bistro ein 3-gängiges Menü offeriert wird (leider nur Selbstbedienung). Das Bistro kann im Bademantel besucht werden.
Nach Bad Gleichenberg gelangt man mit der Steierischen Landesbahn (stlb.at) ab Feldbach, an der Bahnstrecke von Graz ins ungarische Szentgotthárd gelegen, wo die S-Bahnlinie 3 verkehrt oder ab Graz in weniger als zwei Stunden mit dem Postbus 400. Mit dem Auto geht es ab Graz über die Bundesstraße 73 bis Glatzau, dann weiter über die L203 und L212 via St. Stefan, Gnas und Katzendorf (ca.55km). Durch Bad Gleichenberg verläuft außerdem die B66.