Sonntag, 24. März 2019

Die Havarie der „Viking Sky“

Gastbeitrag von Øystein Witnes

Nach einem Motorschaden trieb das Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ mit über 900 Passagieren an Bord führungslos in einem Nordmeersturm und drohte an die felsige Küste Norwegens gedrückt zu werden. Glücklicherweise konnten die zu Wasser gelassenen Anker das Schiff rund einhundert Meter vor einigen gefährlichen Untiefen stoppen und halten. Umgehend wurde eine Evakuierung der Passagiere mittels Hubschrauber in die Wege geleitet. Als sich die Wettersituation etwas gebessert hatte, wurde das Schiff in den Hafen der Stadt Molde geschleppt.
Auf Internet-Videoclips ist zu sehen, wie die Einrichtung der Schiffsbar durch die starken Turbulen­zen des Wellengangs in Bewegung gerät und durch das Barinnere rutscht. Dadurch wurden Berichten zufolge auch mindestens drei Kisten Premier Cru Millésime-Champagner und zwei Kisten Prosecco zerstört. Snobs die mit dem Hubschrauber evakuiert wurden, mussten ihr gesamtes Gepäck und ihre maß­gefertigte Designerkleidung an Bord zurücklassen. An Land wurden sie zunächst in Notunterkünf­ten untergebracht, weil die fünf Hotels mit Sternen (4x 3-Sterne, 1x 4-Sterne) in Molde ausgebucht waren. „Für die evakuierten Passagiere ist am Sonntag extra ein Einkaufszentrum in Molde geöffnet worden“, schreibt NRK. Dies, damit sich die Menschen mit Kleidern und Hygieneartikeln versorgen können. Leider gibt es vor Ort weder Maßschneider noch englische Herrenpflegeartikel. Snobs aus dem deutschsprachigen Raum waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht an Bord des Unglücksschiffes.

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