Freitag, 16. November 2018

RHS-Termine für 2019

Die Royal Horticultural Society hat ihre Termine für das Jahr 2019 bekannt gegeben (rhs.co.uk). Den Auftakt macht Cardiff am 12. April; die bekannte Chelsea Flower Show ist für den 21. Mai angesetzt. Den Schlusspunkt setzt Malvern am 28. September. Vor allem die Show in Chelsea ist bei Besuchern derart beliebt, dass man frühzeitig Eintrittskarten bestellen muss, zumal die Besucherzahl insgesamt auf 150.000 limitiert ist.

Mittwoch, 14. November 2018

Knokke-Heist II

Der touristische Anziehungspunkt des flämischen Seebades ist natürlich der zwölf Kilometer lange, feinkörnige Sandstrand und die weitläufige Dünenlandschaft. Die Strandpromenade ist nahezu durchgehend mit mehrgeschossigen Apartmenthäusern bebaut, die als Ferienwohnungen genutzt werden. Die Preise für Ferienimmobilien erreichen hier Spitzenwerte von bis zu €15.000 pro Quadratmeter. Die zahlreichen Designerboutiquen und die teuren Nobelhotels machen Knokke und besonders Knokke Zoute leider auch zu einem Wochenendzufluchtsort für neureiche Parvenues. Vor allem aber das Spielcasino von 1930 deutet mit seiner Art-déco-Ausstattung noch auf die Frühzeit Knokkes als mondäner Badeort hin (man beachte den Kronleuchter!). Im übrigen ist der Ort bekannt für die diversen Kunstwerke, die im öffentlichen Raum zu bewundern sind. Am bekanntesten dürfte wohl der „Sitzende Mann auf dem Wellenbrecher“ von Jean-Michel Folon sein, der zweimal täglich vom Meer überspült wird. Außerdem findet man im Ort außergewöhnlich viele Kunstgalerien. Ein beliebtes Flaniergebiet sind die Zwin-Dünen (myknokke-heist.be/de).
Das Seebad hat natürlich auch ein paar interessante Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Die Haute Chocolaterie Pierre Marcolini (eu.marcolini.com) offeriert allerfeinste Confiserie, Pralinen und Backwaren. In nichts nach steht dem die De Maré Pâtisserie, wo tatsächlich noch echte Handarbeit dominiert. Der beste Chocolatier Belgiens soll jedoch Chocolatier M sein (chocolatier-m.be). Gehobene Freizeitkleidung findet man bei Artu Napoli (artunapoli.com), Lederwaren erhält man beim belgischen Hoflieferanten Delvaux (delvaux.com). Edle Spirituosen und Delikatessen (in­klusive Kaviar) gibt es bei Happy (happy-knokke.be). Viele Läden haben auch Sonntags geöffnet. Und die besten Pommes Frites im Ort soll es in der Frituur De Ster geben (frituurdester.be).
Knokke-Heist erreicht man mit der Bahn von allen großen Städten Belgiens aus. Die flämische Kusttram verbindet alle Ort an der Küste miteinander, sodass man auch via Oostende anreisen könnte. Mit dem Auto geht es via Aachen, Genk und Antwerpen über die belgische A11 (E34) und die N49 nach Knokke. Das Parken im Ort ist gebührenpflichtig; lediglich in den blau und grau markierten (weit außerhalb gelegenen) Zonen ist das Parken kostenlos.


Sonntag, 11. November 2018

Oostende

Vom Glanz der vergangenen Tage, an denen sich der europäische Adel im damals noch mondänen Seebad mit Belle Epoque Atmosphäre tummelte, ist heute nicht mehr viel zu spüren. Auch hat Oostende (ca. 70.000 Einw.; visitoostende.be) durch den Ärmelkanaltunnel seine Bedeutung als Fährhafen eingebüßt. Aber dafür kann sich der Gast jetzt auf das Wesentliche konzentrieren: Auf die von Straßencafés und Restaurants gesäumte Strandpromenade die sich über den gesamten Seedeich erstreckt, den Casino Kursaal von 1857 oder das Wellington Hippodroom mit integriertem 9-Loch-Golfplatz nahe beim Stadtzentrum. Wichtigster Veranstaltungssaal ist der Kursaal mit Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen (kursaaloostende.be). Keinesfalls vergessen sollte man auch einen Besuch im Leopoldspark. Bekanntester Sohn der Stadt ist der Maler James Ensor (1860-1949), der fast sein gesamtes Leben in der Königin der Seebäder verbracht hat. Sein Haus in der Vlaanderenstraat 27 ist heute ein Museum. Kulinarisch ist die Stadt ebenfalls ein Gewinn: Neben Pommes Frites sei der Genuss von Meeresfrüchten, Fisch, Schokolade, Bauernschinken, Bloeling (Blutwurst) und Waterzooi (flämischer Eintopf) wärmstens empfohlen.
Am Fischereihafen von Oostende, am Visserskaai, befindet sich die Fischmarkthalle (Vistrap) in der es den günstigsten Fisch in Oostende gibt. Imbissstände und –buden findet man zuhauf. Die meisten sind täglich von früh morgens bis etwa gegen Mittag geöffnet. Wenn man durch die Halle geht, sollte man gelegentlich auch mal nach oben schauen, denn in den Bögen des Hallendaches hängen beeindruckende Schwarz-Weiß Fotografien alter Fischer des Starfotografen Stephan Vanfleteren. Außerdem lohnt sich ein Ausflug mit der Fähre auf die andere Hafenseite. Von dort bietet sich nicht nur ein wunderbaren Ausblick auf die Promenade von Oostende, sondern es gibt hinter den Dünen einen versteckten und ruhigen Strand.
Ehrenamtliche Reiseführer (Belgian Coast Greeters) findet man unter belgiancoastgreeters.com. Als Ausflug empfiehlt sich eine Tour mit der Küstenstraßenbahn nach De Panne oder Knokke-Heist. Am Maria Hendrikapark kann man werktags von 07:00 – 19:00 Uhr gratis ein Fahrrad leihen für einen Tag. Kostenlose WLAN-Hotspots findet man unter hierisgratiswifi.be.

Unterkunft: Hotel Serge, WLAN, ab € 40 (Parken € 20/Tag; www.hotelserge.be) ■ die Kurtaxe wird üblicherweise in die Zimmermiete einberechnet.
Gastronomie: Vistrap, Visserskaai ■ Restaurant In de Stad Kortrijk, Langestraat 119 ■ Frituur Franky, Karel Janssenslaan 53 (frituurfranky.be) Frituur Smul, Leffingestraat 108 Frietshop, Nieuwpoortsesteenweg 215 (frietshopoostende.be) Frituur 't Hazegras, Graaf de Smet de Naeyerlaan 20Ostend Queen Rest., Westhelling 12; recht teuer, aber toller Meeresblick.
Einkaufen: Delvaux Lederwaren, Adolf Buylstraat 23-25 (delvaux.com; Hoflieferant).
Gratis Parkplätze: Randparking Maria-Hendrikapark, Graaf de Smet de Naeyerlaan en Mercatorlaan ■ Randparking Oosteroever, Ankerstraat (Nähe Strab-H.).

Freitag, 9. November 2018

Eine etwas andere Kur in der Eifel

Renommierte Kurorte gibt es erstaunlich viele. Prächtige Kurbauten, elegante Hotels, groß­zügige Parkanlagen und ein breitgefächertes Unterhaltungsprogramm für das anspruchsvolle Kurpublikum sind ihr Markenzeichen. Es geht aber auch anders.
Volkesfeld in der Eifel (volkesfeld.de; Gästebeitrag €0.60) ist kein Kurort, obwohl es dort eine Heilquelle gibt, einen Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Säuerling mit recht hohem Eisengehalt (erkennbar an der roten Färbung). Magen-, Darm- und Gallenleiden erfahren damit Linderung. Im Prinzip erfüllt das Volkesfelder Wasser alle Bedingungen eines Heilwassers, jedoch hat man sich im Ort gegen einen ausgebauten Kurbetrieb entschieden. Die Quelle ist aber allgemein zugänglich (man sollte ein Trinkgefäß mitbringen). Direkt nebenan befinden sich Sitzgelegenheiten und eine Regenschutzhütte. Der Quelle am nächsten liegt das Hotel-Forsthaus Schlich (hotel-forsthaus.com). Merklich preiswerter ist jedoch das Hotel Schlömer im Nachbarort Langscheid (hotel-schloemer.de). Im Ort und in der Umgebung kann man auch Ferienwohnungen mieten. Die Gegend ist außerdem ein bekanntes und beliebtes Wandergebiet mit zahlreichen ausgewiesenen Wanderwegen. Besuchenswert sind vor allem der Volkesfelder Heidehimmel und die Wachholderheide bei Langscheid. Nur wenige Kilometer entfernt liegt überdies der touristisch erschlossene Rieder Waldsee (eifel-und-see.de). Wer auf einen breitaufgestellten Kurbetrieb verzichten kann, sollte folglich sein Kurvergnügen in der Eifel suchen.
Die Anreise erfolgt mit dem Bus 820 ab Mayen (vrminfo.de). Nach Mayen gelangt man mit der Bahn ab Andernach oder Koblenz. Mit dem Auto fährt man von der A61 kommend auf der B412 bis Rieden oder Weibern und folgt dann der Beschilderung nach Volkesfeld. Die Heilquelle befindet sich außerhalb des Ortes im Tal der Nette an der L83.

Mittwoch, 7. November 2018

Das Pegasus Varieté in Bensheim

Zwar ist das Hamburger Hansa-Theater das einzige deutsche Traditionshaus unter den Varieté-Theatern, aber nicht das einzige Varieté. Ein weiteres Theater dieser Art befindet sich in Bensheim, an Bergstraße und Odenwald gelegen: Das Varieté Pegasus (pegasus-bensheim.de). Auch hier werden - wie in Hamburg - u.a. Artisten, Komiker und ein Moderator geboten. Die Abendvorstellungen beginnen um 20:30 Uhr; die Nachmittagsvorstellungen Sonntags um 16 Uhr. Der Besuch im Varieté kann mit einem Besuch des benachbarten Restaurants (vor der Vorstellung) kombiniert werden, jedoch werden auch im Theater kleine Speisen serviert. Die Getränkeauswahl ist überdies sehr reichhaltig, wenn auch etwas teuer.
Vom Bahnhof Bensheim verkehren Regionalzüge nach Mannheim und nach Darmstadt. Ab Mann­heim gibt es nächtliche Zugverbindungen nach Basel, Köln, Dortmund, Hamburg, Berlin und München sodass man direkt nach Ende der Vorstellung den Heimweg antreten und sich die Über­nachtungskosten sparen könnte. Der letzte Zug nach Mannheim verlässt den Bahnhof Bensheim gewöhnlich um 00:55 Uhr und erreicht Mannheim um 01:37 Uhr. Der Anschlusszug nach Berlin verlässt Mannheim um 01:44 Uhr, der nach Köln, Dortmund und Hamburg um 02:16 Uhr. Ein Zug nach Basel fährt um 03:33 Uhr. Wer nach München will, sollte Bensheim jedoch schon um 23:55 Uhr in Richtung Mannheim verlassen (dort ab 01:06 Uhr). Vom Bahnhof Bensheim sind es etwa 750 Meter Fußweg durch die Innenstadt zum Theater.

Dienstag, 6. November 2018

Von der Mosel nach Münstermaifeld

Eine interessante Wandertour mit Übernachtungen lässt sich von Moselkern über die Burgen Eltz und Pyrmont nach Münstermaifeld gestalten. Der Ausflug beginnt am Bahnhof Moselkern (Bahnstrecke Koblenz – Trier) und zunächst geht es am Elzbach entlang zur Burg Eltz (ca. 5km, Gaststätte; burg-eltz.de). Unterwegs besteht am Gasthaus Ringelsteiner Mühle eine Einkehr­möglichkeit (ringelsteiner-muehle.de). Der Weg von Moselkern zur Burg Eltz erfreut sich großer Beliebtheit bei Ausflüglern, allerdings ist es auf der nächsten Etappe dafür wesentlich ruhiger.
Nach Besichtigung der Burg Eltz geht es auf den nächsten Abschnitt am Elzbach (elzbachtal.de) entlang nach Möntenich (ca. 5.5km). Übernachtet wird dort im Hotel Restaurant Zum Elztal (ab €40; zumelztal.de). Am folgenden Tag führt der Weg weiter zur Burg Pyrmont (ca. 3.5km; burg-pyrmont.de). Dort empfiehlt sich unbedingt eine Übernachtung in der Burganlage (ÜF ab € 50). Etwa 600 Meter von der Burg Pyrmont entfernt, liegt der Landgasthof Pyrmonter Mühle (pyrmonter-muehle.de, Ruhetag Donnerstag), wo man zu Abend essen oder ebenso übernachten könnte. Nicht entgehen lassen sollte man sich dort auch den nahen Wasserfall und die historische Steinbrücke. Weitere Gasthöfe gibt es in Roes (Dorfkrug, ca. 2.5km; gasthof-dorfkrug-roes.de) oder Pillig (Pilliger Hof, ca. 2.5km; pilliger-hof.de). Falls man die Tour wegen anhaltend schlechtem Wetter nicht durchführen kann, könnte die Firma Taxi Charly aus Pillig (Tel. 02605 / 2022) den Wanderer zum nächsten Etappenziel fahren.
Am nächsten Morgen geht die Wanderung weiter nach Münstermaifeld (ca. 6.5km, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, Heimatmuseum). Sehenswert ist dort u.a. die imposante Stiftskirche St. Martin und St. Severus. Ab Münstermaifeld fährt man mit dem Bus zum Bahnhof Hatzenport/Mosel (ca. 5.5km, Bahnstrecke Koblenz – Trier), nach Mayen (ca. 16km, Bahn nach Andernach und Koblenz) oder direkt nach Koblenz. Busfahrpläne gibt es unter vrminfo.de. Man könnte hier noch einen kleinen Umweg über Polch einschieben und dort bei Griesson - de Beukelaer im Fabrik­verkauf Süßwaren und Knabbergebäck einkaufen (www.griesson-debeukelaer.de; Bushaltestelle Gartenstraße).
Auf dieser Wanderroute gibt es kaum Einkaufs- oder Verpflegungsmöglichkeiten, weshalb man bereits vorher Proviant eingekauft haben sollte. Die Etappen sind kilometermäßig kurz gehalten, damit man Zeit hat die Umgebung zu genießen. Als Wanderkarte sei die Karte Nr. 34 des Eifelvereins (www.eifelverein.de) empfohlen.

Sonntag, 4. November 2018

Das Münster auf dem Maifeld

Die Pellenz ist eine Region voller Überraschungen. Kein Uneingeweihter würde in dem Pellenz-Städtchen Münstermaifeld eine Dom-ähnliche Kathedrale vermuten (51x29m, 40m hoch; muenstermaifeld.de). Umso überraschter ist der Reisende, wenn er vor der Stiftskirche St. Martin und St. Severus steht, die in der Zeit vor 1322 erbaut wurde, deren Vorgängerbau aber spätestens 905 Stiftskirche des gleichnamigen Klosters und nach 956 Wallfahrtskirche wurde. Im Inneren erstaunt vor allem die Weite des Innenraumes. Von Münstermaifeld verkehren diverse Buslinien nach Koblenz (Linie 355), Mayen und in die nähere Umgebung (vrminfo.de). Der nächstgelegene Bahnhof wäre Hatzenport an der Mosel. Auch von dort gibt es eine Busverbindung (Linie 988). Mit dem Auto fährt man über die A48 bis Polch und dann über die L113, die hinter Münstermaifeld weiter nach Hatzenport führt.

Samstag, 3. November 2018

Die silberne Pommesgabel von ESG

Die Haute Cuisine ist bekanntermaßen im Niedergang begriffen. Die Antwort des Snobs ist simpel: Er geht an eine Pommesbude! Als Snob mit sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben! Natürlich hat der Snob seine eigene Pommes-Gabel aus Metall dabei. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Botschaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites - oder gar die „Bottroper Schlemmerplatte“ - mit den Fingern essen. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein, dann nimmt der Snob sein Westfälisches Adelsmesser zur Hilfe.
Le chic du chic wäre natürlich eine Pommes-Gabel, in die das eigene Familienwappen eingraviert ist, was allerdings recht teuer ist. Aber auch ohne Familienwappen ist die Gourmet-Gabel "Silver-Picker" aus 925er Silber des Anbieters ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG aus Rheinstetten einen genauen Blick wert. Eine Gravur auf der Rückseite ist ab Werk gegen Aufpreis zwar möglich, jedoch werden nur Buchstaben und Text in zwei unterschiedlichen Schriftarten angeboten. Man könnte so aber zumindest seinen Namen eingravieren lassen, wenn man Wert darauf legt. Die 75mm lange Gabel wird mit einem passenden Lederetui geliefert. Der Verkaufspreis ist abhängig vom aktuellen Silberpreis und liegt derzeit bei etwa €24. Die Webseite des Unternehmens (edelmetall-handel.de) bietet auch noch andere interessante Silber-Accessoires, z.B. einen Eislöffel, eine Geldklammer und einen Spielwürfel.

Freitag, 2. November 2018

Die Barockkirche von Saffig

Westlich von Koblenz, in der sog. Pellenz, liegt die wenig bekannte Ortsgemeinde Saffig. Was ebenfalls nur wenige wissen: Dort befindet sich mit der Kirche St. Cäcilia Saffig eine bemerkens­werte Barockkirche, die von dem bekannten Baumeister Balthasar Neumann geplant wurde. Im Inneren dominieren drei Hochaltäre vorne und im hinteren Teil mehrere Kristalleuchter (sic). Direkt hinter der Kirche befindet sich der ebenfalls sehenswerte Schlosspark des im 19. Jahrhundert abgerissenen Saffiger Schlosses. Saffig erreicht man mit der Bahn ab Koblenz oder Andernach bis Plaidt. Vom dortigen Bahnhof sind es etwa 3.5km zur Kirche, die man eventuell auch mit dem Bus 335 zurücklegen kann (vrminfo.de). Mit dem Auto gelangt man nach Saffig über die A61, Ausfahrt Plaidt (beschildert).

Dienstag, 30. Oktober 2018

Zur Tanzballsaison in Wien

In Wien beginnt bald wieder die Tanzballsaison. Eröffnet wird sie offiziell am 11. November mit einem öffentlichen Walzer-Tanzen in der Wiener Innenstadt, inoffiziell vom Ball der Rauchfang­kehrer am 16. November und beendet, nach aktuellem Stand, vom Frühlingsball im April 2019 (offizielles Ende ist jedoch immer schon Faschingsdienstag). Neben dem bekannten Opernball (am 28.02.2019) in der Staatsoper stellt auch der Silvesterball in der Hofburg einen Höhepunkt dar. Sehr beliebt ist außerdem der Ball der Kaffeesieder, zu dem etwa 6000 Gäste erwartet werden. Einen Ballkalender findet man auf der Webseite der Stadt Wien stadt-wien.at; zwei weitere auf wien.info und ballkalender.com. In der „Hauptsaison“ gibt es kaum einen Tag, an dem nicht mindestens ein Ball stattfindet, da es kaum eine Schule, Berufsgruppe oder Verein gibt, die es sich nehmen ließen zum Tanz zu bitten - wenn auch in kleinem oder kleinstem Rahmen. Insider gehen von etwa 450 Bällen pro Saison aus. Als Snob wählt man natürlich einen der kleineren und authentischeren Bälle und überlässt die „großen“ Bälle gerne den neureichen Parvenues.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Bad Münstereifel

Wer Euskirchen und das dortige Tropenbad besucht, macht vielleicht auch einen kleinen Ausflug in das benachbarte Kneippheilbad Münstereifel (bad-muenstereifel.de). Interessant sind dort das Designer Outlet Center in der Innenstadt und diverse Museen. Vor allem das mittelalterliche Stadtbild mit seinen historischen Gebäuden zieht zahlreiche Besucher an. Außerdem ist der Ort ein guter Start- oder Zielpunkt für Wanderungen.
Das Schwanen-Apotheken-Museum befindet sich in einem Gebäude, dass seit 1804 eine Apotheke beherbergt hat und kurz vor der Jahrtausendwende in ein Museum umgewandelt wurde (Montags geschlossen). Die Regaleinrichtung stammt noch aus den Anfangsjahren der Apotheke. Im Werther Turm wurde das Natur- und Landschaftsmuseum eingerichtet, dessen Kernstück ein begehbares Diorama der Umgebung Münstereifels ist (nur Sonntags geöffnet). Das Hürten-Museum präsentiert vor allem Fundstücke aus der Geschichte der Stadt und der Region in einem Wohnhaus aus dem 12. Jahrhundert (geöffnet nur am Wochenende; huertenmuseum.de). Auch das Spielzeugmuseum ist einen Besuch wert (geöffnet nur am Wochenende; museum-puppen-und-spielzeug.de).
Das Designer Outlet Center (cityoutletbadmuenstereifel.com) verteilt sich in diversen Gebäuden über die gesamte Innenstadt. Der Angebotsschwerpunkt liegt auf Freizeit- und Outdoorkleidung, aber auch Spielwaren, Schokolade und Haushaltswaren werden offeriert.
Bad Münstereifel wird von mehreren Wanderwegen des Eifelvereins tangiert, u.a. vom Ahr-Urft-Weg und vom Wasserfallweg nach Daun. Empfehlenswert ist vor allem eine Wanderung auf einer eher wenig begangenen und nicht ausgeschilderten Route von Nettersheim nach Bad Münstereifel (ca. 15 km), die allerdings stellenweise dem Eifeler Kräuterpfad folgt. Die Wanderung beginnt am Bahnhof Nettersheim und führt zunächst zur römischen Tempelanlage bei Zingsheim. Über die Autobahn hinüber geht es in den Zingsheimer Wald und südlich von Pesch über ungekennzeichnete Wege zum Wurstberg, wo man einige geologische Besonderheiten besichtigen kann. Östlich davon überquert man die Kreisstraße und einen Bach und ersteigt dann einen kleinen Hügel. Oben liegt die Schutzhütte auf dem Zimmerscheid, der schon zum Gemeindewald Nöthen gehört (in der Nähe gibt es eine weitere Hütte). Von der Hütte auf dem Zimmerscheid führt der Wanderweg dann geradewegs nach Bad Münstereifel.

Samstag, 27. Oktober 2018

Der Schatten des Winters

Noch ist es nicht so weit, aber der Winter wirft seine Schatten voraus. Die Temperaturen sinken herab, das abgefallene Laub verflüchtigt sich und in den Bergen liegt schon Schnee. Für den Snob ergibt sich damit - wie jedes Jahr - die Frage, wie er den Winter gestaltet.
Eine Möglichkeit besteht darin irgendwo im Süden zu überwintern. Ideale Orte wären Sanremo oder Triest. Wegen der geschützten Lage der nahen Berge der bis ans Meer vorstoßenden Seealpen besitzt der ligurische Kurort Sanremo ein gleichmäßig mildes Klima und wird gerne von Mailändern und Turinern zum Überwintern genutzt. Praktischerweise kann man (wenn man schon mal da ist) in dieser Saison auch gleich der Neueröffnung des neuen Luxury OutletsThe Mall“ im Frühjahr 2019 beiwohnen. Die besondere Attraktion in Triest ist ebenfalls das milde Klima, denn die Durchschnittstemperatur liegt dort im Winter bei +8°C, bei oft völliger Windstille.
Wer nicht in den Süden will, könnte für ein paar Tage nach Lappland reisen und dort, neben den üblichen Winteraktivitäten, die Nordlichter bewundern. Oder man fährt ganz schlicht für ein paar Tage an die Nord- oder Ostsee, wo man den Ferienort im Winter praktisch für sich alleine hat.
Im November gibt die Staatskapelle Dresden Gastspiele in Berlin, Dortmund, München, Köln, Stuttgart und Freiburg, für alle, denen der Weg nach Sachsen zu weit ist. Derweil wird in Dresden „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti gespielt. Außerdem gibt es diverse Ballett-Aufführungen, u.a. gefolgt von „La Traviata“ und „Der Nussknacker“ (semperoper.de).

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Tagine d’agneau à la cannelle

Jetzt ist die ideale Zeit für ein vorweihnachtliches Dîner mit elitären Freunden. Wer seinen Gästen in diesem Herbst etwas orientalisches anbieten möchte, der sei auf diesen schlichten Eintopf hingewiesen, der unbedingt in einer Tagine (oder Tajine) zubereitet werden sollte. Bei Le Creuset gibt es eine Tagine aus Gusseisen, welche stabiler und leichter zu handhaben ist, als eine aus gebranntem Lehm. Glasierte Keramik-Tagines sollten wegen der in der Glasur häufig vorkommenden Schwermetalle ohnehin nicht verwendet werden.

3 weiße Zwiebelnund
2 rote Zwiebelnmit einem Löffel
Olivenölblanchieren.
1 kg Lammfleischin gleich große Stücke schneiden und einige Minuten schmoren. Das Fleisch mit ein wenig Wasser übergießen.
2 Stäbchen Zimt, Safran,eine Handvoll
getrocknete Pflaumen und Rosinenhinzufügen. Eine Stunde auf kleiner Flamme kochen lassen. Vor dem Servieren mit
Mandeln oder Sesamgarnieren.

Als Beilage orientalisches Brot reichen. Zum Servieren die Tagine auf den Tisch stellen und
orientalisches Geschirr verwenden.

Dienstag, 23. Oktober 2018

Kataloniens erlebenswerte Bergdörfer

Die meisten Touristen konzentrieren sich bei ihrem Costa-Brava-Besuch auf die Küstenregion. Dabei hat auch das Hinterland einiges zu bieten, wie zum Beispiel den Ort Castellfollit de la Roca. Das typisch katalanische Dorf liegt auf einem 50 Meter hohen Felsplateau. Sehenswert sind die ehemalige Kirche San Salvador und das außerhalb des Kernortes gelegene Wurstmuseum, aber die besondere Attraktion ist die Aussicht über die beiden Flusstäler des Riu Fluvià und des Riu Turonell. Nicht weit von Castellfollit liegt auf einer felsigen Anhöhe am Fluss Fluvià die mittelalterliche Ortschaft Besalú. Der gesamte Ortskern ist interessant und steht unter Denkmalschutz. Beide Orte sind von Figueres aus mit dem Auto über die N-260 und die daran anschließende A-26 zu erreichen.
Einige Kilometer weiter südlich befindet sich der Ort Santa Pau. Die Gemeinde gilt als Ort von besonderem historischen und künstlerischem Interesse, insbesondere wegen der den Marktplatz umgebenden mittelalterlichen Bogengänge und der Marien-Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Santa Pau erreicht man von der Küstenregion aus über die GI-524.

Im übrigen liegt ca. 30km südlich von Santa Pau, unweit der C-63, die Gorgues De Santa Margarida, ein idyllisches Badebassin in einem Flusslauf an einem Wasserfall. Im Hochsommer leider etwas zu gut besucht.

Montag, 22. Oktober 2018

Gewürzgurken als Picknickbeilage

Das grüne Kürbisgewächs ist eine hervorragende Zutat zu einem Picknick. Geradezu ideal sind die eingedosten Gewürzgurken aus dem Spreewald Gurken Snack Get One. In der 13 x 5.5 cm hohen, bruchsicheren Dose mit Öffnungsring (kein Dosenöffner erforderlich) befindet sich exakt eine, etwa 100 Gramm schwere Gurke – eingelegt in Branntweinessig, Zwiebeln, Dill und diversen Gewürzen. Als Picknickzutat geradezu ideal!
Ein weiteres, ähnliches Produkt erhält man zu einem geringfügig höheren Preis auf der selben Webseite von einem anderen Hersteller: Eine u.a. in Branntweinessig und Zwiebeln eingelegte Gurke im Glas Rabe to Go. Auch diese Gurke ist picknickgeeignet; dagegen spräche höchstens das wenig bruchfeste Glas.

Samstag, 20. Oktober 2018

Cadaqués / Costa Brava


Man sollte meinen, dass die spanische Mittelmeerküste vom Massentourismus überlaufen ist. Dennoch konnten sich ein paar wenige Orte ihre Ursprünglichkeit bewahren. Einer davon ist Cadaqués, ein ehemaliges Fischerdorf das in den 1950er Jahren ein Anziehungspunkt für zahlreiche Künstler war, nachdem sich der Maler Salvador Dalí im unmittelbaren Nachbarort Portilligat niedergelassen hatte. Bedeutendstes Bauwerk ist die gotische Kirche Santa Maria. Im Sommer werden regelmäßig Freiluftkinos und Konzerte organisiert. In der übrigen Zeit wird der Ort jedoch eher wenig besucht. Bemerkenswert ist vor allem die von Hochhäusern und Neubauten unzerstörte Silhouette des Ortes. Daher gilt Cadaqués auch als eines der schönsten Dörfer Kataloniens.
Cadaqués liegt recht abgelegen auf einer bergigen Halbinsel am Meer. Die nächste Bahnstation ist im etwa 30km entfernten Vilajuïga (Bahnstrecke Portbou - Barcelona). Ab dort verkehrt die örtliche Buslinie 12 nach Cadaqués. Es gibt eine saisonale Fernbusverbindung von DeinBus.de ab Freiburg im Breisgau nach Figueres, wo man in den Regionalzug nach Vilajuïga umsteigt. Eurolines bietet eine weitere Fernbusverbindung von Karlsruhe nach Figueres.

Freitag, 19. Oktober 2018

Thermen & Badewelt Euskirchen

Seit Ende 2015 hat das Tropenbad „Thermen und Badewelt“ in Euskirchen geöffnet (badewelt-euskirchen.de). Das Besondere: Zu den 500 Palmen und tropischen Temperaturen haben nur über 16jährige Zutritt (ausgenommen an Familientagen und Kinder unter 3 Jahren). Wer sich die Reise in die Tropen (und die dabei üblichen Darmprobleme) ersparen möchte, hat hier eine ernstzunehmende Alternative. Das Tropenbad verfügt außerdem über ein Restaurant und ein Geschäft für Badeartikel.
Weiterhin besuchenswert ist in Euskirchen Spork’s Haarmanufaktur (friseur-euskirchen.de) in der alten Tuch­fabrik, etwa 2.5km westlich des Bahnhofs (Bus 808, 810). Die Nassrasur kostet dort € 25.
Ausflug: Ca. 15km südlich von Euskirchen befindet sich der Kneippkurort Bad Münstereifel mit seinem Designer Outlet Center (mit Bus oder Bahn ca. 30min.; cityoutletbadmuenstereifel.com).
Anreise: Euskirchen liegt an der Eifelhauptbahnstrecke Köln - Trier mit einem Abzweig nach
          Bonn. Regionalbahnzüge fahren von Köln (DB Lounge am Hbf.), Bonn oder Trier nach Euskirchen. Weiterhin gibt es eine Flixbuslinie von/nach Berlin. Den Hermes-Reisegepäckversand übernehmen Kremer Laden, Hochstr. 56 oder die JET Station Khalil, Kölnerstr. 145. Mit dem Auto geht es über die A1 oder die A61 (beschildert).

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Kurzbesuch im Varieté in Hamburg

Das Hamburger Hansa Theater am Steindamm ist das letzte traditionsreiche Varieté-Theater im deutschsprachigen Raum (www.hansa-theater.de). Seit der letzten Renovierung im Jahre 1953 hat sich wenig verändert, sodass der Gast sich in einem plüschigen 50er-Jahre Ambiente wiederfindet. Zum Speisen wird u.a. der sog. Theaterteller offeriert, die Bedienungen tragen Schürze und Häub­chen und die Tischklingeln für die Kellner sind mittlerweile zum Kult avanciert. Gespielt wird nur in der Wintersaison, geboten werden u.a. Artisten, Komiker, Puppenspieler, Zauberer, eine Live-Kapelle und natürlich ein Moderator. Die Abendvorstellungen beginnen zwischen 19 Uhr und 20 Uhr und dauern etwa zweieinhalb Stunden. An einigen Tagen finden auch Nachmittagsvorstellun­gen statt, die um 15 Uhr oder 16 Uhr anfangen.
Wer mit einem Nachtzug nach Hamburg reist, morgens ankommt und den Tag über Zeit hat, könnte von den reichlich vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten der Stadt Gebrauch machen. Insbesondere gilt das für Harald Lubner (Große Bleichen 23; u.a. Herrenpflegeprodukte von D.R. Harris; harald-lubner.de), das Alsterhaus (Jungfernstieg 16-20, mit Boutiquen von Montblanc, Caviarhouse & Prunier, Artisan de la Truffe und Fortnum & Mason), Hermès (Neuer Wall 40) und Manufactum (Fischertwiete 2). Nassrasuren erhält man in Meinecke's Barbershop (Europa Passage, 2. OG, Ballindamm 40; barbershop-hamburg.de), im Herrensalon eric:barbier (Ballindamm 36; eric-barbier.de) und im Salone Il Barbiere (ABC-Strasse 4 – 8; il-barbiere.de).
Interessante, für einen Kurzbesuch geeignete Sehenswürdigkeiten wären u.a. das „Panoptikum – Das Wachsfigurenkabinett“ (www.panoptikum.de) die U-Bahnstation Hafencity (interessante Beleuchtung) und Sonntags auch der Fischmarkt.
Zur Übernachtung in Hamburg bietet sich vor allem das Generator-Hostel am Steintorplatz an (generatorhostels.com), welches sich beinahe auf halbem Weg zwischen dem Hauptbahnhof und dem Theater am Steindamm befindet. Es wäre jedoch auch möglich, sich die Übernachtungskosten zu sparen und die Elbmetropole noch am selben Abend mit einem Nachtzug wieder zu verlassen. Vom Theater zum Hamburger Hauptbahnhof sind es ungefähr 300 Meter Fußweg.
Endet die Abendvorstellung gegen 22 Uhr, dann könnte man noch den Nachtzug nach Frankfurt/M. erreichen (via Münster, Dortmund, Köln, Mainz), der den Hamburger Hauptbahnhof gegen 22:46 Uhr verlässt (Frankfurt/M. an 07:02 Uhr).
Wer eine Nachmittagsvorstellung besucht hat die etwa gegen 18:30 Uhr beendet wird, erreicht die Nachtzüge nach Basel (Hamburg Hbf. ab 19:46 Uhr, Basel an 06:22 Uhr), Lörrach (Flixtrain, Hamburg Hbf. ab 20:08 Uhr, Lörrach an 08:30 Uhr), Innsbruck und Wien (Hamburg Hbf. ab 20:29 Uhr, Innsbruck an 09:14 Uhr / Wien an 08:19 Uhr) und Zürich (Hamburg Hbf. ab 21:01 Uhr, Zürich an 09:05 Uhr).
Weiterhin bietet Flixbus diverse Nachtbusverbindungen ab Hamburg ZOB (neben dem Hbf.) an.


Montag, 15. Oktober 2018

Tellaro am Golf von La Spezia

Es soll einer der schönsten Orte Italiens sein, das 1200-Seelen-Dorf am Golf von La Spezia. Nur über eine einzige Straße erreichbar, liegt das Dorf weit abseits der üblichen Touristenrouten. Bekannt ist Tellaro - wenn überhaupt - für seine etwas merkwürdigen Festivitäten. So wird am zweiten Sonntag im August die Sagra del Polpo (Krakenfestival) gefeiert. Die Legende besagt, dass einst eine Riesenkrake aus dem Meer die Bewohner vor einem Piratenangriff gewarnt haben soll. Und die Weihnachtsfeier wird gewöhnlich unter Wasser zelebriert: Dazu deponiert eine Gruppe von Tauchern eine Statue des Jesuskindes unter Wasser. In der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag wird dann vor einer Kulisse von über 8000 Kerzen das Christuskind von der Tauchergruppe aus dem Meer geborgen. Dass der Massentourismus am Dorf vorbei geht, liegt wohl auch daran, dass es an der Steilküste keine Sandstrände gibt und auch sonst nur wenige Stellen, wo man im Wasser baden könnte. Sehenswert ist im Ort die Kirche San Giorgio. Tellaro ist mit dem Bus aus dem Nachbarort Lerici erreichbar. Dorthin gelangt man mit einem anderen Bus vom Bahnhof La Spezia aus (atcesercizio.it).

Samstag, 13. Oktober 2018

Overtourism in Paris

Die französische Hauptstadt gehört zu den am meisten besuchten Orten der Welt und leidet daher auch unter dem bekannten Problem des Overtourism. Wer sich dennoch in den Hexenkessel Paris hinein wagen will, sollte seinen Aufenthalt sorgfältig vorbereiten. Dazu gehört, dass man weiß, wie man sich von der Besuchermasse abgrenzen und für den Besuch der klassischen Sehenswürdig­keiten Zeitfenster nutzen kann, in denen der übliche Tourist nicht am Zuge ist. Ein wichtiges Hilfs­mittel ist die Webseite help-tourists-in-paris.com, über die man u.a. auch Eintrittskarten und Metro­fahrkarten bestellen kann. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dürften wohl der Eiffelturm, der Louvre und die beiden Kirchen Sacré-Cœur und Notre-Dame sein. Deshalb sind diese besonders überlaufen.

Eiffelturm
Mit 25.000 Besuchern täglich ist er wahrscheinlich die meistbesuchte Pariser Attraktion. Man kann u.a. über die o.g. Webseite oder über die Webseite des Eiffelturms toureiffel.paris/de sog. skip-the-line-tickets erwerben, die einem das Warten in der Schlange vor den Kassen ersparen. Man braucht für den Zutritt zu jeder der drei Ebenen eine eigene Eintrittskarte bzw. man kauft eine Karte für mehrere Ebenen. Wer nur eine Karte für die unterste Ebene (ca. 58m) hat und sich dann erst überlegt ganz nach oben zu wollen, muss sich u.U. erst wieder unten am Eingang in die Warteschlange stellen. Die beste Besuchszeit ist natürlich die Nebensaison (Juli und August unbedingt vermeiden). Im Winter ist die unterste Ebene vor allem an Wochentagen kurz vor Sonnenuntergang zu empfehlen.

Louvre
Das bekannte Museum mit der Mona Lisa (Raum 711) kann in den Wintermonaten von Oktober bis März an jedem ersten Sonntag im Monat kostenlos besucht werden. Das erspart einem nicht nur das Eintrittsgeld, sondern auch das Warten an der Kasse. An den anderen Tagen kann man auch für den Louvre skip-the-line-tickets kaufen (louvre.fr). Mittwochs und Freitags schließt der Louvre erst um 21:45 Uhr, sodass man seinen Besuch dort auch erst spätabends machen könnte. Ansonsten ist um die Mittagszeit herum meist wenig Betrieb. An den Eingängen Porte des Lions und Galerie du Carrousel ist die Warteschlange in der Regel kurz.

Sacré-Cœur
Die Kirche auf dem höchsten Punkt des Montmartre (ca. 130 M.ü.M.) im 18. Arrondissement ist täglich von 06:00 Uhr bis 23:30 Uhr geöffnet. Man könnte seinen Besuch also auf den Abend legen. Der Eintritt ist frei. Wer allerdings die Kuppel besteigen will (300 Stufen) - und die Aussicht ist es zugegebenermaßen wert - der sollte früher kommen, denn die Kuppel schließt im Sommer um 19:00 Uhr und im Winter um 18:00 Uhr. Der Besuch der Kuppel und der Krypta kostet €8. Wer nur die Kuppel ersteigt, zahlt €6.

Notre-Dame
Die Kathedrale im Herzen der Stadt kann kostenlos besichtigt werden. Lediglich des Besteigen des Turms kostet €10 (387 Stufen), der Besuch der Schatzkammer €4. Früh morgens sind meist weniger Besucher unterwegs, als in späteren Stunden und im Winter ist es ruhiger als im Sommer. Dennoch sollte man mit etwa einer Stunde Wartezeit kalkulieren. Wer eine Führung wünscht, kann diese an Freitagen und Samstagen um 14:00 Uhr sogar auf Deutsch bekommen. Besitzer eines iPhone können über die JeFile App Reservierungen vornehmen. In die Kathedrale dürfen keine Gepäck­stücke mitgenommen werden!

Wer übrigens seine Metrofahrkarte an einem Automaten kaufen will, sollte sich dabei auf gar keinen Fall von Fremden helfen lassen, auch dann nicht, wenn sie aussehen wie Mitarbeiter der Verkehrs­betriebe. Meistens handelt es sich dabei um Betrugsversuche. Im Zweifelsfall die Fahrkarte lieber am Schalter kaufen. Nett zu lesen ist überdies ein Paris-Artikel im Blick am Abend

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Llafranc / Costa Brava

An der spanischen Mittelmeerküste einen Ort zu finden der nicht mit Hotelhochhäusern zugebaut ist, stellt eine besondere Herausforderung dar. Eine der wenigen Ortschaften ist Llafranc, 40km östlich von Girona und 60km südlich von Figueres gelegen. Der Ortskern liegt an einer 330 Meter langen und 40 Meter breiten, von Felsenküste und Tamariskenbäumen umrahmten Sandbucht. Außerhalb der Feriensaison und innerhalb der Woche wird der Strand nur wenig besucht. Die Küste ist ein beliebtes Tauch- und Segelrevier, auch wenn die Winde an der Costa Brava als schwierig gelten. Entlang der Küste existieren zahlreiche Aussichtspunkte mit Blick auf das Mittelmeer. Sehenswert ist auch der am Südende der Bucht gelegene botanische Garten von Cap Roig (visitpalafrugell.cat).
Die Anreise erfolgt mit der Bahn bis Flaçà (renfe.es) und von dort mit dem Bus der Sarfa (sarfa.com) nach Llafranc. Es gibt eine saisonale Fernbusverbindung von DeinBus.de ab Freiburg im Breisgau nach Figueres oder Girona, wo man in den Regionalzug nach Flaçà umsteigt. Eurolines bietet eine weitere Fernbusverbindung von Karlsruhe nach Figueres. Wer mit dem Flugzeug über Barcelona anreist, kann von dort mit dem Bus nach Palafrugell fahren.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Speisen wie unter dem Meer


Meeresaquarien gibt es in Mitteleuropa erstaunlich häufig. In den meisten kann man Räum­lich­keiten für Veranstaltungen mit direktem Blick in die Tiefsee mieten. Bekannt ist vor allem Sealife (visitsealife.com), wo man vom Kindergeburtstag bis zum Sektempfang so ziem­lich alles organisieren kann. In einigen Filialen sind auch private Diners möglich, wie z.B. in Kö­nigswinter. Dort gibt es ein exklusives Diner unter Wasser für Zwei mit einem 3-Gän­ge-Me­nü in Deutschlands ein­zi­gem 360° Unterwassertunnel. Und in der Sealife-Nie­derlassung beim schottischen Loch Lomond kann man so­gar über­nachten. Aber auch an­de­re Anbieter haben einiges im Programm. Am interes­san­te­sten sind die nachfolgenden Mög­lich­keiten.

Neuwied
Es ist fast schon zu bekannt, aber dennoch einen Besuch wert: Das größte Unter­wasser­restau­rant Europas, das La Mer in Neuwied (restaurant-lamer.de). Zwar sind die Preise so gesalzen wie das Meerwasser, aber dafür speist man halt in dem ein­­ma­li­gen Ambiente eines Tiefsee-Aquariums. Seltsamerweise aber bietet die Speisekarte über­­­ra­schend wenig Auswahl; wahrscheinlich, weil die Fische für das Aquarium gebraucht wer­den. Wer einen Platz mit direktem Blick auf die Tiefseebewohner haben möchte, sollte un­bedingt frühzeitig reservieren.

Hull
Eine der Hauptattraktionen in der britischen Hafenstadt Hull ist das Meeresaquarium The Deep (thedeep.co.uk). Teil des Komplexes ist das Two Rivers Restaurant, welches einen di­rekten Einblick in das Leben der Tiefseebewohner ermöglicht. Beliebt sind die diversen Ar­ran­gements, z.B. das Drei-Gänge-Menü am Donnerstagabend für £19.95 oder das private Di­ner für Zwei nach Geschäftsschluss zum Preis von £165 (Zwei-Gänge-Menü, eigener Kell­ner, je eine Flasche Cava/Prosecco und Mineralwasser, Kaffee/Tee nach dem Essen). Um früh­­zeitige Reservierung wird gebeten. Hull erreicht man am Besten mit der Fähre ab Zee­brüg­ge oder Rotterdam.

Montag, 8. Oktober 2018

Das Duftmuseum in Köln

Snob-Besucher der Domstadt haben es schwer dort etwas interessantes zu finden. Immerhin könnte man aber dem Duftmuseum von Farina und damit der Geburtsstätte des Eau de Cologne einen Besuch abstatten. Es war der italienischstämmige Parfümeur Johann Maria Farina, der in der Zeit des Rokoko im Jahre 1708 das duftende Wässerchen schuf und damit die Stadt Köln als Duftmetropole etablierte. In seiner ehemaligen Wirkungsstätte im Keller des Hauses Obenmarspforten 21 befindet sich noch heute ein Zedernholzfass aus den Anfangszeiten der Firma. Weiterhin hat man den Nachbau einer Destille aufgestellt, wie sie von Johann Maria Farina damals benutzt wurde. Um in das Museum zu gelangen, sollte man vorab eine Eintrittskarte auf der Webseite farina.org (ab €5) erwerben. Man kann auch eine private Führung buchen.

Samstag, 6. Oktober 2018

Sylt

Die nördlichste Insel Deutschlands ist vor allem als Schickimicki-Destination für Neureiche be­kannt. Dennoch findet dort auch ein Snob ein paar wenige, interessante Dinge. Allem voran sind Austern etwas, wofür sich Snobs gewöhnlich begeistern können, auch wenn sich in diesem The­menbereich die Parvenüs natürlich besonders gerne tummeln. Ein Besuch in der Lister Austernstube gehört dennoch zum Pflichtprogramm (sylter-royal.de). Inselweit gibt es vier Golfplätze, diverse Luxusboutiquen u.a. von Louis Vuitton, Gucci und Hermès in Kampen und ein Delikatessen­geschäft von Johannes King in Keitum (johannesking.de). Einen Besuch wert ist auch der Fisch Kiosk Matthiesen in Hörnum. Wer lieber picknicken möchte, kann sich hier einen Picknickkorb zusammenstellen lassen.
Ob man in Sylt unbedingt an den Strand gehen sollte, ist Ansichtssache. Der Zugang zum Strand ist in allen Orten gebührenpflichtig und die Kurabgabe liegt in den Sommermonaten zwischen €2.50 und €3.50. Sinn macht ein Strandbesuch ohnehin nur im Hochsommer, wenn man baden kann. Stattdessen könnte man im Syltness Center eine Thalassokur machen (syltnesscenter.de). Und wer als Tagesbesucher nicht an den Strand geht, zahlt i.d.R. keine Kurabgabe.
Was die Unterkünfte betrifft, herrscht in Sylt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, d.h. Unterkünfte im Süden der Insel sind gewöhnlich etwas preiswerter als im Norden. Teuer ist natürlich vor allem Kampen, aber wirklich preisgünstig ist es auf Sylt nirgends. Man könnte folglich auf dem Festland wohnen und mit der Bahn auf die Insel pendeln. Die Südspitze Hörnum ist saisonal auch sehr gut mit dem Fahrgastschiff ab Nordstrand zwei Mal täglich erreichbar (adler-schiffe.de). In den Insel­norden gelangt man das ganze Jahr über mit der Fähre ab Havneby/Rømø (syltfaehre.de; ca. 40min., derzeit €11.50 retour, Restaurant und Bordshop; es gibt pfandfreie Getränke, skandinavische Süß­waren und pro Person eine Schachtel zollfreie Zigaretten für € 3.90); übrigens auch sehr gut als Ausflug ab List geeignet.

Freitag, 5. Oktober 2018

Beginn der Polarlichtsaison


Statistisch gesehen treten die meisten Polarlichter von Oktober bis Mitte Dezember auf, dann schwächt sich die Häufigkeit im Januar ab und steigt Ende Februar wieder an. Die Saison endet gewöhnlich im April. Ein besonders günstiger Standort für die Sichtung der Lichterscheinungen ist Lappland. Im schwedischen Teil Lapplands ist vor allem das Treehotel, etwa 2 Kilometer von Harads, ein recht beliebter Beobachtungsstandort (treehotel.se). Im finnischen Teil Lapplands wäre das Kakslauttanen Arctic Resort eine gute Wahl (kakslauttanen.fi). Für beide Destinationen gilt, dass man wegen der hohen Preise vor Ort ein paar Flaschen Schaum­wein von Zu­hause mitbringen sollte!

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Museen für mechanische Kunstwerke

Eine Musikdose (auch Spieldose oder Spieluhr genannt) ist unzweifelhaft ein Gegenstand der den Besitzer als kultivierten Menschen ausweist (natürlich nur insofern es sich nicht um eines dieser albernen Kitschobjekte aus irgendeinem Souvenirladen handelt). Die im Jahre 1796 vom Genfer Uhrmacher Antoine Favre erfundene, melodiespielende Mechanik war damals ein kleines Wunder­werk. Heute gibt es zwar bessere Methoden um Musik zu speichern, aber der Reiz der kleinen, farb- und intarsienverzierten Holzkistchen ist geblieben. In Mitteleuropa findet man erstaunlich viele Museen, die sich dem Erhalt mechanischer Kunstwerke verschrieben haben, von der Musikdose bis zur Karussellorgel. Eine Auflistung der Wichtigsten findet sich auf der Webseite der Drehorgel­freunde Berlin unter internationale-drehorgelfreunde-berlin.de/museen-sammlungen/index.html. Sehenswert sind sie alle, aber zwei Ausstellungen die sich ausnehmend den Musikdosen widmen seien dem Snob besonders zum Besuch empfohlen.
Hauptstadt der Musikdosen ist bis heute Sainte-Croix in der Westschweiz, unweit von Yverdon-les-Bains am Neuenburger See (einem sehenswerten Kurort mit Belle-Epoque-Atmosphäre). Vor allem das Museum für mechanische Kunstwerke Centre International de la Mécanique d'Art beherbergt eine große Zahl an interessanten Exponaten. Der Eintritt liegt derzeit bei SFr. 14, geöffnet hat das Museum in den Sommermonaten täglich außer Montags mit mehreren Führungen; im Winter nur nachmittags. Einzelheiten findet man auf der Webseite musees.ch. Weiterhin gibt es eine Museumsboutique, eine Boutique des Musikdosenherstellers Reuge und einen Tea Room.
Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett (siegfrieds-musikkabinett.de) im Brömserhof in Rüdesheim am Rhein (ruedesheim.de) besitzt etwa 350 selbstspielende Musikinstrumente aus drei Jahrhunderten. Geöffnet ist von März bis Dezember täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr (im Winter auf Anfrage). Der Eintrittspreis liegt bei € 7. Im Museumsladen kann man u.a. Musikdosen erwerben, allerdings wird dort auch sehr viel Kitsch angeboten.

Montag, 1. Oktober 2018

Iphofen in Unterfranken

Am Fuße des von Weinbergen durchzogenen und mit einer bewaldeten Kuppe versehenen Schwan­berges (474m) und etwa 10km vom Mainufer gelegen, ist die mittelalterliche Stadt in Unterfranken mit ihren ca. 5000 Einwohnern vor allem als Weinort bekannt (iphofen.de). Es wird gesagt, der emeritierte Papst Benedikt XVI. soll sich von hier seinen Wein liefern lassen. Hauptattraktion des Ortes ist – neben dem Wein - die weitgehend unveränderte, mittelalterliche Altstadt mit einer voll­ständig erhaltenen Stadtmauer. Einen Besuch wert sind überdies das evangelische Frauenkloster auf dem Schwanberg (schwanberg.de) und das Solebad im Nachbarort Kitzingen (ca. 6km; aquasole.de). Preiswert speisen kann man an Peter's Imbiss im Gewerbegebiet Alte Reichsstraße, südlich des Bahnhofes Iphofen.
Die Stadt Iphofen liegt an der Bahnlinie Würzburg – Nürnberg (vvm-info.de). Im Ort gibt es zwei Hermes-Paketshops. Für Autoreisende: Iphofen befindet sich südöstlich des AK Biebelried (A3+A7) bei Kitzingen an der B8.

Sonntag, 30. September 2018

Ideal im Herbst: Thermalkur in Herne

Die Stadt im Emschertal am Rhein-Herne-Kanal besitzt mit der „LAGO –Die Therme“ im Gysenberg Park eine der stärksten Solequellen in Deutschland mit einem Salzgehalt von bis zu 7% (gysenberg.de). Warum also nicht einmal ein (verlängertes) Kur-Wochenende im Ruhrgebiet verbringen? Weitere mögliche Programmpunkte wären ein Theaterbesuch im Kleinen Theater Herne (theater-herne.de) oder ein Konzert der Herner Symphoniker (hernersymphoniker.de) oder des Salonensemble Cantabile (salonensemble.de). Wer abends nicht ins Theater oder Konzert gehen möchte, könnte auch eine romantische Mondscheinschiffstour auf dem Rhein-Herne-Kanal erwägen (rent-a-guide.de/frame/tour/6473). Für tagsüber bieten sich an: Eine Straßenbahnfahrt mit der Linie 306 durch Wanne-Eickel nach Bochum (ev. zurück nach Herne Hbf. mit U35; Einkaufstipp: Butlers in Bochum, Kortumstraße 93 verkauft metallene Pommesgabeln), ein Besuch der ehemaligen Abraumhalde Hoheward, die bei schönem Wetter auch zum Picknicken geeignet ist (landschaftspark-hoheward.de), und auf jeden Fall die Besichtigung der Bahnhofsgaststätte von Wanne-Eickel Hbf., in welcher der Schauspieler Heinz Rühmann als Kind (vor 1913) seine ersten Auftritte gehabt hat. Zum Speisen begebe man sich an eine der zahlreichen, im Revier üblichen Pommesbuden.

Samstag, 29. September 2018

Die Ruinen von Poggioreale und Gibellina

Wer nach Besuchen in Charleroi und Lüttich immer noch Lust auf Verfallenes hat, könnte den Ruinen des Ortes Poggioreale auf Sizilien einen Besuch abstatten, die sich etwa 80km südwestlich von Palermo befinden. Der heutige, einige Kilometer weiter südlich gelegene Ort mit seinen ca. 1500 Einwohnern stammt aus den 1970er Jahren, nachdem der alte Ort, unterhalb des Monte Castellazzo, 1968 bei einem Erdbeben zerstört wurde. Die Geisterstadt ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Erreicht wird sie mit dem Automobil vom heutigen Ort aus über die SP27. Ins heutige Poggioreale gelangt man ab Palermo über die SS624.
Nicht weit von Poggioreale befindet sich die Ortschaft Gibellina, die ebenfalls durch das Erdbeben von 1968 zerstört und an anderer Stelle neu erbaut wurde. Die Ruinen des alten Ortes (120.000 Quadratmeter) sind unter einer 1,5 Meter dicken Schicht aus weißem Beton begraben. Lediglich die Straßen sind für Besucher begehbar. Es handelt sich dabei um den Cretto di Burri, ein Werk des Künstlers Alberto Burri: Die Verwandlung der Trümmer in ein Kunstwerk als angemessenes Denkmal für jene, die ihr Leben verloren hatten, und gleichzeitig als künstlerische Verbindung zwischen der alten und der neuen Stadt. Der Cretto di Burri liegt direkt zwischen der SS119 und der SP5.

Donnerstag, 27. September 2018

Postindustrielle Tristesse: Lüttich

Wer sich dem Reiz postindustriellen Siechtums nicht entziehen kann, sollte neben Charleroi auch Lüttich (franz. Liège, niederl. Luik) besuchen. Die Stadt an der Maas besitzt einen gewaltigen Binnenhafen am Fluss (ca. 50km lang) und wer am Flussufer entlang flaniert, bewegt sich zwischen gewaltigen Schubverbänden und den das Ufer säumenden Plattenbauten à la DDR. Vor allem die halben Schiffswracks am Quai de la Dérivation bleiben in Erinnerung. Da Lüttich im engen Maas­tal über eine weite Strecke an Hängen und Hügeln entlanggebaut wurde, gibt es bedeutende Treppen und allerlei barockes Bauwerk zwischen brüchigem Beton.
Eine in Lüttich übliche Gewohnheit ist das öffentliche Urinieren, sodass an manchen Tagen ein markanter Geruch durch die maroden Straßen weht, der sich hier und da mit dem Duft der maghrebinischen Metzgereien vermischt. In jedem Reiseführer erwähnte Sehenswürdigkeiten, wie die Kathedrale, der neue Bahnhof Guillemins oder die Mon­tagne de Bueren (eine Treppe die von der Stadt zur Zitadelle Buerenberg führt), treten dabei in den Hintergrund und auch die zahlreichen (teils neu eingerichteten) Museen können das Image der Stadt kaum retten.
Das Viertel Outremeuse, zwischen dem rechten Maasufer und einem Seitenkanal der Maas eine Insel bildend, ist eher flach und einfach. Dort befinden sich die beiden (angeblich) belebtesten Straßen der Stadt, die Rue Puits-en-Sock und die Rue Surlet, sowie der Parc de la Boverie, der ebenfalls Anzeichen des Verfalls demonstriert. Auch hinter dem Kanal sind die Straßen genauso löchrig wie auf der anderen Flußseite und alte Bürgerhäuser wechseln sich ab mit Industriebrachen und das Araberviertel mit Klein-Vietnam.
Weithin bekannt sind die Lütticher Waffeln aus dickem, zuckersüßem und buttertriefendem Hefe­teig; eines der wenigen Produkte (neben Jupiler Bier), das nach dem Niedergang von Kohle und Stahl noch in der Stadt hergestellt wird. Man sollte sie unbedingt probieren, ebenso wie belgische Pommes Frites (beste Friterie soll die Friterie du Perron in der Rue de Bex sein). Einen Blick wert sind auch die spelunkenartigen Bistros am Bahnhofsplatz – sowas sieht man heutzutage kaum noch! Erstaun­licherweise bietet Lüttich aber sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, u.a. für Süßwaren, Kaffee, Tee, Bücher, Wein und Käse.

Mittwoch, 26. September 2018

Das faltbare Käsemesser von Martinez Albainox

Der spanische Schneidwarenhersteller Martinez Albainox ist außerhalb Spaniens nur wenigen bekannt. Dabei sind die Messer von guter Qualität. Für den picknickliebenden Snob ist vor allem das faltbare Käsemesser Nr. 19300, mit Holzgriff und 9cm Edelstahlklinge, interessant. Das Messer ist u.a. bei Amazon erhältlich.

Dienstag, 25. September 2018

Flaschentransportkoffer

Wer nach Skandinavien reist, wird mit einem recht lästigen Problem konfrontiert: Dem der hohen Schaumweinpreise und des eingeschränkten Angebotes. Schaumwein ist in Skandinavien fast ausschließlich in staatlichen Läden erhältlich (nur Dänemark macht da eine Ausnahme) und die Preise sind staatlich festgesetzt und bis zu dreimal so hoch wie in anderen Ländern. Außerdem ist das Angebot nur auf wenige Marken beschränkt. Dem Snob bleibt da nichts anders übrig, als seinen eigenen Schaumwein mitzubringen. Zu diesem Zweck gibt es im Fachhandel Transportkoffer für Flaschen.
Die Königsklasse der derzeit erhältlichen Flaschenkoffer stellt der 12-Flaschen-Weinkoffer von Fohringer dar. Leider ist auch der Preis königlich. Ähnliche Modelle findet man bei VinGardeValise®, wo es seit 2016 eine eigene Kofferserie für den Flaschentransport gibt. Wer jedoch nicht sehr oft nach Skandinavien reist und daher nicht viel Geld für einen Flaschenkoffer anlegen möchte, der könnte sein Glück mit dem Karton-Koffer „Amarant“ für drei Flaschen von Uborn versuchen. Dieser ist für unter sechs Euro erhältlich (plus Versand).

Montag, 24. September 2018

Beginn der Hummersaison in Schweden

Die Hummersaison an der Westküste Schwedens beginnt alljährlich am vorletzten Montag im September bzw. am ersten Montag nach dem 20. September um 7.00 Uhr, dem so genannten Hummerpremierentag (dieser ist heute). Der erste Hummer ist natürlich immer am teuersten, aber im Laufe der Saison, die bis Mitte April dauert, sinken die Preise auf umgerechnet etwa € 30 pro Kilogramm. Genossen werden kann der schwedische Hummer in zahlreichen Restaurants entlang der Küste von Göteborg bis zur norwegischen Grenze. In Göteborg selbst gibt es einen Ort, an welchem man Hummer zu einigermaßen erschwinglichen Preisen erwerben kann: Die Feskekörka (Fischkirche; feskekörka.se). Unweit des Kanals der die Innenstadt umgibt liegt der Fischmarkt in der Rosenlundsgatan in einem einer Kirche ähnlichen Gebäude (Strab-H. Hagakyrkan, ca. 350m). Dort gibt es Fisch- und Schalentierstände, Restaurants und Take Aways. Neben dem Westküsten-Hummer werden auch Garnelen, Austern, Muscheln und Krebse feilgeboten. Den zum Hummer passenden Schaumwein sollte man wegen der hohen Spirituosenpreise in Schweden aber besser von zu Hause mitbringen.
Wer keine Meeresfrüchte mag, wird sicher etwas passendes in der Stora Saluhallen am Kungstorget finden (ca. 850m von der Feskekörka, Strab-H. Kungsportsplatsen, ca. 160m). In Göteborgs größter Markthalle aus dem Jahr 1889 mit ihren mehr als 40 Ständen und Restaurants wird vornehmlich schwedische Hausmannskost geboten.
Ein Ausflug nach Göteborg lässt sich ab Kiel sehr gut als Mini-Kreuzfahrt organisieren. Die Anreise nach Göteborg erfolgt mit der Fähre Kiel – Göteborg, Kiel ab 18:45 Uhr, Göteborg an 09:15 Uhr am nächsten Tag. Die Fähre für die Rückreise nach Kiel verlässt Göteborg um 18:45 Uhr und erreicht die Ostseestadt am nächsten Morgen um 09:15 Uhr (stenaline.de). Der Göteborger Fähranleger liegt an der Elof Lindälvs gata. Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist Jaegerdorffsplatsen, ca. 5 min. vom Terminal entfernt (beschildert). Sowohl die Feskekörka als auch die Stora Saluhallen sind von der Haltestelle Jaegerdorffsplatsen aus mit den Linien 1,3,5,6,9,10 zu erreichen. In den Straßen­bahnen befinden sich Automaten, an denen mit Münzen oder Kreditkarte bezahlt werden kann. Außerdem kann ein Mobiltelefon benutzt werden, um Fahrkarten zu kaufen. Passendes Reise­mitbringsel: Seife und Pflegeprodukte des schwedischen Hoflieferanten Victoria of Sweden (victoriasoap.se).

Esstechnik (ein Snob kennt sie selbstverständlich - alle anderen sollten jetzt weiterlesen): Schützen Sie sich mit einer Hummerserviette vor Spritzern. Als Werkzeug brauchen Sie eine Hummerzange, eine Hummergabel, einen Abfallteller und eine Fingerschale. Nehmen Sie das Schalentier in die Hand und drehen sie mit der anderen Hand den Schwanz ab. Das leckere Fleisch steckt in den Beinen, den Scheren und dem Schwanz. Den Körper entsorgen Sie auf dem Abfall­teller. Knacken Sie die Scheren mit der Hummerzange und ziehen Sie das Fleisch mit der Hummer­gabel heraus. Halten Sie die Hummergabel dazu in der einen Hand, die Hummerteile in der anderen. Der Griff der Gabel ist löffelartig, so können Sie das Fleisch aus der Schale kratzen. Die kleinen Teile der Scheren können sie einfach mit der Hand öffnen. Drehen Sie auch die Greifer ab und entfernen Sie das Fleisch mit der Gabel. Brechen Sie dann die Beine an den Gelenken. Hierfür können Sie getrost Ihre Finger benutzen. Das Fleisch lässt sich mit der Hummergabel ganz einfach entfernen, es ist aber auch gestattet, das Bein auszusaugen. Den Hummerschwanz isst man allerdings nicht aus der Hand. Hierfür werden ganz klassisch Messer und Gabel verwendet.

Samstag, 22. September 2018

Der nahende Herbst

Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um prachtvolle Barockschlösser und andere Barockbauwerke zu besichtigen (z.B. das wenig bekannte Schloss Bruchsal) oder in einem herbstlich bunten Weinberg oder einem ebenso herbstlich bunten Wald zu flanieren. Auch wäre eine Wanderung im jahreszeitlich buntgefärbten Bayerischen Wald (Großer Arber) sehr angenehm oder ein Spaziergang in einem ebensolchen (Stadt-) Park. 
Die Herbstabende verbringt man am besten in einem mit Jagdtrophäen geschmückten Kamin­zimmer eines noblen Herrenhauses oder in einem halbverfallenen Schloss mit Blick aufs Wasser, bei einer Tasse Tee und einem Haselnusslikör. Wer möchte, kann die Atmosphäre mit einer Duftkerze verfeinern: Bei maennerkerzen.de gibt es jetzt die neue Duftnote "Rum". Als persönliches Duftwasser trägt man „Alt-Innsbruck“; einen besseren Herbstduft gibt es nirgends. Zur Lektüre empfehlen sich Biographien historischer Persönlichkeiten oder Lyrik, insbesondere Sonette von William Shakespeare. Chansons oder gregorianische Choräle eignen sich zur musikalischen Untermalung. Auch der Besuch einer Vernissage oder einer Dichterlesung wäre jetzt sehr schicklich. 
Der November wäre dann der ideale Monat, um Vorträge, Lesungen und Programmkinos zu besuchen, denn der Herbst ist im November schon so gut wie vorbei, aber für den Wintersport ist es noch zu früh. In den Varietétheatern beginnt im Herbst die winterliche Spielsaison, u.a. am 27.09. in Bensheim (varietepegasus.de) und am 16.10. in Hamburg (hansa-theater.de). Warum also nicht mal wieder ins Varieté gehen? In der Semper Oper premieren diesen Herbst „Moses und Aron“ von Arnold Schönberg, das Ballet „Labyrinth“ und „Ariadne auf Naxos“; ansonsten wären noch Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ oder „Die Zauberflöte“ einen Blick wert (semperoper.de).
Wer verreisen möchte, könnte eine Thermalkur absolvieren oder einen Einkaufstrip nach London, Kopenhagen oder Zürich erwägen (Weihnachtsgeschenke kann man gar nicht früh genug besorgen und Selfridges hat – wie jedes Jahr – schon im August mit dem Weihnachtsverkauf begonnen). Auch ein Kurzbesuch in Paris wäre jetzt passend (trotz des dort herrschenden Kampfes gegen den Terror).

Donnerstag, 20. September 2018

Stippvisite im Louvre

Paris ist bekanntermaßen mit dem Kampf gegen den Terror beschäftigt. Wer es trotzdem wagen will dort hin zu fahren, könnte auch und vor allem dem Louvre einen Besuch abstatten (die Mona Lisa hängt im Raum 711; immer den Menschenmassen folgen), denn von Oktober bis März ist an jedem ersten Sonntag im Monat der Eintritt in den Pariser Louvre (louvre.fr) gratis. Das Centre Georges Pompidou (centrepompidou.fr) - u.a. mit seinem Museum für moderne Kunst - bietet den kosten­freien Zutritt am ersten Sonntag eines Monats sogar das ganze Jahr über. Außerdem könnte man - neben den üblichen Sehenswürdigkeiten (Vorsicht Touristenfallen!) – das legendäre Lebensmittel­departement La Grande Epicerie de Paris, 38 Rue Sèvres (linkes Seineufer) des Warenhauses Le Bon Marché besuchen (lagrandeepicerie.com). Mit über 5000 Produkten aus aller Welt bietet es die größte Feinkostauswahl in Paris. Auch der verwöhnteste Snob sollte dort etwas passendes finden. Das Geschäft hat auch an Sonntagen geöffnet. Und den besten Blick auf den Eiffelturm bietet das Restaurant Monsieur Bleu, 20 Ave. de New York (monsieurbleu.com).
Ein möglicher Reiseplan könnte wie folgt lauten: Mit Eurolines / Deinbus.de von Köln ab Sa. 22:30, Paris an So. 06:00 Uhr. Im Hotel Campanile am Busbf. Gallieni wird ab 06:30 Uhr Frühstück serviert. Wer sich rasieren lassen möchte, sollte den Barbier Nouvel Hair by Emmanuel in der 7 Rue Jourdin aufsuchen (Metro: Jourdin), der 24 Stunden an 7 Tagen die Woche geöffnet hat (Rasur ab €15). Rückfahrt: Paris ab So. 23:00, Köln an Mo. 05:15 Uhr.
Da man sich innerhalb von Paris kaum noch anders fortbewegen kann, muss auch ein Snob notge­drungen die Metro nehmen. Der Louvre hat zwei eigene Metrostationen und das Centre Pompidou liegt nahe bei der Station Rambuteau. Man sollte ein Metro-Tagesticket erwerben.
Wer aus Berlin anreist, könnte den wöchentlich Donnerstags verkehrenden Nachtzug aus Moskau via Berlin nach Paris nehmen, der den Gare de l'Est am Freitag um 09:33 Uhr erreicht. Die Rück­fahrt startet am Freitag Abend um 18:58 Uhr. In Berlin ist man dann am Samstag gegen sieben Uhr morgens. Nachteilig ist, dass der Eintritt in den Louvre oder in das Centre Georges Pompidou an Freitagen kostenpflichtig ist.

Dienstag, 18. September 2018

Beginn der Trüffelsaison

Schon in der Antike wurden Trüffeln gerne gegessen und seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gilt die Trüffel als exklusiver und gehobener Speisepilz. Wichtigster Produzent ist heute Frankreich. Der Trend geht zur Zucht von Trüffeln, da die natürlichen Bestände im Laufe der letzten 200 Jahre erheblich dezimiert worden sind. Die wichtigsten Arten sind die Schwarze Perigord-Trüffel, die Weiße Piemont-Trüffel und die Burgunder-Trüffel; des weiteren werden auch die sog. Sommer- und Wintertrüffeln verzehrt. Eine Portion Trüffeln für zwei Personen (ca. 20–25 Gramm) kostet etwa € 40–60; Sommer-Trüffeln sind in Umbrien frisch ab ca. € 20 Euro pro 100g zu bekommen. Die langfristige Lagerung von Trüffeln (in Gläsern oder Konservendosen) ist nur bei schwarzen Trüffeln möglich, wenn diese gründlich gereinigt und in ein luftdichtes Gefäß gegeben werden, das drei Stunden im Wasserbad sterilisiert wird. Dabei verlieren die Trüffeln jedoch Flüssigkeit und Aroma (Ausnahme: Die Schwarze Trüffel). Die Firma Caviar Tresor bietet eine ganze Schwarze Trüffel im Glas (30g) für € 11.95.
Für Privatkunden ist vor allem der Marché aux truffes d'hiver von Carpentras interessant, der jedes Jahr von Mitte November bis Ende März an Freitagen stattfindet (carpentras.fr). Etwa 10 Stände bieten dort Trüffeln an. Die Anzahl der Marktstände und der Typ der angebotenen Waren schwan­ken jedoch stark mit den Saisonen. In den Sommermonaten findet jeden Freitag der Marché aux truffes d'été in Carpentras statt (nächste Termine vom 10. Mai 2019 bis zum 31. August 2019). Auf diesem Markt sind meist weniger als zehn Trüffel-Stände anzutreffen.
In Italien wird im Oktober an den jeweils hintereinander liegenden Wochenenden immer Samstags und Sonntags in Alba im Palazzo Mostre e Congressi die Trüffelmesse Fiera Internazionale del Tartufo Bianco Alba veranstaltet (fieradeltartufo.org). Auf dieser Messe werden auch weitere regionale Kostbarkeiten wie Wein, Käse, Pasta und Backwaren angeboten. Die Produkte können im Palazzo probiert und verkostet werden, außerdem gibt es eine Show-Cooking-Veranstaltung und Kochwerkstätten. Kaufen kann man Trüffeln dann auch in vielen Geschäften in der Stadt.

Samstag, 15. September 2018

Die Nietzsche-Häuser in Naumburg (Saale) und Sils GR

Nietzsche mag wegen seiner Werke umstritten sein. Eines ist jedoch sicher: Er war ein Snob. Bereits mit 24 Jahren erhielt er nach seinem Studium in Bonn und Leipzig eine Professur in Basel, die er zehn Jahre später aus gesundheitlichen Gründen aufgab. Auf der Suche nach einem für ihn verträglichen Klima bereiste er Südfrankreich, Italien und die Schweiz, aber schon mit 45 holte ihn die Krankheit wieder ein, als er Anfang Januar 1889 in Turin einen geistigen Zusammenbruch erlitt. Nur zwei Jahre zuvor, 1887, hatte er noch innerhalb eines Jahres ganze fünf Bücher geschrieben! Seit 1890 lebte er wieder in Naumburg, zunächst in der Obhut seiner Mutter, dann in der seiner Schwester. Zehn Jahre später raffte ihn die Krankheit endgültig dahin: Der bedeutende Philosoph starb 1900 in Naumburg (Saale) in geistiger Umnachtung. Seinen spät einsetzenden Erfolg hat er nicht mehr erlebt.
Das Nietzsche-Haus (www.mv-naumburg.de/nietzschehaus) in Naumburg an der Saale, Weingarten 18, in welchem der Philosoph den Großteil seiner Jugend und die letzten Jahre seines Lebens ver­bracht hat, war zwischen 1858 und 1897 das Wohnhaus Franziska Nietzsches, die 1850 mit Ihren beiden Kindern Friedrich und Elisabeth nach Naumburg zog, nachdem ihr Mann, der Röckener Pastor Karl Ludwig Nietzsche im Jahr zuvor gestorben war. Auch für Sohn Friedrich blieb das Naumburger Mutterhaus immer ein Lebensmittelpunkt. In einer Dauerausstellung wird sein Leben und Werk dokumentiert, während die in den Ausstellungsräumen aufgestellte Hausbibliothek dem Besucher Gelegenheit gibt sich mit seinem Werk bekannt zu machen. Geöffnet ist das Haus Dienstag bis Freitag 14:00-17:00 Uhr und Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10:00-17:00 Uhr; der Eintritt beträgt €4. Vom Hauptbahnhof kommend, erreicht man das Nietzsche-Haus mit der Straßenbahn (naumburger-strassenbahn.de), Haltestelle Vogelwiese.
Ein weiteres Nietzsche Haus (www.nietzschehaus.ch) existiert im bündnerischen Sils, unweit von St. Moritz. Anfang Juli 1881 kam Friedrich Nietzsche das erste Mal nach Sils, wo er im Hause der Familie Durisch (heutiges Nietzsche-Haus) ein Zimmer im 1. Stock zur Untermiete bewohnte. Von 1883 bis 1888 kehrte er immer wieder hierher zurück. Er hatte hier einen Ort gefunden, der ihm Ruhe und Konzentration ermöglichte, eine Landschaft, die ihm - wie er selbst sagte – „blutsver­wandt“ war. Hier arbeitete er während der sieben Sommeraufenthalte zahlreiche seiner Werke aus. Am Ufer des Silvaplanasees kann überdies der Stein besichtigt werden, der Nietzsche nach eigenen Angaben 1881 zur Grundkonzeption des Zarathustra angeregt haben soll. Am Stein befindet sich eine Gedenktafel.
1960 wurde das bis dahin in Privatbesitz befindliche Haus durch die Stiftung Nietzsche-Haus in Sils erworben, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Haus informiert eine umfangreiche Ausstellung über Leben und Werk des Philosophen. Es gibt auch eine Bibliothek mit etwa 4000 Bänden. Das eigentliche Nietzsche-Zimmer im 1. Stock ist jedoch in seinem schlichten Original­zustand erhalten. Das Museum ist in der Sommersaison (von Mitte Juni bis Mitte Oktober) und in der Wintersaison (von Ende Dezember bis Mitte April) jeweils von Dienstag bis Sonntag, 15:00 - 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt SFr. 8 für Erwachsene. Jeden Mittwoch findet von 11:00 - 12:45 Uhr eine Führung statt (SFr. 16, Eintritt inbegriffen).
Außerdem besteht die Möglichkeit im Haus zu übernachten: Es gibt vier Doppelzimmer und eine Souterrain-Wohnung. Der Mindestaufenthalt liegt bei drei Nächten zu einem Preis ab etwa SFr. 70 pro Person (Internetzugang pauschal einmalig SFr. 9). Verpflegung gibt es keine, aber die Küchen­benutzung ist im Preis inbegriffen. Ihre Zimmer müssen die Gäste selbst reinigen.
Im übrigen existiert eine Nietzsche-Gedenkstätte (www.nietzsche-gedenkstaette.de) in Nietzsches Geburtsort und Grablege Röcken, die allerdings nur nach Voranmeldung geöffnet wird. In Schul­pforta bei Naumburg wird einmal jährlich eine sog. Nietzsche-Werkstatt veranstaltet. Einzelheiten dazu gibt es unter www.nietzsche-gesellschaft.de.

Freitag, 14. September 2018

Die RHS Shows im Herbst

Im Herbst sind Gartenschauen verständlicherweise rar. Jedoch veranstaltet die Royal Horticultural Society spezielle Herbstschauen u.a. in Malvern und in der Londoner Lindley Hall, außerdem eine Koniferenschau im Schaugarten Wisley bei Woking (rhs.org.uk). Für die meisten Schauen wird Eintritt genommen (ca. £ 5-9), lediglich die Harvest Show am 2. und 3. Oktober in der Londoner Lindley Hall kann kostenlos besucht werden. Für diejenigen, die keinen Garten haben, sei die Urban Garden Show am 27. und 28. Oktober empfohlen. Diese Ausstellung versteht sich u.a. als Ideenlieferant für alle, die nur Platz für einige wenige Pflanzen haben.

Mittwoch, 12. September 2018

Groß Schwansee an der Ostsee

Der Herbst ist keine schlechte Zeit, um ein paar ruhige Tage an der Ostsee zu verbringen. Der Touristensturm ist vorbei und man hat die Küste fast für sich alleine, vor allem, wenn man einen eher unbekannten Ort aufsucht, wie Groß Schwansee. Zur Gemeinde Kalkhorst gehörig, liegt das vom Schlosshotel Schwansee (schwansee.de) dominierte und auf den Tourismus ausgerichtete Dorf nur wenige hundert Meter von der Ostsee entfernt; bietet jedoch auch Unterkünfte für den Budget-Geldbeutel. Selbst die Ferienhäuser im Ferienpark Blaue Wiek (ostseepark-blaue-wiek.de) sind einen Blick wert. Leider ist die Gastronomie eher dürftig ausgeprägt. Dafür gibt es etwas abseits des Hauptstrandes einen Hundestrand. Eine Kurtaxe wird derzeit nicht erhoben. Picknickbänke und einfache Sitzbänke finden sich entlang des Küstenradweges und an den sog. Strandzugängen. Oberhalb der Klippe am Brooker Wald gibt es eine Picknickbank mit Meerblick.
Zur Anreise nimmt man ab Lübeck Hbf. den Bus 390 bis Dassow oder Kalkhorst und dann den Bus 321 bis Groß Schwansee. Mit dem Auto kommt man am besten über die A20 bis Ausfahrt Schön­berg und weiter über die B104 bis zum Ort Schönberg, wo man weiter in Richtung Dassow und Kalkhorst fährt. Von dort sind es nur wenige Kilometer bis Groß Schwansee. Da die Einkaufs­möglichkeiten am Ort eingeschränkt sind, sollte man erwägen ein Proviantpaket ins Quartier liefern zu lassen (leider keine Paketshops am Ort).

Nachtrag: Einen Besuch wert ist der Garten Dunkelmann.

Sonntag, 9. September 2018

Ideal im Herbst: Citytour Charleroi

Gemäß einer Umfrage der niederländischen Tageszeitung De Volkskrant gilt das wallonische Charleroi als die hässlichste und trostloseste Stadt überhaupt: Unter fünf Kandidaten wurde sie zur »hässlichsten Stadt der Welt« gekürt. Warum also dort nicht einmal eine (inoffizielle) Stadtführung des belgischen Aktionskünstlers Nicolas Buissart mitmachen? Der Herbst ist genau die richtige Jahreszeit dafür, denn das fallende Herbstlaub, die Rufe der Krähen und der kalte Wind sorgen für die richtige Stimmung.
Unter www.charleroiadventure.com kann man eine sog. City Safari buchen, die den Gast zu den Höhepunkten der postindustriellen Tristesse führt, u.a. in die Route de Mons (die deprimierendste Strasse Belgiens), auf einen Kohleabfallberg (mit Aussicht und bei gutem Wetter mit Picknick), in die verlassene Ruine einer Metallfabrik („Symphonie in Rost“) und an den Ort, wo sich die Mutter des Malers René Magritte nachts im Fluss Sambre ertränkt hat. Beliebt ist außerdem die Besichtigung einer nie in Betrieb gewesenen, halbfertigen Stadtbahnstrecke die langsam vor sich hin modert und auf Wunsch fährt man auch am Haus des Vergewaltigers und Serienkillers Marc Dutroux vorbei. Eventuell sollte man mit dem eigenen Auto anreisen, sodass die Tour nicht mit einem gemieteten Fahrzeug durchgeführt werden muss. Tourtag ist gewöhnlich Sonntag, weil dann das Parken gratis ist. Ein Gastronomietipp: Unbedingt besuchen sollte man weiterhin die seit 1952 bestehende Friterie Robert La Frite in der Rue du Grand Central, direkt am Bahnhof (www.robertlafrite.be).
Die Stadtverwaltung sieht diese Touren gar nicht gerne, denn schließlich möchte man ein positives Bild der ehemaligen Industriestadt vermitteln. Dabei hat sich Charleroi vom Niedergang der Stahlindustrie nie erholt. Die alten Fabriken rosten vor sich hin, ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, das Straßenbild ist von Drogenhandel und Gewalt geprägt und die Politik taumelt von einem Korruptionsfall in den nächsten.
Anreise: Mit dem Auto über die A4 via Aachen nach Lüttich (belg. A3, dann A15) und weiter nach Charleroi. Mit der Bahn geht es ab/via Köln.

Freitag, 7. September 2018

Urlaub im Kloster

Es war vor ein paar Jahren eine Modewelle, die inzwischen glücklicherweise abgeebbt und damit für Snobs wieder interessant ist: Urlaub im Kloster. Immer noch gibt es genügend geistliche Orden, die ihre Pforten gerne für Besucher öffnen, wie es eine (wenig snobistische) Regel des Hl. Benedikt fordert: "Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus". Viele Ordens­häuser haben daraus ein geradezu einträgliches Geschäft gemacht (dass man jemanden umsonst aufnehmen soll, hat Benedikt schließlich nicht gesagt) und bieten Ferienwohnungen und Tagungs­räume an, wobei letztere vor allem für christliche Tagungen und Treffen gedacht sind. Es gibt aber auch einige, wenige Klöster, in denen der Aufenthalt „kostenlos“ ist, d.h. es wird kein offizieller Betrag in Rechnung gestellt, jedoch wird eine Spende erwartet, welche die Kosten des Aufenthaltes abdeckt. In diese Kategorie fallen die Karmelitinnen von Auderath in der Eifel (Anmeldungen unter karmel_auderath@gmx.de), die Schwestern von Bethlehem in Waldkappel im osthessischen Berg­land (deutsch.bethleem.org; Telefon: 05656/923931) und die Franziskaner in Wangen im Allgäu (franziskaner-wangen.de). Weitere Infos über (mehrheitlich kostenpflichtige) Aufenthalte in Klöstern bietet die Webseite www.orden.de/ordensleben/atem-holen/. Für Angebote in Österreich schaue man auf die Webseite kloesterreich.at.

Dienstag, 4. September 2018

Beginn der Austern-Saison

Rund um den Globus werden Austern gegessen und praktisch alle zum Verzehr bestimmten Austern kommen heute aus Aquakulturen. Größte Produzenten in Europa sind Frankreich, Irland und die Niederlande, die vorherrschende Zuchtart ist die pazifische Felsenauster. Geographisch am nächsten zur BRD liegen die Austernzentren in den Niederlanden und in Dänemark. Des weiteren werden auch auf Sylt geringe Mengen Austern gezüchtet (sylter-royal.de).
Wichtigstes Zentrum in den Niederlanden ist die Ortschaft Yerseke an der Oosterschelde, in der südlichen Provinz Zeeland, wo sich eine Austernzucht an die andere reiht. Bestes Austern­restaurant soll die Oesterij (Havendijk 12, oesterij.nl) sein. Hier sitzt man an einfachen Holz­tischen und kann sich im Extremfall auch eine einzige Auster zum Probieren – serviert mit Seegras und Brot - für zwei Euro bestellen. Weitere gute Adressen wären Nolet's Vistro (Burgemeester Sinkelaan 6, vistro.nl) und das Restaurant De Branding (Havendijk 50, debranding.com). Die Austern-Saison dauert in Zeeland von September bis Juni.
Am dänischen Limfjord werden vorwiegend europäische Austern gezüchtet. Die Austernbar "Glyngøre Shellfish" im roten Holzgebäude neben der kleinen Fabrik am Hafen in Glyngøre, Rosleft hat Donnerstags und Freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet (danishshellfish.com/oestersbar). Die Austern-Saison am Limfjord dauert etwa von September bis Mai. Passenden Schaumwein unbedingt von Zuhause mitbringen!
Im übrigen sei auf das Taschenmesser Opinel N°09 Huitre / Oyster hingewiesen. Als Begleiter für eine Austern-Safari ist es geradezu ideal!

PS: In der Oosterschelde gibt es auch Hummer. In Yerseke erhält man diesen von Anfang April bis Mitte Juli u.a. im Restaurant Oesterbeurs (Wijngaardstraat 2, oesterbeurs.nl). Beinahe nahtlos schließt sich daran dann die Muschelsaison an, die etwa im Juli beginnt und bis zum April des folgenden Jahres geht. Muscheln werden gerne mit Pommes Frites dargereicht, u.a. in Nolet's Vistro. Ein paar interessante Accessoires bietet außerdem der Webshop der Oesterij: Neben Muscheltöpfen, Austern-Servierplatten und Hummerzangen wird ein Muschelbesteck aus versilbertem Zinn präsentiert. Interessant ist auch das Algen-Chutney, welches gerne als Würzmittel verwendet wird.

Montag, 3. September 2018

Picknickkörbe mit Inhalt

Über das Picknickzubehör von Fortnum & Mason ist bereits mehrfach geschrieben worden. Weniger bekannt ist, dass auch in der BRD einige wenige Lieferanten gebrauchsfertige Picknickkörbe bereitstellen. Einer dieser wenigen ist das Münchener Feinkosthaus Käfer (feinkost-kaefer.de). Der Korb beinhaltet u.a. Champagner, Mineralwasser, diverse Süßwaren, Bergkäse, zwei Sorten Lachs, Forellenrogen, Blini und Brot. Er wird picknickfertig mit Geschirr, Gläsern, Besteck und einer Decke für vier Personen mit dem hauseigenen Lieferservice innerhalb Münchens ausgeliefert oder kann in einer der Filialen (z.B. im Stammhaus Leopoldstraße) abgeholt werden. Der Preis liegt mit €350 im oberen Bereich.
Bei der Firma Präsentkorbservice (praesentkorbservice.de) findet man neben Picknickkörben ohne Lebensmittel auch solche die bereits mit Essbarem angefüllt sind, jedoch noch um ein paar frische Zutaten ergänzt werden müssen. Der Korb „Champagnerpicknick für Zwei“ (€138.60) bringt – neben Besteck, Gläsern, Teller etc. - eine Flasche Champagner, ein Glas französische Ententerrine und eine Dose Pralinen mit. Alles weitere muss noch hinzugefügt werden. Der Korb „Italienisches Picknick“ (€84.70) enthält (nebst Geschirr etc.) eine Demi-Flasche Perlwein, je ein Glas Kirschtomaten, Oliven und eingelegtes Gemüse sowie Salami und Mandelkekse. Hier muss man mindestens noch Brot besorgen.
Im übrigen sei als passendes Picknickmesser für das italienische Picknick ein Messer des Herstellers Beltrame (mit Olivenholzgriff) empfohlen. Und die Picknickdecke nicht vergessen!


PS. Wer in Berlin picknicken möchte, erhält hier fertige Picknickkörbe:
www.qiez.de/picknick-berlin-picknickkorb-service-top-5/
www.morgenpost.de/berlin/best-of-berlin/article205571581/Hier-kann-man-sich-koestliche-Picknickkoerbe-packen-lassen.html

Andere Orte
Bremen: www.phantastische-momente.de/picknick/index.php
Heidelberg: lecoq-hd.de/picknick.html
Mannheim: diemetzgerei-mannheim.de/picknick/
Märkischer Kreis: www.teatimecatering.de/seiten/picknick.html
Sylt: www.soelring-hof.de/picknickkorb-fuer-feinschmecker/
Wien: austrotel.at/hotel-viennart/picknick-hotspots-wien/
Wuppertal: www.okavango-culinaria.de/korb.html
Zürich: baeckereiwuest.ch/picknickkorb-bestellen/

Sonntag, 2. September 2018

Transportbox für Kaviarlöffel

Zwar nähert sich die Picknick-Saison ihrem Ende, jedoch gibt es auch im Herbst noch ein paar schöne Tage. Der Snob der darauf besteht beim Picknick Kaviar zu servieren wird beizeiten einen geeigneten Perlmutt-Löffel besorgt haben, wie man ihn auch im Netz bestellen kann. Zur Aufbewahrung könnte man eine gepolsterte Transportbox verwenden, wie man sie auch sonst im Outdoorbereich einsetzt: Größe ca. 12.5 x 7.5 cm, Schaumstoffpolster innen, verriegelbar und für einen oder zwei Perlmutt-Löffel geeignet. Derartige Boxen findet man u.a. bei AliExpress.com (Suchbegriffe: Outdoor Aufbewahrungsbox). Optisch wirken die Boxen zwar eher unattraktiv, aber dafür sind die Löffel darin bruchsicher aufbewahrt.

Samstag, 1. September 2018

Lagerverkauf bei Brogsitter

Der September ist ein guter Zeitpunkt um Schaumwein einzukaufen, sofern man nicht automatisch von seinem Stammwinzer beliefert wird, da die Winzer Lagerplatz für den neuen Jahrgang brauchen. Wer zufälligerweise am 7. oder 8. September auf der A61 bei Meckenheim unterwegs ist, könnte der Kellerei Brogsitter einen Besuch abstatten (brogsitter.de). Die Kellerei hat ihren Sitz im Gewerbegebiet Grafschaft-Gelsdorf unweit des Kreuzes Meckenheim. Am nächsten Wochenende findet dort ein großer Lagerverkauf mit Verkostung statt. Im Angebot sind Weine und Sekt von der Ahr und anderen Anbaugebieten, aber auch aus Frankreich, Südamerika und Südafrika, außerdem Süßwaren und Feinkost.

Freitag, 31. August 2018

Flüge nach Elba

Die elbaische Fluggesellschaft Silver Air ist umgezogen. Operiert wird jetzt von Lošinj in Kroatien aus, angeflogen werden vornehmlich Ziele in Kroatien. Eine Verbindung von Lugano nach Elba wird saisonal nur noch Mittwochs und Sonntags offeriert. Die schweizerische Air Glaciers fliegt saisonal Dienstags ab Sion / Sitten und La-Chaux-de-Fonds nach Elba. Die Fluggesellschaft Skywork hat ihren Flugbetrieb komplett eingestellt. Informationen über Flüge nach Elba bietet die Webseite des elbaischen Flughafens elbaisland-airport.it. Als Alternative empfehlenswert ist überdies die Reise mit dem Nachtzug München – Florenz, weiter mit dem Fernbus nach Piombino und von dort mit der Fähre nach Elba.

Donnerstag, 30. August 2018

Gärten im Vor-Herbst

Der Besuch eines Privatgartens ist natürlich eine besonders exklusive Aktivität. Unter der Adresse offene-gartenpforte.de findet der Interessierte diverse Privatgärten, die zu bestimmten Zeiten für externe Besucher geöffnet sind. Der nächste Termin wäre das Wochenende am 15. und 16. September 2018. Ein ähnliches Programm findet man in Österreich unter gartentage.at; hier wäre der 23. September der nächste Termin. Für die Schweiz schaue man auf offenergarten.ch.

Montag, 27. August 2018

Käufliche Titel?

Dass „adlig sein“ heutzutage für Snobs nicht mehr erstrebenswert ist, wurde an anderer Stelle bereits gesagt. Nichtsdestotrotz werden im Internet hin und wieder schottische Gutsherrentitel („Laird“) angeboten, deren Führungsberechtigung an den Besitz eines bestimmten Grundstückes gebunden ist, welches wiederum an den Titel gekoppelt ist. Wer also das Grundstück oder einen Teil davon besitzt, durfte bis 2004 den Titel „Laird of...“ führen, inzwischen gibt es aber Gerichtsurteile, die eine Aufteilung eines Grundstücks zum Zwecke des Titeltragens untersagen. In Großbritannien konnte man bis 2004 den Laird-Titel sogar in den Ausweis eintragen lassen. Der Laird-Titel ist sicherlich ein netter Gag, den man jedoch nicht allzu ernst nehmen sollte. Auch in Großbritannien wird er nicht als Adelstitel angesehen, sondern basiert vielmehr auf jahrhundertealtem Ansehen und Gewohnheitsrecht der Landbesitzer. Als gehobenes Geschenk für gute Freunde eignet er sich aber durchaus. Man sollte aber nicht zu viel Geld ausgeben, denn Laird-Titel bekommt man im Internet recht preiswert schon für wenige Pfund Sterling. Lesenswert ist dazu auch dieser Artikel aus dem „Telegraph“.

Donnerstag, 23. August 2018

Stilecht picknicken

Über ein stilechtes Picknick nach britischen Standards ist bereits einiges gesagt worden: Zubehör und Lebensmittel von Fortnum & Mason (aber nicht nur!), kontinentale Lieferanten für englischen Pork Pie oder welches englische Messer sich für ein Picknick besonders eignet. Ein englisches Picknick sollte man natürlich möglichst in einem englischen Landschaftsgarten zelebrieren. Dieser Garten muss nicht notwendigerweise in England sein, aber er sollte nach englischen Standards angelegt worden sein, um die entsprechende Stimmung zu erzeugen.
Selbstverständlich gibt es noch mehr interessante Picknickplätze. Beispielsweise hat auch ein Picknick in einer Alpenlandschaft einen gewissen Reiz, sofern man der Versuchung widersteht in eine Trachtenveranstaltung abzugleiten (wer sicher gehen will, sollte die Schweiz auswählen; dort ist die Gefahr – vielleicht mit Ausnahme von Appenzell - am geringsten). Das englische Picknick­zubehör kann man bedenkenlos einsetzen, schließlich haben die Engländer den Alpinismus erfunden. Die dargereichten Speisen dürfen naturgemäß aus der Region stammen: Alp- oder Bergkäse, Landjäger, Bündner Salziz oder Tiroler Kaminwurz'n passen hervorragend in die Bergwelt, ebenso einheimisches Brot (als Beilage: Gewürzgurken und hartgekochte Eier). Bei den Getränken konveniert ein alpenländischer Schaumwein, z.B. aus dem Wallis oder aus Südtirol. Als stilechtes Picknickmesser könnte man ein Modell eines schweizerischen Armeemessers verwenden (auch für Österreich geeignet). Auch ein französisches Laguiole-Messer würde hier gut passen, zumal wenn das Picknick in den französischen Alpen veranstaltet wird.
Findet das Picknick am Meer statt, serviert man selbstredend Fisch und Meeresfrüchte, z.B. Krabbenbrötchen oder Matjeshering (auch hier Gewürzgurken und hartgekochte Eier als Beilage). An der Nordsee reicht man Norderneyer Seeluftschinken oder Pellwormer Inselkäse, als Getränk Aquavit oder Sanddornlikör (als Digestif). Am Mittelmeer serviert man entsprechend u.a. Scampi oder Thunfisch und regionalen Schinken, Käse, Oliven etc. und trinkt einen regionalen (Schaum-) Wein. Als Picknickmesser kann ein Messer mit maritimem Bezug fungieren, z.B. ein Seglermesser.
Eine besondere Herausforderung sind asiatische Picknicks. In Europa sind sie nur sehr schwer durchzuführen, braucht man dafür natürlich eine entsprechende Umgebung. In der BRD existieren etwa 20 botanische Gärten die nach japanischen oder chinesischen Vorbildern gestaltet sind. Die österreichischen Gärten ballen sich in Wien, wogegen die Schweiz zirka ein halbes Dutzend asiatische Gärten besitzt, die vor allem im Mittelland liegen. Nur wenige gestatten jedoch das Verzehren mitgebrachter Speisen im Park. Leider besitzen die meisten asiatischen Länder keine Picknicktradition und daher bieten die asiatischen Küchen auch nicht viel was sich zum Picknicken eignet. In der japanischen Küche finden sich Tsukemono (eingelegtes Gemüse), Sashimi (roher Fisch) und eventuell Imagawayaki (ein Gebäck) als Nachtisch. Die klassische Darreichungsform für Essen unterwegs ist das Bentō, was leider sehr arbeitsintensiv ist. Andere geeignete asiatische Gerichte wären z.B. (kalte) Frühlingsrollen, Pakora oder Samosa. Als Picknickmesser (sofern benötigt!) könnten die Werkstücke des chinesischen Herstellers Sanrenmu dienen; ideal wäre das Modell 1161 (90mm Tantoklinge), aber auch das Modell A169 (Klingenlänge ca. 74mm) und die Modelle WA731-A1 oder WA742-A1 (Multifunktions­messer mit 71mm Klinge) wären brauchbar. Als Getränke eignen sich chinesischer Pflaumenwein oder Reiswein und eventuell noch indisches Lassi. Japanischen Sake sollte man wegen seiner religiösen Bedeutung lieber nicht beim Picknick servieren.
Im Extremfall kann und sollte man jedoch beim Schaumwein seines Hauslieferanten bleiben, selbst wenn dies einen gewissen Stilbruch darstellt, und zwar bei jeder Art von Picknick. Und bei der Bekleidung sollte man ohnehin keine Zugeständnisse machen, weil sonst – wie bereits angedeutet - die Gefahr besteht in eine Trachtenveranstaltung abzugleiten.

Dienstag, 21. August 2018

Ausflugstipp: Der Henarsee im Toten Gebirge in der Steiermark

Unterhalb des Redenden Steines (1900m) und oberhalb des Henarwaldes gelegen, ist der mit 80x45 Metern relativ kleine, aber wildromantische Henarsee (1691m) ein Gewässer ohne sichtbare Zu- oder Abflüsse in einem ansonsten wasserarmen Karstgebirge. Etwa einen Kilometer weiter westlich auf der Henaralm liegt das Albert-Appel-Haus (1638m), ein teilweise bewirtschaftetes Schutzhaus des Österreichischen Touristenvereins mit Übernachtungsmöglichkeiten (albert-appelhaus.at). Die Gegend ist natürlich ein beliebtes Wandergebiet, aber nicht so stark besucht wie andere Land­schaften der Alpen. Die Region um den Henarsee ist verkehrsmäßig nicht erschlossen; befahrbare Straßen gibt es kilometerweit nicht. Der kürzeste Aufstieg zu See und Hütte erfolgt von Grundlsee aus über den Wanderweg 235 (ca. 4 Std.). Ein weiterer Weg führt vom Dorf Loser (die Straße zum Parkplatz an der Loseralm ist mautpflichtig; Alternative: Sessellift; loser.at) über die Loseralm und den Karl-Stöger-Steig zur Augstwiesenalm und weiter zum Henarwald. Auf dem Weg passiert man zwei Karsthöhlen.
Nach Grundlsee gelangt man mit der Bahn über Attnang-Puchheim oder Stainach-Irdning bis Bad Aussee und dann mit dem Bus 956. Mit dem Auto fährt man von Salzburg die B158 und wechselt in Bad Ischl auf die B145 nach Bad Aussee. Die letzten Kilometer nach Grundlsee legt man auf der Landstraße zurück.
Das Ausseerland (ausseerland.salzkammergut.at) ist übrigens auch sehr gut für Badekuren geeignet. In Bad Aussee (badaussee.at) wartet das Narzissenbad mit seiner Sole-Thermalquelle auf Besucher (vitalresort.at), im nahegelegenen Bad Mitterndorf die Grimming Therme (grimming-therme.com), eine „akratische fluoridhaltige Calcium-Magnesium-Sulfat-Therme“. Ein weiterer Kurort in der Region ist Bad Goisern (bad-goisern.ooe.gv.at), nördlich von Bad Aussee und südlich des weltbe­kannten Kaiserbades Ischl gelegen. Der Badebetrieb spielt sich im wesentlichen im kinderfreund­lichen Parkbad ab (parkbad-badgoisern.at). Alle Orte liegen an der Bahnlinie Attnang-Puchheim – Stainach-Irdning resp. an der Bundesstraße 145.