Dienstag, 25. September 2018

Flaschentransportkoffer

Wer nach Skandinavien reist, wird mit einem recht lästigen Problem konfrontiert: Dem der hohen Schaumweinpreise und des eingeschränkten Angebotes. Schaumwein ist in Skandinavien fast ausschließlich in staatlichen Läden erhältlich (nur Dänemark macht da eine Ausnahme) und die Preise sind staatlich festgesetzt und bis zu dreimal so hoch wie in anderen Ländern. Außerdem ist das Angebot nur auf wenige Marken beschränkt. Dem Snob bleibt da nichts anders übrig, als seinen eigenen Schaumwein mitzubringen. Zu diesem Zweck gibt es im Fachhandel Transportkoffer für Flaschen.
Die Königsklasse der derzeit erhältlichen Flaschenkoffer stellt der 12-Flaschen-Weinkoffer von Fohringer dar. Leider ist auch der Preis königlich. Ähnliche Modelle findet man bei VinGardeValise®, wo es seit 2016 eine eigene Kofferserie für den Flaschentransport gibt. Wer jedoch nicht sehr oft nach Skandinavien reist und daher nicht viel Geld für einen Flaschenkoffer anlegen möchte, der könnte sein Glück mit dem Karton-Koffer „Amarant“ für drei Flaschen von Uborn versuchen. Dieser ist für unter sechs Euro erhältlich (plus Versand).

Montag, 24. September 2018

Beginn der Hummersaison in Schweden

Die Hummersaison an der Westküste Schwedens beginnt alljährlich am vorletzten Montag im September bzw. am ersten Montag nach dem 20. September um 7.00 Uhr, dem so genannten Hummerpremierentag (dieser ist heute). Der erste Hummer ist natürlich immer am teuersten, aber im Laufe der Saison, die bis Mitte April dauert, sinken die Preise auf umgerechnet etwa € 30 pro Kilogramm. Genossen werden kann der schwedische Hummer in zahlreichen Restaurants entlang der Küste von Göteborg bis zur norwegischen Grenze. In Göteborg selbst gibt es einen Ort, an welchem man Hummer zu einigermaßen erschwinglichen Preisen erwerben kann: Die Feskekörka (Fischkirche; feskekörka.se). Unweit des Kanals der die Innenstadt umgibt liegt der Fischmarkt in der Rosenlundsgatan in einem einer Kirche ähnlichen Gebäude (Strab-H. Hagakyrkan, ca. 350m). Dort gibt es Fisch- und Schalentierstände, Restaurants und Take Aways. Neben dem Westküsten-Hummer werden auch Garnelen, Austern, Muscheln und Krebse feilgeboten. Den zum Hummer passenden Schaumwein sollte man wegen der hohen Spirituosenpreise in Schweden aber besser von zu Hause mitbringen.
Wer keine Meeresfrüchte mag, wird sicher etwas passendes in der Stora Saluhallen am Kungstorget finden (ca. 850m von der Feskekörka, Strab-H. Kungsportsplatsen, ca. 160m). In Göteborgs größter Markthalle aus dem Jahr 1889 mit ihren mehr als 40 Ständen und Restaurants wird vornehmlich schwedische Hausmannskost geboten.
Ein Ausflug nach Göteborg lässt sich ab Kiel sehr gut als Mini-Kreuzfahrt organisieren. Die Anreise nach Göteborg erfolgt mit der Fähre Kiel – Göteborg, Kiel ab 18:45 Uhr, Göteborg an 09:15 Uhr am nächsten Tag. Die Fähre für die Rückreise nach Kiel verlässt Göteborg um 18:45 Uhr und erreicht die Ostseestadt am nächsten Morgen um 09:15 Uhr (stenaline.de). Der Göteborger Fähranleger liegt an der Elof Lindälvs gata. Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist Jaegerdorffsplatsen, ca. 5 min. vom Terminal entfernt (beschildert). Sowohl die Feskekörka als auch die Stora Saluhallen sind von der Haltestelle Jaegerdorffsplatsen aus mit den Linien 1,3,5,6,9,10 zu erreichen. In den Straßen­bahnen befinden sich Automaten, an denen mit Münzen oder Kreditkarte bezahlt werden kann. Außerdem kann ein Mobiltelefon benutzt werden, um Fahrkarten zu kaufen. Passendes Reise­mitbringsel: Seife und Pflegeprodukte des schwedischen Hoflieferanten Victoria of Sweden (victoriasoap.se).

Esstechnik (ein Snob kennt sie selbstverständlich - alle anderen sollten jetzt weiterlesen): Schützen Sie sich mit einer Hummerserviette vor Spritzern. Als Werkzeug brauchen Sie eine Hummerzange, eine Hummergabel, einen Abfallteller und eine Fingerschale. Nehmen Sie das Schalentier in die Hand und drehen sie mit der anderen Hand den Schwanz ab. Das leckere Fleisch steckt in den Beinen, den Scheren und dem Schwanz. Den Körper entsorgen Sie auf dem Abfall­teller. Knacken Sie die Scheren mit der Hummerzange und ziehen Sie das Fleisch mit der Hummer­gabel heraus. Halten Sie die Hummergabel dazu in der einen Hand, die Hummerteile in der anderen. Der Griff der Gabel ist löffelartig, so können Sie das Fleisch aus der Schale kratzen. Die kleinen Teile der Scheren können sie einfach mit der Hand öffnen. Drehen Sie auch die Greifer ab und entfernen Sie das Fleisch mit der Gabel. Brechen Sie dann die Beine an den Gelenken. Hierfür können Sie getrost Ihre Finger benutzen. Das Fleisch lässt sich mit der Hummergabel ganz einfach entfernen, es ist aber auch gestattet, das Bein auszusaugen. Den Hummerschwanz isst man allerdings nicht aus der Hand. Hierfür werden ganz klassisch Messer und Gabel verwendet.

Samstag, 22. September 2018

Der nahende Herbst

Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um prachtvolle Barockschlösser und andere Barockbauwerke zu besichtigen (z.B. das wenig bekannte Schloss Bruchsal) oder in einem herbstlich bunten Weinberg oder einem ebenso herbstlich bunten Wald zu flanieren. Auch wäre eine Wanderung im jahreszeitlich buntgefärbten Bayerischen Wald (Großer Arber) sehr angenehm oder ein Spaziergang in einem ebensolchen (Stadt-) Park. 
Die Herbstabende verbringt man am besten in einem mit Jagdtrophäen geschmückten Kamin­zimmer eines noblen Herrenhauses oder in einem halbverfallenen Schloss mit Blick aufs Wasser, bei einer Tasse Tee und einem Haselnusslikör. Wer möchte, kann die Atmosphäre mit einer Duftkerze verfeinern: Bei maennerkerzen.de gibt es jetzt die neue Duftnote "Rum". Als persönliches Duftwasser trägt man „Alt-Innsbruck“; einen besseren Herbstduft gibt es nirgends. Zur Lektüre empfehlen sich Biographien historischer Persönlichkeiten oder Lyrik, insbesondere Sonette von William Shakespeare. Chansons oder gregorianische Choräle eignen sich zur musikalischen Untermalung. Auch der Besuch einer Vernissage oder einer Dichterlesung wäre jetzt sehr schicklich. 
Der November wäre dann der ideale Monat, um Vorträge, Lesungen und Programmkinos zu besuchen, denn der Herbst ist im November schon so gut wie vorbei, aber für den Wintersport ist es noch zu früh. In den Varietétheatern beginnt im Herbst die winterliche Spielsaison, u.a. am 27.09. in Bensheim (varietepegasus.de) und am 16.10. in Hamburg (hansa-theater.de). Warum also nicht mal wieder ins Varieté gehen? In der Semper Oper premieren diesen Herbst „Moses und Aron“ von Arnold Schönberg, das Ballet „Labyrinth“ und „Ariadne auf Naxos“; ansonsten wären noch Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ oder „Die Zauberflöte“ einen Blick wert (semperoper.de).
Wer verreisen möchte, könnte eine Thermalkur absolvieren oder einen Einkaufstrip nach London, Kopenhagen oder Zürich erwägen (Weihnachtsgeschenke kann man gar nicht früh genug besorgen und Selfridges hat – wie jedes Jahr – schon im August mit dem Weihnachtsverkauf begonnen). Auch ein Kurzbesuch in Paris wäre jetzt passend (trotz des dort herrschenden Kampfes gegen den Terror).

Donnerstag, 20. September 2018

Stippvisite im Louvre

Paris ist bekanntermaßen mit dem Kampf gegen den Terror beschäftigt. Wer es trotzdem wagen will dort hin zu fahren, könnte auch und vor allem dem Louvre einen Besuch abstatten (die Mona Lisa hängt im Raum 711; immer den Menschenmassen folgen), denn von Oktober bis März ist an jedem ersten Sonntag im Monat der Eintritt in den Pariser Louvre (louvre.fr) gratis. Das Centre Georges Pompidou (centrepompidou.fr) - u.a. mit seinem Museum für moderne Kunst - bietet den kosten­freien Zutritt am ersten Sonntag eines Monats sogar das ganze Jahr über. Außerdem könnte man - neben den üblichen Sehenswürdigkeiten (Vorsicht Touristenfallen!) – das legendäre Lebensmittel­departement La Grande Epicerie de Paris, 38 Rue Sèvres (linkes Seineufer) des Warenhauses Le Bon Marché besuchen (lagrandeepicerie.com). Mit über 5000 Produkten aus aller Welt bietet es die größte Feinkostauswahl in Paris. Auch der verwöhnteste Snob sollte dort etwas passendes finden. Das Geschäft hat auch an Sonntagen geöffnet. Und den besten Blick auf den Eiffelturm bietet das Restaurant Monsieur Bleu, 20 Ave. de New York (monsieurbleu.com).
Ein möglicher Reiseplan könnte wie folgt lauten: Mit Eurolines / Deinbus.de von Köln ab Sa. 22:30, Paris an So. 06:00 Uhr. Im Hotel Campanile am Busbf. Gallieni wird ab 06:30 Uhr Frühstück serviert. Wer sich rasieren lassen möchte, sollte den Barbier Nouvel Hair by Emmanuel in der 7 Rue Jourdin aufsuchen (Metro: Jourdin), der 24 Stunden an 7 Tagen die Woche geöffnet hat (Rasur ab €15). Rückfahrt: Paris ab So. 23:00, Köln an Mo. 05:15 Uhr.
Da man sich innerhalb von Paris kaum noch anders fortbewegen kann, muss auch ein Snob notge­drungen die Metro nehmen. Der Louvre hat zwei eigene Metrostationen und das Centre Pompidou liegt nahe bei der Station Rambuteau. Man sollte ein Metro-Tagesticket erwerben.
Wer aus Berlin anreist, könnte den wöchentlich Donnerstags verkehrenden Nachtzug aus Moskau via Berlin nach Paris nehmen, der den Gare de l'Est am Freitag um 09:33 Uhr erreicht. Die Rück­fahrt startet am Freitag Abend um 18:58 Uhr. In Berlin ist man dann am Samstag gegen sieben Uhr morgens. Nachteilig ist, dass der Eintritt in den Louvre oder in das Centre Georges Pompidou an Freitagen kostenpflichtig ist.

Dienstag, 18. September 2018

Beginn der Trüffelsaison

Schon in der Antike wurden Trüffeln gerne gegessen und seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gilt die Trüffel als exklusiver und gehobener Speisepilz. Wichtigster Produzent ist heute Frankreich. Der Trend geht zur Zucht von Trüffeln, da die natürlichen Bestände im Laufe der letzten 200 Jahre erheblich dezimiert worden sind. Die wichtigsten Arten sind die Schwarze Perigord-Trüffel, die Weiße Piemont-Trüffel und die Burgunder-Trüffel; des weiteren werden auch die sog. Sommer- und Wintertrüffeln verzehrt. Eine Portion Trüffeln für zwei Personen (ca. 20–25 Gramm) kostet etwa € 40–60; Sommer-Trüffeln sind in Umbrien frisch ab ca. € 20 Euro pro 100g zu bekommen. Die langfristige Lagerung von Trüffeln (in Gläsern oder Konservendosen) ist nur bei schwarzen Trüffeln möglich, wenn diese gründlich gereinigt und in ein luftdichtes Gefäß gegeben werden, das drei Stunden im Wasserbad sterilisiert wird. Dabei verlieren die Trüffeln jedoch Flüssigkeit und Aroma (Ausnahme: Die Schwarze Trüffel). Die Firma Caviar Tresor bietet eine ganze Schwarze Trüffel im Glas (30g) für € 11.95.
Für Privatkunden ist vor allem der Marché aux truffes d'hiver von Carpentras interessant, der jedes Jahr von Mitte November bis Ende März an Freitagen stattfindet (carpentras.fr). Etwa 10 Stände bieten dort Trüffeln an. Die Anzahl der Marktstände und der Typ der angebotenen Waren schwan­ken jedoch stark mit den Saisonen. In den Sommermonaten findet jeden Freitag der Marché aux truffes d'été in Carpentras statt (nächste Termine vom 10. Mai 2019 bis zum 31. August 2019). Auf diesem Markt sind meist weniger als zehn Trüffel-Stände anzutreffen.
In Italien wird im Oktober an den jeweils hintereinander liegenden Wochenenden immer Samstags und Sonntags in Alba im Palazzo Mostre e Congressi die Trüffelmesse Fiera Internazionale del Tartufo Bianco Alba veranstaltet (fieradeltartufo.org). Auf dieser Messe werden auch weitere regionale Kostbarkeiten wie Wein, Käse, Pasta und Backwaren angeboten. Die Produkte können im Palazzo probiert und verkostet werden, außerdem gibt es eine Show-Cooking-Veranstaltung und Kochwerkstätten. Kaufen kann man Trüffeln dann auch in vielen Geschäften in der Stadt.

Samstag, 15. September 2018

Die Nietzsche-Häuser in Naumburg (Saale) und Sils GR

Nietzsche mag wegen seiner Werke umstritten sein. Eines ist jedoch sicher: Er war ein Snob. Bereits mit 24 Jahren erhielt er nach seinem Studium in Bonn und Leipzig eine Professur in Basel, die er zehn Jahre später aus gesundheitlichen Gründen aufgab. Auf der Suche nach einem für ihn verträglichen Klima bereiste er Südfrankreich, Italien und die Schweiz, aber schon mit 45 holte ihn die Krankheit wieder ein, als er Anfang Januar 1889 in Turin einen geistigen Zusammenbruch erlitt. Nur zwei Jahre zuvor, 1887, hatte er noch innerhalb eines Jahres ganze fünf Bücher geschrieben! Seit 1890 lebte er wieder in Naumburg, zunächst in der Obhut seiner Mutter, dann in der seiner Schwester. Zehn Jahre später raffte ihn die Krankheit endgültig dahin: Der bedeutende Philosoph starb 1900 in Naumburg (Saale) in geistiger Umnachtung. Seinen spät einsetzenden Erfolg hat er nicht mehr erlebt.
Das Nietzsche-Haus (www.mv-naumburg.de/nietzschehaus) in Naumburg an der Saale, Weingarten 18, in welchem der Philosoph den Großteil seiner Jugend und die letzten Jahre seines Lebens ver­bracht hat, war zwischen 1858 und 1897 das Wohnhaus Franziska Nietzsches, die 1850 mit Ihren beiden Kindern Friedrich und Elisabeth nach Naumburg zog, nachdem ihr Mann, der Röckener Pastor Karl Ludwig Nietzsche im Jahr zuvor gestorben war. Auch für Sohn Friedrich blieb das Naumburger Mutterhaus immer ein Lebensmittelpunkt. In einer Dauerausstellung wird sein Leben und Werk dokumentiert, während die in den Ausstellungsräumen aufgestellte Hausbibliothek dem Besucher Gelegenheit gibt sich mit seinem Werk bekannt zu machen. Geöffnet ist das Haus Dienstag bis Freitag 14:00-17:00 Uhr und Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10:00-17:00 Uhr; der Eintritt beträgt €4. Vom Hauptbahnhof kommend, erreicht man das Nietzsche-Haus mit der Straßenbahn (naumburger-strassenbahn.de), Haltestelle Vogelwiese.
Ein weiteres Nietzsche Haus (www.nietzschehaus.ch) existiert im bündnerischen Sils, unweit von St. Moritz. Anfang Juli 1881 kam Friedrich Nietzsche das erste Mal nach Sils, wo er im Hause der Familie Durisch (heutiges Nietzsche-Haus) ein Zimmer im 1. Stock zur Untermiete bewohnte. Von 1883 bis 1888 kehrte er immer wieder hierher zurück. Er hatte hier einen Ort gefunden, der ihm Ruhe und Konzentration ermöglichte, eine Landschaft, die ihm - wie er selbst sagte – „blutsver­wandt“ war. Hier arbeitete er während der sieben Sommeraufenthalte zahlreiche seiner Werke aus. Am Ufer des Silvaplanasees kann überdies der Stein besichtigt werden, der Nietzsche nach eigenen Angaben 1881 zur Grundkonzeption des Zarathustra angeregt haben soll. Am Stein befindet sich eine Gedenktafel.
1960 wurde das bis dahin in Privatbesitz befindliche Haus durch die Stiftung Nietzsche-Haus in Sils erworben, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Haus informiert eine umfangreiche Ausstellung über Leben und Werk des Philosophen. Es gibt auch eine Bibliothek mit etwa 4000 Bänden. Das eigentliche Nietzsche-Zimmer im 1. Stock ist jedoch in seinem schlichten Original­zustand erhalten. Das Museum ist in der Sommersaison (von Mitte Juni bis Mitte Oktober) und in der Wintersaison (von Ende Dezember bis Mitte April) jeweils von Dienstag bis Sonntag, 15:00 - 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt SFr. 8 für Erwachsene. Jeden Mittwoch findet von 11:00 - 12:45 Uhr eine Führung statt (SFr. 16, Eintritt inbegriffen).
Außerdem besteht die Möglichkeit im Haus zu übernachten: Es gibt vier Doppelzimmer und eine Souterrain-Wohnung. Der Mindestaufenthalt liegt bei drei Nächten zu einem Preis ab etwa SFr. 70 pro Person (Internetzugang pauschal einmalig SFr. 9). Verpflegung gibt es keine, aber die Küchen­benutzung ist im Preis inbegriffen. Ihre Zimmer müssen die Gäste selbst reinigen.
Im übrigen existiert eine Nietzsche-Gedenkstätte (www.nietzsche-gedenkstaette.de) in Nietzsches Geburtsort und Grablege Röcken, die allerdings nur nach Voranmeldung geöffnet wird. In Schul­pforta bei Naumburg wird einmal jährlich eine sog. Nietzsche-Werkstatt veranstaltet. Einzelheiten dazu gibt es unter www.nietzsche-gesellschaft.de.

Freitag, 14. September 2018

Die RHS Shows im Herbst

Im Herbst sind Gartenschauen verständlicherweise rar. Jedoch veranstaltet die Royal Horticultural Society spezielle Herbstschauen u.a. in Malvern und in der Londoner Lindley Hall, außerdem eine Koniferenschau im Schaugarten Wisley bei Woking (rhs.org.uk). Für die meisten Schauen wird Eintritt genommen (ca. £ 5-9), lediglich die Harvest Show am 2. und 3. Oktober in der Londoner Lindley Hall kann kostenlos besucht werden. Für diejenigen, die keinen Garten haben, sei die Urban Garden Show am 27. und 28. Oktober empfohlen. Diese Ausstellung versteht sich u.a. als Ideenlieferant für alle, die nur Platz für einige wenige Pflanzen haben.

Mittwoch, 12. September 2018

Groß Schwansee an der Ostsee

Der Herbst ist keine schlechte Zeit, um ein paar ruhige Tage an der Ostsee zu verbringen. Der Touristensturm ist vorbei und man hat die Küste fast für sich alleine, vor allem, wenn man einen eher unbekannten Ort aufsucht, wie Groß Schwansee. Zur Gemeinde Kalkhorst gehörig, liegt das vom Schlosshotel Schwansee (schwansee.de) dominierte und auf den Tourismus ausgerichtete Dorf nur wenige hundert Meter von der Ostsee entfernt; bietet jedoch auch Unterkünfte für den Budget-Geldbeutel. Selbst die Ferienhäuser im Ferienpark Blaue Wiek (ostseepark-blaue-wiek.de) sind einen Blick wert. Leider ist die Gastronomie eher dürftig ausgeprägt. Dafür gibt es etwas abseits des Hauptstrandes einen Hundestrand. Eine Kurtaxe wird derzeit nicht erhoben. Picknickbänke und einfache Sitzbänke finden sich entlang des Küstenradweges und an den sog. Strandzugängen. Oberhalb der Klippe am Brooker Wald gibt es eine Picknickbank mit Meerblick.
Zur Anreise nimmt man ab Lübeck Hbf. den Bus 390 bis Dassow oder Kalkhorst und dann den Bus 321 bis Groß Schwansee. Mit dem Auto kommt man am besten über die A20 bis Ausfahrt Schön­berg und weiter über die B104 bis zum Ort Schönberg, wo man weiter in Richtung Dassow und Kalkhorst fährt. Von dort sind es nur wenige Kilometer bis Groß Schwansee. Da die Einkaufs­möglichkeiten am Ort eingeschränkt sind, sollte man erwägen ein Proviantpaket ins Quartier liefern zu lassen (leider keine Paketshops am Ort).

Nachtrag: Einen Besuch wert ist der Garten Dunkelmann.

Sonntag, 9. September 2018

Ideal im Herbst: Citytour Charleroi

Gemäß einer Umfrage der niederländischen Tageszeitung De Volkskrant gilt das wallonische Charleroi als die hässlichste und trostloseste Stadt überhaupt: Unter fünf Kandidaten wurde sie zur »hässlichsten Stadt der Welt« gekürt. Warum also dort nicht einmal eine (inoffizielle) Stadtführung des belgischen Aktionskünstlers Nicolas Buissart mitmachen? Der Herbst ist genau die richtige Jahreszeit dafür, denn das fallende Herbstlaub, die Rufe der Krähen und der kalte Wind sorgen für die richtige Stimmung.
Unter www.charleroiadventure.com kann man eine sog. City Safari buchen, die den Gast zu den Höhepunkten der postindustriellen Tristesse führt, u.a. in die Route de Mons (die deprimierendste Strasse Belgiens), auf einen Kohleabfallberg (mit Aussicht und bei gutem Wetter mit Picknick), in die verlassene Ruine einer Metallfabrik („Symphonie in Rost“) und an den Ort, wo sich die Mutter des Malers René Magritte nachts im Fluss Sambre ertränkt hat. Beliebt ist außerdem die Besichtigung einer nie in Betrieb gewesenen, halbfertigen Stadtbahnstrecke die langsam vor sich hin modert und auf Wunsch fährt man auch am Haus des Vergewaltigers und Serienkillers Marc Dutroux vorbei. Eventuell sollte man mit dem eigenen Auto anreisen, sodass die Tour nicht mit einem gemieteten Fahrzeug durchgeführt werden muss. Tourtag ist gewöhnlich Sonntag, weil dann das Parken gratis ist. Ein Gastronomietipp: Unbedingt besuchen sollte man weiterhin die seit 1952 bestehende Friterie Robert La Frite in der Rue du Grand Central, direkt am Bahnhof (www.robertlafrite.be).
Die Stadtverwaltung sieht diese Touren gar nicht gerne, denn schließlich möchte man ein positives Bild der ehemaligen Industriestadt vermitteln. Dabei hat sich Charleroi vom Niedergang der Stahlindustrie nie erholt. Die alten Fabriken rosten vor sich hin, ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, das Straßenbild ist von Drogenhandel und Gewalt geprägt und die Politik taumelt von einem Korruptionsfall in den nächsten.
Anreise: Mit dem Auto über die A4 via Aachen nach Lüttich (belg. A3, dann A15) und weiter nach Charleroi. Mit der Bahn geht es ab/via Köln.

Freitag, 7. September 2018

Urlaub im Kloster

Es war vor ein paar Jahren eine Modewelle, die inzwischen glücklicherweise abgeebbt und damit für Snobs wieder interessant ist: Urlaub im Kloster. Immer noch gibt es genügend geistliche Orden, die ihre Pforten gerne für Besucher öffnen, wie es eine (wenig snobistische) Regel des Hl. Benedikt fordert: "Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus". Viele Ordens­häuser haben daraus ein geradezu einträgliches Geschäft gemacht (dass man jemanden umsonst aufnehmen soll, hat Benedikt schließlich nicht gesagt) und bieten Ferienwohnungen und Tagungs­räume an, wobei letztere vor allem für christliche Tagungen und Treffen gedacht sind. Es gibt aber auch einige, wenige Klöster, in denen der Aufenthalt „kostenlos“ ist, d.h. es wird kein offizieller Betrag in Rechnung gestellt, jedoch wird eine Spende erwartet, welche die Kosten des Aufenthaltes abdeckt. In diese Kategorie fallen die Karmelitinnen von Auderath in der Eifel (Anmeldungen unter karmel_auderath@gmx.de), die Schwestern von Bethlehem in Waldkappel im osthessischen Berg­land (deutsch.bethleem.org; Telefon: 05656/923931) und die Franziskaner in Wangen im Allgäu (franziskaner-wangen.de). Weitere Infos über (mehrheitlich kostenpflichtige) Aufenthalte in Klöstern bietet die Webseite www.orden.de/ordensleben/atem-holen/. Für Angebote in Österreich schaue man auf die Webseite kloesterreich.at.

Dienstag, 4. September 2018

Beginn der Austern-Saison

Rund um den Globus werden Austern gegessen und praktisch alle zum Verzehr bestimmten Austern kommen heute aus Aquakulturen. Größte Produzenten in Europa sind Frankreich, Irland und die Niederlande, die vorherrschende Zuchtart ist die pazifische Felsenauster. Geographisch am nächsten zur BRD liegen die Austernzentren in den Niederlanden und in Dänemark. Des weiteren werden auch auf Sylt geringe Mengen Austern gezüchtet (sylter-royal.de).
Wichtigstes Zentrum in den Niederlanden ist die Ortschaft Yerseke an der Oosterschelde, in der südlichen Provinz Zeeland, wo sich eine Austernzucht an die andere reiht. Bestes Austern­restaurant soll die Oesterij (Havendijk 12, oesterij.nl) sein. Hier sitzt man an einfachen Holz­tischen und kann sich im Extremfall auch eine einzige Auster zum Probieren – serviert mit Seegras und Brot - für zwei Euro bestellen. Weitere gute Adressen wären Nolet's Vistro (Burgemeester Sinkelaan 6, vistro.nl) und das Restaurant De Branding (Havendijk 50, debranding.com). Die Austern-Saison dauert in Zeeland von September bis Juni.
Am dänischen Limfjord werden vorwiegend europäische Austern gezüchtet. Die Austernbar "Glyngøre Shellfish" im roten Holzgebäude neben der kleinen Fabrik am Hafen in Glyngøre, Rosleft hat Donnerstags und Freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet (danishshellfish.com/oestersbar). Die Austern-Saison am Limfjord dauert etwa von September bis Mai. Passenden Schaumwein unbedingt von Zuhause mitbringen!
Im übrigen sei auf das Taschenmesser Opinel N°09 Huitre / Oyster hingewiesen. Als Begleiter für eine Austern-Safari ist es geradezu ideal!

PS: In der Oosterschelde gibt es auch Hummer. In Yerseke erhält man diesen von Anfang April bis Mitte Juli u.a. im Restaurant Oesterbeurs (Wijngaardstraat 2, oesterbeurs.nl). Beinahe nahtlos schließt sich daran dann die Muschelsaison an, die etwa im Juli beginnt und bis zum April des folgenden Jahres geht. Muscheln werden gerne mit Pommes Frites dargereicht, u.a. in Nolet's Vistro. Ein paar interessante Accessoires bietet außerdem der Webshop der Oesterij: Neben Muscheltöpfen, Austern-Servierplatten und Hummerzangen wird ein Muschelbesteck aus versilbertem Zinn präsentiert. Interessant ist auch das Algen-Chutney, welches gerne als Würzmittel verwendet wird.

Montag, 3. September 2018

Picknickkörbe mit Inhalt

Über das Picknickzubehör von Fortnum & Mason ist bereits mehrfach geschrieben worden. Weniger bekannt ist, dass auch in der BRD einige wenige Lieferanten gebrauchsfertige Picknickkörbe bereitstellen. Einer dieser wenigen ist das Münchener Feinkosthaus Käfer (feinkost-kaefer.de). Der Korb beinhaltet u.a. Champagner, Mineralwasser, diverse Süßwaren, Bergkäse, zwei Sorten Lachs, Forellenrogen, Blini und Brot. Er wird picknickfertig mit Geschirr, Gläsern, Besteck und einer Decke für vier Personen mit dem hauseigenen Lieferservice innerhalb Münchens ausgeliefert oder kann in einer der Filialen (z.B. im Stammhaus Leopoldstraße) abgeholt werden. Der Preis liegt mit €350 im oberen Bereich.
Bei der Firma Präsentkorbservice (praesentkorbservice.de) findet man neben Picknickkörben ohne Lebensmittel auch solche die bereits mit Essbarem angefüllt sind, jedoch noch um ein paar frische Zutaten ergänzt werden müssen. Der Korb „Champagnerpicknick für Zwei“ (€138.60) bringt – neben Besteck, Gläsern, Teller etc. - eine Flasche Champagner, ein Glas französische Ententerrine und eine Dose Pralinen mit. Alles weitere muss noch hinzugefügt werden. Der Korb „Italienisches Picknick“ (€84.70) enthält (nebst Geschirr etc.) eine Demi-Flasche Perlwein, je ein Glas Kirschtomaten, Oliven und eingelegtes Gemüse sowie Salami und Mandelkekse. Hier muss man mindestens noch Brot besorgen.
Im übrigen sei als passendes Picknickmesser für das italienische Picknick ein Messer des Herstellers Beltrame (mit Olivenholzgriff) empfohlen. Und die Picknickdecke nicht vergessen!


PS. Wer in Berlin picknicken möchte, erhält hier fertige Picknickkörbe:
www.qiez.de/picknick-berlin-picknickkorb-service-top-5/
www.morgenpost.de/berlin/best-of-berlin/article205571581/Hier-kann-man-sich-koestliche-Picknickkoerbe-packen-lassen.html

Andere Orte
Bremen: www.phantastische-momente.de/picknick/index.php
Heidelberg: lecoq-hd.de/picknick.html
Mannheim: diemetzgerei-mannheim.de/picknick/
Märkischer Kreis: www.teatimecatering.de/seiten/picknick.html
Sylt: www.soelring-hof.de/picknickkorb-fuer-feinschmecker/
Wien: austrotel.at/hotel-viennart/picknick-hotspots-wien/
Wuppertal: www.okavango-culinaria.de/korb.html
Zürich: baeckereiwuest.ch/picknickkorb-bestellen/

Sonntag, 2. September 2018

Transportbox für Kaviarlöffel

Zwar nähert sich die Picknick-Saison ihrem Ende, jedoch gibt es auch im Herbst noch ein paar schöne Tage. Der Snob der darauf besteht beim Picknick Kaviar zu servieren wird beizeiten einen geeigneten Perlmutt-Löffel besorgt haben, wie man ihn auch im Netz bestellen kann. Zur Aufbewahrung könnte man eine gepolsterte Transportbox verwenden, wie man sie auch sonst im Outdoorbereich einsetzt: Größe ca. 12.5 x 7.5 cm, Schaumstoffpolster innen, verriegelbar und für einen oder zwei Perlmutt-Löffel geeignet. Derartige Boxen findet man u.a. bei AliExpress.com (Suchbegriffe: Outdoor Aufbewahrungsbox). Optisch wirken die Boxen zwar eher unattraktiv, aber dafür sind die Löffel darin bruchsicher aufbewahrt.

Samstag, 1. September 2018

Lagerverkauf bei Brogsitter

Der September ist ein guter Zeitpunkt um Schaumwein einzukaufen, sofern man nicht automatisch von seinem Stammwinzer beliefert wird, da die Winzer Lagerplatz für den neuen Jahrgang brauchen. Wer zufälligerweise am 7. oder 8. September auf der A61 bei Meckenheim unterwegs ist, könnte der Kellerei Brogsitter einen Besuch abstatten (brogsitter.de). Die Kellerei hat ihren Sitz im Gewerbegebiet Grafschaft-Gelsdorf unweit des Kreuzes Meckenheim. Am nächsten Wochenende findet dort ein großer Lagerverkauf mit Verkostung statt. Im Angebot sind Weine und Sekt von der Ahr und anderen Anbaugebieten, aber auch aus Frankreich, Südamerika und Südafrika, außerdem Süßwaren und Feinkost.

Freitag, 31. August 2018

Flüge nach Elba

Die elbaische Fluggesellschaft Silver Air ist umgezogen. Operiert wird jetzt von Lošinj in Kroatien aus, angeflogen werden vornehmlich Ziele in Kroatien. Eine Verbindung von Lugano nach Elba wird saisonal nur noch Mittwochs und Sonntags offeriert. Die schweizerische Air Glaciers fliegt saisonal Dienstags ab Sion / Sitten und La-Chaux-de-Fonds nach Elba. Die Fluggesellschaft Skywork hat ihren Flugbetrieb komplett eingestellt. Informationen über Flüge nach Elba bietet die Webseite des elbaischen Flughafens elbaisland-airport.it. Als Alternative empfehlenswert ist überdies die Reise mit dem Nachtzug München – Florenz, weiter mit dem Fernbus nach Piombino und von dort mit der Fähre nach Elba.

Donnerstag, 30. August 2018

Gärten im Vor-Herbst

Der Besuch eines Privatgartens ist natürlich eine besonders exklusive Aktivität. Unter der Adresse offene-gartenpforte.de findet der Interessierte diverse Privatgärten, die zu bestimmten Zeiten für externe Besucher geöffnet sind. Der nächste Termin wäre das Wochenende am 15. und 16. September 2018. Ein ähnliches Programm findet man in Österreich unter gartentage.at; hier wäre der 23. September der nächste Termin. Für die Schweiz schaue man auf offenergarten.ch.

Montag, 27. August 2018

Käufliche Titel?

Dass „adlig sein“ heutzutage für Snobs nicht mehr erstrebenswert ist, wurde an anderer Stelle bereits gesagt. Nichtsdestotrotz werden im Internet hin und wieder schottische Gutsherrentitel („Laird“) angeboten, deren Führungsberechtigung an den Besitz eines bestimmten Grundstückes gebunden ist, welches wiederum an den Titel gekoppelt ist. Wer also das Grundstück oder einen Teil davon besitzt, durfte bis 2004 den Titel „Laird of...“ führen, inzwischen gibt es aber Gerichtsurteile, die eine Aufteilung eines Grundstücks zum Zwecke des Titeltragens untersagen. In Großbritannien konnte man bis 2004 den Laird-Titel sogar in den Ausweis eintragen lassen. Der Laird-Titel ist sicherlich ein netter Gag, den man jedoch nicht allzu ernst nehmen sollte. Auch in Großbritannien wird er nicht als Adelstitel angesehen, sondern basiert vielmehr auf jahrhundertealtem Ansehen und Gewohnheitsrecht der Landbesitzer. Als gehobenes Geschenk für gute Freunde eignet er sich aber durchaus. Man sollte aber nicht zu viel Geld ausgeben, denn Laird-Titel bekommt man im Internet recht preiswert schon für wenige Pfund Sterling. Lesenswert ist dazu auch dieser Artikel aus dem „Telegraph“.

Donnerstag, 23. August 2018

Stilecht picknicken

Über ein stilechtes Picknick nach britischen Standards ist bereits einiges gesagt worden: Zubehör und Lebensmittel von Fortnum & Mason (aber nicht nur!), kontinentale Lieferanten für englischen Pork Pie oder welches englische Messer sich für ein Picknick besonders eignet. Ein englisches Picknick sollte man natürlich möglichst in einem englischen Landschaftsgarten zelebrieren. Dieser Garten muss nicht notwendigerweise in England sein, aber er sollte nach englischen Standards angelegt worden sein, um die entsprechende Stimmung zu erzeugen.
Selbstverständlich gibt es noch mehr interessante Picknickplätze. Beispielsweise hat auch ein Picknick in einer Alpenlandschaft einen gewissen Reiz, sofern man der Versuchung widersteht in eine Trachtenveranstaltung abzugleiten (wer sicher gehen will, sollte die Schweiz auswählen; dort ist die Gefahr – vielleicht mit Ausnahme von Appenzell - am geringsten). Das englische Picknick­zubehör kann man bedenkenlos einsetzen, schließlich haben die Engländer den Alpinismus erfunden. Die dargereichten Speisen dürfen naturgemäß aus der Region stammen: Alp- oder Bergkäse, Landjäger, Bündner Salziz oder Tiroler Kaminwurz'n passen hervorragend in die Bergwelt, ebenso einheimisches Brot (als Beilage: Gewürzgurken und hartgekochte Eier). Bei den Getränken konveniert ein alpenländischer Schaumwein, z.B. aus dem Wallis oder aus Südtirol. Als stilechtes Picknickmesser könnte man ein Modell eines schweizerischen Armeemessers verwenden (auch für Österreich geeignet). Auch ein französisches Laguiole-Messer würde hier gut passen, zumal wenn das Picknick in den französischen Alpen veranstaltet wird.
Findet das Picknick am Meer statt, serviert man selbstredend Fisch und Meeresfrüchte, z.B. Krabbenbrötchen oder Matjeshering (auch hier Gewürzgurken und hartgekochte Eier als Beilage). An der Nordsee reicht man Norderneyer Seeluftschinken oder Pellwormer Inselkäse, als Getränk Aquavit oder Sanddornlikör (als Digestif). Am Mittelmeer serviert man entsprechend u.a. Scampi oder Thunfisch und regionalen Schinken, Käse, Oliven etc. und trinkt einen regionalen (Schaum-) Wein. Als Picknickmesser kann ein Messer mit maritimem Bezug fungieren, z.B. ein Seglermesser.
Eine besondere Herausforderung sind asiatische Picknicks. In Europa sind sie nur sehr schwer durchzuführen, braucht man dafür natürlich eine entsprechende Umgebung. In der BRD existieren etwa 20 botanische Gärten die nach japanischen oder chinesischen Vorbildern gestaltet sind. Die österreichischen Gärten ballen sich in Wien, wogegen die Schweiz zirka ein halbes Dutzend asiatische Gärten besitzt, die vor allem im Mittelland liegen. Nur wenige gestatten jedoch das Verzehren mitgebrachter Speisen im Park. Leider besitzen die meisten asiatischen Länder keine Picknicktradition und daher bieten die asiatischen Küchen auch nicht viel was sich zum Picknicken eignet. In der japanischen Küche finden sich Tsukemono (eingelegtes Gemüse), Sashimi (roher Fisch) und eventuell Imagawayaki (ein Gebäck) als Nachtisch. Die klassische Darreichungsform für Essen unterwegs ist das Bentō, was leider sehr arbeitsintensiv ist. Andere geeignete asiatische Gerichte wären z.B. (kalte) Frühlingsrollen, Pakora oder Samosa. Als Picknickmesser (sofern benötigt!) könnten die Werkstücke des chinesischen Herstellers Sanrenmu dienen; ideal wäre das Modell 1161 (90mm Tantoklinge), aber auch das Modell A169 (Klingenlänge ca. 74mm) und die Modelle WA731-A1 oder WA742-A1 (Multifunktions­messer mit 71mm Klinge) wären brauchbar. Als Getränke eignen sich chinesischer Pflaumenwein oder Reiswein und eventuell noch indisches Lassi. Japanischen Sake sollte man wegen seiner religiösen Bedeutung lieber nicht beim Picknick servieren.
Im Extremfall kann und sollte man jedoch beim Schaumwein seines Hauslieferanten bleiben, selbst wenn dies einen gewissen Stilbruch darstellt, und zwar bei jeder Art von Picknick. Und bei der Bekleidung sollte man ohnehin keine Zugeständnisse machen, weil sonst – wie bereits angedeutet - die Gefahr besteht in eine Trachtenveranstaltung abzugleiten.

Dienstag, 21. August 2018

Ausflugstipp: Der Henarsee im Toten Gebirge in der Steiermark

Unterhalb des Redenden Steines (1900m) und oberhalb des Henarwaldes gelegen, ist der mit 80x45 Metern relativ kleine, aber wildromantische Henarsee (1691m) ein Gewässer ohne sichtbare Zu- oder Abflüsse in einem ansonsten wasserarmen Karstgebirge. Etwa einen Kilometer weiter westlich auf der Henaralm liegt das Albert-Appel-Haus (1638m), ein teilweise bewirtschaftetes Schutzhaus des Österreichischen Touristenvereins mit Übernachtungsmöglichkeiten (albert-appelhaus.at). Die Gegend ist natürlich ein beliebtes Wandergebiet, aber nicht so stark besucht wie andere Land­schaften der Alpen. Die Region um den Henarsee ist verkehrsmäßig nicht erschlossen; befahrbare Straßen gibt es kilometerweit nicht. Der kürzeste Aufstieg zu See und Hütte erfolgt von Grundlsee aus über den Wanderweg 235 (ca. 4 Std.). Ein weiterer Weg führt vom Dorf Loser (die Straße zum Parkplatz an der Loseralm ist mautpflichtig; Alternative: Sessellift; loser.at) über die Loseralm und den Karl-Stöger-Steig zur Augstwiesenalm und weiter zum Henarwald. Auf dem Weg passiert man zwei Karsthöhlen.
Nach Grundlsee gelangt man mit der Bahn über Attnang-Puchheim oder Stainach-Irdning bis Bad Aussee und dann mit dem Bus 956. Mit dem Auto fährt man von Salzburg die B158 und wechselt in Bad Ischl auf die B145 nach Bad Aussee. Die letzten Kilometer nach Grundlsee legt man auf der Landstraße zurück.
Das Ausseerland (ausseerland.salzkammergut.at) ist übrigens auch sehr gut für Badekuren geeignet. In Bad Aussee (badaussee.at) wartet das Narzissenbad mit seiner Sole-Thermalquelle auf Besucher (vitalresort.at), im nahegelegenen Bad Mitterndorf die Grimming Therme (grimming-therme.com), eine „akratische fluoridhaltige Calcium-Magnesium-Sulfat-Therme“. Ein weiterer Kurort in der Region ist Bad Goisern (bad-goisern.ooe.gv.at), nördlich von Bad Aussee und südlich des weltbe­kannten Kaiserbades Ischl gelegen. Der Badebetrieb spielt sich im wesentlichen im kinderfreund­lichen Parkbad ab (parkbad-badgoisern.at). Alle Orte liegen an der Bahnlinie Attnang-Puchheim – Stainach-Irdning resp. an der Bundesstraße 145.

Sonntag, 19. August 2018

Picknickkorb für Schaumweinflaschen

Die meisten Picknickkörbe sind für Weinflaschen ausgelegt, was daran liegt, dass zum Picknick traditionellerweise eine Flasche Wein gereicht wird. Deshalb handelt es sich bei den mitgelieferten Trinkgläsern praktisch immer um Weingläser und bei den eingebauten Glashalterungen um solche, in die eben nur Weingläser hinein passen. Snobs bevorzugen jedoch den Schaumwein ihres Haus­lieferanten (im Notfall ginge auch Champagner). Einen Picknickkorb zu finden, der statt Weingläser solche für Schaumwein beinhaltet, ist jedoch nicht so einfach. Man mag nun argumentieren, dass die mitgelieferten Gläser ohnehin bruchanfällig sind und besser durch Trinkgefäße aus Metall (bevorzugt Silber) ersetzt werden sollten. Das ist natürlich richtig, jedoch scheitert dies an eben­jenen Glashalterungen, die für Schaumweingläser zu breit und oft auch in zu geringem Abstand montiert sind. Abhilfe schafft nur ein Picknickkorb der für Sektgläser ausgelegt ist. Einen solchen Korb des Herstellers Red Hamper offeriert Wayfair.de unter dem Namen „Picknickkorb Champagne“. Die mitgelieferten vier Schaumweingläser kann und sollte man durch bruchsichere Silberkelche ersetzen und dem ungestörten Schaumweingenuss steht nichts mehr im Wege. Silberne Sektkelche findet man in den einschlägigen Internet-Auktionshäusern mit dem Suchbegriff „Sektkelch Silber“. Mit einem Preis von €79 bis €95 pro Paar (versilbert) ist das zwar eine teure, aber einmalige Anschaffung.

Samstag, 18. August 2018

Warum ein Snob in Pommesbuden speist

Die Haute Cuisine steckt schon seit langem in einer Sackgasse. Ein gutes Restaurant der Spitzen­gastronomie gewinnbringend zu führen, ist heutzutage fast unmöglich, wenn bei einer Gewinn­marge von 5% nur 10% der Gäste eine Reservierung stornieren. Aufsehen erregt hat im Jahre 2017 auch der Fall des Chefkochs des Drei-Sterne-Gourmetrestaurants Le Suquet in Laguiole (Auvergne), der um die Streichung aus dem bekannten Gastronomieführer Guide Michelin gebeten hat. Aber viel schlimmer sind eigentlich die Gleichförmigkeit der Speisenkarten, die aus der Vernetzung der Köche resultiert, oder die Weinbegleitung, die am Ende ein alkoholisches Durcheinander produziert, wie auf einer Oberstufenparty. Auch produziert die Neigung immer exotischere Zutaten zu verwenden Geschmacksrichtungen, die nicht nur haarscharf am Rande des Limits liegen, sondern dieses hin und wieder überschreiten, wie z.B. das kürzlich entwickelte Mayonnaise-Speiseeis. Einem Snob bleibt da nur die Möglichkeit einen Schritt zurück zu treten und die Dinge aus der Distanz zu betrachten.
Der nächste logische Schritt führt ihn dann in eine bodenständige Pommesbude, denn diese stellt den Königsweg der schnellen Küche dar. Wichtig ist, nicht einfach irgendeine Bude anzusteuern, sondern einen alteingesessenen Traditionsbetrieb mit guter Reputation und stimmigem Angebot. Dazu verwende man einen entsprechenden Gastronomieführer, die es inzwischen auch als Smartphone-App gibt. Nach erfolgter, sorgfältiger Buden-Auswahl sollte der Snob auf jeden Fall seine eigene Pommes-Gabel aus Metall mitbringen. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Botschaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites mit den Fingern essen. Vorhandene Sitzgelegenheiten sollte man nutzen, auch wenn man dabei gesehen wird. Als Snob mit geradezu sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben. Gibt es nur Stehtische, dann bleibt man halt stehen, wenn sich in der unmittelbaren Nähe keine Sitzgelegenheit (z.B. eine Parkbank) findet. Im Gehen essen sollte man aber auf gar keinen Fall. Ein Snob nimmt sich stets die Zeit in Ruhe zu speisen, auch an einer Pommesbude. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein (z.B. bei Wurstgerichten), dann setzt der Snob anstelle des angebotenen Plastikbestecks sein Taschenmesser ein (ein Westfälisches Adelsmesser natürlich).

Freitag, 17. August 2018

Bad Hall im oberösterreichischen Traunviertel

Badebetrieb gibt es an der einzigen Jod-Sole Quelle Europas seit 1826, jedoch findet der heutige Kurbetrieb vorwiegend im Eurothermen Resort statt, das sich drei Hotels und zwei Gesundheits­zentren teilen (eurothermen.at). Sehenswert sind im Ort der Quelltempel der Tassiloquelle und ein paar andere, historische, mit dem Kurbetrieb im Zusammenhang stehende Gebäude; außerdem die Pfarrkirche, das Stadttheater, das Schloss und einige historische Stadthäuser. Bekannt ist weiterhin das Kurorchester, welches im Jahre 1855 als Cur-Musikkapelle gegründet wurde und mit welchem 1880 der Dirigent Gustav Mahler im Kurpark sein Debüt gegeben hat. Man findet auch diverse Museen im Ort, u.a. eine Haustürensammlung, und einen Golfclub (Ortstaxe €2; www.bad-hall.ooe.gv.at).
Mit der Bahn erreicht man Bad Hall über den Bahnhof Rohr an der Pyhrnbahn, ab dort fahren Postbusse nach Bad Hall. Außerdem gibt es Postbusverbindungen von Bad Hall nach Linz, Steyr und Kirchdorf an der Krems. Mit dem Auto erreicht man Bad Hall aus Richtung Passau kommend über die Bundesstraße 130 bis Eferding, die B134 bis Wels, die B138 bis Sattledt und dann die B122 via Kremsmünster nach Bad Hall.

Donnerstag, 16. August 2018

Ist „Adlig Sein“ heute noch erstrebenswert?

In früheren Jahrhunderten mag für den Snob die Anlehnung an den Adel eine Rolle gespielt haben, jedoch ist dieser entweder in den Wirren der Republik untergegangen oder hat auch so seine Vorbildfunktion weitgehend eingebüßt, wie man z.B. selbst in Großbritannien sehen kann. Die Proletarisierung der Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat dann die Vulgärkultur der Unterklasse endgültig zum Leitbild erhoben, ohne dass brauchbare Vorbilder an die Stelle des Adels getreten wären. Dessen Vorbildfunktion war allerdings auch vorher schon umstritten, weil er irgendwann aufgehört hat nach dem Höheren zu streben und sich nur noch der Selbstgefälligkeit hingegeben hat. Folglich ist die Zugehörigkeit zum Adel schon deswegen nicht erstrebenswert.
Des weiteren wird immer wieder vergessen, dass es auch innerhalb des Adels Abstufungen gibt. Ein einfaches „von“ vor dem Familiennamen weist den Träger gewöhnlich als Angehöri­gen des niederen Briefadels aus, der rangmäßig immer noch weit unter dem Hochadel (ehe­mals regierende Häuser) oder gar dem Uradel (adlig seit vor 1350, einige Quellen geben 1400 an) steht. Den genauen Stand einer Adelsfamilie erfährt man durch einen Blick in das Genea­logische Handbuch des Adels (früher „Gotha“). Die Zugehörigkeit zum Hoch- oder Uradel bleibt einem „Aufsteiger“ jedoch automatisch verwehrt, denn diese kann nun mal nicht verlie­hen werden. Als Angehöriger des niederen Briefadels mag man als Ex-Bürgerlicher zwar in der Hierarchie eine Stufe emporgeklettert sein, aber man steht nun innerhalb des Adels auf einer niedrigen Stufe, auf der man vom höheren Adel eher merkwürdig angesehen wird. Das sollte sich ein Snob nicht antun, zumal er es als solcher nicht nötig hat. Ein System welches dem Snob den ihm gebührenden Rang verweigert, sollte ein wahrer Snob einfach mit Miss­achtung strafen.
Darüber hinaus ist es gar nicht so bedeutungsvoll einen adligen Namen oder Titel zu führen, wenn man bedenkt, dass die meisten dieser Namensträger im Exil leben, zumindest aber ihren Besitz und ihre Vorrechte eingebüßt haben. Nicht wenige von ihnen finanzieren ihren Lebens­unterhalt mehr oder weniger durch den „Verkauf“ ihres Adelsnamens mittels Adoption oder Heirat und oft verdingen sie sich als „Aushängeschild“ zu Werbezwecken, z.B. als Betreiber „exklusiver“ Versandhäuser oder Luxushotels die irgendeinem Investmentfond gehören. Adop­tionen unter Erwachsenen werden heutzutage von den Behörden so gut wie nicht mehr aner­kannt. Folglich ist die Heirat mit einer Person die diesen Namen bereits trägt die einzige Mög­lichkeit an einen adligen Namen zu gelangen. Einem „gekauften“ Adelstitel haftet jedoch immer der kommerzielle Nimbus an. So was hat ein Snob nicht nötig.
Stattdessen sollte der Snob für einen Eintrag seiner (bürgerlichen) Familie im Deutschen Ge­schlechterbuch sorgen. Schließlich ist man ja nicht irgendwer! Es gilt für den bürgerlichen Snob: Nichts ist edler als mit den eigenen Familienwerten die Umwelt zu überzeugen. Haupt­sache, man wird erkannt!
Gegen den lehrmäßigen Erwerb eines akademischen Grades ist im übrigen nichts einzuwen­den. Diese dürfen in der BRD allerdings nur geführt werden, wenn sie im Ausweis eingetra­gen sind. Um einen akademischen Grad einer ausländischen Universität im Ausweis eintragen zu lassen, muss eventuell nachgewiesen werden, dass dieser unter lehrmäßigen Bedingungen erworben wurde. Akademische Grade bei denen das nicht der Fall ist, können auch später noch aberkannt werden (gilt auch für deutsche Grade), was natürlich eine Peinlichkeit dar­stellt. Dieser sollte ein Snob sich auf keinen Fall aussetzen.

Mittwoch, 15. August 2018

Snobs am Bodensee

Die Bodenseeregion ist keine typische Snobregion, jedoch finden sich auch dort ein paar Dinge, die für Snobs interessant sind.
  • In Überlingen gibt es seit einigen Jahren die Bodensee-Therme, ein modernes Schwimmbad mit separatem Thermalbecken, Seeblick und eigener Bahnstation (bodensee-therme.de).
  • Wer Konstanz oder Friedrichshafen im Winter besucht wenn keine Fahrgastschiffe auf dem Bodensee verkehren, aber dennoch eine Schiffstour machen möchte, der könnte mit der Katamaranlinie von Konstanz nach Friedrichshafen (oder vice versa) fahren. Diese Schiffslinie wird ganzjährig betrieben. An Bord der drei Schiffe gibt es Speisen und Getränke sowie WLAN und Steckdosen (Piccolo Hausmarke 0.2l, € 8.50, Prosecco 0.1l., € 3.90, Flasche Prosecco 0.75l., € 19). Ab Friedrichshafen könnte man einen Ausflug mit der Fähre in das schweizerische Romanshorn anschließen.
  • In Radolfzell existiert das Outletcenter Seemaxx (seemaxx.de) mit zahlreichen Sport- und Freizeitmodelabels. Geöffnet ist Mo.-Sa. 10:00-19:00 Uhr. Vom Bahnhof Radolfzell (Gepäckschließfächer vorh.) erreicht man das Center nach ca. 15min. Spaziergang durch die Innenstadt.
  • Dornbirn liegt zwar ein Stück weit weg vom Bodensee, aber der Besuch des Rolls Royce Museums ist den Aufwand wert (rolls-royce-museum.at). Auf Wunsch wird sogar ein Nachmittagstee organisiert. In jedem Fall ist eine Anmeldung erforderlich.
  • Vor allem am westlichen Bodensee existieren etliche (Privat-) Gärten, die zu bestimmten Zeiten öffentlich zugänglich sind. Ein paar davon bieten sogar Übernachtungsmöglich­keiten. Infos unter: garten-rendezvous-bodensee.de und bodenseegaerten.eu

Dienstag, 14. August 2018

Ausflugstipp: Der Schrecksee im Allgäu

Auf 1813 Metern Höhe in einem kesselartigen Hochtal 15 Kilometer südlich vom Kneippheilbad Hindelang und nur 300 Meter von der Grenze zu Tirol gelegen, wurde der See 2016 vom Magazin Bergwelten zum schönsten Bergsee der Alpen gewählt und ist dementsprechend bekannt. Lediglich seine abgelegene Lage hat bisher verhindert, dass er von Touristen überrannt wurde. Die Insel im See ist aus einer Halbinsel entstanden, nachdem der See zur Energiegewinnung um einige Meter aufgestaut wurde. Unweit des Sees befindet sich als einziges Gebäude im Umkreis der Schreckenalpehof. Bis Hinterstein kann man von Bad Hindelang aus mit dem Linienbus 49 fahren, dann geht es nur noch zu Fuß weiter bis zum ca. 6 Kilometer entfernten See. Bad Hindelang erreicht man vom Bahnhof Sonthofen aus mit dem Bus 48. Mit dem Auto geht es von Sonthofen über die B308 nach Bad Hindelang. Am Kreisel vor dem Ortseingang rechts ab nach Hinterstein (Einkehrtipp: kiosk-petra-wechs.de). Parkplätze am Ortseingang, im Ort neben der Kirche oder „Auf der Höhe“.

Montag, 13. August 2018

Privatgärten in Oberösterreich und in der Schweiz

In Oberösterreich findet ein „Tag der offenen Gartentüre“ am 23. September statt. Teil nehmen Gärten in Schiedlberg, Bad Hall, Niederneukirchen, Inzersdorf und Steyr. Die Gärten befinden sich relativ nahe beieinander in einem Gebiet, welches sich südlich von Linz an der Donau in Richtung Phyrn erstreckt. Von der BRD aus reist man am besten über Passau kommend auf der österreichischen Bundesstraße 130 nach Eferding und dann weiter nach Wels. Die genaue Lage der einzelnen Gärten entnehme man der Webseite gartentage.at.
In der Schweiz gibt es verschiedene Vereinigungen von Gartenfreunden, deren Mitglieder ihre Gärten an unterschiedlichen Tagen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Termine gibt es das ganze Jahr über und in verschiedenen Ecken der Schweiz, sodass man zur Orientierung unbedingt einen Blick auf die Webseite offenergarten.ch werfen muss.
Übrigens: Wer Anfang September nach London reist, könnte einen Ausflug nach Woking machen und die RHS Garden Wisley Flower Show besuchen (4. bis 9. September; rhs.org.uk).

Sonntag, 12. August 2018

Das Warenhaus Illum in Kopenhagen

Im Jahre 1891 von Anton Carl Illum gegründet, ist das „Illum“ in der Østergade 52 heute das renommierteste Warenhaus der dänischen Hauptstadt (illum.dk). Es gibt zwar zahlreiche internationale Marken, jedoch liegt der Schwerpunkt des Angebotes bei skandinavischen Designern. Auch findet man einige Boutiquen nach dem Shop-in-shop Prinzip und eine Feinkostabteilung. Auf der sechsten und höchsten Etage befindet sich ein Restaurant mit Dachterrasse und Aussicht. Geöffnet ist das Haus Montag bis Sonntag 10:00 – 20:00 Uhr (das Restaurant ist bis Mitternacht geöffnet).

Samstag, 11. August 2018

Britische Picknickmesser zum britischen Picknick

Ein Picknick nach britischen Standards auf dem Kontinent zu organisieren ist nicht so schwierig wie es auf den ersten Blick wirkt. Einen Teil des Picknickzubehörs kann man bekanntlich von Fortnum & Mason liefern lassen, u.a. Picknickkörbe, -taschen und -decken sowie Getränkepacks und haltbare Lebensmittel. Frische Lebensmittel beziehe man von Lieferanten aus der näheren Umgebung. Wer darauf besteht Pork Pie zu servieren, kann – wie an anderer Stelle ausführlich dargelegt – auf spezialisierte Lieferanten zugreifen, wie z.B. british-shopping.eu, die übrigens auch einen tiefgefrorenen Pork Pie im Programm haben, der bereits gebacken ist und nur aufgetaut werden muss. Was jetzt noch fehlt, ist ein passendes Picknickmesser. Als Snob hat man natürlich sein Westfälisches Adelsmesser (mit Champagnerhaken) griffbereit oder man hat sich ein Picknickmesser von Klaas, Laguiole oder Victorinox zugelegt. Wer jedoch stilecht ein britisches Messer einzusetzen wünscht, der sollte sich die Produkte der Sheffielder Traditionsfirma Arthur Wright & Son anschauen (penknives-and-scissors.co.uk). Vor allem das 3½ Lamb Foot Knife ist mit seiner heruntergezogenen Klinge hervorragend zum picknicken geeignet. Es gibt verschiedene Griffvarianten und sogar eine Version für Linkshänder. Alle Messer werden in der alten englischen Messerstadt Sheffield weitgehend in Handarbeit gefertigt.

Freitag, 10. August 2018

Ausflugstipp: Der Katzenbuckel im Odenwald

Der Katzenbuckel, mit 626 Metern der höchste Berg des Odenwaldes, ist vulkanischen Ursprungs und ein beliebtes Ausflugsziel. Auf seinem Gipfel befindet sich ein 18 Meter hoher Aussichtsturm. In der Nähe des Gipfels findet man eine Schutzhütte, einen Picknickplatz und ein paar Bänke (eine weitere Schutzhütte liegt am Nordwesthang). Eine Besonderheit des Berges ist sein hoher Magnetitgehalt, der vor allem im Gipfelbereich Kompassnadeln von der Nordrichtung ablenkt. Südöstlich vom Gipfel befindet sich in einem ehemaligen Steinbruch der Katzenbuckelsee. Nicht weit davon liegt die Turmschenke (turmschenke.de), ein beliebtes Ausflugslokal. Im nahegelegenen Waldbrunn existiert die Katzenbuckel-Therme, ein modernes Schwimmbad mit mehreren Becken, Sauna und Massageangeboten (katzenbuckel-therme.de). Leider gibt es in der Nähe auch das Feriendorf Waldbrunn (feriendorf-waldbrunn.de) mit etwa 70 Ferienhäusern, wodurch die Gegend merklich belebt wird.
Nächstgelegene Bahnstation ist Eberbach; von dort erreicht man zu Fuß nach etwa 6 Kilometern den Katzenbuckelgipfel aus Richtung Nordosten. Neben dem Bahnhof Eberbach befindet sich ein Rewe-Supermarkt. Der Weg zum Katzenbuckel führt vorbei an den drei Ruinen der Burg Eberbach (Regenschutzhütte vorhanden; eine weitere Regenschutzhütte liegt auf halbem Weg zwischen der Burg Eberbach und dem Katzenbuckel). Vom Bahnhof Eberbach aus verkehren (Regional-) Züge nach Heidelberg (- Mannheim) und Heilbronn. Mit dem Auto nimmt man ab Heidelberg die B37 bis Eberbach und fährt von dort über Unterdielbach nach Waldkatzenbach (Parkplatz an der Turmschänke).

Donnerstag, 9. August 2018

Reisegepäck ins Ausland versenden

Der Versand von Reisegepäck ist innerhalb der BRD mittels DHL oder Hermes Versand möglich. Das Gepäck kann dabei auch von Zuhause abgeholt werden. Ein Gepäckversand ins Ausland ist in der Regel nicht vorgesehen, allerdings gibt es einen Trick, wie man sein Reisegepäck trotzdem ins Ausland versenden kann: Der Koffer wird einfach in einen passenden Pappkarton gesteckt und als Paket versandt. Dabei dürfen natürlich die für Auslandspakete üblichen Maße und Gewichte nicht überschritten werden, die je nach Versandunternehmen verschieden sind. Ist der Karton stabil genug, dann kann man gegen Urlaubsende den Koffer auf demselben Weg wieder nach Hause schicken.

Mittwoch, 8. August 2018

Strandurlaub in Bournemouth

Wer Strandurlaub machen will, denkt nicht unbedingt an die Stadt an der englischen Südküste. Dabei hat Bournemouth einen der schönsten Sandstrände Europas zu bieten. Der Strand befindet sich zumeist unterhalb eines Felsens und ist über diverse Serpentinenwege oder Strandlifte (aus der Victorianischen Zeit) gut zu erreichen (visitbournemouth.com). Einige Strandabschnitte sind bewacht, es gibt einen Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih, einen Pier und einen Hundestrand. Unterkünfte bucht man über bournemouth.co.uk. Wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man die Nachbarstadt Poole besuchen. Dort kann man den größten natürlichen Hafen der Welt bestaunen. Nach Bournemouth gelangt man mit der South Western Railway ab London Waterloo Station (southwesternrailway.com). Alternativ könnte man mit der Fähre aus Cherbourg (F) nach Poole reisen und die letzten 10 Kilometer nach Bournemouth mit der Bahn fahren. Nach Cherbourg gelangt man mit der Bahn ab Paris, St. Lazare. Wer mit dem Auto anreist, wird wahrscheinlich von Dover aus die Südküste entlangfahren wollen (ca. 200km). Leider gibt es aber keine durchgängige Küstenstraße, sodass man immer wieder ins Landesinnere ausweichen muss.

Dienstag, 7. August 2018

Pommesbuden in Autobahnnähe

Ein Snob verreist gewöhnlich nicht in der Hauptreisezeit. Da sich aber allmählich die Nachsaison nähert, sei ein Hinweis auf die PDF-Datei „Pommesbuden in Autobahnnähe“ erlaubt, die über den nebenstehenden Link „Snob-Bibliothek“ abgerufen werden kann. Für den im Auto reisenden Snob finden sich in der Auflistung Pommes- und Currywurstimbisse in der Nähe einer Autobahnausfahrt, die eine brauchbare Alternative zu den oft teuren und überlasteten Autobahnraststätten darstellen.

Montag, 6. August 2018

Offene Gärten

Offene Gartenpforte“ ist der Name einer Bewegung, die ursprünglich aus England stammt und seit den 1990er Jahren private Gärten an bestimmten Tagen im Jahr für Besucher zugänglich macht. Die Anzahl der teilnehmenden Gärten, auch in den entlegensten Flecken des Landes, ist mittlerweile unüberschaubar. Besuchstermine gibt es fast das ganze Jahr über, auch wenn der Schwerpunkt naturgemäß in den Sommermonaten liegt. Eine vollständige Auflistung aller Gärten und Termine existiert nicht, jedoch ist die „Sammlung“ der Webseite offene-gartenpforte.de am Umfangreichsten. Die folgenden Termin- und Ortsangaben sind folglich nur als Anregung zu verstehen.
Im Elbe-Elster-Land, der Gegend zwischen Cottbus und Leipzig, befinden sich sechs private Gärten, die am 11. oder 12. August d.J. für die allgemeine Öffentlichkeit (teilw. nach Voranmel­dung) zugänglich sind. Einzelheiten erfährt man unter offenegaerten-eel.de. In Berlin und Branden­burg nehmen derzeit 122 (sic) Gärten an dem Programm „Offene Gärten“ teil und auch hier gibt es das Datum 11./12. August und mehrere Termine im Herbst. Weitere Infos bietet die Seite offene-gaerten-berlin-umland.de. In Dahme-Spreewald stehen die Gartentüren am 19. August offen (dahme-heideseen-naturpark.de). In der Uckermark wäre der nächste Termin am 8./9. September; Infos unter: tourismus-uckermark.de/unterwegs/offene-gaerten-uckermark.html. In Uelzen werden am 1./2. September und 6./7. Oktober die Gartentore geöffnet (offene-gaerten-uelzen.de), an der Weser gibt es mehrere Herbsttermine (ingoornkieken.de).

Sonntag, 5. August 2018

Privatgärten im Bergischen Land

Wer am 15. oder 16. September d.J. im Bergischen Land weilt, könnte dort einen oder mehrere Privatgärten besichtigen. In den folgenden Orten sind an diesen Tagen Gärten für Besucher geöffnet:

Bergisch Gladbach: Garten am Milchborntal (900 qm, Hildegard Tillmann, Lückerather Weg 64)
Hennef: Auerbachs Garten (o.G., Steinerhart 40; auerbachsgarten.de)
Lindlar: Naturgarten am Steinbruch (2.000 qm, Katja und Klaus Wopfner, Zu den Brüchen 1) und Garten Ommertalhof (10.000 qm, Nicole und Frank Schroeder, Zur Ommer 9; ommertalhof.de)
Lohmar: Blumenwerkstatt (1.400 qm, Heidrun und Jürgen Kewald, Schönau 32), Wohnraum im Garten (250 qm, Erika und Michael Panthen, Nussbaumweg 2; panthensgarten.de) und Genussgarten (1.300 qm, Dornbusch, Breidter Str. 40)
Much: Hof Tüschenbonnen (6.000 qm, Ute Brehm und Michael Schröter, Tüschenbonnen 9; tueschenbonnen.de)
Rösrath: Schwimmteichgarten (o. G., Andrea Lachnit und Helmut Hünert, Zum Sandfeld 2a)
Ruppichteroth: Garten mit Weitblick (3.000 qm, Ellen Schiller und Martha Wassen, Am Hofgarten 5-7)
Solingen: Garten Ulbrich (8.000 qm, Thorsten Ulbrich und Marcus Vogel, Bertramsmühlerweg 25; blumen-ulbrich.de)
Wipperfürth: Alpiner Garten (10.000 qm, Margret und Klaus Koppenhagen, Abstoß 2b; alpinepflanzen.de)

Die folgenden Gärten sind am 23. und 24. September für Besichtigungen geöffnet:

Odenthal: Garten im Scherfbachtal (2.000 qm, Michael Becker, Höffer Weg 10a; gartenbaumschule-becker.de)
Waldbröl: Herzgarten (2.500 qm, Claudia und Bernd-Uwe Mach, Stöckenweg 2)

Weitere Infos und ggf. Wintertermine findet man unter: bergische-gartentour.de

Ein Gastronomietipp: Die „Bergische Wurstbraterei“ in Spitze an der L289 (B506). Auf dem Weg von Bergisch Gladbach das Strundetal aufwärts erreicht man einen Bergsattel mit der kleinen Ort­schaft Spitze. Direkt an der großen Kreuzung von der L289 und der Wipperfürther Straße liegt die Bergische Wurs­tbraterei, eine alteingesessene Imbissbude, die immer wieder vor allem für ihr Schaschlik und ihren Kar­tof­fel­salat gelobt wird. Im Jahre 2007 wurde der Imbiss sogar „für überdurchschnittliche Qualität und Hygiene“ aus­­gezeichnet. Parken kann man direkt vor dem Haus. Rechts neben dem großen Thekenfenster, hinter einer eher unscheinbaren Tür, verbirgt sich ein kleiner Raum mit einigen Barhockern an hohen Tischen. Geöffnet ist täglich von 10:30 Uhr bis 22:00 Uhr.
Anfahrt: Ab Bergisch Gladbach via Herrenstrunden oder von der B506 Köln – Wipperfürth in Schanze abbiegen auf die Bechener Straße, nach knapp 2km wird Spitze erreicht. Dort auf dem Linksabbieger einordnen. Die Im­biss­bude liegt nur wenige Meter hinter der Kreuzung. Direkt vor der Tür hält der Bus 426 Berg. Gladbach – Kür­ten, außerdem die Buslinien 335, 427 und N43.

Samstag, 4. August 2018

San Vito Lo Capo / Sizilien

Der beliebte Badeort auf Sizilien, ca. 100km westlich von Palermo und unterhalb eines markanten Felsens, hat einen der schönsten Strände Europas und ist in der Ferienzeit natürlich gut besucht, aber nicht so überlaufen wie Badeorte in Norditalien. Erreicht wird der Ort über eine kurvenreiche Gebirgsstraße (SP16) von Lentina aus. An der Ortseinfahrt findet man kostenlose Parkplätze; der Ortskern ist für den Autoverkehr weitgehend gesperrt. Ein Linienbus befördert Besucher zum Strand. In San Vito gibt es alles, was man von einem guten Ferienort erwartet. Sehenswert sind die Kirche Santuario, die Cappella Sta Crescenzia und diverse historische Turmbauten (sanvitoweb.com). Ferienwohnungen mieten kann man hier: sicilia-ferien.de/orte/san-vito-lo-capo.
Wer mit dem eigenen Auto nach Sizilien reist, sollte ab Genua die Fähre nach Palermo nehmen. Um nach Italien zu gelangen, empfehlen sich u.a. die in den Sommermonaten wöchentlich verkehrenden Autozüge von Düsseldorf oder Hamburg nach Verona (Verona – Genua ca. 300km). Wer ohne Auto mit der Bahn kommt, nimmt am besten den Nachtzug ab München oder Wien nach Rom und dann den Nachtzug ab Rom nach Palermo. Von Palermo geht es mit dem Linienbus in ca. 2 Stunden nach San Vito Lo Capo (russoautoservizi.it).

Freitag, 3. August 2018

Der Perlsee in der Oberpfalz

Wer in der gegenwärtigen Hitzewelle Abkühlung sucht und zufälligerweise gerade in der Oberpfalz unterwegs ist, könnte den Perlsee bei Waldmünchen besuchen (perlsee.de). Der Stausee ist im Sommer natürlich ein beliebtes Ausflugsziel und entsprechen lebhaft geht es dort zu. Allerdings konzentriert sich das Strandleben vornehmlich auf das Nordufer. Die Südseite ist weniger frequentiert. Von dort sind es nur etwa 20 Minuten zu Fuß in den Ort Waldmünchen, von wo Züge der Oberpfalzbahn nach Cham verkehren. Mit dem Auto kommt man am besten über die B22 von Leuchtenberg (A6) oder von Cham. Ab Schönthal geht es über Nebenstraßen nach Waldmünchen. Ausflugstipp: Mehrere Grenzmärkte (u.a. Travel Free) und Tankstellen in Nemanice (CZ, ca. 4km).

Mittwoch, 1. August 2018

Besuch in Dublin

Es ist wie in Großbritannien, nur mit Euro und ohne Royalty: Die Hauptstadt der Republik Irland bietet einen interessanten Kontrast zum Vereinigten Königreich und vermittelt eine gute Vorstellung, wie es dort aussähe, wenn die britische Monarchie abgeschafft würde. Daran denkt aber natürlich niemand. Für Snobs macht es jedoch erstaunlich wenig Unterschied, denn Dublin hat Snobs so oder so etwas zu bieten, auch wenn das Angebot nicht so üppig ist wie in London, was aber an der unterschiedlichen Größe der beiden Städte liegt.
Zunächst wären da die üblichen Sehenswürdigkeiten: Das Nationalmuseum (Eintritt kostenlos; museum.ie), die Nationalgalerie (Eintritt kostenlos, außer Sonderausstellungen; nationalgallery.ie), das Trinity College (tcd.ie), die St. Patrick’s Cathedral (Eintritt €5.50), das Dubliner Schloss (Eintritt €7; dublincastle.ie), das Stadtviertel Temple Bar und die Stadtparks. Eine typisch irische Kuriosität, vor allem für Kinder, stellt das National Leprechaun Museum dar (Führung €10; leprechaunmuseum.ie).
Theaterfreunde sind in Dublin genau richtig. Im Abbey Theatre, gegründet von William Butler Yeats, werden vor allem Werke irischer Autoren aufgeführt (abbeytheatre.ie), während das Gate Theatre vorwiegend britische und amerikanische Autoren im Programm hat (gatetheatre.ie). In der 3Arena finden dagegen alle möglichen Veranstaltungen statt (3arena.ie).
Zwei gute Adressen für den Nachmittagstee sind The Gresham Hotel, 23 Upper O'Connell Street (ab €21) und The Morrison, Ormond Quay Lower (ab €19). Traditionelle Fish & Chips erhält man überall in Dublin, u.a. auch bei Leo Burdock (leoburdock.com).
Eine fast snobtaugliche Attraktion wäre „The Church”. Restaurants in ehemaligen Kirchen gibt es ja erstaunlich viele und auch die Hauptstadt Irlands kann mit einem solchen aufwarten. Außer dem Restaurant mit Biergarten, findet man einen Nachtclub im Keller und einen Partyraum im alten Kirchturm. Überdies ist das Lokal regelmäßiger Treffpunkt eines Whiskey-Tasting-Clubs. Damit ist The Church (www.thechurch.ie) eigentlich schon zu prominent, um für Snobs interessant zu sein, aber einen Kurzbesuch sollte man wagen können.
Natürlich kann man auch in Dublin einen traditionellen Hot Towel Wet Shave bekommen. Ein Anbieter ist die in Familienbesitz befindliche Barbershop-Kette Sam's Barbers (samsbarbers.com). Weitere gute Servicestellen sind The Grooming Rooms (thegroomingrooms.com) in der South William Street, Knight's Barbers im Stephens Green Shopping Centre (knights-barbers.com) und The Man Cave (themancave.ie) in der Harty Avenue,Walkinstown (außerhalb der Innenstadt). Besonderes Augenmerk verdienen die irischen Herrenpflegeprodukte der Marke Dr K Soap Com­pany (drksoap.com), die man in Dublin bei Sam's Barbers (s.o.), Knight's Barbers (s.o.) und in den meisten Filialen der LloydsPharmacy (lloydspharmacy.ie) erhält.
Kein Aufenthalt in Dublin ist vollständig ohne einen Besuch im renommiertesten Kaufhaus der Stadt Brown Thomas (brownthomas.com). Nach dem Shop-in-shop Prinzip gibt es im Flagshipstore 95 Grafton Street Boutiquen von Hermès, Fortnum & Mason, Gucci, Armani und vielen anderen Luxusmarken. Im obersten der vier Stockwerke befindet sich ein Restaurant.

Auch außerhalb Dublins findet man interessante Dinge.
  • Outlet Shopping Etwa eine Autostunde von Dublin entfernt liegt Kildare Village, das wichtigste Outlet Center Irlands (kildarevillage.com). Das Center wird mit Bussen von Dublin (Innenstadt und Flughafen), Limerick und Shannon (Airport) aus angesteuert. Mit der Eisenbahn fährt man ab Dublin Heuston Station in 35 Minuten nach Kildare Town und steigt dort um in den kostenlosen Zubringerbus. Auch aus anderen Regionen Irlands gibt es Buszubringer (v.a. Dublin Coach) oder Bahnanschlüsse. Im Center werden die üblichen Dienste geboten, u.a. gratis WLAN, eigene App, Akkuladegeräte, Kinderspielplatz, Autoservices, Hundepension, Hands Free, Tax Free & Personal Shopping.
  • Landschaftsgarten Weit im Westen der Insel bei Fanore, an einer Meeresbucht gegenüber von Galway, liegt Caher Bridge Garden, einer der reputabelsten, irischen Landschaftsparks. Der Garten ist in Privatbesitz und Besuche (Eintritt €5) sind nur mit Voranmeldung möglich: caherbridgegarden@gmail.com (Tipp: Wer sich für irische Landschaftsgärten interessiert, sollte sich das hier ansehen.).
  • Spukschloss Ballygally Castle in Nordirland, nördlich von Belfast an der irischen See gelegen, ist heute ein Hotel (hastingshotels.com/ballygally-castle). Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Lady Isobella Shaw wurde von ihrem Mann, Lord James Shaw, angeblich im Turmzimmer eingesperrt, nachdem sie den gemeinsamen Sohn zur Welt brachte. Lord Shaw wollte sie verhungern lassen, also sprang Isobella aus dem Fenster und starb. Seit über 400 Jahren soll ihr Geist das Schloss heimsuchen, auf der Suche nach ihrem Sohn. Heute ist das Schloss ein Hotel, Isobellas Suche ist aber noch nicht abgeschlossen. Gäste hören mitten in der Nacht (!) immer wieder jemanden an ihre Türe klopfen. Das Schloss ist übrigens auch sehr gut für den Nachmittagstee geeignet (ab £15).
  • Heilbad vs. Heiratsmarkt Traditionelle Heilbäder und Kurorte wird man in Irland leider vergebens suchen. Der Grund liegt darin, dass es keine Heilquellen gibt. Einzige Ausnahme ist Lisdoonvarna (739 Einw.). Das verschlafene Dorf in einer Karstlandschaft im Westen der Insel ist der einzige Ort Irlands mit einer Heilquelle. Diese wird allerdings so gut wie gar nicht genutzt. Lisdoonvarna ist vielmehr für seinen Heiratsmarkt bekannt, der jährlich am Erntedankfest (Thanksgiving) stattfindet (früher zeitgleich mit dem Viehmarkt) und von Besuchern aus der ganzen englischsprachigen Welt aufgesucht wird.
Die Anreise nach Irland kann über mehrere Routen erfolgen (alle Fähren transportieren auch PKW):
1. Mit der Fähre ab Cherbourg (F). Beinahe täglich (in den Wintermonaten seltener) verlässt abends eine Fähre von Irish Ferries (irishferries.de) oder Stena Line (stenaline.de) die französische Hafen­stadt an der Kanalküste auf dem Weg ins irische Rosslare oder nach Dublin. Weitere Verbindungen werden ab dem benachbarten Rosscoff (F) offeriert, u.a. eine mit Brittany Ferries nach Cork (brittanyferries.de). Cherbourg erreicht man ab Paris, Bahnhof St. Lazare mit der Eisenbahn in ca. 3 ½ Stunden.
2. Mit P&O Ferries (poferries.com) von Zeebrügge (B) oder Hoek-van-Holland (NL) nach Hull (GB), mit der Eisenbahn nach Liverpool und ab dort mit P&O Ferries nach Dublin.
3. Mit der Fähre oder dem Kanaltunnelzug über den Ärmelkanal, mit der Bahn nach Holyhead oder Pembroke und ab dort mit einer Fähre nach Rosslare oder Dublin.
4. Mit dem Flugzeug. Vor allem Ryanair bietet preiswerte Flüge nach Dublin an.



Dienstag, 31. Juli 2018

RHS im August und September

Vom 1. bis zum 5. August findet die RHS Garden Hyde Hall Flower Show in der Nähe von Chelmsford, nordöstlich von London, statt. Reisende nach Cornwall sollten sich einen Tag zwischen dem 17. und 19. August frei halten. Dann gibt es nämlich die RHS Rosemoor Garden Flower Show in Torrington, nahe der Nordküste Cornwalls. Termin für die RHS Garden Wisley Flower Show in der Nähe von Woking (südwestlich von London) ist die Woche vom 4. bis 9. September. Die letzte große Veranstaltung in diesem Jahr ist die Herbstschau in Malvern (bei Worcester) am 29. und 30. September (rhs.org.uk). Man beachte die jeweiligen Anreiseempfehlungen auf der Webseite.

Messer für den Snob von Welt: Laguiole

Unter dem Begriff „Laguiole“ werden traditionsreiche, französische Taschenmesser zusammen­gefasst, die entweder in der Ortschaft Laguiole (zwischen Toulouse und Clermont-Ferrand) oder in der ca. 170km entfernten Stadt Thiers (östlich von Clermont-Ferrand) hergestellt werden. Außerdem gibt es zahlreiche Nachahmerprodukte aus Asien, da der Name „Laguiole“ nicht geschützt ist. Eine Biene oder Fliege auf dem Messerrücken ist das Erkennungszeichen, außerdem die individuelle Verzierung des Federrückens und der Klinge mit eingeschliffenen Kerben sowie ein Kreuz, das durch Nägel gebildet wird, die um den mittleren Niet ins Heft eingeschlagen sind. Das geschwungene Design mit der sich ergonomisch verjüngenden, nach unten gezogenen (und meist metallbeschlagenen) Griffendspitze stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist seither im Wesentlichen nicht verändert worden, denn besser geht es eigentlich nicht mehr (es gibt aber auch andere Designformen die unter dem Namen „Laguiole“ firmieren). Die renommiertesten Messerschmieden sind Laguiole en Aubrac, Forge de Laguiole, Fontenille Pataud und La Coutellerie de Laguiole Honoré Durand; es existieren aber noch etwa 130 weitere. Ursprünglich wurde das Messer von Schafhirten eingesetzt, aber mittlerweile ist es zu einem „Gentleman-Taschenmesser“ avanciert. Dennoch hat dieser Messertyp ein rustikales Flair und eignet sich damit vorzüglich für ein Snob-Picknick. Laguiole-Messer findet man im wesentlichen in der Standardversion mit einer ca. 10cm langen Bowie-Klinge (ideal zum Brotschneiden). Es gibt aber auch Ausführungen mit Korkenzieher und/oder Dorn, als Einhandmesser und in anderen Größen (leider nicht mit Champagnerhaken). Bei den Griffmaterialien kommen verschiedene Holzarten und Tierhorn, gelegentlich aber auch moderne Kunststoffe zur Anwendung. Im Netz findet sich hin und wieder sogar ein Modell mit einem türkisfarbenen Griff, der farblich sehr gut zu den Picknick-Utensilien von Fortnum & Mason in Eau de Nil passt. Natürlich kann man wegen eines Laguiole-Messers nicht auf das Westfälische Adelsmesser (das mit dem Champagnerhaken) verzichten, aber es bildet eine gute Ergänzung. Ein Laguiole soll man übrigens nicht zuschnappen lassen, da die Klinge dann auf der Innenseite der Feder aufschlägt, sondern langsam schließen. Oder wie der Franzose sagt: „Ressort silencieux vivra vieux“.

Montag, 30. Juli 2018

Privatgärten besichtigen

Snobs sind in der Regel auch Gartenfreunde. Besonders exklusiv ist dabei natürlich ein Blick in einen Privatgarten, in den man normalerweise nicht hinein kommt. Es gibt Gartenbesitzer, die zu bestimmten Zeiten ihren Garten für Interessierte öffnen. Wer im August zufälligerweise im Hunsrück oder am Mittelrhein unterwegs ist, könnte dort einen oder mehrere Privatgärten besichtigen. Einzelheiten und Termine findet man hier.

Sonntag, 29. Juli 2018

Hardegg im Waldviertel

Mit nur 87 Einwohnern (in der Kernstadt) die kleinste Stadt Österreichs, im Waldviertel und direkt an der tschechischen Grenze gelegen, gilt Hardegg als der Ort in Österreich, wo man am billigsten Urlaub machen kann (hardegg.gv.at). Ein Freibadbesuch kostet €3; wer auf dem angrenzenden Zeltplatz campiert (nur für Nicht-Snobs), zahlt für beides zusammen nur €5 pro Tag (plus die Nächtigungstaxe von derzeit €1.10). Die meisten historischen Gebäude und Denkmäler können (sofern besichtigbar) kostenlos besichtigt werden. Auch der Besuch des erlebenswerten Nationalparks Thayatal (np-thayatal.at) kostet nichts (angenehmer Picknickplatz an der Einsiedlerhöhle). Allerdings schlägt der Besuch der Burg Hardegg mit €7.50 zu Buche (burghardegg.at), der des Guckkastenmuseums mit €5.
Zur Anreise nehme man ab dem Bahnhof Retz den Bus 876. Nach Retz gelangt man mit dem Regionalzug ab Wien-Meidling. Mit dem Auto fahre man über die österreichische B38 bis Horn und weiter über die B4 und die B30. Aus Richtung Wien nehme man die S3, B303 und dann die B30. Das letzte Wegstück legt man dann auf der L38 oder L1044 zurück.

Samstag, 28. Juli 2018

Overtourism

Venedig hat erstmals Drehkreuze aufgestellt, um den Zugang von Besuchern zu strategischen Orten in der Stadt zu regeln. Dubrovnik will die Zahl der Kreuzfahrttouristen pro Tag halbieren. Amster­dam genehmigt keine neuen Hotels oder Souvenirshops mehr in der Innenstadt. Mallorca begrenzt die Zahl der Gästebetten in seiner Inselhauptstadt und in Barcelona werden Touristen sogar schon von den Einheimischen beschimpft. Seit kurzem gibt es ein neues Wort dafür: Overtourism. Der Begriff beschreibt eine Situation, in der eine Touristenhochburg derart von Besuchern überrannt wird, das die Einheimischen sich dagegen auflehnen.
Overtourism ist auch für Snobs unangenehm, bevorzugen sie es doch weit entfernt von der billigen Masse die Sehenswürdigkeiten eines Ortes zu genießen. Im Wesentlichen gibt es für den Snob zwei Strategien, um mit dem Overtourism umzugehen: Den Ort meiden oder Zeitfenster abseits der Touristenmasse nutzen.
Zuallererst sollte man die Hauptreisezeit vermeiden. In der Vor-, Nach- oder Nebensaison (i.d.R. außerhalb der Schulferien) herrscht generell weniger Betrieb. An manchen Orten reicht dies schon aus, um ungestört seinen Urlaubsfreuden nachzugehen. Ferienorte die zu allen Zeiten von Touristen überlaufen sind sollte ein Snob prinzipiell nicht aufsuchen. Oft findet sich wenige Kilometer entfernt ein Nachbarort, der deutlich weniger häufig besucht wird und der genau die Atmosphäre bietet, die man in dem überlaufenen Pendant vergeblich sucht.
Handelt es sich jedoch um einen einzigartigen Ort (z.B. Venedig oder die Pyramiden), funktioniert das natürlich nicht. Hier kann man nur die zweite Strategie nutzen, nämlich seine Besichtigungstour zu den Zeiten absolvieren, zu denen die Touristenmasse noch nicht vor Ort ist. Gewöhnlich sind das die frühen Morgenstunden, der späte Nachmittag und die Abende. So kann man zum Beispiel das Monument von Stonehenge zu bestimmten Tagesrandzeiten für sich alleine buchen (d.h. früh auf­stehen) oder man besucht ein Museum oder eine andere Sehenswürdigkeit am späten Nachmittag, ein oder zwei Stunden vor Feierabend (oft gibt es dafür sogar verbilligte Eintrittskarten).
Auf jeden Fall sollte man im Netz nachschauen, ob man vorab Eintrittskarten bestellen kann, mit denen man an der allgemeinen Warteschlange vorbei bevorzugt eingelassen wird. Das erfordert zwar ein wenig Planung und mindert die Spontaneität, aber dafür gestaltet sich die Besichtigungs­tour deutlich reibungsloser, als wenn man erst eine Stunde (oder länger) in einer Warteschlange zubringen muss. Übrigens kann das Prinzip auch anderorts funktionieren; z.B. vermieten Ferienorte an der Nordseeküste Strandkörbe ab 14 Uhr oft zum halben Preis. Folglich erledige man vormittags seine Einkäufe oder besichtige eine Sehenswürdigkeit und gehe erst Nachmittags (wenn man über­dies sicher sein kann, dass das Wetter mitspielt) an den Strand.

Freitag, 27. Juli 2018

Highgrove Estate: Wenn der Hof zum Lieferanten wird

Dass Herrscherhäuser von ihren Hoflieferanten mit Gütern beliefert werden, ist nichts neues. Weniger bekannt ist, dass mitunter auch Herrscherhäuser ihre Untertanen beliefern. Dies ist der Fall im Bezug auf Highgrove Estate in Tetbury, Gloucestershire, dem landwirtschaftlichen Anwesen Seiner Kgl. Hoheit des Prinzen von Wales. Auf der dazugehörigen Duchy Home Farm, die entsprechend der Lebensphilosophie des Hausherrn seit 1985 ausschließlich nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet wird, werden landwirtschaftliche Produkte hergestellt, von denen diverse Brotaufstriche und Würzsoßen bei Fortnum & Mason gekauft werden können; wie z.B. würziges Frucht-Chutney, Rosmarin-Gelee, Zwiebel-Marmelade oder Honig-Senf mit Chili. Ob ein kontinentaleuropäischer Verdauungstrakt diesen englischen Spezialitäten jedoch gewachsen ist, muss jeder selbst entscheiden. Wer mehr über Highgrove erfahren will, sollte sich diesem Buch zuwenden: HRH The Prince of Wales & Green, Candida Lycett: The Garden At Highgrove. o.O. 2012: W&N (es gibt auch eine deutsche Ausgabe).

Donnerstag, 26. Juli 2018

„The Barber“ im Zillertal

Bekannt aus Salzburg ist der Herrenfriseur „The Barber“ (thebarber.at). Weniger bekannt ist die Filiale im Zillertal. In Ramsau, zwischen Zell am Ziller und Mayrhofen, offeriert Sebastian Pfister alles, was man von einem guten Herrenfriseur erwartet: Haarschnitt, Bartpflege und Nassrasur. Dazu wird dem Kunden Bier oder Whisky serviert und die Wartezeit kann mit Zeitschriften oder einem Spiel auf einer Playstation überbrückt werden. Bei der Haarpflege kommen die renommiertesten Pflegeprodukte zur Anwendung, von Dapper Dan über Lucky Tiger bis Pinaud. Wer gerade in der Nähe ist, sollte auf jeden Fall reinschauen.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Messer für den Snob von Welt: Robert Klaas

Die über 180 Jahre alte, Solinger Firma stellt vorwiegend Taschenmesser mit einer oder mehreren Klingen her, von denen sich einige Modelle – z.B. die mit Flaschenöffner und Korkenzieher - sehr gut als Picknickmesser eignen (robert-klaas.de). Es gibt sogar Taschen-Brötchenmesser mit abgerundeter Klinge und Wellenschliff, „Probiermesser“ mit einer kleinen Gabel und ein (Drei-Klingen-) Modell mit einem türkisfarbenen Griff, der farblich sehr gut zu den Picknick-Utensilien von Fortnum & Mason in Eau de Nil passt. Die bevorzugte Klingenform ist bei den meisten Messern die eines Bowie-Messers, womit offensichtlich ist, dass diese Messer vorwiegend in den Bereichen Jagd und Fischerei eingesetzt werden. (Fast) jeden Freitag findet in der Solinger Zentrale von 13-16 Uhr ein Werksverkauf statt. Neben Taschenmessern kann man dann auch Scheren, Gartenwerkzeuge, Küchenmesser und andere Schneidwaren erwerben.

Dienstag, 24. Juli 2018

Die Baia del Silenzio am Golf von Tigullien

Still ist es in der Bucht zwar nicht, aber dennoch ist sie eine Reise wert. Nur etwas mehr als einen Kilometer vom Bahnhof Sestri Levante entfernt, empfängt den Besucher eine Atmosphäre die Portofino in nichts nachsteht. Dennoch herrscht deutlich weniger Betrieb, als in dem bekannteren Ferienort am gegenüberliegenden Ende der Bucht von Rapallo, was schon der dänische Schrift­steller Hans-Christian Andersen zu schätzen wusste. Die bunten Häuser am Sandstrand, die sich im Halbkreis um die in der Baia del Silenzio vertäuten Boote auf einer leuchtend blauen Wasserfläche scharen, umrahmt von Pinien und Palmen, sind auf jeden Fall ein unvergesslicher Anblick (baiadelsilenzio.it).
Ca. 300m vom Bahnhof Sestri Levante entfernt liegt der Busbahnhof an der Piazza Italia. Von dort fährt die Linie 41CA zur Baia del Silenzio (H: Piazza Matteotti; atpesercizio.it).Vom Bahnhof Sestri Levante gibt es Verbindungen u.a. nach Genua und Mailand. Die Anreise nach Mailand kann mit dem Nachtzug ab München oder mit einem Eurocity ab Zürich erfolgen. Mit dem Auto wäre die Anreise mittels Autozug nach Verona möglich; ab dort sind es noch knapp 240km über Landstraßen oder 300km über die (mautpflichtige) Autobahn (ein weiterer Autozug verkehrt saisonal von Wien nach Livorno).
Ausflugstipp: Designer Outlet Center Shopinn Brugnato Cinque Terre; man beachte das ausgiebige gastronomische Angebot (ca. 32km; shopinnbrugnato5terre.it).

Montag, 23. Juli 2018

Das Käsemesser von Victorinox

Große Klinge mit Wellenschliff, Käseklinge und Korkenzieher – das sind die wesentlichen Bestandteile des Käsemessers 0.8303.W des bekannten schweizerischen Messerherstellers (Pinzette und Zahnstocher hat es aber auch). Die große Klinge ist lang genug, um damit Brot oder Wurst zu schneiden. Der Korkenzieher kommt zum Einsatz, wenn Wein statt Schaumwein als Getränk bereit steht. Leider fehlen ein Champagnerhaken für Schaumweinflaschen und ein Flaschenöffner für Kronenkorken. Wenn dann noch die beiden Messerklingen gegenüber angeordnet wären, so, dass man die große Klinge benutzen könnte ohne das Käsemesser einklappen zu müssen und somit den Innenbereich zu verschmutzen, hätte man ein perfektes Picknickmesser.
Hin und wieder findet man im Netz klappbare Käsemesser im Laguiole-Stil, die aber nur eine entsprechende Klinge mit nach oben gebogener Doppelspitze besitzen. Auf eine Standard-Klinge, Korkenzieher oder gar Pinzette und Zahnstocher muss man verzichten. Manche dieser Messer sind aber durchaus brauchbar und können eventuell eine alternative Wahl zum Victorinox-Käsemesser darstellen.

Samstag, 21. Juli 2018

Murano

Bis 1924 war Murano eine selbstständige Gemeinde und erscheint wie eine Miniaturausgabe der großen Schwester Venedig, die nur etwa einen Kilometer weiter südlich liegt. Eigentlich sind es sieben Einzelinseln, die durch acht Kanäle voneinander getrennt und durch elf Brücken miteinander verbunden sind. Auf ihnen leben ca. 4.700 Einwohner. Bekannt ist die Insel für ihre Glasfabriken, denn 1295 wurden alle Glasöfen aus der Stadt Venedig auf diese Insel verlagert, wohl um das Geheimnis der Glasherstellung besser bewahren zu können (offizielle Begründung: Brandschutz). Vor allem im 19. Jahrhundert erlebte die Glasherstellung auf Murano eine Renaissance und heute sind die Straßenzüge Muranos von zahlreichen Glasgeschäften gesäumt, die sowohl zeitgenössische Arbeiten venezianischer Glaskünstler als auch in Serienproduktion hergestellte Glasobjekte für Touristen vertreiben. Sehenswert sind weiterhin die Basilica di Santa Maria e San Donato, die Kirche San Pietro Martire, das ehemalige Kloster Santa Maria degli Angeli und der Palazzo da Mula. Es existieren einige Hotels, Restaurants, ein Supermarkt und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs in Murano, sowie etliche Trinkwasserbrunnen. Dazu findet man mehrere Parkanlagen mit Picknickplätzen. Von Venedig aus verkehren zahlreiche Vaporetti dorthin, vor allem die Linien Nr. 3 und Nr. 4.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Venedig für Snobs

Fünfundzwanzig Millionen Besucher jährlich; der absolute Rekord! Damit ist Venedig wahrschein­lich das meistbesuchte Reiseziel in Europa. Pro Tag quälen sich folglich beinahe 70.000 Menschen durch die Lagunenstadt (einige Quellen sprechen von bis zu 130.000). Kein Wunder, dass die Einheimischen fast verzweifeln. Ein Snob sollte natürlich auch in Venedig gewesen sein, und zwar möglichst schon vor dem aktuellen Besucher­ansturm. Leider klappt das nicht immer. Folglich muss sich ein Snob mit der derzeitigen Situation arrangieren und das Beste daraus machen.
Das Geheimnis liegt darin sich von der Masse der Besucher abzusetzen und Zeitfenster zu nutzen, in denen der übliche Tourist nicht am Zuge ist, z.B. die Nachmittagsstunden, wenn die Kreuzfahrt­passagiere wieder auf ihren Schiffen sind und die ersten Tagesgäste vom Festland den Heimweg antreten. Dann schlägt die Stunde der Snobs.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Venedigs befinden sich am Markusplatz. Deshalb ist es dort auch am vollsten. Wenn es geht, sollte man nicht alle Attraktionen am selben Tag besuchen. Neben den offiziellen Webseiten der einzelnen Attraktionen, kann auch eine Buchung über tickitaly.com oder venetoinside.com (venetoinside.com/attraction-tickets-in-veneto/) hilfreich sein. Wer die venezianischen Museen besuchen will, sollte sich für den Museumspass interessieren (Infos unter visitmuve.it). Auf jeden Fall gesehen haben sollte man den Dogenpalast, die Basilika San Marco und den Campanile.

Dogenpalast
Die offizielle Webseite palazzoducale.visitmuve.it besuchen und dort Tickets (€20) für die zeitlich letzte Secret Itineraries Tour” am gewünschten Besuchstag bestellen. Am Besuchstag dann wenige Minuten vor dem Termin an der Warteschlange vorbei gehen und dem Ordner die Reservierung vorzeigen. Dieser weist einem den Weg durch eine Seitentür und ein Museumsführer führt den/die Besucher zu den „Geheimnissen“ des Dogenpalastes. Man besichtigt nun die Arbeitsräume des Dogen, ein paar alte Gefängniszellen (darunter die von Giacomo Casanova), die Folterkammer und eine alte Waffenkammer. Durch eine „Geheimtür“ geht es dann in den „öffentlichen“ Teil des Dogenpalastes. Den Rest des Palastes besichtigt man anschließend auf eigene Faust, inklusive der bekannten Seufzerbrücke.

Basilika San Marco
Die Kathedrale besucht man am Besten am Nachmittag, wenn die Touristenströme abgeflaut sind (basilicasanmarco.it). Der Eintritt ist generell kostenlos, allerdings ist die Warteschlange (auch am Nachmittag) lang und es kann sein, dass während eines Gottesdienstes keine Touristen hinein­gelassen werden. Wer nicht warten will, bucht unter venetoinside.com/attraction-tickets-in-veneto/tickets/skip-the-line-saint-marks-basilica/ für €3 die geführte “Skip the Line Tour”. Dafür darf man dann auch auf die Empore und den Außenbalkon.

Glockenturm San Marco (Campanile)
Vom 99 Meter hohen Campanile hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt und die Lagune von Venedig. Tickets erhält man am Turm für €8. Am besten, man kauft diese schon morgens, solange die Warteschlange noch kurz ist, legt den Besuch aber auf den frühen Nachmittag (ca. 15 Uhr), wenn die Sonne in einem günstigen Winkel auf die Stadt leuchtet (Wetterbericht beachten!). Auch hier könnte man eine “Skip the Line Tour” buchen (www.venetoinside.com/attraction-tickets-in-veneto/tickets/st-marks-bell-tower-skip-the-line-entry/), jedoch kostet ein Ticket dann €13.

Uhrturm San Marco
Der Uhrturm ist nur nach besonderer Voranmeldung via torreorologio.visitmuve.it oder an der Kasse des Museums Correr zugänglich. Ein Ticket kostet €12; damit kann man dann aber auch das Museum Correr, das Museo Archeologico Nazionale und die Biblioteca Marciana besuchen. Geboten werden dem Besucher des Uhrturmes eine exklusive, geführte Tour durch das Uhrwerk und die Aussicht auf den Markusplatz. Die meisten Touristen wissen übrigens nicht, dass eine solche Möglichkeit existiert.

Ein paar allgemeine Hinweise: Während des Aufenthaltes könnte man in Burano oder Torcello residieren und von dort mit dem Vaporetto (Nr. 12) in die Stadt fahren. Das ist überdies sehr stimmungsvoll. Wer lieber auf dem Festland wohnen möchte, kann die neue Straßenbahn von Mestre zum Bahnhof Santa Lucia (Hbf.) benutzen. Überall in der Stadt und auf den bewohnten Inseln existieren Trinkwasserbrunnen, an denen man seine mitgebrachte Wasserflasche auffüllen kann. Die wichtigste Einkaufsstraße Venedigs ist die Straße Piazza San Marco, welche die Fortsetzung des berühmten Markusplatzes bildet. Dort findet man praktisch alle bekannten Luxusmarken (Hermès, Gucci, Louis Vuitton, Prada etc.). Auf einer Brücke wird der Rio de S. Moise überquert und die Shopping-Meile setzt sich in der Calle Larga XXII Marzo fort. Auch ein Blick in die eine oder andere Seitenstraße kann sich lohnen. Wer ein typisch venezianisches Souvenir mitnehmen möchte, sollte sich die Geschäfte mit Murano-Glas vornehmen oder gleich selbst nach Murano hinüber fahren. Ab dem Fährterminal Fondamente Nove fahren mehrere Vaporetti-Linien nach Murano, ab Burano fährt die Linie 12. Übrigens passieren die Schiffe auf dem Weg nach Murano (ohne Halt) die Friedhofsinsel San Michele, auf welcher der Komponist Igor Stravinsky und der amerikanische Dichter Ezra Pound begraben liegen (auf die Friedhofsinsel gelangt man mit den Linien 4.1 und 4.2).

Nachtrag:  Ein großes Problem in Venedig ist natürlich auch der Wucher. Siehe hier: http://www.heute.at/welt/news/story/Juan-Carlos-Bustamente--Venedig-Wucher-Tourist-zahlt-43-Euro-fuer-Wasser-und-2-Espresso-46349976