Dienstag, 19. Juni 2018

Kaviarlöffel

Wer bei Fortnum & Mason den Oscietra Caviar Hamperling bestellt, erhält nicht nur 30 Gramm Oscietra Kaviar, sondern auch einen passenden Perlmutt-Löffel. Leider aber werden die Hamper­lings bekanntermaßen nur in London ausgeliefert. Folglich muss man außerhalb Londons und erst recht „auf dem Kontinent“ auf einen anderen Kaviar-Lieferanten zurückgreifen. Groß ist die Aus­wahl auf der Produzentenseite leider nicht: Desietra in Fulda (desietra.de), Caviar House & Prunier (www.caviarhouse-prunier.com), Grüll in Salzburg (gruell-salzburg.at) und das Tropenhaus Frutigen in der Schweiz (tropenhaus-frutigen.ch, auch unter coopathome.ch erhältlich). Es gibt natürlich noch verschiedene Händler und Verkaufsstellen, von denen sich Caviar Tresor (caviartresor.de) positiv abhebt. Gelegentlich hat einer der Händler oder Produzenten auch Kaviarlöffel im Programm. Im Internet gibt es aber auch andere Anbieter und verschiedene Preislagen. Für einen Snob kommen selbstverständlich nur Löffel aus Perlmutt infrage. Sollte der Einsatz eines solchen Löffels bei Picknicks gewünscht werden, dann sollte man gleich auch eine passende Schachtel besorgen. Im Netz werden hin und wieder leere Löffelschachteln angeboten. Auf diese Weise kann man seinen Kaviarlöffel stilvoll aufbewahren und ohne Beschädigungen fürchten zu müssen mitführen.

Montag, 18. Juni 2018

Bad Bellingen im Markgräflerland

Es sollen mit die wirksamsten Heilquellen in Europa sein, in dem Kurort unweit des Oberrheins, die 1956 erbohrt wurden (bad-bellingen.de; Kurtaxe max. €2.25). Nachdem der Bau des Rheinseiten­kanals auf französischer Seite des Rheins auch auf deutscher Seite zu schweren Umweltschäden am Flusslauf geführt hatte, wurde aus wirtschaftlicher Not heraus nach Erdöl gesucht. Gefunden hat man jedoch Thermalwasser, und zwar gleich mehrere Natrium-Calcium-Chlorid-Thermalquellen mit Temperaturen von über 35°C. Seit 1969 ist der Ort offiziell Heilbad. Zentraler Badeort ist die Thermenanlage Balinea; dort findet man auch einen Trinkbrunnen. Sehenswerte Gebäude im Ort sind ein Barockschloss und einige Kirchen. Einen Golfplatz findet man ca. 3km entfernt im Ortsteil Bamlach (drei-thermen-golfresort.de). Die Postfiliale im Ortszentrum nimmt Reisegepäck an. Bad Bellingen liegt an der Bahnlinie Mannheim – Basel, allerdings halten dort nur Regionalzüge. Die Autobahn 5, Karlsruhe – Basel verläuft am westlichen Gemeinderand.

Samstag, 16. Juni 2018

Zwischenstopp in Frankfurt/M.

Wer mit der Bahn (oder einem Fernbus) durch das Land reist, muss möglicherweise irgendwann umsteigen. Um diesen Umsteigehalt angenehm zu gestalten, könnte man ihn zum Beispiel an den Frankfurter Flughafen legen und bei dieser Gelegenheit dort ein paar Einkäufe erledigen. Auf der Flughafen-Webseite frankfurt-airport.com findet man einen Einkaufsführer, eine Liste der wich­tigsten Marken und die Möglichkeit einige Produkte vorzubestellen. Die meisten Einkaufsmöglich­keiten liegen allerdings im Sicherheitsbereich, d.h. man muss fliegen wollen, um dort einkaufen zu dürfen. Im öffentlichen Bereich findet man im Terminal 1 die sog. Shopping Avenue mit Mode- und Bekleidungsgeschäften, Uhrengeschäften, Juwelier, Optiker; Geschäften mit Presseerzeugnissen, Elektronikartikeln, Reiseaccessoires, Lebensmitteln sowie diverse Gastronomie. Im Terminal 2 gibt es die deutlich kleinere Shopping Plaza mit einem Juwelier, zwei Modegeschäften, einer Apotheke und Läden für Sonnenbrillen und Reisegepäck. Gastronomie hat es dort natürlich auch.
Für den Umsteigenden interessant ist eventuell auch die Luxx-Lounge im öffentlichen Bereich, falls dieser es vorzieht die Wartezeit in einer ebensolchen Lounge zu verbringen (luxxlounge.de). Wer mit der Bahn unterwegs ist, könnte auch die DB Lounge am Fernbahnhof besuchen. Übrigens finden sich im Flughafengebäude an verschiedenen Stellen Ladestationen für Handys und Notebooks sowie eine Gepäckaufbewahrung.
Wer länger in Frankfurt/M. verweilen möchte, wird natürlich die Innenstadt ansteuern. Einen Besuch wert ist auf jeden Fall der Palmengarten (Eintritt € 7; palmengarten.de) im Westend. Als Restaurant sei das „Leonhards“ (www.restaurant-leonhards.de) mit seiner Dachterrasse empfohlen (7. Etage der Galeria Kaufhof Hauptwache, Zeil 116 -126, separater Aufzug, geöffnet Mo.-Sa. 09:30 - 21:00 Uhr). Einkaufsmöglichkeiten bieten u.a. Hermès, Goethestrasse 25 und Manufactum, Bockenheimer Anlage 49-50. „Kenner“ empfehlen überdies eine Stadtrundfahrt mit der Straßen­bahnlinie 12, die am Hauptbahnhof, am Römer und an der Paulskirche vorbei bis nach Bornheim fährt (ca. 75min., Start und Ziel Schwanheim Rheinlandstraße / Fechenheim Hugo-Junkers-Str. Einzelfahrt € 2.80, Tageskarte € 7).
Unterkünfte: Hotel Minerva ab ca. € 30, gratis WLAN, schräg gegenüber von der Busstation (www.hotelminerva.de) ■ A&O Hostel Galluswarte, Mainzer Landstraße 226-230, 24h-Rezeption, gratis WLAN, Zimmer ab ca. € 45; Strab 17 bis Hbf., umsteigen in Linie 15, 21 bis Galluswarte oder mit S-Bahn ab Hbf. nach Galluswarte; mit dem Taxi ca. € 10 für 3km ■ Leonardo Royal Hotel in F.-Sachsenhausen, ab ca. € 60, mit Aussicht (www.leonardo-hotels.com).

Dienstag, 12. Juni 2018

Bad Ditzenbach und Bad Überkingen

Die Mineralquellen von Bad Ditzenbach, unweit von Göppingen, sind seit etwa 1560 bekannt. Heilbad ist das im Norden der Schwäbischen Alb gelegene Bad Ditzenbach seit 1929 (badditzenbach.de; Kurtaxe € 1.50). Der heutige Kurbetrieb findet vor allem im Thermal-Mineral-Bewegungsbad Vinzenz Therme (vinzenztherme.de) statt. Sehenswürdigkeiten sind diverse Kirchen im Ort und die Burgruine Hiltenburg auf einem nahegelegenen Hügel. Nur wenige Kilometer von Bad Ditzenbach entfernt liegt der Ort Bad Überkingen im Filstal mit seinem Sauerbrunnen (bad-ueberkingen.de und thermalbad-ueberkingen.de; Kurtaxe € 1). Seit 1927 „Bad“, ist die Gemeinde jedoch eher durch ihre Naturschönheiten bekannt, u.a. die Hausener Wand, das Autal und den markanten, 25 Meter hohen Kahlenstein mit der gleichnamigen Höhle (zur Zeit nicht zugänglich). Im Ort findet man einige sehenswerte, mit dem Kurbetrieb zusammenhängende Gebäude. Einen Golfplatz gibt es im Ortsteil Oberböhringen.
Die Buslinie 56 verbindet die beiden Ortschaften mit dem nächstgelegenen Bahnhof Geislingen (Steige), die Buslinien 31 und 32 fahren von Bad Ditzenbach nach Göppingen. Mit dem Auto von der A8, Ausfahrt Mühlhausen im Täle kommend, fährt man nur wenige Kilometer über die B466, an welcher beide Orte liegen.

Samstag, 9. Juni 2018

Bad Boll im schwäbischen Albvorland

Die geografische Lage des altehrwürdigen Kurortes im Albvorland ist fast ideal; nur am Südrand der Gemeinde verläuft in etwa 4km Entfernung hinter einem Hügel die Autobahn 8, Stuttgart – München (bad-boll.de; Kurtaxe € 0.30). Die Schwefelthermalquelle ist seit 1595 bekannt, der Kurbetrieb startete nur wenig später. Das heutige Kurhaus stammt aus der Zeit um 1825 (kurhaus-bad-boll.de; siehe auch badhaus-bad-boll.de). Sehenswert ist die Kirche St. Cyriakus aus dem 12. Jahrhundert, außerdem ist die Gegend für zahlreiche Fossilienfunde bekannt. Weiterhin beherbergt der Ort einige religöse Einrichtungen diverser, protestantischer Freikirchen. Auf dem nahegelegenen Kornberg finden sich Spuren der ehemaligen Burganlage Landsöhr. Ansonsten besitzt der Ort beinahe alles, was man von einem Kurort erwartet. Einen Paketshop mit Reisegepäckannahme gibt es im Nach­barort Dürnau. Picknickplätze findet man in der Umgebung, v.a. am sogenannten „Sinneswandel“.
Nächste Bahnstation ist das etwa 10km entfernte Göppingen. Ab dort verkehrt die Buslinie 20 im 20 Minuten-Takt in ca. 15min Fahrzeit nach Bad Boll. Die nächsten Autobahnausfahrten der A8 wären Aichelberg oder Mühlhausen im Täle.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Pork Pie

Eine typische Speise bei englischen Picknicks ist Pork Pie, gebackenes Schweinefleisch in einem gebackenem Teigmantel in Kleinkuchenform, oft auch als Schweinefleischpastete bezeichnet. Vor allem der Pork Pie von Fortnum & Mason darf auf keinem standesgemäßen, englischen Picknick fehlen. Leider wird er wegen der leichten Verderblichkeit nicht außerhalb Londons ausgeliefert. Man könnte natürlich versuchen selbst einen Pork Pie zu kreieren; Rezepte findet man im Netz zuhauf. Alternativ kann man auf ein Tiefkühlprodukt der Firma British Shopping (british-shopping.eu) zugreifen. Dort erhält man tiefgefrorene Pork Pies und ein paar andere Geschmacksrichtungen, allerdings zu recht hohen Portokosten, denn die Auslieferung von Tiefkühlware ist naturgemäß recht aufwändig. Natürlich muss man den Pie vor dem Picknick backen.
Ansonsten könnte man aber auch ein eingedostes Fertigprodukt des internationalen Herstellers Fray Bentos erwerben, denn dessen Produkte erhält man außerhalb Großbritanniens u.a. bei Amazon. Allerdings gibt es da einen kleinen Wermutstropfen: Die Geschmacksrichtung „Schweinefleisch“ wird leider nicht angeboten. Man könnte jedoch stattdessen auf die Geschmacksrichtung „Huhn“ (Chicken) zurückgreifen. Der vorgefertigte Teigling wird in einer Art Konservendose geliefert, bei welcher man nur den Deckel entfernen muss, um den Teigling in einem Backofen zubereiten zu können. Dies muss man natürlich schon vor dem Picknick machen. Den gut durchgebackenen Pie lässt man dann einfach kalt werden und schon ist er bereit für den Picknickkorb.
Es gibt dabei allerdings etwas Grundsätzliches zu bedenken. Die englische Küche (und noch mehr die schottische) hat einen recht zweifelhaften Ruf. Kenner wissen, dass dieser Ruf nicht ganz unbegründet ist. Als kontinentaleuropäischer Snob sollte man daher mit englischem Essen vorsichtig sein, vor allem wenn man nicht daran gewöhnt ist.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Der Ledrosee

Nur 12km sind es vom Ledrosee zum bekannteren Gardasee, aber dazwischen liegen Welten. Die touristische Erschließung des Valle di Ledro erfolgte erst in den 1980er Jahren. Daher ist es dort wesentlich ruhiger als am Gardasee, aber deutlich hundefreundlicher (in Pur findet man sogar einen Hundestrand), was einem Snob meist ja sehr entgegen kommt. Die touristische Erschließung gipfelte seinerzeit in der Einrichtung des Pfahlbautenmuseums am östlichen Seeufer (vallediledro.com). Am See gibt es mehrere Campingplätze auf denen man Chalets mieten kann. Interessant sind aber natürlich die Strände, vor allem der in Pieve.
Das Ledrotal erreicht man mehrmals täglich mit dem Bus 214 Riva del Garda - Ponte Caffaro (ttesercizio.it). Riva del Garda erreicht man wiederum mit dem Bus ab dem Bahnhof Rovereto (u.a. Linie 332) oder ab dem Nachtzughalt Desenzano del Garda mit dem Bus LN027 (weiße Linie). Der Nachtzug der in Desenzano hält ist der, welcher von München nach Mailand verkehrt. Der Eurocity von Rovereto nach Innsbruck braucht weniger als 3 Stunden.
Mit dem Auto fährt man am besten über die bekannte Route A7 – Fernpass – Landeck – Samnaun (Tankstopp) – Reschenpass – Mals, wechselt dann aber kurz vor Meran (vor der Etschbrücke) auf die SP5 Richtung Tscherms. Man gelangt nun automatisch auf die SS238. In Fondo geht es auf der (SS43Dir) nach Dermulo und weiter auf der SS43. Der Abzweig auf die SS421 ist etwas unüber­sichtlich, aber wenn man es geschafft hat, braucht man bis Villa Banale nur der Straße zu folgen. Man kann hier über die SP33 den Weg nach Ponte Arche ein Stück abkürzen, wo die SS421 beginnt, die einen nach Riva del Garda bringt. Am großen Kreisverkehr am Ortseingang zweigt die SS240 ins Ledrotal ab.
Eine andere Anreisemöglichkeit wäre aus Richtung Tirano kommend über Tresenda, Edolo, Breno, Ponte Caffaro und Storo (Tankstopp in Livigno). Wegen der hohen Treibstoffpreise in Italien sollte man auf jeden Fall vor der Grenze tanken. Der Vollständigkeit halber sollen auch noch die Auto­züge nach Verona erwähnt werden.

Dienstag, 29. Mai 2018

Faltbare Getränkebecher

Man stelle sich die Situation vor: Picknicktag für den Snob und seinen Hund. Das 1 Person Rambler Picnic (das mit den Dogbiscuits) von Fortnum & Mason ist geliefert, der Picknickplatz ist erreicht, die Getränkeflasche geöffnet, aber es ist kein Trinkglas da. Was tun? Handelt es sich bei dem Hamperling um die Basisversion mit britischem Ale, kann man dieses notfalls aus der Flasche trinken. Das ist vielleicht nicht snobüblich (zumal ein Snob normalerweise kein Bier trinkt), aber zumindest rustikal. Schwierig wird es aber mit der Champagner-Version. Champagner trinkt man nicht aus der Flasche, auch dann nicht, wenn es nur eine Viertelflasche ist (das ist übrigens einer der Gründe, warum ein Snob nicht die Champagner-Version ordern sollte, denn ein Snob trinkt nur ganze Flaschen). Abhilfe schafft hier ein faltbarer Trinkbecher aus Metall. Mit einer Kapazität von 150ml (es gibt auch andere Größen) ist man für jedes Getränk gerüstet. Faltbecher sind schon für wenig Geld bei diversen Internetportalen bestellbar. Wer dem Faltmechanismus misstraut, kann natürlich auch einen Becher aus durchgehendem Metall verwenden, die es dort ebenfalls gibt. Dieser Becher sollte optisch allerdings nicht gerade wie eine Kaffeetasse aussehen.

Montag, 28. Mai 2018

Picnic for One plus Dog

Das renommierte Londoner Warenhaus Fortnum & Mason (fortnumandmason.com), britischer Hoflieferant und Kammer­lieferant des Prinzen von Wales, ist bekannt für seine Picknickkörbe und sein Picknickzubehör. Neuestes Produkt aus der Reihe Fresh Food Picnics sind die 1 Person Rambler Picnics, Picknick­taschen mit Inhalt für eine Person in verschiedenen Ausführungen. In der Basisversion enthalten sind Knäckebrot, Schweinefleischpastete, Cheddar, ein Apfel, eine Flasche Ale (mit Flaschen­öffner), 2 Champagner-Trüffelpralinen und eine Menükarte. Die Champagner-Version enthält eine Viertelflasche der Hausmarke Blanc de Blancs, Lachs-Süßkartoffelsalat, Knäckebrot, Erdbeeren, 2 Champagner-Trüffelpralinen, Plastikbesteck und eine Menükarte. Auf Wunsch können in beiden Ausführungen auch Hundebiscuits mitgeliefert werden. Des weiteren gibt es Hamperlings für Vegetarier, mit Kaviar und Blini, mit geräuchertem Lachs oder mit Thunfisch (alle ohne Hunde­biscuits) und auch Picknicktaschen für zwei Personen in verschiedenen Ausführungen.
Leider hat die Sache aber einen Haken: Wegen des leicht verderblichen Inhalts können die Pick­nicktaschen nur im Großraum London bestellt und ausgeliefert werden. Noch besser wäre es, sie am Tag des geplanten Picknicks in einer Filiale (Piccadilly oder St. Pancras) selbst abzuholen. Im übrigen sollte ein Snob - trotz der Ale-Flasche - die Basisversion (oder gleich einen der großen Picknickkörbe mit Besteck und Geschirr) ordern, denn Viertelflaschen Champagner ohne Trink­gefäß (!) und Plastikbesteck sind nicht snobwürdig (sogar die Kaviar-Version wird mit Plastik­besteck geliefert!). Im absoluten Notfall kann man natürlich auch sein Westfälisches Adelsmesser und seine metallene Pommesgabel einsetzen.

Sonntag, 27. Mai 2018

Strandurlaub am Neuenburgersee

Der 38km lange und 8km breite See ist der größte See, der vollständig in der Schweiz liegt. An seinem Westufer findet man zahlreiche Weinberge. Strände gibt es rund um den See (neuchatel-plages.ch). Schönster Strand ist womöglich die Plage de Gletterens, ein künstlich angelegter Sandstrand am Ostufer, der dem örtlichen Sportboothafen vorgelagert und im Sommer leider oft auch gut besucht ist. In den Städten Neuchâtel und Yverdon-les-Bains (auch ein bedeutender Thermalbadeort) findet man öffentliche Strandbäder. Es gibt am See überdies ein paar Camping­plätze, auf denen man Bungalows mieten kann (z.B. campingdechevroux.com). Am Nordufer verbinden zwei Kanäle den See mit den benachbarten Seen Murtensee und Bielersee. Die Kanäle werden im Sommer von Fahrgastschiffen genutzt, sodass man die 90km von Solothurn an der Aare (bis dorthin ist die Aare schiffbar) bis nach Yverdon auch mit dem Schiff zurücklegen könnte. Wer also die überfüllten und von Quallen geplagten Strände des Mittelmeeres leid ist, sollte sein Glück am Neuenburgersee versuchen.

Samstag, 26. Mai 2018

Markt in Locarno

Wer zufällig in der Gegend um Locarno unterwegs ist, sollte den wöchentlichen Markt auf der Piazza Grande besuchen. Jeden Donnerstag von 9 bis 17 Uhr wird der weitläufige Platz zu einem bunten Basar, wo neben Lebensmitteln auch Waren aus Holz, Stein und Keramik angeboten werden. Zahlreiche Antiquitätenhändler offerieren ebenso Schallplatten, Gemälde, Spiegel oder Schmuck. Übrigens gibt es in Locarno auch ein interessantes Thermalbad; die Termali Salini (termali-salini.ch).

Freitag, 25. Mai 2018

Messer für den Snob von Welt

Es ist und bleibt unbestritten, dass das Westfälische Adelsmesser (das mit dem Champagnerhaken) der Solinger Firma Hubertus das optimale Taschenmesser für Snobs ist. Wer jedoch ein zusätzliches Messer zu besitzen wünscht, sollte sich vielleicht für die Exemplare des Herstellers Friedrich Olbertz und seiner Marken Carl Schlieper und Bulldog interessieren. Vor allem die weitgehend in Handarbeit gefertigten Reihen Bulldog Solingen Fishtail und Bulldog Solingen Barlow glänzen durch außergewöhnliche Formschönheit und besondere Marmorierung des Schaftes. Auch das recht große Modell Carl Schlieper Sodbuster (mit feststellbarer Klinge) hat seinen eigenen Charme. Die Messer sind vor allem über folgende Webseiten bestellbar: solingen-shop.de und pocketknives.de.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Der Idrosee

Zwischen Iseosee und Gardasee gelegen, gehört der Idrosee zu den weniger bekannten der oberitalienischen Seen. Im Gegensatz zum Gardasee ist das Leben hier beschaulich und der See ist ein Paradies für Surfer und Angler. Ausgedehnte Wälder erstrecken sich an vielen Stellen bis an die Seeufer. Mit seinen natürlichen Schotterstränden und einer im Sommer angenehmen Wasser­temperatur von über 20°C lädt der von bis zu 1900m hohen Bergen und kleinen idyllischen Orten umrahmte See zum schwimmen ein. Die Dörfer sind klein und beschaulich; Hauptort ist – wenn überhaupt – Crone mit einigen Geschäften, Restaurants und Dienstleistungsbetrieben. Etwa auf halbem Weg zwischen Nord- und Südspitze dominiert am westlichen Ufer der Rocca d'Anfo, eine historische, venezianische Militärfestung aus dem 15. Jahrhundert (roccadanfo.eu).
Für die Anreise ist der Nachtzug München – Brescia (- Mailand) bestens geeignet. Ab Brescia geht es mit dem Bus L013 weiter nach Idro-Pieve und Ponte Caffaro. Mit dem Auto fährt man von Norden kommend auf der A7 nach Füssen, weiter über den Fernpass, Landeck, Samnaun (Tank­stopp!), Reschenpass, Stilfserjoch, Bormio, Edolo nach Breno, und ab dort über die SP345 und die SP669 nach Ponte Caffaro. Alternativ könnte man ab Mals auch über Meran, Fondo und Dimaro fahren. Wer lieber durch die Schweiz fahren möchte, wählt die Route über den Berninapass (Tank­stopp in Livigno einlegen) und dann über Tirano, Edolo, Breno etc. Weitere Reisemöglichkeiten bieten die saisonalen Autozüge nach Verona; von dort sind es noch etwa 100km zum Idrosee. Ausflugstipp: Franciacorta Outlet Village bei Brescia (ca. 60km; franciacortaoutlet.it).

Montag, 21. Mai 2018

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Am Unterlauf der Ahr gelegen, ist der Ort durch die geschützte Lage mitten in einem Weinbau­ge­biet klimatisch begünstigt, was vor allem in den Wintermonaten spürbar wird, wenn der Rest der Eifel unter einer dichten Schneedecke liegt (bad-neuenahr-ahrweiler.de). Kurbetrieb gibt es seit 1858, das Thermalbadehaus wurde 1901 fertiggestellt. Direkt gegenüber liegen der Kurpark und die Trinkhalle. Nicht weit davon befinden sich die Ahr Thermen, ein modernes Thermalbad mit Sauna und Massageangeboten (ahr-thermen.de). Außerdem gibt es noch das Twin Hallen- und Freizeitbad. Beachtenswert sind die zahlreichen Parks entlang der Ahr, v.a. der Dahliengarten. Geistige Ge­trän­ke servieren u.a. die Cocktailbar in der Spielbank und das „Cubanja“ (cubanja-badneuenahr.de). Die Region eignet sich auch zum Einkauf von Wein und Winzersekt (dagernova.de), sowie von regional produzierten Lebensmitteln. Beliebtes Ausflugsziel ist das mittlere Ahrtal zwischen Ahr­weiler und Altenahr mit zahlreichen gemütlichen Weinorten. Einen Golfplatz findet man im Ortsteil Lohrsdorf. Unterkünfte bucht man über die Webseite ahrtal.de (Gästebeitrag € 2.50). Im Hauptort Bad Neuenahr gibt es mehrere WLAN-Hotspots, u.a. am Kurgarten und bei Burger King (Heer­straße), Computerarbeitsplätze findet man in der Stadtbibliothek. Für die Anreise nimmt man den Regionalzug ab Bonn oder ab Remagen. Mit dem Auto fährt man über die A61.

Samstag, 19. Mai 2018

Malta: Britannien am Mittelmeer

London ist wegen der königlichen Heirat des Thronfolgerbruders im Hochzeits­fieber. Ein Grund für einen Snob London aktuell zu meiden, erst recht wenn er nicht zur Hochzeit eingeladen ist (und wahrscheinlich sowieso nicht hingegangen wäre). Zum Glück gibt es aber ein Stück Britannien am Mittelmeer: Malta. Von 1815 bis 1956 war die Insel britische Kolonie, seither Republik und bis heute haben sich etliche britische Gepflogenheiten erhalten. Es gibt sogar einmal im Monat vor dem Militärmuseum einen Wach­wechsel (Changing of the Guard). Man findet auf der Inselgruppe (fast) alles, was man aus London kennt, wenn auch eine Nummer kleiner.
Die historischen Sehenswürdigkeiten der Inseln reichen von antiken Ausgrabungen bis zum ehemaligen Groß­meisterpalast des Malteserordens. Die Zahl der sehenswerten Kirchen wird mit 365 angegeben (leider meist nur zu Gottesdiensten geöffnet), dazu kommen 17 Museen, mehrere Theater und diverse Kinos. Tea Rooms für den Nachmittagstee findet man an jeder Ecke und auch sonst gibt es mehr als genügend gastronomische Angebote. In den letzten Jahre haben erstaunlich viele Barber Shops neu eröffnet und offerieren Hot Towel Wet Shaves nach Londoner Standard (Antonio`s hat sogar einen Billardtisch für wartende Kunden; antoniosbarber.com). Südlich der Hauptstadt Valletta befinden sich eine Pferderennbahn und ein Golfplatz. Westlich außerhalb der Stadt liegt der San Anton Gardens, ein kleiner aber sehenswerter Landschaftsgarten. Natürlich kann man in Malta auch die bekannten Wassersportarten betreiben. Einkaufsmöglichkeiten bietet Valletta auch, allerdings nur wenige Luxusgeschäfte. Die meisten davon befinden sich in der oberen Merchant`s Street und den benachbarten Straßen. Der öffentliche Nahverkehr wird komplett mit Bussen abgewickelt, sodass die Inseln über ein recht dichtes Busnetz verfügen. Zwischen der Alt­stadt von Valletta und den Ortsteilen Sliema und Senglea verkehren Personenfähren. Ab Cirkewwa verkehren Autofähren auf die Inseln Gozo und Comino. Mehr Informationen über Malta gibt es bei visitmalta.com. Hotelzimmer bucht man am besten über die bekannten Buchungsportale.
Die Anreise kann nicht nur mit dem Flugzeug, sondern auch mit der Fähre von Sizilien erfolgen. Mit der Bahn gelangt man mit dem Nachtzug von München nach Rom und von dort mit einem anderen Nachtzug nach Syrakus. Die Fähren nach Malta starten im ca. 65km entfernten Pozzallo. Der Bahnhof Pozzallo liegt etwa 5km vom Hafen entfernt (einige Fährgesellschaften bieten einen Zubringerbus an). Wer mit dem Auto reisen möchte, nimmt am besten einen saisonalen Autozug nach Verona (ab Hamburg, Düsseldorf, Wien) und fährt dann zum Fährhafen Genua (ca. 300km). Von dort geht es mit der Autofähre weiter nach Palermo. Bis zum Fährhafen Pozzallo sind es dann nochmal ca. 300km. Benzin und Diesel sind in Italien recht teuer, daher sollte man möglichst vor der italienischen Grenze und in Malta tanken.

Nachtrag
Wer auf dem Weg nach Malta in Rom Station macht, könnte sich hiermit die Zeit vertreiben:  http://www.globalblue.com/destinations/italy/rome/best-italian-desserts-to-try-in-rome

Donnerstag, 17. Mai 2018

Die Schwäbische Bäderstraße

Die rund 180km lange Schwäbische Bäderstraße (schwaebische-baederstrasse.de) „verbindet“ die Kurorte und Heilbäder Überlingen am Bodensee, Bad Saulgau, Bad Buchau, Bad Schussenried, Aulendorf, Bad Waldsee, Bad Wurzach, Bad Grönenbach und Bad Wörishofen. Ausgeschildert ist sie mit braunen Wegweisern und hat als Symbol einen Kirchturm mit barockem Zwiebeldach mit einer Wasserwelle auf der rechten Seite. Parallel zur Autostraße gibt es auch einen Bäderradweg.
Die Schwäbische Bäderstraße gehört in die Kategorie der Ferienstraßen und dient vornehmlich dem Zweckes des Marketings. Einen praktischen Nutzen hat sie nicht, außer vielleicht, dass eine Ferienstraße die Aufmerksamkeit auf gewisse Orte lenkt, die ein Snob sonst eventuell nicht beachtet hätte. Das wäre hier im positiven Sinne bei Aulendorf, Überlingen und Bad Wörishofen der Fall.
Aulendorf verdankt seine bisherige Bekanntheit vor allem der Eisenbahn; die dortige Heilquelle wurde erst 1994 angebohrt. Überlingen ist zwar als Bodenseeort bekannt, aber dass es seit 2003 auch dort ein Thermalbad gibt, wissen nur wenige. Bad Wörishofen, das vor allem als Wirkungsstätte von Sebastian Kneipp bekannt ist und erst seit 2004 eine Heilquelle hat, hätte ein Snob wahrscheinlich ebenso übersehen. Bad Grönenbach hat jedoch keine Heilquelle und firmiert lediglich als Kneippkurort (Sebastian Kneipp hat in den Jahren 1842 und 1843 im Ort gelebt, allerdings war das bevor er sein Talent als Mediziner entdeckt hatte).
Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den meisten Kurorten an der Bäderstraße um durchaus snobtaugliche Heilbäder. Einem Versuch die Schwäbische Bäderstraße mit dem Auto (oder womöglich auch noch mit dem Fahrrad) abzufahren, sollte man jedoch widerstehen. Im übrigen liegen die Orte, die den Kernbereich begrenzen, Bad Saulgau und Bad Wurzach, ohnehin nur etwa 40km auseinander. Das organisiert man besser als Standortrundreise. Überlingen und Bad Wörishofen kann man dann ja separat besuchen.
Mit der Eisenbahn ab Aulendorf erreichbar sind Bad Saulgau, Bad Schussenried und Bad Waldsee. Nach Bad Buchau gelangt man mit dem Bus 272 von Aulendorf und Bad Schussenried und nach Bad Wurzach kommt man von Bad Waldsee mit dem Bus 7554. Die Therme in Überlingen hat eine eigene Bahnstation (Überlingen Therme) an der Strecke Friedrichshafen – Radolfzell und in Bad Wörishofen endet die Bahnlinie aus Augsburg und Türkheim (Bay). Wer darauf besteht in den Kneippkurort Bad Grönenbach zu fahren, kann die Bahn ab Memmingen nehmen. Der Bahnhof liegt jedoch fast 4km vom Hauptort entfernt im Ortsteil Thal.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Tanken in Italien

Wer mit dem eigenen Auto nach Italien fährt, merkt schnell, dass die Treibstoffpreise in Italien deutlich höher sind als anderswo. Benzin kostet im Allgemeinen etwa 15 Cent mehr pro Liter als in der BRD und bis zu 30 Cent mehr als in Österreich oder in der Schweiz. Folglich sollte man auf jeden Fall bei der Durchreise in der Schweiz oder in Österreich tanken. Wer sich in Norditalien in Grenznähe zu einem der Nachbarländer (Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien) bewegt, sollte nach Möglichkeit jenseits der Grenze tanken, wobei die Ersparnis in Frankreich mit etwa 7 Cent pro Liter am geringsten ist. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Diesel, jedoch ist die Ersparnis beim Tanken in Frankreich mit 2 Cent und in der Schweiz mit 4 Cent pro Liter äußerst gering. Österreich und Slowenien sind jedoch auch bei Diesel günstig. Wer kann, legt seine Reiseroute über eine der beiden Zollfreizonen Livigno oder Samnaun, wo Benzin und Diesel unschlagbar preiswert sind. Und wer an der Adria unterwegs ist, sollte einen Tankstopp in San Marino einlegen; dort kosten Benzin und Diesel etwa 10 Cent pro Liter weniger als im umliegenden Italien. Im übrigen sollte man noch wissen, dass in Italien Benzin (ital. Benzina) und Diesel (ital. Gasolio) an den Tankstellen der (meist mautpflichtigen) Autobahnen am teuersten sind, dass man an Selbstbedienungs-Tankautomaten meist ein paar Cent sparen kann (nur Barzahlung, keine Karten) und dass das Mitführen von Benzinkanistern im Auto verboten ist. Des weiteren sei noch auf die saisonalen Autozüge von Düsseldorf und Hamburg nach Verona hingewiesen, die die Anreise erheblich erleichtern. Wer nach Sizilien will, kann die Autofähre Genua – Palermo nehmen, anstatt selbst zu steuern. Man könnte sogar ab Genua mit einer Fähre nach Barcelona weiterreisen.

Dienstag, 15. Mai 2018

Wasserkocher für draußen

Jeder Snob kennt das Problem: Man ist im Gelände unterwegs, es ist Zeit für den Nachmittagstee, aber man findet in der freien Natur natürlich keine passende Teestube. Eine Thermoskanne kommt selbstverständlich nicht infrage, denn der Tee muss auf jeden Fall frisch aufgebrüht sein. Abhilfe schafft hier der irische Kelly Kettle (kellykettle.com). Bei diesem handelt es sich um einen Festbrennstoffkocher der in wenigen Minuten heißes Wasser bereitstellt. Den Brennstoff sammelt man einfach in der näheren Umgebung (kleine Äste, Zweige, Reisig, Tannenzapfen etc.). Wasser kann man eventuell aus einer Quelle nehmen oder man bringt es im Kessel mit. Dann braucht man eigentlich nur noch ein paar Streichhölzer und natürlich Tee (keine Beutel!) und Geschirr. Den Kelly Kettle gibt es aus Edelstahl oder Aluminium und in drei verschiedenen Größen. Ein Konkurrenzprodukt offeriert die Firma Petromax mit ihrer Feuerkanne (petromax-shop.de). Das Funktionsprinzip ist aber dasselbe wie beim Kelly Kettle.

Sonntag, 13. Mai 2018

Der Schwarzwälder Glaswald

Schön ist die Landschaft auf jeden Fall; bedauerlicherweise auch recht beliebt und gut besucht, was einem Snob natürlich weniger gefällt. Dennoch sollte man dem Glaswald zwischen Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad Peterstal-Griesbach definitiv einen Besuch abstatten. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall ein Termin in der Nebensaison. Auch warme Sommertage sollte man eher meiden, weil an diesen Tagen naturgemäß Hochbetrieb herrscht.
Mittelpunkt ist natürlich der romantische Glaswaldsee, der fast genau auf halber Luftlinie zwischen Bad Peterstal und Bad Rippoldsau liegt. An seinem Westufer findet man eine Regenschutzhütte, am Ostufer einen kleinen Rastplatz mit einer Bank. Oberhalb des Westufers existiert ein Aussichtspunkt mit einer Picknickbank. Etwa einen Kilometer südlich des Sees entspringt aus dem Juliusbrunnen, einer gefassten und gemauerten Quelle mit einem kleinen Rastplatz, frisches Quellwasser – ideal, um die Wasserflasche nachzufüllen. Einige Kilometer weiter gelangt man zur Freiersberger Hütte, einem Ferienhaus am Hundskopf. Dort findet man gleichermaßen eine Picknickbank, einen Brunnen und einen Wanderparkplatz. Nordwestlich des Sees befindet sich in etwa einem Kilometer Entfernung mit der Lettstädter Hütte eine Regenschutzhütte mit einer Picknickbank. Von dort sind es etwa 3km bis zum Parkplatz Mülbensattel, mit einer weiteren Regenschutzhütte, einer Picknickbank und anderen Bänken sowie dem Miliz-Brunnen. Weniger als drei Kilometer nördlich des Glaswaldsees liegt die sehenswerte Teufelskanzel die einen recht alpinen Charakter aufweist. Etwa 300 Meter östlich davon befindet sich die Blitzhütte mit einer Picknickbank.
Wer den Glaswaldsee mit dem Auto besuchen möchte, kann vom Wolfachtal die Straße nehmen die in „Vor Seebachabzweigt und Richtung Seebach und Glaswald führt. Nach ca. 4km erreicht man den Parkplatz Glaswald. Von dort ist es noch etwa ein Kilometer Fußmarsch zum See.

Samstag, 12. Mai 2018

Kochrezept: Ceviche

Eine Spezialität von der südamerikanischen Pazifikküste und ein ideales Sommergericht. Das folgende Rezept soll vom Privatkoch des ehemaligen peruanischen Staatspräsidenten Alberto Fujimori stammen.
Seefischfilets (z.B. Thunfisch, Lachs) oder andere Meeresfrüchte (Muscheln, Crevetten) in Würfel schneiden und für maximal 15 Minuten in einem Sud aus Limettensaft, Pfeffer, Salz, Koriander und Chili marinieren. Ein paar gehackte Zwiebeln und einen Schuss Mineralwasser hinzugeben. Auf Salatblättern anrichten und mit Mais und Süßkartoffeln als Beilage servieren.

Freitag, 11. Mai 2018

Milano Spa

Mailand ist eine lebendige Stadt. Daher gestaltet sich die Suche nach einem ruhigen Rückzugsort schwierig. Einen solchen kann jedoch das Ceresio 7 Gym & Spa – in der gleichnamigen Straße - bieten (ceresio7gym-spa.com/spa). Eigentlich ist es ja ein Fitnesscenter von der Art, in welcher man gemeinsam transpiriert und damit hat es natürlich keinen Snob-Appeal. Der Spa-Bereich wäre jedoch unter gewissen Bedingungen brauchbar. Die Spezialität des Hauses dort sind Meerwasserkuren mit Salzwasser, Algen oder Meeresschlick. Natürlich kann das Ceresio 7 keine vollwertige Behandlung wie in einem küstennahen Thalasso-Seebad offerieren. Für eine kurze Auszeit, um der Hektik der Großstadt zu entfliehen, sollte es jedoch reichen.

Dienstag, 8. Mai 2018

Bad Rippoldsau–Schapbach

Einst war der auf 500m ü.M. befindliche Ort Bad Rippoldsau im Wolfachtal das höchstgelegene Mineral- und Moorbad des Schwarzwaldes. Nachdem die Kurklinik jedoch im Jahre 2011 wegen drohender Insolvenz ihre Pforten schloss und 2017 das gesamte bewegliche Inventar versteigert wurde, liegen die Hoffnungen jetzt auf einem chinesischen Investor, der das Klinikgebäude aus dem Jahre 1977 aufkaufen und als Luxushotel neu eröffnen will. Bis dahin müssen sich die Feriengäste mit der schönen Landschaft und dem Freibad im Ortsteil Schapbach der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach begnügen. Nach der (vorübergehenden) Einstellung des Kurbetriebes haben einige Hotels sowas wie einen eigenen Kurbetrieb eröffnet; unter ihnen ist der südlich von Schapbach gelegene Ochsenwirtshof (ochsenwirtshof.de), der neben hauseigenem Hallenbad, Sauna und Liegewiese diverse Massagen und ein Wassertretbecken offeriert. Sehenswert sind in der Umgebung auf jeden Fall die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa, der Glaswaldsee, der bis zu 32 Meter hohe Burgbachwasserfall und der Wolf- und Bärenpark (bad-rippoldsau-schapbach.de). Im übrigen ist die Gegend ein hervorragendes Wandergebiet mit zahlreichen für Picknicks geeigneten Plätzen.
Die Anreise nach Bad Rippoldsau-Schapbach erfolgt mit dem Bus 7266 ab Wolfach im Kinzigtal. Bis Wolfach verkehren Regionalzüge von Offenburg an der Bahnstrecke Karlsruhe – Basel. Die Postfiliale in Schapbach und der DHL-Shop in Bad Rippoldsau nehmen Reisegepäck an. Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.70. Mit dem Auto fährt man von Freudenstadt kommend über die L404. Von der A5 fährt man ab Appenweier über die B28 bis Bad Peterstal-Griesbach und dann über die L93.

Nachtrag: 
Den im Ortsteil Burgbach befindlichen Burgbachwasserfall sollte man unbedingt ansehen. Das Auto parkt man am besten an der Hauptstraße auf dem Wanderparkplatz. Dort gibt es auch eine Bushaltestelle. Ab da sind es nur ca. 700m bis zum Wasserfall. Oberhalb des Wasserfalls befindet sich der ebenfalls besuchenswerte Burgbachfelsen, mit einem Aussichtspunkt, einer Regenschutzhütte und einer Picknickbank (weitere Bänke in der Umgebung).

Montag, 7. Mai 2018

Bad Peterstal-Griesbach

Gleich zwei Kurorte nebeneinander findet man eher selten. Im Renchtal im Schwarzwald sind es die beiden Heilbäder Bad Peterstal und Bad Griesbach die seit 1973 eine gemeinsame Gemeinde bilden (bad-peterstal-griesbach.de). Badebetrieb in den beiden Sauerbrunnen-Mineralquellen gibt es seit dem 16. Jahrhundert (siehe auch schwarzwald-sprudel.de), jedoch findet man zwei sehr ruhige und von jeder Hektik verschonte Kurorte mit extrem eingeschränktem Nachtleben vor. Wer also Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Erstes Haus am Platze für jede Art von Kurbehandlung ist die Schlüsselbad Klinik (schluesselbad-klinik.de), in welcher einst der russische Zar gekurt haben soll. Aber auch einige Hotels bietet Kurbehandlungen an. Vor allem das Dollenberg Schwarzwald Resort öffnet seinen Badebereich auch für Tagesgäste (dollenberg.de). Gastronomie ist im Doppelort ebenfalls vorhanden; es gibt im Dollenberg Resort sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant und in Peterstal das Café Räpple, das sich hervorragend für den Nachmittagstee oder -kaffee eignet (Spezialität: Schwarzwälder Kirschtorte; was auch sonst!). Zum Einkaufen existieren ein Supermarkt (nahundgut-müller.de) mit Hermes-Reisegepäckannahme und eine Bäckerei in Griesbach, mehrere Geschäfte und Dienstleister (darunter ein Supermarkt und ein DHL-Laden mit Reisegepäckservice) in Peterstal und diverse Direktvermarkter in der Umgebung (Einkauf ab Hof). Da der Doppelort inmitten eines hervorragenden Wandergebietes liegt, bietet sich Wandern als Aktivität geradezu an, aber auch der Kräuterpark des Kurhauses ist für Spaziergänge geeignet. Für Schlechtwettertage empfehlen sich Besuche im Moped- und Rollermuseum oder im Museum der Heilbadgeschichte. Einen Internetzugang gibt es in der Touristeninformation.
Die Anreise ist mit der Eisenbahn möglich, denn Bad Griesbach ist die Endstation der Renchtalbahn und bietet zweistündliche Verbindungen nach Appenweier an der Bahnstrecke Basel – Karlsruhe (Fahrzeit ca. 50min.). Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.90. Mit dem Auto gelangt man über die A5 bis Appenweier und dann der B28 folgend nach Bad Peterstal-Griesbach. Alternativ wäre die Anreise von der A81 via Horb am Neckar, Freudenstadt und Kniebis möglich.

Dienstag, 1. Mai 2018

Montenegro

Weitgehend unbemerkt vom Rest der Welt bauen ausländische Investoren den Kleinstaat an der Adria zu einem Tummelplatz für Reiche und Neureiche aus. Vor allem die neue Luxusmarina Porto Montenegro sticht dabei ins Auge (portomontenegro.com). In der sturmgeschützten Bucht von Kotor gelegen, entsteht dort ein nobles Feriendorf mit Marina für Großyachten, Yachtclub, Ferienwohnungen, Luxusgeschäften (sogar mit zollfreiem Einkauf!), Nobelrestaurants, einer repräsentativen Uferpromenade und einer Privatschule. Selbst ein „Lifestyle Management Team“ gibt es. Eine weitere Top-Adresse für Geldadlige ist die etwa 30km weiter südlich gelegene Insel Sveti Stefan, mit einem malerischen Fischerdorf, das schon in den 1950er Jahren zu einem Feriendorf umgestaltet wurde. Seit 2007 wird die Insel von einer Hotelkette aus Singapur zu einer Luxusdestination hin entwickelt. Auf halbem Weg zwischen Kotor und Sveti Stefan liegt bei Budva der Strand von Mogren, der ehemalige Privatstrand des montenegrinischen Königs und heute ein öffentliches Strandbad (das Königreich hat nebenbei bemerkt nur von 1910 bis 1918 bestanden; das Fürstentum Montenegro gab es allerdings schon seit 1852 und dieses löste das seit 1516 bestehende Fürstbistum ab). Auch hier sollen ausländische Investoren die Hände im Spiel haben. 
Es steht zu befürchten, dass sich Montenegro in dieselbe Richtung entwickelt wie z.B. Porto Cervo auf Sardinien oder Courchevel in den französischen Alpen, nämlich, dass eine Retorten-Feriendestination entsteht, in der die Reichen und Neureichen ungestört in einer Art Scheinwelt ihren Urlaubsfreunden nachgehen können, ohne von der sie umgebenden, historisch gewachsenen Realität gestört zu werden. Für Snobs kommt so etwas natürlich nicht infrage, denn derartige Planstädte haben keinen Snobappeal. 
Wer aber noch einmal an die montenegrinische Küste reisen will bevor diese unheilvolle Entwicklung spürbar wird, könnte für die Anreise eine Fähre vom italienischen Ancona nach Bar nehmen. Mit der Eisenbahn ist Montenegro nur über die zugegebenermaßen sehenswerte Bahnstrecke ab Belgrad oder von Albanien aus zu erreichen. Flughäfen findet man in Kotor und in Podgorica.

Donnerstag, 26. April 2018

Die Thermen im Aostatal

Die Namen klingen französisch; die Orte liegen jedoch im italienischen Aostatal. Amtssprachen sind italienisch und französisch, allerdings spricht die Mehrheit (>70%) heute italienisch. In einigen Or­ten (u.a. Issime, Gressoney) wird aber bis heute sogar ein Dialekt des Walserdeutschen gespro­chen (ca. 1000 Sprecher).
Bereits seit 1770 ist die Thermalquelle von Saint-Vincent bekannt und war der Grund für den Bau des Grand Hotels Billia zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das heutige Thermalbad bietet verschiede­ne Badebecken mit Wasserstrahlmassagen, Saunen, einen Hammam und diverse Wellnessangebote, sowie Gastronomie (termedisaintvincent.com). Auch sonst findet der Kurgast alles, was man von einem guten Kurort erwarten kann: Restaurants, Casino, Theater und eine elegante Einkaufsstraße in einem 5000-Einwohner-Ort, der auch für die Pinienhaine seiner Umgebung bekannt ist. Ein be­liebtes Ausflugsziel ist Breuil-Cervinia, ein Wintersportort am Ende des nach Norden gerichteten Seitentales Valtournenche mit einem Golfplatz (im Sommer) und einem interessanten Blick auf die Rückseite des bekannten Matterhorns.
Fast am entgegengesetzten, westlichen Ende des Aostatales liegt der Thermalbadeort Pré-Saint-Didier. Die dortige Thermalquelle ist seit der Römerzeit bekannt, das heutige Hauptbadehaus stammt aus dem 19. Jahrhundert (qcterme.com). Das besondere in Pré-Saint-Didier ist der Thermal­garten, in welchem sich die verschiedenen Badeeinrichtungen mit Blick auf das Mont Blanc Massiv mehr oder weniger verstreut befinden. U.a. führt ein malerischer Wasserlauf vom Hauptgebäude zu den Gärten mit den drei Schwimmbecken. Ursprung der Thermalquelle ist eine Grotte unterhalb des Wasserfalls des Orrido.
Die Anreise ins Aostatal erfolgt mit dem Auto ab Martigny (CH) über den Großen St. Bernhard Pass, Hauptstrasse Nr. 21 (der Tunnel ist mautpflichtig, die schweiz. Autobahnvignette gilt nicht). Ab Chamonix (F) wäre auch die Zufahrt durch den Mont-Blanc-Tunnel möglich (ebenfalls mautpflichtig) oder man reist von Süden vom in der Poebene gelegenen Ivrea her an. Wegen der hohen Treibstoffpreise in Italien (und teilw. auch in Frankreich) bei der Durchreise durch die Schweiz dort unbedingt nochmal tanken! Mit der Eisenbahn kann man via Mailand (Nachtzughalt), Novara und Ivrea bis Aosta fahren. Es gibt auch Zugver­bindungen von Ivrea nach Turin. Ab Martigny existiert zweimal täglich (morgens und abends) eine Postautoverbindung nach Aosta (Linie 211; postauto.ch). Neuerdings gibt es auch eine Flixbus-Linie von Montreux nach Aosta.

Nachtrag
Outlet-Shopping in Vico Lungo bei Novara (Piazza Santa Caterina, 1, 28060 Vicolungo) etwa 120km südöstlich vom Aostatal. Infos unter: vicolungo.thestyleoutlets.it (direkt nebenan ist noch ein weiteres Outletcenter)

Mittwoch, 25. April 2018

Der Sommer stellt sich ein

Selten gab es ein Jahr, in welchem der Wechsel von Winter auf Sommer derart rasant erfolgte. Nur wenige Tage vorher herrschte noch winterliche Kälte, was man gut an den fehlenden Blättern der Bäume sehen konnte. Plötzlich war es über 20°C warm, aber mehr als ein paar Knospen und ein beginnendes, zartes Grün konnte die Natur in so kurzer Zeit natürlich nicht hervorbringen. Für den Snob stellt sich nun die Frage, wie er den Sommer gestaltet.
Ein Besuch am Meer und eine Thalassokur in einem Küstenort wäre jetzt angenehm. Für die Berge ist es noch zu früh, beginnt doch die Sommersaison (und damit der Sommerbetrieb der meisten Seilbahnen) erst gegen Anfang Juli. Ostfriesland ist um diese Zeit eine ganz gute Wahl, vor allem ein Kurztrip mit dem Flugzeug auf eine der vorgelagerten Inseln hätte jetzt einen gewissen Charme. Aber man könnte auch in einen Ort an der englischen Nordseeküste fahren, z.B. nach Bridlington in East-Yorkshire. Ebenfalls passend wäre die dänische Ostseeinsel Møn.
Als Sommerduft empfiehlt sich Acqua dell'Elba, sofern sich das warme Wetter hält, ansonsten schweizerisches Pitralon. Als Spirituose bietet die Rockeskyller Brennerei den fruchtigen Erdbeerlikör „Eifel-Sommer“. Als Lektüre könnte man Abenteuerliteratur von Jack London oder Daniel Defoe lesen. Zur musikalischen Untermalung wären jetzt wohl südeuropäische Volkslieder gut geeignet, aber auch Werke von Rachmaninoff oder Ch. W. Gluck.

Montag, 23. April 2018

Rimini

Das Seebad an der Adria ist vor allem für seine antiken und mittelalterlichen Bauten (Augustus­bogen, Tiberiusbrücke, Fontana della Pigna, Kathedrale) bekannt und gilt nicht nur in Fachkreisen als zweites Rom. Daneben existiert natürlich auch der moderne Badetourismus mit seinem ausge­prägten Nachtleben. Einen Golfplatz findet man bei Verucchio (ca. 15km). Selbstverständlich haben Rimini und sein Nachbarort Riccione auch Luxusboutiquen mit allen bekannten Designermarken. Eine Hermès-Filiale befindet sich im ca. 40km weiter südlich gelegenen Nachbarort Pesaro.
Als Ausflugsziele empfehlen sich die älteste, bestehende Republik der Welt San Marino (ca. 25km), die vor allem als zollfreies Einkaufsparadies bekannt ist, die sehenswerte Schlucht Fiume Marec­chia bei Secchiano (ca. 30km), mit ein paar schönen Badeplätzen, und der Wasserfall Cascata dell' / sull' Alferello (ca. 70km), unweit des Dorfes Mazzi an der Straße nach Alfero (auf der [SS3bis] und der SR71 bis Quarto di Sotto, dann die Via del Lago bis hinter Mazzi; ab dort führt ein be­schilderter Fußweg etwa 500 Meter hinab zum Wasserfall).
In der weiteren Umgebung Riminis gibt es überdies ein paar interessante Kurorte und Heilbäder. Nördlich von Rimini (33km) und direkt an der Adriaküste liegt die bereits im Mittelalter bedeutende und für ihre Salzsalinen bekannte Stadt Cervia. Neben den schönen Badestränden, fällt vor allem das recht­eckige Straßenmuster der Renaissancestadt mit ihren zahlreichen Prunkbauten ins Auge, deren Orts­zentrum Ende des 17. Jahrhunderts in die Nähe des Strandes verlegt wurde. Die Therme Cervia mit ihrem stark salz- und bromhaltigen Thermalwasser ist lediglich in den Monaten Mai bis Oktober ge­öffnet (terme.org). Wem der Trubel an der Adria zu viel wird, der macht einen Ausflug in den mit­telalterlich geprägten Thermalkurort Castrocaro (63km). Die dortige, im Renaissancestil errichtete Therme besteht aus insgesamt vier Anlagen inmitten eines Parks (termedicastrocaro.it). Einige Kilo­meter weiter befindet sich der besonders ruhige Kurort Riolo (90km ab Rimini; termediriolo.it).
Die Anreise nach Rimini kann mit der Bahn oder mit dem eigenen Auto erfolgen. In letzterem Fall kann man saisonal die Strecke zwischen Hamburg, Düsseldorf oder Wien und Verona auch mit dem Autozug zurücklegen (Verona – Rimini ca. 225km). Preiswert tanken kann man in San Marino. Bei der Bahnanreise sollte man den Nachtzug von München oder Wien nach Bologna wählen (nightjet.com), und dann weiter mit dem IC bis Rimini fahren. Fernbusse von Eurolines fahren ab Bern, München und Wien nach Rimini.

Nachträge
+ Könnte interessant sein, wenn man es findet: 
http://www.20min.ch/living/news/story/Dieses-Haus-dreht-sich-um-sich-selbst-22991052
+ Outlet-Shopping im Castel Guelfo The Style Outlets (Via del Commercio 4/2, 40023 Castel Guelfo di Bologna) etwa 90km von Rimini in Richtung Bologna. Infos unter: castel-guelfo.thestyleoutlets.it

Sonntag, 22. April 2018

Kochrezept: Farfalle an Saucisson-Tomatensugo

Ein leichtes Sommergericht nach schweizerischer Art (für 3-4 Pers.).

1 EL Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen.
250g Champignons in Scheiben schneiden und in der Pfanne ca. 2 Min. andämpfen. Einige Scheiben
Saucisson Vaudois, 
eine Tasse Wasserund
800g gehackte Tomaten hinzugeben. Mit
Salz, Pfeffer würzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 12 Min. kochen.
500g Farfalle in Salzwasser al dente kochen, abtropfen, mit dem Sugo vermischen und
80g geriebenen Sbrinz darüberstreuen und servieren.

Passendes Getränk: Ein Riesling oder ein leichter Rotwein.

Freitag, 20. April 2018

Die Therme von Bormio

Am Südende des Stilfserjochs und unweit der Grenze zum schweizerischen Val Müstair befindet sich der Wintersportort Bormio (bormio.it). Weniger bekannt ist die örtliche Thermalquelle. Das 36°C warme Thermalwasser von Bormio ist leicht radioaktiv und enthält unter anderem Schwefel. Das moderne Thermarium präsentiert sich als eine luxuriöse Wohlfühloase mit einem weitläufigen Saunabereich, stilvollen Innen- und Außenbecken und geschmackvollen Ruheräumen. Auch werden dort Schlammbäder, Massagen und andere therapeutische Anwendungen angeboten. Darüber hinaus gibt es eine hauseigene Pflegeproduktserie. Der Besuch der „Spa Terrace Bar“ ist auch im Bade­mantel möglich (bormioterme.it). Am Ort findet man ansonsten auch einen Golfplatz.
Die Anreise nach Bormio kann im Sommer (Juli-Sep.) mit dem schweizerischen Postauto Linie 90.821 einmal täglich ab dem Val Müstair erfolgen (postauto.ch). Dorthin gelangt man mit der Bahn bis Zernez und dann mit einem Postauto über den Ofenpass ins Val Müstair. Ansonsten wäre der nächstgelegene Bahnhof im ca. 40km entfernten Tirano (Busverbindung, siehe busperego.com). Mit dem Auto wählt man am besten den Weg über die A7 und den Fernpass, Landeck, Nauders, Reschenpass und Stilfser­joch. Im Winter erfolgt die Anreise besser über das Engadin, Zernez, den Munt-La-Schera-Tunnel (mautpflichtig!) und Livigno. Unbedingt sollte man einen Ausflug ins zollfreie Einkaufs­paradies Livigno einschieben. Auch Tanken lohnt sich dort.

Mittwoch, 18. April 2018

Die Cavagrande del Cassibile auf Sizilien

Zehn Kilometer ist die atemberaubende Schlucht des Flusses Cassibile lang und besitzt bis zu 500 Meter hohe Felswände, die aus der darüber liegenden Karstlandschaft teils senkrecht hinab fallen. Zahlreiche Eidechsen tummeln sich zwischen blühenden Pflanzen, von denen ein erheblicher Teil nur hier vorkommt. Bis zu 3000 Jahre alt sind die Spuren menschlicher Besiedlung. Die Flussufer bestehen an einigen Stellen aus terrassenartigen Steinplatten, die für Badende einen leichten Zugang zum Wasser ermöglichen, auch wenn das Baden nicht überall erlaubt ist. Vor allem die Laghetti sind jedoch beliebte Badeplätze und können im Hochsommer leider manchmal recht gut besucht sein. Dennoch bieten sie eine interessante Alternative zu den Stränden des nur wenige Kilometer ent­fernten Ionischen Meeres. Erreicht werden sie über einen schmalen Pfad, der vom oberhalb der Schlucht gelegenen Parkplatz Parcheggio laghetti di cavagrande di sopra zum Fluss hinabführt (cavagrandedelcassibile.it). Zum Parkplatz wiederum gelangt man von Avola aus über die kurven­reiche Strada Provinziale 4 (ca. 12km).
Natürlich gibt es auf Sizilien auch noch andere Attraktionen, u.a. den Vulkan Ätna, die Monti Ne­brodi (größtes zusammenhängendes Waldgebiet Siziliens) und die westlich daran anschließende karstige Gebirgskette Madonie mit dem 1979 Meter hohen Pizzo Carbonara. In der Stadt Messina sind neben den üblichen Kirchen und Palazzi vor allem die Brunnen bemerkenswert (Fontana di Orione, Quattro Fontane, Fontana del Nettuno), in Catania sollte man den Fischmarkt, den Ele­phantenbrunnen und das antike Amphitheater besuchen, während in Palermo u.a. die diversen Park­anlagen sehenswert sind.
Wer mit dem eigenen Auto nach Sizilien reisen möchte, sollte ab Genua die Fähre nach Palermo nehmen. Von dort sind es knapp 300km bis zum an der Ostküste gelegenen Avola. Auf Sizilien sind nur die Autobahnen A20 Messina - Buonfornello und A18 Messina - Catania mautpflichtig. Alle anderen Autobahnen, u.a. auch die A19 Palermo - Catania, sind derzeit mautfrei. Um nach Italien zu gelangen, empfehlen sich diverse Autozüge, u.a. die in den Sommermonaten wöchentlich ver­kehrenden Züge von Düsseldorf oder Hamburg nach Verona (Verona – Genua ca. 300km). Wer ohne Auto mit der Bahn kommt, nimmt am besten den Nachtzug ab München oder Wien nach Rom und dann einen der beiden Nachtzüge ab Rom nach Syrakus. Ein weiterer Nachtzug nach Syrakus verkehrt ab Mailand; außerdem gibt es Nachtzüge ab Mailand und Rom nach Palermo, nicht zu ver­gessen die Fährverbindung Genua – Palermo. Von Syrakus geht es weiter mit einem Regionalzug bis Fontane Bianche, von wo das untere Ende der Schlucht nach einer kurzen Wanderung zu Fuß (ca. 5km) erreicht wird. Bis zu den Laghetti sind es jedoch noch einige Kilometer Fußweg flussauf­wärts.

Donnerstag, 12. April 2018

Schaumwein sabrieren

Im allgemeinen öffnet ein Snob eine Schaumweinflasche mit der Hand und unter Einsatz eines sog. Champagner­hakens. Ein sol­cher befindet sich u.a. an einem Westfälischen Adelsmesser. Wich­tigster Hersteller diese Messers ist die Solinger Firma Hubertus (Modell Nr. 10.306.HH.00). Man kann jedoch auch einen sog. Cham­pag­ner­säbel einsetzen. Die Tradition Cham­pag­ner­flaschen mit einem Säbel zu öffnen geht auf fran­zösische Kavallerieoffiziere Napoleons zurück, die dafür ihren Offizierssäbel (franz. sabre) benutzten. Daher stammt der Fach­ausdruck „sabrieren“. Heute werden zu diesem Zweck von diversen Anbieter spezielle Champag­ner­säbel fabriziert. Eine gute Auswahl bietet der Händler „eKnives.de“. Der Champagnersäbel wird mit der Schneide am Bauch der Flasche eine Fingerbreite über dem Etikett angesetzt. Unter einem Winkel von ca. 20 Grad wird der Säbel in einer fließenden Bewe­gung auf den Flaschenhals zubewegt und schlägt von unten gegen den Wulst des Flaschenkopfes, möglichst an der Stelle, wo die Längsnaht in den Querwulst übergeht. Nach­lesen kann man das bei Wikipedia (Lernvideo hier). Es versteht sich natürlich von selbst, dass man das sabrieren zunächst mit einem preisgünstigen Schaumwein übt, bevor man sich an einen Dom Perignon heranwagt. Alternativ kann man selbstredend auch weiterhin die herkömmliche Öffnungsmethode verwenden.

Samstag, 7. April 2018

Maastricht für Snobs

Die Stadt am Fluss Maas ist ein recht brauchbares Einkaufsparadies. Sogar eine Her­mès Filiale gibt es in der Stationsstraat 43, die vom Bahnhof in westlicher Richtung zur Maas führt. Die eigent­liche Innenstadt liegt allerdings am jenseitigen Maasufer, welches man über die Sint Servaasbrug er­reicht.
Die folgenden Maastrichter Firmen beliefern den niederländischen Königshof: Craft (Friseur), O.L. Vrou­we­plein 27 (www.craft.nl; seit 1889; Nass­ra­sur ca. € 30), Blanche Dael (Kaffee), Wolfstraat 28 (www.blanchedael.nl), Frissen Pieters Bloemensalon B.V. (Blumen), Stok­straat 49, Slagerij Wil­lems (Metzgerei), Brusselsestraat 37 & St. Maternusstraat 2a (www.slagerijwillems.nl), Maison Louis (Herrenmode), Stokstraat 41-45 (www.maisonlouis.nl) und Drankenshop Bams (Spirituosen & Getränke), Markt 9 (www.drankenshopbams.nl).
Darüber hinaus kann man in den Niederlanden günstig Kaffee, pfandfreie Getränke und frei ver­käuf­liche Medikamente, eventuell auch Bier und Alkopops einkaufen. Im Hbf. Maastricht befindet sich ein Albert Heijn Supermarkt, ein weiterer liegt im Schar­ner­weg 110 (ca. 750m östlich vom Hbf.). Einen Aldi findet man in Maas­nä­he im Plein 1992 Nr. 25 (ca. 850m vom Hbf.). Em­pfeh­lens­wert ist wei­ter­hin ein Besuch im Ein­kaufs­­zen­trum (niederl. Winkel­cen­trum) Noor­der­brug, ca. 1km nördlich vom Bahnhof (Busli­nien 7 & 9). Viele Geschäfte ha­ben auch Sonn­tags ge­öff­net. Im Hbf. werden Ge­päck­schließfä­cher für etwa € 4 of­fe­riert. Wenn die Zeit reicht, kann man noch einen Ab­­stecher zum De­sig­ner Outlet Center Maas­­mechelen (B) einschieben (Bus­­linie 45 ab Maastricht Hbf. etwa stünd­­lich, Fahr­zeit ca. 21min.).
Einen Besuch wert sind überdies das Bonnefantenmuseum mit großen Meistern aus dem 16. und 17. Jahr­hun­dert (Brue­ghel, Van Dyck, Rubens; www.bonnefanten.nl), der Steingarten Bèr Slangen (www. berslangen.nl), der Park De Heerenhof (www.heerenhof.nl), der Botanische Garten und die beiden Golf­plätze in Stadtnähe (internationalgolfmaastricht.com & golfenophetrijk.nl). Gastronomisch interessant sind die folgenden Frituren: Reitz Friture Restaurant, Markt 75 (reitz.nl), Cafetaria de Jeker, St. Pieter­straat 50 (www.cafetariadejeker.nl) und Friture Snackbar De Aw Brok, Cörversplein 4.
Maastricht ist verkehrstechnisch gut zu erreichen. Die Anreise kann problemlos mit der Bahn, ei­nem Fernbus oder dem eigenen Auto erfolgen (gratis parken: Hooge Kanaaldijk, linkes Maasufer süd­lich der Innenstadt, oder Voltastraat, östlich des Hbf.; in den NL tanken lohnt nicht). Von Aachen Hbf. aus verkehrt die Bus­linie 50 ca. alle 15min. nach Maastricht Station (Bus), bei einer Fahrzeit von ca. 73min. (www.avv.de).

Dienstag, 3. April 2018

Kochrezept: Spaghetti an Rüeblisugo

Ein schlichtes Gericht aus der schweizerischen Küche. Der mediterrane Einfluss ist nicht zu übersehen.

Spaghetti an Rüeblisugo (für 3-4 Pers.)

1 EL Olivenölin einer Pfanne heiß werden lassen.
2 Zwiebelnin feine Streifen schneiden und in der Pfanne ca. 2 Min. andämpfen. Einige Scheiben
Salami,
800g geriebene Karotten (Rüebli)und
800g gehackte Tomatenhinzugeben. Mit
Salz, Pfefferwürzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 12 Min. kochen.
500g Spaghettiin Salzwasser al dente kochen, abtropfen, mit dem Sugo vermischen und
80g geriebenen Sbrinzdarüberstreuen und servieren.

Passendes Getränk: Schweizerischer Fendant oder ein Riesling.

Samstag, 31. März 2018

Beginn der Gartensaison

Viele Snobs sind Gartenfreunde. Wohnt der Snob in einem Haus, hat er meistens auch einen Garten und oft auch einen Wintergarten. Lebt er in einer Etagenwohnung, dann hat diese Woh­nung - wenn irgend möglich - einen Dachgarten, einen Balkon oder zumindest ein Erker­fen­ster mit viel Glas. Ein Wintergarten ist überdies der ideale Ort für den 5-Uhr-Tee. Gartenpflege ist für den Snob eine angenehme und kultivierte Beschäftigung, wobei die gröberen Arbeiten (Rasenmähen, Bäume schneiden etc.) natürlich von entsprechendem Fachpersonal erledigt werden sollten. Ideale Pflanzen für den Snob-Wintergarten sind Kamelien, Strelitzien, Orangen- und Zitronenbäume, Zypressen, Mimosen und vielleicht noch eine Agave. Für den Freiluftgarten empfehlen sich Rhododendron, Buchsbäume, Oleander und Gardenien. Stammen die Pflanzen aus dem Park des Familienanwesens, umso besser. Bäuerlich-rustikale Pflanzen wie z.B. Geranien sollte man jedoch meiden.
Da ja bald wieder die Gartensaison beginnt, wird es auch für den Snob Zeit seinen (Winter-) Garten auf den kommenden Sommer vorzubereiten. Wer noch Gartenwerkzeug benötigt, findet beim nieder­ländi­schen Hoflieferanten Sneeboer (www.sneeboer.com) sicher was er braucht. Die Firma aus Boven­karspel (Nordwest-Holland) fertigt seit über hundert Jahren und in der vierten Generation hoch­wer­tige Gartenwerkzeuge in Handarbeit. Vor allem solche mit kurzem Griff eignen sich ideal für die delikateren Arbeiten im Wintergarten. Es gibt sogar spezielle Werkzeuge für Linkshänder. Eine Liste der Bezugsquellen findet man auf der Unternehmenswebseite.
Eventuell könnte ein Snob der sich tiefergehend mit Gartengestaltung beschäftigt eine Mitglied­schaft in der Royal Horticultural Society erwägen (rhs.org.uk; man kann sogar eine lebenslange Mitgliedschaft erwerben). Bei einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von £61 erhält man ermäßigten Eintritt in diverse Gartenausstellungen, die Mitgliederzeitschrift und freien Zutritt zu den vier eigenen Gärten (ein fünfter ist in Arbeit) und diversen Partnergärten. Wer aber nur gelegentlich eine Ausstellung besuchen will, ist mit einer Gast-Eintrittskarte besser bedient. Die renommierte RHS Chelsea Flower Show muss ohnehin extra bezahlt werden, auch wenn Mitglieder (einen gering­fügigen) Rabatt erhalten.
Wem der Weg nach Chelsea zu umständlich ist, der könnte dem niederländischen Keukenhof einen Besuch abstatten (keukenhof.nl/de). In diesem Frühling blühen dort auf etwa 32 Hektar Fläche mehr als 7 Millionen Tulpen, unterteilt in 800 verschiedene Tulpensorten. Weiterhin gibt es Blu­men­shows, Inspirationsgärten, Kunstwerke und diverse Veranstaltungen. Der Keukenhof ist vom 22. März bis zum 13. Mai 2018 geöffnet, sodass man auch zuerst diesen besuchen könnte und dann ab 22. Mai die Chelsea Flower Show.
Im übrigen sei noch auf die durchaus brauchbaren Tipps zur Gestaltung von Balkonen in der "Schweizer Familie" hingewiesen.

Freitag, 30. März 2018

Ferien im Schloss Drachenburg

Er selbst hat es nie bewohnt: Baron Stephan von Sarter, der Erbauer von Schloss Drachenburg im Siebengebirge. Dafür kann man seit neuestem im Schloss eine Ferienwohnung mieten. Die ca. 80 qm große Suite im 3. Stock ist über einen separaten Eingang und über eine Wendeltreppe zugänglich. Hauptattraktionen sind das Schloss, der Park und die unbeschreibliche Aussicht auf das Rheintal. Kleiner Wermutstropfen: Das Schloss ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel. Sind aber die Tagestouristen abends wieder weg, kann man ganz ungestört den Schlosspark genießen.

Donnerstag, 29. März 2018

United Chip in London

Nichts ist im Vereinigten Königreich bodenständiger, als eine solide Fish & Chips Bude. Ein neuer Stern am gastronomischen Himmel Londons ist seit 2017 das Lokal United Chip in der Clerken­well Road (unitedchip.co.uk). Frittiert wird hier in Sonnenblumenöl (sic!) und neben Pommes aus Lincoln­shire-Kartoffeln werden selbstgemachte Saucen offeriert. Wer es exotischer mag, kann auch einen Krab­ben­burger bestellen. Ansonsten stehen Kabeljau, Schellfisch und Seelachs zur Auswahl (Merke: Nie­mals einfach nur fish & chips bestellen; immer die Fischart nennen: cod, haddock, pollock, also z.B. haddock & chips, please!). Wer keinen Fisch mag, kann zu den Pommes auch eine Wurst be­kom­men. Geöffnet ist täglich außer Sonntags, 11:30 – 22:00 Uhr und wer sein Essen lieber woanders verzehren möchte, kann sich auch via Deliveroo (deliveroo.co.uk) beliefern lassen.

Mittwoch, 28. März 2018

Der Zürcher Prime Tower

Seit 2011 hat die Stadt Zürich einen neuen Höhepunkt: Den 126 Meter und 36 Stockwerke hohen Prime Tower im Kreis 5, nahe beim Bahnhof Hardbrücke (primetower.ch). Im Dachgeschoss des höchsten Gebäudes der Schweiz befindet sich das Restaurant Cloud mit Showküche, Bar, Bistro, Smokers Lounge und Privé und einer grandiosen Aussicht auf die Zürcher Innenstadt und das Seebecken (cloud.ch). Die Bar hat selbstverständ­lich auch Signature-Cocktails, unter anderem den Lemongrass Collins No. 2 auf Gin-Basis. Die Preise ent­sprechen – wie immer in solchen Etablisse­ments – der Höhe des Gebäudes, aber für einen Morgenkafi und ein Gipfeli im Bistro (für unter 10 Franken) oder einen Nachmittags-Apéro in der Bar (Cocktails um die 25 Franken und ca. 100 ver­schiedene Gins) sollte man das Geld schon zusammenkratzen können. Ob man das will, ist natürlich eine andere Frage, denn eigentlich spricht nur die Aussicht für einen Besuch in dieser Yuppie-Location. Eine schöne Aussicht hat man aber auch von anderen Plätzen Zürichs aus, z.B. aus der Mensa der ETH.

Montag, 26. März 2018

Saisonbeginn im Bademantelpark Bad Nieuweschans

Bald ist es wieder soweit: Zum 1. April beginnt die Sommersaison im niederländischen Kur­ort Bad Nieuweschans an der Dollartbucht und der 10 Hektar große Ba­de­mantelpark (niederl. Bad­jas­sen­park), in welchem man von April bis Oktober im Bademantel flanieren kann, öffnet wieder seine Pforten. Sogar den Fünf-Uhr-Tee kann man dort in dem aus­schließlich für Bademantelträger zugänglichen Park genießen. Das Ther­­malwasser von Bad Nieuweschans ist eine eisen- und jodhaltige Thermalsole mit einem hohen Gehalt an Kal­­zi­um- und Sulfationen und hat eine Badetemperatur von 36°C. Außer­dem werden im Kur­zen­trum Mas­sa­gen, eine Sau­nalandschaft, Ruheräume und zahl­reiche andere Therapien offeriert, inklusive Ga­stro­­no­mie und Friseursalon. Infos gibt es unter www.fontananieuweschans.nl.

Sonntag, 25. März 2018

Vorfrühlingstrip auf die Nordseeinseln

Es ist zwar noch etwas früh im Jahr, aber wie wäre es mit einer Kurzreise auf eine der Nord­see­in­seln? Auf dem Mitflugportal de.wingly.io bieten diverse Piloten Mitflug-Gelegenheiten ab Aachen, Essen, Münster oder Hannover u.a. auf die Ostfriesischen Inseln an. Im Angebot finden sich auch Touren, bei denen mehrere Tage zwischen Hin- und Rückflug liegen, z.B. über die Pfingstfeiertage. Wer einen solchen Mitflug bucht, kann natürlich an Bord keinen Service erwarten und manchmal liegen die Flugplätze in der tiefsten Provinz. Aber dafür reist man fernab des Massenverkehrs und ohne schikanöse Sicherheitskontrollen, wie sie heute an Verkehrsflughäfen üblich sind.

Samstag, 24. März 2018

Tee-Einkauf auf den Azoren

Im Norden der Azoreninsel São Miguel, ca. 32km von der Inselhauptstadt Ponta Delgada entfernt, befindet sich seit 1883 die Teeplantage Plantações de Chá Gorreana (gorreana.pt) – die einzige ernstzunehmende europäische Teeplantage. Selbstverständlich offeriert man auch einen Verkauf ab Hersteller im eigens dafür eingerichteten Teeladen (täglich von 09:00 – 19:00 Uhr geöffnet). Und wenn man schon mal in der Nähe ist, könnte man gleich noch die heißen Quellen von Poça da Dona Beija und den benachbarten botani­schen Garten Terra-Nostra-Park (parqueterranostra.com) im ca. 15km entfernten Furnas besuchen. Zwecks Anreise bietet Ger­ma­nia Flüge von Düsseldorf (Hugo-Junkers-Lounge, €28, loungepass.com) nach Ponta Delgada ab etwa €80 an (immer Mittwochs; flygermania.com). Wer nicht persönlich vorbeikommt, kann den Tee natürlich auch im Netz bestellen, entweder direkt ab Plantage oder im Freiburger Kontor unter gorreana.de.

Freitag, 23. März 2018

Hautpflege in Budapest

Budapest hat Snobs viel zu bieten. Und warum sollte man nicht einmal die einheimischen Körper­pflege­produkte ausprobieren? Z.B. die des Budapester Herstellers Omorovicza (omorovicza.com). Der Grundgedanke der seit 2006 bestehenden Firma ist, die positive Wirkung ungarischen Ther­mal­wassers zwecks Hautpflege in einer Pflegeserie verfügbar zu machen. Vor allem weibliche Snobs werden ohne Zweifel unter den mittlerweile etwa 50 Pflegeprodukten etwas passendes finden, während die Herren sich vermutlich besonders für die Rasiercreme „Soothing Shave“ interessieren dürften. Der Flagshipstore befindet sich in der renommierten Budapester Andrássy út 2, wo auch Massagen und andere Behandlungen offeriert werden. Übrigens waren Omorovicza-Produkte voriges Jahr in den Amenity Kits enthalten, die Etihad Airways in der Ersten Klasse verteilt hat. Leider ist diese Praxis der Sparpolitik zum Opfer gefallen, nachdem die Fluglinie im letzten Jahr erstmals Verluste eingefahren hat.

Donnerstag, 22. März 2018

Luxuswaren in der Karibik

Ein Snob, der sich – warum auch immer – längere Zeit in der (östlichen) Karibik aufhält, wird ir­gend­wann den Wunsch nach diversen Luxusartikeln verspüren, die in dieser Welt­region nicht so ohne weiteres zu be­kommen sind. Abhilfe schafft gleichwohl ein Besuch auf der französi­schen Karibik­insel Saint-Barthélé­my (kurz: Saint Barth oder Saint Bart; stbartsguide.com, st-barths.com und comstbarth.fr). Die Insel besitzt eine gewisse Tradition als Reiseziel für Reiche und Neu­reiche und verfügt deshalb über erstaunlich gute Einkaufsmöglich­kei­ten, wie man sie sonst nur im ca. vier Flugstunden entfernten Miami vorfindet. An der Rue de la République des Haupt­ortes Gusta­via liegen eine Hermès-Filiale, eine Louis-Vuitton-Boutique und ein paar kleinere Läden. Weiter süd­östlich, zwischen noblen Hotels und edlen Restaurants, befinden sich weitere Boutiquen, u.a. von Lacoste und Dolce&Gabbana, mehrere Delikatessengeschäfte, Luxusuhrenboutiquen so­wie ein re­nommierter Juwelier. Weitere interessante Geschäfte findet man an der östlich des Haupt­ortes ge­legenen Baie de Saint Jean.
Leider ist die Anreise nach Saint-Barthélémy etwas umständlich. Der Flughafen SBH ist aufgrund seiner kurzen Landebahn (646 Meter) nur für den Regionalverkehr geeignet, sodass es keine Direkt­flüge aus Europa gibt, was aber bei einer Anreise von einer der Nachbarinseln kaum ins Ge­wicht fällt. Bei Fernflügen muss man gewöhnlich am Juliana Airport SXM, Sint Maarten um­stei­gen. Flug­gesellschaften die von dort in etwa 10 Minuten nach Saint Bart fliegen sind St Barth Commuter (stbarthcommuter.com) und Winair (fly-winair.sx). Ab Pointe-à-Pitre PAP, Guadeloupe offeriert Air Antilles Flüge nach Saint Bart (ca. 50min.; airantilles.com). Fähr­ver­bin­dun­gen gibt es von Philips­burg, Sint Maarten (45min.), Marigot, Saint-Martin (60min.) und Oyster Pond, Saint-Martin (ab 30min.). Nachteilig ist zwar, dass man für die Einreise über Sint Maarten - auch als EU-Bürger - einen Reisepass benötigt. Wer aber von Martinique oder Guadeloupe nach Saint Bart reist, kann dies nur mit einem BRD-Personalausweis tun. Landes­währung ist der Euro.
Wem dies alles zu umständlich ist, der sei daran erinnert, dass einige Londoner Waren­häuser (u.a. Fortnum&Mason, Selfridges) und Barbiere / Drogisten (u.a. Geo. F. Trumper, Taylor of Old Bond Street) auch auf die meisten Karibik­inseln versenden (Aus­nah­men: Verderbliche Güter, Alkohol u.ä.). Die Porto­kosten liegen allerdings bei bis zu £40 und die Liefer­zeit beträgt ca. 6 Arbeitstage.

Mittwoch, 21. März 2018

Barber in Budapest

Seit 2014 existiert in Budapest eine Barbershop-Kette, die von heimgekehrten, australischen Auswanderern gegründet wurde: Barbershop Budapest (barbershopbudapest.hu). Ihre Filialen findet man nicht nur in Budapest, sondern auch in den Städten Debrecen, Györ, Mikolc und Szeged. In diesen erhält man einen traditionellen Hot Towel Wet Shave schon ab umgerechnet etwa €16. Termine bucht man am besten über die o.g. Webseite.

Montag, 19. März 2018

Basel(world)

Zugegebenermaßen ist die Stadt am helvetischen Rheinknie nicht gerade ein typisches Snobziel, ja nichteinmal ein beliebtes Reiseziel. Einmal im Jahr jedoch trifft sich in Basel (fast) alles was Rang und Namen hat zur Baselworld Uhrenmesse. Der nächste Termin ist vom 22. bis 27. März 2018 (baselworld.com). Mit mehr als 100.000 Besuchern und ca. 1300 Ausstellern aus rund 45 Ländern stellt die jährlich stattfindende Baselworld eine der weltweit größten Fachmessen aus dem Bereich Uhren und Schmuck dar. Zu den Besuchern gesellen sich weiterhin etwa 4000 Presse- und Medien­vertreter. In den letzten Jahren sind zwar die Umsätze der klassischen Uhrenindustrie mit mechani­schen Uhren zugunsten der Smartwatches eingebrochen, aber vor allem die schweizerische Uhren­industrie wird sich ohne Zweifel davon wieder erholen.
Bei dem gewaltigen Besucheransturm auf die Stadt sind natürlich preiswerte Übernach­tungsmög­lich­kei­ten Mangelware. Fündig werden könnte man jedoch bei Airbnb zu Preisen ab ab 26 Euro (airbnb.de) oder bei bnb.ch. Ansonsten bietet sich die Jugendherberge im St. Alban Quartier an. Die Preise liegen zwischen 42,80 Franken für eine Nacht im Mehrbettzimmer und 135,60 Franken für ein Doppel­zimmer. Das Frühstück ist inklusive.
Jeder (Hotel-) Gast erhält überdies bei einer Übernachtung in Basel ein Mobility Ticket und kann damit kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen. Das ist schon deswegen zu empfehlen, weil bei einer Anreise mit dem Auto das Parken in Basel mitunter sehr teuer sein kann (basel.com/de/mobility-ticket). Wer den Rhein überqueren will, kann das mit der Fähri für nur 1,60 Franken tun.
Vergleichsweise günstig essen kann man u.a. auf dem Marktplatz. Dort gibt es eine Wurst (die Basler nennen sie Klöpfer) für 6 Franken. Im Restaurant Margherita in der Steinenvorstadt 60 gibt es u.a. gute Pizzen ab zehn Franken. In vielen Migros- und Coop-Einkaufszentren existieren Restaurants mit akzeptablen Preisen und gratis WLAN. Und in der Markthalle, nahe am Bahnhof SBB, findet man an vielen Essständen für 10 bis 15 Franken gute internationale Küche (altemarkthalle.ch). Wer in der Stadt unterwegs Durst hat, achtet am besten auf die kleinen, kosten­losen Trinkwasserbrunnen die überall stehen. Wer anschließend eine Toilette aufsuchen muss: Seit kurzem sind Besuche der meisten öffentlichen Toiletten in Basel kostenfrei.
Kostenlose Kulturangebote gibt es natürlich auch. Viele öffentliche Museen in Basel bieten an jedem ersten Sonntag im Monat gratis Eintritt an. (Info unter museenbasel.ch/de/happyhour-happyday.php). In den Sommermonaten legt am Basler Rheinufer neben der Mittleren Brücke häufig das Kulturfloss an (imfluss.ch). Die Bühne liegt mitten im Rhein, zugeschaut wird vom Ufer aus. Finanziert wird es von Sponsoren und Mäzenen, der Eintritt ist frei. Kostenlos ist auch ein Besuch im Botanischen Garten von Basel (botgarten.unibas.ch). Bücherfans begeben sich am besten zum offenen Bücherschrank am Voltaplatz. Hier kann man Bücher kostenlos mitnehmen – wie auch aus dem Buchregal im Unternehmen Mitte. Die Auswahl ist gross, es gibt auffällig viele Sach­bücher. Den schönsten Ausblick über Basel hat man von der Bar Rouge im Messeturm; vor 22 Uhr wird kein Eintritt verlangt (barrouge.ch). Kostenlose Stadtführungen kann man unter basel@freewalk.ch bestellen, gratis WLAN findet man an diversen Hotspots in der Stadt.
Verkehrsmäßig ist Basel mit der Bahn und anderen Verkehrsmitteln aus allen Richtungen gut zu erreichen. Aus Hamburg und Berlin verkehrt ein Nachtzug via Basel nach Zürich. Auch wäre eine Nachtzuganreise ab Wien bis Zürich und von dort mit einem Tageszug bis Basel möglich.

Samstag, 17. März 2018

Der Landschaftspark Niederwald bei Rüdesheim

Oberhalb von Rüdesheim, auf einer ca. 300 Meter hohen, bewaldeten Felsnase über dem Rheintal zwischen dem bekannten Weinort und dem Nachbarort Aßmannshausen, liegt seit 1764 der 226 Hek­tar große Landschaftspark Niederwald, eine der frühesten, romantischen Parkanlagen. Als Ini­tia­tor des Parks gilt Graf Johann Friedrich Karl Maximilian von Ostein, der das Gelände zu­nächst als Jagdwald erschließen ließ. Am Südrand befindet sich seit 1883 das bekannte Niederwald­denk­mal, zu welchem man ab Rüdesheim mit einer Seilbahn gelangt. An einigen markanten Aussichts­punkten liegen ein Rundtempel mit einem von Säulen getragenen Kuppeldach, die künstliche Ruine Rossel und eine sog. Zauberhöhle. Außerdem gibt es eine Adlerwarte und ein Jagdschloss (heute Hotel und Restaurant) mit einer weiteren Seilbahn nach Aßmannshausen. Der waldreiche Park ist ein beliebtes Wandergebiet und eignet sich vorzüglich für Picknickausflüge.

Freitag, 16. März 2018

Bad Vöslau

Nur etwa 35km südlich von Wien gelegen, ist die Stadt beinahe ein Vorort der Donaumetropole und mit der S-Bahn recht gut erreichbar. Ein ideales Ausflugsziel! Kurbetrieb gibt es seit 1822; das hi­sto­rische Thermalbad, welches die 21°C warme Mineralquelle nutzt, stammt von 1926 (thermalbad-voeslau.at). Ein weiteres Standbein der örtlichen Wirtschaft ist der Weinbau. In Bad Vöslau von Robert Schlumberger produzierte Weine wurden in der k.u.k.-Zeit nicht nur an den Hof in Wien ge­lie­fert, sondern ebenso von Königin Victoria getrunken. Auch nach der Sitzverlagerung nach Wien be­sitzt die Firma Schlumberger Weinberge in Bad Vöslau. Eine weitere gute Adresse ist das Weingut Schloss­berg (weingutschlossberg.at). Sehenswert sind überdies das Schloss (als Rathaus genutzt), der Harz­berg­turm (Aussicht bis nach Wien), die Ruine Merkelstein und diverse sakrale und profane Gebäude, sowie einige histo­ri­sche Bildstöcke.

Donnerstag, 15. März 2018

Hafenpicknick in Kopenhagen

Ein ungewöhnlicher Picknickplatz bietet sich Besuchern Kopenhagens. Auf der Insel Brygge im Hafen vermietet die Firma GoBoat (goboat.dk) kleine, elektrogetriebene Boote für maximal acht Personen mit Sitzbänken rundum und einem Esstisch in der Mitte. Bei einer maximalen Geschwin­dig­keit von etwa 6 ½ Kilometern pro Stunde gleitet man durch den Kopenhagener Hafen und ge­nießt dabei sein vorbestelltes oder mitgebrachtes Picknick. Der Mietpreis beginnt bei 399 Kronen (~ € 54) für die erste Stunde; drei Stunden kosten etwa € 135. Gebucht wird entweder über die Web­seite oder die firmeneigene App. Einen Bootsführerschein braucht man nicht. Wie immer in Skan­dinavien gilt auch hier, dass man seinen Schaumwein von Zuhause mitbringen sollte.

Mittwoch, 14. März 2018

Einen Besuch wert: La Casa del Tè

Auf dem Tessiner Monte Verità, oberhalb von Ascona, steht die Casa del Tè, die der Begegnung rund um den Tee gewidmet ist (casa-del-te.ch). Man findet dort einen Teegarten, ein Teehaus, einen Teepavillon, im Haupthaus einen japanischen Teeraum und ein Laden­geschäft mit Tee (Öffnungs­zeiten siehe Webseite). Natürlich wird auch trinkfertiger Tee serviert. Wer gerade in der Nähe ist, sollte der Casa del Tè unbedingt einen Besuch abstatten.

Dienstag, 13. März 2018

Die dänische Insel Møn

Von Rødbyhavn der E47 folgend, gelangt man nach ca. 60 Kilometern Fahrt auf die Insel Farø, die über einen Damm mit der Insel Bogø verbunden ist. Dort rechts abbiegen, an der Raststätte vorbei und dann nochmal 40 Kilo­me­ter und man ist an der Ostküste der Insel Møn.
Die besondere Attrak­tion im ansonsten eher flachlandigen Königreich Dänemark ist hier die Møns Klint, eine über 120 Meter hohe und sechs Kilometer lange Kreideklippe (mit Museum), ähnlich ihrer geolo­gi­schen Ver­wand­ten auf Rügen und beliebtes Motiv zahlreicher dänischer Land­schafts­maler. Am nördlichen Ende be­findet sich oberhalb der Lilleklint das Schloss Lieselund, ein für ein Schloss er­staunlich schlich­tes Gebäude und eher ein Landhaus in einem englischen Land­schafts­garten. Im­mer­hin gilt es als klein­stes Schloss Däne­marks. Heute gibt es dort ein Museum und einen Hotel­be­trieb (liselundslot.dk). Die Zimmerpreise setzen bei umgerechnet etwa €100 ein, aber dafür wohnt man in einem kleinen Haus mit maximal 24 Gästen. Alternativ könnte man auf dem oberhalb der Klippe ge­legenen Cam­pingplatz ein Ferien­haus mieten, was allerdings auch seinen Preis hat (moensklintresort.dk). An­son­sten wären da noch das Møn Hostel (moenhostel.dk) oder die Pension Bakkegaarden (bakkegaarden64.dk).
Ein guter Picknickplatz wäre die Megalithanlage Sømarkedys­sen, ca. 5km von der Klippe entfernt, oder eines der anderen über hundert Neolithdenkmäler aus der Jung­steinzeit auf der Insel. Wegen der hohen Spirituosenpreise in Dänemark sollte man (nicht nur für das Pick­nick) unbedingt eigenen Schaumwein von Zuhause mit­bringen. Die Bordshops der meisten Fährschiffe zwi­schen der BRD und Dänemark sind relativ teuer, allerdings werden dort pfand­freie Getränkedosen verkauft.
Die Anreise zur Møns Klint mit der Bahn erfolgt bis Vordingborg, wo auf den Bus 660R nach Stege umgestiegen wird, ab dort gelangt man mit dem Bus 667 bis Magleby, Klintevej, in der Nähe der Klippe gelegen (dsb.dk).

Sonntag, 11. März 2018

Die Chelsea Flower Show

Sie ist nach eigener Aussage die größte Blumenausstellung der Welt, die Chelsea Flower Show im gleichnamigen Londoner Stadtteil, die in diesem Jahr vom 22. Mai bis zum 26. Mai stattfindet. Wer sie besuchen möchte, sollte jetzt unbedingt die Eintrittskarten bestellen. Die maximale Besucherzahl ist auf 150.000 festgelegt und einige Termine sind schon ausverkauft. Die ersten beiden Ausstellungstage sind nur den Mitgliedern der Royal Horticultural Society vorbehalten, d.h. für das allgemeine Publikum bleiben nur die letzten drei Tage. Die Preise der noch erhältlichen Karten liegen zwischen £37 und £87. Eintrittskarten können bestellt werden unter: rhschelsea.seetickets.com/content/ticket-options

Samstag, 10. März 2018

Szentgotthárd in Westungarn

Der Kurort an der Raab, der auf deutsch St. Gotthard heißt, liegt im westlichsten Zipfel Ungarns, direkt an der Grenze zu Österreich (szentgotthard.hu). In einer lichtdurchfluteten Kuppelhalle mit südländischen Pflanzen bietet die familienfreundliche, 35°C warme Therme neben dem Haupt­becken mit Wasserrutschen auch Sprudel­bäder und diverse Heilbehandlungen (gotthard.accenthotels.com). Für den Snob ist das Heilbad nur bedingt geeignet, allerdings kann man nicht viel falsch machen, wenn man aus dem etwa 80km entfernten Graz für einen Tages­aus­flug herüber kommt (mit dem Regionalzug dauert die Fahrt ca. 1 ½ Stunden). In dem 9000-Einwohner-Ort findet man einige sehenswerte sakrale und profane Gebäude, etwas außerhalb den Hársas-Stausee, ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Donnerstag, 8. März 2018

Der Frühling kommt

Jetzt ist die ideale Zeit für eine Mini-Kreuzfahrt von Kiel nach Göteborg. Noch bis Mitte April läuft in Schweden die Hummersaison und die Preise in der Göteborger Feskekörka dürften mittlerweile auf ein erschwingliches Niveau gesunken sein. Die Austernsaison am dänischen Limfjord geht so­gar noch bis Anfang Mai und bekanntlich gibt es in der Feskekörka auch Limfjorder Austern, sodass man beides kombinieren kann (den Schaumwein von zu Hause mitbringen).
Wem nicht der Sinn nach einer Seereise steht, der könnte zum Austernessen auch nach Zeeland fahren oder stattdessen einen Kuraufent­halt im Harz, in der Pfalz (Bad Bergzabern) oder in einem Schwarz­wälder Heilbad einlegen (und in letz­terem ab Mitte März die Zavelsteiner Krokusblüte verfolgen). Alternativ könnte man natürlich auch die Wintersaison in einem Skigebiet ausklingen lassen, z.B. Mutten, San Ber­nar­dino oder Poiana Braşov.
Beim Duftwasser wechseln wir allmählich von den winterlichen, englischen Herrendüften zu leich-ten, frühlings­haften Eaux de Cologne, wobei für den Übergang Winter - Frühling das schweizeri­sche Pitralon besonders anzuraten ist. Besonders frühlingsintensiv sind englische Lavendel Eaux de Toilette (z.B. Cotswold), auch wenn es sich bei Lavendel eher um einen Sommerduft handelt.
Als Spirituose empfiehlt die Rockeskyller Bren­nerei den Eber­eschenlikör „Eifel-Frühling“ (25%, Trink­temperatur ca. 8°C, lieferbar ab April). Alter­nativ ginge vielleicht auch ein italienischer Likör aus Zitrusfrüchten (z.B. Limoncello) oder ein Waldmeisterlikör.
Die ideale Lektüre für den nahenden Frühling wären philosophische Werke, u.a. Machiavellis „Principe“, Schriften von F. Nietzsche oder Poesie von Hölderlin. Man könnte natürlich auch mal etwas ganz anders wagen und z.B. Thea­ter­stücke von G.B. Shaw (u.a. „Major Barbara“) oder Oscar Wilde (z.B. „Lady Windermeres Fä­cher“ oder „Sa­lomé“) lesen.
 Zur musika­lischen Untermalung mittels Klavierstücke von Franz Schu­bert gibt es je­doch kaum eine Alter­na­ti­ve, vermitteln doch nur wenige Komponisten so ge­konnt die jahreszeit­li­che Aufbruchstimmung wie er. Lediglich Wagners „Siegfrieds Rheinfahrt“ könnte da vielleicht mithalten.

Dienstag, 6. März 2018

Bad Gleichenberg in der Steiermark

Die Heilquelle war bereits den Römern bekannt; 1834 begann der Bau des Kurhauses, aber zum „Bad“ wurde Bad Gleichenberg erst 1926 (bad-gleichenberg.at). Seit 2008 existiert ein neues Kur­haus mit Hotel. Der 20 Hektar große Kurpark zählt zu den schönsten Landschaftsgärten Österreichs. Ca. 5km nördlich des Hauptortes gibt es einen 9-Loch-Golfplatz (golf-badgleichenberg.at). Die meisten interessanten Bauten wurden im späten 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Kur­betrieb erstellt. Außerdem existieren eine Reihe sehenswerter Bildstöcke und ein Kreuzweg. Nach Graz sind es lediglich etwa 50km; mit dem Postbus Linie 400 dauert die Fahrt etwas weniger als zwei Stunden.

Sonntag, 4. März 2018

Von Hoflieferanten und Gütesiegeln

Ein „Hoflieferant“ ist ein Un­ter­­neh­men, das besondere Privilegien für die Zulieferungen von Waren und das Anbieten von Diensten an ei­nen herrschaftlichen Hof genießt. Die Vergabekriterien für den Titel „Hoflieferant“ (oder „Kam­mer­­lie­fe­rant“ wenn ein bestimmtes Mitglied der Herrscherfamilie be­liefert wird) sind von Land zu Land un­ter­schied­lich. Hoflieferanten existieren in Belgien, den Nie­der­lan­den, Luxemburg, Großbritannien, Dänemark und Schweden. In ehemaligen Monarchien, wie z.B. Deutschland oder Österreich, gibt es oft noch ehemalige Hoflieferanten. In Wien haben sich diese sogar in einer Vereinigung zusammengeschlossen.
Der Kunde eines Hoflieferanten kann sicher sein ein hochwertiges Qualitätsprodukt zu erwerben, denn der Monarch fungiert gewissermaßen als „Produkttester“. Ein Hoflieferant wird es nicht wa­gen aus­schließ­lich Schund zu verkaufen, weil er damit un­zwei­fel­haft seinen Titel gefährden würde. Ge­legentliche Fehler schließt das natürlich nicht aus. Damit enden allerdings auch schon die Vor­teile, die ein Snob aus einem Einkauf bei einem Hoflieferanten ziehen kann.
Nachteilig ist, dass der Status „Hoflieferant“ eigentlich nur die Präferenz des Monarchen wider­spie­gelt (beim „Kammerlieferanten“ tritt das noch deutlicher zutage), bestenfalls noch die Staatsräson. Ein Produkt, das dem Monarchen gefällt, muss dem Snob aber noch lange nicht gefallen. Auch be­deu­tet das nicht, dass die Produkte anderer Lieferanten schlechter wären, nur weil der Monarch dort nicht einkauft. Schließlich wechselt auch ein Monarch hin und wieder die Lieferanten und oft hat der Wechsel nichts mit der Produktqualität zu tun. Dass z.B. das Londoner Kaufhaus Harrod's sei­ne Ro­yal Warrants verloren hat, lag gemäß unbestätigter Berichte vor allem daran, dass der Sohn des (da­maligen) Inhabers ein Ver­hält­nis mit der Ex-Ehefrau des Thronfolgers eingegangen ist. Und der Firma Rigby & Peller wurde zu Beginn des Jahres 2018 der Royal Warrant entzogen, weil die Fir­men­mit­in­ha­be­rin in einem Buch allzu genaue In­for­ma­tio­nen über den Verlauf der kö­nig­lichen Anproben im Bucking­ham Pa­last preisgegeben hat.
Weiterhin sollte man mit dem Titel „Hoflieferant“ nicht allzu viel Exklusivität verbinden. Nicht je­de Firma stellt ein wirklich exklusives Produkt her, auch wenn die Qualität durchaus stimmen mag. Als Bei­spiele seien die dänische Brauerei Carlsberg oder der niederländische Käsehersteller Cono, der den Beem­sterkaas produziert, genannt. In der Aufstellung der britischen Hoflieferanten findet sich der quali­ta­tiv hochwertige aber wenig exklusive, koreanische Elektronikhersteller Samsung und in Schweden steht sogar Ikea auf der königlichen Liste. Nur mit Mühe kann man sich da die Frage ver­kneifen, wie es wohl im königlichen Schloss aussehen mag. Und für den Snob heißt das natür­lich nicht, dass er sich nun die Wohnung mit derlei Massenmöbeln einrichten sollte, die zumal doch hin und wieder Zweifel an der Qualität aufkommen lassen. Letztendlich muss ein Snob also auch einen Hoflieferanten der Prüfung mit dem Snob-Kriterium der Exklusivität unterziehen. Das kann dann allerdings auch ergeben, dass ein Hersteller, der früher einst exklusiv war, durch den neu er­lang­ten Status als Hoflieferant derart bekannt geworden ist, dass man nun von Exklusivität nicht mehr spre­chen kann. Für den Snob kann das sogar bedeuten, dass es Zeit ist den Lieferanten zu wech­seln.
Was für Hof- und Kammerlieferanten gilt, lässt sich im weitesten Sinne auch auf die „Staatliche Aus­zeichnung“ der Republik Österreich anwenden (staatswappen.at). Der Tradition der Hof- und Kam­merlieferanten und des „k.k. privilegiert“-Sta­tus fol­gend, hat man nach dem Zerfall der Öster­rei­chisch-Ungarischen Donaumonarchie in der Repu­blik Öster­reich die „Staatliche Aus­zeichnung“ eingeführt. Rechtsgrundlage sind § 68 GewO und § 30a BAG (nur für Aus­bildungs­be­trie­be). Ver­ga­be­stel­le ist das österreichische Bundesministerium für Wirt­schaft, wenn das betreffende Un­ter­neh­men „sich durch außergewöhnliche Leistungen um die öster­rei­chi­sche Wirt­schaft Ver­dien­ste er­wor­ben hat“, einen entsprechenden Antrag gestellt und alle Gebühren be­zahlt hat. Da­für darf das Unter­neh­men dann im ge­schäftlichen Verkehr das österreichische Bundes­wap­pen mit einen Hinweis auf die Auszeichnung führen. Für den Snob sind die meisten derart aus­ge­zeich­ne­ten Firmen nicht zu ge­brau­chen, denn entweder stellen sie nichts her was ein Snob benötigt oder bei den her­gestellten Pro­duk­ten handelt es sich um wenig exklusive Mas­sen­ware. Problematisch ist überdies, dass die Fir­men sich um die Auszeichnung be­wer­ben müssen und nicht - wie bei Hof- und Kam­mer­lie­fe­ran­ten üblich – durch eine hochgestellte Person aus­gewählt werden.
Neben den staatlichen Gütesiegeln existieren noch zahlreiche weitere Qualitätsprädikate für Wirt­schafts­unternehmen und ihre Produkte. Recht bekannt ist die Zertifizierung nach ISO-Normen, wo­bei die geläufigste Norm wohl die ISO 9000 sein dürfte. Leider beziehen sich praktisch alle ISO-Normen auf den Pro­duk­tionsprozess und sagen nichts über die Qualität des Endproduktes aus. Man könnte auch ir­gend­ein Billigprodukt gemäß den Normen z.B. der ISO 9000 herstellen. Ansonsten existieren allein auf dem deutschen Markt über 1.000 verschiedene Kennzeichen, die die Qualität eines Pro­duk­tes hervor­heben sollen. Grundsätzlich kann nämlich jeder ein Prüf- oder Gütesiegel kre­ieren; es gibt dazu kei­ne gesetzlichen Regelungen. Vielfach haben sich Hersteller und Anbieter einer be­stimm­ten Pro­duk­tart in einer sog. Gütegemeinschaft zusammengeschlossen, um ein pro­dukt­be­zo­ge­nes Güte-Zer­ti­fikat zu schaffen. Es haben sich auch bereichsübergreifende Institutionen etabliert, die sich vor­ran­gig mit der Organisation, Verwaltung und Vergabe von Prüf- oder Gü­te­sie­geln be­fas­sen. Einige - wie der TÜV – wurden mit der Zeit staatlich privilegiert. Nicht selten stellen sich aber Her­steller selbst ein Gütesiegel für eigene Produkte aus. Be­son­ders be­liebt sind dabei sol­che, die auf eine um­welt­ver­trägliche Herstellung oder sog. Bio-Qualität hin­weisen. Für den Snob be­sitzen Gütesiegel folg­lich keinerlei Informationsgehalt.