Sonntag, 19. August 2018

Picknickkorb für Schaumweinflaschen

Die meisten Picknickkörbe sind für Weinflaschen ausgelegt, was daran liegt, dass zum Picknick traditionellerweise eine Flasche Wein gereicht wird. Deshalb handelt es sich bei den mitgelieferten Trinkgläsern praktisch immer um Weingläser und bei den eingebauten Glashalterungen um solche, in die eben nur Weingläser hinein passen. Snobs bevorzugen jedoch den Schaumwein ihres Haus­lieferanten (im Notfall ginge auch Champagner). Einen Picknickkorb zu finden, der statt Weingläser solche für Schaumwein beinhaltet, ist jedoch nicht so einfach. Man mag nun argumentieren, dass die mitgelieferten Gläser ohnehin bruchanfällig sind und besser durch Trinkgefäße aus Metall (bevorzugt Silber) ersetzt werden sollten. Das ist natürlich richtig, jedoch scheitert dies an eben­jenen Glashalterungen, die für Schaumweingläser zu breit und oft auch in zu geringem Abstand montiert sind. Abhilfe schafft nur ein Picknickkorb der für Sektgläser ausgelegt ist. Einen solchen Korb des Herstellers Red Hamper offeriert Wayfair.de unter dem Namen „Picknickkorb Champagne“. Die mitgelieferten vier Schaumweingläser kann und sollte man durch bruchsichere Silberkelche ersetzen und dem ungestörten Schaumweingenuss steht nichts mehr im Wege. Silberne Sektkelche findet man in den einschlägigen Internet-Auktionshäusern mit dem Suchbegriff „Sektkelch Silber“. Mit einem Preis von €79 bis €95 pro Paar (versilbert) ist das zwar eine teure, aber einmalige Anschaffung.

Samstag, 18. August 2018

Warum ein Snob in Pommesbuden speist

Die Haute Cuisine steckt schon seit langem in einer Sackgasse. Ein gutes Restaurant der Spitzen­gastronomie gewinnbringend zu führen, ist heutzutage fast unmöglich, wenn bei einer Gewinn­marge von 5% nur 10% der Gäste eine Reservierung stornieren. Aufsehen erregt hat im Jahre 2017 auch der Fall des Chefkochs des Drei-Sterne-Gourmetrestaurants Le Suquet in Laguiole (Auvergne), der um die Streichung aus dem bekannten Gastronomieführer Guide Michelin gebeten hat. Aber viel schlimmer sind eigentlich die Gleichförmigkeit der Speisenkarten, die aus der Vernetzung der Köche resultiert, oder die Weinbegleitung, die am Ende ein alkoholisches Durcheinander produziert, wie auf einer Oberstufenparty. Auch produziert die Neigung immer exotischere Zutaten zu verwenden Geschmacksrichtungen, die nicht nur haarscharf am Rande des Limits liegen, sondern dieses hin und wieder überschreiten, wie z.B. das kürzlich entwickelte Mayonnaise-Speiseeis. Einem Snob bleibt da nur die Möglichkeit einen Schritt zurück zu treten und die Dinge aus der Distanz zu betrachten.
Der nächste logische Schritt führt ihn dann in eine bodenständige Pommesbude, denn diese stellt den Königsweg der schnellen Küche dar. Wichtig ist, nicht einfach irgendeine Bude anzusteuern, sondern einen alteingesessenen Traditionsbetrieb mit guter Reputation und stimmigem Angebot. Dazu verwende man einen entsprechenden Gastronomieführer, die es inzwischen auch als Smartphone-App gibt. Nach erfolgter, sorgfältiger Buden-Auswahl sollte der Snob auf jeden Fall seine eigene Pommes-Gabel aus Metall mitbringen. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Botschaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites mit den Fingern essen. Vorhandene Sitzgelegenheiten sollte man nutzen, auch wenn man dabei gesehen wird. Als Snob mit geradezu sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben. Gibt es nur Stehtische, dann bleibt man halt stehen, wenn sich in der unmittelbaren Nähe keine Sitzgelegenheit (z.B. eine Parkbank) findet. Im Gehen essen sollte man aber auf gar keinen Fall. Ein Snob nimmt sich stets die Zeit in Ruhe zu speisen, auch an einer Pommesbude. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein (z.B. bei Wurstgerichten), dann setzt der Snob anstelle des angebotenen Plastikbestecks sein Taschenmesser ein (ein Westfälisches Adelsmesser natürlich).

Freitag, 17. August 2018

Bad Hall im oberösterreichischen Traunviertel

Badebetrieb gibt es an der einzigen Jod-Sole Quelle Europas seit 1826, jedoch findet der heutige Kurbetrieb vorwiegend im Eurothermen Resort statt, das sich drei Hotels und zwei Gesundheits­zentren teilen (eurothermen.at). Sehenswert sind im Ort der Quelltempel der Tassiloquelle und ein paar andere, historische, mit dem Kurbetrieb im Zusammenhang stehende Gebäude; außerdem die Pfarrkirche, das Stadttheater, das Schloss und einige historische Stadthäuser. Bekannt ist weiterhin das Kurorchester, welches im Jahre 1855 als Cur-Musikkapelle gegründet wurde und mit welchem 1880 der Dirigent Gustav Mahler im Kurpark sein Debüt gegeben hat. Man findet auch diverse Museen im Ort, u.a. eine Haustürensammlung, und einen Golfclub (Ortstaxe €2; www.bad-hall.ooe.gv.at).
Mit der Bahn erreicht man Bad Hall über den Bahnhof Rohr an der Pyhrnbahn, ab dort fahren Postbusse nach Bad Hall. Außerdem gibt es Postbusverbindungen von Bad Hall nach Linz, Steyr und Kirchdorf an der Krems. Mit dem Auto erreicht man Bad Hall aus Richtung Passau kommend über die Bundesstraße 130 bis Eferding, die B134 bis Wels, die B138 bis Sattledt und dann die B122 via Kremsmünster nach Bad Hall.

Donnerstag, 16. August 2018

Ist „Adlig Sein“ heute noch erstrebenswert?

In früheren Jahrhunderten mag für den Snob die Anlehnung an den Adel eine Rolle gespielt haben, jedoch ist dieser entweder in den Wirren der Republik untergegangen oder hat auch so seine Vorbildfunktion weitgehend eingebüßt, wie man z.B. selbst in Großbritannien sehen kann. Die Proletarisierung der Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat dann die Vulgärkultur der Unterklasse endgültig zum Leitbild erhoben, ohne dass brauchbare Vorbilder an die Stelle des Adels getreten wären. Dessen Vorbildfunktion war allerdings auch vorher schon umstritten, weil er irgendwann aufgehört hat nach dem Höheren zu streben und sich nur noch der Selbstgefälligkeit hingegeben hat. Folglich ist die Zugehörigkeit zum Adel schon deswegen nicht erstrebenswert.
Des weiteren wird immer wieder vergessen, dass es auch innerhalb des Adels Abstufungen gibt. Ein einfaches „von“ vor dem Familiennamen weist den Träger gewöhnlich als Angehöri­gen des niederen Briefadels aus, der rangmäßig immer noch weit unter dem Hochadel (ehe­mals regierende Häuser) oder gar dem Uradel (adlig seit vor 1350, einige Quellen geben 1400 an) steht. Den genauen Stand einer Adelsfamilie erfährt man durch einen Blick in das Genea­logische Handbuch des Adels (früher „Gotha“). Die Zugehörigkeit zum Hoch- oder Uradel bleibt einem „Aufsteiger“ jedoch automatisch verwehrt, denn diese kann nun mal nicht verlie­hen werden. Als Angehöriger des niederen Briefadels mag man als Ex-Bürgerlicher zwar in der Hierarchie eine Stufe emporgeklettert sein, aber man steht nun innerhalb des Adels auf einer niedrigen Stufe, auf der man vom höheren Adel eher merkwürdig angesehen wird. Das sollte sich ein Snob nicht antun, zumal er es als solcher nicht nötig hat. Ein System welches dem Snob den ihm gebührenden Rang verweigert, sollte ein wahrer Snob einfach mit Miss­achtung strafen.
Darüber hinaus ist es gar nicht so bedeutungsvoll einen adligen Namen oder Titel zu führen, wenn man bedenkt, dass die meisten dieser Namensträger im Exil leben, zumindest aber ihren Besitz und ihre Vorrechte eingebüßt haben. Nicht wenige von ihnen finanzieren ihren Lebens­unterhalt mehr oder weniger durch den „Verkauf“ ihres Adelsnamens mittels Adoption oder Heirat und oft verdingen sie sich als „Aushängeschild“ zu Werbezwecken, z.B. als Betreiber „exklusiver“ Versandhäuser oder Luxushotels die irgendeinem Investmentfond gehören. Adop­tionen unter Erwachsenen werden heutzutage von den Behörden so gut wie nicht mehr aner­kannt. Folglich ist die Heirat mit einer Person die diesen Namen bereits trägt die einzige Mög­lichkeit an einen adligen Namen zu gelangen. Einem „gekauften“ Adelstitel haftet jedoch immer der kommerzielle Nimbus an. So was hat ein Snob nicht nötig.
Stattdessen sollte der Snob für einen Eintrag seiner (bürgerlichen) Familie im Deutschen Ge­schlechterbuch sorgen. Schließlich ist man ja nicht irgendwer! Es gilt für den bürgerlichen Snob: Nichts ist edler als mit den eigenen Familienwerten die Umwelt zu überzeugen. Haupt­sache, man wird erkannt!
Gegen den lehrmäßigen Erwerb eines akademischen Grades ist im übrigen nichts einzuwen­den. Diese dürfen in der BRD allerdings nur geführt werden, wenn sie im Ausweis eingetra­gen sind. Um einen akademischen Grad einer ausländischen Universität im Ausweis eintragen zu lassen, muss eventuell nachgewiesen werden, dass dieser unter lehrmäßigen Bedingungen erworben wurde. Akademische Grade bei denen das nicht der Fall ist, können auch später noch aberkannt werden (gilt auch für deutsche Grade), was natürlich eine Peinlichkeit dar­stellt. Dieser sollte ein Snob sich auf keinen Fall aussetzen.

Mittwoch, 15. August 2018

Snobs am Bodensee

Die Bodenseeregion ist keine typische Snobregion, jedoch finden sich auch dort ein paar Dinge, die für Snobs interessant sind.
  • In Überlingen gibt es seit einigen Jahren die Bodensee-Therme, ein modernes Schwimmbad mit separatem Thermalbecken, Seeblick und eigener Bahnstation (bodensee-therme.de).
  • Wer Konstanz oder Friedrichshafen im Winter besucht wenn keine Fahrgastschiffe auf dem Bodensee verkehren, aber dennoch eine Schiffstour machen möchte, der könnte mit der Katamaranlinie von Konstanz nach Friedrichshafen (oder vice versa) fahren. Diese Schiffslinie wird ganzjährig betrieben. An Bord der drei Schiffe gibt es Speisen und Getränke sowie WLAN und Steckdosen (Piccolo Hausmarke 0.2l, € 8.50, Prosecco 0.1l., € 3.90, Flasche Prosecco 0.75l., € 19). Ab Friedrichshafen könnte man einen Ausflug mit der Fähre in das schweizerische Romanshorn anschließen.
  • In Radolfzell existiert das Outletcenter Seemaxx (seemaxx.de) mit zahlreichen Sport- und Freizeitmodelabels. Geöffnet ist Mo.-Sa. 10:00-19:00 Uhr. Vom Bahnhof Radolfzell (Gepäckschließfächer vorh.) erreicht man das Center nach ca. 15min. Spaziergang durch die Innenstadt.
  • Dornbirn liegt zwar ein Stück weit weg vom Bodensee, aber der Besuch des Rolls Royce Museums ist den Aufwand wert (rolls-royce-museum.at). Auf Wunsch wird sogar ein Nachmittagstee organisiert. In jedem Fall ist eine Anmeldung erforderlich.
  • Vor allem am westlichen Bodensee existieren etliche (Privat-) Gärten, die zu bestimmten Zeiten öffentlich zugänglich sind. Ein paar davon bieten sogar Übernachtungsmöglich­keiten. Infos unter: garten-rendezvous-bodensee.de und bodenseegaerten.eu

Dienstag, 14. August 2018

Ausflugstipp: Der Schrecksee im Allgäu

Auf 1813 Metern Höhe in einem kesselartigen Hochtal 15 Kilometer südlich vom Kneippheilbad Hindelang und nur 300 Meter von der Grenze zu Tirol gelegen, wurde der See 2016 vom Magazin Bergwelten zum schönsten Bergsee der Alpen gewählt und ist dementsprechend bekannt. Lediglich seine abgelegene Lage hat bisher verhindert, dass er von Touristen überrannt wurde. Die Insel im See ist aus einer Halbinsel entstanden, nachdem der See zur Energiegewinnung um einige Meter aufgestaut wurde. Unweit des Sees befindet sich als einziges Gebäude im Umkreis der Schreckenalpehof. Bis Hinterstein kann man von Bad Hindelang aus mit dem Linienbus 49 fahren, dann geht es nur noch zu Fuß weiter bis zum ca. 6 Kilometer entfernten See. Bad Hindelang erreicht man vom Bahnhof Sonthofen aus mit dem Bus 48. Mit dem Auto geht es von Sonthofen über die B308 nach Bad Hindelang. Am Kreisel vor dem Ortseingang rechts ab nach Hinterstein (Einkehrtipp: kiosk-petra-wechs.de). Parkplätze am Ortseingang, im Ort neben der Kirche oder „Auf der Höhe“.

Montag, 13. August 2018

Privatgärten in Oberösterreich und in der Schweiz

In Oberösterreich findet ein „Tag der offenen Gartentüre“ am 23. September statt. Teil nehmen Gärten in Schiedlberg, Bad Hall, Niederneukirchen, Inzersdorf und Steyr. Die Gärten befinden sich relativ nahe beieinander in einem Gebiet, welches sich südlich von Linz an der Donau in Richtung Phyrn erstreckt. Von der BRD aus reist man am besten über Passau kommend auf der österreichischen Bundesstraße 130 nach Eferding und dann weiter nach Wels. Die genaue Lage der einzelnen Gärten entnehme man der Webseite gartentage.at.
In der Schweiz gibt es verschiedene Vereinigungen von Gartenfreunden, deren Mitglieder ihre Gärten an unterschiedlichen Tagen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Termine gibt es das ganze Jahr über und in verschiedenen Ecken der Schweiz, sodass man zur Orientierung unbedingt einen Blick auf die Webseite offenergarten.ch werfen muss.
Übrigens: Wer Anfang September nach London reist, könnte einen Ausflug nach Woking machen und die RHS Garden Wisley Flower Show besuchen (4. bis 9. September; rhs.org.uk).