Dienstag, 23. Juli 2019

Der Campingplatz Blank-Eck in Gremersdorf an der Ostsee

Snobs machen gewöhnlich keinen Campingurlaub. In einem Outdoor-Quartier wohnen sie nur, wenn keine andere Unterkunft zur Verfügung steht. Der Campingplatz Blank-Eck, direkt an der Ostsee gelegen, bietet jedoch eine sonst unerreichbare Nähe zum Meer (wenn man kein Boot zur Verfügung hat; campingblank-eck.de). Als Snob sollte man sich für eine Mietunterkunft entscheiden, vorzugsweise für eines der sogenannten Mobilheime, kleine festinstallierte Häuschen mit Terrasse für 4 bis 6 Personen und mit eigener Küche und Badezimmer. Wer nicht selbst kocht, geht ins platzeigene Restaurant. Einkaufen kann man im dazugehörigen Kiosk. Das Meer ist nur wenige Meter entfernt und der Strand ist weitgehend naturbelassen. Größere Ortschaften gibt es an diesem Küstenabschnitt nicht und es wird keine Kurtaxe berechnet, allerdings befindet sich nebenan ein militärisches Sperrgebiet. Wegen der abgeschiedenen Lage sollte man sich vorab ein Proviantpaket zum Platz liefern lassen (z.B. von Gourmondo.de). Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die A1 bis Gremersdorf und weiter über Kreis- und Landstraßen zum Campingplatz. Der nächste Bahnhof wäre Oldenburg in Holstein (Züge nach Lübeck); ab dort geht es nur mit dem Taxi weiter.

Sonntag, 21. Juli 2019

Behrensdorf an der Ostsee

Die Gemeinde ist eine der wenigen an der Ostsee, die keine Kurtaxe erheben. Gerade bei längeren Aufenthalten ist das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor (behrensdorf-ostsee.de). Der Badestrand Neuland ist nicht sehr breit und vielleicht etwas rustikal, aber dafür 6km lang und authentisch. 400 Strandmeter sind für Hunde reserviert und am Parkplatz findet man eine öffentliche Toilette. Sehenswert sind am Ort das Gut Waterneverstorf und der Leuchtturm Neuland. Am Ort gibt es nur zwei Restaurants (jeweils an den Campingplätzen, eines davon mit Straßen­verkauf) und ein oder zwei Imbissbuden in Strandnähe, weshalb man vielleicht besser eine Ferien­wohnung mit Kochgelegenheit mieten sollte. Frische Eier verkauft der im Ort gelegene Hof Soost (hof-soost.de), weitere Lebensmittel bietet der Hofladen Kiene (highlanderhof.de). Am Hof Horn gibt es eine Milchtankstelle (ostseebauernhof-horn.de). Leider hat der Ort einen kleinen Nachteil: Er liegt recht nahe am Truppenübungsplatz Todendorf.
Die Anreise erfolgt mit der Bahn über Kiel und weiter mit den Bussen 4310 und 312, mit dem Auto über die A1 bis Oldenburg in Holstein und weiter über die B202 bis Lütjenburg. Dort über die Kreisstraße nach Behrensdorf.

Samstag, 20. Juli 2019

Terminvorschau

Im Rheinland öffnen sich dieses Wochenende die Gartenpforten. Infos und Übersichtskarten findet man unter offene-gartenpforte-rheinland.de. In Sils Maria beginnt am Montag die 7. Nietzsche Werkstatt mit dem Thema: „Der Wanderer und sein Schatten“ (nietzschehaus.ch). In Glyndebourne und in Bad Wildbad laufen nach wie vor die Opern Festivals und seinen Schatten voraus wirft das Polo Picknick in Münster am nächsten Wochenende. Mehr Termine gibt es im Snob-Kalender.

Freitag, 19. Juli 2019

Die Uferpromenade von Ascona

Am Nordende des Lago Maggiore gelegen, besitzt Ascona eine der schönsten Uferpromenaden der Region. Etwas verträumt ist sie und erinnert fast an frühere Zeiten, vor allem in den frühen Morgen­stunden, wenn noch kein Kaffeehaus geöffnet hat. Eine fast mediterrane Stimmung hat sie, wenn man an einem sonnigen Wochenendnachmittag dort flaniert und dabei den zahlreichen Passanten zuschaut. Leider ist die Stadt nicht ganz billig. Umso erfreulicher, dass es in der Via Fenaro das Bagno Pubblico gibt, ein sehr ansprechendes, öffentliches Strandbad mit Sandstrand und kosten­losem Eintritt. Bei schönem Wetter ist das dortige Restaurant geöffnet. Wer stattdessen lieber picknicken möchte, könnte sich seinen Picknickkorb im Casa del Gusto auffüllen (casadelgusto.ch). Der (nicht gerade preiswerte) Delikatessenladen liegt in unmittelbarer Nähe der Schiffsanlegestelle. Direkt neben dem Bagno Pubblico befindet sich übrigens der kostenpflichtige Lido (lidoascona.ch).

Mittwoch, 17. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: SBB

In der Schweiz führen die meisten IC- und EC-Züge ein Restaurant oder ein Zugbistro mit. In der Ersten Klasse wird - wie auch bei anderen Bahngesellschaften üblich - am Platz bedient. Die wichtigsten Gerichte entstammen der Schweizerischen Küche und beinhalten auch deren Zutaten (z.B. Sbrinz statt Parmesan). Besonderer Wert wird auf saisonale Angebote gelegt. Das Preisniveau ist – wie überall in der Schweiz – etwas höher als in anderen Ländern, aber dafür ist die Auswahl besser. Zum Nachmittagstee gibt es allerdings nur eine Sorte schwarzen Tee (plus diverse Früchtetees), jedoch ein halbes Dutzend Kaffeespezialitäten mit italienischen Namen (plus Chocolat und Ovomaltine). Dazu serviert man Panna Cotta, Schokoladenkuchen oder Bündner Nusstorte. Ein beliebtes Sonderangebot ist „Kaffee und Dessert“ für SFr. 9.80. An Schaumwein empfiehlt der Bahn-Sommelier „Baccarat Brut, Blanc de Blancs, Cave de Genève.“ In der Beschreibung heißt es: Dieser süffige Genfer Schaumwein ist ein Klassiker. Er ist elegant in der Art und kernig im Finale. Noten von weissem Pfirsich, Ananas und etwas Honig verführen den Gaumen.“ Immerhin gibt es ganze Flaschen (0.75 Liter) für SFr. 39 (0.2 l. für 11.80) und auf Wunsch wird Schaumwein auch zum Frühstück serviert (bis 11 Uhr).

Andere Bahngesellschaften:
Die Zentralbahn bietet zwischen Luzern und Interlaken saisonal bis zu vier Hauptgerichte. Zum Nachmittagstee werden zwei Sorten schwarzer Tee, neun verschiedene Kaffeespezialitäten mit italienischen Namen, Panna Cotta und Bündner Nusstorte serviert. Dazu empfiehlt man einen Prosecco "Zentralbahn Cüpli".
Im Gourmino-Speisewagen der Rhätischen Bahn, der in den Touristenzügen auf der Route Chur - St. Moritz mitfährt, serviert man diverse Mittagsmenüs au Jour. Zum Nachmittagstee gibt es schwarzen Tee oder diverse Kaffeespezialitäten (die mit den italienischen Namen), Engadiner Nusstorte, Schokoladenkuchen oder Apfelstrudel. Und man findet sogar Champagner "Laurent Perrier La Cuvée Brut", Prosecco und diverse Weine aus Graubünden und dem Wallis auf der Menükarte.
Die BLS Lötschbergbahn experimentiert derzeit mit einem Verpflegungskonzept, das eventuell 2021 eingeführt werden soll. Im übrigen finden sich hin und wieder gastronomische Angebote in Touristenzügen diverser anderer Bahngesellschaften. 

Montag, 15. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: ÖBB

Die Österreichischen Bundesbahnen betreiben etwa 100 Zugrestaurants. Mehr als die Hälfte davon verkehren im Railjet. In der Business Class und der 1. Klasse im ÖBB Railjet sowie in der 1. Klasse im ÖBB Eurocity werden Gerichte aus der Speisekarte direkt am Platz serviert. Bestellen kann man via eigenem Smartphone über das zugeigene WLAN. In Zügen ohne Restaurant bietet das Catering­team mit dem mobilen Bordservice Getränke und Snacks an.
Die Speisenauswahl ist in den Restaurants deutlich reichhaltiger als bei anderen Bahngesellschaften, aber naturgemäß weniger umfangreich als in ortsgebundenen Gaststätten, und orientiert sich an österreichischen Geschmäckern (was kein Nachteil ist). Immerhin gibt es drei verschiedene Suppen und fünf Haupt­gerichte zur Wahl. Zum Nachmittagstee serviert man lediglich eine Sorte Schwarztee (plus ein paar Früchtetees) und Sekt der Hausmarke „DoN Sekt, Grande Cuvée Brut“ (nur 0.2 Liter). Dafür kann man beim Kaffee sowohl einen „Verlängerten“, als auch eine „Melange“ bekommen. Dazu em­pfehlen sich Topfenknödel mit Marillenmus oder Apfelstrudel. Ein beliebtes Sonderangebot ist das Nusskipferl plus Heißgetränk für €4.20. Eine ÖBB-Besonderheit ist der Bordverkauf von Reiseaccessoires im Railjet-Restaurant. Man erhält dort Regenschirme, USB-Ladekabel, Powerbänke oder Kopfhörer mit ÖBB-Logo.

Andere Bahngesellschaften:
In der Westbahn zwischen Wien und Salzburg findet man WESTcafés mit Sitzplätzen, einem Kaffee- bzw. Kaltgetränke-Automat sowie einer Snackbar/Snackautomaten. Die Snacks stammen von der Wiener Traditionsbäckerei Ankerbrot. Im Tarif WESTbahn PLUS ist Platzservice inkludiert.

Samstag, 13. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: DB

Die DB AG betreibt in ihren ICE- und IC-Zügen etwa 650 Bordrestaurants und -bistros. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Raum in einer Zugküche begrenzt ist und sich das Angebot daher auf ein paar wenige Gerichte konzentriert, die außerdem noch möglichst vielen Leuten schmecken müssen. Das bedeutet natürlich Massenproduktion, auch wenn es selbstverständlich nicht so aussehen darf. Einige Gerichte werden neuerdings auf schüsselähnlichen Gebilden statt auf Tellern serviert, möglichst viele Gerichte erreichen Bio-Qualität (was immer das sein mag) und sogar vegetarische und vegane Speisen sind jetzt neu auf der Speisenkarte zu finden. Wie bisher können sich die Fahrgäste aussuchen, ob sie im Restaurant / Bistro oder am Sitzplatz speisen wollen. Der Unterschied zwischen Restaurant und Bistro liegt im wesentlichen in der kleineren Auswahl des Bistros und der dort üblichen Selbstbedienung, während das Restaurant eine geringfügig größere Auswahl und Bedienung offeriert. Restaurants befinden sich in ICE-Zügen; in ICs gibt es fast ausschließlich Bistros. Für Reisende der 1. Klasse bietet die DB in ICEs und meist auch in ICs einen Service direkt am Sitzplatz an. Dort können die Speisen auch bestellt werden, d.h. man muss zum Essen den Sitzplatz überhaupt nicht verlassen. Der Klassiker zum Mittag ist Chili con Carne, neuerdings mit Sour Cream, aber immer noch genießbar. Currywurst mit Pommes Frites kann man auch bekommen.
Den Nachmittagstee im Zug einzunehmen ist eine eher durchwachsene Idee. Die einzig verfügbaren Teesorten sind Earl Grey und English Breakfast (plus ein paar Früchtetees), auf Teegebäck muss man verzichten (eventuell könnte man eine Tartelette oder eine belgische Miniwaffel ordern) und der einzig verfügbare Schaumwein wäre Rotkäppchen Sekt (nur 0.2 Liter). Das Preisniveau ist naturgemäß etwas höher, als in einem ortsgebundenen Lokal. Man könnte statt Tee natürlich auch Kaffee ordern (immerhin gibt es Café Crème, Café au Lait und Espresso), jedoch nur, wenn die Kaffeemaschine nicht wieder mal defekt ist. Erfahrene Bahn­reisende wissen außerdem, dass die Realität bei der Bahn ohnehin von deren Imagebroschüren abweicht. Nicht selten suchen Störungen eben auch die Bordgastronomie heim und sorgen mitunter für einen Totalausfall. Im übrigen sollte man noch wissen, dass sich das gastronomische Angebot in ausländischen Speisewagen erheblich von dem der DB unterscheidet. Nicht selten ist es sogar besser.

Andere Bahngesellschaften:
Einige Regionalbahngesellschaften bieten zwar keinen Speisewagen, aber doch die Möglichkeit Getränke und Snäcks an Bord zu erwerben. Der Trend geht dabei zu Verkaufsautomaten, wie man sie vor allem aus der Schweiz kennt (oft sogar derselbe Betreiber), in welchen man kalte Getränke, Süsswaren und Knabbergebäck findet. Manchmal gibt es auch einen Heißgetränkeautomaten. Über ein Bistro verfügen einige der Schienenfahrzeuge, die (meist an Sonn- und Feiertagen) auf der Murgtalbahn zwischen Karlsruhe und Freudenstadt eingesetzt werden, ebenso die Alex-Züge der Länderbahn zwischen Hof und Lindau (laenderbahn.com) und die Züge von Flixtrain zwischen Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart (flixtrain.de).