Dienstag, 23. Oktober 2018

Kataloniens erlebenswerte Bergdörfer

Die meisten Touristen konzentrieren sich bei ihrem Costa-Brava-Besuch auf die Küstenregion. Dabei hat auch das Hinterland einiges zu bieten, wie zum Beispiel den Ort Castellfollit de la Roca. Das typisch katalanische Dorf liegt auf einem 50 Meter hohen Felsplateau. Sehenswert sind die ehemalige Kirche San Salvador und das außerhalb des Kernortes gelegene Wurstmuseum, aber die besondere Attraktion ist die Aussicht über die beiden Flusstäler des Riu Fluvià und des Riu Turonell. Nicht weit von Castellfollit liegt auf einer felsigen Anhöhe am Fluss Fluvià die mittelalterliche Ortschaft Besalú. Der gesamte Ortskern ist interessant und steht unter Denkmalschutz. Beide Orte sind von Figueres aus mit dem Auto über die N-260 und die daran anschließende A-26 zu erreichen.
Einige Kilometer weiter südlich befindet sich der Ort Santa Pau. Die Gemeinde gilt als Ort von besonderem historischen und künstlerischem Interesse, insbesondere wegen der den Marktplatz umgebenden mittelalterlichen Bogengänge und der Marien-Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Santa Pau erreicht man von der Küstenregion aus über die GI-524.

Im übrigen liegt ca. 30km südlich von Santa Pau, unweit der C-63, die Gorgues De Santa Margarida, ein idyllisches Badebassin in einem Flusslauf an einem Wasserfall. Im Hochsommer leider etwas zu gut besucht.

Montag, 22. Oktober 2018

Gewürzgurken als Picknickbeilage

Das grüne Kürbisgewächs ist eine hervorragende Zutat zu einem Picknick. Geradezu ideal sind die eingedosten Gewürzgurken aus dem Spreewald Gurken Snack Get One. In der 13 x 5.5 cm hohen, bruchsicheren Dose mit Öffnungsring (kein Dosenöffner erforderlich) befindet sich exakt eine, etwa 100 Gramm schwere Gurke – eingelegt in Branntweinessig, Zwiebeln, Dill und diversen Gewürzen. Als Picknickzutat geradezu ideal!
Ein weiteres, ähnliches Produkt erhält man zu einem geringfügig höheren Preis auf der selben Webseite von einem anderen Hersteller: Eine u.a. in Branntweinessig und Zwiebeln eingelegte Gurke im Glas Rabe to Go. Auch diese Gurke ist picknickgeeignet; dagegen spräche höchstens das wenig bruchfeste Glas.

Samstag, 20. Oktober 2018

Cadaqués / Costa Brava


Man sollte meinen, dass die spanische Mittelmeerküste vom Massentourismus überlaufen ist. Dennoch konnten sich ein paar wenige Orte ihre Ursprünglichkeit bewahren. Einer davon ist Cadaqués, ein ehemaliges Fischerdorf das in den 1950er Jahren ein Anziehungspunkt für zahlreiche Künstler war, nachdem sich der Maler Salvador Dalí im unmittelbaren Nachbarort Portilligat niedergelassen hatte. Bedeutendstes Bauwerk ist die gotische Kirche Santa Maria. Im Sommer werden regelmäßig Freiluftkinos und Konzerte organisiert. In der übrigen Zeit wird der Ort jedoch eher wenig besucht. Bemerkenswert ist vor allem die von Hochhäusern und Neubauten unzerstörte Silhouette des Ortes. Daher gilt Cadaqués auch als eines der schönsten Dörfer Kataloniens.
Cadaqués liegt recht abgelegen auf einer bergigen Halbinsel am Meer. Die nächste Bahnstation ist im etwa 30km entfernten Vilajuïga (Bahnstrecke Portbou - Barcelona). Ab dort verkehrt die örtliche Buslinie 12 nach Cadaqués. Es gibt eine saisonale Fernbusverbindung von DeinBus.de ab Freiburg im Breisgau nach Figueres, wo man in den Regionalzug nach Vilajuïga umsteigt. Eurolines bietet eine weitere Fernbusverbindung von Karlsruhe nach Figueres.

Freitag, 19. Oktober 2018

Thermen & Badewelt Euskirchen

Seit Ende 2015 hat das Tropenbad „Thermen und Badewelt“ in Euskirchen geöffnet (badewelt-euskirchen.de). Das Besondere: Zu den 500 Palmen und tropischen Temperaturen haben nur über 16jährige Zutritt (ausgenommen an Familientagen und Kinder unter 3 Jahren). Wer sich die Reise in die Tropen (und die dabei üblichen Darmprobleme) ersparen möchte, hat hier eine ernstzunehmende Alternative. Das Tropenbad verfügt außerdem über ein Restaurant und ein Geschäft für Badeartikel.
Weiterhin besuchenswert ist in Euskirchen Spork’s Haarmanufaktur (friseur-euskirchen.de) in der alten Tuch­fabrik, etwa 2.5km westlich des Bahnhofs (Bus 808, 810). Die Nassrasur kostet dort € 25.
Ausflug: Ca. 15km südlich von Euskirchen befindet sich der Kneippkurort Bad Münstereifel mit seinem Designer Outlet Center (mit Bus oder Bahn ca. 30min.; cityoutletbadmuenstereifel.com).
Anreise: Euskirchen liegt an der Eifelhauptbahnstrecke Köln - Trier mit einem Abzweig nach
          Bonn. Regionalbahnzüge fahren von Köln (DB Lounge am Hbf.), Bonn oder Trier nach Euskirchen. Weiterhin gibt es eine Flixbuslinie von/nach Berlin. Den Hermes-Reisegepäckversand übernehmen Kremer Laden, Hochstr. 56 oder die JET Station Khalil, Kölnerstr. 145. Mit dem Auto geht es über die A1 oder die A61 (beschildert).

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Kurzbesuch im Varieté in Hamburg

Das Hamburger Hansa Theater am Steindamm ist das letzte traditionsreiche Varieté-Theater im deutschsprachigen Raum (www.hansa-theater.de). Seit der letzten Renovierung im Jahre 1953 hat sich wenig verändert, sodass der Gast sich in einem plüschigen 50er-Jahre Ambiente wiederfindet. Zum Speisen wird u.a. der sog. Theaterteller offeriert, die Bedienungen tragen Schürze und Häub­chen und die Tischklingeln für die Kellner sind mittlerweile zum Kult avanciert. Gespielt wird nur in der Wintersaison, geboten werden u.a. Artisten, Komiker, Puppenspieler, Zauberer, eine Live-Kapelle und natürlich ein Moderator. Die Abendvorstellungen beginnen zwischen 19 Uhr und 20 Uhr und dauern etwa zweieinhalb Stunden. An einigen Tagen finden auch Nachmittagsvorstellun­gen statt, die um 15 Uhr oder 16 Uhr anfangen.
Wer mit einem Nachtzug nach Hamburg reist, morgens ankommt und den Tag über Zeit hat, könnte von den reichlich vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten der Stadt Gebrauch machen. Insbesondere gilt das für Harald Lubner (Große Bleichen 23; u.a. Herrenpflegeprodukte von D.R. Harris; harald-lubner.de), das Alsterhaus (Jungfernstieg 16-20, mit Boutiquen von Montblanc, Caviarhouse & Prunier, Artisan de la Truffe und Fortnum & Mason), Hermès (Neuer Wall 40) und Manufactum (Fischertwiete 2). Nassrasuren erhält man in Meinecke's Barbershop (Europa Passage, 2. OG, Ballindamm 40; barbershop-hamburg.de), im Herrensalon eric:barbier (Ballindamm 36; eric-barbier.de) und im Salone Il Barbiere (ABC-Strasse 4 – 8; il-barbiere.de).
Interessante, für einen Kurzbesuch geeignete Sehenswürdigkeiten wären u.a. das „Panoptikum – Das Wachsfigurenkabinett“ (www.panoptikum.de) die U-Bahnstation Hafencity (interessante Beleuchtung) und Sonntags auch der Fischmarkt.
Zur Übernachtung in Hamburg bietet sich vor allem das Generator-Hostel am Steintorplatz an (generatorhostels.com), welches sich beinahe auf halbem Weg zwischen dem Hauptbahnhof und dem Theater am Steindamm befindet. Es wäre jedoch auch möglich, sich die Übernachtungskosten zu sparen und die Elbmetropole noch am selben Abend mit einem Nachtzug wieder zu verlassen. Vom Theater zum Hamburger Hauptbahnhof sind es ungefähr 300 Meter Fußweg.
Endet die Abendvorstellung gegen 22 Uhr, dann könnte man noch den Nachtzug nach Frankfurt/M. erreichen (via Münster, Dortmund, Köln, Mainz), der den Hamburger Hauptbahnhof gegen 22:46 Uhr verlässt (Frankfurt/M. an 07:02 Uhr).
Wer eine Nachmittagsvorstellung besucht hat die etwa gegen 18:30 Uhr beendet wird, erreicht die Nachtzüge nach Basel (Hamburg Hbf. ab 19:46 Uhr, Basel an 06:22 Uhr), Lörrach (Flixtrain, Hamburg Hbf. ab 20:08 Uhr, Lörrach an 08:30 Uhr), Innsbruck und Wien (Hamburg Hbf. ab 20:29 Uhr, Innsbruck an 09:14 Uhr / Wien an 08:19 Uhr) und Zürich (Hamburg Hbf. ab 21:01 Uhr, Zürich an 09:05 Uhr).
Weiterhin bietet Flixbus diverse Nachtbusverbindungen ab Hamburg ZOB (neben dem Hbf.) an.


Montag, 15. Oktober 2018

Tellaro am Golf von La Spezia

Es soll einer der schönsten Orte Italiens sein, das 1200-Seelen-Dorf am Golf von La Spezia. Nur über eine einzige Straße erreichbar, liegt das Dorf weit abseits der üblichen Touristenrouten. Bekannt ist Tellaro - wenn überhaupt - für seine etwas merkwürdigen Festivitäten. So wird am zweiten Sonntag im August die Sagra del Polpo (Krakenfestival) gefeiert. Die Legende besagt, dass einst eine Riesenkrake aus dem Meer die Bewohner vor einem Piratenangriff gewarnt haben soll. Und die Weihnachtsfeier wird gewöhnlich unter Wasser zelebriert: Dazu deponiert eine Gruppe von Tauchern eine Statue des Jesuskindes unter Wasser. In der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag wird dann vor einer Kulisse von über 8000 Kerzen das Christuskind von der Tauchergruppe aus dem Meer geborgen. Dass der Massentourismus am Dorf vorbei geht, liegt wohl auch daran, dass es an der Steilküste keine Sandstrände gibt und auch sonst nur wenige Stellen, wo man im Wasser baden könnte. Sehenswert ist im Ort die Kirche San Giorgio. Tellaro ist mit dem Bus aus dem Nachbarort Lerici erreichbar. Dorthin gelangt man mit einem anderen Bus vom Bahnhof La Spezia aus (atcesercizio.it).

Samstag, 13. Oktober 2018

Overtourism in Paris

Die französische Hauptstadt gehört zu den am meisten besuchten Orten der Welt und leidet daher auch unter dem bekannten Problem des Overtourism. Wer sich dennoch in den Hexenkessel Paris hinein wagen will, sollte seinen Aufenthalt sorgfältig vorbereiten. Dazu gehört, dass man weiß, wie man sich von der Besuchermasse abgrenzen und für den Besuch der klassischen Sehenswürdig­keiten Zeitfenster nutzen kann, in denen der übliche Tourist nicht am Zuge ist. Ein wichtiges Hilfs­mittel ist die Webseite help-tourists-in-paris.com, über die man u.a. auch Eintrittskarten und Metro­fahrkarten bestellen kann. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dürften wohl der Eiffelturm, der Louvre und die beiden Kirchen Sacré-Cœur und Notre-Dame sein. Deshalb sind diese besonders überlaufen.

Eiffelturm
Mit 25.000 Besuchern täglich ist er wahrscheinlich die meistbesuchte Pariser Attraktion. Man kann u.a. über die o.g. Webseite oder über die Webseite des Eiffelturms toureiffel.paris/de sog. skip-the-line-tickets erwerben, die einem das Warten in der Schlange vor den Kassen ersparen. Man braucht für den Zutritt zu jeder der drei Ebenen eine eigene Eintrittskarte bzw. man kauft eine Karte für mehrere Ebenen. Wer nur eine Karte für die unterste Ebene (ca. 58m) hat und sich dann erst überlegt ganz nach oben zu wollen, muss sich u.U. erst wieder unten am Eingang in die Warteschlange stellen. Die beste Besuchszeit ist natürlich die Nebensaison (Juli und August unbedingt vermeiden). Im Winter ist die unterste Ebene vor allem an Wochentagen kurz vor Sonnenuntergang zu empfehlen.

Louvre
Das bekannte Museum mit der Mona Lisa (Raum 711) kann in den Wintermonaten von Oktober bis März an jedem ersten Sonntag im Monat kostenlos besucht werden. Das erspart einem nicht nur das Eintrittsgeld, sondern auch das Warten an der Kasse. An den anderen Tagen kann man auch für den Louvre skip-the-line-tickets kaufen (louvre.fr). Mittwochs und Freitags schließt der Louvre erst um 21:45 Uhr, sodass man seinen Besuch dort auch erst spätabends machen könnte. Ansonsten ist um die Mittagszeit herum meist wenig Betrieb. An den Eingängen Porte des Lions und Galerie du Carrousel ist die Warteschlange in der Regel kurz.

Sacré-Cœur
Die Kirche auf dem höchsten Punkt des Montmartre (ca. 130 M.ü.M.) im 18. Arrondissement ist täglich von 06:00 Uhr bis 23:30 Uhr geöffnet. Man könnte seinen Besuch also auf den Abend legen. Der Eintritt ist frei. Wer allerdings die Kuppel besteigen will (300 Stufen) - und die Aussicht ist es zugegebenermaßen wert - der sollte früher kommen, denn die Kuppel schließt im Sommer um 19:00 Uhr und im Winter um 18:00 Uhr. Der Besuch der Kuppel und der Krypta kostet €8. Wer nur die Kuppel ersteigt, zahlt €6.

Notre-Dame
Die Kathedrale im Herzen der Stadt kann kostenlos besichtigt werden. Lediglich des Besteigen des Turms kostet €10 (387 Stufen), der Besuch der Schatzkammer €4. Früh morgens sind meist weniger Besucher unterwegs, als in späteren Stunden und im Winter ist es ruhiger als im Sommer. Dennoch sollte man mit etwa einer Stunde Wartezeit kalkulieren. Wer eine Führung wünscht, kann diese an Freitagen und Samstagen um 14:00 Uhr sogar auf Deutsch bekommen. Besitzer eines iPhone können über die JeFile App Reservierungen vornehmen. In die Kathedrale dürfen keine Gepäck­stücke mitgenommen werden!

Wer übrigens seine Metrofahrkarte an einem Automaten kaufen will, sollte sich dabei auf gar keinen Fall von Fremden helfen lassen, auch dann nicht, wenn sie aussehen wie Mitarbeiter der Verkehrs­betriebe. Meistens handelt es sich dabei um Betrugsversuche. Im Zweifelsfall die Fahrkarte lieber am Schalter kaufen. Nett zu lesen ist überdies ein Paris-Artikel im Blick am Abend