Freitag, 14. Dezember 2018

Snobwürdige Pommesbuden

Schnellrestaurants und -imbisse gibt es viele. Wann aber ist eine solche Lokalität snobwürdig? Das wichtigste ist einen alteingesessenen Traditionsbetrieb mit guter Reputation, stimmigem Angebot und solidem Preis-Leistungs-Verhältnis auszuwählen. Man kann und sollte sich dabei ruhig auf Empfehlungen Ortskundiger (Snobs) verlassen. Man erkennt eine gute Pommes- oder Currywurst­bude aber auch an ihrer Speisekarte. Natürlich kann heutzutage keine Imbissbude ohne Hamburger, Hot Dogs oder Wraps auskommen, aber traditionelle Gerichte wie (Thüringer) Bratwurst, Curry­wurst oder Grillhähnchen mit Pommes Frites müssen auf jeden Fall auf der Speisekarte stehen (eventuell auch Schnitzel Wiener Art). Ein recht brauchbares Hilfsmittel bei der Auswahl sind zudem Pommes- und Currywurstbuden-Führer in Buchform, wie z.B. der Pommesführer Ruhr, Hamburg Rot-Weiss, der Currywurst-Kompass Köln, Currywurst (Führer für Berlin) und der Currywurst-Führer (mit Buden in ganz Deutschland), um die bedeutsamsten Veröffentlichungen zu nennen. Im Internet findet man ebenfalls Empfehlungen zu Pommes- und Currywurstbuden (z.B. bei pommeswelt.de). Ein gutes Beispiel für die systemgastronomische Organisation einer Pommes- oder Currywurstbude ist das Schnellrestaurant Kochlöffel (kochloeffel.de). Solange die Qualität stimmt (und die Marke nicht zu populär wird), gibt es keinen Grund von dem Angebot nicht Gebrauch zu machen. 

Im Ausland herrschen einige Besonderheiten vor, die ein Snob unbedingt kennen sollte.

In Österreich heißen Imbissbuden häufig Würstelstand und bieten neben herkömmlichen Wurst­zubereitungen vor allem österreichische Wurst-Variationen an (z.B. eine sog. Bosna). Oft sind auch Pommes Frites erhältlich, aber nicht überall. Die meisten Buden findet man natürlich in Wien. Auf der Webseite wien.info ist ihnen eine eigene Rubrik gewidmet und auch sonst beschäftigen sich zahlreiche Print- und Internetmagazine immer wieder gerne mit der Frage, welcher Würstelstand wohl der beste sein mag (Buchtipp: Fünfundneunzig Wiener Würstelstände). In Wien existiert seit 2012 sogar ein Luxus-Würstelstand am Schwedenplatz; eröffnet vom Ex-Opernsänger und Gastro­nom Thomas Danecek. Angeboten wird z.B. „saucisse au fromage avec caviar“ (Käsekrainer mit Kaviar) mit einem Glas Moët & Chandon zum „runterspülen“. Das Betreibermotto lautet: „Wir überlassen das Fast Food nicht den Kebab-Buden!
In Großbritannien wird traditionellerweise das bekannte Fish & Chips serviert. Die Fish & Chips App der briti­schen National Federation of Fish Friers bietet ein Verzeichnis der renommiertesten Fish & Chips Lokale und nutzt die GPS-Funktion des Smartphones für die Umkreissuche (ifish4chips.co.uk). Wichtig: Im Lokal niemals einfach nur „fish & chips“ bestellen, sondern immer die Fischart nennen, u.a. cod (Kabeljau), haddock (Schellfisch), pollock (Seelachs), also z.B. „haddock & chips, please!“ Das gilt übrigens auch für die Republik Irland.
Belgien ist bekanntlich das Mutterland der frittierten Kartoffelstäbchen. Die besten Pommesbuden („Frituren“) von Brüssel findet man auf der Webseite belgien-tourismus.de ( Genießen Frit­ten). Serviert wird traditionellerweise in einer Papiertüte. Eine beliebte Beilage ist das Frikandel, eine frittierte Hackfleischrolle (ausgesprochen /frikadɛl/, Betonung auf der letzten Silbe, das „n“ ist stumm). Kennen sollte man unbedingt noch die Mitraillette (auch Pain Frites oder Sandwich Américan genannt), eine belgische Fastfood-Spezialität die vor allem in den Frituren der Hauptstadt Brüssel und der Wallonie offeriert wird. Als Basis wird ein halbes oder ein kleines, leicht getoaste­tes Baguette verwendet. Mit einem Messer wird das Baguette soweit seitlich aufgeschnitten, dass es aufgeklappt werden kann ohne in zwei Teile zu zerfallen. Nun werden ein Frikandel oder einige kleine Fleischstücke eingefügt und dann original belgische Pommes Frites über das Fleisch gelegt. Oftmals wird noch Salat oder Käse eingebaut, bevor die Soße hinzugefügt wird, die dann durch die Pommes Frites bis zum Fleisch läuft. In einigen Frituren wird die Mitraillette vor dem Servieren noch kurz mit Käse überbacken oder manchmal sogar kalt (!) serviert.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Umsteigen nach Travemünde

Wer mit einem Fährschiff ab Lübeck-Travemünde nach Trelleborg, Malmö oder Helsinki reist, muss auf jeden Fall in Lübeck umsteigen. Der Reisende kommt gewöhnlich am Hauptbahnhof an und muss sich dann zum knapp 20km entfernten Skandinavienkai im Lübecker Ortsteil Travemünde begeben. Am einfachsten ist es mit den Bussen der Linien 30 und 31, die vom Lübecker ZOB (neben dem Hbf.) direkt zum Terminalgebäude des Skandinavienkais fahren (sv-luebeck.de). Der Travemünder Bahnhof „Skandinavienkaibefindet sich nicht in der Nähe des Terminalgebäudes. Ein direkter Fußweg ist nicht vorhanden. Ein Taxi bestellt man unter 04502 71213 oder 04502 4141.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Malmö

Die südschwedische Metropole ist mit ihren mehr als 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Schwedens. Direkt gegenüber von Kopenhagen gelegen, ist sie seit ein paar Jahren mit der dänischen Nachbarstadt über eine Brücke verbunden. Bekannt ist Malmö vor allem für das Malmö opera och musikteater, Skandinaviens größtes Opernhaus (malmoopera.se). Fast alle Werke werden in der jeweiligen Originalsprache aufgeführt, was es auch für Besucher die kein Schwedisch sprechen interessant macht (ein Snob verfügt natürlich über solide Grundkenntnisse der schwedischen oder einer anderen skandinavischen Sprache - siehe Antonius Moonens Standardwerk “Die Welt der Snobs”). Das Malmö Symfoniorkester hat seit 1985 eine eigene Wirkungsstätte, das Malmö Live Konserthus (malmolive.se). Wichtigste Museen sind die Malmö Konsthall (konsthall.malmo.se) für klassische moderne und zeitgenössische Kunst, und das Moderna Museet für moderne Kunst (modernamuseet.se). Sehenswert sind auch die Fachwerkhäuser in der Innenstadt, die St. Petri Kyrka, das Malmöhus und das Seefahrt- und Technikmuseum. Besuchenswerte Gärten sind der Ankar Park, der Dania Park und die Sundspromenade. Eine architektonische Besonderheit ist das kleine Gewächshaus Glasbubbla am Scaniaplatz. Höchstes Gebäude der Stadt ist der Turning Torso im Hafen, ein 190 Meter hohes Hochhaus mit verdrehten Etagen (turningtorso.justd.se). Die oberste Etage (die 54ste) kann besucht werden. Passendes Reisemitbringsel: Seife und Pflegeprodukte des schwe­dischen Hoflieferanten Victoria of Sweden (victoriasoap.se).
Malmö erreicht man mit den Fährschiffen von Finnlines ab Travemünde (finnlines.com). Auf den Schiffen Finnpartner und Finntrader (nicht auf der Europalink) wird die kostenlose Benutzung eines Whirlpools offeriert (den Schaumwein von zuhause mitbringen). Im Bordshop werden (gelegentlich) pfandfreie Getränkedosen verkauft. Achtung: Der Hafen von Malmö ist nicht an den ÖPNV angeschlossen! An Bord der Schiffe wird über die Möglichkeiten in die Stadt zu gelangen informiert. Der Travemünder Bahnhof „Skandinavienkaibefindet sich nicht in der Nähe des Terminalgebäudes. Die Entfernung vom Bahnhof zum Terminal beträgt 15 Minuten und muss mit dem Linienbus zurückgelegt werden (Haltestelle "Skandinavienkai / Terminal"). Ein direkter Fußweg ist nicht vorhanden. Ab Berlin verkehrt saisonal ein Nachtzug mit Liegewagen nach Malmö (snalltaget.se/de). In den Som­mer­mo­na­ten fährt er fast täg­lich, im Win­ter nur an be­­­­stimmten Tagen.

Sonntag, 9. Dezember 2018

Im Whirlpool nach Schweden

Fährkreuzfahrten sind eine unkomplizierte und preiswerte Alternative zu Fahrten mit „richtigen“ Kreuzfahrtschiffen. Meist dauern sie nur drei Tage, sodass man eine Fährkreuzfahrt auch dann machen kann, wenn man nicht wochenlang verreisen möchte. Und man kann sie das ganze Jahr über durchführen. Eine der preisgünstigsten Routen ist die von TT-Line von Travemünde nach Trelleborg (ttline.com). Das Freizeitangebot an Bord der auf dieser Route eingesetzten Fährschiffe MS Peter Pan und MS Nils Holgersson steht dem auf Kreuzfahrtschiffen nicht nach. So gibt es auf diesen beiden Schiffen (und nur auf diesen!) u.a. auch Whirlpools (engl. jacuzzi). Geöffnet sind sie in der Nebensaison an den Wochenenden, in der Zwischensaison von Donnerstag bis Sonntag und in der Hauptsaison täglich. Die exakten Öffnungszeiten (je nach Abfahrtszeit) werden über Aushänge an Bord bekannt gegeben. Am Besten, man wendet sich gleich bei der Ankunft an die Rezeption und reserviert umgehend seinen Whirlpool-Platz. Für die Nutzung werden keine extra Kosten berechnet. Die Flasche Schaumwein zum Whirlpoolbad sollte man jedoch von zu Hause mitbringen. Noch ein Hinweis: Vor der Rückkunft nach Travemünde könnte man im Bord-Shop noch ein paar pfandfreie Getränkedosen kaufen.
Außer der TT-Line bietet auch Finnlines auf einigen wenigen Schiffen nach Skandinavien die kostenlose Benutzung eines Whirlpools an, und zwar auf den Schiffen Finnpartner und Finntrader der Route Travemünde – Malmö und auf allen Schiffen der Route Travemünde – Helsinki. Die Reisebedingungen sind dort aber fahrplan- und kostenbedingt deutlich weniger attraktiv. Auf der Color Line Route Kiel - Oslo ist die Whirlpoolnutzung kostenpflichtig (und recht teuer); das gleiche gilt für die Nutzung des "Nordic Spa" an Bord der Stena Line Fähre Frederikshavn (DK) - Oslo und der "Hot Tubs" auf der Smyril Line Route von Hirtshals (DK) nach Island. Der Vollständigkeit halber sei auch noch erwähnt, dass auch das eine oder andere Fährschiff in der irischen See Whirlpools und Wellness-Behandlungen gegen Bezahlung offeriert.

Samstag, 8. Dezember 2018

Ostseeurlaub in Kiel

Besonders vor oder nach einer Fährkreuzfahrt könnt man noch ein paar Urlaubstage im nördlichsten Kieler Ortsteil Schilksee verbringen. Südlich des Schilkseer Hafens, der Steilküste vorgelagert, befindet sich ein schöner breiter Sandstrand, der über Treppenanlagen erreichbar ist. Bei Bedarf kann man im Sommer Strandkörbe mieten und für die Versorgung gibt es einen Strandkiosk sowie Gastwirtschaften und Restaurants des nahegelegenen Olympiazentrums. Ganz in der Nähe befindet sich überdies ein Kurpark (kiel-sailing-city.de). Im ca. 5km entfernten Dänischhagen liegt der Golf- und Landclub Uhlenhorst. Einen Besuch wert sind weiterhin die Seebar Düsternbrook (seebad-duesternbrook.com) und der Botanische Garten an der Universität, die sich allerdings einige Kilometer weiter südlich befinden. Kiel berechnet keine Kurtaxe. Schilksee erreicht man ab Hbf. Kiel mit den Buslinien 33 und 501/502.

Freitag, 7. Dezember 2018

Winterurlaub in Hammarstrand

Der kleine aber feine Wintersportort Hammarstrand in Mittelschweden/Jämtland mit knapp über 1000 Einwohnern glänzt nicht nur mit einem schönen Skigebiet, sondern auch mit einer meister­schaftserprobten Bob- und Rodelbahn, die mittels geführter Bobtouren auch für Touristen zugäng­lich ist. Hier kann sich jeder als Rennbobfahrer versuchen! Auf den nahegelegenen Seen kann man auch sehr schön Schlittschuhlaufen. Im Ort findet man die von einem Park umgebene, eisenhaltige Ragunda-Heilquelle mit einem Gasthof. Eine bekannte Sehenswürdigkeit in der Umgebung ist der „tote Wasserfall“ döda fallet. Im Winter kann man oft auch Polarlichter sehen. Es gibt im Orts­zentrum mehrere kleine Supermärkte und Restaurants (z.B. lottieskok.se). Man sollte jedoch ein paar Flaschen Schaumwein im Gepäck haben. Infos zur Region gibt es unter ragundadalen.se.

Die Anreise erfolgt am Besten mit der Fähre Kiel – Göteborg (stenaline.de). Den Tag verbringe man mit der Besichtigung von Göteborg. Abends geht es weiter mit dem saisonalen Nachtzug Göteborg – Duved bis Östersund (sj.se). Weitere Nacht-Verbindungen nach Östersund gibt es ab Malmö (teil­weise nur bis Röjan; weiter mit einem Tageszug). Der Bus Linie 40 bringt den Reisenden dann in etwas weniger als zwei Stunden von Östersund nach Hammarstrand (ltr.se).
Die Rückreise tätigt man mit Bus Linie 40 ab Hammarstrand nach Östersund und weiter mit dem Nachtzug ab Östersund nach Göteborg. Alternativ könnte man auch zunächst den Bus Linie 40 in die Gegenrichtung nach Örnsköldsvik (Fjällräven Outlet, Brogatan 141) nehmen. Ab Örnsköldsvik geht ebenfalls ein Nachtzug nach Göteborg. Mit der Fähre reist man dann wieder zurück nach Kiel.
Die schwedischen Nachtzüge verfügen oft über Internetzugänge. Es gibt natürlich auch noch diverse Tagesverbindungen zwischen Göteborg und Östersund, häufig mit Umsteigen in Stockholm, bei deutlich längerer Fahrzeit. Passendes Reisemitbringsel: Seife und Pflegeprodukte des schwe­dischen Hoflieferanten Victoria of Sweden (victoriasoap.se).

Umsteigeinformation Göteborg: Fähranleger an der Elof Lindälvs gata; Strab 3+9 ab Hbf., H: Jaegerdorffsplatsen, ca. 5 min. zum Terminal (beschildert); Fahrkartenautomaten in der Strab ■ SJ Lounge im Hbf. Göteborg in der Haupthalle, geöffnet Mo.-Fr. 05:45-19:30 Uhr, Sa. geschlossen, So. 14:00-19:00 Uhr, Zutritt mit Vielfahrerstatus oder 1.-Klasse-Fahrkarte (sj.se) ■ Stationslounge beim Gleis 9, Eintritt: SEK 149 (~ € 16); Getränke, kleine Speisen, WLAN ■ Gepäckaufbewahrung (swed. Förvaringsboxar) im Hbf. Tiefgeschoss (und im benachbarten Busbahnhof) ■ Gastronomie, Geschäfte und Internetecke (stationsinfo.se).
Sehenswert: Innenstadt mit den Resten der Festungsanlage ■ Gustav Adolfs Torg ■ Kronhuset ■ Stadtviertel Haga ■ Hummeressen in der Feskekörka (feskekörka.se) ■ Restaurants in den Markt­hallen (storasaluhallen.se).
Umsteigeinformation Östersund: Gepäckaufbewahrung im Hbf. ■ Duschmöglichkeit ■ Cafeteria & Kiosk ■ der Busbahnhof liegt am Gustav III Platz, etwa 750m nördlich des Bahnhofs.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Winterliche Rheinromantik

Der Rhein zwischen Koblenz und Bingen ist eine der meistbesuchten Ferienregionen Europas. Wer kann, sollte seinen Besuch daher bevorzugt auf den Winter legen, um den Touristenmassen zu ent­gehen. Praktischerweise sind dort Schiffstouren auch im Winter möglich, denn die KD Köln Düs­seldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG (www.k-d.com) verkehrt zu dieser Jahreszeit an bestimmten Tagen zwischen Boppard und Rüdesheim. Zwischen Boppard und St. Goar fährt im Winter außer­dem die Loreley Linie (loreley-linie.de). Zwar muss man natürlich auch im Winter mit anderen Rheintouristen rechnen und der Winterfahrplan der Schiffe ist recht eingeschränkt, aber dafür wird man mit einer besonderen Ruhe und - mit etwas Glück - mit einer winterlichen Landschaft ent­schädigt.
Selbst ein Aufenthalt im winterlichen Rüdesheim wäre eine Überlegung wert, denn auch dort sieht man jetzt eher wenige Touristen, sogar in der sonst so belebten Drosselgasse (drosselgasse.de). Als Aktivität bietet sich ein Spaziergang auf dem winterlichen Brahms-Weg und auf dem Niederwald an. Eventuell kann man auch mit der Seilbahn vom oder zum Niederwalddenkmal fahren (derzeit €8). Die Seilbahn ist im Dezember zumindest tageweise in Betrieb (seilbahn-ruedesheim.de). Ein Besuch in Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett (siegfrieds-musikkabinett.de) im Brömser Hof ist ohne Zweifel ein absolutes Muss für jeden rheinreisenden Snob. Im Dezember ist täglich bis 18:00 Uhr geöffnet (mit Anmeldung auch bis 22:00 Uhr), von Januar bis März auf Anfrage. Man kann wohl annehmen, dass diese Attraktion im Winter weniger frequentiert wird als im Sommer und man die Exponate dann in Ruhe genießen kann.