Mittwoch, 17. Oktober 2018

Kurzbesuch im Varieté in Hamburg

Das Hamburger Hansa Theater am Steindamm ist das letzte traditionsreiche Varieté-Theater im deutschsprachigen Raum (www.hansa-theater.de). Seit der letzten Renovierung im Jahre 1953 hat sich wenig verändert, sodass der Gast sich in einem plüschigen 50er-Jahre Ambiente wiederfindet. Zum Speisen wird u.a. der sog. Theaterteller offeriert, die Bedienungen tragen Schürze und Häub­chen und die Tischklingeln für die Kellner sind mittlerweile zum Kult avanciert. Gespielt wird nur in der Wintersaison, geboten werden u.a. Artisten, Komiker, Puppenspieler, Zauberer, eine Live-Kapelle und natürlich ein Moderator. Die Abendvorstellungen beginnen zwischen 19 Uhr und 20 Uhr und dauern etwa zweieinhalb Stunden. An einigen Tagen finden auch Nachmittagsvorstellun­gen statt, die um 15 Uhr oder 16 Uhr anfangen.
Wer mit einem Nachtzug nach Hamburg reist, morgens ankommt und den Tag über Zeit hat, könnte von den reichlich vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten der Stadt Gebrauch machen. Insbesondere gilt das für Harald Lubner (Große Bleichen 23; u.a. Herrenpflegeprodukte von D.R. Harris; harald-lubner.de), das Alsterhaus (Jungfernstieg 16-20, mit Boutiquen von Montblanc, Caviarhouse & Prunier, Artisan de la Truffe und Fortnum & Mason), Hermès (Neuer Wall 40) und Manufactum (Fischertwiete 2). Nassrasuren erhält man in Meinecke's Barbershop (Europa Passage, 2. OG, Ballindamm 40; barbershop-hamburg.de), im Herrensalon eric:barbier (Ballindamm 36; eric-barbier.de) und im Salone Il Barbiere (ABC-Strasse 4 – 8; il-barbiere.de).
Interessante, für einen Kurzbesuch geeignete Sehenswürdigkeiten wären u.a. das „Panoptikum – Das Wachsfigurenkabinett“ (www.panoptikum.de) die U-Bahnstation Hafencity (interessante Beleuchtung) und Sonntags auch der Fischmarkt.
Zur Übernachtung in Hamburg bietet sich vor allem das Generator-Hostel am Steintorplatz an (generatorhostels.com), welches sich beinahe auf halbem Weg zwischen dem Hauptbahnhof und dem Theater am Steindamm befindet. Es wäre jedoch auch möglich, sich die Übernachtungskosten zu sparen und die Elbmetropole noch am selben Abend mit einem Nachtzug wieder zu verlassen. Vom Theater zum Hamburger Hauptbahnhof sind es ungefähr 300 Meter Fußweg.
Endet die Abendvorstellung gegen 22 Uhr, dann könnte man noch den Nachtzug nach Frankfurt/M. erreichen (via Münster, Dortmund, Köln, Mainz), der den Hamburger Hauptbahnhof gegen 22:46 Uhr verlässt (Frankfurt/M. an 07:02 Uhr).
Wer eine Nachmittagsvorstellung besucht hat die etwa gegen 18:30 Uhr beendet wird, erreicht die Nachtzüge nach Basel (Hamburg Hbf. ab 19:46 Uhr, Basel an 06:22 Uhr), Lörrach (Flixtrain, Hamburg Hbf. ab 20:08 Uhr, Lörrach an 08:30 Uhr), Innsbruck und Wien (Hamburg Hbf. ab 20:29 Uhr, Innsbruck an 09:14 Uhr / Wien an 08:19 Uhr) und Zürich (Hamburg Hbf. ab 21:01 Uhr, Zürich an 09:05 Uhr).
Weiterhin bietet Flixbus diverse Nachtbusverbindungen ab Hamburg ZOB (neben dem Hbf.) an.


Montag, 15. Oktober 2018

Tellaro am Golf von La Spezia

Es soll einer der schönsten Orte Italiens sein, das 1200-Seelen-Dorf am Golf von La Spezia. Nur über eine einzige Straße erreichbar, liegt das Dorf weit abseits der üblichen Touristenrouten. Bekannt ist Tellaro - wenn überhaupt - für seine etwas merkwürdigen Festivitäten. So wird am zweiten Sonntag im August die Sagra del Polpo (Krakenfestival) gefeiert. Die Legende besagt, dass einst eine Riesenkrake aus dem Meer die Bewohner vor einem Piratenangriff gewarnt haben soll. Und die Weihnachtsfeier wird gewöhnlich unter Wasser zelebriert: Dazu deponiert eine Gruppe von Tauchern eine Statue des Jesuskindes unter Wasser. In der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag wird dann vor einer Kulisse von über 8000 Kerzen das Christuskind von der Tauchergruppe aus dem Meer geborgen. Dass der Massentourismus am Dorf vorbei geht, liegt wohl auch daran, dass es an der Steilküste keine Sandstrände gibt und auch sonst nur wenige Stellen, wo man im Wasser baden könnte. Sehenswert ist im Ort die Kirche San Giorgio. Tellaro ist mit dem Bus aus dem Nachbarort Lerici erreichbar. Dorthin gelangt man mit einem anderen Bus vom Bahnhof La Spezia aus (atcesercizio.it).

Samstag, 13. Oktober 2018

Overtourism in Paris

Die französische Hauptstadt gehört zu den am meisten besuchten Orten der Welt und leidet daher auch unter dem bekannten Problem des Overtourism. Wer sich dennoch in den Hexenkessel Paris hinein wagen will, sollte seinen Aufenthalt sorgfältig vorbereiten. Dazu gehört, dass man weiß, wie man sich von der Besuchermasse abgrenzen und für den Besuch der klassischen Sehenswürdig­keiten Zeitfenster nutzen kann, in denen der übliche Tourist nicht am Zuge ist. Ein wichtiges Hilfs­mittel ist die Webseite help-tourists-in-paris.com, über die man u.a. auch Eintrittskarten und Metro­fahrkarten bestellen kann. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dürften wohl der Eiffelturm, der Louvre und die beiden Kirchen Sacré-Cœur und Notre-Dame sein. Deshalb sind diese besonders überlaufen.

Eiffelturm
Mit 25.000 Besuchern täglich ist er wahrscheinlich die meistbesuchte Pariser Attraktion. Man kann u.a. über die o.g. Webseite oder über die Webseite des Eiffelturms toureiffel.paris/de sog. skip-the-line-tickets erwerben, die einem das Warten in der Schlange vor den Kassen ersparen. Man braucht für den Zutritt zu jeder der drei Ebenen eine eigene Eintrittskarte bzw. man kauft eine Karte für mehrere Ebenen. Wer nur eine Karte für die unterste Ebene (ca. 58m) hat und sich dann erst überlegt ganz nach oben zu wollen, muss sich u.U. erst wieder unten am Eingang in die Warteschlange stellen. Die beste Besuchszeit ist natürlich die Nebensaison (Juli und August unbedingt vermeiden). Im Winter ist die unterste Ebene vor allem an Wochentagen kurz vor Sonnenuntergang zu empfehlen.

Louvre
Das bekannte Museum mit der Mona Lisa (Raum 711) kann in den Wintermonaten von Oktober bis März an jedem ersten Sonntag im Monat kostenlos besucht werden. Das erspart einem nicht nur das Eintrittsgeld, sondern auch das Warten an der Kasse. An den anderen Tagen kann man auch für den Louvre skip-the-line-tickets kaufen (louvre.fr). Mittwochs und Freitags schließt der Louvre erst um 21:45 Uhr, sodass man seinen Besuch dort auch erst spätabends machen könnte. Ansonsten ist um die Mittagszeit herum meist wenig Betrieb. An den Eingängen Porte des Lions und Galerie du Carrousel ist die Warteschlange in der Regel kurz.

Sacré-Cœur
Die Kirche auf dem höchsten Punkt des Montmartre (ca. 130 M.ü.M.) im 18. Arrondissement ist täglich von 06:00 Uhr bis 23:30 Uhr geöffnet. Man könnte seinen Besuch also auf den Abend legen. Der Eintritt ist frei. Wer allerdings die Kuppel besteigen will (300 Stufen) - und die Aussicht ist es zugegebenermaßen wert - der sollte früher kommen, denn die Kuppel schließt im Sommer um 19:00 Uhr und im Winter um 18:00 Uhr. Der Besuch der Kuppel und der Krypta kostet €8. Wer nur die Kuppel ersteigt, zahlt €6.

Notre-Dame
Die Kathedrale im Herzen der Stadt kann kostenlos besichtigt werden. Lediglich des Besteigen des Turms kostet €10 (387 Stufen), der Besuch der Schatzkammer €4. Früh morgens sind meist weniger Besucher unterwegs, als in späteren Stunden und im Winter ist es ruhiger als im Sommer. Dennoch sollte man mit etwa einer Stunde Wartezeit kalkulieren. Wer eine Führung wünscht, kann diese an Freitagen und Samstagen um 14:00 Uhr sogar auf Deutsch bekommen. Besitzer eines iPhone können über die JeFile App Reservierungen vornehmen. In die Kathedrale dürfen keine Gepäck­stücke mitgenommen werden!

Wer übrigens seine Metrofahrkarte an einem Automaten kaufen will, sollte sich dabei auf gar keinen Fall von Fremden helfen lassen, auch dann nicht, wenn sie aussehen wie Mitarbeiter der Verkehrs­betriebe. Meistens handelt es sich dabei um Betrugsversuche. Im Zweifelsfall die Fahrkarte lieber am Schalter kaufen. Nett zu lesen ist überdies ein Paris-Artikel im Blick am Abend

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Llafranc / Costa Brava

An der spanischen Mittelmeerküste einen Ort zu finden der nicht mit Hotelhochhäusern zugebaut ist, stellt eine besondere Herausforderung dar. Eine der wenigen Ortschaften ist Llafranc, 40km östlich von Girona und 60km südlich von Figueres gelegen. Der Ortskern liegt an einer 330 Meter langen und 40 Meter breiten, von Felsenküste und Tamariskenbäumen umrahmten Sandbucht. Außerhalb der Feriensaison und innerhalb der Woche wird der Strand nur wenig besucht. Die Küste ist ein beliebtes Tauch- und Segelrevier, auch wenn die Winde an der Costa Brava als schwierig gelten. Entlang der Küste existieren zahlreiche Aussichtspunkte mit Blick auf das Mittelmeer. Sehenswert ist auch der am Südende der Bucht gelegene botanische Garten von Cap Roig (visitpalafrugell.cat).
Die Anreise erfolgt mit der Bahn bis Flaçà (renfe.es) und von dort mit dem Bus der Sarfa (sarfa.com) nach Llafranc. Es gibt eine saisonale Fernbusverbindung von DeinBus.de ab Freiburg im Breisgau nach Figueres oder Girona, wo man in den Regionalzug nach Flaçà umsteigt. Eurolines bietet eine weitere Fernbusverbindung von Karlsruhe nach Figueres. Wer mit dem Flugzeug über Barcelona anreist, kann von dort mit dem Bus nach Palafrugell fahren.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Speisen wie unter dem Meer


Meeresaquarien gibt es in Mitteleuropa erstaunlich häufig. In den meisten kann man Räum­lich­keiten für Veranstaltungen mit direktem Blick in die Tiefsee mieten. Bekannt ist vor allem Sealife (visitsealife.com), wo man vom Kindergeburtstag bis zum Sektempfang so ziem­lich alles organisieren kann. In einigen Filialen sind auch private Diners möglich, wie z.B. in Kö­nigswinter. Dort gibt es ein exklusives Diner unter Wasser für Zwei mit einem 3-Gän­ge-Me­nü in Deutschlands ein­zi­gem 360° Unterwassertunnel. Und in der Sealife-Nie­derlassung beim schottischen Loch Lomond kann man so­gar über­nachten. Aber auch an­de­re Anbieter haben einiges im Programm. Am interes­san­te­sten sind die nachfolgenden Mög­lich­keiten.

Neuwied
Es ist fast schon zu bekannt, aber dennoch einen Besuch wert: Das größte Unter­wasser­restau­rant Europas, das La Mer in Neuwied (restaurant-lamer.de). Zwar sind die Preise so gesalzen wie das Meerwasser, aber dafür speist man halt in dem ein­­ma­li­gen Ambiente eines Tiefsee-Aquariums. Seltsamerweise aber bietet die Speisekarte über­­­ra­schend wenig Auswahl; wahrscheinlich, weil die Fische für das Aquarium gebraucht wer­den. Wer einen Platz mit direktem Blick auf die Tiefseebewohner haben möchte, sollte un­bedingt frühzeitig reservieren.

Hull
Eine der Hauptattraktionen in der britischen Hafenstadt Hull ist das Meeresaquarium The Deep (thedeep.co.uk). Teil des Komplexes ist das Two Rivers Restaurant, welches einen di­rekten Einblick in das Leben der Tiefseebewohner ermöglicht. Beliebt sind die diversen Ar­ran­gements, z.B. das Drei-Gänge-Menü am Donnerstagabend für £19.95 oder das private Di­ner für Zwei nach Geschäftsschluss zum Preis von £165 (Zwei-Gänge-Menü, eigener Kell­ner, je eine Flasche Cava/Prosecco und Mineralwasser, Kaffee/Tee nach dem Essen). Um früh­­zeitige Reservierung wird gebeten. Hull erreicht man am Besten mit der Fähre ab Zee­brüg­ge oder Rotterdam.

Montag, 8. Oktober 2018

Das Duftmuseum in Köln

Snob-Besucher der Domstadt haben es schwer dort etwas interessantes zu finden. Immerhin könnte man aber dem Duftmuseum von Farina und damit der Geburtsstätte des Eau de Cologne einen Besuch abstatten. Es war der italienischstämmige Parfümeur Johann Maria Farina, der in der Zeit des Rokoko im Jahre 1708 das duftende Wässerchen schuf und damit die Stadt Köln als Duftmetropole etablierte. In seiner ehemaligen Wirkungsstätte im Keller des Hauses Obenmarspforten 21 befindet sich noch heute ein Zedernholzfass aus den Anfangszeiten der Firma. Weiterhin hat man den Nachbau einer Destille aufgestellt, wie sie von Johann Maria Farina damals benutzt wurde. Um in das Museum zu gelangen, sollte man vorab eine Eintrittskarte auf der Webseite farina.org (ab €5) erwerben. Man kann auch eine private Führung buchen.

Samstag, 6. Oktober 2018

Sylt

Die nördlichste Insel Deutschlands ist vor allem als Schickimicki-Destination für Neureiche be­kannt. Dennoch findet dort auch ein Snob ein paar wenige, interessante Dinge. Allem voran sind Austern etwas, wofür sich Snobs gewöhnlich begeistern können, auch wenn sich in diesem The­menbereich die Parvenüs natürlich besonders gerne tummeln. Ein Besuch in der Lister Austernstube gehört dennoch zum Pflichtprogramm (sylter-royal.de). Inselweit gibt es vier Golfplätze, diverse Luxusboutiquen u.a. von Louis Vuitton, Gucci und Hermès in Kampen und ein Delikatessen­geschäft von Johannes King in Keitum (johannesking.de). Einen Besuch wert ist auch der Fisch Kiosk Matthiesen in Hörnum. Wer lieber picknicken möchte, kann sich hier einen Picknickkorb zusammenstellen lassen.
Ob man in Sylt unbedingt an den Strand gehen sollte, ist Ansichtssache. Der Zugang zum Strand ist in allen Orten gebührenpflichtig und die Kurabgabe liegt in den Sommermonaten zwischen €2.50 und €3.50. Sinn macht ein Strandbesuch ohnehin nur im Hochsommer, wenn man baden kann. Stattdessen könnte man im Syltness Center eine Thalassokur machen (syltnesscenter.de). Und wer als Tagesbesucher nicht an den Strand geht, zahlt i.d.R. keine Kurabgabe.
Was die Unterkünfte betrifft, herrscht in Sylt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, d.h. Unterkünfte im Süden der Insel sind gewöhnlich etwas preiswerter als im Norden. Teuer ist natürlich vor allem Kampen, aber wirklich preisgünstig ist es auf Sylt nirgends. Man könnte folglich auf dem Festland wohnen und mit der Bahn auf die Insel pendeln. Die Südspitze Hörnum ist saisonal auch sehr gut mit dem Fahrgastschiff ab Nordstrand zwei Mal täglich erreichbar (adler-schiffe.de). In den Insel­norden gelangt man das ganze Jahr über mit der Fähre ab Havneby/Rømø (syltfaehre.de; ca. 40min., derzeit €11.50 retour, Restaurant und Bordshop; es gibt pfandfreie Getränke, skandinavische Süß­waren und pro Person eine Schachtel zollfreie Zigaretten für € 3.90); übrigens auch sehr gut als Ausflug ab List geeignet.