Montag, 22. April 2019

Strandurlaub in Bridlington / East-Yorkshire

Der viktorianische Badeort an der Küste East-Yorkshires ist vor allem für seinen ausgedehnten Strand bekannt (bridlington.net). Besucht wurde er in der Vergangenheit besonders von Industrie­arbeitern aus Leeds oder Sheffield, weshalb die Atmosphäre weniger mondän ist als zum Beispiel in einigen Orten an der Kanalküste. Unterhaltung findet man im The Spa Bridlington und es gibt am Ort zwei Golfplätze mit Meerblick.
Ein paar Gastronomietipps: Zunächst das Joypur Tandoori Restaurant, 25 Cliff Street (joypur bridlington.co.uk); Montags und Mittwochs offeriert man spezielle Menüs, Sonntags gibt es ein All-you-can-eat Buffet. Dann das FISH AND CHIPS @149, 149 Marton Road für die Liebhaber der traditionellen britischen Küche. Den Afternoon Tea nimmt man im The Georgian Rooms, 56 High Street (thegeorgianroomsbridlington.webeden.co.uk). Etwas außerhalb des Hauptortes liegen The Old Forge Restaurant & Tea Room, 30 Main Street, Sewerby und Marton Manor, Flamborough Road, Sewerby; Afternoon tea 2pm -4pm daily £10.99 for 2 people (martonmanorfarmshop.com).
Für die Anreise nutzt man am besten eine der Fähren, die täglich von Rotterdam oder Zeebrugge nach Hull fahren (poferries.com). Mit einem Zubringerbus geht es vom Hafen zum Bahnhof Hull Paragon Interchange (Gepäckschließfächer vorh.) und weiter mit Northern Rail nach Bridlington (ca. 45min Fahrzeit).
Sehenswert ist in Hull der Pub Ye Olde White Harte, 25 Silver Street von 1550 mit dem Plotting Parlour, in dem ein Komplott gegen den herrschsüchtigen König Charles I. geschmiedet wurde, und mit dem „Skull of a Youth“, dem Totelschädel eines jungen Mannes(?), dessen sterbliche Überreste im 19. Jahrhundert unter der Treppe versteckt gefunden wurden (yeoldewhiteharte.com). Außerdem könnte man das Meeresaquarium The Deep besuchen (thedeep.co.uk).

Sonntag, 21. April 2019

Ein Sommertag in Vlissingen

In den Niederlanden gibt es selbstverständlich viele Küstenbadeorte, aber nur einer hat eine Strand­promenade die nach Süden ausgerichtet ist: Vlissingen (vlissingen.com). Die Stadt in der südlichen Provinz Zeeland ist inzwischen kein Geheimtipp mehr, aber aufgrund der geographischen Lage, die eine ungewöhnliche Anreiseroute erfordert, finden eher wenige Besucher aus Deutschland den Weg dorthin. Hauptattraktion ist unzweifelhaft der breite Sandstrand, der sich einige Kilometer weit die Küste entlang erstreckt. Im Ort selbst ist u.a. die Sint Jacobskerk sehenswert (sintjacobskerk.nl).
Problemlos und vergleichsweise preiswert – wenn auch nicht unbedingt snobby - ist die Mitfahrt bei einer von einem Busreiseveranstalter organisierten (Tages-) Tour. Das gilt vor allem für Tages­besuche aus dem Rheinland, wie sie z.B. von Freizeitreisen Thoma (freizeitreisen-thoma.de) oder von Univers Reisen (univers-reisen.de) angeboten werden. Mit der Bahn ist Vlissingen nur via Amsterdam und mit mehrmaligem Umsteigen zu erreichen. Mit dem Auto fährt man am Besten über Antwerpen und dann über die A12 / A4 und die A58 (ab Aachen ca. 225km).
Frituren: Swin Snack, Badhuisstraat 14 ■ Smulpaap, Hobijnenstraat 91 ■ Chung Feng, Pr. Rozen­veldlaan 651 ■ Toon’s Kiosk, Boulevard 11.
Einkaufen: Günstig sind Kaffee, Alkopops, frei verkäufliche Medikamente und pfandfreie Getränke. Am nördlichen Rand der Innenstadt findet man einige Supermärkte, u.a. einen Albert Heijn in der Aagje Dekenstraat 16. Fleischwaren erhält man beim niederl. Hoflieferanten Slagerij Gillissen C.V., Walstraat 100 (gillissen.keurslager.nl). Sonntags geöffnet haben der Albert Heijn XL, Gildeweg 6 und der Jumbo Markt, Hermesweg 25.

Freitag, 19. April 2019

Gastronomie in Brüssel

Die belgische Hauptstadt bietet eine Kombination aus französischer und flämischer Esskultur, was sich in der Gastronomie natürlich widerspiegelt. Die folgenden Lokale sind einen Besuch wert, allerdings sind die meisten recht bekannt. Alle befinden sich in der Brüsseler Innenstadt und liegen nicht weit voneinander entfernt.

À la Mort Subite (alamortsubite.com) ist vielleicht nicht das gemütlichste Lokal, erinnert die Atmosphäre doch ein wenig an einen altmodischen Wartesaal am Bahnhof. Das Essen dieser Brasserie ist jedoch unvergleichlich und auch die deftigen Portionen sind (anders als in Frankreichs Nouvelle Cuisine) „wenig übersichtlich“, wie Loriot wohl sagen würde. Der Getränkeschwerpunkt liegt natürlich auf belgischem Bier, aber ein Blick auf die Getränkekarte, die auf einen großen Wandspiegel gemalt ist, weist auch Wein oder alkoholfreie Getränke aus.
Etwas verspielter kommt das Café Metropole (metropolehotel.com) daher und erinnert mit seinem fast schon barocken Interieur an die Wiener Kaffeehauskultur (man beachte die geschnitzte Holzdecke). Selbst die Zierpalmen wirken irgendwie, als ob sie dazugehörten. Auch hier ist das Essen geradezu exquisit, selbst für einen Snob. Man beachte vor allem die hauseigenen Confiserieprodukte.
Welch einen Gegensatz zum Metropole bietet Le Cirio in der Rue de la Bourse mit seinen klaren, eckigen Linien. Hier kann man neben Süßspeisen auch Muscheln mit Pommes Frites bekommen. Leider ist das Lokal relativ teuer und viel zu bekannt, sodass man vorab seinen Platz reservieren muss (thefork.be).
Wer Le Falstaff betritt (lefalstaff.be), dem fallen sofort die bunten (wenn auch unechten) Glasfenster im hinteren Teil des Lokals ins Auge, wie man sie sonst eher in Kirchen sieht; in einem sonst eher rustikalen Ambiente. Die dargestellten Motive beziehen sich aber natürlich auf die gleichnamige und eher weltliche, namensgebende Figur, die nicht nur mehrere Shakespeare-Komödien bevölkert, sondern von anderen Autoren (vor allem Verdi) zur eigenständigen Hauptfigur erhoben wurde. Die Speisekarte ist auch hier sehr vielseitig und die Portionen entsprechen belgischen Standards (nicht denen der Nouvelle Cuisine). Leider sind die Preise nicht allzu Budget-freundlich.

Donnerstag, 18. April 2019

Gratis in Brüssel

Wer in Brüssel gratis ins Museum gehen will, der sollte – je nach Museum – am ersten Mittwoch eines Monats ab 13:00 Uhr oder am ersten Sonntag eines Monats das Museum seiner Wahl besuchen. Welches Museum wann freien Eintritt gewährt, teilt die Webseite brusselsmuseums.be mit. Dort findet man auch eine Liste der Mu­seen, die immer gratis besucht werden können. Das Museum der Schönen Künste mit seinen alten Meistern ge­hört zu denen, die den freien Eintritt am Mittwoch ab 13:00 Uhr gestatten.
Auf der Webseite be.brussels/brussels-for-free findet man eine Auflistung verschiedener Dinge, die es im Brüs­sel gratis gibt (neben den Museen ohne Eintritt), z.B. Filmvorführungen, Bibliotheken, WLAN (siehe auch hierisgratiswifi.be), Trink­was­ser­brun­nen, Toiletten etc.

Mittwoch, 17. April 2019

Die wichtigsten Hoflieferanten in Brüssel

Bekleidung, Textilien, Accessoires:
  • Delvaux – Créateur SA (Lederwaren), Boulevard Louis Schmidt 7 (delvaux.com; Filialen in Gent, Oosten­de und Knokke),
  • Fabienne Delvigne Créations (Hüte, Schmuck, Taschen, Blumen, Zubehör), Avenue Roger Vandendriessche 25 (fabiennedelvigne.be),
  • Maison Hayoit SA (Bettwäsche), Chaussée de Louvain 56 (hayoit.com),
  • Natan SA (Schneiderei), Avenue Louise 158 (natan.be),
  • Pierre Degand SA (Einzelhandel Herrenbekleidung), Avenue Louise 415 (degand.be).

Süßwaren:
  • Godiva NV (Schokoladier), Rue de l'Armistice 5 (godivachocolates.eu),
  • Mary SPRL (Schokoladier), Rue Royale 73 (mary.be),
  • Pâtisserie Wittamer & Co SA (Schokoladier, Konditorei, Kaffee), Place du Grand Sablon 6 & 12 (wittamer.com),
  • Bakkerij Van Dender BVBA (Bäckerei), Leuvensesteenweg 416 (vandender.eu).

Sonstige:
  • Maison Roger SPRL (Friseur), Rue de Namur 86 (maisonroger.com).

Eine Liste der Hoflieferanten des belgischen Königshauses findet man hier.

Interessant ist außerdem die Brüsseler Modeszene rund um die Rue Dansaert in der Unterstadt, zwischen Börse und Kanal. Hier haben besonders viele junge und unbekannte Designer ihre Boutiquen. Teilweise befindet sich das Atelier gleich mit im Laden. Die bekannten internationalen Marken findet man um den Boulevard de Water­loo und die Avenue Louise, sowie rund um den Großen Markt (Grote Markt). Im Saint-Jacques-Viertel liegen zahlreiche Secondhandläden. Übrigens wird jedes Jahr im September in Brüssel eine große Modemesse ver­an­staltet (designseptember.be).

Dienstag, 16. April 2019

Besichtigung des Brüsseler Königspalastes und der Königlichen Gewächshäuser in Laeken

Jedes Jahr Ende April bis Anfang Mai sind die königlich-belgischen Gewächshäuser im Brüsseler Stadtteil Laeken (oder Laken), Avenue du Parc Royal für die Öffentlichkeit zugänglich (Start dieses Jahr: 19. April). Auf knapp einem Kilometer Länge können die Besucher ungefähr 60 000 Pflanzen bewundern, unter denen sich auch 200 Jahre alte Zitrus- und Lorbeerbäume befinden. Neben vielen Orchideenarten, findet man hier auch Fuchsien, Geranien, Gummi- und Zimtbäume, Bananenstauden und Solanaceen. Im nördlichen Teil des Laekenparks existieren überdies zwei interessante Bauten: der Chinesische Pavillon (Chinees Paviljoen / Pavillon Chinois) und der Japanische Turm (Japanse Toren / Tour Japonaise).
Die königlichen Gewächshäuser werden nur einmal im Jahr für das allgemeine Publikum geöffnet; daher ist mit einem gewissen Andrang zu rechnen. Die genauen Zeiten findet man auf den Webseiten belgien-tourismus.de oder monarchie.be. Die Anreise kann z.B. mit der Straßenbahnlinie 3 ab Gare du Nord zur Haltestelle De Wand und weiter mit dem Bus 53, 230, 231, 232 bis Serres Royales erfolgen (stib-mivb.be). Neben den Gewächshäusern in Laeken ist auch der Botanische Garten in Meise, ca. 12km nördlich von Brüssel, einen Besuch wert (br.fgov.be; Bus 250, 251 bis Meise Plantentuin),
Der Königliche Palast in Brüssel kann ebenfalls besichtigt werden, sobald sich die Königsfamilie – meist nach dem Nationalfeiertag am 21. Juli - in den Sommerurlaub verabschiedet hat. Bis etwa Mitte September steht dann der Palast von dienstags bis sonntags für einen Besuch, bei freiem Eintritt, offen. Einzelheiten erfährt man bei der Tourismusbehörde der Region Wallonie-Brüssel (belgien-tourismus.de). Allerdings handelt es sich bei dem Palast nicht um den Wohnort der königlichen Familie, sondern lediglich um das Büro des Königs mit angeschlossenem Museum über die belgische Monarchie. Die Wohnresidenz der Monarchen im Schloss Laken ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Weiterhin sehenswert sind in Brüssel natürlich die Innenstadt und die Kunstmuseen mit zahlreichen Werken der flämischen Meistermaler. Die angeblich beste „Frituur“ von Brüssel, in der auch schon Kanz­le­rin Merkel gespeist hat, soll Maison Antoine, Jourdanplein 1 sein.
Info: https://www.monarchie.be/fr/agenda/recherche

Univers Reisen bietet Bustouren ab Köln an. Freizeitreisen Thoma fährt ab Langerwehe.

Sonntag, 14. April 2019

Fangokuren

Fango ist ein Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs. In der BRD wird sog. anorganischer Fan­go verwendet, d.h. Fango bei dem nicht mittels Zugabe von Algen und Mikroorganismen ein 60 Tage dauernder, biologischer Reifeprozess (Maturation) eingeleitet worden ist, wie z.B. in manchen Kurorten Italiens üblich (dieser gereifte Fango wird als organischer Fango bezeichnet).
Abgebaut wird das Vulkangestein in der BRD v.a. in Bötzingen am Kaiserstuhl und in Mendig im Bereich des Laacher Sees (Eifel); in Österreich in der Region Steirisches Vulkanland (sogenannter Gossendorfer Fango) und in der Schweiz in der Gemeinde Rüschegg BE, südlich von Bern gelegen. Es handelt sich bei dem Gesteinsmehl somit um ein anorganisches Naturprodukt, welches nicht aus dem jeweiligen Kurort stammt wo es angewendet wird, sondern erst an seinem jeweiligen Bestim­mungsort mit ortsgebundenem Mineral- oder Thermalwasser aufgemischt wird.
Das Ausgangsmaterial wird gebrochen, erhitzt und dann feingemahlen. Zur Behandlung im Kurort wird das Gesteinspulver mit (Thermal-) Wasser zu einem homogenen Fangoschlammbrei vermischt, dieser auf eine Temperatur von 45°C bis 50°C erhitzt und dann als sogenannte Schlammpackung in einer Schichtdicke von etwa 3cm auf die erkrankten Bereiche des Körpers aufgetragen. An­schließend wird der Körper zwecks optimaler Wärmespeicherung in Leinentücher oder Wolldecken eingehüllt. Die Anwendungsdauer solch einer Behandlung liegt zwischen 20 und 40 Minuten, so­dass die abgegebene Wärme des Fangos auch in tiefer liegendes Gewebe eindringen kann und dieses lang anhaltend und wirkungsvoll erwärmt. Behandelt werden vor allem Muskel- und Gelenk­beschwerden.
In der Peloidtherapie (Behandlung mit Heilschlamm etc.) werden neben Fango auch Torf, Schlick, Heilerde und einige andere Materialien eingesetzt. Meist geschieht dies in Form einer Wärmethe­rapie, wobei der Wärmegrad vom Wassergehalt abhängt. Die medizinische Wirkung der Peloid­therapie ist allerdings nicht ganz unumstritten.