Samstag, 2. März 2019

Ein Ausflug nach Lindlar im Bergischen Land

Die Gemeinde im Bergischen Land ist zugegebenermaßen nicht gerade der Snob-Himmel auf Erden, jedoch gibt es ein paar interessante Dinge, die man sonst in der weiteren Umgebung vergeblich sucht, z.B. die imposante Ruine der Wasserburg Eibach, die man hinter dem OT Scheel findet. Ruinen von Wasserburgen sieht man überaus selten, selbst im von Wasserburgen durchsetzten Rheinland. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert mit einer Grundfläche von 15x8 Metern errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1356. Im 15. Jahrhundert und 16. Jahrhundert befand sie sich im Besitz der Ritterfamilie von Neuhoff, genannt Ley. Danach wurde sie von der Familie Seraing übernommen. In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1782 brannte die Burg aus. Der mächtige Rundturm im Südosten und teilweise der Südflügel der Vorburg aus dem 17. Jahrhundert sind erhalten geblieben.
Einen Besuch wert ist auch das Kuriositätenmuseum „Haus Safari“ in der Schützenstr. 26 im OT Altenrath. Seit 1989 sammelt der Inhaber Georg Herrmann in seiner Scheune Kuriositäten jeglicher Art. Weiterhin sehenswert sind der Freizeitpark, das Freilichtmuseum, diverse Herrenhäuser und Wegkreuze und die privaten Gärten Naturgarten am Steinbruch (2.000 qm, Katja und Klaus Wopfner, Zu den Brüchen 1) und Garten Ommertalhof (10.000 qm, Nicole und Frank Schroeder, Zur Ommer 9; ommertalhof.de), die im Rahmen der Aktion „Offene Gärten“ immer wieder mal für das allgemeine Publikum geöffnet werden. Etwa 10km nordwestlich von Lindlar, auf dem Gebiet der Gemeinde Kürten, befindet sich in Selbach das Hähnchenrestaurant Ewald (haehnchen-ewald.de). Zentrale Spezialität ist das gegrillte, halbe Hähnchen mit Pommes Frites.
Man kann alle Ziele recht gut mit einer kombinierten Tageswanderung / Bustour verbinden. Starten könnte man mit dem Bus 335 in Bergisch Gladbach (ab Mo.-Fr. 08:14 Uhr), der in Frielingsdorf, Scheel, in der Nähe der Ruine Eibach, seine Endstation hat (an 09:27 Uhr). Nicht weit von der Ruine Eibach befinden sich außerdem die Ruine Neuenberg und eine „Zwergenhöhle“. Nach Besichtigung der Ruine Eibach geht es zurück nach Scheel. Entweder wandert man nun am nördlichen Rand von Frielingsdorf nach Brochhagen und von dort am Campingplatz „Im Holl“ entlang Richtung Süden nach Lindlar oder man nimmt den Bus 335, an Schultagen Scheel ab 11:50 Uhr, an Ferientagen ab 12:46 Uhr (die Fahrt nach Lindlar dauert ca. 20min.; am Friedhof Lindlar existiert übrigens eine kostenlose Toilette und der Lidl besitzt einen Heißgetränkeautomaten).
Südlich von Lindlar liegt der Ortsteil Altenrath mit dem Kuriositätenmuseum. Auch hierhin könnte man ab Lindlar einen Bus nehmen. Nach der Besichtigung wandert man über den Hügel zurück nach Lindlar und begibt sich zum Freizeitpark. Von dort geht es mit einem Bus nach Altenlinde zum Naturgarten am Steinbruch. Hinter dem Hügel wandert man in das Sülztal und über Linde nach Müllersommer. Wer auch noch den Garten im Ommertal besuchen will, folgt ab Müllersommer dem Bachlauf des Ommerbachs flussaufwärts. Ansonsten geht es über den Hügel nach Unterbersten und am Bosbach entlang. Vom Weiler Bosbach und nach Überquerung des Olpebaches und eines weiteren Hügels erreicht man Selbach. Fast direkt vor dem Restaurant Ewald ist eine Bushaltestelle der Linie 429, die aber nur wenige Male täglich bedient wird. Hinter dem nächsten Hügel liegt jedoch Eichhof, von wo die Buslinie 426 eine gute Verbindung nach Bergisch Gladbach bietet. Natürlich muss man nicht alle Stationen der Tour besuchen, zumal die Privatgärten ohnehin nur nach Vereinbarung zugänglich sind.

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