Dienstag, 20. August 2019

Venedig vs. Giethoorn

Venedig ist eine Reise wert. Das meinen jedenfalls die etwa 25 Mio. Besucher, die jedes Jahr die Lagunenstadt aufsuchen. Wer keine große Lust verspürt sich mit täglich etwa 60.000 anderen Tou­risten durch Venedig zu quälen, der wird möglicherweise nach einer Alternative Ausschau halten. Das Problem: Es gibt keine, denn Venedig ist einzigartig. Allerdings existiert in den Niederlanden ein Ort, in welchem man sich ähnlich nah am Wasser befindet: Giethoorn (giethoorn.com). Das 2600-Seelen-Dorf am Rande des Nationalparks Weerribben-Wieden befindet sich rund 100km vom emsländischen Meppen entfernt, ziemlich genau in westlicher Richtung, und wurde entlang eines Kanals (mit zahlreichen Querkanälen) erbaut. Dort wo anderswo Autos parken, ankern hier Boote. Hin und wieder quert eine Fußgängerbrücke einen der Kanäle. Es gibt im Dorf sogar ein paar Meter Uferpromenade und Gastronomie direkt am Wasser. Zwar ist man als Tourist auch in Giethoorn nicht alleine, aber das Dorf ist (noch) nicht so überlaufen, wie es bei Venedig leider nun mal der Fall ist.
Anreise: A31 bis Meppen, B402 Richtung Niederlande, weiter auf der niederl. A37/A28 bis Mep­pel. Ab hier der Beschilderung über Provinzstraßen folgen (ca. 14km). Vor dem Grenzübertritt auf deutscher Seite nochmal tanken! Der nächstgelegene Bahnhof wäre in Meppel. Eine Busverbindung nach Giethoorn gibt es aber nur vom Bahnhof Steenwijk (Linien 70, 270). Preiswert einkaufen kann man in den Niederlanden Kaffee, frei verkäufliche Medikamente und pfandfreie Getränke. Auch sollte man einen Blick auf die niederl. Süßwaren werfen.

Samstag, 17. August 2019

Chioggia (Klein-Venedig)

Wem Venedig zu laut und zu teuer ist, der sollte einen Blick auf das am Südende der Lagune liegende Chioggia richten (chioggia.org). Wie Venedig, ist auch die Altstadt von Chioggia auf Inseln und Holzpfählen gebaut und wird auf dem Landweg nur über drei Brücken erreicht. Im Gegensatz zur großen Schwester gibt es jedoch Autoverkehr. Mitten durch die Altstadt verlaufen drei Kanäle in Nord-Süd-Richtung, von denen der Canal Vena sozusagen das nautische Zentrum darstellt und von neun innerstädtischen Brücken überspannt wird (die meisten nur für Fußgänger). Zur Landseite hin hat es früher eine Stadtmauer gegeben, an die heute noch das ehemalige Stadttor Porta di Santa Maria Assunta erinnert. Wie in jeder italienischen Stadt, gibt es auch in Chioggia diverse sehenswerte Kirchen und profane Gebäude. Der dem Meer zugewandte Vorort Sottomarina besitzt einen sehr schönen Sandstrand und eine elegante Strandpromenade mit der üblichen Gastronomie und Hotellerie. Man gelangt dorthin mit diversen Linienbussen.
Erreicht wird Chioggia vom Lido di Venezia aus mit dem Autobus bis Pellestrina und ab dort mit einer (Auto-) Fähre (Linie 11; actv.avmspa.it), die mehrmals täglich zwischen Pellestrina und Chioggia pendelt. Zum Lido gelangt man ab Venedig mit dem Vaporetto. Diverse Buslinien führen ab Chioggia in das südliche Umland. Mit dem Auto vom Festland kommend fährt man über die SS309. Wer mit dem Autozug bis Verona reist, nimmt dort die SS434 bis Legnano, dann die SR10 und die SR104 (105) bis zur SS309. Parken ist in Chioggia recht teuer; ein brauchbares Parkhaus ist das Parcheggio Giove (parcheggiogiove.it). Wegen der hohen Benzinpreise in Italien vor dem Grenzübertritt unbedingt nochmal tanken!

Dienstag, 13. August 2019

Die Auvergne

Im Herzen Frankreichs gelegen, ist sie eine der interessantesten Landschaften Europas. Ihre bis zu 1800 Meter hohen, erloschenen Vulkane bieten hervorragende Wandermöglichkeiten. Am bekann­testen dürfte dabei wohl der 1465 Meter hohe Puy de Dôme sein, auf den eine moderne Zahnrad­bahn führt. Der Trachyt-Lavadom liegt nur etwa 15 Kilometer von Clermont-Ferrand entfernt. Auf seinem Gipfel gibt es Spuren diverser antiker Heiligtümer. Heute befinden sich dort außerdem ein Observatorium, eine Funkstation und ein Museum. Höchster Berg der Auvergne ist mit 1885 Metern jedoch der Puy de Sancy, ein ebenfalls erloschener Vulkan, südwestlich von Clermont-Ferrand gelegen, auf den eine Seilbahn hinaufführt. Nördlich zu seinen Füssen liegt der altehr­würdige Kurort Mont-Dore (ca. 1300 Einw.) mit seinen bis zu 40°C heißen Thermalquellen, die schon seit der Antike genutzt werden. Auch der Nachbarort La Bourboule hat einen Kurbetrieb und ist einen Besuch wert. Die Auvergne ist stark durch Viehzucht und Milchwirtschaft geprägt; vor allem durch die hier heimischen Rinderrassen Salers und Aubrac. Neben Käse werden auch (Rot-) Wein (z.B. Côtes d'Auvergne) und Mineralwasser (z.B. Volvic) produziert. Die Städte Laguiole, Thiers und Aurillac sind außerdem für ihre Schneidwaren (v.a. Taschenmesser) und ihre romani­schen Kirchen bekannt, auch wenn die Kirchen von Saint-Nectaire oder Issoire noch bekannter sein mögen. Zahlreiche Pilgerrouten verbinden die Region überdies mit dem Jakobsweg.

Infos zur Auvergne, siehe auch hier: https://www.touristik-aktuell.de/reise-reportagen/europa/news/datum/2014/09/26/magmaschleudern-auf-dem-plateau-de-fromage/

Samstag, 10. August 2019

Erste Klasse Bahnlounges

Die DB betreibt an deutschen Bahnhöfen derzeit insgesamt 15 Lounges. Davon besitzen die Loun­ges in Berlin, Frankfurt Hbf., Hamburg, Köln und München einen separaten Bereich für Passagiere der Ersten Klasse. Zugang erhält man mit einem Fahrschein für die Erste Klasse im Fernverkehr, jedoch nicht mit einem Super-Sparpreis-Fahrschein für die Erste Klasse (auch nicht im allgemeinen Loungebereich). Getränke und Snäcks werden - im Gegensatz zum normalen Loungebereich - am Sitzplatz serviert und man bekommt auch kostenlose alkoholische Getränke. Ansonsten unter­schei­det sich das Angebot im Erster-Klasse-Bereich nicht von dem im allgemeinen Loungebereich, zu dem oft schon einfache Bahncard-Inhaber mit Vielfahrerstatus Zugang haben. Zu Spitzenzeiten ist der Erste-Klasse-Bereich aber meistens weniger überfüllt, als der allgemeine Bereich.

Eine Besonderheit stellt die LuxxLounge am Flughafen Frankfurt/M. dar. Die Flughafenlounge befindet sich außer­halb des Sicher­heits­bereiches, sodass auch Besucher ohne Flugticket Zugang ha­ben. In einem angenehm ruhigen Ambiente wer­den dem Gast Snacks und Getränke, internatio­nale Tageszeitungen und Magazine sowie inter­natio­nales Fernsehen und kostenfreier PC mit Internet­zugang offeriert. Außerdem bietet die Lounge kom­fortable Sanitär­anlagen mit Duschmöglichkeiten und einen Kon­ferenz­raum. Der einzelne Ein­tritt für bis zu 3 Stun­den Aufenthalt liegt bei €30, es gibt aber auch eine Tageskarte oder eine Jah­res­mitgliedschaft. Da der Flughafen Frankfurt/M. auch ein wichtiger Bahnknoten­punkt ist, können auch Besu­cher die am Frankfurter Flughafen nur umsteigen ohne zu fliegen die Lounge besuchen.

Mittwoch, 7. August 2019

Das Périgord

Im mittleren Südwesten Frankreichs liegt die Stadt Périgueux, das Zentrum des Périgord. Die Landschaft erstreckt sich in etwa in einem Radius von 100 Kilometern um die Stadt. Früher war das Périgord ein eigenes Herzogtum, heute gehört es zum Departement Dordogne. Geologisch interessant sind die oft bewaldeten und wildreichen Hochebenen, die Causses. Sie bestehen aus Kalkformationen, welche oft in Steinbrüchen abgebaut werden, und nur wenig Landwirt­schaft erlauben. Pinien, Eichen und Buchen bestimmen hier die Vegetation, in den Flusstälern auch Pappeln und Kastanien. Dennoch spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle, vor allem Mais- und Obstanbau und die Haltung von Gänsen und Enten. Ganz im Südwesten, bei Bergerac, wird auch Wein angebaut. Bekannt ist die Gegend jedoch für ihre Pilze und Trüffeln. Eine kulinarische Spezialität der Region sind Pommes Sarladaises: Bratkartoffeln, in Gänsefett gebacken, mit Knoblauch und Steinpilzen. Nicht selten wird dazu Wild serviert. Industrie gibt es nur wenig; im Norden werden Schneidwaren hergestellt (z.B. in Nontron), außerdem Möbel und zu einem geringen Anteil Schuhe. Natürlich spielt auch der Tourismus eine gewisse Rolle. Erwünscht sind vor allem Individualreisende mit höherem Bildungsniveau (und entsprechendem Einkommen). Weiterhin sollte man die zahlreichen Tropfsteinhöhlen, Burgen, Schlösser und Parks erwähnen, ebenso die vielen historischen Dörfer und Ortskerne.

Sonntag, 4. August 2019

Eigene Abteile auf Bahnreisen

Als die Eisenbahn noch das wichtigste Verkehrsmittel der Neuzeit war, besaß, wer was auf sich hielt, einen Privatzug. In Europa galt dies vor allem für gekrönte Häupter, in der Neuen Welt für Industriemagnaten. Wer keinen Privatzug hatte, leistete sich auf einer Reise aber immerhin den Luxus ein eigenes Abteil zu belegen. Hin und wieder kann man dies auch heute noch tun, besonders in Nachtzügen.

Reisende der ÖBB-Nightjets können ab etwa €139 pro Person ein eigenes Abteil buchen (nightjet.com). Zur Wahl stehen Schlaf-, Liege- und Sitzwagenabteile. Die Schlafwagenabteile der Nightjets können von maximal drei Reisenden belegt werden. In der Standard-Ausführung gibt es eine Waschgelegenheit, in der Deluxe-Variante auch Dusche und WC. Das Bett ist mit Laken, Decke und Kissen ausgestattet. Der Gast erhält u.a. ein Willkommens­getränk, Handtücher und ein paar Toilettenartikel. Das À-La-Carte-Frühstück am nächsten Morgen ist im Reisepreis inkludiert (mit gratis Kaffee Refill). Im Liegewagen (4er oder 6er Abteile) gibt es ebenfalls Laken, Decke und Kopfkissen, jedoch nur Wasch- und Toilettenräume im Wagen. Das Frühstück besteht aus Kaffee/Tee, einer Semmel, Butter, Marmelade und Mineralwasser. Ansonsten kann man während der ganzen Reise beim Zugbegleiter ein paar kleine Speisen und Getränke kostenpflichtig bestellen, außerdem ein Zahnpflegeset, Ohrstöpsel, Schlafmaske und eine Decke.
Schlafwagenabteile können für 1-3, Liegewagenabteile für 3-6 und Sitzwagenabteile für 6 Personen gebucht werden. Wieviele Personen dann tatsächlich das Abteil belegen spielt keine Rolle, d.h. man könnte als Alleinreisender ein Sechs-Personen-Abteil alleine besetzen, sofern man sechs Fahrkarten gekauft hat. Das ist sogar notwen­dig, wenn man seinen Snob-Hund mit auf die Reise nimmt, denn Hunde sind nur erlaubt, wenn man ein ganzes Abteil gebucht hat. ÖBB-Nightjets verkehren unter anderem auf den Routen Hamburg / Berlin - Zürich, Düsseldorf / Hamburg - Wien, Düsseldorf / Hamburg - Innsbruck, Wien - Berlin, Berlin - Zürich und ab München nach Italien. Außerdem gibt es diverse Verbindungen innerhalb Österreichs.

In den Nachtzügen zwischen Berlin und Paris, die von der Russischen Staatsbahn auf der Route Moskau – Paris geführt werden, kann man Abteile für ein bis vier Personen mit eigener Wasch­gelegenheit oder mit Dusche, WC und Klimaanlage buchen. In den ungarischen Nachtzügen auf der Strecke München – Budapest gibt es ebenfalls Einzelabteile mit Waschgelegenheit in den Schlafwagen (kleines Frühstück inkludiert) und die Möglichkeit ein komplettes Liegewagenabteil zu buchen (Decke, Laken, Kopfkissen, kleines Frühstück inbegriffen). Ähnlich ist es in den kroatischen Nachtzügen ab München; dort gibt es Schlafwagenabteile (mit eigener Waschgelegen­heit und kleinem Frühstück) und Liegewagenabteile (mit kleinem Frühstück). Leider erlaubt keine der Betreibergesellschaften die Mitnahme von Hunden, ausgenommen Blindenhunde, obwohl einige Quellen berichten, dass die russische Bahn Haustiere zulässt.

Im Berlin-Night-Express zwischen Berlin und Malmö kann man ein ganzes Liegewagenabteil für €199 buchen; Decke, Laken und Kopfkissen inklusive. Während der vierstündigen Fährüberfahrt von Sassnitz nach Trelleborg darf man den Zug verlassen und sich an Bord des Fährschiffes bewegen. Man könnte also eines der beiden Schiffsrestaurants aufsuchen oder im Bordshop Süßwaren und pfandfreie Getränke einkaufen. Steckdosen, WLAN und Gastronomie gibt es im Zug nicht (auch kein Frühstück), aber dafür können auf Anfrage und nach Platz-Verfügbarkeit Hunde mitreisen (snalltaget.se).

Der Vollständigkeit halber sollten noch die sogenannten Familien- und/oder Kleinkindabteile erwähnt werden, die es bei einigen Bahngesellschaften gibt. Diese sind vor allem für Reisende mit (Klein-) Kindern gedacht und bieten entsprechende Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Für Snobs sind sie nicht geeignet. Bei der einen oder anderen Bahngesellschaft findet man in Zügen auch sogenannte Business Abteile. Es handelt sich dabei um einen speziellen Bereich für Geschäftsreisende, nicht jedoch um eigene Abteile im eigentlichen Sinne.

Zum Thema Reisen erster Klasse: https://dersnob-blog.blogspot.com/2019/02/reisen-erster-klasse.html

Donnerstag, 1. August 2019

Les Jardins d'Eau d'Annevoie

Angelegt seit dem Jahre 1758, liegt der Schwerpunkt der Wassergärten von Annevoie auf den Gewässern: Künstliche Wasserläufe, Teiche, Kaskaden und Fontänen bilden den Mittelpunkt des Interesses. Das Unge­wöhnliche: Es werden keine mechanischen Pumpen eingesetzt. Jeglicher Wasserfluss, einschließlich der Fontänen, wird durch das natürliche Gefälle angeregt. Der Eintrittspreis liegt bei €8.50, Hunde sind gestattet. Ein Souvenirladen und Gastronomie sind vorhanden, individuelle Picknicks sind nicht erlaubt. In den Gärten werden jedoch gelegentlich offizielle Abend-Picknicks veranstaltet. Nächste Termine wären am 3. und 14. August. Der Eintrittspreis für das Abend-Picknick beträgt €25 pro Person. Man kann sogar im Park-Gästehaus übernachten. Infos findet man unter annevoie.be. Die Gärten befinden sich südlich von Namur im Tal der Maas. Der Bahnhof von Godinne ist etwa 2km entfernt. Ab Namur verkehrt auch der Bus 21. Mit dem Auto fährt man ab Aachen über die Autobahn via Lüttich nach Namur und ab der Ausfahrt Loyers immer flussaufwärts an der Maas entlang bis Annevoie.

Sonntag, 28. Juli 2019

Ausländische Zugrestaurants auf DB-Strecken

Das Angebot der DB-Zuggastronomie ist nicht immer snobtauglich. Wer einmal gezielt ein auslän­disches Zugrestaurant ausprobieren möchte, ohne ins Land zu fahren, könnte einen der Fernzüge besteigen, die auch auf Strecken innerhalb der BRD Passagiere befördern. Leider sind das nur wenige und meistens ist deren Gastronomie eher nicht zu empfehlen.
Von und nach München gibt es ein paar österreichische Railjets, die ein ÖBB-Bordrestaurant mitführen, außerdem den EC112/113 Frankfurt/M. - Stuttgart - München - Freilassing - Klagenfurt. Schweizerische ECs zwischen Zürich und München haben oft entsprechend ein schweizerisches Bordrestaurant dabei.
Als Geheimtipp gelten die Zugrestaurants der ungarischen Bahn, die auf der Route Hamburg – Berlin – Dresden - Budapest verkehren (EC172/173), vor allem wegen der Gulaschsuppe (alternativ: Rindergulasch mit Nudeln). Die Palóc-Suppe (Hammel-Bohnen-Eintopf) ist ebenfalls einen Versuch wert. Man kann auch ungarischen Schaumwein bekommen, z.B. eine Flasche (0.75l.) Törley Muscateller für €14, aber leider nur eine Sorte Schwarztee. Neben den üblichen Brownies und Cookies kann man zum Tee Palatschinken oder Honigtorte bestellen.
In den Speisewagen der tschechischen Bahn der Route (Kiel - Hamburg -) Berlin - Dresden - Prag isst man vergleichsweise preiswert. Serviert werden vor allem tschechische Spezialitäten (z.B. Kalbfleisch mit Linsensalat, Schweinebäckchen in Schwarzbier oder Kartoffelkuchen). Ein Menü (Suppe plus Hauptgericht) kostet in der Happy Hour weniger als acht Euro. Zum Tee sei das "Sladké Menu" empfohlen, bestehend aus einer Süßspeise und einem Heißgetränk. Infrage kommen Honigtorte, ein Hefeknödel mit Erdbeersoße oder Schokoladenpalatschinken mit Schlagsahne (Čokoládopalačonka se šlehačkou). Dazu gibt es natürlich Tee oder auch Böhmischen Sekt. Im Train Shop kann man USB-Kabel oder Powerbänke bekommen und wem der Restaurant-Besuch besonders gut gefallen hat, der kann einen Kaffeebecher mit dem CD-Restaurant-Logo als Souvenir erwerben.

Freitag, 26. Juli 2019

Der Urlaubs-Express

Man kann ihn mit oder ohne Fahrzeug nutzen: Den nächtlichen Urlaubs-Express, der diesen Sommer auf den Routen Düsseldorf – Verona, Düsseldorf – Villach, Hamburg – Verona, Hamburg – Villach und Hamburg – München verkehrt (urlaubs-express.de). Der Autotransport findet zwischen den Endbahnhöfen statt. Auf den Unterwegsstationen können Fußpassagiere zusteigen, wie in einem gewöhnlichen Nachtzug. So könnte man zum Beispiel mit dem UEX unter der Nacht von Köln nach Bozen oder von Lüneburg nach Augsburg fahren. Die genauen Verkehrstage und Fahrzeiten entnehme man dem Fahrplan. Leider haben nur die Züge auf der Linie Hamburg – Verona ein Bordrestaurant. In den übrigen Zügen werden Snäcks und Getränke und morgens ein kleines Frühstück am Platz serviert.

Dienstag, 23. Juli 2019

Der Campingplatz Blank-Eck in Gremersdorf an der Ostsee

Snobs machen gewöhnlich keinen Campingurlaub. In einem Outdoor-Quartier wohnen sie nur, wenn keine andere Unterkunft zur Verfügung steht. Der Campingplatz Blank-Eck, direkt an der Ostsee gelegen, bietet jedoch eine sonst unerreichbare Nähe zum Meer (wenn man kein Boot zur Verfügung hat; campingblank-eck.de). Als Snob sollte man sich für eine Mietunterkunft entscheiden, vorzugsweise für eines der sogenannten Mobilheime, kleine festinstallierte Häuschen mit Terrasse für 4 bis 6 Personen und mit eigener Küche und Badezimmer. Wer nicht selbst kocht, geht ins platzeigene Restaurant. Einkaufen kann man im dazugehörigen Kiosk. Das Meer ist nur wenige Meter entfernt und der Strand ist weitgehend naturbelassen. Größere Ortschaften gibt es an diesem Küstenabschnitt nicht und es wird keine Kurtaxe berechnet, allerdings befindet sich nebenan ein militärisches Sperrgebiet. Wegen der abgeschiedenen Lage sollte man sich vorab ein Proviantpaket zum Platz liefern lassen (z.B. von Gourmondo.de). Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die A1 bis Gremersdorf und weiter über Kreis- und Landstraßen zum Campingplatz. Der nächste Bahnhof wäre Oldenburg in Holstein (Züge nach Lübeck); ab dort geht es nur mit dem Taxi weiter.

Sonntag, 21. Juli 2019

Behrensdorf an der Ostsee

Die Gemeinde ist eine der wenigen an der Ostsee, die keine Kurtaxe erheben. Gerade bei längeren Aufenthalten ist das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor (behrensdorf-ostsee.de). Der Badestrand Neuland ist nicht sehr breit und vielleicht etwas rustikal, aber dafür 6km lang und authentisch. 400 Strandmeter sind für Hunde reserviert und am Parkplatz findet man eine öffentliche Toilette. Sehenswert sind am Ort das Gut Waterneverstorf und der Leuchtturm Neuland. Am Ort gibt es nur zwei Restaurants (jeweils an den Campingplätzen, eines davon mit Straßen­verkauf) und ein oder zwei Imbissbuden in Strandnähe, weshalb man vielleicht besser eine Ferien­wohnung mit Kochgelegenheit mieten sollte. Frische Eier verkauft der im Ort gelegene Hof Soost (hof-soost.de), weitere Lebensmittel bietet der Hofladen Kiene (highlanderhof.de). Am Hof Horn gibt es eine Milchtankstelle (ostseebauernhof-horn.de). Leider hat der Ort einen kleinen Nachteil: Er liegt recht nahe am Truppenübungsplatz Todendorf.
Die Anreise erfolgt mit der Bahn über Kiel und weiter mit den Bussen 4310 und 312, mit dem Auto über die A1 bis Oldenburg in Holstein und weiter über die B202 bis Lütjenburg. Dort über die Kreisstraße nach Behrensdorf.

Samstag, 20. Juli 2019

Terminvorschau

Im Rheinland öffnen sich dieses Wochenende die Gartenpforten. Infos und Übersichtskarten findet man unter offene-gartenpforte-rheinland.de. In Sils Maria beginnt am Montag die 7. Nietzsche Werkstatt mit dem Thema: „Der Wanderer und sein Schatten“ (nietzschehaus.ch). In Glyndebourne und in Bad Wildbad laufen nach wie vor die Opern Festivals und seinen Schatten voraus wirft das Polo Picknick in Münster am nächsten Wochenende. Mehr Termine gibt es im Snob-Kalender.

Freitag, 19. Juli 2019

Die Uferpromenade von Ascona

Am Nordende des Lago Maggiore gelegen, besitzt Ascona eine der schönsten Uferpromenaden der Region. Etwas verträumt ist sie und erinnert fast an frühere Zeiten, vor allem in den frühen Morgen­stunden, wenn noch kein Kaffeehaus geöffnet hat. Eine fast mediterrane Stimmung hat sie, wenn man an einem sonnigen Wochenendnachmittag dort flaniert und dabei den zahlreichen Passanten zuschaut. Leider ist die Stadt nicht ganz billig. Umso erfreulicher, dass es in der Via Fenaro das Bagno Pubblico gibt, ein sehr ansprechendes, öffentliches Strandbad mit Sandstrand und kosten­losem Eintritt. Bei schönem Wetter ist das dortige Restaurant geöffnet. Wer stattdessen lieber picknicken möchte, könnte sich seinen Picknickkorb im Casa del Gusto auffüllen (casadelgusto.ch). Der (nicht gerade preiswerte) Delikatessenladen liegt in unmittelbarer Nähe der Schiffsanlegestelle. Direkt neben dem Bagno Pubblico befindet sich übrigens der kostenpflichtige Lido (lidoascona.ch).

Mittwoch, 17. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: SBB

In der Schweiz führen die meisten IC- und EC-Züge ein Restaurant oder ein Zugbistro mit. In der Ersten Klasse wird - wie auch bei anderen Bahngesellschaften üblich - am Platz bedient. Die wichtigsten Gerichte entstammen der Schweizerischen Küche und beinhalten auch deren Zutaten (z.B. Sbrinz statt Parmesan). Besonderer Wert wird auf saisonale Angebote gelegt. Das Preisniveau ist – wie überall in der Schweiz – etwas höher als in anderen Ländern, aber dafür ist die Auswahl besser. Zum Nachmittagstee gibt es allerdings nur eine Sorte schwarzen Tee (plus diverse Früchtetees), jedoch ein halbes Dutzend Kaffeespezialitäten mit italienischen Namen (plus Chocolat und Ovomaltine). Dazu serviert man Panna Cotta, Schokoladenkuchen oder Bündner Nusstorte. Ein beliebtes Sonderangebot ist „Kaffee und Dessert“ für SFr. 9.80. An Schaumwein empfiehlt der Bahn-Sommelier „Baccarat Brut, Blanc de Blancs, Cave de Genève.“ In der Beschreibung heißt es: Dieser süffige Genfer Schaumwein ist ein Klassiker. Er ist elegant in der Art und kernig im Finale. Noten von weissem Pfirsich, Ananas und etwas Honig verführen den Gaumen.“ Immerhin gibt es ganze Flaschen (0.75 Liter) für SFr. 39 (0.2 l. für 11.80) und auf Wunsch wird Schaumwein auch zum Frühstück serviert (bis 11 Uhr).

Andere Bahngesellschaften:
Die Zentralbahn bietet zwischen Luzern und Interlaken saisonal bis zu vier Hauptgerichte. Zum Nachmittagstee werden zwei Sorten schwarzer Tee, neun verschiedene Kaffeespezialitäten mit italienischen Namen, Panna Cotta und Bündner Nusstorte serviert. Dazu empfiehlt man einen Prosecco "Zentralbahn Cüpli".
Im Gourmino-Speisewagen der Rhätischen Bahn, der in den Touristenzügen auf der Route Chur - St. Moritz mitfährt, serviert man diverse Mittagsmenüs au Jour. Zum Nachmittagstee gibt es schwarzen Tee oder diverse Kaffeespezialitäten (die mit den italienischen Namen), Engadiner Nusstorte, Schokoladenkuchen oder Apfelstrudel. Und man findet sogar Champagner "Laurent Perrier La Cuvée Brut", Prosecco und diverse Weine aus Graubünden und dem Wallis auf der Menükarte.
Die BLS Lötschbergbahn experimentiert derzeit mit einem Verpflegungskonzept, das eventuell 2021 eingeführt werden soll. Im übrigen finden sich hin und wieder gastronomische Angebote in Touristenzügen diverser anderer Bahngesellschaften. 

Montag, 15. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: ÖBB

Die Österreichischen Bundesbahnen betreiben etwa 100 Zugrestaurants. Mehr als die Hälfte davon verkehren im Railjet. In der Business Class und der 1. Klasse im ÖBB Railjet sowie in der 1. Klasse im ÖBB Eurocity werden Gerichte aus der Speisekarte direkt am Platz serviert. Bestellen kann man via eigenem Smartphone über das zugeigene WLAN. In Zügen ohne Restaurant bietet das Catering­team mit dem mobilen Bordservice Getränke und Snacks an.
Die Speisenauswahl ist in den Restaurants deutlich reichhaltiger als bei anderen Bahngesellschaften, aber naturgemäß weniger umfangreich als in ortsgebundenen Gaststätten, und orientiert sich an österreichischen Geschmäckern (was kein Nachteil ist). Immerhin gibt es drei verschiedene Suppen und fünf Haupt­gerichte zur Wahl. Zum Nachmittagstee serviert man lediglich eine Sorte Schwarztee (plus ein paar Früchtetees) und Sekt der Hausmarke „DoN Sekt, Grande Cuvée Brut“ (nur 0.2 Liter). Dafür kann man beim Kaffee sowohl einen „Verlängerten“, als auch eine „Melange“ bekommen. Dazu em­pfehlen sich Topfenknödel mit Marillenmus oder Apfelstrudel. Ein beliebtes Sonderangebot ist das Nusskipferl plus Heißgetränk für €4.20. Eine ÖBB-Besonderheit ist der Bordverkauf von Reiseaccessoires im Railjet-Restaurant. Man erhält dort Regenschirme, USB-Ladekabel, Powerbänke oder Kopfhörer mit ÖBB-Logo.

Andere Bahngesellschaften:
In der Westbahn zwischen Wien und Salzburg findet man WESTcafés mit Sitzplätzen, einem Kaffee- bzw. Kaltgetränke-Automat sowie einer Snackbar/Snackautomaten. Die Snacks stammen von der Wiener Traditionsbäckerei Ankerbrot. Im Tarif WESTbahn PLUS ist Platzservice inkludiert.

Samstag, 13. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: DB

Die DB AG betreibt in ihren ICE- und IC-Zügen etwa 650 Bordrestaurants und -bistros. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Raum in einer Zugküche begrenzt ist und sich das Angebot daher auf ein paar wenige Gerichte konzentriert, die außerdem noch möglichst vielen Leuten schmecken müssen. Das bedeutet natürlich Massenproduktion, auch wenn es selbstverständlich nicht so aussehen darf. Einige Gerichte werden neuerdings auf schüsselähnlichen Gebilden statt auf Tellern serviert, möglichst viele Gerichte erreichen Bio-Qualität (was immer das sein mag) und sogar vegetarische und vegane Speisen sind jetzt neu auf der Speisenkarte zu finden. Wie bisher können sich die Fahrgäste aussuchen, ob sie im Restaurant / Bistro oder am Sitzplatz speisen wollen. Der Unterschied zwischen Restaurant und Bistro liegt im wesentlichen in der kleineren Auswahl des Bistros und der dort üblichen Selbstbedienung, während das Restaurant eine geringfügig größere Auswahl und Bedienung offeriert. Restaurants befinden sich in ICE-Zügen; in ICs gibt es fast ausschließlich Bistros. Für Reisende der 1. Klasse bietet die DB in ICEs und meist auch in ICs einen Service direkt am Sitzplatz an. Dort können die Speisen auch bestellt werden, d.h. man muss zum Essen den Sitzplatz überhaupt nicht verlassen. Der Klassiker zum Mittag ist Chili con Carne, neuerdings mit Sour Cream, aber immer noch genießbar. Currywurst mit Pommes Frites kann man auch bekommen.
Den Nachmittagstee im Zug einzunehmen ist eine eher durchwachsene Idee. Die einzig verfügbaren Teesorten sind Earl Grey und English Breakfast (plus ein paar Früchtetees), auf Teegebäck muss man verzichten (eventuell könnte man eine Tartelette oder eine belgische Miniwaffel ordern) und der einzig verfügbare Schaumwein wäre Rotkäppchen Sekt (nur 0.2 Liter). Das Preisniveau ist naturgemäß etwas höher, als in einem ortsgebundenen Lokal. Man könnte statt Tee natürlich auch Kaffee ordern (immerhin gibt es Café Crème, Café au Lait und Espresso), jedoch nur, wenn die Kaffeemaschine nicht wieder mal defekt ist. Erfahrene Bahn­reisende wissen außerdem, dass die Realität bei der Bahn ohnehin von deren Imagebroschüren abweicht. Nicht selten suchen Störungen eben auch die Bordgastronomie heim und sorgen mitunter für einen Totalausfall. Im übrigen sollte man noch wissen, dass sich das gastronomische Angebot in ausländischen Speisewagen erheblich von dem der DB unterscheidet. Nicht selten ist es sogar besser.

Andere Bahngesellschaften:
Einige Regionalbahngesellschaften bieten zwar keinen Speisewagen, aber doch die Möglichkeit Getränke und Snäcks an Bord zu erwerben. Der Trend geht dabei zu Verkaufsautomaten, wie man sie vor allem aus der Schweiz kennt (oft sogar derselbe Betreiber), in welchen man kalte Getränke, Süsswaren und Knabbergebäck findet. Manchmal gibt es auch einen Heißgetränkeautomaten. Über ein Bistro verfügen einige der Schienenfahrzeuge, die (meist an Sonn- und Feiertagen) auf der Murgtalbahn zwischen Karlsruhe und Freudenstadt eingesetzt werden, ebenso die Alex-Züge der Länderbahn zwischen Hof und Lindau (laenderbahn.com) und die Züge von Flixtrain zwischen Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart (flixtrain.de).

Freitag, 12. Juli 2019

Wieder da: The Smoked Salmon Hamperling

Fortnum & Mason hat den Smoked Salmon Hamperling neu aufgelegt: Lachs, Roggenbrot, Salat und Zitronencreme und Napolitains zum Nachtisch. Ein Getränk wird nicht mitgeliefert, jedoch empfiehlt F&M seinen Haus-Champagner "Blanc de Blancs Brut N.V, Hostomme" - leider nur eine Viertelflasche (200ml). Ein Snob wird folglich den Winzersekt seines Hauslieferanten bevorzugen. Erhältlich ist der Hamperling in den F&M Stores Piccadilly, St. Pancras und Heathrow T5.

Nachtrag: Seit heute Mittag ist auch der Tuna Nicoise Hamperling wieder lieferbar. Andere werden wahrscheinlich folgen.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Rossini in Wildbad

Vom 11. bis 27. Juli veranstaltet der renommierte Kurort Bad Wildbad im Schwarzwald die diesjährigen Rossini-Festspiele „Rossini in Wildbad“. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf Werken zum Thema Venedig. Gespielt wird dieses Jahr auch in der Englischen Kirche und am Baumwipfelpfad. Informationen findet man unter bad-wildbad.de/rossini/spielplan/ .

Dienstag, 9. Juli 2019

Kurorte am Mittelrhein: Bad Salzig

Seit 1975 ein Stadtteil von Boppard, wurde der Kurbetrieb jedoch schon 1907 eröffnet, als der Ort noch eine selbstständige Gemeinde war (Kurtaxe €0.50). Heute konzentriert sich das Geschehen auf die im Seitental des Salziger Baches gelegene Mittelrhein-Klinik (Fachklinik für psychosomatische Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung), allerdings wird das Quellwasser der Leonoren­quelle mittlerweile nicht mehr zu therapeutischen Zwecken verwendet. Der Brunnen in der ehemali­gen Trinkhalle im Kurpark ist jedoch frei zugänglich. Folglich könnte man hier vergleichsweise preiswert und ungestört trinkkuren, wenn man auf einen offiziellen Kurbetrieb verzichten kann. Den Kurpark durchqueren mehrere (Fern-)Wanderwege, u.a. der RheinBurgenWeg. Sehenswert sind im Ort die Pfarrkirche St. Ägidius und das Heimatmuseum im alten Bahnhof. Bad Salzig liegt an der B9 und der linksrheinischen Bahnstrecke Köln – Koblenz. Im Sommer ist der Ort Haltepunkt diverser Fahrgastschiffslinien.

Montag, 8. Juli 2019

Kurorte am Mittelrhein: Bad Hönningen

Schräg gegenüber von Bad Breisig und direkt am rechten Rheinufer gelegen, ist Hönningen seit der Erbohrung der ersten Heilquelle im Jahr 1894 Heilbad (Kurtaxe max. €1.60; bad-hoenningen.de). Der Kurbetrieb findet vorwiegend in der Kristall Rheinpark Therme statt (Tageskarte €21; kristall-rheinpark-therme.de), die übrigens Geburtstagskindern freien Eintritt gewährt. Gastronomie ist im Ortsinneren zwar ausreichend vorhanden, ansonsten gibt es aber nicht viel aufregendes. Sehenswert sind am Ort die Burgen Arenfels und Ariendorf, der Tempelhof und ein paar historische Stadtgebäude im Ortsinneren. Diverse Wanderwege berühren den Kurort, u.a. der Rheinsteig, der Westerwaldsteig und der RheinBurgenWeg. Bad Hönningen liegt an der B42 und der rechtsrheinischen Bahnstrecke Köln – Koblenz. Im Ort gibt es diverse Paketshops mit Reisegepäckannahme. Das gegenüber­liegende Bad Breisig erreicht man mit einer Autofähre. Bad Hönningen ist im Sommer auch Haltepunkt von Fahrgastschiffen auf dem Rhein.

Sonntag, 7. Juli 2019

Kurorte am Mittelrhein: Bad Breisig

Der Ort gehört nicht unbedingt zu den Renommier-Kurorten (Gästebeitrag €2; bad-breisig.de). Der Grund liegt wohl auch im Verkehr, führt doch die vielbefahrene Bundesstraße 9 mitten durch das Ortszentrum, ebenso die linksrheinische Bahnstrecke Köln – Koblenz. Um vom Thermalbad in den am Rheinufer gelegenen Kurpark zu gelangen, muss man beide über- oder unterqueren. Erst im Jahre 1914 wurde der „Geyr-Sprudel“ erbohrt, dennoch nennt sich das heutige, moderne Thermal­bad mit Wellness-Bereich „Römer-Thermen“ (Tageskarte €15; roemerthermen.de). Im Eingangs­bereich des Bades findet man einen kostenlosen Trinkbrunnen. Sehenswert sind im Ort diverse historische Gebäude, die man mittels eines ausgeschilderten Stadtrundgangs von außen besichtigen kann. Für Kinder dürften das Puppenmuseum und der Märchenwald interessant sein (maerchenwald-bad-breisig.de). Im übrigen wird Bad Breisig von mehreren Wanderwegen tangiert, u.a. vom RheinBurgenWeg. Hauptattraktion ist jedoch die Rheinpromenade, auf welche sich die Gastronomie und das touristische Geschehen konzentrieren (rheinpromenade-bad-breisig.de). Von hier aus starten im Sommer auch die Ausflugsschiffe auf dem Rhein. Eine kostenlose Toilette findet man in der Zehnerstr. / B9, am Parkplatz vor dem Edeka.

Freitag, 5. Juli 2019

Promenade Rousseau in Genf

An jedem ersten Sonntag im Monat veranstaltet die Genfer Jean-Jacques Rousseau-Gesellschaft „La Maison de Rousseau et de la Littérature“ einen Stadtspaziergang auf den Spuren des großen Philosophen, Musiktheoretikers und Enfant Terrible mit deutlichem Hang zu unstetem Leben. Nachdem er sich in Paris und Genf unbeliebt gemacht hatte, zog er 1762 ins damals preußische Neuchâtel. Im selben Jahr zeigten sich erste Symptome seines Nervenleidens. Es folgten Aufenthalte in England, auf einem französischen Bergbauernhof im Süden des Landes und dann wieder in Paris. Verstorben und begraben ist er in Ermenonville (1778), ca. 50km von Paris entfernt. Stationen in Genf sind die Uhrenwerkstatt seines Vaters in der Altstadt und diverse Schauplätze seiner Jugend, u.a. der Ort wo die Stadt­verwaltung seine Bücher verbrennen ließ. Genaue Informationen zum Spaziergang bietet die Webseite m-r-l.ch/promenade-rousseau.

Zu Besuch in Genf: http://dersnob-blog.blogspot.com/2017/11/ein-besuch-in-genf.html

Mittwoch, 3. Juli 2019

Das Hotel Hufhaus im Harz

Zu DDR-Zeiten war es ein Ferienzentrum für verdiente Parteigenossen der SED, heute ist es ein familienfreundliches Ferienhotel für alle (hotel-hufhaus.de). Mitten im Südharz gelegen, erfolgt die Anfahrt vom Bahnhof Netzkater aus über einen 6km langen Schotterweg; eine Teerstraße gibt es nicht. Das aus mehreren Gebäuden bestehende Hotel liegt mitten im Wald und fügt sich nahtlos in die Landschaft ein. Von einer Stelle aus kann man sogar den bekannten Brocken sehen. Gruppen sollten sich einen eigenen Bungalow mieten (16 Betten, Aufenthaltsraum und Kaminofen). Die Freizeiteinrichtungen sind vor allem auf Kinder ausgerichtet, auch wenn es ein Außenschachfeld und eine Sauna gibt. Warum sollte jedoch ein Snob dort Urlaub machen? Das beste Argument ist der Preis. In den Sommer­monaten gibt es eine Woche Halbpension für €133 (Kinder zahlen die Hälfte) und Mittagessen kann man schon für unter €10 (solide Hausmannskost). Ein Budget-Snob, der eine preiswerte Urlaubs­möglichkeit sucht, könnte das Hufhaus in die engere Wahl nehmen. Den Schaumwein sollte man jedoch selbst mitbringen.

Montag, 1. Juli 2019

Die kroatische Adria-Insel Vis

Spät hat der Tourismus auf Vis (tz-vis.hr) Einzug gehalten, denn bis 1995 war die Insel fast kom­plett militärisches Sperrgebiet. Aus dieser Zeit stammen der alte Militärflugplatz im Inselinneren, der demnächst zu einem Verkehrsflugplatz umgebaut werden soll, und ein alter U-Boot-Bunker mit unterirdischen Befestigungsanlagen und alten Geschützen im ehemaligen Militärgelände am süd­westlichen Zipfel der Insel. Die Küste besteht vornehmlich aus Stein und Kies; natürliche Sand­strände gibt es kaum. Dafür ist jedoch der Massentourismus komplett an der Insel vorbei gegangen. Eine besondere Attraktion ist die Blaue Grotte (Modra špilja) auf der Nachbarinsel Biševo. Ab Ko­miža (Vis) organistert die Blue Cave Tourist Agency Bootsausflüge dorthin (visbluecave.com/en).
Die Anreise nach Vis erfolgt mit der Fähre ab Split. Für die Anreise nach Split gibt es im wesentlichen zwei Routen: Mit dem Nachtzug ab München nach Bologna und von dort mit einem Regionalzug nach Ancona. Dann überquert man mit einer Nachtfähre die Adria nach Split (jadrolinja.hr). Alternativ könnte man den Nachtzug nach Zagreb nehmen und dort in den Nachtzug nach Split umsteigen.

Samstag, 29. Juni 2019

Strandspaziergang mit Hund in De Banjaard

Viele Snobs haben einen Hund, aber nur wenige Küstenorte besitzen einen Hundestrand. Einer dieser seltenen Orte ist der Ferienpark De Banjaard in der Region Kamperland in Südholland, unweit von Vlissingen (roompot.de). Im Gegensatz zu letzterem Ort ist der drei Kilometer lange Banjaarder Strand jedoch nach Norden ausgerichtet. Interessant für Snobs mit Hund sind die Strandzugänge 83 bis 90. In den Sommermonaten (1.Mai - 1.Oktober) besteht von 10-19 Uhr Leinenpflicht. In der Frituur Noordzee (frituurnoordzee.nl) kann man den Spaziergang wunderbar ausklingen lassen.
Die Region ist mit dem Auto am besten über Antwerpen erreichbar. Ab dort geht es auf die A12 / A4 und über die A58, A256, N256 und N255 nach De Banjaard. Der nächste Bahnhof befindet sich in Middelburg. Im Ferienpark gibt es ein Taxiunternehmen (taxiselen.nl). Infos über Linienbusse in der Region gibt es bei connexxion.nl.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Les Huguenots premiert in der Semper Oper

Die eher wenig aufgeführte Oper von Giacomo Meyerbeer thematisiert den religiösen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten im Paris von 1572. In der Bartholomäusnacht ermordeten die französischen Katholiken tausende ihrer Mitbürger, die als Hugenotten dem neuen Glauben der Reformation angehörten. Die Uraufführung von »Les Huguenots« erfolgte am 29. Februar 1836 und begründete die damalige Popularität des Werkes, welches heute leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Die Premiere in der Dresdner Semper Oper erfolgt übermorgen, am 29. Juni 2019. Die Kartenpreise setzen bei €22 ein.

Dienstag, 25. Juni 2019

Die Thermalquellen von Saturnia

Der Legende nach wurde der 280-Einwohner-Ort Saturnia vom römischen Gott Saturn gegründet. Nachweisbar sind Spuren der Etrusker aus dem 2. Jahrhundert vor Christus und aus der Römerzeit können noch diverse Bauwerke besichtigt werden. Das wirklich besondere sind jedoch die natürlichen Badebecken der Cascate del Mulino, in denen man im Thermalwasser baden kann (cascate-del-mulino.info). Etwa 1km südlich des Ortes Saturnia gelegen, strömen dort aus einer Thermalquelle pro Sekunde 800 Liter 37 Grad warmes, schwefelhaltiges Wasser. Das Baden in den natürlich geschaffenen Sinterbecken ist kostenlos. Die Umgebung ist allerdings touristisch mit Gastronomie und Hotellerie (inkl. Golfplatz) voll erschlossen. Direkt nebenan befindet sich das luxuriöse Kurzentrum Terme di Saturnia (termedisaturnia.it).
Anreise: Von der Küstenstraße (E80) biegt man in Albinia auf die SR74 und fährt bis hinter
Manciano, wo man auf die Verbindungsstraße zur SP10 wechselt. Die Thermalquelle liegt
direkt an der SP10; es gibt diverse Parkplätze, die an warmen Sommertagen natürlich gut
belegt sind.

Sonntag, 23. Juni 2019

Vernazza / Cinque Terre

Es gibt sie noch, die malerischen Orte, an denen der Bauboom des Massentourismus vorüber gegan­gen ist. Einer davon ist Vernazza (ca. 900 Einw.; comune.vernazza.sp.it), an der ligurischen Küste (Cinque Terre), unweit von La Spezia gelegen. Der Fischerort liegt auf einer Felsnadel vor steil auf­ragenden Berghängen. Besondere Sehenswürdigkeiten stellen das Kastell Doria und die Kirche Santa Margherita d'Antiochia dar. Die Küste ist steinig und felsig; richtige Sandstrände gibt es nicht, allerdings ein oder zwei Stellen, an denen man im Meer baden kann. Bekannt ist der Ort auch für seine Wanderwege, von denen man einen hervorragenden Blick auf das Ligurische Meer hat. Vernazza ist auf Tourismus eingestellt und bietet ausreichend Gastronomie und Hotellerie. Wie in Italien üblich, findet man im Ort Trinkwasserbrunnen. Vernazza ist sehr gut mit der Bahn zu errei­chen, liegt es doch direkt an der Linie Genua – Pisa und hat einen eigenen Haltepunkt. Auf der Straße ist die Erreichbarkeit weniger gut. Die SP61 (via SP51) ist eine kurvenreiche Gebirgsstraße und die Parkmöglichkeiten im Ort sind sehr beschränkt. Etwa einen Kilometer vor Vernazza existiert ein (oft viel zu kleiner) Parkplatz. Von dort bringt ein Bus die Besucher in den Ort; einige Busse fahren vom Parkplatz aus weiter in die Nachbardörfer. Man könnte auch mit dem Boot anreisen; Infos unter traghettiportofino.it.
Nicht allzu weit von Vernazza entfernt, und sich daher für einen Ausflug empfehlend, liegt Monte­rosso al Mare. Im Gegensatz zum Nachbarort Vernazza sind die Berge hier weniger steil und der Strand ist deutlich breiter, sodass es mehrere sandige Buchten mit Badebetrieb gibt. Daher ist Mon­terosso wesentlich stärker auf Tourismus ausgerichtet. Sehenswert sind die Kirche San Giovanni Battista und die Steinfigur Gigante. Wanderwege führen u.a. zum benachbarten Vernazza mit zahl­reichen Aussichtspunkten und einem Picknickplatz etwa auf halbem Weg (monterossovernazza.com). Auch Monterosso ist am besten mit der Bahn zu erreichen. Nicht im Ort zugelassene Autos dürfen nicht in die Altstadt und müssen auf einem Parkplatz außerhalb abgestellt werden. Es ver­kehrt ein Ortsbus.
Um nach Italien zu gelangen, kann man den Nachtzug ab München nach Mailand oder Florenz neh­men. Ab dort geht es weiter mit einem Tageszug nach Vernazza. Mit dem Auto wäre die Anreise saisonal mittels Autozug von Hamburg oder Düsseldorf nach Verona möglich; ein weiterer Autozug verkehrt saisonal von Wien nach Livorno. Ab Verona sind es dann noch knapp 300km. Vor dem Grenzübertritt nach Italien wegen der hohen Spritpreise unbedingt tanken!

Freitag, 21. Juni 2019

Die Veränderung des Kurlebens

Im späten 19. Jahrhundert kam die Trinkkur in Mode (bis dahin hatte die Badekur dominiert). Das Kurpublikum bestand damals vorwiegend aus Adligen und Großbürgern und wünschte seine Kur in einer geeigneten Umgebung durchzuführen. Folglich entstand das, was man landläufig als Kurar­chitektur bezeichnet. Die mehrmals täglich durchgeführte Trinkkur folgte einem gewissen Schema. Da das Heilwasser in kleinen Schlucken getrunken werden sollte, wurde empfohlen während des Trinkens umher zu flanieren. Dafür benötigte man einen Kurpark und bei schlechtem Wetter eine Wandelhalle. In letzterer erfolgte meist auch der Ausschank des Wassers durch sog. Brunnenmäd­chen, die die Anwendungen in ein Kontrollbuch eintrugen. Sie verwalteten auch das jeweilige mit einer Nummer versehene Trinkglas des Kurgastes, so dass dieser immer sein eigenes Glas benutzen konnte. Für die Kurgäste stand in unmittelbarer Nähe der Trinkbrunnen ein gut bestückter Lesesaal mit internationalen Zeitungen zur Verfügung und im Musikpavillon spielte während der Trinkzeiten das Kurorchester. Oft waren Lesesaal und Musikpavillon baulich in die Wandelhalle integriert. Ein wichtiger Aspekt der Kur war – neben der Gesundheitspflege - die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, das Sehen-und-gesehen-werden.
Heute dagegen findet man ein derartiges Kurszenario nur noch in ganz wenigen Kurorten vor. Nach dem Niedergang von Monarchie und Adel und nach den Gesundheitsreformen der 1990er Jahre hat sich vieles geändert. In vielen Kurorten gibt es heute keinen organisierten Heilwasserausschank mehr. Nur die älteren Traditionsbäder halten noch daran fest. Der Trinkbrunnen ist oft frei zugäng­lich und ein Trinkgefäß muss man selbst mitbringen. Damit fällt in kleineren Bädern abermals auch das Kurorchester weg, das in der populären Musik einst eine bedeutende Rolle gespielt hat (in der BRD gibt es noch etwa zwei Dutzend Kapellen, die vorwiegend aus osteuropäischen Musikern be­stehen; das mit 13 Musikern größte Kurorchester leistet sich derzeit noch Bad Kissingen). Stattdes­sen werden aber nun Gastauftritte von Blaskapellen oder Salonensembles, Jazz- und Swingkonzer­te, Chorauftritte und manchmal sogar Aufführungen von Philharmonie-Orchestern organisiert. In einigen Bädern gibt es auch Theatervorstellungen, Comedy oder Musicals. Die Konzertmuschel im Kurpark ist dort schon lange durch den Veranstaltungssaal verdrängt worden. Zwar ist ein reichhaltiges, kultu­relles Angebot durchaus lobenswert, jedoch gerät das Kurkonzert dadurch immer mehr ins Hintertreffen. Und anstelle eines gut bestückten Lesesaals gibt es jetzt gratis WLAN. Damit verlagert sich natür­lich auch das Sehen-und-gesehen-werden ins Internet, denn mittels WLAN und Smartphone kann man nun ganz einfach Selfies auf seine Facebookseite stellen oder bei Instagram posten, die einen beim Trinken des Heilwassers zeigen. Ein gesellschaftliches Leben vor Ort braucht man nun nicht mehr.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Bad Kösen (Stadt Naumburg) an der Saale

Das Heilbad ist seit 1935 ein Ortsteil von Naumburg an der Saale (badkoesen-heilbad.de). Kuran­wendungen werden im Kurmittelzentrum „kösalina“ verabreicht (koesalina.de). Das 32°C warme, relativ kleine (15x8m) Solebecken wird vor allem bei Gelenkerkrankungen aufgesucht. Die Öff­nungszeiten konzentrieren sich auf die Abendstunden: Montag 20:00 – 21:30 Uhr, Dienstag 18:00 – 21:30 Uhr, Mittwoch 19:30 – 21:30 Uhr und Donnerstag und Freitag 17:30 – 21:30 Uhr. Samstag, Sonntag und an Feiertagen ist von 10:00 bis 20:00 Uhr Badebetrieb. Dienstag und Freitag ist auch früh 07:00 – 09:00 Uhr geöffnet. Das Preismodell ist etwas unüblich; der Tagesaufenthalt würde rechnerisch €11.50 kosten. Berechnet werden die ersten 90 Minuten mit €4.50, jede weiteren 30 Minuten kosten €1, maximal werden 5 Stunden berechnet, auch wenn man länger bleibt. Kurkarten­inhaber erhalten €1 Rabatt. Sauna, Salzgrotte oder Wellness-Anwendungen werden separat in Rech­nung gestellt. Die Kurtaxe beträgt maximal €2. Markant ist im Ortsbild das Gradierwerk am Saale­ufer mit eigenem Park (Eintritt €2.50, mit Kurkarte €1.50), außerdem der Tierpark (tierpark-badkoesen.de) und die Kurparks, teilweise mit historischen Kurbauten (und Kurkonzerten im Som­mer). Die beiden Kurparks an der Saale sind durch eine nicht freifahrende Personenfähre an einem Spurseil, die mit einem Hebelstab per Muskelkraft bewegt wird, verbunden (€1). In einem Kurpark befindet sich auch die Anlegestelle der Saale Schiffahrt, von wo aus Ausflugsfahrten nach Rudels­burg angeboten werden (saaleschifffahrt.de). Picknickplätze findet man außerhalb der Kurparks in der Nähe der Saalebrücke. Ein Gastronomietipp: Die Cafeteria im Lazarushaus am Galgenberg (geöffnet Di.-Fr. 14:00-18:00 Uhr, Kaffee & Kuchen, Getränke, Eis). Besuchenswert ist weiterhin die Kösener Spielzeugmanufaktur (mit Werksverkauf; koesener.de). Erwähnen sollte man auch noch den Weinbau in der Region. Der Bahnhof Bad Kösen bietet Verbindungen nach Erfurt, Leip­zig, Halle und Naumburg. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 87. Man findet dort an der Tankstelle einen Paketshop mit Reisegepäckannahme.

Unbedingt besuchen sollte man natürlich auch das Nietzsche-Haus im nahen Naumburg:
http://dersnob-blog.blogspot.com/2018/09/die-nietzsche-hauser-in-naumburg-saale.html
Gratis parken in Naumburg in der Gartenstadt, Humboldtstraße, hinter dem Krankenhaus. Eine öffentliche Toilette gibt es am City-Busstop, Nähe Marientor.

Montag, 17. Juni 2019

Sport für Snobs: Boule

Ein Snob vermeidet bekanntlich körperliche Arbeit oder andere schweißtreibende Betätigungen. Warum sollte das beim Sport anders sein? Man stelle sich nur mal einen schwitzenden Snob vor! Ein wahrhaft grausiger Anblick! Es ist aber wichtig etwas für die Gesundheit zu tun ohne sich beim Jogging oder in Turnhallen zu erniedrigen. Daher sind auf jeden Fall Badekuren und gelegentliche Besuche in einem Thermalbad zu empfehlen.
Eine der wenigen Sportarten, bei denen man nicht Gefahr läuft sich zu sehr anzustrengen, ist Boule, in Italien Boccia genannt. Vor allem im Mittel­meerraum wird es gerne gespielt. Dabei geht es im wesentlichen darum die eigenen 2 bis 4 Kugeln möglichst nahe an einer Zielkugel (franz. Cochonnet, ital. Pallino) zu platzieren. In Frankreich wird vorwiegend die Variante Pétanque gespielt; ebenso bekannt ist aber auch Boule Lyonnaise. Es gibt überdies zahlreiche andere, regionale Varianten. Vor Spielbeginn sollte man sich unbedingt mit den örtlichen Regeln vertraut machen. Boule ist zwar kein traditionelles Snob-Spiel, dafür aber in seiner Freizeit-Variante herrlich unanstrengend. Im deutschsprachigen Raum findet man hin und wieder Spielbahnen in Kurparks, z.B. in Bad Zwesten.
In englischsprachigen Ländern gibt es ein ähnliches Spiel namens Bowls. Die Regeln weichen jedoch sehr von denen im Mittelmeerraum ab und die Kugeln besitzen oft eine Art Unwucht, sodass sie sich auf einer gekrümmten Bahn bewegen.  

Samstag, 15. Juni 2019

Autos für Snobs

Autos sind industrielle Massenprodukte. Exklusiv ist an ihnen so gut wie nichts. Für Snobs, die Wert darauf legen ein individuelles Auto zu fahren, kann das zum Knackpunkt werden. Zwar gibt es erstaunlich viele Kleinserienhersteller, die – oft sogar in reiner Handarbeit – besondere Automodelle fertigen, aber erstes werden auch dafür letztendlich Teile aus industrieller Serienproduktion verwen­det und im Grunde genommen lediglich zusammengeschraubt. Und zweitens ist der Preis dafür atemberaubend. Wirklich exklusive Automarken (und die Rede ist nicht von irgendwelchen Sport­wagenmarken für Neureiche), die noch dazu erschwinglich sein sollten, gibt es so gut wie gar nicht.
Vor einigen Monaten geisterte die Nachricht durch die Medien, dass der Enkel des Firmengründers der in den 1960er Jahren pleite gegangenen Firma Borgward diese wieder neu beleben will (borgward.com). Die Markteinführung der in China produzierten Autos in der BRD ist offiziell im Sommer 2018 mit dem Modell „SUV BX7“ erfolgt, das über die Borgward-Webseite zu einem Preis ab €44.000 bestellt werden kann. Durchaus interessant für Snobs.
Die schwedische Firma Saab ist 2011 in Konkurs gegangen und wurde von Investoren übernom­men. 2013 wurde das Modell Saab 9-3 wieder neu aufgelegt. Da Saab auch im Heimatland Schwe­den kein Händlernetz mehr besaß, wurde der Saab 9-3 vorerst nur über die eigene Website vertrie­ben. Leider ist der neue Betreiber 2014 ebenfalls in Konkurs gegangen, sodass die Fertigung des 9-3 wieder eingestellt wurde. Ansonsten wäre es ein für Snobs interessantes Auto gewesen.
Der indische Hersteller Mahindra produziert im indischen Kandavil das Geländewagenmodell „Bo­lero_suv“. In Europa sind Exemplare dieses Typs extrem rar und schwer zu bekommen. Eigentlich ideal für Snobs. Nur am Preis muss noch gearbeitet werden.
Die britische Marke Morgan Motor Company (morgan-motor.co.uk) aus Malvern in Worcestershire ist weltweit das einzige Unternehmen, das bei Automobilen noch Aufbauten mit Rahmen aus Eschenholz einsetzt, eine Fertigungstechnik, die aus dem Kutschwagenbau stammt. Der Morgan 4/4 hält den Rekord als das am längsten durchgehend produzierte Automodell und wird seit 1936 - der­zeit mit einem 1,6 Liter Motor von Ford - angeboten. Der Preis für ein solches Fahrzeug entspricht etwa dem eines oberen Mittelklassewagen neuerer Bauart. Eines sollte man jedoch noch wissen: Ältere Morgans neigen zu Karosserieschäden, weil der Aufbau nicht sehr dicht ist und nur von außen lackiert wurde. Daher rostet das Blech von innen und das Eschenholzgerippe verrottet, sobald Wasser eindringt. Bei den aktuellen Serien stellt das jedoch kein Problem mehr dar. Aber der Mor­gan hat auch einen erheblichen Vorteil: Das Auto ist exklusiv ohne so angeberisch zu wirken wie manche italienischen Sportwagen, aber dabei so auffällig, dass es garantiert niemand klauen wird, denn wie und wo sollte man ein so seltenes Modell unbemerkt verkaufen? Natürlich kann man sich auch die neueren Modelle des Herstellers anschauen, wie zum Beispiel den MP8 by Merz & Pabst.
Ebenfalls aus Großbritannien kommt der Speedback Gran Tourismo, der optisch ein wenig an James Bond's klassischen Aston Martin erinnert. Eine Besonderheit ist die im Kofferaum platzierte, ausklappbare Sitzbank für Picknicks. Der Wagen wird in Handarbeit bei David Brown Automotive Ltd. in Coventry hergestellt. Teile der Technik kommen von Jaguar und im Innenraum dominieren Holz und Leder. Mit fast 500.000 Pfund liegt der Preis natürlich jenseits dessen, was für einen Budget-Snob leistbar ist.

Bei Heise gibt es eine interessante Übersicht über Kleinserien der großen Hersteller: www.heise.de/autos/artikel/Kaum-zu-kriegen-Kleinserien-der-Autohersteller-1869218.html
Mehr zum Thema Bordward:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/borgward-wiederbelebte-traditionsmarke-kriselt-auch-unter-neuem-eigentuemer-a-1260379.html

Freitag, 14. Juni 2019

Veranstaltungshinweise

Das nächste Wochenende bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen für Gartenfreunde. Offene Gartentage werden im Rheinland, im Bergischen Land, in Schleswig-Holstein, Hamburg und in der Schweiz veranstaltet. Außerdem laufen in Sils im Engadin gerade die Hesse-Tage und in Glyndebourne natürlich das Opernfestival. Siehe dazu auch den Snob-Kalender.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Die Cafés der Pariser Bohème

Fast schon legendär sind die Pariser Künstlercafés, unter Ihnen klangvolle Namen wie das Café de la Rotonde, Café de Flore (cafedeflore.fr), Les Deux Magots (lesdeuxmagots.fr), Café du Dôme oder Café de la Paix, das älteste erhaltene Pariser Kaffeehaus von 1862 (cafedelapaix.fr). In ihnen verkehrten einst die Größen der Pariser Bohème, wie Pablo Picasso, Amadeo Modigliani, Diego Rivera, Ernest Hemingway, George Gershwin, Paul Gauguin, Robert Capa, Jean-Paul Sartre und Ezra Pound, um die wichtigsten zu nennen. Lenin und Trotzki haben einst hier Schach gespielt, bevor sie ihre Revolution starteten. Kein Wunder, dass die Lokale heute von Touristen überrannt werden. Während die oft mittellosen Künstler der Gründerzeit in einigen Lokalen auf Kredit speisen konnten (der Besitzer des Rotonde akzeptierte sogar Bilder als Bezahlung), werden die heutigen Touristen kräftig zur Kasse gebeten. Für Snobs bedeutet das, dass es Zeit ist das Lokal zu wechseln und sich nach einer kleinen, ruhigen und unbekannten Brasserie umzusehen, in welcher man für dasselbe Geld ein Menü bekommt, für das in den Renommierlokalen bestenfalls eine Vorspeise serviert würde. In einer Touristenstadt wie Paris ist das natürlich eine gewaltige Aufgabe. Die anhaltenden, politischen Unruhen (Gelbwestenproteste, linke Randale etc.) machen die Sache auch nicht nicht leichter.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Neuer Boccia-Platz im Kurpark von Bad Zwesten

Der Boccia-Platz der Gemeinde Bad Zwesten wurde grundlegend überarbeitet und saniert. Boccia-Sets können im Schwimmbad der Gemeinde und in der Eisdiele Ciao Bella ausgeliehen werden. Boccia (franz. Boule) ist zwar kein traditionelles Snob-Spiel, dafür aber herrlich unanstrengend. Es wird vor allem im Mittelmeerraum gerne gespielt. Im wesentlichen geht es darum die eigenen 2-4 Kugeln möglichst nahe an einer Zielkugel (ital. Pallino, franz. Cochonnet) zu platzieren. In Frankreich wird vorwiegend die Variante Pétanque gespielt.

Dienstag, 11. Juni 2019

Japanische Teekultur in der Casa del Tè

Wer eine japanische Teezeremonie erleben möchte ohne nach Japan fahren zu müssen, sollte die Casa del Tè auf dem schweizerischen Monte Verità bei Ascona besuchen. Im dortigen Chashitsu werden mehrmals monatlich - in der Regel am ersten und dritten Samstag im Monat - Teezeremonien veranstaltet. Termine und Infos gibt es unter casa-del-te.ch/.

Montag, 10. Juni 2019

Father's Day Picnic

Der Vatertag ist in Deutschland zwar schon vorbei, wird aber in Großbritannien erst am 16. Juni begangen, weshalb Fortnum & Mason unter dem Namen „Father's Day Picnic“ einen neuen Picnic Hamper(ling) herausgebracht haben. In der Nilwasser-blauen Kühltasche befinden sich ein 440 Gramm schwerer Pork Pie, ein Scotch Egg, 200 Gramm Cheddar, je eine Flasche Cider und Ale und als Dip-Soße ein Glas der Sorte „Piccadilly Piccalilli“ (man sollte vielleicht noch etwas Brot hinzufügen). Leider kann die Auslieferung – wie bei Fresh Food Picnics üblich – nur im Großraum London erfolgen.

Samstag, 8. Juni 2019

Florenz für Snobs

Die Stadt der Medici ist natürlich von Touristen überlaufen. Dennoch finden sich dort auch für Snobs ein paar interessante Dinge. Im rechten Seitenschiff der Franziskanerkirche Santa Croce liegt mittig das Grabmal des Philosophen und Snobs Niccolò Machiavelli. Weiterhin sind Galileo Galilei, Gioachino Rossini und Michelangelo in dieser Kirche bestattet (von der Westseite des Bahnhofes Santa Maria Novella  mit dem Bus C2, Fahrtrichtung Beccaria bis Teatro Verdi; 10 min., 7 Haltestellen, ca. 1.7 km; Fahrkarten nur im Vorverkauf € 1.20; Infos unter ataf.net und firenzesantamarianovella.it).
Etwa 700 Meter östlich des Bahnhofes befindet sich die Markthalle Mercato Centrale, die als eine der schönsten Markthallen Europas gilt (mercatocentrale.it). Seit 1784 lockt die mächtige guss­eiserne Konstruktion gleich neben der Medici-Grabkirche San Lorenzo kulinarische Genießer. In verschiedenen Restaurants und Imbissbuden kann man geradezu fürstlich speisen. Einige haben von 06:00 Uhr früh bis spät in die Nacht geöffnet. Unbedingt degustieren sollte man das einheimische Mandelgebäck Cantucci, aber daran kommt man ohnehin nicht vorbei.
Seit einigen Jahren wieder zugänglich ist der Corridoio Vasariano, ein ca. ein Kilometer langer, geschlossener Verbindungsgang vom Palazzo Vecchio zum Palazzo Pitti, der 1564 von Cosimo I. de’ Medici erbaut wurde. Der Großherzog wollte unbeobachtet zwischen seiner Residenz und dem Regierungssitz verkehren und dabei durch diverse Fenster einen Blick auf die Stadt werfen können (durchaus snobistisch). In der Kirche Santa Felicità gibt es sogar einen eigenen Balkon, der die unbeobachtete Teilnahme am Gottesdienst ermöglichte. Der Eingang für Besucher liegt an der Loggiato degli Uffizi 6, die telefonische Buchung ist obligatorisch: 055 2654321 (Infos unter uffizi.org). Der Eintritt liegt bei € 14.
Im Museumsladen der Uffizien gibt es Smartphonehüllen und Einkaufstaschen mit dem Bild von Michelangelos David oder Botticellis Venus. Sehr hübsch sind auch die diversen Taschenspiegel, Einkaufstaschen und Brillenputztücher, insbesondere der Taschenspiegel (Durchmesser 7cm) mit dem Bildnis der Medusa von Caravaggio für €6.50. Vor allem für weibliche Snobs dürfte die dahinter verborgene Ironie ihren Reiz haben (firenzemuseistore.com). Ansonsten findet man in Florenz selbstverständlich die in Großstädten üblichen Einkaufsmöglichkeiten.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Im Bademantel

Die Anhänger des Promenierens im Bademantel haben es nicht ganz einfach eine geeignete Therme zu finden, die dies möglich macht. Das beste Angebot bietet Bad Nieuweschans. Hier steht den Ba­demantelflaneuren in den Sommermonaten ein kompletter Kurpark zur Verfügung (Badjassenpark). Im Bad Staffelstein ist der Besuch des Thermen-Bistros im Bademantel gestattet und an ausgewähl­ten Tagen wird dort sogar ein „Bademantel-Brunch“ serviert. Ähnlich verfahren die Ahr Thermen in Bad Neuenahr mit ihrem Programm „Baden & Brunchen“ (ahr-thermen.de). In vielen anderen Kurorten ist zumindest der Besuch des thermeneigenen Bistros oder Restaurants im Bademantel möglich. Häufig gibt es im Badebereich eine eigene Getränkebar, die dann im Bademantel besucht werden kann. Gelegentlich gibt es auch sog. Bademantelgänge. Bei diesen handelt es sich um witte­rungsgeschützte Verbindungsgänge oder -tunnels zwischen dem Bad und einem nahegelegenen Hotel. Um einen solchen Gang benutzen zu dürfen, muss man natürlich im Hotel wohnen. Wer das ganze noch mit etwas Ironie würzen will, verwendet einen Bademantel der den Star Trek Unifor­men oder der Star Wars Jediritter-Kleidung nachempfunden ist. Im übrigen lieben viele Snobs das Flanieren im Bademantel, aber nicht jeder der im Bademantel flaniert ist ein Snob.

Lesenswerter Artikel zum Thema Bademantelgang:

Dienstag, 4. Juni 2019

Veranstaltungstipps

Im Oberengadiner Nietzsche-Haus finden auch diesen Sommer wieder Veranstaltungen statt, u.a. die bekannte Nietzsche-Werkstatt und eine Veranstaltung zu Rainer Maria Rilke (nietzschehaus.ch): Die 7. Nietzsche Werkstatt in Sils Maria: „Der Wanderer und sein Schatten“ von Montag, 22. bis Freitag, 26. Juli 2019 und die 15. Silser Kunst- und LiteraTourtage: «Sommer 1919: Rainer Maria Rilke in Sils und Soglio» von Donnerstag, 22. bis Sonntag, 25. August 2019.
Nicht im Nietzsche-Haus sondern im Hotel Waldhaus gibt es die 20. Silser Hesse-Tage: «1919 – Hermann Hesses Aufbruch in die Zukunft» von Donnerstag, 13. bis Sonntag, 16. Juni 2019. Ende September gibt es auch wieder das alljährliche Nietzsche-Kolloquium im Hotel Waldhaus, dieses Jahr zum Thema „Nietzsches Konstruktionen von Männlichkeit“.

Montag, 3. Juni 2019

Neues Produkt: Fortnums Wasserflasche

Fortnum & Mason präsentiert „Fortnum's Water Bottle“, eine doppelgewandete 500ml-Edelstahl-Trinkflasche, in der Getränke kühl gehalten werden. Optisch passt die Flasche in der Farbe „Eau de Nil“ zu den Picknick-Utensilien von F&M. Wer allerdings eine richtige Thermosflasche sucht, sollte besser zur „Flsk“ greifen (flsk.de). Die Variante in Blau passt ebenfalls recht gut zu „Eau de Nil“.

Sonntag, 2. Juni 2019

Bergische Gartentour

Heute beginnt die Saison der offenen Gärten im Bergischen Land, östlich von Köln. Mehr als 30 private Gärten zwischen Wupper und Sieg öffnen heute und am 9. und 16. Juni ihre Gartentore für Besucher. Genaue Infos erhält man unter bergische-gartentour.de, wo man auch eine Infobroschüre runterladen kann.

Donnerstag, 30. Mai 2019

London

In der Weltstadt an der Themse wurde der Snobismus praktisch erfunden. Wer seinen Aufenthalt in London interessant und brieftaschenfreundlich gestalten will, dem sei die Webseite vom Timeout Guide empfohlen (timeout.com). In der Rubrik „Things to do“ gibt es den Menüpunkt „Cheap London”, unter welchem kostenlose Aktivitäten angepriesen werden. Weiterhin gibt es eine Liste mit preiswerten Restaurants und eine mit unbekannten Parks. Die Londoner Sehenswürdigkeiten erschließen sich am besten aus einem der bekannten Doppeldeckerbusse, insbesondere auf den Linien 9 und 15. Für Besucher empfehlen sich die Day Travelcard und die 7 Day Travelcard.
Es gibt eine Fülle von Restaurants in London in allen Qualitätsstufen und Preislagen. Man sollte jedoch sicherheitshalber davon Abstand nehmen die britische Küche zu probieren; als Ausnahmen können bestenfalls Fish & Chips, der Afternoon Tea und das englische Frühstück gelten; aber auch nur, wenn sie gut zubereitet sind. Ein Restaurant sei besonders hervorgehoben: Chutneys Indian Restaurant, 124 Drummond Street, NW1, vegetarische Küche ab £3.50 - £5, Mittagsbuffet! U-Bahn bis Warren St. oder Bus 14 ab South Kensington, Bus 24 ab Leicester Square. Wer vornehm speisen möchte ohne viel Geld auszugeben, der kann die Vincent Rooms (thevincentrooms.co.uk) neben dem Westminster Kingsway College, Vincent Square in Pimlico besuchen (ab Victoria u.a. Bus 507; westking.ac.uk). In diesem Lokal trainiert der Nachwuchs der gehobenen Gastronomie aus dem benachbarten College und bietet ein gehobenes Niveau zu vergleichsweise günstigen Preisen. Eine der besten Londoner Fish & Chips Lokale ist The Seashell of Lisson Grove in 49-51 Lisson Grove NW1, neben dem Bahnhof Marylebone (seashellrestaurant.co.uk).
Zum Afternoon Tea lädt regelmäßig das Grosvenor House Hotel in Mayfair, Park Lane, gegenüber vom Hyde Park (u.a. Bus 74 bis Dorchester Hotel). Die billigste Variante mit derzeit knapp £20 pro Person ist der sog. West Country Cream Tea (Mo.-Fr.): Englisches Buttermilchgebäck mit und ohne Rosinen, Erdbeermarmelade, Honig und Sahne, und natürlich Tee nach Wahl. Zwar kann man das Vergnügen an anderen Orten Londons preisgünstiger haben, allerdings ist dann die Umgebung weniger vornehm. Tickets (auch von anderen Anbietern) gibt es u.a. bei londontheatre.entstix.com.
Noch ein paar Bar-Tipps: Die Bar auf dem Dach des Trafalgar Hotels bietet (wetterabhängig) eine atemberaubende Aussicht über den gleichnamigen Platz (thetrafalgar.com). Eine weitere Bar mit (wetterabhängiger) Aussicht wäre die Radio Rooftop Bar, 336-337 The Strand WC2, auf dem Dach des ME London Hotels (ab Kensington Rd. die Buslinie 9 nach Aldwych; melia.com). Im Londoner City-Hochhaus Tower 42, Old Broad Street, EC2 befindet sich ganz oben in etwa 180 Metern Höhe die Champagner Bar Vertigo 42 (vertigo42.co.uk). Berauschend ist neben dem Champagner vor allem die Aussicht, was schon aus der Anordnung der Sitzmöbel hervorgeht, die praktisch alle auf die Fenster ausgerichtet sind. Dennoch sollte man auch einen Blick auf die Schaumwein- und Cock­tailauswahl werfen. Für den kleinen Hunger findet man einige tapas-ähnliche Gerichte. Platzreser­vierung ist obligatorisch, als Dresscode wird „Smart Casual“ gewünscht und der Mindestverzehr liegt bei £15 pro Person. Trotz dieser Einschränkungen stellt die Bar aber ein durchaus snobtaug­liches „Wasserloch“ (engl. watering hole) dar.
Wer sich mit einfachem Leitungswasser zufrieden gibt, der kann seine Wasserflasche an über 700 Stellen kostenlos auffüllen (erkennbar an dem Aufkleber mit einer blauen Trinkflasche). Diese Aktion soll den Plastikmüll reduzieren. Infos gibt es unter: refill.org.uk.
Nirgendwo sonst auf der Welt – nicht einmal in New York – findet man so viele Theater auf ver­gleichsweise engem Raum, wie in London. Informationen zu den laufenden Vorstellungen und Tickets gibt es unter londontheatre.co.uk oder an der entsprechenden Theaterkasse. Neben den üblichen Attraktionen sollte man als Snob auf jeden Fall das Museum für einen anderen Snob, Sherlock Holmes, 221b Baker Street besuchen (Eintritt derzeit £15, Bus 74). Wer will, kann an­schließend dem Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud seine Aufwartung machen; dieses liegt gleich um die Ecke und enthält auch die eine oder andere Wachsstatue eines Snobs (Eintritt derzeit £26; auf jeden Fall Karten vorbestellen unter madame tussauds.com). Übrigens ist bei vielen Londoner Museen der Eintritt frei, bei diesen beiden bedauerlicherweise jedoch nicht.
Weiterhin zu empfehlen ist der Jack-the-Ripper-Rundgang durch Whitechapel, auch wenn sich die Gegend in den letzten 120 Jahren sehr verändert hat und die Schauplätze kaum wiederzuerkennen sind. Die Morde aus dem Jahr 1888 sind bis heute ungeklärt. Dass die Ermordeten zur gesellschaft­lichen Unterschicht gehörten, lässt vermuten, dass es sich bei dem/den Täter(n) um (einen) Snob(s) handelte. Karten für die geführte Tour kosten aktuell £10, die Tour startet am Traders Gate Souvenir Shop, 35 Tower Hill, EC3 (ab Trafalgar Square Buslinie 15, ab Covent Garden Linie RV1, vom Themse-Südufer Linie 100). Die Karten für die Jack-the-Ripper-Tour (und auch für Madame Tussaud’s) können auf der Webseite londontheatre.entstix.com gebucht werden. Seit kurzem gibt es auch ein Museum, dass Jack the Ripper gewidmet ist (jacktherippermuseum.com).
Einen Designerpreis wird das Bürogebäude 20 Fenchurch Street (östlich der City of London) sicher nicht gewinnen, aber in der obersten Etage, in rund 160 Metern Höhe, befindet sich der höchste öffentlich zugängliche Park Großbritanniens. Der Zutritt ist kostenfrei, aber es ist eine Voranmel­dung über die Webseite skygarden.london nötig (min. drei Wochen vorher!).
Wahrscheinlich nur noch in London existieren traditionelle, viktorianische Herrenfriseursalons, in welchen man sich auch auf traditionelle Weise rasieren lassen kann. Einige bestehen schon seit weit über 100 Jahren. Mit Preisen ab ca. £40 für eine Nassrasur ist dies nicht gerade ein preiswertes Ver­gnügen, dafür aber eine einmalige Erfahrung. Ältester Barbershop der Welt - mit einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde - ist seit 1805 Truefitt & Hill (truefittandhill.co.uk; Kammerlieferant des Herzogs von Edinburgh). Die aktuelle Adresse 71 St. James's Street (Bus 9, H.: Pall Mall St James's Palace) besteht zwar erst seit 1994, aber dafür hat die Firma Niederlassungen in Nord­amerika und Asien. Die traditionelle Nassrasur („Hot Towel Wet Shave“) kostet £42.
Seit 1875 gibt es Geo. F. Trumper (trumpers.com), 9 Curzon St. W1 (Mayfair, Bus 14, H: Green Park) und die Filiale 1 Duke of York St. SW1 (St. James’s, Nähe Jermyn St., Bus 14, H: St. James's, Old Bond Street Royal Academy). Für eine Nassrasur („Wet Shave and Hot Towels“) berechnet man £40. Übrigens kauft hier Ian Flemings Roman- und Filmheld James Bond (in Diamonds are Forever, 1956) sein Duftwasser Eucris Eau de Toilette.
Jüngste im Bunde sind die Pall Mall Barbers, die seit 1896 in ihren, im Jahre 2005 renovierten Filialen 27 Whitcomb Street WC2 und 45 Fitzroy Street W1, sowie zwei weiteren Standorten, einen Luxury Wet Shave zum Preis von £50 offerieren (pallmallbarbers.com). Nicht ganz so alt und vielleicht etwas weniger mondän, aber dennoch traditionsbewusst sind die Jermyn Street Barbers (jermynstreetbarbers.co.uk). Bei ihnen gibt es den Traditional Hot Towel Wet Shave aktuell für £38.
Pflegeprodukte für Gentlemen findet man bei Trumper, Truefitt & Hill, D.R. Harris, 29 St.James’s St. (Nähe Jermyn St., Bus 14; drharris.co.uk; Hoflieferant und Kammerlieferant des Prinzen von Wales) oder bei Taylor of Old Bond Street, 74 Jermyn Street (Bus 14; tayloroldbondst.co.uk). Wer Geld hat, kann die Maßhersteller und Herren- und Damenausstatter in der Savile Row (Nähe Regent St.; savilerowbespoke.com) oder Jermyn Street (jermynstreet.net) aufsuchen.
Einen Besuch wert sind die großen Kaufhäuser Harrods (harrods.com), Selfridges (selfridges.com; Hoflieferant) und Fortnum & Mason (fortnumandmason.com; Hoflieferant und Kammerlieferant des Prinzen von Wales; bekannt vor allem für seine Foodhall und sein Picknickzubehör). Interessant sind weiterhin die zahlreichen Stadtteil-Märkte (z.B. boroughmarket.org.uk) und einige Läden im Chinesenviertel (chinatownlondon.org), vor allem die in den Seitenstraßen. Eine Liste der Lieferan­ten des Königshauses findet man unter royalwarrant.org oder rwha.co.uk, allerdings lassen sich diese das Renommée gerne extra vergolden.


Dienstag, 28. Mai 2019

Bad Laer und Bad Rothenfelde bei Osnabrück

Sie liegen nur etwa sechs Kilometer auseinander, die beiden Kurorte südlich von Osnabrück.
Bad Laer ist ein Heilbad mit einer Sole-Mineralquelle (4 Std. für €13; solevital.de, bad-laer.de). Das Wahrzeichen des Ortes ist der Kirchturm der romanischen St.Marien-Kirche mitten im historischen Ortsbild aus Fachwerkbauten. Der Kurbetrieb konzentriert sich auf das Kurmittelhaus und den Kurpark (Kurbei­trag €1.80). Beim Kurpublikum beliebt ist das Theater im Kurpark (kuhtheater.de). Der Lidl am Ortsrand besitzt einen Heißgetränkeautomaten. Die Anreise erfolgt ab Osnabrück Hbf. (Gepäckträgerservice Tel. 0541 915-1055) mit Bus 466 im Stundentakt nach Bad Laer (Fahrtdauer ca. 60min.; vos.info). Um das zu versendende Reisegepäck kümmert sich der Hermes Paketshop, Bahnhofstr. 10. Mit dem Auto fährt man über die A1 und die B475 oder die A30 und die A33 oder B51 oder über die B476 und die L786, dann auf die L94 oder die L98.
Das Heilbad Bad Rothenfelde ist der Nachbarort von Bad Laer und besitzt eine kuppelüberdachte Natur-Soletherme (Tageskarte €19.20; carpesol.de, bad-rothenfelde.de). Der Ort ist relativ jung und hat vor 1724 noch nicht existiert. Seit diesem Jahr wird die Solequelle genutzt, zunächst jedoch zur Salzgewinnung. Erste Heilerfolge lassen sich ab 1811 nachweisen. Die neue Therme wurde erst im Juli 2013 eröff­net und verfügt, neben ca. 800m² Wasserfläche im Innen- und Außenbereich, über mehrere Sauna­bereiche (Kurbeitrag €1.60-2.40). Im 18 Hektar großen Kurpark befinden sich auch zwei Gradier­werke zur Salzgewinnung. Einen Besuch wert ist das Ladengeschäft des Bürstenhauses Redecker in der Salinenstr. 2 – 6, wo man handgefertigte Bürsten aller Art erhält (redecker.de). Der Lidl im Ort besitzt einen Heißgetränkeautomaten. Die Anreise erfolgt mit der Bahn ab Osnabrück Hbf. (Gepäckträgerservice Tel. 0541 915-1055) bis Dissen-Bad Rothenfelde, dann geht es weiter mit dem Bus 475 bis zur Ortsmitte Bad Rothenfelde. Alternativ könnte man ab Osnabrück auch mit dem Bus Linien 466 und 467 fahren. Das zu versendende Reisegepäck behandeln die Hermes Paketshops, Salinenstr. 2-6 und Frankfurter Str. 32. Mit dem Auto reist man über die A1, A30 und A33 oder über die B68.

Sonntag, 26. Mai 2019

Die Fresh Food Picnics von Fortnum & Mason

Das Londoner Warenhaus ist bekannt für seine Picknickausstattung. Leider sieht es nicht so aus, als ob die Fresh Food Picnic Hampers für eine Person in Kürze wieder erhältlich sein werden. Als Snob muss man daher mit dem derzeit einzig verfügbaren Modell Vorlieb nehmen, und zwar mit dem „The Rambler Picnic, 1 Person“. Die Picknicktasche enthält einen belegten, bretonischen Pfann­kuchen (Galette), ein Schälchen Nudelsalat, ein „Scotch Egg“, einen Mandel-Brownie und eine halbe Flasche Hauswein; außerdem ein Trinkgefäß, (Plastik-) Besteck und einen Korkenzieher. Hundebiscuits für den Snob-Hund werden leider nicht mitgeliefert. Bedauerlicherweise ist die Picknicktasche nur im Großraum London bestellbar. Ungefüllt kann sie allerdings weltweit ausgeliefert werden. Und zumindest den Hauswein liefert F&M europaweit aus.

Samstag, 25. Mai 2019

Warme Gerichte zum Picknicken IV

Himmel un Äd ist eine alte rheinische Spezialität. Die folgende Rezeptur als Aufschlag mit Fleischwurst (statt Blutwurst) eignet sich gut für die Zubereitung unterwegs mit heißem Wasser.
Zu Hause Fleischwurst, ein Stück Apfel und eine Zwiebel zu Würfeln schneiden und kurz in der Pfanne anbraten. Ein paar Speckwürfel o.ä. hinzufügen, erkalten lassen und in ein Transportgefäß füllen. Am Picknickort die Mischung zusammen mit Kartoffelpüreepulver in eine Schüssel geben, mit heißem Wasser anrühren und servieren.

Freitag, 24. Mai 2019

Warme Gerichte zum Picknicken III

Feiner Bulgur (i.e. vorgekochter Weizen nach türkischer Art) mit Gemüse eignet sich ebenfalls für die schnelle Zubereitung mit heißem Wasser (wichtig: FEINER Bulgur; der Grobe muss gekocht werden!). Eine Zwiebel und 1-2 Tomate(n) mit 2 EL Tomatenmark, 1-2 EL Öl, Pfeffer, Salz, Chili und etwas Zitronensaft vermengen (pro Person). Diesen Arbeitsschritt kann man gut zuhause vorbereiten und die Mischung in einem separaten Gefäß zum Picknickort mitführen. Man fülle dann dort eine Handvoll feinen Bulgur in eine Schüssel und gebe heißes Wasser hinzu. Zugedeckt ziehen lassen. Ist der Bulgur gut durchgezogen, diesen mit der Gemüse-Würzmischung zusammenführen und servieren.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Warme Gerichte zum Picknicken II

Ein weiteres, picknickgeeignetes Gericht der schnellen, heißen Küche wären Tortelloni mit Tomatensauce. Dazu nehme man weiche Tortelloni aus dem Kühlregal (nicht die trockenen Harten aus dem Nudelregal) und fülle sie in eine Schüssel. Mit heißem Wasser übergießen und abgedeckt ziehen lassen. Dann die Tomatensauce darübergeben (z.B. Thomy Les Sauces Tomaten Sahne; gibt es bei Rewe oder Edeka) und servieren.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Warme Gerichte zum Picknicken I

Bei Mahlzeiten im Freien überwiegen naturgemäß kalte Gerichte, denn das Erwärmen von Speisen in freier Natur ist nicht ganz einfach, sofern man nicht grillt. Ein einfach zu bereitendes Gericht wäre jedoch Couscous mit Gemüse und Feta. Das Gemüse und den Feta bereitet man zu Hause vor und transportiert beides in einem separaten Behälter. Bevorzugt verwende man Gemüse welches nicht gekocht werden muss, zum Beispiel Paprika, Zwiebeln, Champignons oder Möhren. Für die Zubereitung des Couscous benötigt man lediglich heißes Wasser, welches man mit einem mobilen Kochgerät bereiten kann, zum Beispiel einem Kelly Kettle. Hat man eine Steckdose zur Verfügung, kann man natürlich auch einen elektrischen Wasserkocher benutzen. Dann braucht man nur noch ca. 100g Couscous pro Person in eine kleine Schüssel zu geben, dazu einen Teelöffel Brühe-Pulver, mit heißem Wasser auffüllen, umrühren und eine Weile ziehen lassen. Das warme Couscous nun mit dem Gemüse und dem Feta vermischen und servieren. Anstelle von Feta, könnte man das Gericht auch mit Thunfisch zubereiten.

Dienstag, 21. Mai 2019

Picknick mit Gourmondo

Die Picknicksaison steht vor der Tür! Zeit sich Gedanken über Proviantpakete zu machen, die man sich an eine Ferien- oder Unterwegsadresse schicken lassen kann. Ein interessanter Lieferant wäre die Firma Gourmondo.de. Der Online-Supermarkt aus Hannover versendet vorwiegend Feinkost. Einige Produkte sind picknicktauglich. Die Käse-, Schinken- und Salamiauswahl ist für ein Picknick recht ansehnlich und eine ideale Ergänzung stellen die Antipasti von Primopasto dar. Fisch und Kaviar gibt es auch. Brot und Backwaren sollten natürlich frisch sein, weshalb man diese möglichst in der näheren Umgebung kaufen sollte. Allerdings bietet der Online-Supermarkt verschiedene Sorten Südtiroler Schüttelbrot an, welches eine haltbare Alternative zu den frischen Backwaren sein könnte und nicht aufgebacken werden muss.

Montag, 20. Mai 2019

Chelsea Flower Show 2019

Morgen beginnt die renommierte Chelsea Flower Show der Royal Horticultural Society. Auch in diesem Jahr gibt es wieder beeindruckende Schaugärten zu sehen, u.a. einen von australischen Felsstränden inspirierten Garten und einen von einem Kanal durchzogenen Garten, wie man ihn z.B. in Yorkshire findet. Kernstück der Ausstellung ist natürlich der Great Pavilion, mit mehr als 80 Ausstellern aus dem gesamten Königreich. Kulinarische Freuden kommen auch nicht zu kurz; dafür hat man extra den Meisterkoch Raymond Blanc engagiert. Den Nachmittagstee serviert Claire Clark (der Champagner kommt von Fortnum & Mason). Abends werden musikalische Darbietungen und Cocktails offeriert.

Sonntag, 19. Mai 2019

Saisonende auf dem Keukenhof

Die Tulpenblüte ist vorbei und der Keukenhof schließt für dieses Jahr seine Pforten. Die genaue Besucherzahl steht noch nicht fest, jedoch kann man jetzt schon sagen, dass wohl eine neue Rekord­zahl im Bereich von 1.4 Mio. Besuchern erreicht wird. An Ostern dieses Jahr war der Keukenhof vor lauter Touristen kaum mehr erreichbar und die Situation war für Einheimische «inakzeptabel», wie der Keukenhof-Direktor selber erklärte. Die niederländische Fremdenverkehrsorganisation will deshalb künftig darauf verzichten, Ferien in den Niederlanden aktiv zu promoten. Anstelle dessen wolle man sich darauf fokussieren, die Besucherströme besser zu verteilen, also weniger bekannte Attraktionen der Niederlande zu promoten (Stichwort: Destinationsmanagement). Für den Snob bedeutet das, dass in Zukunft unbekannte Destinationen bekannter werden und deren Exklusivität damit gegen Null sinken dürfte. Dieser Trend ist vor allem deshalb gefährlich, weil sich parallel eine weitere, unheilige Entwicklung zeigt: Die Entfremdung von der Natur. Der bekannte, nieder­ländische Gärtner Simon Pennings äußerte sich gegenüber der Presse: „Die Leute haben aus den Augen verloren, wie Pflanzen wachsen und dass wir das ganze Jahr dafür arbeiten. […] Milch kommt für sie aus der Fabrik und nicht von einer Kuh. Dasselbe gilt für die [Tulpen-] Knollen – sie denken, das sei eine Art Plastik.“ Keine guten Aussichten für Snobs.

Samstag, 18. Mai 2019

Glyndebourne 2019 startet

Vom 18. Mai bis zum 25. August findet im englischen Glyndebourne das alljährliche Opernfestival statt. Geplant sind für dieses Jahr Aufführungen u.a. von „Der Barbier von Sevilla“ und „Die Zauberflöte“ (glyndebourne.com). Alle Stücke werden in der Originalsprache gespielt. Drei Restaurants und eine Gartenbar stehen den Besuchern offen; daneben besteht die Möglichkeit einen Picknickkorb vorzubestellen oder sein eigenes Picknick mitzubringen. Gepicknickt wird im Park des Opernhauses, der an sich schon einen Besuch wert ist. Formale Kleidung ist erwünscht.

Freitag, 17. Mai 2019

Der Lago d’Orta

Noch unbekannter als der Lago di Endine ist wohl nur der westlichste der oberitalienischen Seen, der Lago d'Orta. Mit etwa 13km Länge und ca. 2.5km Breite ist er einer der flächenmäßig kleineren Seen, mit bis zu 143 Metern jedoch recht tief. Er liegt knapp westlich des Lago Maggiore, von diesem durch einen fast 1500 Meter hohen Gebirgszug getrennt und an weiteren zwei Seiten von 1200 Metern hohen Bergen umgeben. Lediglich nach Norden hin öffnet sich das Tal. Die Seeinsel Isola San Giulio war früher eine bischöfliche Sommerresidenz. Das Klima ist recht mild; dennoch ist der See bei ausländischen Touristen kaum bekannt. Besucher kommen vorwiegend aus Mailand. Bis weit ins 20. Jahrhundert litt der See sehr unter der Einleitung von Abwässern, ist jedoch seit der Jahrtausendwende wieder sauber. Allerdings können örtlich noch Spuren der früheren Umwelt­sünden zu finden sein. Die Ufer sind eher dünn besiedelt, was auch an den steilen Hängen liegt, die größere Ortschaften verunmöglichen. Wichtigster Ort ist Orta San Giulio. Gozzano am Südufer und Omegna im Norden sind alte Industriestandorte, wobei vor allem letzterer ein Zentrum der Her­stellung von Haushaltswaren und Badezimmerarmaturen darstellt. Sehenswert sind der Sacro Monte, eine Wallfahrtsstätte in Orta San Giulio, und diverse Museen in den Seeorten, darunter ein Regenschirmmuseum (Museo dell’Ombrello). Am südlichen Seeufer existieren eine Segelschule und ein Badestrand; einen weiteren Strand findet man bei Omegna. Picknickplätze gibt es am Westufer zwischen Pella und Ronco (mit Trinkbrunnen), oberhalb von Brolo, am Monte Zuoli und am Sacro Monte (Ostufer). In vielen Orten sind – wie in Italien üblich - öffentliche Trinkbrunnen vorhanden. Auf dem See verkehren saisonal Fahrgastschiffe. Prominente Seebesucher waren Friedrich Nietzsche, Lord Byron, Samuel Butler und Honoré de Balzac.
Am Ostufer entlang führt die wichtigste Straße, die SP229, während am anderen Ufer die Straße SP46 oben am Berg entlang läuft. Neben der Uferstraße verläuft die Eisenbahnstrecke von Domo­dossola nach Novara. Die Anreise aus Richtung Norden kann mit der Bahn über die schweizerische Lötschberg-Simplon-Linie erfolgen. Der Umstieg auf die Regionalbahn wäre dann in Cuzzago. Wer mit dem Nachtzug bis Mailand anreist, fährt ab dort mit einem Regionalzug via Novara an den Ortasee. Mit dem Auto könnte man über den Simplonpass via Brig VS anreisen. Dorthin gelangt man entweder über die Furka-Grimsel-Route oder mit dem Autoverlad durch den Lötschbergtunnel. Vor dem Grenzübertritt nach Italien unbedingt nochmal tanken! Die letzte Tankstelle befindet sich kurz vor der italienischen Grenze in Zwischbergen VS.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Der Lago di Endine in Oberitalien

Der wenig bekannte Lago di Endine befindet sich in Oberitalien zwischen Bergamo und dem Iseo­see. Er hat eine Länge von etwa 6 km und sein Umfang beträgt ca. 14 km. An der tiefsten Stelle misst er weniger als 10 Meter. Der See ist touristisch nur wenig frequentiert. Motorboote sind nicht erlaubt. Beliebte Sportarten am See sind Angeln, Bootfahren und Segeln. An seinem Ufer finden sich überraschend weitläufige Parkanlagen mit Picknickbänken (teilweise auch Trinkbrunnen) und ein paar wenige Gras- und Kiesstrände. Die Orte zwischen dem Seeufer und den umliegenden Berghängen sind eher beschaulich. Hektik scheint es hier nicht zu geben. Vor allem am Südwestufer findet man zahlreiche Restaurants und Hotels. Die Gegend ist recht beliebt bei Hochzeitsreisenden, vielleicht weil der Ort Monasterolo del Castello sehr von seinem romantischen Kloster geprägt wird.
Die Anreise von Norden mit dem Auto erfolgt über die Schweiz via Bodensee - Chur – St. Moritz - Livigno (Tankstopp) - Berninapass - Tirano nach Edolo oder über die altbekannte Route Füssen (A7) – Fernpass – Landeck – Samnaun (Tankstopp) – Reschenpass – Stilfserjoch – Edolo. Ab Edolo geht es dann über Boario Terme und Lovere nach Endine. Von Bergamo aus fährt man über die SS42. Es sei noch auf die saisonal verkehrenden Autozüge Hamburg / Düsseldorf – Verona hinge­wiesen. Mit der Bahn reist man mit dem Nachtzug München – Mailand bis Bergamo und von dort mit dem Bus Linie C an den Endinesee (bergamotrasporti.it). Von Norden kommend, könnte man auch mit der Berninabahn bis Tirano, weiter mit dem Bus nach Edolo, mit der Bahn bis Boario Terme und von dort mit dem Bus C zum Endinesee fahren.