Samstag, 4. April 2020

Rasiertipps in Zeiten von Corona

Der Besuch eines Barbiers ist derzeit so gut wie unmöglich, haben doch wegen Corona die Barbier-Salons und Barbershops geschlossen. Somit bleibt auch einem Snob nichts anders übrig, als sich selbst zu rasieren. Man sollte dies jedoch als eine Gelegenheit auffassen seine Kenntnisse über Rasuren aufzufrischen. Einen Blick wert ist dazu auf jeden Fall die Rasieranleitung auf der Webseite von Geo. F. Trumper; dort steht alles was man wissen muss zum Thema (Nass-) Rasur. Und der Onlineshop ist ja nach wie vor geöffnet. Übrigens: Wer zufälligerweise gerade dem Rat des vorherigen Beitrages in diesem Blog folgt und sich auf dem Weg nach Göteborg befindet, dem sei der Barbershop Sharper of Sweden empfohlen. In Schweden sind Barbershops derzeit noch geöffnet und ein traditioneller "Hot Towel Wet Shave" (swed. "Traditionell rakning med kniv") kostet um die 400 Kronen (ca. 36 Euro).

Donnerstag, 2. April 2020

Mini-Kreuzfahrt

Überall in Europa gibt es Corona-Restriktionen. Überall? Nun ja, hoch im Norden existiert ein Land, in dem weder die Schulen geschlossen sind, noch die Skisaison vorzeitig beendet worden ist: Schweden. Offiziell gibt es in Schweden (Stand 31. März) 4.028 Corona-Infektionsfälle und 146 Todesopfer. Menschenansammlungen über 50 Personen sind untersagt, jedoch verkehren die Fähren zwischen Deutschland und Schweden derzeit noch ungehindert. Wenn das so bleibt, könnte man zum Beispiel eine Kurz- oder Mini-Kreuzfahrt von Kiel nach Göteborg einlegen und in der dortigen Feske­körka den letzten Hummer in dieser Saison genießen (Austern sind dort wahrscheinlich noch bis Mitte Mai erhältlich; den Schaumwein besser von Zuhause mitbringen). Auch eine Kurz-Kreuzfahrt von Travemünde oder Rostock nach Trelleborg hätte jetzt ihren Reiz, und natürlich gibt es auch noch andere Routen. Allerdings muss man damit rechnen, dass das Bordangebot auf den Fähren derzeit etwas ein­geschränkt ist, d.h. nicht alle Gastronomiebetriebe sind geöffnet oder einige Freizeit­einrichtungen sind geschlossen. Jedoch ist die Auswahl an Reisemöglichkeiten coronabedingt sehr stark beschränkt und eine (Kurz-) Reise nach Schweden ist eine der wenigen Optionen, die man derzeit noch hat. Noch!

Mehr zum Thema "Hummer in Göteborg": https://dersnob-blog.blogspot.com/2018/09/beginn-der-hummersaison-in-schweden.html

Montag, 30. März 2020

Kuren Zuhause


Die Coronakrise fordert von allen Opfer; auch von Snobs. Bedingt durch die Quarantäne ist auch der Besuch von Kurbädern derzeit nicht möglich. Stattdessen könnte man jedoch eine Badekur in der heimischen Badewanne einlegen. Bei Thalasso24 (thalasso24.de) gibt es einen Liter Algen­konzentrat für €49 (plus Porto), was für etwa 20 Thalasso-Vollbäder ausreichen sollte. Pflegeprodukte auf Meerwasser­basis und Meeresschlick findet man unter anderem auch bei badewerk.de, twz-dornumersiel.de oder bei der Firma Biomaris (biomaris.com). Alternativ könnte man im Online-Shop des österreichischen Kurzentrums Ludwigstorff (kur-l.at) von Bad Deutsch-Altenburg an der Donau diverse Badezusätze erwerben, um zu Hause in der eigenen Badewanne ein Jod-Schwefel­bad durchzuführen. Wer jedoch einer Trinkkur den Vorzug gibt, findet unter heilwasser.com sicher ein passendes Heilwasser.

Freitag, 27. März 2020

Picknicktipps

Sie kam für viele überraschend, die Schließung des Onlineshops des Lebensmittelversenders Gourmondo.de. Für Snobs ist das ein schwerer Schlag, denn das Angebot war deutlich besser, als bei den übrigen Versendern. Leider hat kurz danach auch noch Lebensmittel.de seine Netzpforten geschlossen. Alternativ sei jedoch der Onlineshop von Rewe empfohlen, denn auch dieser hat ein paar äußerst picknickgeeignete Spezialitäten im Sortiment. Zum Beispiel Manchego Käse, gegrilltes und in Öl eingelegtes Gemüse und diverse Sorten Salami. Brot gibt es auch, allerdings sollte man dieses zum Picknick möglichst frisch und deshalb in der näheren Umgebung besorgen. Süß­waren für den Nachtisch werden ebenfalls offeriert. Wegen der aktuellen Corona-Panik kann es jedoch zu Lieferproblemen kommen; eine Übersicht über weitere Lebensmittellieferanten gibt es hier. Sobald sich die Hysterie gelegt hat, kann und sollte man aber nahtlos die Picknicksaison eröffnen.
Besteck zum Picknicken bietet der Fachhandel in ausreichendem Maße. Vor allem im Outdoor- und Trekkinghandel wird man garantiert fündig. Wer jedoch nach einem etwas stilvolleren Ensemble sucht, sollte einen Blick auf das dreiteilige Brotzeitbesteck (mit Etui) von Linder werfen.
Einigermaßen ansehnliche Emaille-Teller (zumindest besser als Plastik) offeriert der britische Anbieter Highlander, entweder mit 20cm oder mit 25cm Durchmesser.

Dienstag, 24. März 2020

Zur aktuellen Corona-Panik

Die aktuell grassierende Corona-Panik und die damit verbundenen Ausgangssperren machen auch einem Snob zu schaffen. Daher lautet die erste Regel: Nicht von den Medien in Panik versetzen lassen. Bis jetzt ist nichteinmal sicher, ob der Covid-19 Virus gefährlicher ist, als andere Grippe­viren. Genau wird man das aber erst wissen, wenn die Statistik zeigt, dass die Todeszahlen derzeit deutlich über dem sonst üblichen statistischen Durchschnitt liegen, oder eben nicht. Bei den Infizierten dürfte die Sterberate nebenbei bemerkt bei etwa einem Prozent liegen.
Bedingt durch die Schließung ganzer Länder muss der Snob sich leider auch an die verfügten Ausgangssperren halten und es bleibt ihm (oder ihr) nichts anderes übrig, als sich die Zeit in der Quarantäne so angenehm wie möglich zu gestalten. 
Dass man folglich den Tag morgens langsam angeht, versteht sich also von selbst. Erfahrungsgemäß vergeht der Vormittag recht schnell, wenn der Snob mit Frühstücken und Körperpflege beschäftigt ist. Dem schließt sich dann ein ausge­dehntes Mittagessen an. Den Nachmittagstee kann man nun ebenfalls ohne jede Zeitbeschränkung ausleben und fast nahtlos in die nachmittägliche Cocktailstunde übergehen lassen. Bei letzterer Gelegenheit könnte man auch gleich ein paar neue Cocktailrezepte ausprobieren. Leider erlaubt das Wetter derzeit noch keine längeren Aufenthalte im Freien, denn sonst könnte man den Tee im Gartenpavillon einnehmen (es sei denn, dieser ist beheizt).
Das abendliche Unterhaltungsprogramm bestreitet der Snob aus seiner umfangreichen DVD-Sammlung (Film­klassiker, Konzert- und Theatermitschnitte etc.), mit Filmen und Dokumentationen aus dem Internet oder – ganz klassisch – mit einem Buch (wie wäre es z.B. mit einer Sherlock-Holmes-Kriminal­geschichte?).
Für die Lebensmittelversorgung greift ein Snob jetzt auf diverse Lieferdienste zurück, was er sowieso gerne tut, weil Snobs nur ungern selbst einkaufen (außer in Luxusboutiquen). Etwaige Engpässe an Delikatessen kann man durch die Bestellung eines „Hampers“ von Fortnum & Mason überwinden, wobei auch die Angebote von Harrod`s oder Selfridge`s Beachtung finden sollten. Auch lokale Lieferanten sollten natürlich in Betracht gezogen werden, wie z.B. Käfer (München) oder die Onlineshops von Rewe und Edeka, in Österreich Billa und in der Schweiz Migros LeShop und Coop at Home. Tiefkühlprodukte liefern Heimfrost, Bofrost und Eismann. Eine Übersicht über Lebensmittellieferanten findet man auf bringmirlebensmittel.de. Bei Luxuswaren greife man einfach auf die bestehenden Lieferanten zurück. Da man heutzutage ohnehin viele Güter nur noch via Internet bestellen kann, haben deren Lieferanten in der Regel auch eine Internetpräsenz. Post und Lieferdienste arbeiten nach gegenwärtigem Stand der Lage uneingeschränkt weiter, sodass der Lieferung nichts im Wege stehen sollte.

Samstag, 21. März 2020

Keukenhof 2020

Heute sollte eigentlich die niederländische Blumen- und Pflanzenausstellung im Keukenhof bei Lisse wieder ihre Tore öffnen (keukenhof.nl). Auf etwa 50 Hektar wurden bis zu sieben Millionen Blumenzwiebeln gepflanzt, vor allem Tulpen, aber auch Lilien und Orchideen. Leider wird pandemiebedingt die Eröffnung bis auf weiteren auf dem 7. April verschoben. Dennoch ist auch dieses Jahr mit einem großen Besucherandrang zu rechnen: Bis Anfang Mai werden bis zu anderthalb Millionen Besucher erwartet.
Gastronomie ist im Ausstellungsbereich vorhanden, außerdem gibt es in den Pavillions WLAN und am Eingang kostenlose Gepäckschließfächer. Hunde sind angeleint erlaubt. In den ausgewiesenen Picknickbereichen wäre dem Anlass entsprechend wohl ein holländisches Picknick angebracht: Roggenbrötchen, (mittelalter) Gouda-Käse, Rauchpeitschen (Salami) und geräucherte Makrelen­filets. Dazu passen hartgekochte Eier und Gewürzgurken. Zum Nachtisch Limburger Apfelkuchen oder Poffertjes, als Digestiv einen Genever. Als Picknickmesser käme wohl ein Seglermesser in Frage oder ein Ankermesser von Otter.
Einen Besuch im Keukenhof kann man sehr gut als Busausflug organisieren (ist zwar nicht snobby aber praktisch). Viele Busreisenan­bieter offerieren Tagestouren dorthin, z.B. Univers Reisen (univers-reisen.de) ab Köln und Bonn.

Donnerstag, 19. März 2020

Terminänderungen

Wegen der aktuellen Coronapandemie wurden folgende Veranstaltungstermine geändert.

- Der niederländische Keukenhof öffnet gemäß gegenwärtiger Planung erst am 7. April.
- Die Öffnung der königlichen Gärten in Laeken bei Brüssel für das allgemeine Publikum fällt in
  diesem Jahr aus.
- Die Royal Horticultural Society eröffnet ihre Saison erst im Juli. Alle bis dahin angesetzten
  Veranstaltungen und Blumenschauen fallen aus.
- Die Genter Floralien werden auf 2021 verschoben.
- Das Opernfestival von Glyndebourne beginnt erst im Juli.

Mittwoch, 18. März 2020

Für den Snob-Hund

Viele Snobs haben einen Hund. Und Produkte für Hunde gib es reichlich, jedoch erheben sich einige von ihnen aus der Masse. Da wäre zum Beispiel die slowenische Hundebäckerei «Hov-Hov», die eine große Auswahl an Hundefutter und -leckerlis offeriert. Die Firma besitzt auch einen Ableger in der Schweiz (hundebäckerei.ch).
Fortnum & Mason, bekannt für Picknickkörbe und – zubehör, bieten seit kurzem eine neue Produkt­reihe mit ausgewählten Artikeln für den (Snob-) Hund. Flagschiff ist der neue Geschenkkorb „TheTop Dog Hamper“ mit diversen Leckerlis, Hundespielzeug einer Fellbürste und einem Keramiktopf zur Aufbewahrung der Leckerlis. Beachtenswert ist auch der ca. 60x40cm große Hundebettkorb aus geflochtener Korbweide und mit einem Schafswollkissen darin. Weiterhin sind Liege­decken, Hunde­leinen, Fressnäpfe, Spielzeuge und Leckerlis im Angebot.
Und schon seit längerem verkauft der Londoner Grooming Spezialist Geo. F. Trumper sein „Dog Wash“, ein Shampoo-Deodorant für den gepflegten Snob-Hund.

Wer mit seinem Hund in Urlaub fahren möchte, kann vielerorts zwischen hundegeeigneten Quartieren auswählen. Am Meer oder an Binnengewässern gelegene Orte besitzen gelegentlich einen Hundestrand, so zum Beispiel Groß Schwansee an der Ostsee. Informationen über Hundestrände an der Ostsee findet man vor allem unter ostseehundestrand.com, außerdem Tipps für Spaziergänge abseits vom Strand und hundefreundliche Urlaubsquartiere. An der Nordsee sind es unter anderem Dornumersiel, Neßmersiel und Dangast, die Angebote für Hunde im Programm haben, weiterhin das niederländische De Banjaard und in Norditalien der Ort Pur am Ledrosee

Abschließend seien noch zwei Rezepte genannt mit denen man seinem Hund eine kulinarische Freude machen kann.

1. (Weihnachts-) Gebäck für Hunde
100g Vollkornhaferflocken, 80g Weizenvollkornmehl, 80ml Milch, 1 Ei, 1 EL Honig und 1 TL Instant-Brühe (Pulver) in einer Schüssel vermengen und zu einem Teig kneten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und Plätzchen ausstechen. Diese auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech anordnen und im vorgeheizten Backofen bei 220°C ca. 15 Minuten backen. Erkalten lassen und die Plätzchen einzeln kredenzen.

2. Lamm mit Reis und Möhren
200 g Lammfleisch in Würfel schneiden und mit einer Tasse Reis, 2 Tassen Brühe und 3 mittel­großen Möhren auf kleiner Flamme in einem bedeckten Topf gar kochen. Vom Herd nehmen, einen Löffel Weizenkeimöl einrühren und erkalten lassen. Im Hundefutternapf servieren.

Sonntag, 15. März 2020

Genter Floralien

Nur alle fünf Jahre finden in der flämischen Stadt Gent die sog. Genter Floralien statt, eine der bedeutensten Blumenschauen überhaupt. Dieses Jahr ist es wieder so weit, wenn sich vom 1. bis 10. Mai 2020 die Tore der Floraliënhal im Citadelpark und des Velodrom Kuipke auf dem Gelände des Internationalen Congress Centers unter dem diesjährigen Motto „Mein Paradies, ein weltlicher Garten öffnen (floralien2020.be). Online Tickets sind ab €22 zu haben. Die Anreise sollte wegen des erwarteten Andrangs mit der Bahn erfolgen. Direkt vor dem Haupteingang des Citadelparkes, Haltestelle Ledeganckstraat, halten diverse Buslinien vom und zum Bahnhof Sint Pieters (Info: delijn.be; zu Fuß sind es etwa 850 Meter). Diverse Busreisenveranstalter (v.a. aus dem Rheinland) bieten auch Bustagestouren an. Wenn man genügend Zeit hat, sollte man auch noch einen Blick in das Genter Museum für schöne Künste werfen.

Nachtrag: Aufgrund der aktuellen Coronapandemie wird die Blumenschau auf das Jahr 2021 verschoben.

Donnerstag, 12. März 2020

Terminvorschau März / April / Mai 2020

Mit dem Monat März endet die Möglichkeit kostenlos in den Louvre zu gelangen, wie es in den Wintermonaten üblich ist, was aber im Moment nicht ins Gewicht fällt, weil der Louvre wegen der aktuellen Pandemie geschlossen ist. Dafür öffnet Ende März der niederländische Keukenhof zur diesjährigen Blumenschau seine Tore, außerdem beginnt in Zeeland die Hummersaison und im „Badjassenpark“ von Bad Nieuweschans die Freiluftsaison. Ab Mitte April sind auch wieder die königlichen Gärten in Laeken bei Brüssel für das allgemeine Publikum geöffnet und die Royal Horticultural Society eröffnet ihre Saison mit der Blumenschau in Cardiff vom 17. bis 19. April. Ab 1. Mai sind dann auch die Genter Floralien geöffnet, eine Blumenschau in der flämischen Stadt, die nur alle fünf Jahre stattfindet. Am dritten Mai beginnt weiterhin die Saison der offenen Gärten – den Anfang macht Schleswig-Holstein, gefolgt vom Rheinland (Infos im Snob Kalender). Vom 19. bis 23.Mai findet dann die renommierte Chelsea Flower Show statt und fast zur selben Zeit beginnen die Opernvorstellungen in Glyndebourne.

Montag, 9. März 2020

Das Teehaus im Englischen Garten in München

In der heutigen BRD existieren erstaunlich viele historische Teehäuser. Die meisten davon sind mittlerweile zu einer Art pseudo-fernöstlichem Rummelplatz verkommen. Als Rückzugsraum, um der Hektik der Großstadt zu entfliehen, taugen sie nicht. Eines der wenigen, in etwa "brauchbaren" Teehäuser ist das moderne, japanische Teehaus im Englischen Garten in München. Das "Kanshoan“ steht auf einer kleinen, künstlich angelegten Insel inmitten eines Zen-Gartens und ist ein Geschenk von Münchens japanischer Partnerstadt Sapporo. Anlass des Baus waren die Olympischen Spiele 1972 in München. Besucher können einmal im Monat an einer original japanischen Teezeremonie teilnehmen. Infos gibt es unter: urasenke-muenchen.de.

Freitag, 6. März 2020

Blackpools verblassende Herrlichkeit

Verblassende Herrlichkeit“ ist ein Begriff, der immer wieder auftaucht, wenn von Blackpool die Rede ist, vor allem im Bezug auf das Hotel Imperial. Der viktorianische Prachbau liegt direkt an der nördlichen Uferpromenade und hat neben dem Schriftsteller Charles Dickens auch diverse Premier­minister beherbergt. Vor allem die sozialdemokratische Partei hat immer gerne ihren Parteitag in Blackpool und in diesem Hotel abgehalten, denn die Stadt ist traditionellerweise kein Ferienort des Hochadels, sondern der Arbeiterklasse. Mit dieser begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts der Tourismus, als Arbeiter-Sparvereine anfingen organisierte Ausflüge aus den Industriezentren um Manchester nach Black­pool anzubieten. Richtig in Fahrt kam der Blackpool-Tourismus gegen 1870, als die Eisenbahn­gesellschaften verbilligte Gruppenreisetarife nach Blackpool einführten. Heute fliegen die Arbeiter jedoch lieber ans Mittelmeer. Snobs, die bereits Orte wie Charleroi und Lüttich besucht haben, wer­den Blackpool aber mit Sicherheit etwas abgewinnen können. Die Frage des Quartiers ist praktisch schon geklärt, obwohl die Zimmer im Imperial mit Preisen ab £50 für Budget-Snobs eine Heraus­forderung darstellen (imperialhotelblackpool.co.uk). Sehenswert sind auf jeden Fall die drei Piers, der 158 Meter hohe Blackpool Tower (dem Eiffelturm nachempfunden), die Museumsstraßenbahn auf der Uferpromenade, der Freizeitpark (blackpoolpleasurebeach.com) und eventuell noch die örtliche Niederlassung von Madame Tussaud`s. Ein nachmittaglicher Tanztee zur Musik einer Wurlitzer-Orgel – in Blackpool gibt es ihn noch; außerdem einen Zoo und einen Golfplatz. Eine andere Sehenswürdigkeit beginnt nur wenige Meter hinter der Uferpromenade: Die herunterge­kommene Stadtkulisse mit ihrer „Trash-Economy“, d.h. leerstehende Geschäfte und dazwischen Wettbüros, Piercingstudios, Billig-Läden, orientalische Fressbuden und ähnliches, bis hin zu einer Lebensmittel-Tafel für Bedürftige. Apropos Lebensmittel: Den besten Nachmittagstee soll es im Tower Ball Room und im Royal Carlton Hotel geben, die besten Fish & Chips soll man im Coral Island bekommen (coralisland.co.uk). Ein Geheimtipp für den Nachmittagstee ist die Revolution Bar (35 Market St.; revolution-bars.co.uk).
Für die Anreise könnte man die Fährverbindung von Zeebrügge oder Rotterdam nach Kingston-upon-Hull benutzen und ab dort mit der Eisenbahn in etwas mehr als vier Stunden nach Blackpool fahren. Zum Bahnhof Blackpool North verkehren direkte Züge ab Liverpool und Manchester. Nach Blackpool South fahren die Züge nur vom etwa 25km entfernten Preston aus. Der nächste Flughafen wäre der von Manchester, südlich der Stadt gelegen und mit beinahe stündlichen Zugverbindungen nach Blackpool North. Jet2.com fliegt von MAN nach Berlin, Köln, Nürnberg, Innsbruck, Salzburg, Wien und Genf. Es existieren mehrere Lounges in Manchester, die über loungepass.com gebucht werden können.

Dienstag, 3. März 2020

Picknick 2020

Die Picknicksaison steht vor der Tür. Auch im Tiroler Alpbachtal werden bereits die Genuss­pick­nick­körbe gepackt. Zur Wahl stehen vier verschiedene Varianten von €7 bis €24 pro Person, die von einem örtlichen Restaurant mit regionalen Produkten gefüllt werden. Sicherheitshalber sollte man aber eine Flasche Schaumwein seines Hauslieferanten mitnehmen. Übrigens ist die Region bekannt für ihre Bauernmärkte und ihren Heumilchkäse.
Einen ähnlichen Service findet man in Baiersbronn im Schwarzwald. Dort gibt es den sogenannten Baiersbronner Picknickrucksack. Dieser wird allerdings individuell nach Absprache bestückt. Vorsichtshalber sollte man aber auch dort seinen Schaumwein selbst mitbringen (zum Thema siehe auch hier).
Aber auch an anderen Orten werden immer öfter vorbereitete Picknickkörbe angeboten. Für einen Snob ist das eine zweischneidige Sache. Zum einen wird dadurch die Picknick-Vorbereitung erleichtert, zum anderen droht das Picknicken zu einer Modewelle zu werden. Dann wäre es an der Zeit etwas anderes zu organisieren. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Berlin: www.morgenpost.de (Liste)
Berlin:  www.qiez.de (Liste)
Bremen: phantastische-momente.de
Heidelberg: lecoq-hd.de
Mannheim: diemetzgerei-mannheim.de
München: feinkost-kaefer.de
Sylt: soelring-hof.de
Wuppertal: okavango-culinaria.de

Wien:austrotel.at
Zürich: baeckereiwuest.ch
London: fortnumandmason.com

Nur Versand: praesentkorbservice.de
Nur Versand: gourmondo.de (Picknicktaugliche Feinkost)

Samstag, 29. Februar 2020

Neue Produkte bei F&M

Fortnum & Mason, bekannt für Picknickkörbe und – zubehör, bietet jetzt eine neue Produktreihe mit ausgewählten Produkten für den (Snob-) Hund. Flagschiff ist der neue Geschenkkorb „The Top Dog Hamper“ mit diversen Leckerlis, Hundespielzeug einer Fellbürste und einem Keramiktopf zur Aufbewahrung der Leckerlis. Beachtenswert ist auch der ca. 60x40cm große Hundebettkorb aus geflochtener Korbweide und mit einem Schafswollkissen darin. Weiterhin sind diverse Liegedecken, Hundeleinen, Freßnäpfe, Spielzeuge und Leckerlis im Angebot.
Alkoholfreie Spirituosen sind im Kommen. Bevor sie zu populär werden, sollte ein Snob zumindest mal einen Blick darauf geworfen haben. Bei F&M kann man dies ganz einfach tun und das Sortiment ist erstaunlich vielseitig. Neben Sekt und Wein findet man Gin, Aperitifs und einige vorfabrizierte Cocktails. Passend dazu gibt es auch einen neuen Flaschenverschluss.

Mittwoch, 26. Februar 2020

Privatsphäre im Schwimmbad

Es geht eine neue Modewelle durch die Schwimmbäder: Privatsphäre für die Badegäste. Die niedrigste Stufe beginnt praktisch immer mit einer eigenen Liege im Ruhebereich. Als nächstes folgt eine Art Liege mit Sichtschutz oder ähnlichem, die oft als „Muschel“ bezeichnet wird. Das Nächsthöhere wäre dann die „Ruhe-Insel,“ (auch Trauminsel, Himmelbett oder Relax-Insel genannt) die oft auch eine Flasche Schaumwein beinhaltet. Die höchste Stufe wären dann eigene Räume mit großzügigen Liegemöglichkeiten, häufig als „Lounge“ bezeichnet, und natürlich mit der obligatorischen Flasche Champagner, sowie Mineralwasser, Obst oder diversen Pflegeprodukten, wie z.B. Duschgel. Manche Schwimmbadbetreiber offerieren sogar eigene Tages-Chalets. So lobenswert es auch ist den Gästen mehr Privatsphäre zu ermöglichen, so wenig hilfreich ist dies jedoch, wenn man sich dann das große Schwimmbecken mit vielen anderen teilen muss. Der Vorteil einer eigenen Liegemöglichkeit wird somit gleich wieder zunichte gemacht, weshalb man diesem nicht allzuviel Bedeutung beimessen sollte. Eigene Badebecken offeriert derzeit nur das Friedrichsbad in Baden-Baden.

Beispiel für diverse Ruhebereiche:
Die Therme Erding bei München ist ein tropisches Badeparadies mit mindestens 34°C warmem Thermalwasser (therme-erding.de). Neben dem Besuch im öffentlichen Bereich kann man dort auch diverse Privatbereiche anmieten, z.B. die sogenannten Galaxy Family Lounges. Gedacht sind sie für bis zu sechs Personen und bieten großzügige Liegen und einen Kinderspielbereich. Die Galaxy Alm Chalets eignen sich ebenfalls für bis zu sechs Personen (je nach Ausführung), sind dekorativ aber im alpenländischen Stil gehalten. Dann gibt es noch Family Relax Eggs und Ruhemuscheln für bis zu vier oder sechs Personen und - direkt am Thermenpool - Relax Inseln für maximal zwei Personen. Günstigstes Angebot wären die Sun Lounger Liegen auf dem Sonnendeck. In den Sommer­monaten kann man außerdem diverse Outdoor-Lounges mieten. Im textilfreien Bereich findet man darüberhinaus diverse Lounges, die vor allem für Paare geeignet sind.

Ähnliche Privatbereiche wie die Therme Erding bieten unter anderem auch die Badewelten in Sinsheim und Euskirchen.

Sonntag, 23. Februar 2020

Pariser Aussichten

Jeder Paris-Besucher will auf den Eiffelturm. Deshalb ist es dort auch so voll. Wer aber eine wirklich gute Aussicht auf Paris sucht, sollte einen Besuch auf dem Tour Montparnasse erwägen (tourmontparnasse56.com). Im 56. Stockwerk, auf etwa 210 Metern Höhe, gibt es eine überdachte Aussichtsterrasse, die man übrigens auch am späten Abend besuchen kann (bis 23 Uhr; Tickets ab €18). Immerhin dürfte es wohl einer der wenigen Orte in Paris sein, von dem aus man einen guten Blick auf den Eiffelturm hat. Außerdem findet man dort oben das 360 Café, in welchem Getränke und kleine Speisen serviert werden, und das Restaurant Ciel de Paris (cieldeparis.com). In letzterem kostet ein 2-Gänge-Menü ab €30 und den Nachmittagstee mit französischen Backwaren serviert man von 15 bis 18 Uhr und ab €14.
Noch ein Hinweis: Die Cocktailbar "Little Red Door" in der Rue Charlot ist derzeit noch wenig bekannt, soll aber einen Besuch wert sein (lrdparis.com).

Donnerstag, 20. Februar 2020

Bruchfeste Weingläser ohne Stiel

Die Picknicksaison ist zwar noch eine Weile entfernt, aber es schadet nichts schon mal seine Picknick­ausrüstung zu überprüfen. Wer im Freien einen Schluck Winzersekt seines Hauslieferanten zu sich nehmen möchte, steht vor der Frage, ob es nicht besser wäre ein paar bruchsichere Trinkgefäße anzuschaffen. Diesem Problem hat sich die Firma wayfair.de angenommen und bietet seit kurzem Weingläser aus Edelstahl in Becherform und ohne Stiel an. Gedacht sind sie eigent­lich für Rotwein, aber es gibt keinen Grund, warum man sie nicht auch für Winzersekt verwenden könnte. Neben der Version mit glatter Oberfläche gibt es auch eine aus Kupfer und mit Hammermuster. Im Sortiment des Anbieters Wayfair findet man übrigens auch Teebecher mit Sieb und Deckel. Für eine schnelle Tasse Tee zwischendurch ganz brauchbar.

Montag, 17. Februar 2020

Hausbar-Globen

Eine kleine Hausbar gehört in jeden Snob-Haushalt. Sie in einem Globus unterzubringen, ist zwar keine neue Idee, aber immer noch akzeptabel. Vor allem, wenn dieser im Arbeits- oder Empfangs­zimmer steht. Die niederländische Firma Bar-Globes.com hat ein paar interessante Exemplare im Angebot. Das Preiswerteste wäre mit €129 das Tisch-Modell „Laguna Alfeo“, welches in seinem Inneren Platz für zwei (kleine) Flaschen und sechs Gläser bietet. Das nächstgrößere Modell „Laguna Nettuno“ nimmt drei Flaschen und neun Gläser auf. Beide Globen sind als Tisch-Modelle ausgelegt, aber es gibt auch solche mit einem Unterbau, die mit ihren Rollen an einen Servierwagen erinnern. Leider geben sie damit auch das Innenleben des Globuses preis. Wer seine kleine Hausbar diskret unterbringen möchte, sollte sich also für ein Tischmodell entscheiden.

Freitag, 14. Februar 2020

Venedig vom Hausboot aus

Urlaub auf dem Hausboot ist in den letzten Jahren beinahe schon in Vergessenheit geraten. Damit wird es für Snobs wieder interessant. Angebote gibt es reichlich, von Irland über Südfrankreich bis zur Adria. Einen Bootsführerschein braucht man in der Regel nicht. Eher wenig bekannt ist, dass man auch in der Lagune von Venedig Hausbooturlaub machen kann. Zwar sind die Routen nicht sonderlich flexibel, aber dafür sieht man die Lagunenstadt aus einer sonst ungewohnten Perspektive und man hat einen gewissen Abstand zu den Touristenmassen. Besichtigungshalte sind fast immer möglich, jedoch sollte man den Bootsliegeplatz vorab auswählen. Es wird nicht gerne gesehen, wenn man ohne Erlaubnis fremde Bootsstege benutzt. Übernachtet wird an dafür vorgesehenen Plätzen, z.B. in Vignole und in Burano. In der Lagune findet man im wesentlichen zwei Anbieter: Charterboat und Locaboat. Beide operieren von der südlich von Venedig gelegenen Stadt Chioggia aus.

Dienstag, 11. Februar 2020

Das Restaurant Le Train Bleu im Pariser Gare de Lyon

Paris hat bekanntlich viele Sehenswürdigkeiten (manche nennen sie auch Touristenfallen). Eine davon ist der Gare de Lyon im „12eme“. Von hier aus verkehren Züge nach Südfrankreich, Spanien, Italien, Deutschland und in die Schweiz, außerdem diverse Regionalzüge und Metrolinien. Fast 230.000 Reisende nutzen täglich den Gare de Lyon. Unbedingt besuchen sollte man das Restaurant Le Train Bleu im ersten Stock, mit originalem Fin-de-siècle Ambiente (le-train-bleu.com). Große Speisesäle imponieren in ihrer Originalausstattung (polierte Fußböden, Holzverkleidungen, Leder­bänke) und mit üppig vergoldeten Stuckaturen und zahlreiche Skulpturen. Blickfang sind die 41 pompösen Wand- und Deckengemälde, an denen die wichtigsten französischen Künstler ihrer Zeit mitgewirkt haben. Das Preisniveau ist zwar der edlen Umgebung angepasst und die Küche mag nicht unbedingt unübertroffen sein, aber wen interessiert das, wenn er in einer derart erlesenen Atmosphäre speist?

Samstag, 8. Februar 2020

Das Höchste in den Niederlanden

Dass die Niederlande ein recht flaches Land sind, besagt schon ihr Name. Es gibt allerdings die eine oder andere Erhebung, die eventuell einen Besuch wert ist. Zwei sind sogar öffentlich zugänglich.
Das höchste, öffentlich zugängliche Gebäude der Niederlande ist der 2007 fertiggestellte Hague Tower in Den Haag (haagsetoren.nl). Seine Grundfläche liegt bei lediglich 30 mal 35 Metern, die Höhe bei 135 Metern. Im Gebäude befinden sich Büros, Wohnungen, ein Hotel, ein Restaurant und eine Bar. Im 41. und 42. Stockwerk gibt es Aussichtsplattformen, die für Bar- und Restaurant­besucher kostenlos sind.
Ein weiteres, hohes Gebäude ist der 1960 fertiggestellte, 185 Meter hohe Euromast Turm im Hafen von Rotterdam (euromast.nl). Auf etwa 92 Metern Höhe existiert ein Restaurant (Brasserie) und unten am Fuß ein weiteres. Über dem oberen Restaurant gibt es noch eine Aussichtsplattform. Im Restaurant selbst wird ab 16 Uhr der Nachmittagstee serviert. Bei den Cocktails ist die Auswahl etwas beschränkt, aber es gibt sie. Für den Zugang zum Turm wird Eintrittsgeld verlangt.

Mittwoch, 5. Februar 2020

Fredy`s mechanisches Musikmuseum

Museen für mechanische Kunstwerke sind bei Snobs recht beliebt und es gibt derer mehr, als viele glauben. Wenig bekannt ist jedoch Fredy’s mechanisches Musikmuseum in Lichtensteig SG im schweizerischen Toggenburg (fredys-mechanisches-musikmuseum.ch). Ein echter Neuzugang ist das „1. Deutschschweizer Museum für mechanische Musikinstrumente allerdings nicht, denn die Sammlung existiert schon seit über 40 Jahren. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf den Vorläufern der Plattenspieler und auf Kirmes- und Tanzorgeln. Geöffnet wird das Museum leider nur für Gruppen und am Wochenende, wenn sich mindestens fünf Einzelpersonen zusammenfinden (siehe Webseite). Im Anschluss an die Museumsführung kann man im hauseigenen Partyraum einen Apéro zu sich nehmen. Nebenbei vermietet man Drehorgeln für Feierlichkeiten und in der Garage stehen einige Oldtimer-Fahrzeuge, die ebenfalls gemietet werden können.
Es sei noch auf ein weiteres Museum in Lichtensteig hingewiesen, und zwar auf die Erlebniswelt Toggenburg (erlebniswelttoggenburg.ch). Dieses Museum besteht aus einer Oldtimer-Sammlung (Motorräder und Landmaschinen), einer Modelleisenbahnanlage in Spur 0 und einer Puppen­sammlung. Ein Bistro gibt es auch. Nicht weit davon befindet sich überdies ein Kägi Fabrikverkauf (kägi.com) und direkt neben diesem eine Käserei.
Das Musikmuseum liegt etwa 850 Meter vom SBB-Bahnhof Lichtensteig entfernt. Der Bus Linie 772 fährt bis zum Obertor; die letzten 130 Meter geht man dann zu Fuß. Mit dem Auto fährt man von Wattwil über die Kantonsstrasse 8, von Wil über die Regionalstraße nach Lichtensteig.

Sonntag, 2. Februar 2020

Neues aus der Welt der Herrenpflege

Truefitt & Hill widmet sich dieses Frühjahr besonders der Bartpflege. Trotzdem gibt es auch ein paar Tipps für diejenigen, die sich weiterhin rasieren wollen.
 
Geo. F. Trumper hat zum Jahresbeginn ein neues Eau de Cologne herausgebracht: Havana.
 
Der Londoner Flagshipstore der im sächsischen Stützengrün (Erzgebirge) beheimateten Firma Mühle, renommierter Hersteller von Rasierzubehör, feiert in Kürze ein Jubiläum. Seit nun bald zwei Jahren hat er seinen Sitz in der Mayfairer Newburgh Street, einer Seitenstraße der bekannten Carnaby Street. Hier findet man die bekannten Produkte, u.a. Rasierpinsel und -hobel, Rasiercremes, Aftershaves und alles was man sonst noch für die Herrenpflege braucht (muehle-shaving.com).

Donnerstag, 30. Januar 2020

Adelboden für Snobs

Etwas abseits der üblichen Touristenrouten im Berner Oberland liegt der Wintersportort Adelboden. Tourismus gibt es seit 1873, als das erste Hotel in der damaligen Streusiedlung gebaut wurde. Seit 1884 existiert die heutige Zufahrtsstraße und seit 1901 die Wintersaison. Neben Tourismus und Landwirtschaft spielt auch die Adelbodner Mineralwasserquelle eine gewisse Rolle. Sehenswert sind am Ort vor allem die spätgotische Dorfkirche und die Engstligenalp mit den gleichnamigen Wasserfällen. Gastronomie gibt es natürlich reichlich. Für den Snob mit Budget interessant sind der Kiosktreff mit seinem kleinen, aber feinen Speisenangebot, die Pizzeria Adelboden und das Ristorante Alfredo. Mehrere Cafés am Ort eignen sich gut für den Nachmittagstee und der Tearoom Schmid wartet sogar mit einer Whisky Lounge auf. Probieren sollte man unbedingt den örtlichen Alpkäse, der auch in den beiden Supermärkten am Ort (Coop und Volg) verkauft wird. Von Interesse (nicht nur bei schlechtem Wetter) sind außerdem die Holzschnitzerei Trummer, die Kaffeerösterei, das Kino und der Escape Room. Rasieren lassen kann man sich beim Coiffeur Chalet.
Besuchenswert ist weiterhin das hoteleigene „Spa“ des The Cambrian Hotels. Es verfügt über einen Innen- und Außenpool, Fitnessbereich, finnische Sauna, Dampfbad, Erlebnisdusche, Kneippbecken und einen Ruhebereich. Externe Gäste können den Wellness-Bereich in der Nebensaison Mo.-Mi. 9-21 Uhr besuchen, an den übrigen Tagen sowie in der Hauptsaison auf Anfrage. Der Eintrittspreis beträgt SFr. 40 pro Person, 10er Abonnements sind zum Preis von SFr. 350 erhältlich. Darin enthalten ist v.a. der Besuch des Schwimmbades. Wellnessbehandlungen etc. werden extra berechnet. Vor dem Besuch sollte man sorgfältig die Preisliste studieren.
Und auf jeden Fall sollte man einen Ausflug ins Tropenhaus Frutigen einplanen. Dort erhält man u.a. Kaviar der Hausmarke „Oona. Das Tropenhaus liegt nur wenige Meter vom Bahnhof Frutigen entfernt. Snobs die ihren Hund mit nach Adelboden nehmen wollen, finden unter www.adelboden.ch/de/w/ferien-mit-hund-winter hilfreiche Informationen.

Anreise: Mit der Bahn bis zum Bahnhof Frutigen an der Lötschbergbahnlinie und weiter mit dem Ortsbus nach Adelboden. Mit dem Auto aus Richtung Norden kommend, fährt man die A5 bis vor Basel und wechselt auf die A98, fährt an Lörrach vorbei und überquert bei Rheinfelden den Rhein. Sofort nach der Brücke die Autobahn verlassen. Auf der Kantonsstrasse 5 in Richtung Basel fahren. In Pratteln kurz hinter der Ortseinfahrt links auf die Frenkendörferstrasse einbiegen und weiter auf die Kantonsautobahn 22 (vignettenfrei) fahren. In Liestal die 22 verlassen, auf die Kantonsstrasse 12 nach Waldenburg abbiegen und weiter nach Oensingen fahren. Auf der K5 via Niederbipp nach Wiedlisbach. Über die K22 nach Herzogenbuchsee und dort auf der K1 nach Bern. Ab Worlauben geht es auf der K6 weiter, die über Münsingen und Thun nach Spiez führt. Ab hier der Beschilde­rung Kandersteg bis Frutigen und Adelboden folgen. Entfernung ab Rheinfelden ca. 170km, Fahrzeit ca. 3 Stunden, man braucht für die o.g. Route keine schweizerische Autobahnvignette.

Sonntag, 26. Januar 2020

Urlaub 2020: Beschauliche Sommerferien im Mittelmeerraum

Noch geht es winterlich zu in Europa, aber auch ohne Erderwärmung kann man sicher sein, dass es irgendwann wieder Sommer wird. Dem Snob stellt sich dann die Frage, wie er den Sommer ver­bringt. Möglichkeiten sind reichlich vorhanden. Für einen Badeurlaub am Mittelmeer bieten sich mehrere Orte an: Allen voran Elba, aber auch Cadaqués und Llafranc in Katalonien sowie diverse Orte an der ligurischen Küste, auf Sizilien oder in Istrien. Auch an der Nord- und Ostseeküste fin­den sich interessante Badeorte, von Bournemouth im Ärmelkanal bis Blank-Eck an der Ostsee. Wer lieber einen Wanderurlaub machen möchte, hat die Wahl von Bornholm bis zu den Cevennen und zwischen Alpen und Karpaten. Die Liste der Kurorte und Heilbäder wäre gar unendlich.
Man könnte dieses Jahr natürlich auch mal einen ruhigen Urlaub in einer mediterranen Gegend in einer Villa mit eigenem Swimmingpool verbringen. Dafür wäre Sardinien eine gute Adresse. Auf der Webseite ferienhaus-sardinien.com finden sich mehr als 100 mietbare Ferienhäuser mit eigenem Swimmingpool. Man sollte allerdings darauf achten, dass es sich bei dem Pool nicht um einen Ge­meinschaftspool handelt, den man mit den Bewohnern des benachbarten Ferienhauses teilen muss. Die Wochenmietpreise beginnen bei etwa €360. Ein solches Ferienhaus kann durchaus außerhalb der Urlaubszentren in ländlicher Umgebung im Landesinneren liegen, denn man hat ja seine private Bademöglichkeit und erspart sich den Rummel eines Strandbesuches. Man kann praktisch den ganzen Tag am eigenen Pool verbringen, bequem auf einem Liegestuhl liegen, dabei einen Cocktail schlürfen und einen Hintertreppenroman lesen. Wenn einem das irgendwann zu langweilig wird, macht man einen Ausflug in die Umgebung. Sehenswürdigkeiten finden sich in beinahe jedem Dorf und die Natur ist ohnehin grandios. In Casteldoria gibt es sogar eine frei zugängliche Thermalquelle (nebenan existiert aber auch ein Kurhotel). Unbedingt sollte man den einheimischen (Rot-)Wein und den Schafskäse Pecorino probieren.
Ein paar Worte zu Porto Cervo. Der Ort an der Nordostküste Sardiniens wurde 1962/63 als exklu­sives Ferienressort von dem Investor Karim Aga Khan IV gegründet. Schnell entwickelte er sich zu einem Spielplatz der Superreichen. Bekannt wurde die Gegend, nachdem Teile des James-Bond-Films „Der Spion, der mich liebte“ in einigen umliegenden Dörfern gedreht wurden. Für einen Snob ist Porto Cervo nur insofern interessant, als sich dort diverse Luxusgeschäfte befinden. Die dortige Gastronomie gilt gemeinhin als überteuert. Die Landschaft ist aber durchaus sehenswert.
Nach Sardinien gelangt man mit der Fähre von Genua nach Porto Torres. Nach Italien fährt man mit den Nachtzügen München – Mailand (und weiter mit einem Tagszug nach Genua) oder Hamburg / Berlin – Zürich (und mit einem Tagszug in fünfeinhalb Stunden nach Genua). Tipp: Einen eventuel­len Umsteigeaufenthalt in Zürich könnte man zu einem Besuch des Warenhauses Jelmoli nutzen. Vom Hafen Porto Torres existieren zahlreiche Bahn- und Busverbindungen ins Innere der Insel (trenitalia.com). Mit dem Auto könnte man in den Sommermonaten die Autozüge von Urlaubs-Express.de Hamburg / Düsseldorf – Verona nutzen und ab Genua mit der Fähre nach Porto Torres übersetzen. Vor dem Grenzübertritt nach Italien sollte man unbedingt nochmal tanken. Der Flug­hafen Olbia wird u.a. von Brussels Airlines und People`s (ab Altenrhein) angeflogen. Die Airport­lounges können über Loungepass.com gebucht werden. Es gibt auch ein Fast Track Angebot.

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Donnerstag, 23. Januar 2020

Kur und Kreuzfahrt heute

Die Freizeitbeschäftigungen eines Snobs können überaus vielfältig sein. Allerdings gibt es zwei Aktivitäten die besonders hervorstechen: Kuraufenthalte und Kreuzfahrten. Beide haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert.

Traditionelle Kuraufenthalte werden nur noch in wenigen Traditionsbadeorten angeboten. Die meisten Orte handhaben den Kurbetrieb heute wesentlich legerer, was allerdings den Vorteil hat, dass man oft auch ohne ärztliche Verschreibung Kurbehandlungen erhalten kann. Einige Orte haben den orga­nisierten Heilwasserausschank sogar ganz abgeschafft. Die Brunnenhalle im Kurpark ist meist aber noch öffentlich zugänglich, sodass sich jeder mit einem mitgebrachten Trinkgefäß am Heilwasser bedienen kann. Einer privaten Trinkkur steht also nichts im Wege. Eine Badekur kann man natürlich nur durchführen, wenn es am Ort ein Thermalschwimmbad gibt. Das muss nicht notwendigerweise groß sein (im Prinzip würde schon eine Badewanne ausreichen). Und es soll Fälle gegeben haben, wo Leute das Heilwasser in einen mitgebrachten Tank abgefüllt haben, um damit zu Hause in ihrer Badewanne zu baden. Das gesellschaftliche Leben, welches traditionellerweise beim Kuren eine Rolle spielt, hat sich heutzutage ohnehin ins Internet verlagert. Ein Selfie, das den Snob am Brunnen beim Trinken des Heilwassers zeigt, auf der eigenen Facebook-Seite genügt, um die Welt über den Kuraufenthalt des Snobs zu informieren.

Kreuzfahrten sind heutzutage zum Massenphänomen verkommen. Moderne Kreuzfahrtschiffe glei­chen eher schwimmenden Rummelplätzen, mit einem Unterhaltungsangebot das sich vorwiegend an ein Massenpublikum richtet und einem Hotelbereich der mehr als 6000 Reisende beherbergen kann. Von der Exklusivität der frühen Kreuzfahrten ist nichts mehr übrig geblieben. Einem Snob bleibt unter diesen Umständen nichts anderes übrig, als sich mit der bestehenden Situation zu arrangieren und sich eine exklusivere Urlaubsart zu suchen. Problematisch ist dies, wenn der Snob gewissen Budgetbeschränkungen unterliegt. Eine preiswerte Möglichkeit zu einem Kreuzfahrt­erlebnis zu kommen ist eine sog. Mini-Kreuzfahrt auf einem Fährschiff. Die Freizeiteinrichtungen moderner Fährschiffe stehen denen auf Kreuzfahrt­schiffen mittlerweile in nichts nach. Besonders interessant sind für den Snob die Spa-Bereiche mit Whirlpool(s) und Massagen. Die Einkaufs­zen­tren an Bord geben in der Regel nicht so viel her, aber schauen kann man ja mal. Die Show­pro­gramme auf manchen Fährlinien haben durchaus eine gewisse Qualität, also warum sollte man sie nicht mal anschauen? Manchmal kann man dazu sogar ein VIP-Paket buchen (Tisch­reservierung, Schaum­wein etc.). Auch die Gastronomie an Bord kann durchaus einen Besuch wert sein. Tipp: Die Cock­tails in den Schiffsbars sind oft günstiger, als an Land. Alles was man dann noch braucht, sind ein paar Selfies vom Oberdeck, mit dem Meer im Hintergrund, für die eigene Facebook-Seite.

Montag, 20. Januar 2020

Das Val di Zoldo

Das in den italienischen Dolomiten gelegene Val di Zoldo ist nur wenigen Eingeweihten als Urlaubsziel bekannt (valdizoldo.net). Das vom Fluss Maè von Nordwesten nach Südosten durchzogene Tal hat etwas mehr als 3000 Einwohner, die – nicht unähnlich einer Walser-Streusiedlung – in verschiedenen kleinen Weilern leben. Viele Zoldianer beschäftigen sich traditionellerweise mit der Herstellung von Speiseeis und ein nicht unerheblicher Teil der nördlich der Alpen wirkenden Gelatieri stammt aus dem Val di Zoldo. Wintersport gibt es in Palafavera und Zoldo Alto. Die übrigen Orte konzentrieren sich auf die Sommersaison. Dennoch ist das Tal touristisch weniger erschlossen, als andere Regionen in den Dolomiten. Für einen Snob der Urlaub in einer eher wenig bekannten alpinen Bergregion machen will, könnte das Val di Zoldo eine gute Wahl sein.
Durch das Tal führt die Strada Proviciale 251. Von der Brenner-Autobahn gelangt man durch das Grödnertal und diverse, kleine Regionalstraßen ins Val di Zoldo. Wegen der hohen Benzinpreise in Italien, unbedingt vor der Grenze in Österreich tanken! Zugreisende fahren am besten nach Belluno und ab dort mit dem Bus Nr. 25 in das Val di Zoldo.

Freitag, 17. Januar 2020

VIP am Eiger

Der Bahnhof Jungfraujoch im Berner Oberland ist mit 3454 Metern ü.M. die höchstgelegene Bahnstation Europas. Um die Anreise in Zukunft zu beschleunigen und den Reisenden den Umweg über die Kleine Scheidegg zu ersparen, soll zukünftig eine neue Gondelbahn vom neuen Terminal Grindelwald die Besucher direkt zum Eigergletscher bringen (v-bahn.jungfrau.ch). Das "Besondere": Der Platinum-Club. Für seine Mitglieder wird es im neuen Terminalgebäude - neben reservierten Parkplätzen - eine VIP-Lounge geben, die nur den Clubmitgliedern zugänglich sein wird. Diese fahren außerdem in einer VIP-Gondel zum Eigergletscher. Die genauen Einzelheiten sind derzeit noch nicht bekannt. Als Snob sollte man die Sache im Auge behalten, aber nicht überbewerten. Schließlich ist die mit der Lounge und der VIP-Gondel herbeigeführte Exklusivität eher künstlicher Natur. Ein Snob würde auf dem Weg zum Eigergletscher (und zum Jungfraujoch) natürlich der alterprobten Zahnradbahn den Vorzug geben. Übrigens soll es ein ähnliches Angebot auch in der neuen Männlichenbahn (direkt nebenan) geben, jedoch sind die Einzelheiten noch nicht bekannt.
Auch andere Seilbahnbetreiber offerieren - nebenbei bemerkt - VIP-Gondeln, zum Beispiel die Zermatt Bergbahnen auf der Strecke von Zermatt zum Trockenen Steg. Eine (einfache) Fahrt kostet dort SFr. 100 für bis zu vier Personen. Im Preis inbegriffen ist eine Flasche Moët & Chandon. Die Strecke ist etwas mehr als 6.5km lang und die Fahrzeit liegt bei ca. 27 Minuten. Weitere Beispiele für VIP-Gondeln finden sich im Hochzillertal, im Paznaun, am Semmering, im Südtiroler Kronplatz und bei Meran. Sogenannte "Genussgondeln" gibt es in Serfaus und Alpbach-Wildschönau, einen "richtigen" VIP-Club bietet das Skigebiet Ischgl.

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Dienstag, 14. Januar 2020

Die fränkische Alb: Steine, Bier und Stalagmiten

Von Lichtenfels im Norden bis Ingolstadt im Süden zieht sich die fränkische Alb; sichelförmig, vorbei an Nürnberg im Westen und Regensburg im Südosten und durchschnitten vom Main-Donau-Kanal zwischen Buchberg und Schlossberg. Höchster Gipfel ist der weit im Süden gelegene Dürrenberg mit 656 Metern. An erster Stelle aber weist die nördliche Frankenalb, auch fränkische Schweiz genannt, viele interessante Felsformationen auf, z.B. am Hohenstein (624m), weshalb sich hier auch der Tourismus konzentriert. Sportkletterer kennen vor allem das Altmühltal und seine Neben­täler. Burgen, Burgruinen und kleine Ortschaften prägen über weite Strecken das Bild der fränki­schen Alb und zahlreiche Wanderwege erschließen die Natur. Der (Kur-) Tourismus setzte recht früh im 19. Jahrhundert ein, als man im Ort Streitberg begann Molkenkuren zu offerieren. Vor allem das benachbarte Muggendorf entwickelte sich rasch zu einem beliebten Molkenkurort. Heutigen Kurgästen sei jedoch eher das weiter nördlich gelegene Bad Staffelstein mit seiner Thermalquelle empfohlen. Auf der fränkischen Alb gibt es überdies zahlreiche Tropfsteinhöhlen, von denen die bekannteste und größte die Teufelshöhle bei Pottenstein ist. Ein typisches Produkt der Region ist Bier (v.a. Zwickelbier), welches meist in kleinen und mittleren Hausbrauereien hergestellt wird, oft im Nebenerwerb (heute existieren noch etwa 70 Kleinbrauereien).

Samstag, 11. Januar 2020

Ein Besuch in Cornwall

Die englische Grafschaft ganz im Südwesten der britischen Hauptinsel und westlich des Flusses Tamar verfügt über ein sehr mildes Klima. Vor allem im Winter ist dies vorteilhaft, sodass die Gegend bekannt ist für ihre subtropischen Gärten, in denen Agaven, Bambus und Palmen gedeihen. Natürlich findet man überall auch Rhododendren. Die bekanntesten Gärten dürften wohl Glendur­gan Garden, Trebah Garden (trebahgarden.co.uk), Trelissick Garden (alle bei Falmouth) und The Lost Garden of Heligan (bei St. Austell; heligan.com) sein. Vor- und frühgeschichtliche Denkmäler gibt es ebenfalls zuhauf, u.a. Steinkreise (z.B. Merry Maidens), Dolmen (z.B. Lanyon Quoit) oder steinzeitliche Siedlungsspuren. Sehenswert sind weiterhin das Bodmin Moor, zahlreiche Klippen­formationen entlang der Küste (u.a. die Bedruthan Steps an der Nordküste) und die geografischen Punkte Land's End (westlichster Punkt Englands) und Lizard Point (südlichster Punkt Englands). Neben bizarren Klippen gibt es entlang der cornischen Küste auch malerische Fischerdörfer, wie z.B. Lamora, das sich im späten 19. Jahrhundert zu einer Künstlerkolonie entwickelte. Eine be­sondere Attraktion ist allerdings das Freiluft-Theater Minack (minack.com), in dem vor allem Shakespeare-Stücke aufgeführt werden. Nicht fehlen darf ein Besuch auf dem St. Michael's Mount, einer 366 Meter hohen Gezeiteninsel bei Marazion, mit einem ehemaligen Kloster. Die englische Küche ist bekanntermaßen nicht ganz unproblematisch, jedoch sollte man unbedingt eine Cornish Bakery besuchen. Vor allem die gefüllten Blätterteigbackwaren sind sehr zu empfehlen. Am populärsten dürfte wohl die Cornish Pasty sein, eine gefüllte Fleischpastete im Teigmantel.
Für die Anreise eignet sich der Nachtzug von London Paddington nach Penzance am besten. Neben einfachen Sitzplätzen kann man Schlafkabinen mit Waschbecken und kleinem, kontinentalen Früh­stück für eine oder zwei Personen buchen. Nächster Fährhafen zum Kontinent wäre Plymouth und auf französischer Seite St. Malo. Ab Dover beträgt die Entfernung nach Cornwall etwa 600 Kilo­meter und man muss mit dem Auto über die Londoner M25 fahren; eine durchgehende Küstenstraße gibt es nicht. Der recht abseits gelegene Regionalflughafen Newquay Cornwall wird derzeit nicht aus Mitteleuropa angeflogen (Airport Lounge Eintritt £15).

Donnerstag, 9. Januar 2020

Nachruf auf die Schwarzwaldstube

In der BRD gibt es derzeit zehn Drei-Sterne-Restaurants, davon zwei in Baiersbronn. Eines der beiden ist die Schwarzwaldstube, die in der Nacht zum 6. Januar ausgebrannt ist. Der Verlust wiegt schwer in der Welt der Haute Cuisine, denn in Baiersbronn war diese Welt noch in Ordnung. Gleich zwei Drei-Sterne-Restaurants, plus zwei Ein-Sterne-Lokale, macht insgesamt acht Sterne für Baiers­bronn, wie die Touristiker der Schwarzwaldgemeinde in ihren Infobroschüren gerne vor­rechnen. Sogar die Naturschönheiten des Schwarzwaldes scheinen da zu verblassen.
Dass die gehobene Gastronomiebranche anderswo jedoch schon seit Jahren in einer Krise steckt, ist inzwischen ein offenes Geheimnis. Erst 2017 ging der Fall des Drei-Sterne-Kochs Sébastien Bras, Chefkoch des Drei-Sterne-Gourmet­restaurants Le Suquet in Laguiole (Auvergne), durch die Presse, der kein Sterne-Koch mehr sein wollte. Der damit verbundene Druck wurde ihm zu groß. 2003 soll sich der Meisterkoch Bernard Loiseau aus Saulieu (Burgund) angeblich deshalb erschossen haben, weil sein Restaurant in der Bewertung des Gault & Millau abgerutscht ist, wie sein inzwischen verstorbener, großer Kollege Paul Bocuse damals behauptet hat. Andere Sterne-Köche steigen weniger spektakulär aus der Haute Cuisine aus, wie der bekannte Fernsehkoch Johann Lafer, der letztes Jahr sein prämiertes Sterne-Restaurant im Hunsrück einfach geschlossen hat. Ein abgebranntes Sterne-Lokal im Schwarzwald ist da folglich noch das geringste Problem.
Aber auch als Feinschmecker sollte man nach vorne und nicht zurück blicken. Schließlich gibt es ja noch die anderen Sterne-Restaurants in Baiersbronn und auch die übrigen Lokale ohne Sterne bieten eine hervorragende Küche an. Das macht die Nähe zu den Sterne-Restaurants, welche die übrigen Lokale der Region unter einen gewissen Konkurrenzdruck setzt. Und dann ist da noch der absolute Geheimtipp: Die Metzgerei Koch aus dem nahen Klosterreichenbach (metzgereikoch.de), die Montag bis Samstag Mittags (bis 13 Uhr) warme Speisen offeriert. Unbestätigten Insider-Informationen zufolge soll nämlich dies die Metzgerei sein, die sämtliche Sterne-Restaurants des halben Schwarz­waldes mit Fleisch- und Wurstwaren beliefert.

Dienstag, 7. Januar 2020

SBB-Panoramawagen im Ausland

Die Panoramawagen der Schweizerischen Bundesbahnen werden vornehmlich auf der Gotthardstrecke Zürich - Locarno eingesetzt. Hin und wieder gelangen die beliebten Aussichtswagen aber auch auf andere Strecken. Aktuell sind allerdings nur zwei Routen bekannt, auf denen Panoramawagen außerhalb der Gotthardbahn eingesetzt werden.

Der Eurocity Nr. 8 von Zürich nach Hamburg, der auf seiner Rückfahrt zum EC 9 wird, führt einen SBB-Panoramawagen mit. Vor allem auf dem Abschnitt Koblenz – Mainz kann dieser den Vorteil seiner großen Panoramafenster voll ausspielen. Gewöhnlich trägt der 1.-Klasse-Wagen die Nummer 263 und man benötigt eine Sitzplatzreservierung. In Fahrtrichtung Norden läuft der Waggon an zweiter Stelle hinter der Lok, auf der Fahrt nach Süden als vorletzter Wagen. Schweizerische Panoramawagen besitzen eine 2+1 Bestuhlung, wobei sich die 1er Bestuhlung planmäßig auf der dem Rhein zugewandten Seite befindet. Dort sollte man reservieren (sofern noch etwas frei ist). Die Sitze sind recht bequem und verfügen über Steckdosen. Der Zug führt auch einen Speisewagen, der von der schweizerischen Elvetino bewirtschaftet wird. Die Preise entsprechen daher dem schweizerischen Niveau, jedoch ist die Qualität generell besser als woanders. Der EC8 verlässt Zürich HB gewöhnlich um 11:00 Uhr und erreicht Hamburg-Altona um 21:29 Uhr. Der EC9 verlässt Hamburg-Altona um 06:31 Uhr und gelangt um 17:00 Uhr nach Zürich HB. Wichtige Zwischenstationen sind Basel, Karlsruhe, Mainz, Koblenz, Köln, Duisburg, Essen, Osnabrück und Bremen.

Der Eurocity Nr. 163 Transalpin von Zürich nach Graz, der auf der Rückreise als EC164 bezeichnet wird, führt ebenfalls einen schweizerischen Panoramawagen. Auch für diesen ist gewöhnlich eine Fahrkarte der Ersten Klasse und eine Sitzplatzreservierung erforderlich. Außerdem gibt es im Zug ein ÖBB-Bordrestaurant. Der EC163 verlässt Zürich HB um 08:40 Uhr und erreicht Graz um 18:14 Uhr. Der EC164 startet in Graz um 09:45 Uhr und gelangt nach Zürich HB um 19:20 Uhr. Wichtige Zwischenstationen sind Buchs SG, Feldkirch, Innsbruck, Wörgl, Zell am See, Schwarzach-St.Veit, Selzthal und Leoben.

Info zu schweizerischen Speisewagen: 

Samstag, 4. Januar 2020

Armbanduhren für Snobs

Eine wirklich exklusive Armbanduhr zu finden ist gar nicht so einfach. Vor allem, wenn der Preis akzeptabel sein soll. Zum Glück gibt es aber erstaunlich viele, kleine Uhrenmanufakturen, die auch nur wenig bekannt und damit potentiell für Snobs interessant sind. Die folgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die junge Hamburger Manufaktur Sternglas (sternglas.de) bietet eine mechanische Automatikuhr „Naos Automatik“ im Bauhaus-Stil zu einem recht guten Preis. Im Ínneren arbeitet ein weitverbreitetes und bewährtes Miyota 821A Uhrwerk. Das Display gibt es in weiß oder schwarz, die Wasserdichtigkeit liegt bei 5 bar und zur Wahl stehen drei verschiedene Uhrenbänder. Bis dato ist die Manufaktur nur wenig bekannt.
 
Dass Carl F.W. Borgward einstmals Autos gebaut hat, ist bekannt. Nur wenige wissen jedoch, dass er auch Armbanduhren konstruiert hat. Diese Tradition will Jürgen Betz aus dem Markgräflerland wieder aufleben lassen (borgward.ag). Als Orientierung dienen Originalvorlagen aus dem Borgward-Archiv. Gefertigt wird auf Bestellung, d.h. es sind individuelle Änderungen möglich. Sollte einem Snob sehr entgegen kommen.
 
Rainer Brand produziert seine Uhren im unterfränkischen Heimbuchenthal (rainerbrand.de). Zum Einsatz kommen vorwiegend modifizierte ETA-Uhrwerke. Die klarlinigen Uhren sind wasserdicht mindestens bis 3 Bar und können, je nach Modell, mit verschiedenen Armbändern geliefert werden.

Südlich von der schwarzwäldischen Uhrenmetropole Schramberg produziert Markus Lehmann seine gehobenen Zeitmesser (lehmann-uhren.de). Zum Einsatz kommen neben edlen Metallen auch Keramik und Kautschuk. Natürlich sind die Uhren wasserdicht (min. 5 Bar).

In Bad Neuenahr, südlich von Bonn, befindet sich im Erdgeschoss eines Gründerzeitbaus auf der Hauptstraße das Uhrenatelier Retterath. Bekannt ist es für seine Eigenkreationen. Zum Einsatz kommen ETA-Uhrwerke und Gehäuse in Edelstahl oder (ver)gold(et). Verschiedene Armbänder stehen zur Auswahl. Eine Webseite gibt es aktuell nicht, aber dafür sind die Uhren wirklich exklusiv.

Donnerstag, 2. Januar 2020

Rolex-Knappheit und billiger Champagner

Es ging in der Vorweihnachtszeit durch die Presse: Rolex-Uhren werden teurer weil sie knapp sind (vor allem in München) und Champagner vom Discounter taugt praktisch nichts. Für einen Snob ist beides nicht weiter erstaunlich.
Rolex ist wahrscheinlich die bekannteste Uhrenmarke der Welt. Für Snobs wäre das schon Grund genug keine Rolex zu tragen. Erschwerend hinzu kommt das neureiche Image der Marke, auch wenn die Qualität der Uhren zugegebenermaßen akzeptabel ist. Außerdem sind Rolex-Uhren Massenprodukte, wenn auch recht teure (geschätzte Jahresproduktion etwa 950.000 Uhren). Ein Snob wird daher der Uhr einer kleinen, aber feinen und möglichst unbekannten Uhrenmanufaktur den Vorzug geben.
Bei Champagner vom Discounter ist eigentlich klar, dass dieser qualitätsmäßig auf der allerunter­sten Stufe angesiedelt ist. Um zum Beispiel einen Preis von unter €10 anbieten zu können, so, wie Aldi mit seiner Hausmarke „Veuve Monsigny“, kann man nur die billigsten Trauben, die ja unbe­dingt aus der Champagne stammen müssen, verarbeiten. Zwar müssen auch diese von Hand gelesen werden, was die Personalkosten hochtreibt, und Flaschengärung bei entsprechender Reifezeit ist natür­lich ebenfalls Pflicht und entsprechend aufwändig und teuer. Aber schließlich kann man mit der Marke Veuve Monsigny niemanden beeindrucken, denn wer sich ein wenig auskennt, weiß, dass diese von Aldi kommt. Ein Snob der tatsächlich wenig Geld ausgeben will, würde daher wirklich preisgünstigen Sekt wählen und diesen möglichst auch noch im benachbarten Ausland kaufen, wo es keine Schaumweinsteuer gibt. Und wirklich exklusiv ist ohnehin nur Winzersekt, den ein Snob von seinem Hauslieferanten bezieht und an dessen Weingut er möglichst auch noch finanziell beteiligt ist.