Samstag, 31. März 2018

Beginn der Gartensaison

Viele Snobs sind Gartenfreunde. Wohnt der Snob in einem Haus, hat er meistens auch einen Garten und oft auch einen Wintergarten. Lebt er in einer Etagenwohnung, dann hat diese Woh­nung - wenn irgend möglich - einen Dachgarten, einen Balkon oder zumindest ein Erker­fen­ster mit viel Glas. Ein Wintergarten ist überdies der ideale Ort für den 5-Uhr-Tee. Gartenpflege ist für den Snob eine angenehme und kultivierte Beschäftigung, wobei die gröberen Arbeiten (Rasenmähen, Bäume schneiden etc.) natürlich von entsprechendem Fachpersonal erledigt werden sollten. Ideale Pflanzen für den Snob-Wintergarten sind Kamelien, Strelitzien, Orangen- und Zitronenbäume, Zypressen, Mimosen und vielleicht noch eine Agave. Für den Freiluftgarten empfehlen sich Rhododendron, Buchsbäume, Oleander und Gardenien. Stammen die Pflanzen aus dem Park des Familienanwesens, umso besser. Bäuerlich-rustikale Pflanzen wie z.B. Geranien sollte man jedoch meiden.
Da ja bald wieder die Gartensaison beginnt, wird es auch für den Snob Zeit seinen (Winter-) Garten auf den kommenden Sommer vorzubereiten. Wer noch Gartenwerkzeug benötigt, findet beim nieder­ländi­schen Hoflieferanten Sneeboer (www.sneeboer.com) sicher was er braucht. Die Firma aus Boven­karspel (Nordwest-Holland) fertigt seit über hundert Jahren und in der vierten Generation hoch­wer­tige Gartenwerkzeuge in Handarbeit. Vor allem solche mit kurzem Griff eignen sich ideal für die delikateren Arbeiten im Wintergarten. Es gibt sogar spezielle Werkzeuge für Linkshänder. Eine Liste der Bezugsquellen findet man auf der Unternehmenswebseite.
Eventuell könnte ein Snob der sich tiefergehend mit Gartengestaltung beschäftigt eine Mitglied­schaft in der Royal Horticultural Society erwägen (rhs.org.uk; man kann sogar eine lebenslange Mitgliedschaft erwerben). Bei einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von £61 erhält man ermäßigten Eintritt in diverse Gartenausstellungen, die Mitgliederzeitschrift und freien Zutritt zu den vier eigenen Gärten (ein fünfter ist in Arbeit) und diversen Partnergärten. Wer aber nur gelegentlich eine Ausstellung besuchen will, ist mit einer Gast-Eintrittskarte besser bedient. Die renommierte RHS Chelsea Flower Show muss ohnehin extra bezahlt werden, auch wenn Mitglieder (einen gering­fügigen) Rabatt erhalten.
Wem der Weg nach Chelsea zu umständlich ist, der könnte dem niederländischen Keukenhof einen Besuch abstatten (keukenhof.nl/de). In diesem Frühling blühen dort auf etwa 32 Hektar Fläche mehr als 7 Millionen Tulpen, unterteilt in 800 verschiedene Tulpensorten. Weiterhin gibt es Blu­men­shows, Inspirationsgärten, Kunstwerke und diverse Veranstaltungen. Der Keukenhof ist vom 22. März bis zum 13. Mai 2018 geöffnet, sodass man auch zuerst diesen besuchen könnte und dann ab 22. Mai die Chelsea Flower Show.
Im übrigen sei noch auf die durchaus brauchbaren Tipps zur Gestaltung von Balkonen in der "Schweizer Familie" hingewiesen.

Freitag, 30. März 2018

Ferien im Schloss Drachenburg

Er selbst hat es nie bewohnt: Baron Stephan von Sarter, der Erbauer von Schloss Drachenburg im Siebengebirge. Dafür kann man seit neuestem im Schloss eine Ferienwohnung mieten. Die ca. 80 qm große Suite im 3. Stock ist über einen separaten Eingang und über eine Wendeltreppe zugänglich. Hauptattraktionen sind das Schloss, der Park und die unbeschreibliche Aussicht auf das Rheintal. Kleiner Wermutstropfen: Das Schloss ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel. Sind aber die Tagestouristen abends wieder weg, kann man ganz ungestört den Schlosspark genießen.

Donnerstag, 29. März 2018

United Chip in London

Nichts ist im Vereinigten Königreich bodenständiger, als eine solide Fish & Chips Bude. Ein neuer Stern am gastronomischen Himmel Londons ist seit 2017 das Lokal United Chip in der Clerken­well Road (unitedchip.co.uk). Frittiert wird hier in Sonnenblumenöl (sic!) und neben Pommes aus Lincoln­shire-Kartoffeln werden selbstgemachte Saucen offeriert. Wer es exotischer mag, kann auch einen Krab­ben­burger bestellen. Ansonsten stehen Kabeljau, Schellfisch und Seelachs zur Auswahl (Merke: Nie­mals einfach nur fish & chips bestellen; immer die Fischart nennen: cod, haddock, pollock, also z.B. haddock & chips, please!). Wer keinen Fisch mag, kann zu den Pommes auch eine Wurst be­kom­men. Geöffnet ist täglich außer Sonntags, 11:30 – 22:00 Uhr und wer sein Essen lieber woanders verzehren möchte, kann sich auch via Deliveroo (deliveroo.co.uk) beliefern lassen.

Mittwoch, 28. März 2018

Der Zürcher Prime Tower

Seit 2011 hat die Stadt Zürich einen neuen Höhepunkt: Den 126 Meter und 36 Stockwerke hohen Prime Tower im Kreis 5, nahe beim Bahnhof Hardbrücke (primetower.ch). Im Dachgeschoss des höchsten Gebäudes der Schweiz befindet sich das Restaurant Cloud mit Showküche, Bar, Bistro, Smokers Lounge und Privé und einer grandiosen Aussicht auf die Zürcher Innenstadt und das Seebecken (cloud.ch). Die Bar hat selbstverständ­lich auch Signature-Cocktails, unter anderem den Lemongrass Collins No. 2 auf Gin-Basis. Die Preise ent­sprechen – wie immer in solchen Etablisse­ments – der Höhe des Gebäudes, aber für einen Morgenkafi und ein Gipfeli im Bistro (für unter 10 Franken) oder einen Nachmittags-Apéro in der Bar (Cocktails um die 25 Franken und ca. 100 ver­schiedene Gins) sollte man das Geld schon zusammenkratzen können. Ob man das will, ist natürlich eine andere Frage, denn eigentlich spricht nur die Aussicht für einen Besuch in dieser Yuppie-Location. Eine schöne Aussicht hat man aber auch von anderen Plätzen Zürichs aus, z.B. aus der Mensa der ETH.

Montag, 26. März 2018

Saisonbeginn im Bademantelpark Bad Nieuweschans

Bald ist es wieder soweit: Zum 1. April beginnt die Sommersaison im niederländischen Kur­ort Bad Nieuweschans an der Dollartbucht und der 10 Hektar große Ba­de­mantelpark (niederl. Bad­jas­sen­park), in welchem man von April bis Oktober im Bademantel flanieren kann, öffnet wieder seine Pforten. Sogar den Fünf-Uhr-Tee kann man dort in dem aus­schließlich für Bademantelträger zugänglichen Park genießen. Das Ther­­malwasser von Bad Nieuweschans ist eine eisen- und jodhaltige Thermalsole mit einem hohen Gehalt an Kal­­zi­um- und Sulfationen und hat eine Badetemperatur von 36°C. Außer­dem werden im Kur­zen­trum Mas­sa­gen, eine Sau­nalandschaft, Ruheräume und zahl­reiche andere Therapien offeriert, inklusive Ga­stro­­no­mie und Friseursalon. Infos gibt es unter www.fontananieuweschans.nl.

Sonntag, 25. März 2018

Vorfrühlingstrip auf die Nordseeinseln

Es ist zwar noch etwas früh im Jahr, aber wie wäre es mit einer Kurzreise auf eine der Nord­see­in­seln? Auf dem Mitflugportal de.wingly.io bieten diverse Piloten Mitflug-Gelegenheiten ab Aachen, Essen, Münster oder Hannover u.a. auf die Ostfriesischen Inseln an. Im Angebot finden sich auch Touren, bei denen mehrere Tage zwischen Hin- und Rückflug liegen, z.B. über die Pfingstfeiertage. Wer einen solchen Mitflug bucht, kann natürlich an Bord keinen Service erwarten und manchmal liegen die Flugplätze in der tiefsten Provinz. Aber dafür reist man fernab des Massenverkehrs und ohne schikanöse Sicherheitskontrollen, wie sie heute an Verkehrsflughäfen üblich sind.

Samstag, 24. März 2018

Tee-Einkauf auf den Azoren

Im Norden der Azoreninsel São Miguel, ca. 32km von der Inselhauptstadt Ponta Delgada entfernt, befindet sich seit 1883 die Teeplantage Plantações de Chá Gorreana (gorreana.pt) – die einzige ernstzunehmende europäische Teeplantage. Selbstverständlich offeriert man auch einen Verkauf ab Hersteller im eigens dafür eingerichteten Teeladen (täglich von 09:00 – 19:00 Uhr geöffnet). Und wenn man schon mal in der Nähe ist, könnte man gleich noch die heißen Quellen von Poça da Dona Beija und den benachbarten botani­schen Garten Terra-Nostra-Park (parqueterranostra.com) im ca. 15km entfernten Furnas besuchen. Zwecks Anreise bietet Ger­ma­nia Flüge von Düsseldorf (Hugo-Junkers-Lounge, €28, loungepass.com) nach Ponta Delgada ab etwa €80 an (immer Mittwochs; flygermania.com). Wer nicht persönlich vorbeikommt, kann den Tee natürlich auch im Netz bestellen, entweder direkt ab Plantage oder im Freiburger Kontor unter gorreana.de.

Freitag, 23. März 2018

Hautpflege in Budapest

Budapest hat Snobs viel zu bieten. Und warum sollte man nicht einmal die einheimischen Körper­pflege­produkte ausprobieren? Z.B. die des Budapester Herstellers Omorovicza (omorovicza.com). Der Grundgedanke der seit 2006 bestehenden Firma ist, die positive Wirkung ungarischen Ther­mal­wassers zwecks Hautpflege in einer Pflegeserie verfügbar zu machen. Vor allem weibliche Snobs werden ohne Zweifel unter den mittlerweile etwa 50 Pflegeprodukten etwas passendes finden, während die Herren sich vermutlich besonders für die Rasiercreme „Soothing Shave“ interessieren dürften. Der Flagshipstore befindet sich in der renommierten Budapester Andrássy út 2, wo auch Massagen und andere Behandlungen offeriert werden. Übrigens waren Omorovicza-Produkte voriges Jahr in den Amenity Kits enthalten, die Etihad Airways in der Ersten Klasse verteilt hat. Leider ist diese Praxis der Sparpolitik zum Opfer gefallen, nachdem die Fluglinie im letzten Jahr erstmals Verluste eingefahren hat.

Donnerstag, 22. März 2018

Luxuswaren in der Karibik

Ein Snob, der sich – warum auch immer – längere Zeit in der (östlichen) Karibik aufhält, wird ir­gend­wann den Wunsch nach diversen Luxusartikeln verspüren, die in dieser Welt­region nicht so ohne weiteres zu be­kommen sind. Abhilfe schafft gleichwohl ein Besuch auf der französi­schen Karibik­insel Saint-Barthélé­my (kurz: Saint Barth oder Saint Bart; stbartsguide.com, st-barths.com und comstbarth.fr). Die Insel besitzt eine gewisse Tradition als Reiseziel für Reiche und Neu­reiche und verfügt deshalb über erstaunlich gute Einkaufsmöglich­kei­ten, wie man sie sonst nur im ca. vier Flugstunden entfernten Miami vorfindet. An der Rue de la République des Haupt­ortes Gusta­via liegen eine Hermès-Filiale, eine Louis-Vuitton-Boutique und ein paar kleinere Läden. Weiter süd­östlich, zwischen noblen Hotels und edlen Restaurants, befinden sich weitere Boutiquen, u.a. von Lacoste und Dolce&Gabbana, mehrere Delikatessengeschäfte, Luxusuhrenboutiquen so­wie ein re­nommierter Juwelier. Weitere interessante Geschäfte findet man an der östlich des Haupt­ortes ge­legenen Baie de Saint Jean.
Leider ist die Anreise nach Saint-Barthélémy etwas umständlich. Der Flughafen SBH ist aufgrund seiner kurzen Landebahn (646 Meter) nur für den Regionalverkehr geeignet, sodass es keine Direkt­flüge aus Europa gibt, was aber bei einer Anreise von einer der Nachbarinseln kaum ins Ge­wicht fällt. Bei Fernflügen muss man gewöhnlich am Juliana Airport SXM, Sint Maarten um­stei­gen. Flug­gesellschaften die von dort in etwa 10 Minuten nach Saint Bart fliegen sind St Barth Commuter (stbarthcommuter.com) und Winair (fly-winair.sx). Ab Pointe-à-Pitre PAP, Guadeloupe offeriert Air Antilles Flüge nach Saint Bart (ca. 50min.; airantilles.com). Fähr­ver­bin­dun­gen gibt es von Philips­burg, Sint Maarten (45min.), Marigot, Saint-Martin (60min.) und Oyster Pond, Saint-Martin (ab 30min.). Nachteilig ist zwar, dass man für die Einreise über Sint Maarten - auch als EU-Bürger - einen Reisepass benötigt. Wer aber von Martinique oder Guadeloupe nach Saint Bart reist, kann dies nur mit einem BRD-Personalausweis tun. Landes­währung ist der Euro.
Wem dies alles zu umständlich ist, der sei daran erinnert, dass einige Londoner Waren­häuser (u.a. Fortnum&Mason, Selfridges) und Barbiere / Drogisten (u.a. Geo. F. Trumper, Taylor of Old Bond Street) auch auf die meisten Karibik­inseln versenden (Aus­nah­men: Verderbliche Güter, Alkohol u.ä.). Die Porto­kosten liegen allerdings bei bis zu £40 und die Liefer­zeit beträgt ca. 6 Arbeitstage.


Nachtrag
Auf Saint Bart existiert auch eine Firma die unter dem Namen Ligne St. Barth Kosmetikprodukte herstellt (lignestbarth.com). Der Firmensitz befindet sich an der Nordküste in Lorient, Route de Saline. Das Angebot für Herren beschränkt sich derzeit auf Body Lotion, Duschgel und Eau de Toilette, aber Snob-Damen finden sicher etwas passendes. Leider sind die Preise gesalzener als das die Insel umgebende Meerwasser.

Mittwoch, 21. März 2018

Barber in Budapest

Seit 2014 existiert in Budapest eine Barbershop-Kette, die von heimgekehrten, australischen Auswanderern gegründet wurde: Barbershop Budapest (barbershopbudapest.hu). Ihre Filialen findet man nicht nur in Budapest, sondern auch in den Städten Debrecen, Györ, Mikolc und Szeged. In diesen erhält man einen traditionellen Hot Towel Wet Shave schon ab umgerechnet etwa €16. Termine bucht man am besten über die o.g. Webseite.

Montag, 19. März 2018

Basel(world)

Zugegebenermaßen ist die Stadt am helvetischen Rheinknie nicht gerade ein typisches Snobziel, ja nichteinmal ein beliebtes Reiseziel. Einmal im Jahr jedoch trifft sich in Basel (fast) alles was Rang und Namen hat zur Baselworld Uhrenmesse. Der nächste Termin ist vom 22. bis 27. März 2018 (baselworld.com). Mit mehr als 100.000 Besuchern und ca. 1300 Ausstellern aus rund 45 Ländern stellt die jährlich stattfindende Baselworld eine der weltweit größten Fachmessen aus dem Bereich Uhren und Schmuck dar. Zu den Besuchern gesellen sich weiterhin etwa 4000 Presse- und Medien­vertreter. In den letzten Jahren sind zwar die Umsätze der klassischen Uhrenindustrie mit mechani­schen Uhren zugunsten der Smartwatches eingebrochen, aber vor allem die schweizerische Uhren­industrie wird sich ohne Zweifel davon wieder erholen.
Bei dem gewaltigen Besucheransturm auf die Stadt sind natürlich preiswerte Übernach­tungsmög­lich­kei­ten Mangelware. Fündig werden könnte man jedoch bei Airbnb zu Preisen ab ab 26 Euro (airbnb.de) oder bei bnb.ch. Ansonsten bietet sich die Jugendherberge im St. Alban Quartier an. Die Preise liegen zwischen 42,80 Franken für eine Nacht im Mehrbettzimmer und 135,60 Franken für ein Doppel­zimmer. Das Frühstück ist inklusive.
Jeder (Hotel-) Gast erhält überdies bei einer Übernachtung in Basel ein Mobility Ticket und kann damit kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen. Das ist schon deswegen zu empfehlen, weil bei einer Anreise mit dem Auto das Parken in Basel mitunter sehr teuer sein kann (basel.com/de/mobility-ticket). Wer den Rhein überqueren will, kann das mit der Fähri für nur 1,60 Franken tun.
Vergleichsweise günstig essen kann man u.a. auf dem Marktplatz. Dort gibt es eine Wurst (die Basler nennen sie Klöpfer) für 6 Franken. Im Restaurant Margherita in der Steinenvorstadt 60 gibt es u.a. gute Pizzen ab zehn Franken. In vielen Migros- und Coop-Einkaufszentren existieren Restaurants mit akzeptablen Preisen und gratis WLAN. Und in der Markthalle, nahe am Bahnhof SBB, findet man an vielen Essständen für 10 bis 15 Franken gute internationale Küche (altemarkthalle.ch). Wer in der Stadt unterwegs Durst hat, achtet am besten auf die kleinen, kosten­losen Trinkwasserbrunnen die überall stehen. Wer anschließend eine Toilette aufsuchen muss: Seit kurzem sind Besuche der meisten öffentlichen Toiletten in Basel kostenfrei.
Kostenlose Kulturangebote gibt es natürlich auch. Viele öffentliche Museen in Basel bieten an jedem ersten Sonntag im Monat gratis Eintritt an. (Info unter museenbasel.ch/de/happyhour-happyday.php). In den Sommermonaten legt am Basler Rheinufer neben der Mittleren Brücke häufig das Kulturfloss an (imfluss.ch). Die Bühne liegt mitten im Rhein, zugeschaut wird vom Ufer aus. Finanziert wird es von Sponsoren und Mäzenen, der Eintritt ist frei. Kostenlos ist auch ein Besuch im Botanischen Garten von Basel (botgarten.unibas.ch). Bücherfans begeben sich am besten zum offenen Bücherschrank am Voltaplatz. Hier kann man Bücher kostenlos mitnehmen – wie auch aus dem Buchregal im Unternehmen Mitte. Die Auswahl ist gross, es gibt auffällig viele Sach­bücher. Den schönsten Ausblick über Basel hat man von der Bar Rouge im Messeturm; vor 22 Uhr wird kein Eintritt verlangt (barrouge.ch). Kostenlose Stadtführungen kann man unter basel@freewalk.ch bestellen, gratis WLAN findet man an diversen Hotspots in der Stadt.
Verkehrsmäßig ist Basel mit der Bahn und anderen Verkehrsmitteln aus allen Richtungen gut zu erreichen. Aus Hamburg und Berlin verkehrt ein Nachtzug via Basel nach Zürich. Auch wäre eine Nachtzuganreise ab Wien bis Zürich und von dort mit einem Tageszug bis Basel möglich.

Samstag, 17. März 2018

Der Landschaftspark Niederwald bei Rüdesheim

Oberhalb von Rüdesheim, auf einer ca. 300 Meter hohen, bewaldeten Felsnase über dem Rheintal zwischen dem bekannten Weinort und dem Nachbarort Aßmannshausen, liegt seit 1764 der 226 Hek­tar große Landschaftspark Niederwald, eine der frühesten, romantischen Parkanlagen. Als Ini­tia­tor des Parks gilt Graf Johann Friedrich Karl Maximilian von Ostein, der das Gelände zu­nächst als Jagdwald erschließen ließ. Am Südrand befindet sich seit 1883 das bekannte Niederwald­denk­mal, zu welchem man ab Rüdesheim mit einer Seilbahn gelangt. An einigen markanten Aussichts­punkten liegen ein Rundtempel mit einem von Säulen getragenen Kuppeldach, die künstliche Ruine Rossel und eine sog. Zauberhöhle. Außerdem gibt es eine Adlerwarte und ein Jagdschloss (heute Hotel und Restaurant) mit einer weiteren Seilbahn nach Aßmannshausen. Der waldreiche Park ist ein beliebtes Wandergebiet und eignet sich vorzüglich für Picknickausflüge.

Freitag, 16. März 2018

Bad Vöslau

Nur etwa 35km südlich von Wien gelegen, ist die Stadt beinahe ein Vorort der Donaumetropole und mit der S-Bahn recht gut erreichbar. Ein ideales Ausflugsziel! Kurbetrieb gibt es seit 1822; das hi­sto­rische Thermalbad, welches die 21°C warme Mineralquelle nutzt, stammt von 1926 (thermalbad-voeslau.at). Ein weiteres Standbein der örtlichen Wirtschaft ist der Weinbau. In Bad Vöslau von Robert Schlumberger produzierte Weine wurden in der k.u.k.-Zeit nicht nur an den Hof in Wien ge­lie­fert, sondern ebenso von Königin Victoria getrunken. Auch nach der Sitzverlagerung nach Wien be­sitzt die Firma Schlumberger Weinberge in Bad Vöslau. Eine weitere gute Adresse ist das Weingut Schloss­berg (weingutschlossberg.at). Sehenswert sind überdies das Schloss (als Rathaus genutzt), der Harz­berg­turm (Aussicht bis nach Wien), die Ruine Merkelstein und diverse sakrale und profane Gebäude, sowie einige histo­ri­sche Bildstöcke.

Donnerstag, 15. März 2018

Hafenpicknick in Kopenhagen

Ein ungewöhnlicher Picknickplatz bietet sich Besuchern Kopenhagens. Auf der Insel Brygge im Hafen vermietet die Firma GoBoat (goboat.dk) kleine, elektrogetriebene Boote für maximal acht Personen mit Sitzbänken rundum und einem Esstisch in der Mitte. Bei einer maximalen Geschwin­dig­keit von etwa 6 ½ Kilometern pro Stunde gleitet man durch den Kopenhagener Hafen und ge­nießt dabei sein vorbestelltes oder mitgebrachtes Picknick. Der Mietpreis beginnt bei 399 Kronen (~ € 54) für die erste Stunde; drei Stunden kosten etwa € 135. Gebucht wird entweder über die Web­seite oder die firmeneigene App. Einen Bootsführerschein braucht man nicht. Wie immer in Skan­dinavien gilt auch hier, dass man seinen Schaumwein von Zuhause mitbringen sollte.

Mittwoch, 14. März 2018

Einen Besuch wert: La Casa del Tè

Auf dem Tessiner Monte Verità, oberhalb von Ascona, steht die Casa del Tè, die der Begegnung rund um den Tee gewidmet ist (casa-del-te.ch). Man findet dort einen Teegarten, ein Teehaus, einen Teepavillon, im Haupthaus einen japanischen Teeraum und ein Laden­geschäft mit Tee (Öffnungs­zeiten siehe Webseite). Natürlich wird auch trinkfertiger Tee serviert. Wer gerade in der Nähe ist, sollte der Casa del Tè unbedingt einen Besuch abstatten.

Dienstag, 13. März 2018

Die dänische Insel Møn

Von Rødbyhavn der E47 folgend, gelangt man nach ca. 60 Kilometern Fahrt auf die Insel Farø, die über einen Damm mit der Insel Bogø verbunden ist. Dort rechts abbiegen, an der Raststätte vorbei und dann nochmal 40 Kilo­me­ter und man ist an der Ostküste der Insel Møn.
Die besondere Attrak­tion im ansonsten eher flachlandigen Königreich Dänemark ist hier die Møns Klint, eine über 120 Meter hohe und sechs Kilometer lange Kreideklippe (mit Museum), ähnlich ihrer geolo­gi­schen Ver­wand­ten auf Rügen und beliebtes Motiv zahlreicher dänischer Land­schafts­maler. Am nördlichen Ende be­findet sich oberhalb der Lilleklint das Schloss Lieselund, ein für ein Schloss er­staunlich schlich­tes Gebäude und eher ein Landhaus in einem englischen Land­schafts­garten. Im­mer­hin gilt es als klein­stes Schloss Däne­marks. Heute gibt es dort ein Museum und einen Hotel­be­trieb (liselundslot.dk). Die Zimmerpreise setzen bei umgerechnet etwa €100 ein, aber dafür wohnt man in einem kleinen Haus mit maximal 24 Gästen. Alternativ könnte man auf dem oberhalb der Klippe ge­legenen Cam­pingplatz ein Ferien­haus mieten, was allerdings auch seinen Preis hat (moensklintresort.dk). An­son­sten wären da noch das Møn Hostel (moenhostel.dk) oder die Pension Bakkegaarden (bakkegaarden64.dk).
Ein guter Picknickplatz wäre die Megalithanlage Sømarkedys­sen, ca. 5km von der Klippe entfernt, oder eines der anderen über hundert Neolithdenkmäler aus der Jung­steinzeit auf der Insel. Wegen der hohen Spirituosenpreise in Dänemark sollte man (nicht nur für das Pick­nick) unbedingt eigenen Schaumwein von Zuhause mit­bringen. Die Bordshops der meisten Fährschiffe zwi­schen der BRD und Dänemark sind relativ teuer, allerdings werden dort pfand­freie Getränkedosen verkauft.
Die Anreise zur Møns Klint mit der Bahn erfolgt bis Vordingborg, wo auf den Bus 660R nach Stege umgestiegen wird, ab dort gelangt man mit dem Bus 667 bis Magleby, Klintevej, in der Nähe der Klippe gelegen (dsb.dk).

Sonntag, 11. März 2018

Die Chelsea Flower Show

Sie ist nach eigener Aussage die größte Blumenausstellung der Welt, die Chelsea Flower Show im gleichnamigen Londoner Stadtteil, die in diesem Jahr vom 22. Mai bis zum 26. Mai stattfindet. Wer sie besuchen möchte, sollte jetzt unbedingt die Eintrittskarten bestellen. Die maximale Besucherzahl ist auf 150.000 festgelegt und einige Termine sind schon ausverkauft. Die ersten beiden Ausstellungstage sind nur den Mitgliedern der Royal Horticultural Society vorbehalten, d.h. für das allgemeine Publikum bleiben nur die letzten drei Tage. Die Preise der noch erhältlichen Karten liegen zwischen £37 und £87. Eintrittskarten können bestellt werden unter: rhschelsea.seetickets.com/content/ticket-options

Samstag, 10. März 2018

Szentgotthárd in Westungarn

Der Kurort an der Raab, der auf deutsch St. Gotthard heißt, liegt im westlichsten Zipfel Ungarns, direkt an der Grenze zu Österreich (szentgotthard.hu). In einer lichtdurchfluteten Kuppelhalle mit südländischen Pflanzen bietet die familienfreundliche, 35°C warme Therme neben dem Haupt­becken mit Wasserrutschen auch Sprudel­bäder und diverse Heilbehandlungen (gotthard.accenthotels.com). Für den Snob ist das Heilbad nur bedingt geeignet, allerdings kann man nicht viel falsch machen, wenn man aus dem etwa 80km entfernten Graz für einen Tages­aus­flug herüber kommt (mit dem Regionalzug dauert die Fahrt ca. 1 ½ Stunden). In dem 9000-Einwohner-Ort findet man einige sehenswerte sakrale und profane Gebäude, etwas außerhalb den Hársas-Stausee, ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Donnerstag, 8. März 2018

Der Frühling kommt

Jetzt ist die ideale Zeit für eine Mini-Kreuzfahrt von Kiel nach Göteborg. Noch bis Mitte April läuft in Schweden die Hummersaison und die Preise in der Göteborger Feskekörka dürften mittlerweile auf ein erschwingliches Niveau gesunken sein. Die Austernsaison am dänischen Limfjord geht so­gar noch bis Anfang Mai und bekanntlich gibt es in der Feskekörka auch Limfjorder Austern, sodass man beides kombinieren kann (den Schaumwein von zu Hause mitbringen).
Wem nicht der Sinn nach einer Seereise steht, der könnte zum Austernessen auch nach Zeeland fahren oder stattdessen einen Kuraufent­halt im Harz, in der Pfalz (Bad Bergzabern) oder in einem Schwarz­wälder Heilbad einlegen (und in letz­terem ab Mitte März die Zavelsteiner Krokusblüte verfolgen). Alternativ könnte man natürlich auch die Wintersaison in einem Skigebiet ausklingen lassen, z.B. Mutten, San Ber­nar­dino oder Poiana Braşov.
Beim Duftwasser wechseln wir allmählich von den winterlichen, englischen Herrendüften zu leich-ten, frühlings­haften Eaux de Cologne, wobei für den Übergang Winter - Frühling das schweizeri­sche Pitralon besonders anzuraten ist. Besonders frühlingsintensiv sind englische Lavendel Eaux de Toilette (z.B. Cotswold), auch wenn es sich bei Lavendel eher um einen Sommerduft handelt.
Als Spirituose empfiehlt die Rockeskyller Bren­nerei den Eber­eschenlikör „Eifel-Frühling“ (25%, Trink­temperatur ca. 8°C, lieferbar ab April). Alter­nativ ginge vielleicht auch ein italienischer Likör aus Zitrusfrüchten (z.B. Limoncello) oder ein Waldmeisterlikör.
Die ideale Lektüre für den nahenden Frühling wären philosophische Werke, u.a. Machiavellis „Principe“, Schriften von F. Nietzsche oder Poesie von Hölderlin. Man könnte natürlich auch mal etwas ganz anders wagen und z.B. Thea­ter­stücke von G.B. Shaw (u.a. „Major Barbara“) oder Oscar Wilde (z.B. „Lady Windermeres Fä­cher“ oder „Sa­lomé“) lesen.
 Zur musika­lischen Untermalung mittels Klavierstücke von Franz Schu­bert gibt es je­doch kaum eine Alter­na­ti­ve, vermitteln doch nur wenige Komponisten so ge­konnt die jahreszeit­li­che Aufbruchstimmung wie er. Lediglich Wagners „Siegfrieds Rheinfahrt“ könnte da vielleicht mithalten.

Dienstag, 6. März 2018

Bad Gleichenberg in der Steiermark

Die Heilquelle war bereits den Römern bekannt; 1834 begann der Bau des Kurhauses, aber zum „Bad“ wurde Bad Gleichenberg erst 1926 (bad-gleichenberg.at). Seit 2008 existiert ein neues Kur­haus mit Hotel. Der 20 Hektar große Kurpark zählt zu den schönsten Landschaftsgärten Österreichs. Ca. 5km nördlich des Hauptortes gibt es einen 9-Loch-Golfplatz (golf-badgleichenberg.at). Die meisten interessanten Bauten wurden im späten 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Kur­betrieb erstellt. Außerdem existieren eine Reihe sehenswerter Bildstöcke und ein Kreuzweg. Nach Graz sind es lediglich etwa 50km; mit dem Postbus Linie 400 dauert die Fahrt etwas weniger als zwei Stunden.

Sonntag, 4. März 2018

Von Hoflieferanten und Gütesiegeln

Ein „Hoflieferant“ ist ein Un­ter­­neh­men, das besondere Privilegien für die Zulieferungen von Waren und das Anbieten von Diensten an ei­nen herrschaftlichen Hof genießt. Die Vergabekriterien für den Titel „Hoflieferant“ (oder „Kam­mer­­lie­fe­rant“ wenn ein bestimmtes Mitglied der Herrscherfamilie be­liefert wird) sind von Land zu Land un­ter­schied­lich. Hoflieferanten existieren in Belgien, den Nie­der­lan­den, Luxemburg, Großbritannien, Dänemark und Schweden. In ehemaligen Monarchien, wie z.B. Deutschland oder Österreich, gibt es oft noch ehemalige Hoflieferanten. In Wien haben sich diese sogar in einer Vereinigung zusammengeschlossen.
Der Kunde eines Hoflieferanten kann sicher sein ein hochwertiges Qualitätsprodukt zu erwerben, denn der Monarch fungiert gewissermaßen als „Produkttester“. Ein Hoflieferant wird es nicht wa­gen aus­schließ­lich Schund zu verkaufen, weil er damit un­zwei­fel­haft seinen Titel gefährden würde. Ge­legentliche Fehler schließt das natürlich nicht aus. Damit enden allerdings auch schon die Vor­teile, die ein Snob aus einem Einkauf bei einem Hoflieferanten ziehen kann.
Nachteilig ist, dass der Status „Hoflieferant“ eigentlich nur die Präferenz des Monarchen wider­spie­gelt (beim „Kammerlieferanten“ tritt das noch deutlicher zutage), bestenfalls noch die Staatsräson. Ein Produkt, das dem Monarchen gefällt, muss dem Snob aber noch lange nicht gefallen. Auch be­deu­tet das nicht, dass die Produkte anderer Lieferanten schlechter wären, nur weil der Monarch dort nicht einkauft. Schließlich wechselt auch ein Monarch hin und wieder die Lieferanten und oft hat der Wechsel nichts mit der Produktqualität zu tun. Dass z.B. das Londoner Kaufhaus Harrod's sei­ne Ro­yal Warrants verloren hat, lag gemäß unbestätigter Berichte vor allem daran, dass der Sohn des (da­maligen) Inhabers ein Ver­hält­nis mit der Ex-Ehefrau des Thronfolgers eingegangen ist. Und der Firma Rigby & Peller wurde zu Beginn des Jahres 2018 der Royal Warrant entzogen, weil die Fir­men­mit­in­ha­be­rin in einem Buch allzu genaue In­for­ma­tio­nen über den Verlauf der kö­nig­lichen Anproben im Bucking­ham Pa­last preisgegeben hat.
Weiterhin sollte man mit dem Titel „Hoflieferant“ nicht allzu viel Exklusivität verbinden. Nicht je­de Firma stellt ein wirklich exklusives Produkt her, auch wenn die Qualität durchaus stimmen mag. Als Bei­spiele seien die dänische Brauerei Carlsberg oder der niederländische Käsehersteller Cono, der den Beem­sterkaas produziert, genannt. In der Aufstellung der britischen Hoflieferanten findet sich der quali­ta­tiv hochwertige aber wenig exklusive, koreanische Elektronikhersteller Samsung und in Schweden steht sogar Ikea auf der königlichen Liste. Nur mit Mühe kann man sich da die Frage ver­kneifen, wie es wohl im königlichen Schloss aussehen mag. Und für den Snob heißt das natür­lich nicht, dass er sich nun die Wohnung mit derlei Massenmöbeln einrichten sollte, die zumal doch hin und wieder Zweifel an der Qualität aufkommen lassen. Letztendlich muss ein Snob also auch einen Hoflieferanten der Prüfung mit dem Snob-Kriterium der Exklusivität unterziehen. Das kann dann allerdings auch ergeben, dass ein Hersteller, der früher einst exklusiv war, durch den neu er­lang­ten Status als Hoflieferant derart bekannt geworden ist, dass man nun von Exklusivität nicht mehr spre­chen kann. Für den Snob kann das sogar bedeuten, dass es Zeit ist den Lieferanten zu wech­seln.
Was für Hof- und Kammerlieferanten gilt, lässt sich im weitesten Sinne auch auf die „Staatliche Aus­zeichnung“ der Republik Österreich anwenden (staatswappen.at). Der Tradition der Hof- und Kam­merlieferanten und des „k.k. privilegiert“-Sta­tus fol­gend, hat man nach dem Zerfall der Öster­rei­chisch-Ungarischen Donaumonarchie in der Repu­blik Öster­reich die „Staatliche Aus­zeichnung“ eingeführt. Rechtsgrundlage sind § 68 GewO und § 30a BAG (nur für Aus­bildungs­be­trie­be). Ver­ga­be­stel­le ist das österreichische Bundesministerium für Wirt­schaft, wenn das betreffende Un­ter­neh­men „sich durch außergewöhnliche Leistungen um die öster­rei­chi­sche Wirt­schaft Ver­dien­ste er­wor­ben hat“, einen entsprechenden Antrag gestellt und alle Gebühren be­zahlt hat. Da­für darf das Unter­neh­men dann im ge­schäftlichen Verkehr das österreichische Bundes­wap­pen mit einen Hinweis auf die Auszeichnung führen. Für den Snob sind die meisten derart aus­ge­zeich­ne­ten Firmen nicht zu ge­brau­chen, denn entweder stellen sie nichts her was ein Snob benötigt oder bei den her­gestellten Pro­duk­ten handelt es sich um wenig exklusive Mas­sen­ware. Problematisch ist überdies, dass die Fir­men sich um die Auszeichnung be­wer­ben müssen und nicht - wie bei Hof- und Kam­mer­lie­fe­ran­ten üblich – durch eine hochgestellte Person aus­gewählt werden.
Neben den staatlichen Gütesiegeln existieren noch zahlreiche weitere Qualitätsprädikate für Wirt­schafts­unternehmen und ihre Produkte. Recht bekannt ist die Zertifizierung nach ISO-Normen, wo­bei die geläufigste Norm wohl die ISO 9000 sein dürfte. Leider beziehen sich praktisch alle ISO-Normen auf den Pro­duk­tionsprozess und sagen nichts über die Qualität des Endproduktes aus. Man könnte auch ir­gend­ein Billigprodukt gemäß den Normen z.B. der ISO 9000 herstellen. Ansonsten existieren allein auf dem deutschen Markt über 1.000 verschiedene Kennzeichen, die die Qualität eines Pro­duk­tes hervor­heben sollen. Grundsätzlich kann nämlich jeder ein Prüf- oder Gütesiegel kre­ieren; es gibt dazu kei­ne gesetzlichen Regelungen. Vielfach haben sich Hersteller und Anbieter einer be­stimm­ten Pro­duk­tart in einer sog. Gütegemeinschaft zusammengeschlossen, um ein pro­dukt­be­zo­ge­nes Güte-Zer­ti­fikat zu schaffen. Es haben sich auch bereichsübergreifende Institutionen etabliert, die sich vor­ran­gig mit der Organisation, Verwaltung und Vergabe von Prüf- oder Gü­te­sie­geln be­fas­sen. Einige - wie der TÜV – wurden mit der Zeit staatlich privilegiert. Nicht selten stellen sich aber Her­steller selbst ein Gütesiegel für eigene Produkte aus. Be­son­ders be­liebt sind dabei sol­che, die auf eine um­welt­ver­trägliche Herstellung oder sog. Bio-Qualität hin­weisen. Für den Snob be­sitzen Gütesiegel folg­lich keinerlei Informationsgehalt.

Freitag, 2. März 2018

Fjordreise mit Budget

Nicht nur bei Snobs sind Kreuzfahrten in die norwegischen Fjorde beliebt. Und auf dem Sonnen­deck, auf einer Chaiselongue aus Teakholz liegend und mit Blick auf die wildromantischen Fjord-Schluch­ten, lesen sich philosophische Werke von Nietzsche, Schopenhauer oder Spinoza tatsächlich nochmal so gut. Leider ist Norwegen je­doch ein recht teures Reiseland. Wer zum Beispiel mit den Schiffen der bekannten Hurtigrut(en) zum Nord­kap fährt, muss mit einen Grundpreis von bis zu €2000 pro Person rechnen. Eine preis­günstige­re Lösung wäre eine Mini-Kreuzfahrt von Hirtshals (DK) nach Bergen (N) mit einem Fähr­schiff der Fjord Line (fjordline.com). Der Preis für die Schiffs­passage dürfte – je nach Saison und Auslastung – etwa bei €300 pro Person liegen (Fuß­pas­sagier mit Kabine, aber ohne Auto). Auf die Mitnahme eines Autos sollte man verzichten, da in Nor­we­gen viele Straßen (vor allem rund um Bergen) mautpflichtig sind. Pro Über­nach­tung an Land sollte man ca. €30-40 pro Person ein­kal­ku­lieren.
Das Schiff ver­lässt den dänischen Hafen Hirts­hals abends um 20:00 Uhr, erreicht am nächsten Tag zu­nächst Stavanger und setzt dann um 07:00 Uhr die Fahrt fort, um gegen 12:30 Uhr in Bergen ein­zutreffen. Nach nur einer Stunde Aufenthalt beginnt um 13:30 Uhr die Rückreise (Sta­vanger 20:00 Uhr, An­kunft in Hirtshals am nächsten Mor­gen um 08:00 Uhr). Wer also länger als eine Stun­de in Bergen verweilen möchte, der begibt sich nun in ein Hotel und verbringt dort (zu­min­dest) die näch­sten zwei Nächte (man könnte natürlich auf länger bleiben). Hotelzimmer in Bergen bucht man am Besten über eines der bekannten Buchungsportale. Den Nachmittag des An­kunfts­ta­ges nutzt man für eine Stadt­be­sich­ti­gung der zweitgrößten Stadt Norwegens (WLAN erhält man u.a. in den Filia­len von McDonalds und Burger King). Am darauf­fol­gen­den Tag könnte man zum Beispiel einen Ausflug auf den Berg Ulriken machen (es fährt eine Seil­bahn hin­auf), die Aussicht auf die Stadt ge­nießen und durch die nordische Karstlandschaft des Berg­mas­sivs spazieren. Oder man ent­schließt sich zu einer Bahn- und Bootstour mit Norway Active (norwayactive.no) durch die Fjorde. Am näch­sten Tag be­steigt man wieder das Fähr­schiff und ist nach einem Zwischen­halt in Sta­van­ger und einer Über­nach­tung an Bord zurück in Hirts­hals.
Die An­reise nach Hirtshals erfolgt ab Hamburg mit der Bahn. Eine günstige Verbindung wäre ab Ham­burg um 10:53 Uhr; und mit zwei­mal umsteigen erreicht man den Bahnhof Hirtshals gegen 18:23 Uhr. Um 18:30 Uhr fährt ein Zu­bringerbus zum Fährhafen der Fjord Line (eine Fahrt kostet DKK 30, Kredit­karten werden ak­zep­tiert). In umgekehrter Richtung existiert ebenfalls ein Buszu­bringer von der Fähre zum Bahnhof und nach ca. siebeneinhalb Stunden Bahn­fahrt (mit zweimal um­stei­gen) ist man wieder in Ham­burg.
Sofern man keinen Wohnsitz in Norwegen, Dänemark, Finnland oder Schweden hat, kann man sich bei Einkäufen die norwegische Mehrwertsteuer von 25% (ermäßigte Sätze: 11% und 7%) ab einem Einkaufswert von NOK 315,- (~ € 43,-/CHF 52,-; bei Le­bens­­mitteln NOK 285,- ~ € 39,-/CHF 47,-) erstatten lassen. Das Prinzip funktioniert fol­gen­dermaßen: Kaufen Sie den gewünschten Gegenstand und fragen Sie beim Bezahlen nach einem Rück­erstat­tungs­formular für die Mehrwertsteuer (engl. tax free form“, norw. skattefri skjema“). Reichen Sie das ab­gestempelte Formular bei einem Ser­vice­part­ner von Global Blue oder Premier Tax Free im Hafen von Bergen oder an Bord der Fähre ein. Dort erhalten Sie die Er­stat­tung der Mehrwertsteuer in bar, auf Ihr Kon­to oder als Kreditkarten­gut­schrift, abzüglich einer Servicegebühr.
Zu beachten wäre noch, dass die Schaumweinpreise in Norwegen geradezu unverschämt hoch sind und man deshalb einen kleinen Vorrat von Zuhause mitbringen sollte. Zwar werden an Bord der Fähren zoll­freie Waren ver­kauft, jedoch zu eher norwegischen Preisen (interes­sant sind bestenfalls pfand­freie Ge­trän­ke­do­sen oder Süßwaren). Zollfrei ist die Einfuhr von maximal sechs 0.75-Liter-Fla­schen Schaum­wein, wenn man sonst keine Spirituosen und keinen Tabak mitführt (bei der Ein­reise nach Nor­we­gen fin­det eine Pass- und Zollkontrolle statt). Wer es besonders preiswert ma­chen will, hat außer­dem einen Reisewasserkocher, ein Reiseteeservice und natürlich Tee im Ge­päck, so­dass er nicht auf das An­ge­bot an Bord der Fähre oder auch an Land angewiesen ist (Steck­dosen und Strom­span­nung sind kom­patibel). Um die Reisekosten niedrig zu halten kann es ohnehin sinnvoll sein ein wenig Pro­viant und Getränke mitzuführen.