Samstag, 1. Dezember 2018

Winterpicknick

Der Winter ist zugegebenermaßen nicht die ideale Jahreszeit für Picknicks. Aber sowas hat Snobs ja noch nie gestört! Das Problem liegt vielmehr darin einen geeigneten Picknickplatz zu finden. Eine gute Möglichkeit stellen Tropenhäuser in Botanischen Gärten dar. Wenn man es diskret anstellt, hat selbst die Gartenverwaltung oft keine Einwände. Man sollte jedoch wissen, dass es Botanische Gärten gibt, in denen ein amtliches Picknickverbot gilt (z.B. in Köln). Andererseits existieren aber auch Gärten, in denen sogar offizielle Picknickplätze ausgewiesen sind (z.B. in Berlin oder Chem­nitz), wenn auch nicht in den Tropenhäusern.
Zunächst ist es notwendig, dass sich im ausgewählten Tropenhaus eine Bank oder bankähnliche Sitzgelegenheit befindet, denn auf den empfindlichen Bodendeckern eine mitgebrachte Picknick­decke auszurollen, könnte auf wenig Gegenliebe seitens der Gärtner stoßen. Auch ein Picknickkorb dürfte zu viel Aufsehen erregen. Der Picknickproviant sollte verzehrfertig sein, d.h. keinen Grill, Wasserkocher oder ähnliches verwenden. Geeignet sind Sandwiches (auch mit Baguette), einige Obstsorten (Äpfel, Bananen) und anderes sog. Fingerfood, also alles, was man zuhause vorbereiten und unterwegs ohne Besteck essen kann. Geruchsintensive Zutaten sind zu vermeiden. Den obligaten Schaumwein sollte man diskret in eine Thermoskanne umfüllen (entweder Stanley Classic Vacuum oder Flsk). Als Trinkgefäß wähle man einen unauffälligen Edelstahlbecher oder einen Kaffeebecher. Als Picknicktasche könnte man eine Fortnum's Eau De Nil Lunch Box verwenden; diese lässt sich gut in der Hand tragen und ist – von der blauen Farbe und dem Logo abgesehen – relativ unauffällig. Ähnliche Lunchboxen anderer Hersteller und ohne Logo findet man im Netz. Im übrigen sollte das Picknick nicht zu lange dauern und man sollte auf keinen Fall Abfälle oder andere Spuren hinterlassen.
Ein weiterer, brauchbarer Winterpicknickplatz sind Grillhütten auf dem Lande. Diese kann man oft von der Gemeinde oder einem privaten Eigentümer anmieten und darin – anstatt zu grillen - ein Winterpicknick veranstalten. Ein kleines Feuer anzuzünden ist jedoch – je nach Außentemperatur – eine gute Idee, denn in aller Regel sind derartige Grillhütten unbeheizt. In einer angemieteten Grillhütte kann man sicherlich ungezwungener vorgehen, als in einem Botanischen Garten, allerdings sollte man auch hier keine verwertbaren Spuren zurücklassen. Ein Picknick in einer Grillhütte kann man natürlich sehr gut mit einer Winterwanderung kombinieren und dabei auch seinen Snob-Hund mitnehmen (Hundebiskuits nicht vergessen!).
In vielen Wandergebieten findet man hin und wieder Schutzhütten, die dazu gedacht sind sich bei einem Regenguss kurz unterstellen zu können. Die meisten sind nach einer Seite hin offen und bieten nur eine einfache Sitzbank. Ähnlich konstruierte Wartehäuschen gibt es auch oft an ländlichen Bushaltestellen. In solchen Hütten könnte man ebenso eine kurze Rast mit einem kleinen Imbiss einlegen, jedoch bieten sie kaum Schutz vor Kälte. Eine Ausnahme bilden nur solche Hütten, die im Winter in einem günstigen Winkel zur Sonne stehen und die Sonnenwärme einfangen; in ihnen kann sich tagsüber die Temperatur kurzfristig auf ein angenehmes Maß aufheizen. Für eine kurze Pause sollte es reichen.

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