Sonntag, 19. Mai 2019

Saisonende auf dem Keukenhof

Die Tulpenblüte ist vorbei und der Keukenhof schließt für dieses Jahr seine Pforten. Die genaue Besucherzahl steht noch nicht fest, jedoch kann man jetzt schon sagen, dass wohl eine neue Rekord­zahl im Bereich von 1.4 Mio. Besuchern erreicht wird. An Ostern dieses Jahr war der Keukenhof vor lauter Touristen kaum mehr erreichbar und die Situation war für Einheimische «inakzeptabel», wie der Keukenhof-Direktor selber erklärte. Die niederländische Fremdenverkehrsorganisation will deshalb künftig darauf verzichten, Ferien in den Niederlanden aktiv zu promoten. Anstelle dessen wolle man sich darauf fokussieren, die Besucherströme besser zu verteilen, also weniger bekannte Attraktionen der Niederlande zu promoten (Stichwort: Destinationsmanagement). Für den Snob bedeutet das, dass in Zukunft unbekannte Destinationen bekannter werden und deren Exklusivität damit gegen Null sinken dürfte. Dieser Trend ist vor allem deshalb gefährlich, weil sich parallel eine weitere, unheilige Entwicklung zeigt: Die Entfremdung von der Natur. Der bekannte, nieder­ländische Gärtner Simon Pennings äußerte sich gegenüber der Presse: „Die Leute haben aus den Augen verloren, wie Pflanzen wachsen und dass wir das ganze Jahr dafür arbeiten. […] Milch kommt für sie aus der Fabrik und nicht von einer Kuh. Dasselbe gilt für die [Tulpen-] Knollen – sie denken, das sei eine Art Plastik.“ Keine guten Aussichten für Snobs.

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