Sonntag, 3. Februar 2019

Reisen Erster Klasse

Eine Einteilung nach Reiseklassen findet man heutzutage fast nur noch bei der Eisenbahn (und im Flugverkehr). Passagierschiffe, Straßenbahnen oder Busse haben nur (noch) eine Reiseklasse. Na­turgemäß ist der Komfort in der ersten Klasse höher als in der zweiten – oder sollte es zumindest sein. Der größte Vorteil der ersten Klasse ist natürlich die Abgrenzung von den übrigen Reisenden, was sich vor allem in überfüllten Zügen positiv bemerkbar macht, beschränkt sich die Überfüllung in der Regel doch nur auf die zweite Klasse. Die erste Klasse ist im Allgemeinen schon auf der Außenseite des Zuges als solche markiert, meistens durch eine gelbe Linie (seltener orange) an der Dachkante oder an der Tür und durch die Ziffer „1“ oder (röm.) „I“ neben der Tür. In modernen Hochgeschwindigkeitszügen werden die Klassen nicht mehr nummeriert, sondern tragen einen Namen, z.B. First, Business, Premier, Select, Comfort, Priority für die gehobene Reiseklasse; z.B. Economy, Standard, Budget für die zweite Klasse.
Die DB AG fährt heute im Fernverkehr generell mit der ersten und zweiten Wagenklasse in einem Sitzverhältnis von 20:80. Vorzüge der ersten Klasse sind bequemere Sitze mit größerem Sitzabstand als in der zweiten Klasse, Sitzplatzreservierung, die kostenlose Benutzung der DB Lounge an großen Bahnhöfen und in einigen Zügen auch Bedienung am Platz und kostenlose Zeitungen. Der Aufpreis einer Fernverkehrsfahrkarte der ersten Klasse liegt bei etwa 60% des Preises einer Fahr­karte für die zweite Klasse, jedoch finden sich hin und wieder Sonderangebote, die kaum über dem Preis der zweiten Klasse liegen.
Im Nahverkehr unterscheiden sich heute erste und zweite Klasse teilweise kaum mehr. In manchen Nahverkehrszügen weicht die erste Klasse nur durch die Farbe der Polster von der zweiten ab. An­dererseits findet man in den neuen Doppelstockwagen in der ersten Klasse eine „2+1“-Bestuhlung, verstellbare Sitze, Klapptische und Fußablagen. Oft gibt es auch Einzelsitze in der ersten Klasse und Sitzbänke in der zweiten. In Stadtbahnen und Bussen existiert heutzutage in der Regel keine Klasseneinteilung mehr. Für einige Schnellbuslinien des Hamburger Verkehrsverbundes benötigt man jedoch eine Zuschlagskarte 1. Klasse, wie sie sonst nur bei Regionalzügen üblich ist.
Die Österreichischen Bundesbahnen bieten die erste Klasse fast nur in Fernverkehrszügen und selten in internationalen Regionalzügen an; es gibt bequemere Sitze und Zeitungen und an großen Bahnhöfen darf die ÖBB-Lounge besucht werden. Der Railjet hat eine Business Class, die in Öster­reich für den Fahrpreis der 1. Klasse mit einem Zuschlag von €15 (einschließlich Platzreservierung) zu nutzen ist (im Ausland gilt dieser Bereich in den ÖBB-Wagen als normale erste Klasse). Im Fahrpreis ist eine Tageszeitung und ein Begrüßungsgetränk enthalten, das an den Platz gebracht wird.
In den Zügen der österreichischen Westbahn ist ein Wagen für das Angebot Westbahn plus reser­viert. Für einen Aufpreis von €10 bis €15 je nach Strecke stehen jedem Fahrgast zwei Sitzplätze, eine Zeitung und ein Freigetränk zur Verfügung und in diesem Wagen werden die Fahrgäste mit Getränken und Snacks am Platz bedient. Die Inneneinrichtung dieses Bereichs unterscheidet sich ansonsten nicht vom restlichen Zug.
In der Schweiz ist die erste Klasse nicht nur im Fernverkehr, sondern auch im Regionalverkehr weit verbreitet. In der S-Bahn ist der Komfortunterschied gering, sonst aber wird in der ersten Klasse im Allgemeinen merklich mehr Platz pro Fahrgast geboten (Sitzplatzanordnung 2+1 und mehr Bein­freiheit). Gelegentlich findet sich selbst auf Fahrgastschiffen auf den größeren Seen noch eine erste Klasse.
Einige Fernbuslinien von Eurolines bieten eine Business Class. Diese beinhaltet hochwertige Sitze und mehr Beinfreiheit, Infotainment, freien Internetzugang (WiFi), 220V Steckdosen und Zeitungen und Magazine. Angeboten werden neben der täglichen Route Berlin – Budapest die ebenfalls tägli­chen Verbindungen Berlin – Bratislava und Berlin – Wien und mehrmals täglich Berlin – Prag und München – Prag. Des weiteren werden Business Class-Verbindungen auf den Strecken Hamburg – Rotterdam, Oldenburg - Hamburg – Kopenhagen und Berlin – Kopenhagen offeriert.
In Nachtzügen und auf Fährschiffen mit Übernachtungskabinen gibt es unterschiedliche Reise­kategorien, vom einfachen Schlafsessel oder Liegewagen bis zum Deluxe-Abteil mit Dusche und WC und von der einfachen Innenkabine bis zur „Schiffseignersuite“. Im Linienflugverkehr wird eine Vielzahl von Reisekategorien mit unterschiedlichen Leistungen geboten, welche die klassische Aufteilung in First, Business und Economy Class weitgehend abgelöst haben. Bei der Fährgesellschaft Color Line erhält man als Mitglied des Color Clubs (kostet €10/Jahr) - neben Rabattpunkten und Reiseangeboten - im Terminal Kiel Zugang zum VIP-Check-In und zur VIP-Lounge (mit Getränken und WLAN), sofern man ohne Fahrzeug reist. Die Buchung einer höheren Kabinenklasse wird jedoch extra berechnet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen