Dienstag, 26. Februar 2019

Der Wiener Opernball 2019

Wien ist im Opernballfieber. Nur noch zwei Tage bis zum großen Ereignis. Und wie immer, speku­liert die Presse darüber, wer kommt, wer nicht kommt und wen Mörtel-Lugner wohl dieses Jahr als Gast einladen wird. Sicher ist bis dato nur, dass Bundespräsident van der Bellen, Kanzler Kurz und Vizekanzler Strache dabei sind, zusammen mit ihrem Gast, dem Ministerpräsidenten Mazedoniens, und dass Richard Lugner wahrscheinlich das australische Supermodell Elle Macpherson mitbringt (übrigens kriegt Lugner bald sein eigenes Wachs-Double in der Wiener Filiale von Madame Tus­saud's). Alle weiteren sind eher B-Prominente. Die (fast schon skandalöse) Nachricht des Tages: Anna Mikl-Leitner, Tochter von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, debütiert nach dem Jägerball nun auch am Opernball. Übertroffen wird dies nur noch vom Interview Lugners mit dem „Standard“, in welchem er den Verdacht äußert, Logen-Kellner würden ihm heimlich leere Champagnerflaschen unter den Tisch stellen und später sagen, er und seine Begleiterinnen hätten sie ausgetrunken. Bei Preisen ab €315 pro Flasche ist das zugegebenermaßen keine Kleinigkeit. Lug­ner: "Die Gefahr ist, dass die Kellner Strawanzer sind." Die Cateringfirma ist verärgert und betont, dass sie schon seit 150 Jahren beim Opernball serviert. Ob auch schon genauso lange mit dem Champagner strawanzt wird, bleibt offen. 78% der Beteiligten einer Umfrage sagen, dass der Opernball wichtig für das positive Image Österreichs ist. Ein weiterer hoher Anteil sieht den Ball als Teil der kulturellen Identität Österreichs, obwohl er den meisten Befragten (ca.70%) zu teuer ist. Das stellt in der Praxis jedoch kein Problem dar, da die Befragten ohnehin nicht eingeladen wurden (die billigste Eintrittskarte kostet etwa €400 und selbst zum Kauf muss man eingeladen werden). Zugegebenermaßen wird jedoch ein Teil der Kosten vom Steuerzahler aufgebracht, z.B. für das erhöhte Polizeiaufgebot vor der Oper. Damit wären die wichtigsten Informationen über den Wiener Opernball zusammengefasst. Der Rest ist ohnehin jedes Jahr das Gleiche und mehr braucht ein Snob nicht darüber zu wissen.

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