Mittwoch, 1. August 2018

Besuch in Dublin

Es ist wie in Großbritannien, nur mit Euro und ohne Royalty: Die Hauptstadt der Republik Irland bietet einen interessanten Kontrast zum Vereinigten Königreich und vermittelt eine gute Vorstellung, wie es dort aussähe, wenn die britische Monarchie abgeschafft würde. Daran denkt aber natürlich niemand. Für Snobs macht es jedoch erstaunlich wenig Unterschied, denn Dublin hat Snobs so oder so etwas zu bieten, auch wenn das Angebot nicht so üppig ist wie in London, was aber an der unterschiedlichen Größe der beiden Städte liegt.
Zunächst wären da die üblichen Sehenswürdigkeiten: Das Nationalmuseum (Eintritt kostenlos; museum.ie), die Nationalgalerie (Eintritt kostenlos, außer Sonderausstellungen; nationalgallery.ie), das Trinity College (tcd.ie), die St. Patrick’s Cathedral (Eintritt €5.50), das Dubliner Schloss (Eintritt €7; dublincastle.ie), das Stadtviertel Temple Bar und die Stadtparks. Eine typisch irische Kuriosität, vor allem für Kinder, stellt das National Leprechaun Museum dar (Führung €10; leprechaunmuseum.ie).
Theaterfreunde sind in Dublin genau richtig. Im Abbey Theatre, gegründet von William Butler Yeats, werden vor allem Werke irischer Autoren aufgeführt (abbeytheatre.ie), während das Gate Theatre vorwiegend britische und amerikanische Autoren im Programm hat (gatetheatre.ie). In der 3Arena finden dagegen alle möglichen Veranstaltungen statt (3arena.ie).
Zwei gute Adressen für den Nachmittagstee sind The Gresham Hotel, 23 Upper O'Connell Street (ab €21) und The Morrison, Ormond Quay Lower (ab €19). Traditionelle Fish & Chips erhält man überall in Dublin, u.a. auch bei Leo Burdock (leoburdock.com).
Eine fast snobtaugliche Attraktion wäre „The Church”. Restaurants in ehemaligen Kirchen gibt es ja erstaunlich viele und auch die Hauptstadt Irlands kann mit einem solchen aufwarten. Außer dem Restaurant mit Biergarten, findet man einen Nachtclub im Keller und einen Partyraum im alten Kirchturm. Überdies ist das Lokal regelmäßiger Treffpunkt eines Whiskey-Tasting-Clubs. Damit ist The Church (www.thechurch.ie) eigentlich schon zu prominent, um für Snobs interessant zu sein, aber einen Kurzbesuch sollte man wagen können.
Natürlich kann man auch in Dublin einen traditionellen Hot Towel Wet Shave bekommen. Ein Anbieter ist die in Familienbesitz befindliche Barbershop-Kette Sam's Barbers (samsbarbers.com). Weitere gute Servicestellen sind The Grooming Rooms (thegroomingrooms.com) in der South William Street, Knight's Barbers im Stephens Green Shopping Centre (knights-barbers.com) und The Man Cave (themancave.ie) in der Harty Avenue,Walkinstown (außerhalb der Innenstadt). Besonderes Augenmerk verdienen die irischen Herrenpflegeprodukte der Marke Dr K Soap Com­pany (drksoap.com), die man in Dublin bei Sam's Barbers (s.o.), Knight's Barbers (s.o.) und in den meisten Filialen der LloydsPharmacy (lloydspharmacy.ie) erhält.
Kein Aufenthalt in Dublin ist vollständig ohne einen Besuch im renommiertesten Kaufhaus der Stadt Brown Thomas (brownthomas.com). Nach dem Shop-in-shop Prinzip gibt es im Flagshipstore 95 Grafton Street Boutiquen von Hermès, Fortnum & Mason, Gucci, Armani und vielen anderen Luxusmarken. Im obersten der vier Stockwerke befindet sich ein Restaurant.

Auch außerhalb Dublins findet man interessante Dinge.
  • Outlet Shopping Etwa eine Autostunde von Dublin entfernt liegt Kildare Village, das wichtigste Outlet Center Irlands (kildarevillage.com). Das Center wird mit Bussen von Dublin (Innenstadt und Flughafen), Limerick und Shannon (Airport) aus angesteuert. Mit der Eisenbahn fährt man ab Dublin Heuston Station in 35 Minuten nach Kildare Town und steigt dort um in den kostenlosen Zubringerbus. Auch aus anderen Regionen Irlands gibt es Buszubringer (v.a. Dublin Coach) oder Bahnanschlüsse. Im Center werden die üblichen Dienste geboten, u.a. gratis WLAN, eigene App, Akkuladegeräte, Kinderspielplatz, Autoservices, Hundepension, Hands Free, Tax Free & Personal Shopping.
  • Landschaftsgarten Weit im Westen der Insel bei Fanore, an einer Meeresbucht gegenüber von Galway, liegt Caher Bridge Garden, einer der reputabelsten, irischen Landschaftsparks. Der Garten ist in Privatbesitz und Besuche (Eintritt €5) sind nur mit Voranmeldung möglich: caherbridgegarden@gmail.com (Tipp: Wer sich für irische Landschaftsgärten interessiert, sollte sich das hier ansehen.).
  • Spukschloss Ballygally Castle in Nordirland, nördlich von Belfast an der irischen See gelegen, ist heute ein Hotel (hastingshotels.com/ballygally-castle). Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Lady Isobella Shaw wurde von ihrem Mann, Lord James Shaw, angeblich im Turmzimmer eingesperrt, nachdem sie den gemeinsamen Sohn zur Welt brachte. Lord Shaw wollte sie verhungern lassen, also sprang Isobella aus dem Fenster und starb. Seit über 400 Jahren soll ihr Geist das Schloss heimsuchen, auf der Suche nach ihrem Sohn. Heute ist das Schloss ein Hotel, Isobellas Suche ist aber noch nicht abgeschlossen. Gäste hören mitten in der Nacht (!) immer wieder jemanden an ihre Türe klopfen. Das Schloss ist übrigens auch sehr gut für den Nachmittagstee geeignet (ab £15).
  • Heilbad vs. Heiratsmarkt Traditionelle Heilbäder und Kurorte wird man in Irland leider vergebens suchen. Der Grund liegt darin, dass es keine Heilquellen gibt. Einzige Ausnahme ist Lisdoonvarna (739 Einw.). Das verschlafene Dorf in einer Karstlandschaft im Westen der Insel ist der einzige Ort Irlands mit einer Heilquelle. Diese wird allerdings so gut wie gar nicht genutzt. Lisdoonvarna ist vielmehr für seinen Heiratsmarkt bekannt, der jährlich am Erntedankfest (Thanksgiving) stattfindet (früher zeitgleich mit dem Viehmarkt) und von Besuchern aus der ganzen englischsprachigen Welt aufgesucht wird.
Die Anreise nach Irland kann über mehrere Routen erfolgen (alle Fähren transportieren auch PKW):
1. Mit der Fähre ab Cherbourg (F). Beinahe täglich (in den Wintermonaten seltener) verlässt abends eine Fähre von Irish Ferries (irishferries.de) oder Stena Line (stenaline.de) die französische Hafen­stadt an der Kanalküste auf dem Weg ins irische Rosslare oder nach Dublin. Weitere Verbindungen werden ab dem benachbarten Rosscoff (F) offeriert, u.a. eine mit Brittany Ferries nach Cork (brittanyferries.de). Cherbourg erreicht man ab Paris, Bahnhof St. Lazare mit der Eisenbahn in ca. 3 ½ Stunden.
2. Mit P&O Ferries (poferries.com) von Zeebrügge (B) oder Hoek-van-Holland (NL) nach Hull (GB), mit der Eisenbahn nach Liverpool und ab dort mit P&O Ferries nach Dublin.
3. Mit der Fähre oder dem Kanaltunnelzug über den Ärmelkanal, mit der Bahn nach Holyhead oder Pembroke und ab dort mit einer Fähre nach Rosslare oder Dublin.
4. Mit dem Flugzeug. Vor allem Ryanair bietet preiswerte Flüge nach Dublin an.



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