Samstag, 13. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: DB

Die DB AG betreibt in ihren ICE- und IC-Zügen etwa 650 Bordrestaurants und -bistros. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Raum in einer Zugküche begrenzt ist und sich das Angebot daher auf ein paar wenige Gerichte konzentriert, die außerdem noch möglichst vielen Leuten schmecken müssen. Das bedeutet natürlich Massenproduktion, auch wenn es selbstverständlich nicht so aussehen darf. Einige Gerichte werden neuerdings auf schüsselähnlichen Gebilden statt auf Tellern serviert, möglichst viele Gerichte erreichen Bio-Qualität (was immer das sein mag) und sogar vegetarische und vegane Speisen sind jetzt neu auf der Speisenkarte zu finden. Wie bisher können sich die Fahrgäste aussuchen, ob sie im Restaurant / Bistro oder am Sitzplatz speisen wollen. Der Unterschied zwischen Restaurant und Bistro liegt im wesentlichen in der kleineren Auswahl des Bistros und der dort üblichen Selbstbedienung, während das Restaurant eine geringfügig größere Auswahl und Bedienung offeriert. Restaurants befinden sich in ICE-Zügen; in ICs gibt es fast ausschließlich Bistros. Für Reisende der 1. Klasse bietet die DB in ICEs und meist auch in ICs einen Service direkt am Sitzplatz an. Dort können die Speisen auch bestellt werden, d.h. man muss zum Essen den Sitzplatz überhaupt nicht verlassen. Der Klassiker zum Mittag ist Chili con Carne, neuerdings mit Sour Cream, aber immer noch genießbar. Currywurst mit Pommes Frites kann man auch bekommen.
Den Nachmittagstee im Zug einzunehmen ist eine eher durchwachsene Idee. Die einzig verfügbaren Teesorten sind Earl Grey und English Breakfast (plus ein paar Früchtetees), auf Teegebäck muss man verzichten (eventuell könnte man eine Tartelette oder eine belgische Miniwaffel ordern) und der einzig verfügbare Schaumwein wäre Rotkäppchen Sekt (nur 0.2 Liter). Das Preisniveau ist naturgemäß etwas höher, als in einem ortsgebundenen Lokal. Man könnte statt Tee natürlich auch Kaffee ordern (immerhin gibt es Café Crème, Café au Lait und Espresso), jedoch nur, wenn die Kaffeemaschine nicht wieder mal defekt ist. Erfahrene Bahn­reisende wissen außerdem, dass die Realität bei der Bahn ohnehin von deren Imagebroschüren abweicht. Nicht selten suchen Störungen eben auch die Bordgastronomie heim und sorgen mitunter für einen Totalausfall. Im übrigen sollte man noch wissen, dass sich das gastronomische Angebot in ausländischen Speisewagen erheblich von dem der DB unterscheidet. Nicht selten ist es sogar besser.

Andere Bahngesellschaften:
Einige Regionalbahngesellschaften bieten zwar keinen Speisewagen, aber doch die Möglichkeit Getränke und Snäcks an Bord zu erwerben. Der Trend geht dabei zu Verkaufsautomaten, wie man sie vor allem aus der Schweiz kennt (oft sogar derselbe Betreiber), in welchen man kalte Getränke, Süsswaren und Knabbergebäck findet. Manchmal gibt es auch einen Heißgetränkeautomaten. Über ein Bistro verfügen einige der Schienenfahrzeuge, die (meist an Sonn- und Feiertagen) auf der Murgtalbahn zwischen Karlsruhe und Freudenstadt eingesetzt werden, ebenso die Alex-Züge der Länderbahn zwischen Hof und Lindau (laenderbahn.com) und die Züge von Flixtrain zwischen Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart (flixtrain.de).

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