Donnerstag, 13. Juni 2019

Die Cafés der Pariser Bohème

Fast schon legendär sind die Pariser Künstlercafés, unter Ihnen klangvolle Namen wie das Café de la Rotonde, Café de Flore (cafedeflore.fr), Les Deux Magots (lesdeuxmagots.fr), Café du Dôme oder Café de la Paix, das älteste erhaltene Pariser Kaffeehaus von 1862 (cafedelapaix.fr). In ihnen verkehrten einst die Größen der Pariser Bohème, wie Pablo Picasso, Amadeo Modigliani, Diego Rivera, Ernest Hemingway, George Gershwin, Paul Gauguin, Robert Capa, Jean-Paul Sartre und Ezra Pound, um die wichtigsten zu nennen. Lenin und Trotzki haben einst hier Schach gespielt, bevor sie ihre Revolution starteten. Kein Wunder, dass die Lokale heute von Touristen überrannt werden. Während die oft mittellosen Künstler der Gründerzeit in einigen Lokalen auf Kredit speisen konnten (der Besitzer des Rotonde akzeptierte sogar Bilder als Bezahlung), werden die heutigen Touristen kräftig zur Kasse gebeten. Für Snobs bedeutet das, dass es Zeit ist das Lokal zu wechseln und sich nach einer kleinen, ruhigen und unbekannten Brasserie umzusehen, in welcher man für dasselbe Geld ein Menü bekommt, für das in den Renommierlokalen bestenfalls eine Vorspeise serviert würde. In einer Touristenstadt wie Paris ist das natürlich eine gewaltige Aufgabe. Die anhaltenden, politischen Unruhen (Gelbwestenproteste, linke Randale etc.) machen die Sache auch nicht nicht leichter.

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