Samstag, 19. Mai 2018

Malta: Britannien am Mittelmeer

London ist wegen der königlichen Heirat des Thronfolgerbruders im Hochzeits­fieber. Ein Grund für einen Snob London aktuell zu meiden, erst recht wenn er nicht zur Hochzeit eingeladen ist (und wahrscheinlich sowieso nicht hingegangen wäre). Zum Glück gibt es aber ein Stück Britannien am Mittelmeer: Malta. Von 1815 bis 1956 war die Insel britische Kolonie, seither Republik und bis heute haben sich etliche britische Gepflogenheiten erhalten. Es gibt sogar einmal im Monat vor dem Militärmuseum einen Wach­wechsel (Changing of the Guard). Man findet auf der Inselgruppe (fast) alles, was man aus London kennt, wenn auch eine Nummer kleiner.
Die historischen Sehenswürdigkeiten der Inseln reichen von antiken Ausgrabungen bis zum ehemaligen Groß­meisterpalast des Malteserordens. Die Zahl der sehenswerten Kirchen wird mit 365 angegeben (leider meist nur zu Gottesdiensten geöffnet), dazu kommen 17 Museen, mehrere Theater und diverse Kinos. Tea Rooms für den Nachmittagstee findet man an jeder Ecke und auch sonst gibt es mehr als genügend gastronomische Angebote. In den letzten Jahre haben erstaunlich viele Barber Shops neu eröffnet und offerieren Hot Towel Wet Shaves nach Londoner Standard (Antonio`s hat sogar einen Billardtisch für wartende Kunden; antoniosbarber.com). Südlich der Hauptstadt Valletta befinden sich eine Pferderennbahn und ein Golfplatz. Westlich außerhalb der Stadt liegt der San Anton Gardens, ein kleiner aber sehenswerter Landschaftsgarten. Natürlich kann man in Malta auch die bekannten Wassersportarten betreiben. Einkaufsmöglichkeiten bietet Valletta auch, allerdings nur wenige Luxusgeschäfte. Die meisten davon befinden sich in der oberen Merchant`s Street und den benachbarten Straßen. Der öffentliche Nahverkehr wird komplett mit Bussen abgewickelt, sodass die Inseln über ein recht dichtes Busnetz verfügen. Zwischen der Alt­stadt von Valletta und den Ortsteilen Sliema und Senglea verkehren Personenfähren. Ab Cirkewwa verkehren Autofähren auf die Inseln Gozo und Comino. Mehr Informationen über Malta gibt es bei visitmalta.com. Hotelzimmer bucht man am besten über die bekannten Buchungsportale.
Die Anreise kann nicht nur mit dem Flugzeug, sondern auch mit der Fähre von Sizilien erfolgen. Mit der Bahn gelangt man mit dem Nachtzug von München nach Rom und von dort mit einem anderen Nachtzug nach Syrakus. Die Fähren nach Malta starten im ca. 65km entfernten Pozzallo. Der Bahnhof Pozzallo liegt etwa 5km vom Hafen entfernt (einige Fährgesellschaften bieten einen Zubringerbus an). Wer mit dem Auto reisen möchte, nimmt am besten einen saisonalen Autozug nach Verona (ab Hamburg, Düsseldorf, Wien) und fährt dann zum Fährhafen Genua (ca. 300km). Von dort geht es mit der Autofähre weiter nach Palermo. Bis zum Fährhafen Pozzallo sind es dann nochmal ca. 300km. Benzin und Diesel sind in Italien recht teuer, daher sollte man möglichst vor der italienischen Grenze und in Malta tanken.

Nachtrag
Wer auf dem Weg nach Malta in Rom Station macht, könnte sich hiermit die Zeit vertreiben:  http://www.globalblue.com/destinations/italy/rome/best-italian-desserts-to-try-in-rome

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