Mittwoch, 2. April 2025

Ruheorte am Lech: Gramais

Vom Lechtal zweigt auf der Höhe von Häselgehr das Otterbachtal nach Süden ab. Nach etwa acht Kilo­metern erreicht man den Ort Gramais auf 1321 Metern, der mit ca. 40 Einwohnern die kleinste Gemeinde Österreichs darstellt. Sehenswert sind im Ort die katholische Pfarrkirche von 1831 im blumigen Nazarenerstil und das Heimatmuseum. Im Ort gibt es einen Bauernladen und einen Gast­hof, sowie diverse Ferienwohnungen, die sich insgesamt zu 120 Gästebetten summieren (gramais-lechtal.at). Am Ortsrand existieren eine Badestelle am Otterbach und im Winter ein kleiner Skilift. Am gegenüberliegenden Ufer des Otterbaches befindet sich unweit des Roßkarbaches ein Pick­nick­platz. Eine besondere Attraktion bilden der Seminarraum und der 55 Quadratmeter große Turn­saal im Gemeindehaus. Beide Räume können gemietet werden und in ihnen werden gelegentlich Yoga-Retreats oder Konferenzen abgehalten. Es gibt dort auch eine öffentliche Toilette. Nach Gra­mais gelangt man ab Häselgehr mit dem Auto oder einem (leider recht teuren) Taxi (+4356346919). Einige Parkplätze im Ort sind kostenpflichtig. Die Kurtaxe beträgt €1.90 pro Tag und Person.

Sonntag, 30. März 2025

Ruheorte am Lech: Lechleiten

Das Dorf liegt auf ca. 1540 Meter, ist ein Teil der Gemeinde Steeg und hat etwa 67 Einwohner. Die Zu­fahrts­straße zweigt unweit von Warth von der Lechtalstraße (Bushaltestelle) ab und windet sich etwas mehr als einen Kilometer den Hang hinauf. Im Dorf sollte man einen Blick auf die Orts­kapel­le St. Wendelin aus dem 16. Jahr­hun­dert werfen. Am Ende des Dorfes liegt ein Parkplatz und nur wenige Meter weiter gelangt man zu einem Klettergarten mit einer Picknickbank. Der Ort ist auf ruhigen Touris­mus aus­ge­rich­tet; es gibt diverse Übernachtungsmöglichkeiten und zwei Gasthöfe. Die Kurtaxe be­trägt €1.90 pro Tag und Person. Aber un­be­zahl­bar ist das Berg­pano­ra­ma mit dem Blick auf den Ferien­ort Warth.

Donnerstag, 27. März 2025

Ruheorte am Lech: Die Hinterbockbachalpe

Über etwa 4.5km führt der asphaltierte Weg, dessen Befahren nur Anwohnern gestattet ist, oberhalb des Lechtales (lechtal-info.com) von der Lechtalstraße nach Westen. Er be­ginnt am Steeg Abzw. Bock­bach / Kra­bach, wo sich ein Parkplatz und eine Bus­halte­stelle befinden, und windet sich mit mäßi­ger Stei­gung zunächst den Berg hinauf zur Bergsiedlung Birchetsgump mit der bewirt­schaf­te­ten Postalm. Sehenswert ist hier das Almgebäude von 1794. In Birchetsgump muss man sich ent­scheiden, ob man auf dem Fahrweg bleibt oder den alten Bock­bach­weg nimmt, der als Wanderweg unterhalb des Fahrweges an einem Weiher vorbei verläuft. Bei­de We­ge führen auf einer breiten, vor­gelagerten Berg­terrasse über blumen­reiche Alm­wiesen und durch lichten Wald zur Bock­bacher Almwirtschaft (1467m, bockbacheralm.at). Von dort wen­det sich der Weg schließlich kurz nach Norden ins Hiermoos zur nur wenige hundert Meter ent­fern­ten Jausenstation zur Gams­vroni auf der Hinter­bock­bach­alpe. Alternativ könnte man von der Bock­bacher Almwirtschaft auch zur Alm Älpele (1791m) aufsteigen. Man sollte eine Pick­nick­decke mitnehmen, denn Sitzbänke gibt es auf dieser Tour leider nicht.

Montag, 24. März 2025

Ruheorte am Lech: Kaisers

Der Ort Kaisers (kaisers-lechtal.at) liegt auf 1518 Metern in einem ruhigen Seitental des Tiroler Lech­tales, auf einer Felsnase hoch über dem Kaiserbach der bei Steeg in den Lech mündet, und ist mit 73 Einwohnern und einer Dichte von einem Einwohner pro Quadratkilometer die am Dünn­sten besiedelte Gemeinde Österreichs. Sehenswert sind im Ort die katholische Kirche von 1851, der ehe­malige Pfarrhof und das Edelweißhaus, Alpengasthof und Alphütte des Alpen­vereins, mit einer Lech­taler Bauernstube von 1840. Es bestehen zwei Gastronomiebetriebe: Das Edelweiß­haus und der Gasthof Vallugablick; daneben gibt es noch ein paar Ferienchalets. In dem Kaisers vorge­la­ger­ten Weiler Kienberg findet man außerdem den Gastbetrieb Alpenhof. Weiterhin ist die be­wirt­schaf­tete Kaiseralm einen Besuch wert, ebenso das Kaiserjochhaus, eine weitere Alpen­vereins­hütte auf 2310 Metern Höhe. Erwähnenswert ist überdies die Hängebrücke Kienberg über den Kaiserbach. Ein­kaufs­möglichkeiten findet man im Tal nicht, sondern nur im etwa 5km ent­fernten Steeg im Lech­tal. Skibetrieb im Winter gibt es ebenfalls nicht, nur einen kleinen Übungs­lift am Dorfrand. Zwischen Kienberg und Kaisers zweigt die Straße ins Almajurtal ab und endet nach etwa 3km an einem Wan­der­park­platz. Einen Blick wert ist überdies der Pick­nick- und Grillplatz Lechtaler Kraft­platz ober­halb des Dorfes beim Bichlhof und gelegen an einem Teich. Nach Kaisers gelangt man ab Steeg mit dem Auto oder einem (leider recht teuren) Taxi (+43 5633 5633). Die Kurtaxe be­trägt €1.90 pro Tag und Person.

Freitag, 21. März 2025

Bad Camberg

Das Kneipp-Heilbad im Taunus hat seit 1927 seinen Status als Heilbad, aber erst in den letzten 20 Jahren wird Lehm als Heilerde eingesetzt (bad-camberg.de). Der Camberger Badearzt Prof. Dr. Peter Gündling (prof-guendling.de) hatte mit der unter seiner fachlichen Leitung stehenden Studie „Wirkung von Lehmpackungen auf Stauungsbeschwerden und Lebensqualität von Patien­ten mit chro­nisch venöser Insuffizienz“ im Jahre 2009 erstmals die medizinische Heil­wirkung des Bad Cam­berger Lehms nachgewiesen. Der kühlende Lehm verengt die Blutgefäße und der Stoffwechsel im betroffenen Be­reich verlangsamt sich. Entzündungen und Schwellungen gehen zurück und da­durch be­dingte Schmer­zen werden gebessert. Bleibt der Wickel weiterhin liegen, beginnen die Re­gu­la­tions­mechanismen des Organismus diesen “Kälteschock” auszugleichen. Dies geschieht, in dem sich die Gefäße wie­der erweitern und das Gebiet wieder stärker durch­blutet wird. Die Lehm­auf­lage ver­hin­dert, dass die Wärme abstrahlt, es kommt zum Wärme­stau. Die Wärme dringt somit in die Muskula­tur und Ge­len­ke ein und entfaltet dort eine heilende Tiefenwirkung.

Wo genau in Zukunft die Kuren verabreicht werden, nachdem die bisherigen Kurheime kürzlich ge­schlos­sen wurden, ist leider nicht ganz klar. Infrage kommen die Praxis des o.g. Badearztes, die Median Ho­hen­feld-Klinik (median-kliniken.de) oder die Fachklinik Medical Park (medicalpark.de). Beide Kliniken haben übrigens auch eine öffentlich zugängliche Cafeteria.

Besuchenswert ist auf jeden Fall der Kur­park (kurpark-bad-camberg.de), der auf einen Land­schafts­gar­ten aus dem 18. Jahr­hun­dert zurückgeht. Im Musikpavillon werden im Sommer je­den Sonntag Vormittags Kurkonzerte veranstaltet. Sehenswert sind im Ort diverse sakrale und pro­fane Gebäude in der Altstadt um den Marktplatz, außerhalb des Hauptortes vor allem die Kreuz­kapelle. Außerdem gibt es eine Kunstgalerie, das Stadt­museum und die Stadtbücherei. Über das Jahr werden auch zahl­reiche Veranstaltungen geboten, u.a. Freiluft-Kino und Kino im Kur­haus, sowie die Theater-Fest­spiele. Dazu kommen Tanz- und Musik­veran­stal­tun­gen. Bad Camberg liegt an der Bahnstrecke Lim­burg – Frankfurt/M. Innerorts ver­keh­ren zwei Stadt­buslinien. Hotellerie ist in Bad Camberg erstaun­licherweise eher spärlich vorhanden. Ob und in welcher Höhe eine Kur­taxe verlangt wird, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

Dienstag, 18. März 2025

Die Bad Bentheimer Mineraltherme

Das Kurgebiet der Stadt befindet sich etwa 3km nördlich des Hauptortes und besteht im wesent­li­chen aus dem Kurpark mit Kurhaus (kurhaus-bentheim.de), der Therme (bentheimer-mineraltherme.de), einem Wellness-Spa (naturespa.de) und einer Fachklinik (mit Kiosk und Café; fk-bentheim.de). Die Thermalsole in der Therme hat eine Temperatur von 29°C und einen Salz­ge­halt von bis zu 3%. Empfohlen wird sie vor allem bei Erkrankungen der Atemwege und des Be­we­gungs­apparates. Es gibt ein großes Außenbecken (400m²), ein 200m² großes Therapiebecken mit Whirl­pool und ein Sportbecken, außerdem Sauna, Massagen, Wellness, ein Bademoden­geschäft und ein Bistro. Das Kurgebiet hat eine eigene Bushaltestelle (Bentheimer Mineral Therme). Im Haupt­ort sind das Bentheimer Schloss (mit seinem Schlosspark), das Sandstein­museum, das Kunst­muse­um am Herrenberg, diverse sakrale Gebäude und das Haus Westerhoff einen Blick wert. Eine kuli­narische Spezialität sind Bentheimer Moppen, ein Keksgebäck mit Kümmel. Einkaufs­möglich­keiten findet man vorwiegend in der Innenstadt und entlang der Reiner Straße. Vom Bahnhof Bad Bent­heim verkehren Züge nach Bielefeld, Neuenhaus und Hengelo (NL) und es halten Nacht- und Fern­züge auf der Strecke Amsterdam – Berlin (– Prag). Busse fahren nach Gronau und Herford, sowie in Orte der näheren Umgebung. Die Kur­taxe be­trägt €2.80 pro Tag und Person.

Samstag, 15. März 2025

Wandertouren im Außerfern mit dem D-Ticket

Die Region um den Ort Reutte in Tirol wird von der Außerfernbahn erschlossen, die keine Ver­bin­dung zum österreichischen Schienennetz hat und zum Geltungsbereich des D-Tickets gehört, aller­dings nur für grenzüberschreitende Fahrten. Zwischen Vils und Ehrwald gilt der lokale Tarif. Das D-Ticket gilt nicht für Fahrten mit den u.g. Bergbahnen.

Noch auf deutscher Seite und nur ca.200m von der Bahnstation Pfronten-Steinach liegt die Tal­sta­tion der Breitenbergbahn (breitenbergbahn.de). Die 4er-Gondelbahn führt auf den 1838m hohen Breiten­berg, wobei die Berg­sta­tion auf 1501m liegt. Sie verfügt über einen Kiosk mit Getränken und klei­nen Speisen, sowie öffent­liche Toiletten. In der Umgebung findet man einige Sitzbänke. Etwa 200 Meter von der Berg­sta­tion liegt die Talstation der anschließenden Hoch­alp­bahn, einer 4er-Sesselbahn. Auf dem Weg dort­hin befindet sich die bewirtschaftete Hochalphütte. Die Bergstation der Hochalpbahn liegt auf 1677m. Von hier erreicht man in einer ca. 30minütigen Wanderung die ebenfalls be­wirt­schaf­tete Ost­ler Hütte auf annähernd 1838m. Auf dem Berg gibt es vier Startplätze für Gleit­schirm­flieger und eine Rundfunk-Sendeanlage.

Direkt neben der Bahnstation Bichlbach, Almkopfbahn liegt die Talstation der besagten Almkopf­bahn (Gondel- oder Sesselbahn). Sie führt auf etwa 1600m, wo sich unweit der Bergstation die Hei­ter­wanger Hochalm befindet, und nicht weit davon die Bergstation der Sonnalmbahn (Sessel­lift), die nach Berwang hinabführt. Von der Hochalm aus führt ein Wanderweg auf den 1802m hohen Alm­kopf.

Direkt oberhalb des Bahnhofes Lermoos (auf ca. 1000m) liegt die Tuftl Alm auf 1500m. Der Weg führt vom Bahnhof am Schwimmbad vorbei über den vorgelagerten Kohlberg zur bewirtschaf­te­ten Tuftl Alm. Dort gibt es auch eine kleine Kapelle und eine Aussichtsplattform. Absteigen könn­te man über den Karletalsteig nach Ehrwald. Auf dieser Route finden sich vereinzelt Bänke. Der Weg führt bei­nahe bis zum Ehrwalder Bahnhof.

Mittwoch, 12. März 2025

Betreffend Kurtaxe in Seebädern

Am 13. September 2017 entschied das Bundesverwaltungsgericht (Az.: BVerwG 10 C 7.16), dass grundsätzlich jeder das Recht hat, einen Strand unentgeltlich zu betreten. Gebühren – wie die Kurtaxe – seien allerdings zulässig, wenn die Strandabschnitte über Einrichtungen wie Geschäfte, Toiletten, Duschen, Umkleiden, Strandkörbe sowie Absperrungen für Nichtschwimmer verfügen. Mehr Infos: https://www.bussgeld-info.de/kurtaxe/

Sonntag, 9. März 2025

Ausflug von Berlin an die Ostsee

Wer in Berlin wohnt und einen mehrtägigen Ausflug an die Ostsee plant, der sollte sich für die Halb­insel Fischland/Darß interessieren (fischland-darss-zingst.de). Es verkehrt täglich ein Flixbus ab Berlin ZOB und Tegel nach Prerow auf der Halbinsel Darß, der früh Morgens Berlin verlässt, Mittags in Prerow eintrifft und Abends wieder nach Berlin zurückkehrt. Der Bus passiert dabei die Orte zwischen Dierhagen und Prerow sowie den Badeort Graal-Müritz.

Prerow (prerow.de) besitzt einen etwa 5km langen und bis zu 80 Meter breiten Sandstrand. Sehens­wert sind die Seemannskirche, die rohrgedeckten Häuser mit ihren hölzernen Haustüren und die neue, noch im Bau befindliche Seebrücke. Gastronomie ist ausreichend vorhanden und es gibt einen Supermarkt. Die Ostseeklinik am Nordstrand bietet eine Cafeteria und einen Kiosk. Die Kurtaxe liegt bei €2.80. Die Regionalbuslinie 210 verkehrt von Prerow nach Stralsund.

Ein weiterer Ort in der Umgebung ist Wustrow (ostseebad-wustrow.de). Sehenswert sind die Kirche und ein paar pro­fa­ne Gebäude und natürlich der weitläufige Sandstrand und die Seebrücke. Gastro­nomie ist aus­rei­chend vorhanden und es gibt ein paar Geschäfte und zwei Supermärkte. Die Kur­taxe liegt bei €2.40 im Sommer und €1.30 im Winter.

Donnerstag, 6. März 2025

Grainau an der Zugspitze

Die Gemeinde am Fuße der Zugspitze hat etwa 3600 Einwohner und ungefähr ebenso viele Gäste­betten (grainau.de). Sie ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen ins Wetter­stein­gebirge und Fahrten auf die Zugspitze (2962m). Der Ort selbst ist zwar kein Snob-Paradies, aber einen Blick wert. Sehenswert sind die sakralen Ge­bäude, aber vor allem die (ehe­ma­li­gen) Bauern­höfe im alpenländischen Stil, die dem Ort eine ein­zig­artige Atmosphäre ver­leihen. Be­lieb­te Aktivitäten sind - neben Wandern – Baden im Zugspitzbad (Frei- und Hallenbad, aber kein Thermalwasser!) oder im nahen Eibsee, Wassertreten, Minigolf oder Tennis. Im Winter werden Schlittschuhlaufen, Skifahren und weitere Wintersportarten offe­riert. Zur Abend­unter­hal­tung sei das Bauern­theater empfohlen oder man besorgt sich etwas zum Lesen aus der Ge­meinde­bücherei. Touristisches Ortszentrum ist der Kurpark, wo sich das Zug­spitz­bad, die Kneipp­anlage, der Minigolfplatz, die Touristen­infor­ma­tion, ein Restaurant, ein Musik­pavil­lon und öffentliche Toiletten befinden. Hotellerie und Gastro­no­mie gibt es in Grainau natürlich auch, allerdings sind die Lokalitäten im Ort verstreut. Ein­kaufs­mög­lich­keiten findet man jedoch kaum; lediglich einen kleinen Lebensmittelladen in Obergrainau und ein paar kleine Geschäfte hier und dort. Die Kur­taxe beträgt €3,50 pro Person und Tag. Die An­reise erfolgt mit der Bahn bis Gar­misch-Parten­kir­chen. Von dort fahren die Zugspitzbahn und der Bus Linie 9840 nach Grainau. Das D-Ticket gilt auch auf der Zugspitzbahn auf der sog. Talstrecke bis zum Bahnhof Grainau, der sich in unmittel­barer Nähe zum Kurpark befindet. Besuchstipp: Der Barber­shop in Garmisch-Partenkirchen.

Montag, 3. März 2025

Herchen an der Sieg

Heute zur Gemeinde Windeck gehörig, besitzt der kleine Ort an der Sieg eine Tradition als Som­mer­frische und Künstlertreff (windecker-laendchen.com). Prominentester Besucher dürft wohl der aus dem nahen Siegburg stammende Musiker Engel­bert Humperdinck in seinen jungen Jahren ge­wesen sein. Der einstige Ruhm ist leider verblasst und heute ist nicht mehr allzuviel übrig, was an diese Epoche erinnert. Aber für einen Tagesaufenthalt sollte es reichen. Immerhin hat der Kurpark bis dato über­lebt. Direkt an der Sieg gelegen, bietet er Bänke und Picknickplätze, und als Deko ein paar alte Festungs­kano­nen, die früher in Köln statio­niert waren. Weitere Sehens­würdig­keiten sind die beiden Kirchen, der Thingplatz oberhalb des Kur­parks und zwei be­mer­kenswerte Bäume. Das Haus des Gastes wird vor­wiegend für Veranstaltungen ge­nutzt. Brauch­bare Ein­kaufs­möglich­keiten gibt es so gut wie keine, lediglich eine Bäckerei auf der Hauptstraße. Neben der Gaststätte Löwen­burg (loewenburg.eu), existieren noch der Siegtaler Hof (siegtalerhof.de) und der Khan Berghütte Imbiss (khan-windeck.de) oberhalb des Thing­platzes. Noch recht jung ist das Kurparkcafé (kurparkcafe-kokolores.de). Übernachtungsmöglichkeiten findet man nur wenige, u.a. das Wald­haus Her­chen (waldhausherchen.de), ca. 2.5km südlich vom Kurpark und ca. 900m vom Bahnhof gelegen. Ob und in welcher Höhe eine Kurtaxe erhoben wird, ist nicht bekannt. Durch den Ort fährt der Bus Linie 547 zum Bahnhof Herchen, der etwa zwei Kilo­meter südlich des Hauptortes liegt. Von dort fahren Züge nach Siegen und Köln.

Freitag, 28. Februar 2025

Weiskirchen im Saarland

Der unscheinbare, aber dennoch reizvolle Ort im Saarland positioniert sich als heilklimatischer Kur­ort und Kneippheilbad, was ein Snob natürlich geflissentlich ignoriert (weiskirchen-saarschleifenland.de). Die waldreiche Umgebung lädt zum Wandern geradezu ein, weshalb dieses folglich die wichtigste Beschäftigung der Gäste ist. Es gibt diverse Premium-Wanderwege, wie z.B. die Traumschleifen, Heilklimawege, einen Wild- und Wanderpark oder das „Wandern mit Hänge­matte“ mit Zwischen­stopps an „Baumelstationen“. Zumindest letzteres klingt durchaus snobistisch interessant, vom Wandern mal abgesehen. Einen Kurpark (mit Boulebahn, Frei­luft­schach und Mini­golf) hat Weiskirchen natürlich auch, außer­dem mehrere Kneipp­anlagen. Se­hens­wert sind im Ort diverse sakrale und profane Ge­bäu­de, die sich prak­tischer­weise alle in der Trierer Straße befinden. Einen Besuch wert sind das Museum Mechanischer Musiksalon (mechanischer-musiksalon.de) und die Ausstellung Weiskircher Prunkgräber (ein bedeutender archäologischer Fund) im Haus des Gastes. Das Vitalis Bäderzentrum be­füllt seine Becken mit ge­wöhn­lichem Lei­tungs­wasser, jedoch könnte man vielleicht mal das Bistro aufsuchen (vitalis-weiskirchen.de). Die etwas außer­halb im Holz­bach­tal gelegenen Hochwaldkliniken besitzen ebenfalls ein Bistro mit Kiosk. Gastronomie und Hotel­lerie ist eher spärlich, aber vorhanden. Einkaufs­mög­lich­keiten findet man auch, u.a. einen Netto mit gratis WLAN unweit des Kurparks und einen Rewe mit Heißer Theke am süd­lichen Orts­ausgang. Die Buslinie R1 fährt zum Bahnhof Merzig, weitere Linien ver­kehren in die nähere Um­ge­bung (bus-merzig.de). Die Kurtaxe liegt bei €3 pro Tag und Person.

Dienstag, 25. Februar 2025

Dermbach in der thüringischen Rhön

Den 7000-Einwohner-Ort, der etwa 16km südwestlich von Bad Salzungen in einer recht hüge­ligen Gegend liegt, kennen nur die Wenigsten (dermbach.de). Dennoch dient er häufig als Ausgangspunkt für Wanderungen. Sehenswert sind das Schloss, die beiden Kirchen, ein paar denkmalwürdige Bäu­me, die Felda-Brücke und der Dorfanger. Weiter­hin existiert ein Heimat­museum. Es gibt drei Hotels und ein Dutzend Ferienwohnungen, eine Biblio­thek und ein Freibad, sowie ein paar wenige Gastro­no­mie­betriebe. Zum Einkaufen bieten sich drei Supermärkte (einer mit WLAN) und einige kleinere Geschäfte an. Charakteristisch ist für Dermbach, dass es kein Ortszentrum gibt, was manch­mal für etwas lange Wege sorgt. Dafür erhebt der Ort derzeit aber kei­ne Kur­taxe. Darüber hinaus eignet sich die Umgebung sehr gut für Himmelsbeobachtungen, weil die sog. Licht­ver­schmut­zung hier extrem gering ist. Von Dermbach verkehrt der Bus Linie 130 nach Bad Salzungen (Bf.). Weitere Busse fahren nach Bad Hersfeld und Bad Liebenstein. Am Bus­bahn­hof befinden sich öffentliche Toiletten.

Samstag, 22. Februar 2025

Besuch in Dobel im Schwarzwald

Die Schwarzwaldgemeinde auf knapp 700 Metern Höhe zwischen Bad Herrenalb und dem Enztal ist heute eher wenig bekannt (dobel.de). Dabei war 1960 sogar die spätere spanische Königin So­phia in dem 2500-Seelen-Ort zu Gast. Sehenswert sind im Ort der zu einem Aussichtspunkt um­ge­bau­te Wasser­turm und die evangelische Kirche von 1774. Einen kleinen Kurpark gibt es auch und bei der Kurverwaltung eine Leseecke mit Zeitungen und Zeitschriften. Im Sommer bietet die Um­ge­bung ein sehr schönes Wandergebiet und im Winter einen Übungs­ski­lift. Gastronomie ist eher spär­lich, aber vorhanden. Es gibt immerhin eine traditionelle Imbissbude und die Reha-Klinik am öst­lichen Ortsrand hat eine Cafeteria. Unterkünfte findet man ge­nü­gend, ebenso ein paar Ein­kaufs­mög­lich­keiten, u.a. einen Supermarkt am westlichen Ortsrand (mit WLAN) und ein paar klei­ne­re Ge­schäf­te im Ortsinneren. Beachten sollte man unbedingt auch den lokalen Veranstaltungs­kalen­der. Die Kur­taxe beträgt €1.80 pro Tag und Person. Von Bad Herrenalb ver­keh­ren die Busse der Linien 716, X63 oder 719 nach Dobel, von Pforzheim die Linie 716 (Fahr­zeit ca. 50min.). Das Par­ken ist von De­zem­ber bis März gebühren­pflichtig.

Mittwoch, 19. Februar 2025

Bad Sassendorf

Die Börde-Therme (boerde-therme.de) füllt ihre Becken mit einer Sole, die einen Salzgehalt von 3,0–3,4 Prozent bei 32°C auf­weist und zur Linderung der Schmerzen bei Rheuma, Arthrose und Arthritis beiträgt. Es gibt zwei Innen- und ein Außenbecken und die üblichen Spielereien, wie Spru­del­pilz, Sprudelinsel, Wasser­schütten und Massagedüsen, außerdem eine Sauna, eine Meer­salz­grot­te, Mas­sagen, Moor­anwen­dungen und ein Café. Neben der Therme befindet sich der Kurpark mit einem Gradierwerk, einer Boule-Bahn, einer Vogelvoliere und nicht weniger als drei Kurpark-Cafés. Gegen­über der Therme liegt ein recht brauchbarer Imbiss. Am Rande des Kurparks stehen zwei Kur- und Reha-Kliniken. Überdies hat die Therme eine eigene Bus­halte­stelle (Linie R81/R49). Südlich vom Kurpark liegt das Sassendorfer Schloss. Sehenswert sind auch die mittelalterliche Kirche, einige Fachwerkhäuser und alles, was mit dem Thema „Salz“ zu tun hat (badsassendorf.de). Erwähnen soll­te man ebenfalls das Tagungs­zentrum. Ein­kaufs­mög­lich­keiten bietet der Ort nur wenige, aber immer­hin zwei Supermärkte (der Rewe hat eine Heiße Theke). Vom Bahnhof fahren Züge nach Soest, Hamm, Paderborn und Münster. Die Kurtaxe beträgt €3.40 pro Person und Tag.

Sonntag, 16. Februar 2025

Die Therme Aqua Dome in Längenfeld / Tirol

Aus 1.865 Meter Tiefe und mit 40° C strömt das Wasser im Ötztaler Längenfeld an die Ober­fläche - eine Schwefeltherme mit einem Gehalt an zweiwertigem Schwefel von 5 mg S–/l – und füllt die 12 Thermen-Becken, darunter mehrere Außenbecken (aqua-dome.at). Sauna, Massagen, Wellness­be­reich, Fit­ness­center und einen Friseur bietet die Therme auch, jedoch haben die meisten Be­hand­lun­gen eher wenig Snob-Appeal. Bei den jährlich 350.000 Besuchern in Therme und zugehörigem Ho­tel handelt es sich wohl mehrheitlich nicht um Snobs, was bei einer so hohen Besucherzahl auch nicht zu er­war­ten ist. Ein weiterer Nachteil der Therme sind die hohen Preise. Eine Tageskarte ko­stet €50, eine 3-Stun­den-Vormittags­karte (nur um 9 Uhr) €32 und eine Abendkarte (ab 18 Uhr) €36. Frühbucher erhalten Rabatt. Eine einfache, 25minütige Massage schlägt mit €52 zu Buche. Außer­dem verfügt die Ther­me über Gastro­no­mie, gratis WLAN, ein Bademodengeschäft und eine eigene Anruf­sam­mel­taxi-Halte­stelle (Linie 325T nach Gries; vvt.at). Nach Längenfeld fährt der Bus Linie 320 ab Imst über Ötztal-Bahnhof und Oetz. Die der Therme am Nächsten ge­le­ge­ne Haltestelle heißt Län­gen­feld, Ge­mein­deamt. Von dort sind es ca. 500 Meter zur Therme. An der Haltestelle befindet sich ein Super­markt. Sehenswert sind in Längenfeld vor allem die zahl­rei­chen sakralen Gebäude: Es gibt im Haupt­ort und in den Ortsteilen nicht weniger als vier Kirchen und 17 Kapellen, außerdem ein Frei­licht­museum, ein paar Bauernhäuser und die Geburtsstätte von Franz Senn, dem Begründer des Deutschen Alpenvereins. Die Kur­taxe be­trägt €4 pro Person und Tag.

Donnerstag, 13. Februar 2025

Die Albtherme in Waldbronn

Aus 400 Metern Tiefe steigt das Waldbronner Thermalwasser empor (albtherme-waldbronn.de). Es lindert nachweislich Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenkleiden und Verletzungen der Stütz- und Bewegungsorgane. Die Thermenlandschaft umfasst vier Becken (darunter ein Whirlpool), ein Kalt­wasser­becken, einen Ruhebereich, Sauna, Wellnessbereich, Salzgrotte, Bücherzimmer, Thermen­shop und ein Bistro. Interessant sind die diversen Pauschal-Arrangements von einem bis zu drei Tagen. Der Ort Waldbronn besitzt nur wenige Sehenswürdigkeiten, aber drei Museen: Eine Heimat­stube, ein Radio- und ein Kuckucksuhrenmuseum (waldbronn-tourismus.de). Es gibt auch einen Kur­park, jedoch liegt dieser etwa einen Kilometer von der Therme entfernt. Näher an der Therme be­findet sich der Waldpark, an dessen Rand eine Reha-Klinik mit Cafeteria steht. Es gibt sogar eine Außenterrasse. Die Albtherme und der Kurpark haben eigene Bushaltestellen; es verkehrt die Linie 155 zum S-Bahnhof Reichenbach. Im Kur­park liegt überdies der S-Bahnhof Reichenbach Kur­park. Von beiden Stationen fahren Züge nach Karlsruhe. Leider bietet Wald­bronn nur wenig Hotel­lerie, Ga­stro­nomie und Einkaufsmöglichkeiten die noch dazu im Ort ver­streut sind. Die Kur­taxe be­trägt €1,20 pro Person und Tag.

Montag, 10. Februar 2025

Die Soltau Therme

Fast 30 Prozent beträgt der Salzanteil der geförderten Sole und erreicht damit einen Mineral­gehalt wie im Toten Meer. Die Konzentration im Wasser der Soltau Therme (soltau-therme.de) beträgt je­doch lediglich 3 bis 5 Prozent mit einem Anteil von mehr als 5,5 Gramm Natrium-Ionen und 8,5 Gramm Chlorid-Ionen pro Liter. Das entspricht einem Kochsalzanteil von 1,5 Prozent. Das 265m² Innenbecken verfügt über 3 Sprudelliegen, 1 Boden­sprud­ler, 7 Massagedüsen und 1 Nackendusche. Der Solegehalt liegt bei 3%, die Wassertemperatur bei 35°C. In der Sole-Grotte beträgt der Salz­ge­halt 5%. Alle übrigen Becken sind mit normalem (Leitungs-) Wasser gefüllt, u.a. das Lehr­schwimm-, Sport- und Kinder­becken. Sauna, Salzgrotte, Massagen, Wellness und Ruhebereiche gibt es auch. Interessant sind ge­gebenenfalls die Relax-Bäder in einer separaten Badewanne des Wellness-Bereiches, auch wenn die Badezusätze eher we­nig Snob-Appeal besitzen. Das Bad mit Rosenöl dürfte eventuell gehen. An­schließend wäre eine tra­di­tionelle Rückenmassage passend. Gastronomie hat die Therme auch, und zwar sowohl ein Restau­rant welches von außen be­sucht werden kann, als auch ein internes Lokal welches man im Bade­man­tel aufsucht. Dazu gibt es gratis WLAN. In der Stadt Soltau sind diverse sakrale und profane Gebäude und vier Museen zu den Themen Stadt­ge­schichte, Spielzeug, Filz und Salz einen Besuch wert, eben­so der Breidings Garten (mit einer künst­lichen Burg­ruine). In der Um­ge­bung befinden sich meh­rere Nah­erholungs­gebiete, u.a. der Wachol­der­park (Bahnstation Soltau Nord, ca. 700m). Wei­ter­hin gibt es in der Um­gebung den Heide Park (Freizeit- und Themenpark), ein Designer Outlet Center und eine Golf­an­la­ge. Vom Bahnhof Soltau aus fahren Züge nach Ham­burg, Bremen, Han­no­ver und Uelzen. Am Bahnhof existiert eine öffentliche Toilette und ca. 200 Me­ter entfernt steht ein Supermarkt. Eine Kurtaxe wird derzeit nicht erhoben.

Freitag, 7. Februar 2025

Schönebeck - Bad Salzelmen

Der heutige Ortsteil (seit 1932) von Schönebeck an der Elbe, südlich von Magdeburg, ist bereits seit 1802 Soleheilbad (visitschoenebeck.de). Zentrum des Kurbetriebes ist heute die Solequell, ein mo­dernes Thermal­bad mit verschiedenen Becken (u.a. Heißbecken und Whirlpool) und einem Salz­ge­halt von ca. 3.5% (außer Whirlpool). Sauna, Wellness und Kosmetikbehandlungen werden auch ge­bo­ten, aber eigentlich sind nur die klassischen Massagen snobtauglich (solepark.de). Gastronomie hat das Bad prin­zipiell auch, je­doch ist diese derzeit wegen Renovierung ge­schlossen. Es gibt auch einen Trink­brun­nen im Kur­park. Die dort ausgeschenkte Sole hat eine Salz­konzentration von 0.8%. Sie stammt aus der 8-prozentigen Erlenquelle und wird zum Trin­ken mit Quellwasser versetzt. Lei­der ist auch der Trinkbrunnen der­zeit geschlossen. Geöffnet sind jedoch das Gradierwerk und die Salz­grotte. Prak­tisch alle für den Kurbetrieb wichtigen Gebäude und Ein­richtungen befinden sich im oder am Rande des Kurparks, inklusive zweier Kurpark-Cafés und der Cafeteria mit Außen­ter­ras­se der örtlichen Reha-Klinik. Sehenswert sind im Ort die St.-Johannis-Kirche, der Marktplatz und zahl­reiche Grün­der­zeitvillen, außerhalb der Hum­mel­berg-Turm (hummelberg-turm.de) und der Bis­marck­turm (Tier­gehege und Café nebenan; cafe-biererberg.de). Der Bahnhof Schönebeck-Bad Salz­elmen liegt direkt neben dem Kurpark. In seiner Umgebung fin­den sich auch ein paar wenige Ga­stro­nomie­betriebe. Ein­kaufs­möglichkeiten bietet dieser Teil von Bad Salzelmen so gut wie keine, von einer Bäckerei un­weit der Nordwestecke des Kurparks ab­ge­se­hen. Jenseits des Bahnhofes und etwa 400 Meter ent­fernt liegt jedoch ein Kaufland Supermarkt. Vom Bahnhof verkehren eine S-Bahn nach Magdeburg und Wit­ten­berge und Nahverkehrszüge u.a. nach Erfurt und Uelzen. Vom Elbufer Schönebecks startet ein Fahrgastschiff zu Fluss-Rundfahrten (elbeschiff.com). Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.

Dienstag, 4. Februar 2025

Kreuzfahrten mit der Holland America Line

Kreuzfahrten sind heutzutage Massenveranstaltungen. Eine der wenigen gehobenen Kreuzfahrt-Optionen, die (noch) nicht zum schwimmenden Rum­mel­platz ver­kom­men ist, wäre eine Fahrt mit der „Rotterdam“ der Holland America Line in die nor­wegischen Fjörde. Das etwa 300 Meter lange Schiff bietet Platz für bis zu 2668 Passagiere. Ein besonderer Clou ist der traditionelle Nach­mittags­tee an Bord. Jede der folgenden, siebentägigen Reisen mit der „Rotterdam“ ab Rotterdam ist zu einem Preis ab €1044 zu haben.

  • 03. Mai 2025 von Rotterdam nach Stavanger, Mandal (Kristiansand), Oslo und Kopen­hagen. Zurück in Rotterdam ist das Schiff am 10. Mai.

  • 28. Juni bis 05. Juli 2025. Ab Rotterdam nach Skjolden, Stavanger, Mandal (Kristian­sand) und Oslo und dann zurück nach Rotterdam.

  • 30. August 2025 mit Start in Rotterdam. Es folgen die Häfen Oslo, Mandal (Kristian­sand), Sandnes (Stavanger) und Skjolden. Endstation ist diesmal Amsterdam, am 06. September 2025.

Natürlich gibt es noch mehr Reisetermine mit diesen und anderen Reisestationen, aber diese haben einen höheren Preis (hollandamerica.com). Man beachte, dass bei Schiffsreisen von und nach Nor­wegen häufig der zollfreie Einkauf möglich ist. Waren in den Bordboutiquen sind auf See gele­gent­lich mehrwertsteuerfrei (routenabhängig).

Leider gibt es auch ein paar Nachteile, auf die man hinweisen sollte.

  • Die Bordwährung ist der US-Dollar, auch wenn man nur auf der europäischen Seite des Atlantiks bleibt. Wer also bar zahlen will, braucht US-Dollar, möglichst in kleinen Scheinen. An Bord Geld zu wechseln, ist fast immer nicht möglich. Allerdings wird sowieso fast alles an Bord über die Kabinen-Schlüsselkarte abgerechnet. Abgebucht wird dann von der Kredit­karte, die man bei der Buchung angeben muss. Vorsorglich wird das eigene Bordkonto täg­lich mit US$30 vorautorisiert (was immer das heißen mag).

  • Die Getränkepakete sind recht teuer. Das billigste Paket, welches nur Erfrischungs­getränke beinhaltet, kostet $8 pro Tag und Person. Zum Vergleich: Eine 2 Liter-Flasche Cola ist in einem Supermarkt für etwa €2 (ca. $2.30) zu haben. Getränke aus der Minibar oder vom Zimmerservice werden extra berechnet.

  • Oft wird der Besitz eines Reisepasses auch dann verlangt, wenn sich das Schiff aus­schließ­lich innerhalb der EU bewegt oder zumindest innerhalb des Schengen-Raumes (z.B. Nor­wegen). Dadurch entstehen zusätzliche Kosten.

  • Die Liste der an Bord verbotenen Gegenstände ist erstaunlich lang und umfasst Dinge, bei denen man das nicht erwartet hätte, wie z.B. Plastikflaschen, Reise­bügel­eisen oder elek­tri­sche Wasserkocher. Aber auch einige Taschen­messer, Rasier­messer, Scheren über 10cm Länge, Werkzeuge (auch Multitools), Kerzen und Überall­zünder-Streich­hölzer sind nicht gestattet. Selbst Seenotfunkbaken dürfen nicht an Bord gebracht werden (sic!).

Samstag, 1. Februar 2025

Bad Dürrenberg an der Saale

Nachdem der ursprüngliche Kurbetrieb 1964 eingestellt worden war, wurde im Jahre 2000 ein neuer Solebrunnen in Betrieb genommen und der Kurbetrieb in den folgenden Jahren wieder auf­ge­nom­men. Vor allem das Sole-Spa im Kurpark (sole-spa.de) bildet den Mittelpunkt des neuen Kur­be­trie­bes, welcher allerdings mehr Wellness beinhaltet, als ein Snob wünscht. Ein Blick auf die Menü­kar­te zeigt jedoch auch ein paar durchaus snobtaugliche Angebote, z.B. ein Moorbad, ein Natursolebad oder klassische Massagen. Der Kurpark erstreckt sich am öst­li­chen Saaleufer - vom Gelände der Lan­des­gartenschau kommend - und bietet drei Brun­nen, drei Gra­dier­werke, vier Denkmäler, ein Pal­men- und Vogelhaus, eine Salzsiederei, ein kleines Heimat­muse­um, drei Gaststätten, zwei Kin­der­spielplätze, eine Blumenuhr, einen Musikpavillon, eine Kalt­inha­lier­halle, eine Aussichts­platt­form, eine Laube, einen Schau-Weinberg und ein Wild­ge­he­ge. Mehr kann man von einem Kurpark wirklich nicht erwarten. Am östlichen Ortsrand befindet sich überdies ein mit 100m² Wasserfläche eher kleines Sole-Schwimmbad (landerlebniswelt.de). Weiterhin se­hens­wert sind im Hauptort der Borlachturm (ex Bergbau-Förderturm) und die katholische Kirche von 1931; in der Umgebung und in den Orts­teilen die spätgotische Kirche in Kirchfährendorf, die Museums­wohnung in der Garten­stadt, der Nach­bau der ersten sächsischen Dampfmaschine und diverse historische Denkmäler. Un­be­dingt er­wähnen sollte man auch noch die sog. Bestattung von Bad Dürrenberg, ein bedeutender, archäolo­gischer Fund aus der Mittelsteinzeit. Gastronomie, Hotel­lerie und Einkaufsmöglichkeiten sind aus­reichend vorhanden. Nach Bad Dürren­berg gelangt man ab Halle (Saale) mit der Straßen­bahn oder mit der Staatsbahn ab Leipzig, Eise­nach und Naum­burg (Saale). Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.

Mittwoch, 29. Januar 2025

Die "NaturThermeTemplin"

Sie positioniert sich als kindgerechtes Familienbad, inklusive Babyschwimmen und Kinder­geburts­tag, was naturgemäß eher wenig Snob-Appeal hat (naturthermetemplin.de). Den­noch finden sich in der Templiner Therme ein paar Dinge, die auch für Snobs interessant sind. Das Heilwasser im Bad und in der Therapie ist eine Sole in Konzentrationen von 1–6 % bei Tempera­tu­ren von 30–36°C. Es ist geeignet für die Behandlung und Linderung bei Er­kran­kungen der Atem­we­ge, der Haut und des Stütz- und Bewegungsapparates. Leistungen im Well­ness­zentrum können auch in Anspruch genom­men werden, ohne das Schwimmbad zu betreten. Das Zentrum besitzt so­gar einen eigenen Eingang. Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Man er­hält dort u.a. klassische Mas­sa­gen und Wan­nen­bäder, wie z.B. das Natursoleperlsprudelbad (Dauer ca. 30min.). Auch Moor- oder Algen­packun­gen (Thalasso) sind möglich. Bademantel, Hand­tuch und Badeschuhe soll­te man mit­bringen. Das Thermenbistro besitzt ebenfalls einen eigenen Ein­gang und ist ge­gen­wärtig nur an Wochen­enden geöffnet. Im Ort Templin gibt es ein paar sehens­werte sa­kra­le und pro­fane Ge­bäude, mehrere Denkmäler aus DDR-Zeiten und eine mittel­alter­liche Stadt­mauer. Neben dem Ther­mal­bad liegt der Kurpark mit einem Apfelsorten-Schaugarten. Temp­lin liegt im nörd­li­chen Teil des Landes Branden­burg in der West-Uckermark, ca. 80 km nördlich von Berlin. Ab dem Bahnhof Ber­lin-Ostkreuz ver­keh­ren Regional­züge nach Templin Stadt. Von dort fährt ein Orts­bus in 5 Minu­ten zur Therme, die eine eigene Haltestelle hat (Ther­mal­bad). In Sicht­weite des Bahnhofes befindet sich ein Super­markt. Weitere Geschäfte und Gastronomie sind im Ort verstreut. Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.

Sonntag, 26. Januar 2025

Bad Gastein und Bad Hofgastein

Bad Hofgastein im Gasteinertal in den Hohen Tauern existiert schon seit der Römerzeit. Damals war es ein Zentrum des Gold- und Sil­ber­bergbaus. Im Mittelalter wurde der Handel über die Berg­pässe immer wichtiger und Bad Hof­ga­stein erhielt im 13. Jahrhundert das Marktrecht. Im 19. Jahr­hundert erfolgte der Aufstieg als Heil­bad, nachdem der Ort von Kaiser Franz I. im Jahre 1828 das „immerwährende“ Recht auf Be­zug von „Ein-Fünftel-Anteil des Thermalwassers aus den Quellen von Bad Gastein“ erhielt. Der Grund dafür war die Überlastung des benachbarten Bad Gasteins. Das Problem des Gasteiner Heil­wassers ist jedoch der hohe Radongehalt und die damit verbundene Radioaktivität. Im Mittelalter hatte man sich bereits über den vergleichsweise geringen Mineral­gehalt des Thermalwassers und die dennoch als anregend empfundene Wirkung der Kuren in Ga­stein gewundert. Erst um 1900 herum entdeckte man, dass die Radioaktivität von Radon der Grund dafür ist. Zwar baut sich Radon innerhalb weniger Stunden im menschlichen Körper wieder ab, den­noch kann es langfristig Krebs auslösen, weshalb es heute nur in wirklich dringenden Fällen von Morbus Bechterew, Rheu­ma­toiden Arthritis und ähnlichen Beschwerden eingesetzt wird.

Indes existiert in Bad Hofgastein das Thermalbad Alpentherme, in welchem „entradonisiertes“ Ther­mal­wasser die Becken füllt (alpentherme.com). „Richtige“ Radonbäder werden nur in separa­ten Badewannen und unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Von einer Krebsgefahr will man natür­lich nichts hören. Wenn man die entradonisierten Wasserbecken trotzdem lieber nicht nutzen möch­te, bleiben immer noch die Sauna, Massagen, Well­ness­behandlungen und der Fitness­bereich (sofern snobtauglich). Weiterhin gibt es noch die Thermen-Gastronomie und gratis WLAN.

In der Gasteiner Felsentherme, nur wenige Kilometer weiter südlich, verfährt man ähnlich (felsentherme.com). Das Wasser in den allgemein zugänglichen Becken ist entradonisiert. Natürlich findet man auch hier Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen, einen Fitness­be­reich und Gastro­no­mie vor. Für den Gasteiner Heilstollen gilt, dass er eine hohe radioaktive Hinter­grund­strahlung be­sitzt. Der Stollen – ein Relikt des Bergbaus in dieser Region - liegt südlich von Gastein und west­lich des Orts­teils Böckstein. Jährlich werden dort bis zu 14.000 Patienten mit ärztlicher Ver­schrei­bung be­han­delt (gasteiner-heilstollen.com).

Beide Orte, Bad Gastein und Bad Hofgastein (gastein.com), haben eine lange Geschichte als Heil­bäder, was sich in der Architektur widerspiegelt. Weiterhin sehenswert sind in Gastein der mitten im Ort gelegene Gasteiner Wasserfall, die Grand Hotels, das Schloss Böckstein und zwei Museen, so­wie in beiden Orten die sakra­len Gebäude und ein paar profane Einzelgebäude aus dem späten 19. Jahr­hundert. Beliebte Aktivitäten sind die üblichen Bergsportarten im Sommer und Skilaufen im Winter. Hotel­lerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug. Durch das Gasteinertal verläuft die Tauernbahn, sodass beide Orte mit der Eisenbahn gut zu erreichen sind. Der Bahnhof von Ga­stein liegt mitten im Ort, der von Hofgastein etwa 3km nördlich des Hauptortes (es fährt ein Bus zum Ortszentrum). Zwischen den Talorten verkehren mehrere Buslinien. Die Kurtaxe liegt im gan­zen Tal bei €2.40 pro Tag und Person. Am Bahnhof Böckstein befindet sich die Autoverladung durch den Tauerntunnel nach Kärnten.

Donnerstag, 23. Januar 2025

Der Snob und die Pommesbude

Man erkennt eine gute Pommes- oder Currywurst­bude an ihrer Speisekarte. Natürlich kann heut­zu­ta­ge keine Imbissbude ohne Hamburger, Hot Dogs oder Wraps auskommen, aber traditionelle Ge­rich­te wie (Thüringer) Bratwurst, Curry­wurst oder Grill­hähnchen mit Pommes Frites müssen auf jeden Fall auf der Speisekarte stehen (eventuell auch Schnitzel Wiener Art). Optimal wäre natürlich ein alt­ein­gesessener Traditions­betrieb mit guter Reputation, stimmigem Angebot und solidem Preis-Leistungs-Verhältnis, der möglicherweise sogar in einem Pommes- und Curry­wurst­buden-Führer in Buchform, als Smartphone-App oder im Internet genannt wird. Ein gutes Beispiel für die system­gastrono­mi­sche Organisation einer Pommes- oder Currywurstbude ist das Schnellrestaurant Koch­löffel (kochloeffel.de). Solange die Qualität stimmt (und die Marke nicht zu populär wird), gibt es keinen Grund von dem Angebot nicht Gebrauch zu machen. Dönerbuden sollte man aber auf jeden Fall vermeiden.

Nach erfolgter, sorgfältiger Buden-Auswahl bringt der Snob seine eigene Pommes-Gabel aus Metall mit. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Bot­schaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites mit den Fingern essen. Vorhandene Sitzgelegenheiten sollte man nutzen, auch wenn man dabei gesehen wird. Als Snob mit geradezu sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben. Gibt es nur Stehtische, dann bleibt man halt stehen, wenn sich in der unmittelbaren Nähe keine Sitzgelegenheit (z.B. eine Parkbank) findet. Im Gehen essen sollte man aber auf gar keinen Fall. Ein Snob nimmt sich stets die Zeit in Ruhe zu speisen, auch an einer Pom­mes­bude. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein (z.B. bei Wurst­gerichten), dann setzt der Snob anstelle des angebotenen Einwegbestecks sein Taschen­messer ein (ein Westfälisches Adels­messer natürlich).

Im Ausland herrschen einige Besonderheiten vor, die ein Snob unbedingt kennen sollte.

In Österreich heißen Imbissbuden häufig Würstelstand und bieten neben herkömmlichen Wurst­zubereitungen vor allem österreichische Wurst-Variationen an (z.B. eine sog. Bosna). Oft sind auch Pommes Frites erhältlich, aber nicht überall. Die meisten Buden findet man natürlich in Wien und zahlreiche wienerische Print- und Internetmagazine beschäftigen sich immer wieder gerne mit der Frage, welcher Würstelstand wohl der beste sein mag (Buchtipp: Fünfundneunzig Wiener Würstel­stände). In Wien existiert sogar ein Luxus-Würstelstand am Schwedenplatz; eröffnet vom Ex-Opern­sänger und Gastro­nom Thomas Danecek. Angeboten wird z.B. „saucisse au fromage avec caviar“ (Käsekrainer mit Kaviar) mit einem Glas Moët & Chandon zum „runter­spülen. Das Betreibermotto lautet: „Wir überlassen das Fast Food nicht den Kebab-Buden!

In Großbritannien wird traditionellerweise das bekannte Fish & Chips serviert. Die National Fede­ra­tion of Fish Friers bietet ein Verzeichnis der renommiertesten Fish & Chips Lokale (nfff.co.uk). Wichtig: Im Lokal niemals einfach nur „fish & chips“ bestellen, sondern immer die Fischart nen­nen, u.a. cod (Kabeljau), haddock (Schellfisch), pollock (Seelachs), also z.B.haddock & chips, please!“ Das gilt übrigens auch für die Republik Irland.

Belgien ist bekanntlich das Mutterland der frittierten Kartoffelstäbchen und die Pommesbude heißt hier Frituur, gelegentlich auch Friterie. Serviert wird traditionellerweise in einer Papiertüte. Eine beliebte Beilage ist das Fri­kan­del, eine frittierte Hackfleischrolle (ausgesprochen /frikadɛl/, Be­to­nung auf der letzten Silbe, das „n“ ist stumm). Kennen sollte man unbedingt noch die Mitraillette (auch Pain Frites oder Sandwich Américan genannt), eine belgische Fastfood-Spezialität die vor allem in den Frituren der Hauptstadt Brüssel und der Wallonie offeriert wird. Als Basis wird ein halbes oder ein kleines, leicht getoaste­tes Baguette verwendet. Mit einem Messer wird das Baguette soweit seitlich aufgeschnitten, dass es aufgeklappt werden kann ohne in zwei Teile zu zerfallen. Nun werden ein Frikandel oder einige kleine Fleischstücke eingefügt und dann original belgische Pommes Frites über das Fleisch gelegt. Oftmals wird noch Salat oder Käse eingebaut, bevor die Soße hinzugefügt wird, die dann durch die Pommes Frites bis zum Fleisch läuft. In einigen Frituren wird die Mitraillette vor dem Servieren noch kurz mit Käse überbacken oder manchmal sogar kalt (!) serviert.

Montag, 20. Januar 2025

Ausflugstipp: Der Drachenfels in der Pfalz

Auf dem Gebiet der Kreisstadt Bad Dürkheim gelegen, ist der 570 Meter hohe Berg die höchste Er­hebung des nördlichen Pfälzerwaldes und bietet eine Aussicht vom Donnersberg bis Kaisers­lautern. Der Berg ist praktisch nur zu Fuß erreichbar; verschiedene (Fern-) Wanderwege führen aus ver­schie­denen Richtungen auf den Berg. Die nächste Sied­lung wäre die etwa 2km entfernte Wald­gast­stätte zum Saupferch (saupferch.com). Auf dem Weg von dort zum Westgipfel (West­fels) passiert man etwa auf halbem Weg eine Regenschutzhütte. Auf dem Südgipfel (Südfels) stehen einige Bän­ke und Picknickbänke und es gibt zwei Höhlen und die Reste einer römischen Befesti­gung. Am Süd­fuß des Drachenfels' liegt der Friedrichsbrunnen. Dort gibt es Picknickbänke und eine Regen­schutzhütte. Nicht weit davon liegt das Wegkreuz „Sieben Wege“, ebenfalls mit Bänken und einer Regenschutzhütte. Von dort sind es etwa 1.5km zum Waldhaus Lambertskreuz (lambertskreuz.eu). Die Waldgaststätte zum Saupferch ist über eine 2km lange Zufahrt von der B37 er­reich­bar. An der B37 be­fin­det sich eine Bushaltestelle der Linie 485, von der zweistündlich Busse nach Bad Dürk­heim fah­ren. Westlich des Berges liegen die Orte Weidenthal und Neiden­fels, in welchen sich Bahn­stationen befinden.

Freitag, 17. Januar 2025

Daun in der Eifel

Die 8200-Einwohner-Stadt in der Eifel ist Heilklimatischer und Kneippkurort, was für den heutigen Tourismus aber keine Rolle mehr spielt und worüber ein Snob na­tür­lich wie gewohnt hinwegsieht (stadt-daun.de). Das Mineralwasser der Duna­ris-Quelle wird bekanntlich auf Flaschen abgefüllt und ist im Handel unter dem Namen „Dauner“ erhältlich. Eine frei zugängliche Trinkstelle befindet sich im Kurpark (öffentl. WC nebenan). Im Jahre 2013 gab es allerdings Irritationen um die Trink­stelle, die mit „Dunaris Quelle 1982“ gekennzeichnet war. Damals wurde bestätigt, dass es sich nicht um Wasser aus der Dunaris-Quelle handelte. Den Kur­gästen war 30 Jahre lang Leitungs­wasser angebo­ten wor­den. Der Kurpark liegt etwas außerhalb des Stadtkerns. An seinem Nord­rand befindet sich die Bus­halte­stelle Jugendherberge (Linien 560, 561). Besagte Jugend­her­ber­ge (mit öffentl. Bistro, WLAN) steht gegenüber auf einem Hügel. Leider führt kein direkter Weg vom Kur­park dorthin. 

Sehenswert sind im Ort die Burgruine Daun, der ehemalige Eisenbahn­via­dukt, das Krieger­denk­mal und ein paar weitere Denkmäler, das Vulkanmuseum, die beiden Stadt­kirchen und diverse profane Gebäude im Ortsinneren. Im Kreishaus werden Bilder des Eifel-Malers Fritz von Wille aus­gestellt, der aus Daun stammt. Außerhalb liegen der Wild- und Er­leb­nis­park und die be­kann­ten Dau­ner Maare. Nördlich von Daun im Josbachtal befindet sich die frei zugängliche Quelle Josen­drees. Es gibt ein Hallenbad im Ort (kein Thermalwasser!), im Sommer eine Badestelle am Gemündener Maar und im Winter ein klei­nes Wintersportgelände am Mäuse­berg (skiclub-daun.de). 

Spa- und Well­ness­behandlungen bie­ten vor allem zwei Hotels an: Das Sporthotel Gra­fen­wald (sporthotel-grafenwald.de) mit Schwimm­bad, Sauna, Dampf­bad, Moor­packun­gen, Massagen und Kosmetik- und Wellness­behand­lungen, und das Well­ness­hotel Panorama (hotelpanorama.de) mit Schwimm­bad, Sauna, Dampfbad, Whirl­pool, Mas­sa­gen, Wannenbädern und Kosmetik­behand­lun­gen (Bade­bekleidung und Ba­de­schuhe mitbringen!). Traditionelle Thai-Massagen kann man bei Walai­lak Hahn erhalten (trad-thaimassage-daun.de). 

Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten findet man im Orts­inneren zur Genüge. Der Netto bietet WLAN, der HIT eine Heiße Theke und eine Kundentoilette und der Aldi eine Kunden­toilette und einen Kaffee­auto­maten. Größter Arbeitgeber in Daun ist übri­gens die Bun­des­wehr, deren Präsenz am Ort aber verhalten ist. Daun ist mit dem Bus Linie 700 ab Cochem (Bf.) und Gerolstein (Bf.) erreichbar. Die Linie 300 fährt zwei­stünd­lich nach Bern­kastel-Kues und Witt­lich (Bf.). Weitere Linien verkehren vom ZOB in Orte der Um­gebung. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person.

Dienstag, 14. Januar 2025

Bad Essen

Die gleichnamige Stadt im Ruhrgebiet ist weitgehend bekannt, aber das Solebad am Mittel­land­ka­nal kennt kaum jemand (badessen.info). Dabei ist die Bad Essener Sole mit ihrem besonderen Mi­ne­ral­ge­halt von 31,8 % die mine­ral­reichste Solequelle Europas und liegt sogar über dem durch­schnitt­lichen Salz­ge­halt des Toten Meeres. Sie speist das Gradierwerk und das Kur- und Ge­sund­heitszentrum AKTIVITA SoleSpa (aktivita-lorenz.de/solespa). Die Patienten erhalten dort Wannen-Vollbäder im hoch­prozentigem Salz­wasser in einer privaten Badewanne. Die klas­sischen Anwen­dungs­gebiete sind Haut­er­kran­kun­gen, Er­schöp­fung und Atem­wegs­erkran­kungen. Es gibt in Bad Essen auch eine Salzgrotte und man kann das Salz abge­packt für die Küche mit nach Hause neh­men. Sehenswert sind der Bad Essener Orts­kern mit seinen Fachwerkhäusern, der St. Nikolai-Kirche und dem Totenhaus, die Was­ser­mühle am Ortsrand, und außerhalb die Schlösser Hünnefeld und Ippenburg, die Burg Wittlage und die Dino­sau­rier­fährten von Bark­hausen (ein bedeutender archäologischer Fund). Der südlich des Ortes ge­le­ge­ne Essener­berg ist ein beliebtes Wandergebiet. Dort befinden sich auch zwei Para­cel­sus-Kliniken mit zwei frei zugänglichen Cafeterien, mit Kaf­fee­automaten und Wasserspender. Auf dem Weg dort­hin durchquert man den Familienpark, wo sich das Freibad, die Wassermühle und ein paar weitere Attrak­tionen und Ein­kehr­mög­lich­keiten be­fin­den. Da Bad Essen direkt am Mit­tel­landkanal liegt und eine Marina besitzt, kann man auch mit dem Boot anreisen. Außerdem bietet sich der Kanal für Schiffstouren an. Mit dem Bus S20 gelangt man ab Osnabrück ZOB zum Sole-Spa; die Haltestelle heißt Eielstädt AOK. Die Kurtaxe beträgt maxi­mal €1.45 pro Tag und Person, in den Ortsteilen eventuell weniger. An der Touristeninformation und am Rathaus erhält man gratis WLAN, bei der Gemeindeverwaltung existiert eine öffentliche Toilette und ein Stück entfernt steht ein offener Bücher­schrank.

Samstag, 11. Januar 2025

Bad Lauchstädt

Um 1700 wurde durch Zufall im heutigen Kurpark eine Mineralquelle entdeckt. So entstand das bis heute im Getränke­handel erhältliche Lauchstädter Heilbrunnen-Wasser. Herzogin Erdmuth Doro­thea zu Sachsen-Merseburg ließ in der Folge die Quelle einfassen und die ersten Kur­anlagen bauen, sodass 1710 der Kurbetrieb aufgenommen werden konnte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahr­hun­derts wurde Bad Lauchstädt der bevorzugte Badeort des Dresdner Hofes und nahm als exklusives Mode­bad einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Kursaal und ein Spielpavillon wur­den er­richtet, ein Sommertheater installiert und es wurde mit der Anlage des Kurparks begonnen. Heute ist es vor allem das Goethe-Theater von 1802, das die Besucher anzieht (goethe-theater.com). Gespielt werden aber nicht nur die Meisterwerke des Theater-Gründers und ersten Leiters Johann Wolf­gang v. Goe­the. Neben Theaterstücken anderer Autoren werden auch musikalische Werke oder Dich­ter­lesungen präsentiert. Man kann sogar in einem Nebengebäude in einem Gästezimmer woh­nen. Das Goethe-Theater ist ein Teil der historischen Kuranlagen, zusammen mit dem Douche-Pavillon und dem Neuen Schiller­haus. Weiterhin sehenswert sind im Ort das Rathaus, die Bock­wind­mühle, die beiden Kirchen, eine alte kursächsische Postmeilensäule und mehrere historische Wohnhäuser. Am nord­öst­lichen Orts­rand liegen mehrere Supermärkte. Nach Bad Lauchstädt ge­langt man mit dem Bus Linie 728 ab Merseburg. Weitere Buslinien verkehren in Orte der Um­ge­bung. Die aktuelle Höhe der Kurtaxe ist nicht bekannt (goethestadt-bad-lauchstaedt.de).

Mittwoch, 8. Januar 2025

Das Schmugglerdenkmal in Monschau-Mützenich

Die Bronzeskulptur eines Mützenicher Bildhauers erinnert seit 2012 an die Aachener Kaffeefront, das Zentrum des Kaffee­schmug­gels zwischen 1945 und 1953 von Belgien in die damalige britische Besatzungszone und nach­malige BRD. Mit angestrengtem Gesicht und einem Blick, der Abenteuer­lust vermuten lässt, gibt die lebens­große Figur mit dem Sack auf dem Rücken die Erinne­rung an den Schmuggel aus Sicht der Schmuggler wider. Vorsichtig sondiert er die Lage, hinter einen Stein hervorlugend, und zwar ziem­lich genau an der Stelle, wo früher die Zollstelle war. Auf­grund der hohen Kaffeesteuer von damals 10 DM pro Kilogramm lohnte es sich, Kaffee illegal ins Land zu bringen.

Heiß her soll es gegangen sein: Die Schmuggler haben sogar gestohlene Schützen­panzerwagen oder gepanzerte Lastwagen eingesetzt und sog. Krähenfüße aus­geworfen, um ihre Ver­folger vom Zoll ab­zu­schüt­teln. Diese haben ihrerseits Fahrzeuge mit Räumbesen ein­gesetzt, um besagte Krähenfüße von der Straße zu fegen. Einunddreißig Schmuggler und zwei Zöllner sind da­mals ums Leben ge­kom­men. Zumindest die Schmuggler dürften in den Himmel ge­kommen sein, denn die katholische Kirche war eher auf Seiten derer, die nach dem Krieg mit Schmug­geln die Not gelindert haben. Der Kölner Kardinal Frings hat dies in seiner legendären Sil­vester­predigt von 1946 zum Ausdruck ge­bracht und im Nideg­gener Ortsteil Schmidt wurde die im Krieg zerstörte Kirche mit Spenden aus dem Kaffee­schmuggel wieder aufgebaut. Zum Dank hat der Gemeinde­pastor alle diejenigen ge­seg­net, die im „Abendgeschäft“ tätig waren. Und sogar das bel­gische Militär hat sich an diesem „Abend­geschäft“ beteiligt. Dem hatten die Zöllner wenig entgegenzusetzen. Es war also eine wilde Zeit damals.

Der Schmuggel ließ je­doch nach, als die Kaffeesteuer auf 4 DM pro Kilogramm gesenkt wurde; heute liegt sie bei €2.19 pro Kilogramm für Röstkaffee und €4.78 pro Kilogramm für vollöslichen Kaffee. Mittlerweile ist die Grenze offen und bis zu 10kg Kaffee pro Person darf man legal hinüber bringen. Auch der Einkauf von Schaumwein (max. 60 Liter) wird noch gerne praktiziert, obwohl die Schaum­wein­steuer mit €1.02 pro 0.75 Liter vergleichsweise gering aus­fällt. Alkopops und Bier können in Belgien zwar ebenfalls geringfügig preis­günstiger erworben wer­den, aber schmuggeln lohnt sich heute nicht mehr. Was jedoch bleibt, ist die romantische Er­inne­rung an Freiheit und Aben­teuer und die Gewissheit, die offenen Grenzen von heute vorweg ge­nom­men zu haben, für die das Denkmal letztendlich steht.

Das Schmugglerdenkmal befindet sich im Monschauer Ortsteil Mützenich; die Bushaltestelle Mütze­nich Zoll der Linie 85 nach Monschau (aseag.de) und der belgischen Buslinie 385 (Eupen – Monschau; letec.be) ist direkt am Denkmal. Auf beiden Linien gilt das D-Ticket.

Sonntag, 5. Januar 2025

Warmbad und Wiesenbad

Die mit 26°C wärmste Thermalquelle Sachsens in Wolkenstein-Warmbad ist seit dem Mittelalter be­kannt. Das Wasser dient zur unterstützenden Behand­lung bei Osteoporose, zur Spülung bei chro­ni­schen Nieren- und Harn­wegs­erkrankungen und zur Kariesprophylaxe. Die Silber-Therme bietet ver­schie­de­ne Becken, Sauna, Wellness, Massagen, eine Kältekammer, Physio­thera­pie, ein Restau­rant und einiges mehr. Für Trinkkuren stehen der täglich geöffnete Trink­pavillon im Kurpark und der Trink­brunnen im Foyer der Silber-Therme bereit (Trinkgefäß mit­brin­gen!). Das Kur­viertel Warm­bad liegt etwas abseits von Wolken­stein und besteht im wesent­lichen aus der Ther­me, einer Reha-Klinik (mit Cafeteria), einem Gesundheitsressort, dem Kurpark und ein paar Privat­pensionen und Ferien­woh­nun­gen. Die Thermen-eigene Bus­halte­stelle wird von mehreren Linien angefahren, u.a. solche mit Ziel­ort Wolkenstein (Bf.), Annaberg-Buchholz, Zschoppau und sogar Dresden (rve.de). Die Kurtaxe liegt bei €2 pro Tag und Person.

Nur etwa 12km von Warmbad entfernt liegt Wiesenbad mit seiner Therme Miriquidi (wiesenbad.de). Hier speist die 26°C warme Georgsquelle – seit 1998 staatlich anerkannte Heil­quelle für Trink- und Badekuren – die Becken eines modernen Thermalbades. Das Thermal­wasser ist fluorid- und kohlensäurehaltig und hat einen entspannenden und schmerzlindernden Effekt. Es dient vorwiegend zur Behand­lung bei Osteoporose und bei chronischen Nieren­erkran­kungen. Ne­ben einem großzügigen Thermalbecken werden auch eine Sauna und ein Ruhe­bereich offeriert. Trink­kuren werden in der historischen Wandelhalle angeboten (sicherheitshalber Trinkgefäß mit­brin­gen!). Zum Wiesenbad gehören auch eine Reha-Klinik und ein Heilkräuter-Zentrum. Gastro­nomie und einen Kiosk findet man ebenfalls. Mittendrin in zentraler Lage befindet sich die Bahn­station. Es fahren Züge nach Annaberg-Buchholz und nach Chemnitz sowie Busse in die nähere Um­ge­bung. Die Kurtaxe beträgt €2,25 pro Person. Interessant sind die diversen Pauschal­an­ge­bote, wie z.B. „Wiesenbader Schnuppertage“ (2 Über­nach­tungen mit Frühstück, Thermen­zu­gang, Trink­kur, Rücken-Moorpackung, Fußbad, 3-Gänge-Menü).

Donnerstag, 2. Januar 2025

Die Kristalltherme in Altenau / Harz

Die Therme besitzt mehrere Becken mit bis zu 3% Sole und ein Außenbecken mit bis zu 12% Sole (kristalltherme-altenau.de). Sauna, Massagen und Gastronomie gibt es natürlich auch, außerdem kann man Moorpackungen bekommen. Die Therme hat überdies eine eigene Bus­halte­stelle. Im Ort Altenau sind die alten Bergmannshäuser einen Blick wert, ebenso die barocke Holzkirche St. Niko­lai, das alte Rathaus, der Kräuterpark, der Kurpark und die Holz­schnitzer­werk­statt. Zum Einkaufen findet man einen Supermarkt (mit WLAN), zwei Metzgereien, einige Bäckereien und ein paar wei­tere Geschäfte. Hotellerie und Gastronomie ist genügend vorhanden, darunter gleich mehrere Im­bis­se. Im Kurgastzentrum finden regelmäßig Veranstaltungen und Aus­stel­lungen statt. Altenau ist über­dies bekannt für seinen Jodelgesang, der vor allem vom Heimat­bund gepflegt wird. Die Umgebung wird durch zahlreiche Wanderwege erschlossen, u.a. den Harzer Hexenstieg. Im Winter werden ver­schiedene Wintersportarten angeboten, u.a. Ski Alpin, Ski­sprin­gen, Langlauf und Eishockey. Von Altenau verkehren die Buslinien 840 und 861 nach Clausthal-Zellerfeld und nach Goslar (harzbus-goslar.de). Die Kurtaxe beträgt €2.40 pro Person und Tag.