Vom Lechtal zweigt auf der Höhe von Häselgehr das Otterbachtal nach Süden ab. Nach etwa acht Kilometern erreicht man den Ort Gramais auf 1321 Metern, der mit ca. 40 Einwohnern die kleinste Gemeinde Österreichs darstellt. Sehenswert sind im Ort die katholische Pfarrkirche von 1831 im blumigen Nazarenerstil und das Heimatmuseum. Im Ort gibt es einen Bauernladen und einen Gasthof, sowie diverse Ferienwohnungen, die sich insgesamt zu 120 Gästebetten summieren (gramais-lechtal.at). Am Ortsrand existieren eine Badestelle am Otterbach und im Winter ein kleiner Skilift. Am gegenüberliegenden Ufer des Otterbaches befindet sich unweit des Roßkarbaches ein Picknickplatz. Eine besondere Attraktion bilden der Seminarraum und der 55 Quadratmeter große Turnsaal im Gemeindehaus. Beide Räume können gemietet werden und in ihnen werden gelegentlich Yoga-Retreats oder Konferenzen abgehalten. Es gibt dort auch eine öffentliche Toilette. Nach Gramais gelangt man ab Häselgehr mit dem Auto oder einem (leider recht teuren) Taxi (+4356346919). Einige Parkplätze im Ort sind kostenpflichtig. Die Kurtaxe beträgt €1.90 pro Tag und Person.
Der Blog zum eBook "Snob mit wenig Geld - Wie man sich auch mit geringen Finanzmitteln von der billigen Masse abgrenzt"
Mittwoch, 2. April 2025
Sonntag, 30. März 2025
Ruheorte am Lech: Lechleiten
Das Dorf liegt auf ca. 1540 Meter, ist ein Teil der Gemeinde Steeg und hat etwa 67 Einwohner. Die Zufahrtsstraße zweigt unweit von Warth von der Lechtalstraße (Bushaltestelle) ab und windet sich etwas mehr als einen Kilometer den Hang hinauf. Im Dorf sollte man einen Blick auf die Ortskapelle St. Wendelin aus dem 16. Jahrhundert werfen. Am Ende des Dorfes liegt ein Parkplatz und nur wenige Meter weiter gelangt man zu einem Klettergarten mit einer Picknickbank. Der Ort ist auf ruhigen Tourismus ausgerichtet; es gibt diverse Übernachtungsmöglichkeiten und zwei Gasthöfe. Die Kurtaxe beträgt €1.90 pro Tag und Person. Aber unbezahlbar ist das Bergpanorama mit dem Blick auf den Ferienort Warth.
Donnerstag, 27. März 2025
Ruheorte am Lech: Die Hinterbockbachalpe
Über etwa 4.5km führt der asphaltierte Weg, dessen Befahren nur Anwohnern gestattet ist, oberhalb des Lechtales (lechtal-info.com) von der Lechtalstraße nach Westen. Er beginnt am Steeg Abzw. Bockbach / Krabach, wo sich ein Parkplatz und eine Bushaltestelle befinden, und windet sich mit mäßiger Steigung zunächst den Berg hinauf zur Bergsiedlung Birchetsgump mit der bewirtschafteten Postalm. Sehenswert ist hier das Almgebäude von 1794. In Birchetsgump muss man sich entscheiden, ob man auf dem Fahrweg bleibt oder den alten Bockbachweg nimmt, der als Wanderweg unterhalb des Fahrweges an einem Weiher vorbei verläuft. Beide Wege führen auf einer breiten, vorgelagerten Bergterrasse über blumenreiche Almwiesen und durch lichten Wald zur Bockbacher Almwirtschaft (1467m, bockbacheralm.at). Von dort wendet sich der Weg schließlich kurz nach Norden ins Hiermoos zur nur wenige hundert Meter entfernten Jausenstation zur Gamsvroni auf der Hinterbockbachalpe. Alternativ könnte man von der Bockbacher Almwirtschaft auch zur Alm Älpele (1791m) aufsteigen. Man sollte eine Picknickdecke mitnehmen, denn Sitzbänke gibt es auf dieser Tour leider nicht.
Montag, 24. März 2025
Ruheorte am Lech: Kaisers
Der Ort Kaisers (kaisers-lechtal.at) liegt auf 1518 Metern in einem ruhigen Seitental des Tiroler Lechtales, auf einer Felsnase hoch über dem Kaiserbach der bei Steeg in den Lech mündet, und ist mit 73 Einwohnern und einer Dichte von einem Einwohner pro Quadratkilometer die am Dünnsten besiedelte Gemeinde Österreichs. Sehenswert sind im Ort die katholische Kirche von 1851, der ehemalige Pfarrhof und das Edelweißhaus, Alpengasthof und Alphütte des Alpenvereins, mit einer Lechtaler Bauernstube von 1840. Es bestehen zwei Gastronomiebetriebe: Das Edelweißhaus und der Gasthof Vallugablick; daneben gibt es noch ein paar Ferienchalets. In dem Kaisers vorgelagerten Weiler Kienberg findet man außerdem den Gastbetrieb Alpenhof. Weiterhin ist die bewirtschaftete Kaiseralm einen Besuch wert, ebenso das Kaiserjochhaus, eine weitere Alpenvereinshütte auf 2310 Metern Höhe. Erwähnenswert ist überdies die Hängebrücke Kienberg über den Kaiserbach. Einkaufsmöglichkeiten findet man im Tal nicht, sondern nur im etwa 5km entfernten Steeg im Lechtal. Skibetrieb im Winter gibt es ebenfalls nicht, nur einen kleinen Übungslift am Dorfrand. Zwischen Kienberg und Kaisers zweigt die Straße ins Almajurtal ab und endet nach etwa 3km an einem Wanderparkplatz. Einen Blick wert ist überdies der Picknick- und Grillplatz Lechtaler Kraftplatz oberhalb des Dorfes beim Bichlhof und gelegen an einem Teich. Nach Kaisers gelangt man ab Steeg mit dem Auto oder einem (leider recht teuren) Taxi (+43 5633 5633). Die Kurtaxe beträgt €1.90 pro Tag und Person.
Freitag, 21. März 2025
Bad Camberg
Das Kneipp-Heilbad im Taunus hat seit 1927 seinen Status als Heilbad, aber erst in den letzten 20 Jahren wird Lehm als Heilerde eingesetzt (bad-camberg.de). Der Camberger Badearzt Prof. Dr. Peter Gündling (prof-guendling.de) hatte mit der unter seiner fachlichen Leitung stehenden Studie „Wirkung von Lehmpackungen auf Stauungsbeschwerden und Lebensqualität von Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz“ im Jahre 2009 erstmals die medizinische Heilwirkung des Bad Camberger Lehms nachgewiesen. Der kühlende Lehm verengt die Blutgefäße und der Stoffwechsel im betroffenen Bereich verlangsamt sich. Entzündungen und Schwellungen gehen zurück und dadurch bedingte Schmerzen werden gebessert. Bleibt der Wickel weiterhin liegen, beginnen die Regulationsmechanismen des Organismus diesen “Kälteschock” auszugleichen. Dies geschieht, in dem sich die Gefäße wieder erweitern und das Gebiet wieder stärker durchblutet wird. Die Lehmauflage verhindert, dass die Wärme abstrahlt, es kommt zum Wärmestau. Die Wärme dringt somit in die Muskulatur und Gelenke ein und entfaltet dort eine heilende Tiefenwirkung.
Wo genau in Zukunft die Kuren verabreicht werden, nachdem die bisherigen Kurheime kürzlich geschlossen wurden, ist leider nicht ganz klar. Infrage kommen die Praxis des o.g. Badearztes, die Median Hohenfeld-Klinik (median-kliniken.de) oder die Fachklinik Medical Park (medicalpark.de). Beide Kliniken haben übrigens auch eine öffentlich zugängliche Cafeteria.
Besuchenswert ist auf jeden Fall der Kurpark (kurpark-bad-camberg.de), der auf einen Landschaftsgarten aus dem 18. Jahrhundert zurückgeht. Im Musikpavillon werden im Sommer jeden Sonntag Vormittags Kurkonzerte veranstaltet. Sehenswert sind im Ort diverse sakrale und profane Gebäude in der Altstadt um den Marktplatz, außerhalb des Hauptortes vor allem die Kreuzkapelle. Außerdem gibt es eine Kunstgalerie, das Stadtmuseum und die Stadtbücherei. Über das Jahr werden auch zahlreiche Veranstaltungen geboten, u.a. Freiluft-Kino und Kino im Kurhaus, sowie die Theater-Festspiele. Dazu kommen Tanz- und Musikveranstaltungen. Bad Camberg liegt an der Bahnstrecke Limburg – Frankfurt/M. Innerorts verkehren zwei Stadtbuslinien. Hotellerie ist in Bad Camberg erstaunlicherweise eher spärlich vorhanden. Ob und in welcher Höhe eine Kurtaxe verlangt wird, ist nicht in Erfahrung zu bringen.
Dienstag, 18. März 2025
Die Bad Bentheimer Mineraltherme
Das Kurgebiet der Stadt befindet sich etwa 3km nördlich des Hauptortes und besteht im wesentlichen aus dem Kurpark mit Kurhaus (kurhaus-bentheim.de), der Therme (bentheimer-mineraltherme.de), einem Wellness-Spa (naturespa.de) und einer Fachklinik (mit Kiosk und Café; fk-bentheim.de). Die Thermalsole in der Therme hat eine Temperatur von 29°C und einen Salzgehalt von bis zu 3%. Empfohlen wird sie vor allem bei Erkrankungen der Atemwege und des Bewegungsapparates. Es gibt ein großes Außenbecken (400m²), ein 200m² großes Therapiebecken mit Whirlpool und ein Sportbecken, außerdem Sauna, Massagen, Wellness, ein Bademodengeschäft und ein Bistro. Das Kurgebiet hat eine eigene Bushaltestelle (Bentheimer Mineral Therme). Im Hauptort sind das Bentheimer Schloss (mit seinem Schlosspark), das Sandsteinmuseum, das Kunstmuseum am Herrenberg, diverse sakrale Gebäude und das Haus Westerhoff einen Blick wert. Eine kulinarische Spezialität sind Bentheimer Moppen, ein Keksgebäck mit Kümmel. Einkaufsmöglichkeiten findet man vorwiegend in der Innenstadt und entlang der Reiner Straße. Vom Bahnhof Bad Bentheim verkehren Züge nach Bielefeld, Neuenhaus und Hengelo (NL) und es halten Nacht- und Fernzüge auf der Strecke Amsterdam – Berlin (– Prag). Busse fahren nach Gronau und Herford, sowie in Orte der näheren Umgebung. Die Kurtaxe beträgt €2.80 pro Tag und Person.
Samstag, 15. März 2025
Wandertouren im Außerfern mit dem D-Ticket
Die Region um den Ort Reutte in Tirol wird von der Außerfernbahn erschlossen, die keine Verbindung zum österreichischen Schienennetz hat und zum Geltungsbereich des D-Tickets gehört, allerdings nur für grenzüberschreitende Fahrten. Zwischen Vils und Ehrwald gilt der lokale Tarif. Das D-Ticket gilt nicht für Fahrten mit den u.g. Bergbahnen.
Noch auf deutscher Seite und nur ca.200m von der Bahnstation Pfronten-Steinach liegt die Talstation der Breitenbergbahn (breitenbergbahn.de). Die 4er-Gondelbahn führt auf den 1838m hohen Breitenberg, wobei die Bergstation auf 1501m liegt. Sie verfügt über einen Kiosk mit Getränken und kleinen Speisen, sowie öffentliche Toiletten. In der Umgebung findet man einige Sitzbänke. Etwa 200 Meter von der Bergstation liegt die Talstation der anschließenden Hochalpbahn, einer 4er-Sesselbahn. Auf dem Weg dorthin befindet sich die bewirtschaftete Hochalphütte. Die Bergstation der Hochalpbahn liegt auf 1677m. Von hier erreicht man in einer ca. 30minütigen Wanderung die ebenfalls bewirtschaftete Ostler Hütte auf annähernd 1838m. Auf dem Berg gibt es vier Startplätze für Gleitschirmflieger und eine Rundfunk-Sendeanlage.
Direkt neben der Bahnstation Bichlbach, Almkopfbahn liegt die Talstation der besagten Almkopfbahn (Gondel- oder Sesselbahn). Sie führt auf etwa 1600m, wo sich unweit der Bergstation die Heiterwanger Hochalm befindet, und nicht weit davon die Bergstation der Sonnalmbahn (Sessellift), die nach Berwang hinabführt. Von der Hochalm aus führt ein Wanderweg auf den 1802m hohen Almkopf.
Direkt oberhalb des Bahnhofes Lermoos (auf ca. 1000m) liegt die Tuftl Alm auf 1500m. Der Weg führt vom Bahnhof am Schwimmbad vorbei über den vorgelagerten Kohlberg zur bewirtschafteten Tuftl Alm. Dort gibt es auch eine kleine Kapelle und eine Aussichtsplattform. Absteigen könnte man über den Karletalsteig nach Ehrwald. Auf dieser Route finden sich vereinzelt Bänke. Der Weg führt beinahe bis zum Ehrwalder Bahnhof.
Mittwoch, 12. März 2025
Betreffend Kurtaxe in Seebädern
Am 13. September 2017 entschied das Bundesverwaltungsgericht (Az.: BVerwG 10 C 7.16), dass grundsätzlich jeder das Recht hat, einen Strand unentgeltlich zu betreten. Gebühren – wie die Kurtaxe – seien allerdings zulässig, wenn die Strandabschnitte über Einrichtungen wie Geschäfte, Toiletten, Duschen, Umkleiden, Strandkörbe sowie Absperrungen für Nichtschwimmer verfügen. Mehr Infos: https://www.bussgeld-info.de/kurtaxe/
Sonntag, 9. März 2025
Ausflug von Berlin an die Ostsee
Wer in Berlin wohnt und einen mehrtägigen Ausflug an die Ostsee plant, der sollte sich für die Halbinsel Fischland/Darß interessieren (fischland-darss-zingst.de). Es verkehrt täglich ein Flixbus ab Berlin ZOB und Tegel nach Prerow auf der Halbinsel Darß, der früh Morgens Berlin verlässt, Mittags in Prerow eintrifft und Abends wieder nach Berlin zurückkehrt. Der Bus passiert dabei die Orte zwischen Dierhagen und Prerow sowie den Badeort Graal-Müritz.
Prerow (prerow.de) besitzt einen etwa 5km langen und bis zu 80 Meter breiten Sandstrand. Sehenswert sind die Seemannskirche, die rohrgedeckten Häuser mit ihren hölzernen Haustüren und die neue, noch im Bau befindliche Seebrücke. Gastronomie ist ausreichend vorhanden und es gibt einen Supermarkt. Die Ostseeklinik am Nordstrand bietet eine Cafeteria und einen Kiosk. Die Kurtaxe liegt bei €2.80. Die Regionalbuslinie 210 verkehrt von Prerow nach Stralsund.
Ein weiterer Ort in der Umgebung ist Wustrow (ostseebad-wustrow.de). Sehenswert sind die Kirche und ein paar profane Gebäude und natürlich der weitläufige Sandstrand und die Seebrücke. Gastronomie ist ausreichend vorhanden und es gibt ein paar Geschäfte und zwei Supermärkte. Die Kurtaxe liegt bei €2.40 im Sommer und €1.30 im Winter.
Donnerstag, 6. März 2025
Grainau an der Zugspitze
Die Gemeinde am Fuße der Zugspitze hat etwa 3600 Einwohner und ungefähr ebenso viele Gästebetten (grainau.de). Sie ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen ins Wettersteingebirge und Fahrten auf die Zugspitze (2962m). Der Ort selbst ist zwar kein Snob-Paradies, aber einen Blick wert. Sehenswert sind die sakralen Gebäude, aber vor allem die (ehemaligen) Bauernhöfe im alpenländischen Stil, die dem Ort eine einzigartige Atmosphäre verleihen. Beliebte Aktivitäten sind - neben Wandern – Baden im Zugspitzbad (Frei- und Hallenbad, aber kein Thermalwasser!) oder im nahen Eibsee, Wassertreten, Minigolf oder Tennis. Im Winter werden Schlittschuhlaufen, Skifahren und weitere Wintersportarten offeriert. Zur Abendunterhaltung sei das Bauerntheater empfohlen oder man besorgt sich etwas zum Lesen aus der Gemeindebücherei. Touristisches Ortszentrum ist der Kurpark, wo sich das Zugspitzbad, die Kneippanlage, der Minigolfplatz, die Touristeninformation, ein Restaurant, ein Musikpavillon und öffentliche Toiletten befinden. Hotellerie und Gastronomie gibt es in Grainau natürlich auch, allerdings sind die Lokalitäten im Ort verstreut. Einkaufsmöglichkeiten findet man jedoch kaum; lediglich einen kleinen Lebensmittelladen in Obergrainau und ein paar kleine Geschäfte hier und dort. Die Kurtaxe beträgt €3,50 pro Person und Tag. Die Anreise erfolgt mit der Bahn bis Garmisch-Partenkirchen. Von dort fahren die Zugspitzbahn und der Bus Linie 9840 nach Grainau. Das D-Ticket gilt auch auf der Zugspitzbahn auf der sog. Talstrecke bis zum Bahnhof Grainau, der sich in unmittelbarer Nähe zum Kurpark befindet. Besuchstipp: Der Barbershop in Garmisch-Partenkirchen.
Montag, 3. März 2025
Herchen an der Sieg
Heute zur Gemeinde Windeck gehörig, besitzt der kleine Ort an der Sieg eine Tradition als Sommerfrische und Künstlertreff (windecker-laendchen.com). Prominentester Besucher dürft wohl der aus dem nahen Siegburg stammende Musiker Engelbert Humperdinck in seinen jungen Jahren gewesen sein. Der einstige Ruhm ist leider verblasst und heute ist nicht mehr allzuviel übrig, was an diese Epoche erinnert. Aber für einen Tagesaufenthalt sollte es reichen. Immerhin hat der Kurpark bis dato überlebt. Direkt an der Sieg gelegen, bietet er Bänke und Picknickplätze, und als Deko ein paar alte Festungskanonen, die früher in Köln stationiert waren. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die beiden Kirchen, der Thingplatz oberhalb des Kurparks und zwei bemerkenswerte Bäume. Das Haus des Gastes wird vorwiegend für Veranstaltungen genutzt. Brauchbare Einkaufsmöglichkeiten gibt es so gut wie keine, lediglich eine Bäckerei auf der Hauptstraße. Neben der Gaststätte Löwenburg (loewenburg.eu), existieren noch der Siegtaler Hof (siegtalerhof.de) und der Khan Berghütte Imbiss (khan-windeck.de) oberhalb des Thingplatzes. Noch recht jung ist das Kurparkcafé (kurparkcafe-kokolores.de). Übernachtungsmöglichkeiten findet man nur wenige, u.a. das Waldhaus Herchen (waldhausherchen.de), ca. 2.5km südlich vom Kurpark und ca. 900m vom Bahnhof gelegen. Ob und in welcher Höhe eine Kurtaxe erhoben wird, ist nicht bekannt. Durch den Ort fährt der Bus Linie 547 zum Bahnhof Herchen, der etwa zwei Kilometer südlich des Hauptortes liegt. Von dort fahren Züge nach Siegen und Köln.
Freitag, 28. Februar 2025
Weiskirchen im Saarland
Der unscheinbare, aber dennoch reizvolle Ort im Saarland positioniert sich als heilklimatischer Kurort und Kneippheilbad, was ein Snob natürlich geflissentlich ignoriert (weiskirchen-saarschleifenland.de). Die waldreiche Umgebung lädt zum Wandern geradezu ein, weshalb dieses folglich die wichtigste Beschäftigung der Gäste ist. Es gibt diverse Premium-Wanderwege, wie z.B. die Traumschleifen, Heilklimawege, einen Wild- und Wanderpark oder das „Wandern mit Hängematte“ mit Zwischenstopps an „Baumelstationen“. Zumindest letzteres klingt durchaus snobistisch interessant, vom Wandern mal abgesehen. Einen Kurpark (mit Boulebahn, Freiluftschach und Minigolf) hat Weiskirchen natürlich auch, außerdem mehrere Kneippanlagen. Sehenswert sind im Ort diverse sakrale und profane Gebäude, die sich praktischerweise alle in der Trierer Straße befinden. Einen Besuch wert sind das Museum Mechanischer Musiksalon (mechanischer-musiksalon.de) und die Ausstellung Weiskircher Prunkgräber (ein bedeutender archäologischer Fund) im Haus des Gastes. Das Vitalis Bäderzentrum befüllt seine Becken mit gewöhnlichem Leitungswasser, jedoch könnte man vielleicht mal das Bistro aufsuchen (vitalis-weiskirchen.de). Die etwas außerhalb im Holzbachtal gelegenen Hochwaldkliniken besitzen ebenfalls ein Bistro mit Kiosk. Gastronomie und Hotellerie ist eher spärlich, aber vorhanden. Einkaufsmöglichkeiten findet man auch, u.a. einen Netto mit gratis WLAN unweit des Kurparks und einen Rewe mit Heißer Theke am südlichen Ortsausgang. Die Buslinie R1 fährt zum Bahnhof Merzig, weitere Linien verkehren in die nähere Umgebung (bus-merzig.de). Die Kurtaxe liegt bei €3 pro Tag und Person.
Dienstag, 25. Februar 2025
Dermbach in der thüringischen Rhön
Den 7000-Einwohner-Ort, der etwa 16km südwestlich von Bad Salzungen in einer recht hügeligen Gegend liegt, kennen nur die Wenigsten (dermbach.de). Dennoch dient er häufig als Ausgangspunkt für Wanderungen. Sehenswert sind das Schloss, die beiden Kirchen, ein paar denkmalwürdige Bäume, die Felda-Brücke und der Dorfanger. Weiterhin existiert ein Heimatmuseum. Es gibt drei Hotels und ein Dutzend Ferienwohnungen, eine Bibliothek und ein Freibad, sowie ein paar wenige Gastronomiebetriebe. Zum Einkaufen bieten sich drei Supermärkte (einer mit WLAN) und einige kleinere Geschäfte an. Charakteristisch ist für Dermbach, dass es kein Ortszentrum gibt, was manchmal für etwas lange Wege sorgt. Dafür erhebt der Ort derzeit aber keine Kurtaxe. Darüber hinaus eignet sich die Umgebung sehr gut für Himmelsbeobachtungen, weil die sog. Lichtverschmutzung hier extrem gering ist. Von Dermbach verkehrt der Bus Linie 130 nach Bad Salzungen (Bf.). Weitere Busse fahren nach Bad Hersfeld und Bad Liebenstein. Am Busbahnhof befinden sich öffentliche Toiletten.
Samstag, 22. Februar 2025
Besuch in Dobel im Schwarzwald
Die Schwarzwaldgemeinde auf knapp 700 Metern Höhe zwischen Bad Herrenalb und dem Enztal ist heute eher wenig bekannt (dobel.de). Dabei war 1960 sogar die spätere spanische Königin Sophia in dem 2500-Seelen-Ort zu Gast. Sehenswert sind im Ort der zu einem Aussichtspunkt umgebaute Wasserturm und die evangelische Kirche von 1774. Einen kleinen Kurpark gibt es auch und bei der Kurverwaltung eine Leseecke mit Zeitungen und Zeitschriften. Im Sommer bietet die Umgebung ein sehr schönes Wandergebiet und im Winter einen Übungsskilift. Gastronomie ist eher spärlich, aber vorhanden. Es gibt immerhin eine traditionelle Imbissbude und die Reha-Klinik am östlichen Ortsrand hat eine Cafeteria. Unterkünfte findet man genügend, ebenso ein paar Einkaufsmöglichkeiten, u.a. einen Supermarkt am westlichen Ortsrand (mit WLAN) und ein paar kleinere Geschäfte im Ortsinneren. Beachten sollte man unbedingt auch den lokalen Veranstaltungskalender. Die Kurtaxe beträgt €1.80 pro Tag und Person. Von Bad Herrenalb verkehren die Busse der Linien 716, X63 oder 719 nach Dobel, von Pforzheim die Linie 716 (Fahrzeit ca. 50min.). Das Parken ist von Dezember bis März gebührenpflichtig.
Mittwoch, 19. Februar 2025
Bad Sassendorf
Die Börde-Therme (boerde-therme.de) füllt ihre Becken mit einer Sole, die einen Salzgehalt von 3,0–3,4 Prozent bei 32°C aufweist und zur Linderung der Schmerzen bei Rheuma, Arthrose und Arthritis beiträgt. Es gibt zwei Innen- und ein Außenbecken und die üblichen Spielereien, wie Sprudelpilz, Sprudelinsel, Wasserschütten und Massagedüsen, außerdem eine Sauna, eine Meersalzgrotte, Massagen, Mooranwendungen und ein Café. Neben der Therme befindet sich der Kurpark mit einem Gradierwerk, einer Boule-Bahn, einer Vogelvoliere und nicht weniger als drei Kurpark-Cafés. Gegenüber der Therme liegt ein recht brauchbarer Imbiss. Am Rande des Kurparks stehen zwei Kur- und Reha-Kliniken. Überdies hat die Therme eine eigene Bushaltestelle (Linie R81/R49). Südlich vom Kurpark liegt das Sassendorfer Schloss. Sehenswert sind auch die mittelalterliche Kirche, einige Fachwerkhäuser und alles, was mit dem Thema „Salz“ zu tun hat (badsassendorf.de). Erwähnen sollte man ebenfalls das Tagungszentrum. Einkaufsmöglichkeiten bietet der Ort nur wenige, aber immerhin zwei Supermärkte (der Rewe hat eine Heiße Theke). Vom Bahnhof fahren Züge nach Soest, Hamm, Paderborn und Münster. Die Kurtaxe beträgt €3.40 pro Person und Tag.
Sonntag, 16. Februar 2025
Die Therme Aqua Dome in Längenfeld / Tirol
Aus 1.865 Meter Tiefe und mit 40° C strömt das Wasser im Ötztaler Längenfeld an die Oberfläche - eine Schwefeltherme mit einem Gehalt an zweiwertigem Schwefel von 5 mg S–/l – und füllt die 12 Thermen-Becken, darunter mehrere Außenbecken (aqua-dome.at). Sauna, Massagen, Wellnessbereich, Fitnesscenter und einen Friseur bietet die Therme auch, jedoch haben die meisten Behandlungen eher wenig Snob-Appeal. Bei den jährlich 350.000 Besuchern in Therme und zugehörigem Hotel handelt es sich wohl mehrheitlich nicht um Snobs, was bei einer so hohen Besucherzahl auch nicht zu erwarten ist. Ein weiterer Nachteil der Therme sind die hohen Preise. Eine Tageskarte kostet €50, eine 3-Stunden-Vormittagskarte (nur um 9 Uhr) €32 und eine Abendkarte (ab 18 Uhr) €36. Frühbucher erhalten Rabatt. Eine einfache, 25minütige Massage schlägt mit €52 zu Buche. Außerdem verfügt die Therme über Gastronomie, gratis WLAN, ein Bademodengeschäft und eine eigene Anrufsammeltaxi-Haltestelle (Linie 325T nach Gries; vvt.at). Nach Längenfeld fährt der Bus Linie 320 ab Imst über Ötztal-Bahnhof und Oetz. Die der Therme am Nächsten gelegene Haltestelle heißt Längenfeld, Gemeindeamt. Von dort sind es ca. 500 Meter zur Therme. An der Haltestelle befindet sich ein Supermarkt. Sehenswert sind in Längenfeld vor allem die zahlreichen sakralen Gebäude: Es gibt im Hauptort und in den Ortsteilen nicht weniger als vier Kirchen und 17 Kapellen, außerdem ein Freilichtmuseum, ein paar Bauernhäuser und die Geburtsstätte von Franz Senn, dem Begründer des Deutschen Alpenvereins. Die Kurtaxe beträgt €4 pro Person und Tag.
Donnerstag, 13. Februar 2025
Die Albtherme in Waldbronn
Aus 400 Metern Tiefe steigt das Waldbronner Thermalwasser empor (albtherme-waldbronn.de). Es lindert nachweislich Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenkleiden und Verletzungen der Stütz- und Bewegungsorgane. Die Thermenlandschaft umfasst vier Becken (darunter ein Whirlpool), ein Kaltwasserbecken, einen Ruhebereich, Sauna, Wellnessbereich, Salzgrotte, Bücherzimmer, Thermenshop und ein Bistro. Interessant sind die diversen Pauschal-Arrangements von einem bis zu drei Tagen. Der Ort Waldbronn besitzt nur wenige Sehenswürdigkeiten, aber drei Museen: Eine Heimatstube, ein Radio- und ein Kuckucksuhrenmuseum (waldbronn-tourismus.de). Es gibt auch einen Kurpark, jedoch liegt dieser etwa einen Kilometer von der Therme entfernt. Näher an der Therme befindet sich der Waldpark, an dessen Rand eine Reha-Klinik mit Cafeteria steht. Es gibt sogar eine Außenterrasse. Die Albtherme und der Kurpark haben eigene Bushaltestellen; es verkehrt die Linie 155 zum S-Bahnhof Reichenbach. Im Kurpark liegt überdies der S-Bahnhof Reichenbach Kurpark. Von beiden Stationen fahren Züge nach Karlsruhe. Leider bietet Waldbronn nur wenig Hotellerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten die noch dazu im Ort verstreut sind. Die Kurtaxe beträgt €1,20 pro Person und Tag.
Montag, 10. Februar 2025
Die Soltau Therme
Fast 30 Prozent beträgt der Salzanteil der geförderten Sole und erreicht damit einen Mineralgehalt wie im Toten Meer. Die Konzentration im Wasser der Soltau Therme (soltau-therme.de) beträgt jedoch lediglich 3 bis 5 Prozent mit einem Anteil von mehr als 5,5 Gramm Natrium-Ionen und 8,5 Gramm Chlorid-Ionen pro Liter. Das entspricht einem Kochsalzanteil von 1,5 Prozent. Das 265m² Innenbecken verfügt über 3 Sprudelliegen, 1 Bodensprudler, 7 Massagedüsen und 1 Nackendusche. Der Solegehalt liegt bei 3%, die Wassertemperatur bei 35°C. In der Sole-Grotte beträgt der Salzgehalt 5%. Alle übrigen Becken sind mit normalem (Leitungs-) Wasser gefüllt, u.a. das Lehrschwimm-, Sport- und Kinderbecken. Sauna, Salzgrotte, Massagen, Wellness und Ruhebereiche gibt es auch. Interessant sind gegebenenfalls die Relax-Bäder in einer separaten Badewanne des Wellness-Bereiches, auch wenn die Badezusätze eher wenig Snob-Appeal besitzen. Das Bad mit Rosenöl dürfte eventuell gehen. Anschließend wäre eine traditionelle Rückenmassage passend. Gastronomie hat die Therme auch, und zwar sowohl ein Restaurant welches von außen besucht werden kann, als auch ein internes Lokal welches man im Bademantel aufsucht. Dazu gibt es gratis WLAN. In der Stadt Soltau sind diverse sakrale und profane Gebäude und vier Museen zu den Themen Stadtgeschichte, Spielzeug, Filz und Salz einen Besuch wert, ebenso der Breidings Garten (mit einer künstlichen Burgruine). In der Umgebung befinden sich mehrere Naherholungsgebiete, u.a. der Wacholderpark (Bahnstation Soltau Nord, ca. 700m). Weiterhin gibt es in der Umgebung den Heide Park (Freizeit- und Themenpark), ein Designer Outlet Center und eine Golfanlage. Vom Bahnhof Soltau aus fahren Züge nach Hamburg, Bremen, Hannover und Uelzen. Am Bahnhof existiert eine öffentliche Toilette und ca. 200 Meter entfernt steht ein Supermarkt. Eine Kurtaxe wird derzeit nicht erhoben.
Freitag, 7. Februar 2025
Schönebeck - Bad Salzelmen
Der heutige Ortsteil (seit 1932) von Schönebeck an der Elbe, südlich von Magdeburg, ist bereits seit 1802 Soleheilbad (visitschoenebeck.de). Zentrum des Kurbetriebes ist heute die Solequell, ein modernes Thermalbad mit verschiedenen Becken (u.a. Heißbecken und Whirlpool) und einem Salzgehalt von ca. 3.5% (außer Whirlpool). Sauna, Wellness und Kosmetikbehandlungen werden auch geboten, aber eigentlich sind nur die klassischen Massagen snobtauglich (solepark.de). Gastronomie hat das Bad prinzipiell auch, jedoch ist diese derzeit wegen Renovierung geschlossen. Es gibt auch einen Trinkbrunnen im Kurpark. Die dort ausgeschenkte Sole hat eine Salzkonzentration von 0.8%. Sie stammt aus der 8-prozentigen Erlenquelle und wird zum Trinken mit Quellwasser versetzt. Leider ist auch der Trinkbrunnen derzeit geschlossen. Geöffnet sind jedoch das Gradierwerk und die Salzgrotte. Praktisch alle für den Kurbetrieb wichtigen Gebäude und Einrichtungen befinden sich im oder am Rande des Kurparks, inklusive zweier Kurpark-Cafés und der Cafeteria mit Außenterrasse der örtlichen Reha-Klinik. Sehenswert sind im Ort die St.-Johannis-Kirche, der Marktplatz und zahlreiche Gründerzeitvillen, außerhalb der Hummelberg-Turm (hummelberg-turm.de) und der Bismarckturm (Tiergehege und Café nebenan; cafe-biererberg.de). Der Bahnhof Schönebeck-Bad Salzelmen liegt direkt neben dem Kurpark. In seiner Umgebung finden sich auch ein paar wenige Gastronomiebetriebe. Einkaufsmöglichkeiten bietet dieser Teil von Bad Salzelmen so gut wie keine, von einer Bäckerei unweit der Nordwestecke des Kurparks abgesehen. Jenseits des Bahnhofes und etwa 400 Meter entfernt liegt jedoch ein Kaufland Supermarkt. Vom Bahnhof verkehren eine S-Bahn nach Magdeburg und Wittenberge und Nahverkehrszüge u.a. nach Erfurt und Uelzen. Vom Elbufer Schönebecks startet ein Fahrgastschiff zu Fluss-Rundfahrten (elbeschiff.com). Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.
Dienstag, 4. Februar 2025
Kreuzfahrten mit der Holland America Line
Kreuzfahrten sind heutzutage Massenveranstaltungen. Eine der wenigen gehobenen Kreuzfahrt-Optionen, die (noch) nicht zum schwimmenden Rummelplatz verkommen ist, wäre eine Fahrt mit der „Rotterdam“ der Holland America Line in die norwegischen Fjörde. Das etwa 300 Meter lange Schiff bietet Platz für bis zu 2668 Passagiere. Ein besonderer Clou ist der traditionelle Nachmittagstee an Bord. Jede der folgenden, siebentägigen Reisen mit der „Rotterdam“ ab Rotterdam ist zu einem Preis ab €1044 zu haben.
03. Mai 2025 von Rotterdam nach Stavanger, Mandal (Kristiansand), Oslo und Kopenhagen. Zurück in Rotterdam ist das Schiff am 10. Mai.
28. Juni bis 05. Juli 2025. Ab Rotterdam nach Skjolden, Stavanger, Mandal (Kristiansand) und Oslo und dann zurück nach Rotterdam.
30. August 2025 mit Start in Rotterdam. Es folgen die Häfen Oslo, Mandal (Kristiansand), Sandnes (Stavanger) und Skjolden. Endstation ist diesmal Amsterdam, am 06. September 2025.
Natürlich gibt es noch mehr Reisetermine mit diesen und anderen Reisestationen, aber diese haben einen höheren Preis (hollandamerica.com). Man beachte, dass bei Schiffsreisen von und nach Norwegen häufig der zollfreie Einkauf möglich ist. Waren in den Bordboutiquen sind auf See gelegentlich mehrwertsteuerfrei (routenabhängig).
Leider gibt es auch ein paar Nachteile, auf die man hinweisen sollte.
Die Bordwährung ist der US-Dollar, auch wenn man nur auf der europäischen Seite des Atlantiks bleibt. Wer also bar zahlen will, braucht US-Dollar, möglichst in kleinen Scheinen. An Bord Geld zu wechseln, ist fast immer nicht möglich. Allerdings wird sowieso fast alles an Bord über die Kabinen-Schlüsselkarte abgerechnet. Abgebucht wird dann von der Kreditkarte, die man bei der Buchung angeben muss. Vorsorglich wird das eigene Bordkonto täglich mit US$30 vorautorisiert (was immer das heißen mag).
Die Getränkepakete sind recht teuer. Das billigste Paket, welches nur Erfrischungsgetränke beinhaltet, kostet $8 pro Tag und Person. Zum Vergleich: Eine 2 Liter-Flasche Cola ist in einem Supermarkt für etwa €2 (ca. $2.30) zu haben. Getränke aus der Minibar oder vom Zimmerservice werden extra berechnet.
Oft wird der Besitz eines Reisepasses auch dann verlangt, wenn sich das Schiff ausschließlich innerhalb der EU bewegt oder zumindest innerhalb des Schengen-Raumes (z.B. Norwegen). Dadurch entstehen zusätzliche Kosten.
Die Liste der an Bord verbotenen Gegenstände ist erstaunlich lang und umfasst Dinge, bei denen man das nicht erwartet hätte, wie z.B. Plastikflaschen, Reisebügeleisen oder elektrische Wasserkocher. Aber auch einige Taschenmesser, Rasiermesser, Scheren über 10cm Länge, Werkzeuge (auch Multitools), Kerzen und Überallzünder-Streichhölzer sind nicht gestattet. Selbst Seenotfunkbaken dürfen nicht an Bord gebracht werden (sic!).
Samstag, 1. Februar 2025
Bad Dürrenberg an der Saale
Nachdem der ursprüngliche Kurbetrieb 1964 eingestellt worden war, wurde im Jahre 2000 ein neuer Solebrunnen in Betrieb genommen und der Kurbetrieb in den folgenden Jahren wieder aufgenommen. Vor allem das Sole-Spa im Kurpark (sole-spa.de) bildet den Mittelpunkt des neuen Kurbetriebes, welcher allerdings mehr Wellness beinhaltet, als ein Snob wünscht. Ein Blick auf die Menükarte zeigt jedoch auch ein paar durchaus snobtaugliche Angebote, z.B. ein Moorbad, ein Natursolebad oder klassische Massagen. Der Kurpark erstreckt sich am östlichen Saaleufer - vom Gelände der Landesgartenschau kommend - und bietet drei Brunnen, drei Gradierwerke, vier Denkmäler, ein Palmen- und Vogelhaus, eine Salzsiederei, ein kleines Heimatmuseum, drei Gaststätten, zwei Kinderspielplätze, eine Blumenuhr, einen Musikpavillon, eine Kaltinhalierhalle, eine Aussichtsplattform, eine Laube, einen Schau-Weinberg und ein Wildgehege. Mehr kann man von einem Kurpark wirklich nicht erwarten. Am östlichen Ortsrand befindet sich überdies ein mit 100m² Wasserfläche eher kleines Sole-Schwimmbad (landerlebniswelt.de). Weiterhin sehenswert sind im Hauptort der Borlachturm (ex Bergbau-Förderturm) und die katholische Kirche von 1931; in der Umgebung und in den Ortsteilen die spätgotische Kirche in Kirchfährendorf, die Museumswohnung in der Gartenstadt, der Nachbau der ersten sächsischen Dampfmaschine und diverse historische Denkmäler. Unbedingt erwähnen sollte man auch noch die sog. Bestattung von Bad Dürrenberg, ein bedeutender, archäologischer Fund aus der Mittelsteinzeit. Gastronomie, Hotellerie und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. Nach Bad Dürrenberg gelangt man ab Halle (Saale) mit der Straßenbahn oder mit der Staatsbahn ab Leipzig, Eisenach und Naumburg (Saale). Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.
Mittwoch, 29. Januar 2025
Die "NaturThermeTemplin"
Sie positioniert sich als kindgerechtes Familienbad, inklusive Babyschwimmen und Kindergeburtstag, was naturgemäß eher wenig Snob-Appeal hat (naturthermetemplin.de). Dennoch finden sich in der Templiner Therme ein paar Dinge, die auch für Snobs interessant sind. Das Heilwasser im Bad und in der Therapie ist eine Sole in Konzentrationen von 1–6 % bei Temperaturen von 30–36°C. Es ist geeignet für die Behandlung und Linderung bei Erkrankungen der Atemwege, der Haut und des Stütz- und Bewegungsapparates. Leistungen im Wellnesszentrum können auch in Anspruch genommen werden, ohne das Schwimmbad zu betreten. Das Zentrum besitzt sogar einen eigenen Eingang. Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Man erhält dort u.a. klassische Massagen und Wannenbäder, wie z.B. das Natursoleperlsprudelbad (Dauer ca. 30min.). Auch Moor- oder Algenpackungen (Thalasso) sind möglich. Bademantel, Handtuch und Badeschuhe sollte man mitbringen. Das Thermenbistro besitzt ebenfalls einen eigenen Eingang und ist gegenwärtig nur an Wochenenden geöffnet. Im Ort Templin gibt es ein paar sehenswerte sakrale und profane Gebäude, mehrere Denkmäler aus DDR-Zeiten und eine mittelalterliche Stadtmauer. Neben dem Thermalbad liegt der Kurpark mit einem Apfelsorten-Schaugarten. Templin liegt im nördlichen Teil des Landes Brandenburg in der West-Uckermark, ca. 80 km nördlich von Berlin. Ab dem Bahnhof Berlin-Ostkreuz verkehren Regionalzüge nach Templin Stadt. Von dort fährt ein Ortsbus in 5 Minuten zur Therme, die eine eigene Haltestelle hat (Thermalbad). In Sichtweite des Bahnhofes befindet sich ein Supermarkt. Weitere Geschäfte und Gastronomie sind im Ort verstreut. Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.
Sonntag, 26. Januar 2025
Bad Gastein und Bad Hofgastein
Bad Hofgastein im Gasteinertal in den Hohen Tauern existiert schon seit der Römerzeit. Damals war es ein Zentrum des Gold- und Silberbergbaus. Im Mittelalter wurde der Handel über die Bergpässe immer wichtiger und Bad Hofgastein erhielt im 13. Jahrhundert das Marktrecht. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Aufstieg als Heilbad, nachdem der Ort von Kaiser Franz I. im Jahre 1828 das „immerwährende“ Recht auf Bezug von „Ein-Fünftel-Anteil des Thermalwassers aus den Quellen von Bad Gastein“ erhielt. Der Grund dafür war die Überlastung des benachbarten Bad Gasteins. Das Problem des Gasteiner Heilwassers ist jedoch der hohe Radongehalt und die damit verbundene Radioaktivität. Im Mittelalter hatte man sich bereits über den vergleichsweise geringen Mineralgehalt des Thermalwassers und die dennoch als anregend empfundene Wirkung der Kuren in Gastein gewundert. Erst um 1900 herum entdeckte man, dass die Radioaktivität von Radon der Grund dafür ist. Zwar baut sich Radon innerhalb weniger Stunden im menschlichen Körper wieder ab, dennoch kann es langfristig Krebs auslösen, weshalb es heute nur in wirklich dringenden Fällen von Morbus Bechterew, Rheumatoiden Arthritis und ähnlichen Beschwerden eingesetzt wird.
Indes existiert in Bad Hofgastein das Thermalbad Alpentherme, in welchem „entradonisiertes“ Thermalwasser die Becken füllt (alpentherme.com). „Richtige“ Radonbäder werden nur in separaten Badewannen und unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Von einer Krebsgefahr will man natürlich nichts hören. Wenn man die entradonisierten Wasserbecken trotzdem lieber nicht nutzen möchte, bleiben immer noch die Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen und der Fitnessbereich (sofern snobtauglich). Weiterhin gibt es noch die Thermen-Gastronomie und gratis WLAN.
In der Gasteiner Felsentherme, nur wenige Kilometer weiter südlich, verfährt man ähnlich (felsentherme.com). Das Wasser in den allgemein zugänglichen Becken ist entradonisiert. Natürlich findet man auch hier Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen, einen Fitnessbereich und Gastronomie vor. Für den Gasteiner Heilstollen gilt, dass er eine hohe radioaktive Hintergrundstrahlung besitzt. Der Stollen – ein Relikt des Bergbaus in dieser Region - liegt südlich von Gastein und westlich des Ortsteils Böckstein. Jährlich werden dort bis zu 14.000 Patienten mit ärztlicher Verschreibung behandelt (gasteiner-heilstollen.com).
Beide Orte, Bad Gastein und Bad Hofgastein (gastein.com), haben eine lange Geschichte als Heilbäder, was sich in der Architektur widerspiegelt. Weiterhin sehenswert sind in Gastein der mitten im Ort gelegene Gasteiner Wasserfall, die Grand Hotels, das Schloss Böckstein und zwei Museen, sowie in beiden Orten die sakralen Gebäude und ein paar profane Einzelgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert. Beliebte Aktivitäten sind die üblichen Bergsportarten im Sommer und Skilaufen im Winter. Hotellerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug. Durch das Gasteinertal verläuft die Tauernbahn, sodass beide Orte mit der Eisenbahn gut zu erreichen sind. Der Bahnhof von Gastein liegt mitten im Ort, der von Hofgastein etwa 3km nördlich des Hauptortes (es fährt ein Bus zum Ortszentrum). Zwischen den Talorten verkehren mehrere Buslinien. Die Kurtaxe liegt im ganzen Tal bei €2.40 pro Tag und Person. Am Bahnhof Böckstein befindet sich die Autoverladung durch den Tauerntunnel nach Kärnten.
Donnerstag, 23. Januar 2025
Der Snob und die Pommesbude
Man erkennt eine gute Pommes- oder Currywurstbude an ihrer Speisekarte. Natürlich kann heutzutage keine Imbissbude ohne Hamburger, Hot Dogs oder Wraps auskommen, aber traditionelle Gerichte wie (Thüringer) Bratwurst, Currywurst oder Grillhähnchen mit Pommes Frites müssen auf jeden Fall auf der Speisekarte stehen (eventuell auch Schnitzel Wiener Art). Optimal wäre natürlich ein alteingesessener Traditionsbetrieb mit guter Reputation, stimmigem Angebot und solidem Preis-Leistungs-Verhältnis, der möglicherweise sogar in einem Pommes- und Currywurstbuden-Führer in Buchform, als Smartphone-App oder im Internet genannt wird. Ein gutes Beispiel für die systemgastronomische Organisation einer Pommes- oder Currywurstbude ist das Schnellrestaurant Kochlöffel (kochloeffel.de). Solange die Qualität stimmt (und die Marke nicht zu populär wird), gibt es keinen Grund von dem Angebot nicht Gebrauch zu machen. Dönerbuden sollte man aber auf jeden Fall vermeiden.
Nach erfolgter, sorgfältiger Buden-Auswahl bringt der Snob seine eigene Pommes-Gabel aus Metall mit. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Botschaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites mit den Fingern essen. Vorhandene Sitzgelegenheiten sollte man nutzen, auch wenn man dabei gesehen wird. Als Snob mit geradezu sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben. Gibt es nur Stehtische, dann bleibt man halt stehen, wenn sich in der unmittelbaren Nähe keine Sitzgelegenheit (z.B. eine Parkbank) findet. Im Gehen essen sollte man aber auf gar keinen Fall. Ein Snob nimmt sich stets die Zeit in Ruhe zu speisen, auch an einer Pommesbude. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein (z.B. bei Wurstgerichten), dann setzt der Snob anstelle des angebotenen Einwegbestecks sein Taschenmesser ein (ein Westfälisches Adelsmesser natürlich).
Im Ausland herrschen einige Besonderheiten vor, die ein Snob unbedingt kennen sollte.
In Österreich heißen Imbissbuden häufig Würstelstand und bieten neben herkömmlichen Wurstzubereitungen vor allem österreichische Wurst-Variationen an (z.B. eine sog. Bosna). Oft sind auch Pommes Frites erhältlich, aber nicht überall. Die meisten Buden findet man natürlich in Wien und zahlreiche wienerische Print- und Internetmagazine beschäftigen sich immer wieder gerne mit der Frage, welcher Würstelstand wohl der beste sein mag (Buchtipp: Fünfundneunzig Wiener Würstelstände). In Wien existiert sogar ein Luxus-Würstelstand am Schwedenplatz; eröffnet vom Ex-Opernsänger und Gastronom Thomas Danecek. Angeboten wird z.B. „saucisse au fromage avec caviar“ (Käsekrainer mit Kaviar) mit einem Glas Moët & Chandon zum „runterspülen“. Das Betreibermotto lautet: „Wir überlassen das Fast Food nicht den Kebab-Buden!“
In Großbritannien wird traditionellerweise das bekannte Fish & Chips serviert. Die National Federation of Fish Friers bietet ein Verzeichnis der renommiertesten Fish & Chips Lokale (nfff.co.uk). Wichtig: Im Lokal niemals einfach nur „fish & chips“ bestellen, sondern immer die Fischart nennen, u.a. cod (Kabeljau), haddock (Schellfisch), pollock (Seelachs), also z.B. „haddock & chips, please!“ Das gilt übrigens auch für die Republik Irland.
Belgien ist bekanntlich das Mutterland der frittierten Kartoffelstäbchen und die Pommesbude heißt hier Frituur, gelegentlich auch Friterie. Serviert wird traditionellerweise in einer Papiertüte. Eine beliebte Beilage ist das Frikandel, eine frittierte Hackfleischrolle (ausgesprochen /frikadɛl/, Betonung auf der letzten Silbe, das „n“ ist stumm). Kennen sollte man unbedingt noch die Mitraillette (auch Pain Frites oder Sandwich Américan genannt), eine belgische Fastfood-Spezialität die vor allem in den Frituren der Hauptstadt Brüssel und der Wallonie offeriert wird. Als Basis wird ein halbes oder ein kleines, leicht getoastetes Baguette verwendet. Mit einem Messer wird das Baguette soweit seitlich aufgeschnitten, dass es aufgeklappt werden kann ohne in zwei Teile zu zerfallen. Nun werden ein Frikandel oder einige kleine Fleischstücke eingefügt und dann original belgische Pommes Frites über das Fleisch gelegt. Oftmals wird noch Salat oder Käse eingebaut, bevor die Soße hinzugefügt wird, die dann durch die Pommes Frites bis zum Fleisch läuft. In einigen Frituren wird die Mitraillette vor dem Servieren noch kurz mit Käse überbacken oder manchmal sogar kalt (!) serviert.
Montag, 20. Januar 2025
Ausflugstipp: Der Drachenfels in der Pfalz
Auf dem Gebiet der Kreisstadt Bad Dürkheim gelegen, ist der 570 Meter hohe Berg die höchste Erhebung des nördlichen Pfälzerwaldes und bietet eine Aussicht vom Donnersberg bis Kaiserslautern. Der Berg ist praktisch nur zu Fuß erreichbar; verschiedene (Fern-) Wanderwege führen aus verschiedenen Richtungen auf den Berg. Die nächste Siedlung wäre die etwa 2km entfernte Waldgaststätte zum Saupferch (saupferch.com). Auf dem Weg von dort zum Westgipfel (Westfels) passiert man etwa auf halbem Weg eine Regenschutzhütte. Auf dem Südgipfel (Südfels) stehen einige Bänke und Picknickbänke und es gibt zwei Höhlen und die Reste einer römischen Befestigung. Am Südfuß des Drachenfels' liegt der Friedrichsbrunnen. Dort gibt es Picknickbänke und eine Regenschutzhütte. Nicht weit davon liegt das Wegkreuz „Sieben Wege“, ebenfalls mit Bänken und einer Regenschutzhütte. Von dort sind es etwa 1.5km zum Waldhaus Lambertskreuz (lambertskreuz.eu). Die Waldgaststätte zum Saupferch ist über eine 2km lange Zufahrt von der B37 erreichbar. An der B37 befindet sich eine Bushaltestelle der Linie 485, von der zweistündlich Busse nach Bad Dürkheim fahren. Westlich des Berges liegen die Orte Weidenthal und Neidenfels, in welchen sich Bahnstationen befinden.
Freitag, 17. Januar 2025
Daun in der Eifel
Die 8200-Einwohner-Stadt in der Eifel ist Heilklimatischer und Kneippkurort, was für den heutigen Tourismus aber keine Rolle mehr spielt und worüber ein Snob natürlich wie gewohnt hinwegsieht (stadt-daun.de). Das Mineralwasser der Dunaris-Quelle wird bekanntlich auf Flaschen abgefüllt und ist im Handel unter dem Namen „Dauner“ erhältlich. Eine frei zugängliche Trinkstelle befindet sich im Kurpark (öffentl. WC nebenan). Im Jahre 2013 gab es allerdings Irritationen um die Trinkstelle, die mit „Dunaris Quelle 1982“ gekennzeichnet war. Damals wurde bestätigt, dass es sich nicht um Wasser aus der Dunaris-Quelle handelte. Den Kurgästen war 30 Jahre lang Leitungswasser angeboten worden. Der Kurpark liegt etwas außerhalb des Stadtkerns. An seinem Nordrand befindet sich die Bushaltestelle Jugendherberge (Linien 560, 561). Besagte Jugendherberge (mit öffentl. Bistro, WLAN) steht gegenüber auf einem Hügel. Leider führt kein direkter Weg vom Kurpark dorthin.
Sehenswert sind im Ort die Burgruine Daun, der ehemalige Eisenbahnviadukt, das Kriegerdenkmal und ein paar weitere Denkmäler, das Vulkanmuseum, die beiden Stadtkirchen und diverse profane Gebäude im Ortsinneren. Im Kreishaus werden Bilder des Eifel-Malers Fritz von Wille ausgestellt, der aus Daun stammt. Außerhalb liegen der Wild- und Erlebnispark und die bekannten Dauner Maare. Nördlich von Daun im Josbachtal befindet sich die frei zugängliche Quelle Josendrees. Es gibt ein Hallenbad im Ort (kein Thermalwasser!), im Sommer eine Badestelle am Gemündener Maar und im Winter ein kleines Wintersportgelände am Mäuseberg (skiclub-daun.de).
Spa- und Wellnessbehandlungen bieten vor allem zwei Hotels an: Das Sporthotel Grafenwald (sporthotel-grafenwald.de) mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Moorpackungen, Massagen und Kosmetik- und Wellnessbehandlungen, und das Wellnesshotel Panorama (hotelpanorama.de) mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Whirlpool, Massagen, Wannenbädern und Kosmetikbehandlungen (Badebekleidung und Badeschuhe mitbringen!). Traditionelle Thai-Massagen kann man bei Walailak Hahn erhalten (trad-thaimassage-daun.de).
Einkaufsmöglichkeiten findet man im Ortsinneren zur Genüge. Der Netto bietet WLAN, der HIT eine Heiße Theke und eine Kundentoilette und der Aldi eine Kundentoilette und einen Kaffeeautomaten. Größter Arbeitgeber in Daun ist übrigens die Bundeswehr, deren Präsenz am Ort aber verhalten ist. Daun ist mit dem Bus Linie 700 ab Cochem (Bf.) und Gerolstein (Bf.) erreichbar. Die Linie 300 fährt zweistündlich nach Bernkastel-Kues und Wittlich (Bf.). Weitere Linien verkehren vom ZOB in Orte der Umgebung. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person.
Dienstag, 14. Januar 2025
Bad Essen
Die gleichnamige Stadt im Ruhrgebiet ist weitgehend bekannt, aber das Solebad am Mittellandkanal kennt kaum jemand (badessen.info). Dabei ist die Bad Essener Sole mit ihrem besonderen Mineralgehalt von 31,8 % die mineralreichste Solequelle Europas und liegt sogar über dem durchschnittlichen Salzgehalt des Toten Meeres. Sie speist das Gradierwerk und das Kur- und Gesundheitszentrum AKTIVITA SoleSpa (aktivita-lorenz.de/solespa). Die Patienten erhalten dort Wannen-Vollbäder im hochprozentigem Salzwasser in einer privaten Badewanne. Die klassischen Anwendungsgebiete sind Hauterkrankungen, Erschöpfung und Atemwegserkrankungen. Es gibt in Bad Essen auch eine Salzgrotte und man kann das Salz abgepackt für die Küche mit nach Hause nehmen. Sehenswert sind der Bad Essener Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern, der St. Nikolai-Kirche und dem Totenhaus, die Wassermühle am Ortsrand, und außerhalb die Schlösser Hünnefeld und Ippenburg, die Burg Wittlage und die Dinosaurierfährten von Barkhausen (ein bedeutender archäologischer Fund). Der südlich des Ortes gelegene Essenerberg ist ein beliebtes Wandergebiet. Dort befinden sich auch zwei Paracelsus-Kliniken mit zwei frei zugänglichen Cafeterien, mit Kaffeeautomaten und Wasserspender. Auf dem Weg dorthin durchquert man den Familienpark, wo sich das Freibad, die Wassermühle und ein paar weitere Attraktionen und Einkehrmöglichkeiten befinden. Da Bad Essen direkt am Mittellandkanal liegt und eine Marina besitzt, kann man auch mit dem Boot anreisen. Außerdem bietet sich der Kanal für Schiffstouren an. Mit dem Bus S20 gelangt man ab Osnabrück ZOB zum Sole-Spa; die Haltestelle heißt Eielstädt AOK. Die Kurtaxe beträgt maximal €1.45 pro Tag und Person, in den Ortsteilen eventuell weniger. An der Touristeninformation und am Rathaus erhält man gratis WLAN, bei der Gemeindeverwaltung existiert eine öffentliche Toilette und ein Stück entfernt steht ein offener Bücherschrank.
Samstag, 11. Januar 2025
Bad Lauchstädt
Um 1700 wurde durch Zufall im heutigen Kurpark eine Mineralquelle entdeckt. So entstand das bis heute im Getränkehandel erhältliche Lauchstädter Heilbrunnen-Wasser. Herzogin Erdmuth Dorothea zu Sachsen-Merseburg ließ in der Folge die Quelle einfassen und die ersten Kuranlagen bauen, sodass 1710 der Kurbetrieb aufgenommen werden konnte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Bad Lauchstädt der bevorzugte Badeort des Dresdner Hofes und nahm als exklusives Modebad einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Kursaal und ein Spielpavillon wurden errichtet, ein Sommertheater installiert und es wurde mit der Anlage des Kurparks begonnen. Heute ist es vor allem das Goethe-Theater von 1802, das die Besucher anzieht (goethe-theater.com). Gespielt werden aber nicht nur die Meisterwerke des Theater-Gründers und ersten Leiters Johann Wolfgang v. Goethe. Neben Theaterstücken anderer Autoren werden auch musikalische Werke oder Dichterlesungen präsentiert. Man kann sogar in einem Nebengebäude in einem Gästezimmer wohnen. Das Goethe-Theater ist ein Teil der historischen Kuranlagen, zusammen mit dem Douche-Pavillon und dem Neuen Schillerhaus. Weiterhin sehenswert sind im Ort das Rathaus, die Bockwindmühle, die beiden Kirchen, eine alte kursächsische Postmeilensäule und mehrere historische Wohnhäuser. Am nordöstlichen Ortsrand liegen mehrere Supermärkte. Nach Bad Lauchstädt gelangt man mit dem Bus Linie 728 ab Merseburg. Weitere Buslinien verkehren in Orte der Umgebung. Die aktuelle Höhe der Kurtaxe ist nicht bekannt (goethestadt-bad-lauchstaedt.de).
Mittwoch, 8. Januar 2025
Das Schmugglerdenkmal in Monschau-Mützenich
Die Bronzeskulptur eines Mützenicher Bildhauers erinnert seit 2012 an die Aachener Kaffeefront, das Zentrum des Kaffeeschmuggels zwischen 1945 und 1953 von Belgien in die damalige britische Besatzungszone und nachmalige BRD. Mit angestrengtem Gesicht und einem Blick, der Abenteuerlust vermuten lässt, gibt die lebensgroße Figur mit dem Sack auf dem Rücken die Erinnerung an den Schmuggel aus Sicht der Schmuggler wider. Vorsichtig sondiert er die Lage, hinter einen Stein hervorlugend, und zwar ziemlich genau an der Stelle, wo früher die Zollstelle war. Aufgrund der hohen Kaffeesteuer von damals 10 DM pro Kilogramm lohnte es sich, Kaffee illegal ins Land zu bringen.
Heiß her soll es gegangen sein: Die Schmuggler haben sogar gestohlene Schützenpanzerwagen oder gepanzerte Lastwagen eingesetzt und sog. Krähenfüße ausgeworfen, um ihre Verfolger vom Zoll abzuschütteln. Diese haben ihrerseits Fahrzeuge mit Räumbesen eingesetzt, um besagte Krähenfüße von der Straße zu fegen. Einunddreißig Schmuggler und zwei Zöllner sind damals ums Leben gekommen. Zumindest die Schmuggler dürften in den Himmel gekommen sein, denn die katholische Kirche war eher auf Seiten derer, die nach dem Krieg mit Schmuggeln die Not gelindert haben. Der Kölner Kardinal Frings hat dies in seiner legendären Silvesterpredigt von 1946 zum Ausdruck gebracht und im Nideggener Ortsteil Schmidt wurde die im Krieg zerstörte Kirche mit Spenden aus dem Kaffeeschmuggel wieder aufgebaut. Zum Dank hat der Gemeindepastor alle diejenigen gesegnet, die im „Abendgeschäft“ tätig waren. Und sogar das belgische Militär hat sich an diesem „Abendgeschäft“ beteiligt. Dem hatten die Zöllner wenig entgegenzusetzen. Es war also eine wilde Zeit damals.
Der Schmuggel ließ jedoch nach, als die Kaffeesteuer auf 4 DM pro Kilogramm gesenkt wurde; heute liegt sie bei €2.19 pro Kilogramm für Röstkaffee und €4.78 pro Kilogramm für vollöslichen Kaffee. Mittlerweile ist die Grenze offen und bis zu 10kg Kaffee pro Person darf man legal hinüber bringen. Auch der Einkauf von Schaumwein (max. 60 Liter) wird noch gerne praktiziert, obwohl die Schaumweinsteuer mit €1.02 pro 0.75 Liter vergleichsweise gering ausfällt. Alkopops und Bier können in Belgien zwar ebenfalls geringfügig preisgünstiger erworben werden, aber schmuggeln lohnt sich heute nicht mehr. Was jedoch bleibt, ist die romantische Erinnerung an Freiheit und Abenteuer und die Gewissheit, die offenen Grenzen von heute vorweg genommen zu haben, für die das Denkmal letztendlich steht.
Das Schmugglerdenkmal befindet sich im Monschauer Ortsteil Mützenich; die Bushaltestelle Mützenich Zoll der Linie 85 nach Monschau (aseag.de) und der belgischen Buslinie 385 (Eupen – Monschau; letec.be) ist direkt am Denkmal. Auf beiden Linien gilt das D-Ticket.
Sonntag, 5. Januar 2025
Warmbad und Wiesenbad
Die mit 26°C wärmste Thermalquelle Sachsens in Wolkenstein-Warmbad ist seit dem Mittelalter bekannt. Das Wasser dient zur unterstützenden Behandlung bei Osteoporose, zur Spülung bei chronischen Nieren- und Harnwegserkrankungen und zur Kariesprophylaxe. Die Silber-Therme bietet verschiedene Becken, Sauna, Wellness, Massagen, eine Kältekammer, Physiotherapie, ein Restaurant und einiges mehr. Für Trinkkuren stehen der täglich geöffnete Trinkpavillon im Kurpark und der Trinkbrunnen im Foyer der Silber-Therme bereit (Trinkgefäß mitbringen!). Das Kurviertel Warmbad liegt etwas abseits von Wolkenstein und besteht im wesentlichen aus der Therme, einer Reha-Klinik (mit Cafeteria), einem Gesundheitsressort, dem Kurpark und ein paar Privatpensionen und Ferienwohnungen. Die Thermen-eigene Bushaltestelle wird von mehreren Linien angefahren, u.a. solche mit Zielort Wolkenstein (Bf.), Annaberg-Buchholz, Zschoppau und sogar Dresden (rve.de). Die Kurtaxe liegt bei €2 pro Tag und Person.
Nur etwa 12km von Warmbad entfernt liegt Wiesenbad mit seiner Therme Miriquidi (wiesenbad.de). Hier speist die 26°C warme Georgsquelle – seit 1998 staatlich anerkannte Heilquelle für Trink- und Badekuren – die Becken eines modernen Thermalbades. Das Thermalwasser ist fluorid- und kohlensäurehaltig und hat einen entspannenden und schmerzlindernden Effekt. Es dient vorwiegend zur Behandlung bei Osteoporose und bei chronischen Nierenerkrankungen. Neben einem großzügigen Thermalbecken werden auch eine Sauna und ein Ruhebereich offeriert. Trinkkuren werden in der historischen Wandelhalle angeboten (sicherheitshalber Trinkgefäß mitbringen!). Zum Wiesenbad gehören auch eine Reha-Klinik und ein Heilkräuter-Zentrum. Gastronomie und einen Kiosk findet man ebenfalls. Mittendrin in zentraler Lage befindet sich die Bahnstation. Es fahren Züge nach Annaberg-Buchholz und nach Chemnitz sowie Busse in die nähere Umgebung. Die Kurtaxe beträgt €2,25 pro Person. Interessant sind die diversen Pauschalangebote, wie z.B. „Wiesenbader Schnuppertage“ (2 Übernachtungen mit Frühstück, Thermenzugang, Trinkkur, Rücken-Moorpackung, Fußbad, 3-Gänge-Menü).
Donnerstag, 2. Januar 2025
Die Kristalltherme in Altenau / Harz
Die Therme besitzt mehrere Becken mit bis zu 3% Sole und ein Außenbecken mit bis zu 12% Sole (kristalltherme-altenau.de). Sauna, Massagen und Gastronomie gibt es natürlich auch, außerdem kann man Moorpackungen bekommen. Die Therme hat überdies eine eigene Bushaltestelle. Im Ort Altenau sind die alten Bergmannshäuser einen Blick wert, ebenso die barocke Holzkirche St. Nikolai, das alte Rathaus, der Kräuterpark, der Kurpark und die Holzschnitzerwerkstatt. Zum Einkaufen findet man einen Supermarkt (mit WLAN), zwei Metzgereien, einige Bäckereien und ein paar weitere Geschäfte. Hotellerie und Gastronomie ist genügend vorhanden, darunter gleich mehrere Imbisse. Im Kurgastzentrum finden regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Altenau ist überdies bekannt für seinen Jodelgesang, der vor allem vom Heimatbund gepflegt wird. Die Umgebung wird durch zahlreiche Wanderwege erschlossen, u.a. den Harzer Hexenstieg. Im Winter werden verschiedene Wintersportarten angeboten, u.a. Ski Alpin, Skispringen, Langlauf und Eishockey. Von Altenau verkehren die Buslinien 840 und 861 nach Clausthal-Zellerfeld und nach Goslar (harzbus-goslar.de). Die Kurtaxe beträgt €2.40 pro Person und Tag.