Sonntag, 26. Januar 2025

Bad Gastein und Bad Hofgastein

Bad Hofgastein im Gasteinertal in den Hohen Tauern existiert schon seit der Römerzeit. Damals war es ein Zentrum des Gold- und Sil­ber­bergbaus. Im Mittelalter wurde der Handel über die Berg­pässe immer wichtiger und Bad Hof­ga­stein erhielt im 13. Jahrhundert das Marktrecht. Im 19. Jahr­hundert erfolgte der Aufstieg als Heil­bad, nachdem der Ort von Kaiser Franz I. im Jahre 1828 das „immerwährende“ Recht auf Be­zug von „Ein-Fünftel-Anteil des Thermalwassers aus den Quellen von Bad Gastein“ erhielt. Der Grund dafür war die Überlastung des benachbarten Bad Gasteins. Das Problem des Gasteiner Heil­wassers ist jedoch der hohe Radongehalt und die damit verbundene Radioaktivität. Im Mittelalter hatte man sich bereits über den vergleichsweise geringen Mineral­gehalt des Thermalwassers und die dennoch als anregend empfundene Wirkung der Kuren in Ga­stein gewundert. Erst um 1900 herum entdeckte man, dass die Radioaktivität von Radon der Grund dafür ist. Zwar baut sich Radon innerhalb weniger Stunden im menschlichen Körper wieder ab, den­noch kann es langfristig Krebs auslösen, weshalb es heute nur in wirklich dringenden Fällen von Morbus Bechterew, Rheu­ma­toiden Arthritis und ähnlichen Beschwerden eingesetzt wird.

Indes existiert in Bad Hofgastein das Thermalbad Alpentherme, in welchem „entradonisiertes“ Ther­mal­wasser die Becken füllt (alpentherme.com). „Richtige“ Radonbäder werden nur in separa­ten Badewannen und unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Von einer Krebsgefahr will man natür­lich nichts hören. Wenn man die entradonisierten Wasserbecken trotzdem lieber nicht nutzen möch­te, bleiben immer noch die Sauna, Massagen, Well­ness­behandlungen und der Fitness­bereich (sofern snobtauglich). Weiterhin gibt es noch die Thermen-Gastronomie und gratis WLAN.

In der Gasteiner Felsentherme, nur wenige Kilometer weiter südlich, verfährt man ähnlich (felsentherme.com). Das Wasser in den allgemein zugänglichen Becken ist entradonisiert. Natürlich findet man auch hier Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen, einen Fitness­be­reich und Gastro­no­mie vor. Für den Gasteiner Heilstollen gilt, dass er eine hohe radioaktive Hinter­grund­strahlung be­sitzt. Der Stollen – ein Relikt des Bergbaus in dieser Region - liegt südlich von Gastein und west­lich des Orts­teils Böckstein. Jährlich werden dort bis zu 14.000 Patienten mit ärztlicher Ver­schrei­bung be­han­delt (gasteiner-heilstollen.com).

Beide Orte, Bad Gastein und Bad Hofgastein (gastein.com), haben eine lange Geschichte als Heil­bäder, was sich in der Architektur widerspiegelt. Weiterhin sehenswert sind in Gastein der mitten im Ort gelegene Gasteiner Wasserfall, die Grand Hotels, das Schloss Böckstein und zwei Museen, so­wie in beiden Orten die sakra­len Gebäude und ein paar profane Einzelgebäude aus dem späten 19. Jahr­hundert. Beliebte Aktivitäten sind die üblichen Bergsportarten im Sommer und Skilaufen im Winter. Hotel­lerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug. Durch das Gasteinertal verläuft die Tauernbahn, sodass beide Orte mit der Eisenbahn gut zu erreichen sind. Der Bahnhof von Ga­stein liegt mitten im Ort, der von Hofgastein etwa 3km nördlich des Hauptortes (es fährt ein Bus zum Ortszentrum). Zwischen den Talorten verkehren mehrere Buslinien. Die Kurtaxe liegt im gan­zen Tal bei €2.40 pro Tag und Person. Am Bahnhof Böckstein befindet sich die Autoverladung durch den Tauerntunnel nach Kärnten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.