Mittwoch, 29. Januar 2025

Die "NaturThermeTemplin"

Sie positioniert sich als kindgerechtes Familienbad, inklusive Babyschwimmen und Kinder­geburts­tag, was naturgemäß eher wenig Snob-Appeal hat (naturthermetemplin.de). Den­noch finden sich in der Templiner Therme ein paar Dinge, die auch für Snobs interessant sind. Das Heilwasser im Bad und in der Therapie ist eine Sole in Konzentrationen von 1–6 % bei Tempera­tu­ren von 30–36°C. Es ist geeignet für die Behandlung und Linderung bei Er­kran­kungen der Atem­we­ge, der Haut und des Stütz- und Bewegungsapparates. Leistungen im Well­ness­zentrum können auch in Anspruch genom­men werden, ohne das Schwimmbad zu betreten. Das Zentrum besitzt so­gar einen eigenen Eingang. Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Man er­hält dort u.a. klassische Mas­sa­gen und Wan­nen­bäder, wie z.B. das Natursoleperlsprudelbad (Dauer ca. 30min.). Auch Moor- oder Algen­packun­gen (Thalasso) sind möglich. Bademantel, Hand­tuch und Badeschuhe soll­te man mit­bringen. Das Thermenbistro besitzt ebenfalls einen eigenen Ein­gang und ist ge­gen­wärtig nur an Wochen­enden geöffnet. Im Ort Templin gibt es ein paar sehens­werte sa­kra­le und pro­fane Ge­bäude, mehrere Denkmäler aus DDR-Zeiten und eine mittel­alter­liche Stadt­mauer. Neben dem Ther­mal­bad liegt der Kurpark mit einem Apfelsorten-Schaugarten. Temp­lin liegt im nörd­li­chen Teil des Landes Branden­burg in der West-Uckermark, ca. 80 km nördlich von Berlin. Ab dem Bahnhof Ber­lin-Ostkreuz ver­keh­ren Regional­züge nach Templin Stadt. Von dort fährt ein Orts­bus in 5 Minu­ten zur Therme, die eine eigene Haltestelle hat (Ther­mal­bad). In Sicht­weite des Bahnhofes befindet sich ein Super­markt. Weitere Geschäfte und Gastronomie sind im Ort verstreut. Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.

Sonntag, 26. Januar 2025

Bad Gastein und Bad Hofgastein

Bad Hofgastein im Gasteinertal in den Hohen Tauern existiert schon seit der Römerzeit. Damals war es ein Zentrum des Gold- und Sil­ber­bergbaus. Im Mittelalter wurde der Handel über die Berg­pässe immer wichtiger und Bad Hof­ga­stein erhielt im 13. Jahrhundert das Marktrecht. Im 19. Jahr­hundert erfolgte der Aufstieg als Heil­bad, nachdem der Ort von Kaiser Franz I. im Jahre 1828 das „immerwährende“ Recht auf Be­zug von „Ein-Fünftel-Anteil des Thermalwassers aus den Quellen von Bad Gastein“ erhielt. Der Grund dafür war die Überlastung des benachbarten Bad Gasteins. Das Problem des Gasteiner Heil­wassers ist jedoch der hohe Radongehalt und die damit verbundene Radioaktivität. Im Mittelalter hatte man sich bereits über den vergleichsweise geringen Mineral­gehalt des Thermalwassers und die dennoch als anregend empfundene Wirkung der Kuren in Ga­stein gewundert. Erst um 1900 herum entdeckte man, dass die Radioaktivität von Radon der Grund dafür ist. Zwar baut sich Radon innerhalb weniger Stunden im menschlichen Körper wieder ab, den­noch kann es langfristig Krebs auslösen, weshalb es heute nur in wirklich dringenden Fällen von Morbus Bechterew, Rheu­ma­toiden Arthritis und ähnlichen Beschwerden eingesetzt wird.

Indes existiert in Bad Hofgastein das Thermalbad Alpentherme, in welchem „entradonisiertes“ Ther­mal­wasser die Becken füllt (alpentherme.com). „Richtige“ Radonbäder werden nur in separa­ten Badewannen und unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Von einer Krebsgefahr will man natür­lich nichts hören. Wenn man die entradonisierten Wasserbecken trotzdem lieber nicht nutzen möch­te, bleiben immer noch die Sauna, Massagen, Well­ness­behandlungen und der Fitness­bereich (sofern snobtauglich). Weiterhin gibt es noch die Thermen-Gastronomie und gratis WLAN.

In der Gasteiner Felsentherme, nur wenige Kilometer weiter südlich, verfährt man ähnlich (felsentherme.com). Das Wasser in den allgemein zugänglichen Becken ist entradonisiert. Natürlich findet man auch hier Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen, einen Fitness­be­reich und Gastro­no­mie vor. Für den Gasteiner Heilstollen gilt, dass er eine hohe radioaktive Hinter­grund­strahlung be­sitzt. Der Stollen – ein Relikt des Bergbaus in dieser Region - liegt südlich von Gastein und west­lich des Orts­teils Böckstein. Jährlich werden dort bis zu 14.000 Patienten mit ärztlicher Ver­schrei­bung be­han­delt (gasteiner-heilstollen.com).

Beide Orte, Bad Gastein und Bad Hofgastein (gastein.com), haben eine lange Geschichte als Heil­bäder, was sich in der Architektur widerspiegelt. Weiterhin sehenswert sind in Gastein der mitten im Ort gelegene Gasteiner Wasserfall, die Grand Hotels, das Schloss Böckstein und zwei Museen, so­wie in beiden Orten die sakra­len Gebäude und ein paar profane Einzelgebäude aus dem späten 19. Jahr­hundert. Beliebte Aktivitäten sind die üblichen Bergsportarten im Sommer und Skilaufen im Winter. Hotel­lerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug. Durch das Gasteinertal verläuft die Tauernbahn, sodass beide Orte mit der Eisenbahn gut zu erreichen sind. Der Bahnhof von Ga­stein liegt mitten im Ort, der von Hofgastein etwa 3km nördlich des Hauptortes (es fährt ein Bus zum Ortszentrum). Zwischen den Talorten verkehren mehrere Buslinien. Die Kurtaxe liegt im gan­zen Tal bei €2.40 pro Tag und Person. Am Bahnhof Böckstein befindet sich die Autoverladung durch den Tauerntunnel nach Kärnten.

Donnerstag, 23. Januar 2025

Der Snob und die Pommesbude

Man erkennt eine gute Pommes- oder Currywurst­bude an ihrer Speisekarte. Natürlich kann heut­zu­ta­ge keine Imbissbude ohne Hamburger, Hot Dogs oder Wraps auskommen, aber traditionelle Ge­rich­te wie (Thüringer) Bratwurst, Curry­wurst oder Grill­hähnchen mit Pommes Frites müssen auf jeden Fall auf der Speisekarte stehen (eventuell auch Schnitzel Wiener Art). Optimal wäre natürlich ein alt­ein­gesessener Traditions­betrieb mit guter Reputation, stimmigem Angebot und solidem Preis-Leistungs-Verhältnis, der möglicherweise sogar in einem Pommes- und Curry­wurst­buden-Führer in Buchform, als Smartphone-App oder im Internet genannt wird. Ein gutes Beispiel für die system­gastrono­mi­sche Organisation einer Pommes- oder Currywurstbude ist das Schnellrestaurant Koch­löffel (kochloeffel.de). Solange die Qualität stimmt (und die Marke nicht zu populär wird), gibt es keinen Grund von dem Angebot nicht Gebrauch zu machen. Dönerbuden sollte man aber auf jeden Fall vermeiden.

Nach erfolgter, sorgfältiger Buden-Auswahl bringt der Snob seine eigene Pommes-Gabel aus Metall mit. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Bot­schaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites mit den Fingern essen. Vorhandene Sitzgelegenheiten sollte man nutzen, auch wenn man dabei gesehen wird. Als Snob mit geradezu sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben. Gibt es nur Stehtische, dann bleibt man halt stehen, wenn sich in der unmittelbaren Nähe keine Sitzgelegenheit (z.B. eine Parkbank) findet. Im Gehen essen sollte man aber auf gar keinen Fall. Ein Snob nimmt sich stets die Zeit in Ruhe zu speisen, auch an einer Pom­mes­bude. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein (z.B. bei Wurst­gerichten), dann setzt der Snob anstelle des angebotenen Einwegbestecks sein Taschen­messer ein (ein Westfälisches Adels­messer natürlich).

Im Ausland herrschen einige Besonderheiten vor, die ein Snob unbedingt kennen sollte.

In Österreich heißen Imbissbuden häufig Würstelstand und bieten neben herkömmlichen Wurst­zubereitungen vor allem österreichische Wurst-Variationen an (z.B. eine sog. Bosna). Oft sind auch Pommes Frites erhältlich, aber nicht überall. Die meisten Buden findet man natürlich in Wien und zahlreiche wienerische Print- und Internetmagazine beschäftigen sich immer wieder gerne mit der Frage, welcher Würstelstand wohl der beste sein mag (Buchtipp: Fünfundneunzig Wiener Würstel­stände). In Wien existiert sogar ein Luxus-Würstelstand am Schwedenplatz; eröffnet vom Ex-Opern­sänger und Gastro­nom Thomas Danecek. Angeboten wird z.B. „saucisse au fromage avec caviar“ (Käsekrainer mit Kaviar) mit einem Glas Moët & Chandon zum „runter­spülen. Das Betreibermotto lautet: „Wir überlassen das Fast Food nicht den Kebab-Buden!

In Großbritannien wird traditionellerweise das bekannte Fish & Chips serviert. Die National Fede­ra­tion of Fish Friers bietet ein Verzeichnis der renommiertesten Fish & Chips Lokale (nfff.co.uk). Wichtig: Im Lokal niemals einfach nur „fish & chips“ bestellen, sondern immer die Fischart nen­nen, u.a. cod (Kabeljau), haddock (Schellfisch), pollock (Seelachs), also z.B.haddock & chips, please!“ Das gilt übrigens auch für die Republik Irland.

Belgien ist bekanntlich das Mutterland der frittierten Kartoffelstäbchen und die Pommesbude heißt hier Frituur, gelegentlich auch Friterie. Serviert wird traditionellerweise in einer Papiertüte. Eine beliebte Beilage ist das Fri­kan­del, eine frittierte Hackfleischrolle (ausgesprochen /frikadɛl/, Be­to­nung auf der letzten Silbe, das „n“ ist stumm). Kennen sollte man unbedingt noch die Mitraillette (auch Pain Frites oder Sandwich Américan genannt), eine belgische Fastfood-Spezialität die vor allem in den Frituren der Hauptstadt Brüssel und der Wallonie offeriert wird. Als Basis wird ein halbes oder ein kleines, leicht getoaste­tes Baguette verwendet. Mit einem Messer wird das Baguette soweit seitlich aufgeschnitten, dass es aufgeklappt werden kann ohne in zwei Teile zu zerfallen. Nun werden ein Frikandel oder einige kleine Fleischstücke eingefügt und dann original belgische Pommes Frites über das Fleisch gelegt. Oftmals wird noch Salat oder Käse eingebaut, bevor die Soße hinzugefügt wird, die dann durch die Pommes Frites bis zum Fleisch läuft. In einigen Frituren wird die Mitraillette vor dem Servieren noch kurz mit Käse überbacken oder manchmal sogar kalt (!) serviert.

Montag, 20. Januar 2025

Ausflugstipp: Der Drachenfels in der Pfalz

Auf dem Gebiet der Kreisstadt Bad Dürkheim gelegen, ist der 570 Meter hohe Berg die höchste Er­hebung des nördlichen Pfälzerwaldes und bietet eine Aussicht vom Donnersberg bis Kaisers­lautern. Der Berg ist praktisch nur zu Fuß erreichbar; verschiedene (Fern-) Wanderwege führen aus ver­schie­denen Richtungen auf den Berg. Die nächste Sied­lung wäre die etwa 2km entfernte Wald­gast­stätte zum Saupferch (saupferch.com). Auf dem Weg von dort zum Westgipfel (West­fels) passiert man etwa auf halbem Weg eine Regenschutzhütte. Auf dem Südgipfel (Südfels) stehen einige Bän­ke und Picknickbänke und es gibt zwei Höhlen und die Reste einer römischen Befesti­gung. Am Süd­fuß des Drachenfels' liegt der Friedrichsbrunnen. Dort gibt es Picknickbänke und eine Regen­schutzhütte. Nicht weit davon liegt das Wegkreuz „Sieben Wege“, ebenfalls mit Bänken und einer Regenschutzhütte. Von dort sind es etwa 1.5km zum Waldhaus Lambertskreuz (lambertskreuz.eu). Die Waldgaststätte zum Saupferch ist über eine 2km lange Zufahrt von der B37 er­reich­bar. An der B37 be­fin­det sich eine Bushaltestelle der Linie 485, von der zweistündlich Busse nach Bad Dürk­heim fah­ren. Westlich des Berges liegen die Orte Weidenthal und Neiden­fels, in welchen sich Bahn­stationen befinden.

Freitag, 17. Januar 2025

Daun in der Eifel

Die 8200-Einwohner-Stadt in der Eifel ist Heilklimatischer und Kneippkurort, was für den heutigen Tourismus aber keine Rolle mehr spielt und worüber ein Snob na­tür­lich wie gewohnt hinwegsieht (stadt-daun.de). Das Mineralwasser der Duna­ris-Quelle wird bekanntlich auf Flaschen abgefüllt und ist im Handel unter dem Namen „Dauner“ erhältlich. Eine frei zugängliche Trinkstelle befindet sich im Kurpark (öffentl. WC nebenan). Im Jahre 2013 gab es allerdings Irritationen um die Trink­stelle, die mit „Dunaris Quelle 1982“ gekennzeichnet war. Damals wurde bestätigt, dass es sich nicht um Wasser aus der Dunaris-Quelle handelte. Den Kur­gästen war 30 Jahre lang Leitungs­wasser angebo­ten wor­den. Der Kurpark liegt etwas außerhalb des Stadtkerns. An seinem Nord­rand befindet sich die Bus­halte­stelle Jugendherberge (Linien 560, 561). Besagte Jugend­her­ber­ge (mit öffentl. Bistro, WLAN) steht gegenüber auf einem Hügel. Leider führt kein direkter Weg vom Kur­park dorthin. 

Sehenswert sind im Ort die Burgruine Daun, der ehemalige Eisenbahn­via­dukt, das Krieger­denk­mal und ein paar weitere Denkmäler, das Vulkanmuseum, die beiden Stadt­kirchen und diverse profane Gebäude im Ortsinneren. Im Kreishaus werden Bilder des Eifel-Malers Fritz von Wille aus­gestellt, der aus Daun stammt. Außerhalb liegen der Wild- und Er­leb­nis­park und die be­kann­ten Dau­ner Maare. Nördlich von Daun im Josbachtal befindet sich die frei zugängliche Quelle Josen­drees. Es gibt ein Hallenbad im Ort (kein Thermalwasser!), im Sommer eine Badestelle am Gemündener Maar und im Winter ein klei­nes Wintersportgelände am Mäuse­berg (skiclub-daun.de). 

Spa- und Well­ness­behandlungen bie­ten vor allem zwei Hotels an: Das Sporthotel Gra­fen­wald (sporthotel-grafenwald.de) mit Schwimm­bad, Sauna, Dampf­bad, Moor­packun­gen, Massagen und Kosmetik- und Wellness­behand­lungen, und das Well­ness­hotel Panorama (hotelpanorama.de) mit Schwimm­bad, Sauna, Dampfbad, Whirl­pool, Mas­sa­gen, Wannenbädern und Kosmetik­behand­lun­gen (Bade­bekleidung und Ba­de­schuhe mitbringen!). Traditionelle Thai-Massagen kann man bei Walai­lak Hahn erhalten (trad-thaimassage-daun.de). 

Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten findet man im Orts­inneren zur Genüge. Der Netto bietet WLAN, der HIT eine Heiße Theke und eine Kundentoilette und der Aldi eine Kunden­toilette und einen Kaffee­auto­maten. Größter Arbeitgeber in Daun ist übri­gens die Bun­des­wehr, deren Präsenz am Ort aber verhalten ist. Daun ist mit dem Bus Linie 700 ab Cochem (Bf.) und Gerolstein (Bf.) erreichbar. Die Linie 300 fährt zwei­stünd­lich nach Bern­kastel-Kues und Witt­lich (Bf.). Weitere Linien verkehren vom ZOB in Orte der Um­gebung. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person.

Dienstag, 14. Januar 2025

Bad Essen

Die gleichnamige Stadt im Ruhrgebiet ist weitgehend bekannt, aber das Solebad am Mittel­land­ka­nal kennt kaum jemand (badessen.info). Dabei ist die Bad Essener Sole mit ihrem besonderen Mi­ne­ral­ge­halt von 31,8 % die mine­ral­reichste Solequelle Europas und liegt sogar über dem durch­schnitt­lichen Salz­ge­halt des Toten Meeres. Sie speist das Gradierwerk und das Kur- und Ge­sund­heitszentrum AKTIVITA SoleSpa (aktivita-lorenz.de/solespa). Die Patienten erhalten dort Wannen-Vollbäder im hoch­prozentigem Salz­wasser in einer privaten Badewanne. Die klas­sischen Anwen­dungs­gebiete sind Haut­er­kran­kun­gen, Er­schöp­fung und Atem­wegs­erkran­kungen. Es gibt in Bad Essen auch eine Salzgrotte und man kann das Salz abge­packt für die Küche mit nach Hause neh­men. Sehenswert sind der Bad Essener Orts­kern mit seinen Fachwerkhäusern, der St. Nikolai-Kirche und dem Totenhaus, die Was­ser­mühle am Ortsrand, und außerhalb die Schlösser Hünnefeld und Ippenburg, die Burg Wittlage und die Dino­sau­rier­fährten von Bark­hausen (ein bedeutender archäologischer Fund). Der südlich des Ortes ge­le­ge­ne Essener­berg ist ein beliebtes Wandergebiet. Dort befinden sich auch zwei Para­cel­sus-Kliniken mit zwei frei zugänglichen Cafeterien, mit Kaf­fee­automaten und Wasserspender. Auf dem Weg dort­hin durchquert man den Familienpark, wo sich das Freibad, die Wassermühle und ein paar weitere Attrak­tionen und Ein­kehr­mög­lich­keiten be­fin­den. Da Bad Essen direkt am Mit­tel­landkanal liegt und eine Marina besitzt, kann man auch mit dem Boot anreisen. Außerdem bietet sich der Kanal für Schiffstouren an. Mit dem Bus S20 gelangt man ab Osnabrück ZOB zum Sole-Spa; die Haltestelle heißt Eielstädt AOK. Die Kurtaxe beträgt maxi­mal €1.45 pro Tag und Person, in den Ortsteilen eventuell weniger. An der Touristeninformation und am Rathaus erhält man gratis WLAN, bei der Gemeindeverwaltung existiert eine öffentliche Toilette und ein Stück entfernt steht ein offener Bücher­schrank.

Samstag, 11. Januar 2025

Bad Lauchstädt

Um 1700 wurde durch Zufall im heutigen Kurpark eine Mineralquelle entdeckt. So entstand das bis heute im Getränke­handel erhältliche Lauchstädter Heilbrunnen-Wasser. Herzogin Erdmuth Doro­thea zu Sachsen-Merseburg ließ in der Folge die Quelle einfassen und die ersten Kur­anlagen bauen, sodass 1710 der Kurbetrieb aufgenommen werden konnte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahr­hun­derts wurde Bad Lauchstädt der bevorzugte Badeort des Dresdner Hofes und nahm als exklusives Mode­bad einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Kursaal und ein Spielpavillon wur­den er­richtet, ein Sommertheater installiert und es wurde mit der Anlage des Kurparks begonnen. Heute ist es vor allem das Goethe-Theater von 1802, das die Besucher anzieht (goethe-theater.com). Gespielt werden aber nicht nur die Meisterwerke des Theater-Gründers und ersten Leiters Johann Wolf­gang v. Goe­the. Neben Theaterstücken anderer Autoren werden auch musikalische Werke oder Dich­ter­lesungen präsentiert. Man kann sogar in einem Nebengebäude in einem Gästezimmer woh­nen. Das Goethe-Theater ist ein Teil der historischen Kuranlagen, zusammen mit dem Douche-Pavillon und dem Neuen Schiller­haus. Weiterhin sehenswert sind im Ort das Rathaus, die Bock­wind­mühle, die beiden Kirchen, eine alte kursächsische Postmeilensäule und mehrere historische Wohnhäuser. Am nord­öst­lichen Orts­rand liegen mehrere Supermärkte. Nach Bad Lauchstädt ge­langt man mit dem Bus Linie 728 ab Merseburg. Weitere Buslinien verkehren in Orte der Um­ge­bung. Die aktuelle Höhe der Kurtaxe ist nicht bekannt (goethestadt-bad-lauchstaedt.de).

Mittwoch, 8. Januar 2025

Das Schmugglerdenkmal in Monschau-Mützenich

Die Bronzeskulptur eines Mützenicher Bildhauers erinnert seit 2012 an die Aachener Kaffeefront, das Zentrum des Kaffee­schmug­gels zwischen 1945 und 1953 von Belgien in die damalige britische Besatzungszone und nach­malige BRD. Mit angestrengtem Gesicht und einem Blick, der Abenteuer­lust vermuten lässt, gibt die lebens­große Figur mit dem Sack auf dem Rücken die Erinne­rung an den Schmuggel aus Sicht der Schmuggler wider. Vorsichtig sondiert er die Lage, hinter einen Stein hervorlugend, und zwar ziem­lich genau an der Stelle, wo früher die Zollstelle war. Auf­grund der hohen Kaffeesteuer von damals 10 DM pro Kilogramm lohnte es sich, Kaffee illegal ins Land zu bringen.

Heiß her soll es gegangen sein: Die Schmuggler haben sogar gestohlene Schützen­panzerwagen oder gepanzerte Lastwagen eingesetzt und sog. Krähenfüße aus­geworfen, um ihre Ver­folger vom Zoll ab­zu­schüt­teln. Diese haben ihrerseits Fahrzeuge mit Räumbesen ein­gesetzt, um besagte Krähenfüße von der Straße zu fegen. Einunddreißig Schmuggler und zwei Zöllner sind da­mals ums Leben ge­kom­men. Zumindest die Schmuggler dürften in den Himmel ge­kommen sein, denn die katholische Kirche war eher auf Seiten derer, die nach dem Krieg mit Schmug­geln die Not gelindert haben. Der Kölner Kardinal Frings hat dies in seiner legendären Sil­vester­predigt von 1946 zum Ausdruck ge­bracht und im Nideg­gener Ortsteil Schmidt wurde die im Krieg zerstörte Kirche mit Spenden aus dem Kaffee­schmuggel wieder aufgebaut. Zum Dank hat der Gemeinde­pastor alle diejenigen ge­seg­net, die im „Abendgeschäft“ tätig waren. Und sogar das bel­gische Militär hat sich an diesem „Abend­geschäft“ beteiligt. Dem hatten die Zöllner wenig entgegenzusetzen. Es war also eine wilde Zeit damals.

Der Schmuggel ließ je­doch nach, als die Kaffeesteuer auf 4 DM pro Kilogramm gesenkt wurde; heute liegt sie bei €2.19 pro Kilogramm für Röstkaffee und €4.78 pro Kilogramm für vollöslichen Kaffee. Mittlerweile ist die Grenze offen und bis zu 10kg Kaffee pro Person darf man legal hinüber bringen. Auch der Einkauf von Schaumwein (max. 60 Liter) wird noch gerne praktiziert, obwohl die Schaum­wein­steuer mit €1.02 pro 0.75 Liter vergleichsweise gering aus­fällt. Alkopops und Bier können in Belgien zwar ebenfalls geringfügig preis­günstiger erworben wer­den, aber schmuggeln lohnt sich heute nicht mehr. Was jedoch bleibt, ist die romantische Er­inne­rung an Freiheit und Aben­teuer und die Gewissheit, die offenen Grenzen von heute vorweg ge­nom­men zu haben, für die das Denkmal letztendlich steht.

Das Schmugglerdenkmal befindet sich im Monschauer Ortsteil Mützenich; die Bushaltestelle Mütze­nich Zoll der Linie 85 nach Monschau (aseag.de) und der belgischen Buslinie 385 (Eupen – Monschau; letec.be) ist direkt am Denkmal. Auf beiden Linien gilt das D-Ticket.

Sonntag, 5. Januar 2025

Warmbad und Wiesenbad

Die mit 26°C wärmste Thermalquelle Sachsens in Wolkenstein-Warmbad ist seit dem Mittelalter be­kannt. Das Wasser dient zur unterstützenden Behand­lung bei Osteoporose, zur Spülung bei chro­ni­schen Nieren- und Harn­wegs­erkrankungen und zur Kariesprophylaxe. Die Silber-Therme bietet ver­schie­de­ne Becken, Sauna, Wellness, Massagen, eine Kältekammer, Physio­thera­pie, ein Restau­rant und einiges mehr. Für Trinkkuren stehen der täglich geöffnete Trink­pavillon im Kurpark und der Trink­brunnen im Foyer der Silber-Therme bereit (Trinkgefäß mit­brin­gen!). Das Kur­viertel Warm­bad liegt etwas abseits von Wolken­stein und besteht im wesent­lichen aus der Ther­me, einer Reha-Klinik (mit Cafeteria), einem Gesundheitsressort, dem Kurpark und ein paar Privat­pensionen und Ferien­woh­nun­gen. Die Thermen-eigene Bus­halte­stelle wird von mehreren Linien angefahren, u.a. solche mit Ziel­ort Wolkenstein (Bf.), Annaberg-Buchholz, Zschoppau und sogar Dresden (rve.de). Die Kurtaxe liegt bei €2 pro Tag und Person.

Nur etwa 12km von Warmbad entfernt liegt Wiesenbad mit seiner Therme Miriquidi (wiesenbad.de). Hier speist die 26°C warme Georgsquelle – seit 1998 staatlich anerkannte Heil­quelle für Trink- und Badekuren – die Becken eines modernen Thermalbades. Das Thermal­wasser ist fluorid- und kohlensäurehaltig und hat einen entspannenden und schmerzlindernden Effekt. Es dient vorwiegend zur Behand­lung bei Osteoporose und bei chronischen Nieren­erkran­kungen. Ne­ben einem großzügigen Thermalbecken werden auch eine Sauna und ein Ruhe­bereich offeriert. Trink­kuren werden in der historischen Wandelhalle angeboten (sicherheitshalber Trinkgefäß mit­brin­gen!). Zum Wiesenbad gehören auch eine Reha-Klinik und ein Heilkräuter-Zentrum. Gastro­nomie und einen Kiosk findet man ebenfalls. Mittendrin in zentraler Lage befindet sich die Bahn­station. Es fahren Züge nach Annaberg-Buchholz und nach Chemnitz sowie Busse in die nähere Um­ge­bung. Die Kurtaxe beträgt €2,25 pro Person. Interessant sind die diversen Pauschal­an­ge­bote, wie z.B. „Wiesenbader Schnuppertage“ (2 Über­nach­tungen mit Frühstück, Thermen­zu­gang, Trink­kur, Rücken-Moorpackung, Fußbad, 3-Gänge-Menü).

Donnerstag, 2. Januar 2025

Die Kristalltherme in Altenau / Harz

Die Therme besitzt mehrere Becken mit bis zu 3% Sole und ein Außenbecken mit bis zu 12% Sole (kristalltherme-altenau.de). Sauna, Massagen und Gastronomie gibt es natürlich auch, außerdem kann man Moorpackungen bekommen. Die Therme hat überdies eine eigene Bus­halte­stelle. Im Ort Altenau sind die alten Bergmannshäuser einen Blick wert, ebenso die barocke Holzkirche St. Niko­lai, das alte Rathaus, der Kräuterpark, der Kurpark und die Holz­schnitzer­werk­statt. Zum Einkaufen findet man einen Supermarkt (mit WLAN), zwei Metzgereien, einige Bäckereien und ein paar wei­tere Geschäfte. Hotellerie und Gastronomie ist genügend vorhanden, darunter gleich mehrere Im­bis­se. Im Kurgastzentrum finden regelmäßig Veranstaltungen und Aus­stel­lungen statt. Altenau ist über­dies bekannt für seinen Jodelgesang, der vor allem vom Heimat­bund gepflegt wird. Die Umgebung wird durch zahlreiche Wanderwege erschlossen, u.a. den Harzer Hexenstieg. Im Winter werden ver­schiedene Wintersportarten angeboten, u.a. Ski Alpin, Ski­sprin­gen, Langlauf und Eishockey. Von Altenau verkehren die Buslinien 840 und 861 nach Clausthal-Zellerfeld und nach Goslar (harzbus-goslar.de). Die Kurtaxe beträgt €2.40 pro Person und Tag.