Sie positioniert sich als kindgerechtes Familienbad, inklusive Babyschwimmen und Kindergeburtstag, was naturgemäß eher wenig Snob-Appeal hat (naturthermetemplin.de). Dennoch finden sich in der Templiner Therme ein paar Dinge, die auch für Snobs interessant sind. Das Heilwasser im Bad und in der Therapie ist eine Sole in Konzentrationen von 1–6 % bei Temperaturen von 30–36°C. Es ist geeignet für die Behandlung und Linderung bei Erkrankungen der Atemwege, der Haut und des Stütz- und Bewegungsapparates. Leistungen im Wellnesszentrum können auch in Anspruch genommen werden, ohne das Schwimmbad zu betreten. Das Zentrum besitzt sogar einen eigenen Eingang. Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Man erhält dort u.a. klassische Massagen und Wannenbäder, wie z.B. das Natursoleperlsprudelbad (Dauer ca. 30min.). Auch Moor- oder Algenpackungen (Thalasso) sind möglich. Bademantel, Handtuch und Badeschuhe sollte man mitbringen. Das Thermenbistro besitzt ebenfalls einen eigenen Eingang und ist gegenwärtig nur an Wochenenden geöffnet. Im Ort Templin gibt es ein paar sehenswerte sakrale und profane Gebäude, mehrere Denkmäler aus DDR-Zeiten und eine mittelalterliche Stadtmauer. Neben dem Thermalbad liegt der Kurpark mit einem Apfelsorten-Schaugarten. Templin liegt im nördlichen Teil des Landes Brandenburg in der West-Uckermark, ca. 80 km nördlich von Berlin. Ab dem Bahnhof Berlin-Ostkreuz verkehren Regionalzüge nach Templin Stadt. Von dort fährt ein Ortsbus in 5 Minuten zur Therme, die eine eigene Haltestelle hat (Thermalbad). In Sichtweite des Bahnhofes befindet sich ein Supermarkt. Weitere Geschäfte und Gastronomie sind im Ort verstreut. Die Kurtaxe beträgt €2 pro Person und Tag.
Der Blog zum eBook "Snob mit wenig Geld - Wie man sich auch mit geringen Finanzmitteln von der billigen Masse abgrenzt"
Mittwoch, 29. Januar 2025
Sonntag, 26. Januar 2025
Bad Gastein und Bad Hofgastein
Bad Hofgastein im Gasteinertal in den Hohen Tauern existiert schon seit der Römerzeit. Damals war es ein Zentrum des Gold- und Silberbergbaus. Im Mittelalter wurde der Handel über die Bergpässe immer wichtiger und Bad Hofgastein erhielt im 13. Jahrhundert das Marktrecht. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Aufstieg als Heilbad, nachdem der Ort von Kaiser Franz I. im Jahre 1828 das „immerwährende“ Recht auf Bezug von „Ein-Fünftel-Anteil des Thermalwassers aus den Quellen von Bad Gastein“ erhielt. Der Grund dafür war die Überlastung des benachbarten Bad Gasteins. Das Problem des Gasteiner Heilwassers ist jedoch der hohe Radongehalt und die damit verbundene Radioaktivität. Im Mittelalter hatte man sich bereits über den vergleichsweise geringen Mineralgehalt des Thermalwassers und die dennoch als anregend empfundene Wirkung der Kuren in Gastein gewundert. Erst um 1900 herum entdeckte man, dass die Radioaktivität von Radon der Grund dafür ist. Zwar baut sich Radon innerhalb weniger Stunden im menschlichen Körper wieder ab, dennoch kann es langfristig Krebs auslösen, weshalb es heute nur in wirklich dringenden Fällen von Morbus Bechterew, Rheumatoiden Arthritis und ähnlichen Beschwerden eingesetzt wird.
Indes existiert in Bad Hofgastein das Thermalbad Alpentherme, in welchem „entradonisiertes“ Thermalwasser die Becken füllt (alpentherme.com). „Richtige“ Radonbäder werden nur in separaten Badewannen und unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Von einer Krebsgefahr will man natürlich nichts hören. Wenn man die entradonisierten Wasserbecken trotzdem lieber nicht nutzen möchte, bleiben immer noch die Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen und der Fitnessbereich (sofern snobtauglich). Weiterhin gibt es noch die Thermen-Gastronomie und gratis WLAN.
In der Gasteiner Felsentherme, nur wenige Kilometer weiter südlich, verfährt man ähnlich (felsentherme.com). Das Wasser in den allgemein zugänglichen Becken ist entradonisiert. Natürlich findet man auch hier Sauna, Massagen, Wellnessbehandlungen, einen Fitnessbereich und Gastronomie vor. Für den Gasteiner Heilstollen gilt, dass er eine hohe radioaktive Hintergrundstrahlung besitzt. Der Stollen – ein Relikt des Bergbaus in dieser Region - liegt südlich von Gastein und westlich des Ortsteils Böckstein. Jährlich werden dort bis zu 14.000 Patienten mit ärztlicher Verschreibung behandelt (gasteiner-heilstollen.com).
Beide Orte, Bad Gastein und Bad Hofgastein (gastein.com), haben eine lange Geschichte als Heilbäder, was sich in der Architektur widerspiegelt. Weiterhin sehenswert sind in Gastein der mitten im Ort gelegene Gasteiner Wasserfall, die Grand Hotels, das Schloss Böckstein und zwei Museen, sowie in beiden Orten die sakralen Gebäude und ein paar profane Einzelgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert. Beliebte Aktivitäten sind die üblichen Bergsportarten im Sommer und Skilaufen im Winter. Hotellerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug. Durch das Gasteinertal verläuft die Tauernbahn, sodass beide Orte mit der Eisenbahn gut zu erreichen sind. Der Bahnhof von Gastein liegt mitten im Ort, der von Hofgastein etwa 3km nördlich des Hauptortes (es fährt ein Bus zum Ortszentrum). Zwischen den Talorten verkehren mehrere Buslinien. Die Kurtaxe liegt im ganzen Tal bei €2.40 pro Tag und Person. Am Bahnhof Böckstein befindet sich die Autoverladung durch den Tauerntunnel nach Kärnten.
Donnerstag, 23. Januar 2025
Der Snob und die Pommesbude
Man erkennt eine gute Pommes- oder Currywurstbude an ihrer Speisekarte. Natürlich kann heutzutage keine Imbissbude ohne Hamburger, Hot Dogs oder Wraps auskommen, aber traditionelle Gerichte wie (Thüringer) Bratwurst, Currywurst oder Grillhähnchen mit Pommes Frites müssen auf jeden Fall auf der Speisekarte stehen (eventuell auch Schnitzel Wiener Art). Optimal wäre natürlich ein alteingesessener Traditionsbetrieb mit guter Reputation, stimmigem Angebot und solidem Preis-Leistungs-Verhältnis, der möglicherweise sogar in einem Pommes- und Currywurstbuden-Führer in Buchform, als Smartphone-App oder im Internet genannt wird. Ein gutes Beispiel für die systemgastronomische Organisation einer Pommes- oder Currywurstbude ist das Schnellrestaurant Kochlöffel (kochloeffel.de). Solange die Qualität stimmt (und die Marke nicht zu populär wird), gibt es keinen Grund von dem Angebot nicht Gebrauch zu machen. Dönerbuden sollte man aber auf jeden Fall vermeiden.
Nach erfolgter, sorgfältiger Buden-Auswahl bringt der Snob seine eigene Pommes-Gabel aus Metall mit. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Botschaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites mit den Fingern essen. Vorhandene Sitzgelegenheiten sollte man nutzen, auch wenn man dabei gesehen wird. Als Snob mit geradezu sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben. Gibt es nur Stehtische, dann bleibt man halt stehen, wenn sich in der unmittelbaren Nähe keine Sitzgelegenheit (z.B. eine Parkbank) findet. Im Gehen essen sollte man aber auf gar keinen Fall. Ein Snob nimmt sich stets die Zeit in Ruhe zu speisen, auch an einer Pommesbude. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein (z.B. bei Wurstgerichten), dann setzt der Snob anstelle des angebotenen Einwegbestecks sein Taschenmesser ein (ein Westfälisches Adelsmesser natürlich).
Im Ausland herrschen einige Besonderheiten vor, die ein Snob unbedingt kennen sollte.
In Österreich heißen Imbissbuden häufig Würstelstand und bieten neben herkömmlichen Wurstzubereitungen vor allem österreichische Wurst-Variationen an (z.B. eine sog. Bosna). Oft sind auch Pommes Frites erhältlich, aber nicht überall. Die meisten Buden findet man natürlich in Wien und zahlreiche wienerische Print- und Internetmagazine beschäftigen sich immer wieder gerne mit der Frage, welcher Würstelstand wohl der beste sein mag (Buchtipp: Fünfundneunzig Wiener Würstelstände). In Wien existiert sogar ein Luxus-Würstelstand am Schwedenplatz; eröffnet vom Ex-Opernsänger und Gastronom Thomas Danecek. Angeboten wird z.B. „saucisse au fromage avec caviar“ (Käsekrainer mit Kaviar) mit einem Glas Moët & Chandon zum „runterspülen“. Das Betreibermotto lautet: „Wir überlassen das Fast Food nicht den Kebab-Buden!“
In Großbritannien wird traditionellerweise das bekannte Fish & Chips serviert. Die National Federation of Fish Friers bietet ein Verzeichnis der renommiertesten Fish & Chips Lokale (nfff.co.uk). Wichtig: Im Lokal niemals einfach nur „fish & chips“ bestellen, sondern immer die Fischart nennen, u.a. cod (Kabeljau), haddock (Schellfisch), pollock (Seelachs), also z.B. „haddock & chips, please!“ Das gilt übrigens auch für die Republik Irland.
Belgien ist bekanntlich das Mutterland der frittierten Kartoffelstäbchen und die Pommesbude heißt hier Frituur, gelegentlich auch Friterie. Serviert wird traditionellerweise in einer Papiertüte. Eine beliebte Beilage ist das Frikandel, eine frittierte Hackfleischrolle (ausgesprochen /frikadɛl/, Betonung auf der letzten Silbe, das „n“ ist stumm). Kennen sollte man unbedingt noch die Mitraillette (auch Pain Frites oder Sandwich Américan genannt), eine belgische Fastfood-Spezialität die vor allem in den Frituren der Hauptstadt Brüssel und der Wallonie offeriert wird. Als Basis wird ein halbes oder ein kleines, leicht getoastetes Baguette verwendet. Mit einem Messer wird das Baguette soweit seitlich aufgeschnitten, dass es aufgeklappt werden kann ohne in zwei Teile zu zerfallen. Nun werden ein Frikandel oder einige kleine Fleischstücke eingefügt und dann original belgische Pommes Frites über das Fleisch gelegt. Oftmals wird noch Salat oder Käse eingebaut, bevor die Soße hinzugefügt wird, die dann durch die Pommes Frites bis zum Fleisch läuft. In einigen Frituren wird die Mitraillette vor dem Servieren noch kurz mit Käse überbacken oder manchmal sogar kalt (!) serviert.
Montag, 20. Januar 2025
Ausflugstipp: Der Drachenfels in der Pfalz
Auf dem Gebiet der Kreisstadt Bad Dürkheim gelegen, ist der 570 Meter hohe Berg die höchste Erhebung des nördlichen Pfälzerwaldes und bietet eine Aussicht vom Donnersberg bis Kaiserslautern. Der Berg ist praktisch nur zu Fuß erreichbar; verschiedene (Fern-) Wanderwege führen aus verschiedenen Richtungen auf den Berg. Die nächste Siedlung wäre die etwa 2km entfernte Waldgaststätte zum Saupferch (saupferch.com). Auf dem Weg von dort zum Westgipfel (Westfels) passiert man etwa auf halbem Weg eine Regenschutzhütte. Auf dem Südgipfel (Südfels) stehen einige Bänke und Picknickbänke und es gibt zwei Höhlen und die Reste einer römischen Befestigung. Am Südfuß des Drachenfels' liegt der Friedrichsbrunnen. Dort gibt es Picknickbänke und eine Regenschutzhütte. Nicht weit davon liegt das Wegkreuz „Sieben Wege“, ebenfalls mit Bänken und einer Regenschutzhütte. Von dort sind es etwa 1.5km zum Waldhaus Lambertskreuz (lambertskreuz.eu). Die Waldgaststätte zum Saupferch ist über eine 2km lange Zufahrt von der B37 erreichbar. An der B37 befindet sich eine Bushaltestelle der Linie 485, von der zweistündlich Busse nach Bad Dürkheim fahren. Westlich des Berges liegen die Orte Weidenthal und Neidenfels, in welchen sich Bahnstationen befinden.
Freitag, 17. Januar 2025
Daun in der Eifel
Die 8200-Einwohner-Stadt in der Eifel ist Heilklimatischer und Kneippkurort, was für den heutigen Tourismus aber keine Rolle mehr spielt und worüber ein Snob natürlich wie gewohnt hinwegsieht (stadt-daun.de). Das Mineralwasser der Dunaris-Quelle wird bekanntlich auf Flaschen abgefüllt und ist im Handel unter dem Namen „Dauner“ erhältlich. Eine frei zugängliche Trinkstelle befindet sich im Kurpark (öffentl. WC nebenan). Im Jahre 2013 gab es allerdings Irritationen um die Trinkstelle, die mit „Dunaris Quelle 1982“ gekennzeichnet war. Damals wurde bestätigt, dass es sich nicht um Wasser aus der Dunaris-Quelle handelte. Den Kurgästen war 30 Jahre lang Leitungswasser angeboten worden. Der Kurpark liegt etwas außerhalb des Stadtkerns. An seinem Nordrand befindet sich die Bushaltestelle Jugendherberge (Linien 560, 561). Besagte Jugendherberge (mit öffentl. Bistro, WLAN) steht gegenüber auf einem Hügel. Leider führt kein direkter Weg vom Kurpark dorthin.
Sehenswert sind im Ort die Burgruine Daun, der ehemalige Eisenbahnviadukt, das Kriegerdenkmal und ein paar weitere Denkmäler, das Vulkanmuseum, die beiden Stadtkirchen und diverse profane Gebäude im Ortsinneren. Im Kreishaus werden Bilder des Eifel-Malers Fritz von Wille ausgestellt, der aus Daun stammt. Außerhalb liegen der Wild- und Erlebnispark und die bekannten Dauner Maare. Nördlich von Daun im Josbachtal befindet sich die frei zugängliche Quelle Josendrees. Es gibt ein Hallenbad im Ort (kein Thermalwasser!), im Sommer eine Badestelle am Gemündener Maar und im Winter ein kleines Wintersportgelände am Mäuseberg (skiclub-daun.de).
Spa- und Wellnessbehandlungen bieten vor allem zwei Hotels an: Das Sporthotel Grafenwald (sporthotel-grafenwald.de) mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Moorpackungen, Massagen und Kosmetik- und Wellnessbehandlungen, und das Wellnesshotel Panorama (hotelpanorama.de) mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Whirlpool, Massagen, Wannenbädern und Kosmetikbehandlungen (Badebekleidung und Badeschuhe mitbringen!). Traditionelle Thai-Massagen kann man bei Walailak Hahn erhalten (trad-thaimassage-daun.de).
Einkaufsmöglichkeiten findet man im Ortsinneren zur Genüge. Der Netto bietet WLAN, der HIT eine Heiße Theke und eine Kundentoilette und der Aldi eine Kundentoilette und einen Kaffeeautomaten. Größter Arbeitgeber in Daun ist übrigens die Bundeswehr, deren Präsenz am Ort aber verhalten ist. Daun ist mit dem Bus Linie 700 ab Cochem (Bf.) und Gerolstein (Bf.) erreichbar. Die Linie 300 fährt zweistündlich nach Bernkastel-Kues und Wittlich (Bf.). Weitere Linien verkehren vom ZOB in Orte der Umgebung. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person.
Dienstag, 14. Januar 2025
Bad Essen
Die gleichnamige Stadt im Ruhrgebiet ist weitgehend bekannt, aber das Solebad am Mittellandkanal kennt kaum jemand (badessen.info). Dabei ist die Bad Essener Sole mit ihrem besonderen Mineralgehalt von 31,8 % die mineralreichste Solequelle Europas und liegt sogar über dem durchschnittlichen Salzgehalt des Toten Meeres. Sie speist das Gradierwerk und das Kur- und Gesundheitszentrum AKTIVITA SoleSpa (aktivita-lorenz.de/solespa). Die Patienten erhalten dort Wannen-Vollbäder im hochprozentigem Salzwasser in einer privaten Badewanne. Die klassischen Anwendungsgebiete sind Hauterkrankungen, Erschöpfung und Atemwegserkrankungen. Es gibt in Bad Essen auch eine Salzgrotte und man kann das Salz abgepackt für die Küche mit nach Hause nehmen. Sehenswert sind der Bad Essener Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern, der St. Nikolai-Kirche und dem Totenhaus, die Wassermühle am Ortsrand, und außerhalb die Schlösser Hünnefeld und Ippenburg, die Burg Wittlage und die Dinosaurierfährten von Barkhausen (ein bedeutender archäologischer Fund). Der südlich des Ortes gelegene Essenerberg ist ein beliebtes Wandergebiet. Dort befinden sich auch zwei Paracelsus-Kliniken mit zwei frei zugänglichen Cafeterien, mit Kaffeeautomaten und Wasserspender. Auf dem Weg dorthin durchquert man den Familienpark, wo sich das Freibad, die Wassermühle und ein paar weitere Attraktionen und Einkehrmöglichkeiten befinden. Da Bad Essen direkt am Mittellandkanal liegt und eine Marina besitzt, kann man auch mit dem Boot anreisen. Außerdem bietet sich der Kanal für Schiffstouren an. Mit dem Bus S20 gelangt man ab Osnabrück ZOB zum Sole-Spa; die Haltestelle heißt Eielstädt AOK. Die Kurtaxe beträgt maximal €1.45 pro Tag und Person, in den Ortsteilen eventuell weniger. An der Touristeninformation und am Rathaus erhält man gratis WLAN, bei der Gemeindeverwaltung existiert eine öffentliche Toilette und ein Stück entfernt steht ein offener Bücherschrank.
Samstag, 11. Januar 2025
Bad Lauchstädt
Um 1700 wurde durch Zufall im heutigen Kurpark eine Mineralquelle entdeckt. So entstand das bis heute im Getränkehandel erhältliche Lauchstädter Heilbrunnen-Wasser. Herzogin Erdmuth Dorothea zu Sachsen-Merseburg ließ in der Folge die Quelle einfassen und die ersten Kuranlagen bauen, sodass 1710 der Kurbetrieb aufgenommen werden konnte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Bad Lauchstädt der bevorzugte Badeort des Dresdner Hofes und nahm als exklusives Modebad einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Kursaal und ein Spielpavillon wurden errichtet, ein Sommertheater installiert und es wurde mit der Anlage des Kurparks begonnen. Heute ist es vor allem das Goethe-Theater von 1802, das die Besucher anzieht (goethe-theater.com). Gespielt werden aber nicht nur die Meisterwerke des Theater-Gründers und ersten Leiters Johann Wolfgang v. Goethe. Neben Theaterstücken anderer Autoren werden auch musikalische Werke oder Dichterlesungen präsentiert. Man kann sogar in einem Nebengebäude in einem Gästezimmer wohnen. Das Goethe-Theater ist ein Teil der historischen Kuranlagen, zusammen mit dem Douche-Pavillon und dem Neuen Schillerhaus. Weiterhin sehenswert sind im Ort das Rathaus, die Bockwindmühle, die beiden Kirchen, eine alte kursächsische Postmeilensäule und mehrere historische Wohnhäuser. Am nordöstlichen Ortsrand liegen mehrere Supermärkte. Nach Bad Lauchstädt gelangt man mit dem Bus Linie 728 ab Merseburg. Weitere Buslinien verkehren in Orte der Umgebung. Die aktuelle Höhe der Kurtaxe ist nicht bekannt (goethestadt-bad-lauchstaedt.de).
Mittwoch, 8. Januar 2025
Das Schmugglerdenkmal in Monschau-Mützenich
Die Bronzeskulptur eines Mützenicher Bildhauers erinnert seit 2012 an die Aachener Kaffeefront, das Zentrum des Kaffeeschmuggels zwischen 1945 und 1953 von Belgien in die damalige britische Besatzungszone und nachmalige BRD. Mit angestrengtem Gesicht und einem Blick, der Abenteuerlust vermuten lässt, gibt die lebensgroße Figur mit dem Sack auf dem Rücken die Erinnerung an den Schmuggel aus Sicht der Schmuggler wider. Vorsichtig sondiert er die Lage, hinter einen Stein hervorlugend, und zwar ziemlich genau an der Stelle, wo früher die Zollstelle war. Aufgrund der hohen Kaffeesteuer von damals 10 DM pro Kilogramm lohnte es sich, Kaffee illegal ins Land zu bringen.
Heiß her soll es gegangen sein: Die Schmuggler haben sogar gestohlene Schützenpanzerwagen oder gepanzerte Lastwagen eingesetzt und sog. Krähenfüße ausgeworfen, um ihre Verfolger vom Zoll abzuschütteln. Diese haben ihrerseits Fahrzeuge mit Räumbesen eingesetzt, um besagte Krähenfüße von der Straße zu fegen. Einunddreißig Schmuggler und zwei Zöllner sind damals ums Leben gekommen. Zumindest die Schmuggler dürften in den Himmel gekommen sein, denn die katholische Kirche war eher auf Seiten derer, die nach dem Krieg mit Schmuggeln die Not gelindert haben. Der Kölner Kardinal Frings hat dies in seiner legendären Silvesterpredigt von 1946 zum Ausdruck gebracht und im Nideggener Ortsteil Schmidt wurde die im Krieg zerstörte Kirche mit Spenden aus dem Kaffeeschmuggel wieder aufgebaut. Zum Dank hat der Gemeindepastor alle diejenigen gesegnet, die im „Abendgeschäft“ tätig waren. Und sogar das belgische Militär hat sich an diesem „Abendgeschäft“ beteiligt. Dem hatten die Zöllner wenig entgegenzusetzen. Es war also eine wilde Zeit damals.
Der Schmuggel ließ jedoch nach, als die Kaffeesteuer auf 4 DM pro Kilogramm gesenkt wurde; heute liegt sie bei €2.19 pro Kilogramm für Röstkaffee und €4.78 pro Kilogramm für vollöslichen Kaffee. Mittlerweile ist die Grenze offen und bis zu 10kg Kaffee pro Person darf man legal hinüber bringen. Auch der Einkauf von Schaumwein (max. 60 Liter) wird noch gerne praktiziert, obwohl die Schaumweinsteuer mit €1.02 pro 0.75 Liter vergleichsweise gering ausfällt. Alkopops und Bier können in Belgien zwar ebenfalls geringfügig preisgünstiger erworben werden, aber schmuggeln lohnt sich heute nicht mehr. Was jedoch bleibt, ist die romantische Erinnerung an Freiheit und Abenteuer und die Gewissheit, die offenen Grenzen von heute vorweg genommen zu haben, für die das Denkmal letztendlich steht.
Das Schmugglerdenkmal befindet sich im Monschauer Ortsteil Mützenich; die Bushaltestelle Mützenich Zoll der Linie 85 nach Monschau (aseag.de) und der belgischen Buslinie 385 (Eupen – Monschau; letec.be) ist direkt am Denkmal. Auf beiden Linien gilt das D-Ticket.
Sonntag, 5. Januar 2025
Warmbad und Wiesenbad
Die mit 26°C wärmste Thermalquelle Sachsens in Wolkenstein-Warmbad ist seit dem Mittelalter bekannt. Das Wasser dient zur unterstützenden Behandlung bei Osteoporose, zur Spülung bei chronischen Nieren- und Harnwegserkrankungen und zur Kariesprophylaxe. Die Silber-Therme bietet verschiedene Becken, Sauna, Wellness, Massagen, eine Kältekammer, Physiotherapie, ein Restaurant und einiges mehr. Für Trinkkuren stehen der täglich geöffnete Trinkpavillon im Kurpark und der Trinkbrunnen im Foyer der Silber-Therme bereit (Trinkgefäß mitbringen!). Das Kurviertel Warmbad liegt etwas abseits von Wolkenstein und besteht im wesentlichen aus der Therme, einer Reha-Klinik (mit Cafeteria), einem Gesundheitsressort, dem Kurpark und ein paar Privatpensionen und Ferienwohnungen. Die Thermen-eigene Bushaltestelle wird von mehreren Linien angefahren, u.a. solche mit Zielort Wolkenstein (Bf.), Annaberg-Buchholz, Zschoppau und sogar Dresden (rve.de). Die Kurtaxe liegt bei €2 pro Tag und Person.
Nur etwa 12km von Warmbad entfernt liegt Wiesenbad mit seiner Therme Miriquidi (wiesenbad.de). Hier speist die 26°C warme Georgsquelle – seit 1998 staatlich anerkannte Heilquelle für Trink- und Badekuren – die Becken eines modernen Thermalbades. Das Thermalwasser ist fluorid- und kohlensäurehaltig und hat einen entspannenden und schmerzlindernden Effekt. Es dient vorwiegend zur Behandlung bei Osteoporose und bei chronischen Nierenerkrankungen. Neben einem großzügigen Thermalbecken werden auch eine Sauna und ein Ruhebereich offeriert. Trinkkuren werden in der historischen Wandelhalle angeboten (sicherheitshalber Trinkgefäß mitbringen!). Zum Wiesenbad gehören auch eine Reha-Klinik und ein Heilkräuter-Zentrum. Gastronomie und einen Kiosk findet man ebenfalls. Mittendrin in zentraler Lage befindet sich die Bahnstation. Es fahren Züge nach Annaberg-Buchholz und nach Chemnitz sowie Busse in die nähere Umgebung. Die Kurtaxe beträgt €2,25 pro Person. Interessant sind die diversen Pauschalangebote, wie z.B. „Wiesenbader Schnuppertage“ (2 Übernachtungen mit Frühstück, Thermenzugang, Trinkkur, Rücken-Moorpackung, Fußbad, 3-Gänge-Menü).
Donnerstag, 2. Januar 2025
Die Kristalltherme in Altenau / Harz
Die Therme besitzt mehrere Becken mit bis zu 3% Sole und ein Außenbecken mit bis zu 12% Sole (kristalltherme-altenau.de). Sauna, Massagen und Gastronomie gibt es natürlich auch, außerdem kann man Moorpackungen bekommen. Die Therme hat überdies eine eigene Bushaltestelle. Im Ort Altenau sind die alten Bergmannshäuser einen Blick wert, ebenso die barocke Holzkirche St. Nikolai, das alte Rathaus, der Kräuterpark, der Kurpark und die Holzschnitzerwerkstatt. Zum Einkaufen findet man einen Supermarkt (mit WLAN), zwei Metzgereien, einige Bäckereien und ein paar weitere Geschäfte. Hotellerie und Gastronomie ist genügend vorhanden, darunter gleich mehrere Imbisse. Im Kurgastzentrum finden regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Altenau ist überdies bekannt für seinen Jodelgesang, der vor allem vom Heimatbund gepflegt wird. Die Umgebung wird durch zahlreiche Wanderwege erschlossen, u.a. den Harzer Hexenstieg. Im Winter werden verschiedene Wintersportarten angeboten, u.a. Ski Alpin, Skispringen, Langlauf und Eishockey. Von Altenau verkehren die Buslinien 840 und 861 nach Clausthal-Zellerfeld und nach Goslar (harzbus-goslar.de). Die Kurtaxe beträgt €2.40 pro Person und Tag.