Samstag, 29. September 2018

Die Ruinen von Poggioreale und Gibellina

Wer nach Besuchen in Charleroi und Lüttich immer noch Lust auf Verfallenes hat, könnte den Ruinen des Ortes Poggioreale auf Sizilien einen Besuch abstatten, die sich etwa 80km südwestlich von Palermo befinden. Der heutige, einige Kilometer weiter südlich gelegene Ort mit seinen ca. 1500 Einwohnern stammt aus den 1970er Jahren, nachdem der alte Ort, unterhalb des Monte Castellazzo, 1968 bei einem Erdbeben zerstört wurde. Die Geisterstadt ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Erreicht wird sie mit dem Automobil vom heutigen Ort aus über die SP27. Ins heutige Poggioreale gelangt man ab Palermo über die SS624.
Nicht weit von Poggioreale befindet sich die Ortschaft Gibellina, die ebenfalls durch das Erdbeben von 1968 zerstört und an anderer Stelle neu erbaut wurde. Die Ruinen des alten Ortes (120.000 Quadratmeter) sind unter einer 1,5 Meter dicken Schicht aus weißem Beton begraben. Lediglich die Straßen sind für Besucher begehbar. Es handelt sich dabei um den Cretto di Burri, ein Werk des Künstlers Alberto Burri: Die Verwandlung der Trümmer in ein Kunstwerk als angemessenes Denkmal für jene, die ihr Leben verloren hatten, und gleichzeitig als künstlerische Verbindung zwischen der alten und der neuen Stadt. Der Cretto di Burri liegt direkt zwischen der SS119 und der SP5.

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