Donnerstag, 18. Dezember 2025

Bad Eilsen

Im Jahre 1794 fasste Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe den Entschluss, Eilsen zum Kurbad zu machen. Sie kaufte in den folgenden Jahren 23 Morgen Land im Quellbereich und ließ die Quellen fassen. Nach ihrem frühen Tod 1799 wurde der Ausbau des Ortes zu einem Heilbad von ihrem Nach­folger fortgeführt. Prominente Besucher waren Franz Liszt, Clara Schumann (geb. Wieck), Her­mann Löns, Richard Tauber und Gerhart Haupt­mann. Bei den Quellen handelt es sich um schwe­fel­wasser­stoff­haltiges Heilwasser mit Anteilen von Kalzium und Magnesium. Zum Trinken ist es nicht geeignet. Heil­wasser-Wannenbäder erhält man in der Bückeberg-Klinik (bueckeberg-klinik.de), un­mittel­bar am Kurpark, oder im Rehazentrum (rehazentrum-bad-eilsen.de), südlich des Parks gelegen. Der Kurpark ist mit einer ganzen Reihe von eingefassten Quellen ge­spickt und bietet darüber hinaus einen Minigolfplatz und Tennisplätze. Das Haus des Gastes liegt wenige Meter west­lich vom Kur­park entfernt, direkt am Englischen Garten (mit Boule-Bahn). Im Haus befinden sich ein Restau­rant, eine Büche­rei mit Lese­saal, die Heimatstube und ein Internet-Anschluss. Mas­sagen gibt es auch bei Dao-Rung-Thai­massage (dao-rung-thaimassage.de). Sehens­wert sind im Ort die Kuranla­gen mit dem Fürstenhof (1918 das schönste Hotel Europas, heute Reha-Zentrum), der histo­rische Orts­kern, der ehemalige Kleinbahn-Bahnhof, die Heimatstube und der alte Baum­bestand im Kurpark und an den Alleen. Ein beliebtes Wanderziel ist der Idaturm (mit Gast­stätte). Die Hotel­lerie besteht aus einem Hotel (landhaus-lahmann.de) und sieben Ferien­woh­nun­gen in Hauptort und weiteren Quartieren in der unmittelbaren Umgebung, Das gastronomi­sche Angebot erstreckt sich auf etwa acht Betriebe und einen Kiosk. Zum Einkaufen gibt es einen Super­markt am Rande der Innenstadt und zwei weitere am südlichen Ortsausgang (Netto und Edeka mit WLAN). Nach Bad Eilsen gelangt man mit dem Bus 2132 ab Bückeburg (Bf.) oder 2006 ab Rinteln (Bf.). Die Kur­taxe be­trägt €2.20 pro Tag und Person (bad-eilsen.info).

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Bad Kötzting

Die Stadt in der Oberpfalz ist seit 2006 Kneippheilbad, was ein Snob nicht weiter be­ach­tet (bad-koetzting.de). Eine Heil­quelle hat sie nicht. Zu Bad Kötzting gehören mehr als 50 Dörfer und Wei­ler. Im Hauptort liegt die Deutsche Klinik für Traditionelle Chi­ne­si­sche Medizin, die Universi­täts­klinik der Universi­tät Peking ist. Außerdem gibt es drei Reha-Kliniken, eine Schule für Alten­pflege, eine Spielbank und die „AQACUR“ Badewelt (kein Thermalwasser; aqacur.de). Letztere bietet ein Wellenfreibad, ein Ther­marium mit mehreren Becken (u.a. Liegebecken, Sitz­becken, Heißbecken mit 36°C, Solebecken mit 2% Sole), Saunen, einen Wellness-Bereich (Heilerde- und Sole­behand­lungen, Mas­sa­gen) und Kneipp-Therapien. Massagen erhält man auch in etwa einem Dutzend wei­terer Mas­sage- und Phy­sio­thera­pie­praxen. Etwa 800 Meter von der Badewelt entfernt, befindet sich der Kur­park mit Kneipp-Anla­ge, Sitz-Pavillon, Theaterbühne, Kiosk, Toiletten und einem Rosen­garten. Am Südrand, jen­seits des Flusses Weißer Regen steht die Lindner Bräu Braue­rei­schänke (es gibt eine Brücke). Die dahinter­lie­gen­de Reha-Klinik hat eine Cafeteria. Nördlich des Kurparks liegt der Bahn­hof. Sehenswert sind im Hauptort die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und weitere sakrale Ge­bäude, die Wehr­anla­gen, das Alte Rathaus mit seinem Glockenspiel, das Neue Rathaus von vor 1803, der Benediktiner­brunnen und der Pfingstreiterbrunnen. Bekannte Veranstaltungen sind die all­jähr­liche, berittene Bitt­prozession zu Pfingsten (seit 1412), der sogar ein eigenes Muse­um gewid­met ist, und die Wald­fest­spiele (Theater­festspiele). Ein­kaufs­mög­lich­keiten bietet der Ort zwar genü­gend, jedoch sind die Supermärkte an den Orts­rändern ver­streut (der Netto hat WLAN, der Aldi eine Kunden­toilette). Hotellerie und Gastronomie sind aus­rei­chend vorhanden, am Platz vor St. Veit steht ein offenes Bücher­regal. Vom Bahnhof Bad Kötzting fahren Züge nach Cham (An­schluss nach Schwandorf) und Lam. Die Kur­taxe be­trägt €1.50 pro Tag und Person.

Freitag, 5. Dezember 2025

„Das Schäfer“ im Großen Walsertal

Das 4-Sterne-Superior-Hotel in Fontanella versteht sich als „Kräuterhotel“ - von Kräuter­duft über Kräuter­getränke bis zu Pflege­produkten auf Kräuter­basis sind Kräuter hier das große Thema (dasschaefer.at). Im sog. BergSpa dominieren daher Behand­lungen auf Kräuter­basis, wie z.B. die Signatur-Behandlung 7 Walser, wobei sich die Zahl „7“ auf diverse, spezielle Massage­griffe be­zieht. Bei den Kräutern kommen vor allem Öle aus Johannis­kraut, Latschen­kiefer, Wach­older und Ringel­blume zum Einsatz. Außer­dem gibt es im BergSpa ein Schwimm­becken, Sauna, Fitness­raum, Massagen und Kosmetik­behandlungen, ein Bistro und Ruhebereiche. Eine Heil­quelle existiert nicht und von Kosmetik­behand­lungen, Sauna und Fitness nimmt ein Snob selbst­ver­ständ­lich Abstand. Externe Besucher sind gerne gesehen. An­son­sten kann man natür­lich auch im Hause wohnen und auch die Küche ist zu em­pfehlen, selbst wenn das Preis­niveau gelegent­lich die Höhe der um­liegen­den Berge wider­spiegelt. Die Bus­halte­stelle Fonta­nella Dorf­zentrum liegt nur etwa 150 Meter vom Hotel entfernt. Die Linie 570 fährt nach Damüls und Thüringen. Von letzterem Ort verkehren Busse zu den Bahn­höfen von Ludesch und Bludenz. Nur wenige Kilo­meter vom Hotel entfernt gibt es übrigens eine fast vergessene Schwefel­quelle, um deren Wieder­eröffnung sich derzeit ein Verein bemüht (wassertal.at).

Mittwoch, 26. November 2025

Bad Liebenwerda

In der Stadt in der Niederlausitzer Heide werden seit 1904 Moorbäder zur Behandlung rheuma­ti­scher Leiden verabreicht. Seit dem 16. Januar 1925 trägt sie den Titel „Bad“. Nach der Wende von 1989 wurde das Moorbad zunächst gemäß dem Einigungsvertrag bis zum 1. Januar 1991 abge­wickelt. Nachdem Anfang 1991 jedoch die Altenheim- und Klinikgruppe Rolf Henning Mayer das ehemalige Moorbad über­nom­men hatte und eine neue Kurklinik im Zentrum von Bad Liebenwerda errichtete, wurde nun alles unter­nom­men, um den Status als Kurstadt zu behalten. Nach zwei be­fri­ste­ten Anerkennungen, bekam Bad Liebenwerda schließlich 2003 unbefristet den Titel Ort mit Pe­loid­betrieb (bad-liebenwerda.de). Der Kurbetrieb findet heute vor allem in der Median Fontana Klinik statt (median-kliniken). Die Moorbehandlungen sind nur mit ärztlicher Ver­schrei­bung erhält­lich und man kann in der Klinik Moor für die Anwendung zu Hause erwerben. Weitere Gesund­heits­betriebe sind die Psychotherapeutische Klinik, das Epikur Zentrum für Gesund­heit, ein medizi­ni­sches Ver­sor­gungs­zentrum (mvz-epikur.de), und die Bali-Salzgrotte (bali-salzgrotte.de), die über­dies spezi­el­le Mas­sa­ge­liegen anbietet. Das Wonnemar ist zwar ein Frei­zeit­bad, offeriert jedoch mit seinem Mi­ne­ral­fo­rum auch individuelle Bäder (wonnemar.de). Der Bereich hat drei Becken (Tha­las­so-, Mine­ral-, Kas­kadenbecken), zwei Ruhe­räu­me, ein Gradierwerk und ein Dampfbad. Eine Sauna, Mas­sa­gen und Wellness-Behandlungen be­kommt man auch. Für die Zu­kunft sind private Spa-Bereiche ge­plant. Die Gastronomie ist nur für Badbesucher zugänglich.

Sehens­wert sind im Ort die Stadtpfarrkirche St. Nikolai, die Herz-Jesu-Kirche, der historische Stadt­kern, eine kursächsische Postdistanzsäule, das Marionettenmuseum, das Na­toureum Maasdorf (Garten mit Modellbahn) und ein paar Denkmäler. Der Kurpark erstreckt sich entlang des Flusses Schwarze Elster zwischen der Fontana Klinik und der Dresdener Straße. In den Sommermonaten werden Sonntags in der Konzertmuschel im Kurpark Konzerte veranstaltet. Außerdem gibt es ein Restaurant (villa-nuova.de) und eine öffentliche Toilette. Süd­öst­lich vom Park liegen der Bus­bahn­hof (öffentl. WC), das Kurhaus (kurhaus-bad-liebenwerda.de) und das Wonnemar. Der Bahn­hof wird über eine Fluss­brücke erreicht. Davor liegt der Garten der Sinne. In der Innen­stadt findet man zahl­reiche kleinere Geschäfte, am Nord­ring stehen zwei Super­märkte und mehrere andere Lä­den. Gastro­nomie und Hotel­lerie sind vorhanden. Probieren sollte man un­bedingt das Lieben­wer­daer Mineral­wasser (mineralquellen.de). Die Touristen­infor­ma­tion bietet Gepäck­schließ­fächer, La­de­sta­tio­nen, regionale Zeitungen, WLAN und alles was man sonst von ihr er­war­tet. Die Kur­taxe be­trägt €1.50 pro Tag und Person. Vom Bahn­hof Bad Liebenwerda fahren Züge nach Leipzig, Hoyers­wer­da, Senftenberg und Falken­berg.

Samstag, 15. November 2025

Bad Düben

Der Kurbetrieb mit Moor- und Mineralbädern in der Stadt am Rande der Dübener Heide, unweit von Leipzig, setzte im 19. Jahrhundert ein. Das Moorbad wurde 1915 eingeweiht. Bis dahin war Düben eine beliebte Sommerfrische. Bei Bohrungen nach Braunkohle wurde 1911 die heilsamen Moorerde entdeckt. Infolgedessen wurde im Jahr 1913 die Eisen-Moorbad-Gesellschaft gegründet. Der Titel „Bad“ wurde Düben 1948 verliehen (bad-dueben.de). Heute hat sich der Kurbetrieb im Wesentlichen in das Heide Spa am Kurpark verlagert (heidespa.de), eine Badelandschaft mit ver­schie­de­nen Becken (kein Thermalwasser!), Saunen, Mas­sa­gen, Wellnessbereich, Fitnesscenter, Gastro­no­mie, Bademodegeschäft und eigener Bushaltestelle (u.a. Linie 196 nach Leipzig). Auch Moor­bäder und Moorpackungen kann man natürlich be­kom­men. Schräg gegenüber liegt die Medi­clin Klinik, deren vorrangige Fachbereiche Orthopädie und Neurologie sind (reha-zentrum-bad-dueben.de). Die Klinik hat eine Cafeteria.

Sehenswert sind im Ort die Burg mit dem Heimatmuseum, die Bergschiffmühle, diverse profane und sakrale Gebäude in der Innenstadt, das Museumsdorf Obermühle und der acht Hektar große Kur­park von 1846 (ältester Kurpark Deutschlands) am nördlichen Ortsrand. Im Zentrum des Kur­parks befindet sich ein griechisches Restaurant (dergriecheimkurhaus.de), außerdem gibt es einen kleinen Pavillon, zwei Brunnen und drei Denkmäler. Im Sommer werden im Park auch Konzerte veranstaltet. Etwa 3.5km außerhalb des Ortes liegt die Quelle Gesundbrunnen, eine Natrium- und nitritarme Eisen­quelle. Sie ist ein beliebtes Wander­ziel. Die nächste Bushaltestelle Söllichau, Glei­ner­mühle liegt ca. 1km entfernt. Gastronomie, Hotellerie und Ein­kaufs­mög­lich­keiten sind im Ort ausreichend vorhanden. Der Netto bietet WLAN, der Rewe WLAN und eine Heiße Theke. Bad Düben erreicht man mit dem Bus 196 ab Leipzig (Fahrzeit ca. 1h); weitere Linien verkehren in Nach­barorte. Die Kur­taxe be­trägt maximal €2 pro Tag und Person.

Sonntag, 9. November 2025

Freizeitfahrten mit der Syltfähre

Die zwischen Römö und List auf Sylt verkehrenden Fährschiffe eignen sich auch für Vergnügungsfahrten. So gibt es täglich ab 16:30 Uhr das Dinner Ticket zu einem Preis von derzeit €5 pro Person, mit welchem man das Fährschiff zum Abendessen aufsuchen kann. Ein Zeitlimit gibt es dabei nicht, d.h. man kann so lange zwischen List und Römö hin und her fahren, wie man möchte (bis ca. 19:15 Uhr). Das Essen wird natürlich separat berechnet, zur Wahl stehen die Gerichte auf der aktuellen Speisekarte. 

Mit €50.90 preislich höher angesiedelt ist das GOSCH-Kombiangebot: 2 Fährtickets für Fußgänger, 2 Fischbrötchen, 2 kleine Flaschen GOSCH Wein oder Sekt (je 0,25l), reservierte Plätze und kein Zeitlimit.

Im übrigen kann ein Blick in den Bordshop nicht schaden; angerboten werden v.a. Parfüm, Süßwaren, Uhren und Schmuck, Spirituosen, Wein und Souvenirs, allerdings zu den üblichen Preisen. Außerdem gibt es WLAN an Bord (frs-syltfaehre.de).

Sonntag, 2. November 2025

Mini-Kreuzfahrt nach Trelleborg

Die 220km lange Reise von Travemünde nach Trelleborg mit TT-Line (ttline.com) dauert etwa 8 Stunden, sodass für eine Mini-Kreuzfahrt nur eine Übernachtung nötig ist. Es ist möglich die Reise sowohl Morgens als auch Abends zu be­gin­nen. Ein Landgang ist nur bei wenigen Angeboten vor­gesehen, sodass man meist mit dem selben Schiff wieder zurück fährt und in Trelleborg an Bord bleibt. Am nächsten Morgen oder Abend gelangt das Schiff dann wieder nach Travemünde. Die Fahr­preise beginnen bei €114, Mahl­zei­ten sind inkludiert. Die Art der Restaurants variiert je nach Schiff, aber ein SB-Restau­rant gibt es immer. Der Bord­shop offeriert das übli­che Sortiment aus Parfüm, Kosme­ti­ka, Süßwaren, Spielzeug, Souvenirs und Spirituosen zu skan­di­na­vischen Prei­sen. Inte­res­sant sind eventuell pfand­freie Getränke­dosen und einige Süß­waren. Je nach Schiff gibt es eine Sauna (der Whirlpool existiert leider nicht mehr), Groß­bild­fern­seher mit Nach­richten­programmen und die unvermeid­lichen Spiel­automaten. Tele­fonieren ist kosten­pflichtig und auf See recht teuer, aber die WLAN-Nutzung ist bei TT-Line im öffent­lichen Bereich gratis.

Reisehinweise:

Der Bahnreisende kommt gewöhnlich am Lübecker Hauptbahnhof an und muss sich dann zum knapp 20km entfernten TT-Line Terminal, Zum Hafenplatz 1 im Lübecker Ortsteil Travemünde begeben. Am ein­fach­sten ist es mit den Bussen der Linien 30 und 31, die vom Lübecker ZOB (neben dem Hbf.) direkt zum Terminalgebäude des Skandinavienkais fahren (sv-luebeck.de). Der Travemünder Bahnhof „Skandinavienkai“ befindet sich nicht in der Nähe des Terminalgebäudes und ein direkter Fußweg dorthin ist nicht vorhanden. Ein Taxi bestellt man unter 04502 71213 oder 04502 4141.

Wer sein Auto in Travemünde am Skandinavienkai parken möchte, kann dies auf dem dortigen Besucher­parkplatz am Hafenhaus (kostenpflichtig) tun. Für eine Über­nachtung in Travemünde empfiehlt sich das Hotel Grüner Jäger (hotelgruenerjaeger.de).