Sonntag, 1. März 2026

Asiatische Gärten

Japanische oder chinesische Gärten findet man in Europa erstaunlich oft, obwohl sie eher selten bekannt sind. Eigentlich sind sie mehr etwas für Yuppies, Neureiche oder andere Em­por­kömmlinge. Ein Snob lässt sich von ihnen jedenfalls nicht beeindrucken. Dennoch sollte auch ein Snob einen solchen Gar­ten ir­gend­wann einmal be­sucht haben. Vor allem die weniger Populären kom­men dazu infrage. Die drei Unbekanntesten dürften wohl der japanische Garten in Bietig­heim-Bissingen und die chine­sischen Gärten in Mannheim und Bochum sein.

Unweit von Stuttgart und Ludwigsburg liegt der Doppelort Bietigheim-Bissingen im Tal der Enz. Be­kannt ist er vor allem für den im Stil eines römischen Aquäduktes errichteten Eisenbahn­viadukt, der das Wahrzeichen der Stadt bildet.Weitere Sehenswürdigkeiten stellen die Altstadt von Bie­tig­heim sowie die Rommelsmühle und die spätgotische Kirche in Bissingen dar. Eine eher wenig be­kannte Sehenswürdigkeit ist jedoch der japanische Garten, der zu Ehren von Erwin Bälz angelegt wurde, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts Leibarzt der japanischen Kaiserfamilie war und die moderne Medizin in Japan begründete. Zur Anlage gehören Steinlaternen, Haiku-Spruchsteine, eine Steinbrücke und ein knapp zwei Meter hoher Gedenkstein. Der Park liegt beim Zusammenfluss von Metter und Enz zwischen dem Park an der Metter und dem Overland Park, südlich der Innenstadt von Bietigheim und ca. 500 Meter vom Bahnhof Ellental entfernt.

Der chinesische Garten in Mannheim trägt den Namen Garten der vielen Ansichten und bildet einen Teil des Luisenparks (luisenpark.de). Das Teehaus wird gerne für Veranstaltungen und Aus­stel­lun­gen genutzt, allen voran natürlich Teezeremonien. Der Großteil der verwendeten Materialien wurde aus China herangeschafft, außerdem wurde die Anlage von chinesischen Fachleuten unter Be­rück­sich­tigung der Fengshui-Lehre erstellt. Es gibt sogar eine Grotte in einem kleinen künst­lichen Berg mit Wasserfall, außerdem Bambus, Schilfgras, Päonien und eine Kameliensammlung. Der chinesi­sche Garten liegt unweit des Fernmeldeturms und ist von dessen Straßenbahnhaltestelle gut zu er­reichen. Weitere Attraktionen im Luisenpark sind übrigens das Pinguingehege und der Muster-Bauernhof.

In Bochum bildet der chinesische Garten einen Teil des Botanischen Gartens, ist aber dennoch von einer eigenen Mauer umgeben. Angelegt wurde er im südchinesischen Stil von der Universität Shang­hai, die Baumaterialien wurden aus China herbeitransportiert. Der Zugang erfolgt über Tritt­steine durch ein Wasserbassin. Es gibt Pavillons, Pagoden, sehr viel Naturstein, einen Teich und einen kleinen Wasserfall. Der Garten befindet sich außerhalb der Stadt bei der Ruhruniversität. Der Haupteingang liegt in der Straße Im Lottental und hat eine eigene Bushaltestelle.