Mittwoch, 11. Juni 2025

Bäder ohne Heilbad: Bad Sachsa

Den Titel „Bad“ trägt der Heilklimatische Kurort am südlichen Harzrand schon seit 1905 (bad-sachsa.de). Eine Heil­quelle gibt es nicht, dafür aber ein „mildes Reizklima“, was immer dies heißen mag. Auf 10 aus­ge­wie­se­nen Terrain­kur­wegen ist gesundheits­förderndes, heilklimatisches Gehen und Wandern möglich. Da­bei wirken sich Klima und natürliche Umgebung des Kurortes besonders positiv auf Herz- und Kreis­laufsystem sowie die Atemwege aus, wie es in einer Info­broschüre heißt.

Kernstück des Kur­be­triebes ist der Vitalpark, ehemals Kurpark und 2013 neu gestaltet. Es gibt dort einen künst­lichen Teich, eine Wassertretanlage, einen Barfußpfad, einen Kinderspielplatz und ein paar Liegebänke. Auf der Kurpark-Bühne finden regelmäßig Kurkonzerte statt. Auch als Ver­an­stal­tungs­ort wird der Vitalpark gerne genutzt. Historische Bauten am Rande des Parks sind der Musik­pavillon, die Wandelhalle und das Kurhaus. Im Park, in der Touristeninformation und im Kurhaus gibt es freies WLAN. Weiterhin hat Bad Sachsa eine Salzgrotte, ein Freizeitbad (kein Thermalwasser!), eine Eis­lauf­halle und zwei am Kurpark gelegene Well­ness-Resorts, in denen man klassische Massagen erhalten kann. 

Sehenswert sind im Ort das Rat­haus, die St.-Nikolai-Kirche, das Grenz­land­museum, das Heimat­museum, das Natur­zeit­museum und einige Villen im Ortsinneren. Die Kerzen­manufaktur besitzt eine Art Werksverkauf (harzer-kerzenwerkstatt.de). Die besondere Attraktion ist jedoch die Um­gebung mit ihren zahl­reichen Natur­schutz­gebieten und Wander­möglich­keiten, historischen Plätzen und Bauwerken (u.a. Burg­ruine Sachsen­stein), dem Ravensberg (659m, Haus­berg von Bad Sachsa und Ski­sport­zentrum), dem Greifvogelpark Harzfalkenhof und dem Märchen­grund (einem Märchen­park). Hotellerie, Gastro­nomie und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden, letztere vor allem an der südöst­lichen Ausfallstraße in Richtung Bahnhof. Darüber hinaus gibt es eine Stadt­biblio­thek und zwei Bücher­boxen. Vom Bahnhof Bad Sachsa (ca. 3km außerhalb) fahren Züge nach Göttingen, Nord­hausen und Bo­den­felde und Busse u.a. zum Kur­park. Die Kurtaxe be­trägt maximal €2.85 pro Per­son und Nacht.

Sonntag, 8. Juni 2025

Bäder ohne Heilbad: Bad Fallingbostel

Die Stadt in der Lüneburger Heide war seit 1975 staatlich anerkannter Luftkurort und seit 1976 staat­lich anerkanntes Kneipp-Heilbad und führt die Bezeichnung „Bad“ seit 2002 (vogelpark-region.de). Ende Juli 2015 wurde die Anerkennung der Prädikate Kneipp-Heilbad und Luftkurort vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mit sofortiger Wirkung widerrufen, nachdem der Stadtrat entschieden hatte, in diesem Bereich kein Geld mehr zu in­vestie­ren. Der einstige Kurort darf „Bad“ im Namen dennoch weiter tragen, was im Nieder­sächsi­schen Kommunalverfassungs­gesetz fest­geschrie­ben ist. Eine Heilquelle gibt es nicht. Sehens­wert sind im Ort die St.-Dionysus-Kirche, der Megalithpark, das Museum für Archäologie & Geologie, zahl­rei­che Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Hauptort und am Ortsrand das Wald­gebiet „Lieth“. Es gibt einen kleinen Kurpark an der Böhme, an dessen Ende sich ein Frei­bad befindet (kein Thermalwasser!). Daran schließt sich die „Lieth“ an. Die Klinik Fallingbostel am Parkrand hat eine Cafeteria. Gastronomie und Ein­kaufs­mög­lich­keiten sind vorhanden (der Rewe bietet WLAN), am Kirchplatz steht eine Bücher­box. Wei­te­re Supermärkte befinden sich an der Ausfallstraße nach Düshorn. In einigen Teilen der Innen­stadt gibt es von 7-14 Uhr freies WLAN. Vom Bahnhof aus fah­ren Züge nach Buchholz (Nord­heide) und nach Hannover. Eine Kurtaxe wird derzeit nicht er­hoben.

Donnerstag, 5. Juni 2025

Bäder ohne Heilbad: Bad Kleinen

Im Jahre 1895 wurde eine Wasserheilanstalt am Schweriner See eröffnet und am See­ufer sollte eine Strandpromenade mit „Luft- und Sonnenbad“ entstehen. Hier sollten Knochen-, Muskel- und Ge­lenk­schäden aller Art behandelt werden. Während des ersten Weltkriegs wurde der Kurbetrieb ein­gestellt und danach nicht wieder aufgenommen. Seitdem gibt es in Bad Kleinen keinen Heil­betrieb und keine Kuranlagen mehr. Eine Heilquelle existiert ohnehin nicht. Da der Ort den Zusatz „Bad“ jedoch schon vor 1993 geführt hat, darf er ihn nach dem „Gesetz über die Anerkennung als Kur- und Erho­lungs­ort in Mecklenburg-Vor­pom­mern“ zeit­lich unbeschränkt weiterbenutzen. Sehens­wert sind im Ort der sog. Eiertunnel, ein Fuß­gän­ger­tun­nel von 1896 der die Bahnanlagen in Rich­tung See unterquert, die Schwedenschanze, eine Wehr­an­la­ge aus dem 17. Jahrhundert, und ein paar Wohn­häuser und andere Gebäude in der Innen­stadt. Die See­ufer-Pro­me­na­de bietet eine Badestelle und es existiert eine Marina. Große Be­deu­tung hat die Eisen­bahn, kreuzen sich doch im Bahnhof Bad Kleinen die Strecken Schwerin - Wismar und Lübeck – Rostock. Es gibt ein großes Bahn­be­triebs­werk mit ent­spre­chender Verwal­tung. Im Ort fin­det man ausreichend Gastro­nomie und Ein­kaufs­möglich­keiten (teilw. mit WLAN). Eine Kurtaxe wird derzeit nicht erhoben (mein-bad-kleinen.de).

Montag, 2. Juni 2025

Bäder ohne Heilbad: Bad Imnau (Stadt Haigerloch)

Eigentlich ist der 600-Einwohner-Ortsteil des schwäbischen Haigerloch gar kein Heilbad, denn seine Quelle ist eine Mineralwasserquelle, zwar von vorzüglicher Qualität, aber ohne Heilwirkung. Heute gilt er auch nicht mehr als Kurort, selbst wenn er sich weiterhin „Bad“ nennen darf. Trotz­dem beeindruckt Imnau durch seine Kurarchitektur, die sich vor allem am Nordrand des histori­schen Kur­parks befindet. Das Hotel Fürstenhof ist ebenfalls ein Teil da­von. Damit ist Imnau auf je­den Fall einen Tages­be­such wert. Am gegenteiligen Park-Ende steht das Café Arthaus (das-arthaus.de). An­son­sten finden sich im Ort leider nur noch zwei weitere Gast­stätten (eyachperle.de) und eine Metz­ge­rei. Von der Bushaltestelle Bad Imnau Quellenstraße fahren die Linien 310 und 311 nach Haiger­loch, Hechingen und Horb am Neckar (Bf.). Ob und in welcher Höhe eine Kurtaxe er­ho­ben wird, ist nicht bekannt. Im nahen Hauptort Haigerloch bieten sich das Atom­keller-Museum und die Dauer­aus­stellung über Werner Heisenberg für einen Besuch an.

Freitag, 30. Mai 2025

Bäder ohne Heilbad: Bad Honnef

Bekannt als das rheinische Nizza, war die Stadt am Rheinufer in der Zeit der Bonner Republik ein beliebter Wohnsitz für Politiker und der Politik Nahestehenden (meinbadhonnef.de). Einen Kur­be­trieb hat sie jedoch schon lange nicht mehr, obwohl es gerüchteweise auf der Rheininsel Grafen­werth noch eine Heil­quelle mit Trinkbrunnen geben soll. Die Insel ist über eine Kribbe und zwei Brücken mit dem Fest­land verbunden und beherbergt ein Freibad, ein paar Sportplätze (darunter ein Boule-Platz), zwei Restaurants und mehrere Schiffsanlegestellen, sowie den Sportboothafen. Die Stadt erreicht man vom Rheinufer nach Überqueren einer Brücke über die rechtsrheinische Bahn­strecke und die Bundesstraße 42. Auf dem Weg passiert man einen Abzweig der zum Stadt­garten führt, welcher jedoch direkt an der B42 liegt. Neben dem alten Kurhaus gibt es noch einen kleinen Kurgarten. Ein weite­rer Park ist der am nördlichen Ende der Hauptstraße gelegene Park Reitersdorf (reitersdorf.de) mit den Fundamenten einer kleinen Burgruine (22x22m). Südlich des Parks liegt die WohnGut Park­residenz (wohngut.de), die ein Restaurant und ein Café (nur nachmittags geöffnet) be­sitzt. Gastro­no­mie und Ein­kaufs­mög­lich­keiten findet man im Ort ge­nügend, u.a. das Geschäft Rosa Va­lenz. Der Schwer­punkt des Angebotes liegt auf Damen-Accessoires, aber es gibt auch Kleidung und Schuhe. Ebenfalls im An­gebot ist eine kleine Herren­accessoire-Abteilung (rosa-valenz.de). Am südlichen Ende geht Bad Honnef nahtlos in den Nachbarort Rheinbreitbach über, wobei die Stadt­grenze auch die Landes­grenze zu Rhein­land-Pfalz darstellt. Der Bad Honnefer Bahn­hof befindet sich am Rhein­ufer auf Höhe der Insel Grafenwerth (Züge nach Köln und Ko­blenz). Etwas weiter nördlich liegt eine Endhaltestelle der Stadtbahn Bonn. Busse fahren in die Nach­barorte und ins nahe Sieben­gebirge. Bad Honnef erhebt keine Kur­taxe.

Dienstag, 27. Mai 2025

Bäder ohne Heilbad: Bad Rippoldsau-Schapbach

Etwa 16km von Bad Peterstal-Griesbach entfernt liegt Bad Rippoldsau, und ca. 7km weiter süd­lich der Ortsteil Schapbach (dazwi­schen befindet sich ein Kneipp-Becken). Einst war das auf 500m ü.M. befindliche Rippoldsau das höchst­gelegene Mineral- und Moorbad des Schwarz­waldes. Nachdem die einzige Kurklinik jedoch im Jahre 2011 ihre Pforten schloss und 2017 das ge­sam­te bewegliche Inventar ver­stei­gert wurde, ruht der Kur­be­trieb. Der südlich von Schapbach gelegene Ochsenwirts­hof (ochsenwirtshof.de) hat indessen ein haus­eigenes Hallenbad und Sauna, Liegewiese, ein Was­ser­tret­becken, einen Tennisplatz und offeriert Massagen. Sehens­wert sind in Rippoldsau und Um­ge­bung die Wallfahrtskirche Mater Dolo­rosa, die Kirche St. Cyriak in Schapbach, der Glas­wald­see, der bis zu 32 Meter hohe Burg­bach­wasser­fall, das Wald-Kultur-Haus (wald-kultur-haus.de) und der Wolf- und Bären­park (bad-rippoldsau-schapbach.de). Weiter­hin gibt es in Rip­polds­au eine Bäcke­rei, eine Bücherei und eine Bankfiliale. In Schapbach findet man einen Super­markt, einen Getränke­markt, einen Friseursalon (frisörsalon-haarmonie.de), Bank, Post und ein Frei­bad (mit Minigolf­platz). Im übrigen ist die Gegend ein her­vor­ragendes Wan­der­gebiet mit zahl­reichen für Picknicks geeigneten Plätzen. Der Produktions­standort für Mineral­wasser in Rippoldsau gehört zum Geträn­ke­hersteller Peterstaler Mineralwasser aus dem be­nach­barten Bad Peterstal-Griesbach (peterstaler.de). Eine betriebliche Besonderheit stellt die 2005 er­rich­tete 16 Ki­lo­meter lange Mi­ne­ral­wasserleitung zwischen den beiden Produktions­standorten dar. Die An­reise nach Bad Rip­poldsau-Schap­bach erfolgt mit den Bussen 7266 oder F13 ab Hau­sach im Kinzigtal (Bf.; efa-bw.de). Die Kur­taxe beträgt in beiden Ortsteilen €1.70 pro Person und Nacht.

Samstag, 24. Mai 2025

Bad Peterstal-Griesbach

Der Kurbetrieb erfolgt im wesentlichen im Gesundheitshotel „Das Bad Peterstal“ (dasbadpeterstal.de). Das Hotel bietet 35 Ein­zel- und Dop­pel­zimmer, Restaurant und Cafè mit Terrasse, Seminar- und Tagungs­räume, Friseur, Aufenthaltsraum mit Dach­terrasse, Hauskapelle, Lift und Parkplatz. Die besondere Attrak­tion ist jedoch der Kurbereich: Es gibt Therapiebäder mit Wasser aus hauseigenen Quellen (sic), Kneipp-Anwendungen, Kranken­gym­na­stik, Massagen, eine Sauna und eine am­bulante Badekur (dasbadpeterstal-physio.de). Heil­anzei­gen liegen vor bei nicht akuten Herz-, Gefäß- und Kreis­lauf­erkran­kun­gen, Erkrankungen der Ge­len­ke und der Wirbelsäule, rheu­ma­tischen Erkrankungen, Stoff­wechsel­erkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems, psy­cho­so­ma­tische Erschöpfungs­zustän­den und  Frauenkrankheiten. Man muss nicht Hotelgast sein, um den Kurbereich nutzen zu dürfen. Direkt vor der Tür liegt der Trink­pavil­lon der Sophienquelle. Neben dem Kurhotel, existiert in Bad Peterstal noch eine Praxis für Physio­therapie (bad-peterstal-griesbach.de).

Sehenswert sind in Bad Peterstal die Pfarrkirche, die Brunnentempel der Sophienquelle und der des Getränkeherstellers Peterstaler Mineralquellen (peterstaler.de), sowie das Roller- und Moped-Muse­um. Der Kur­park liegt etwas außer­halb des Hauptortes am Freiersbach. Im Park gibt es eine Boule-Bahn und an seinem Südende ein beheiztes Freibad. Das Kulturhaus ist nur bei Veran­stal­tun­gen geöffnet. Gastro­nomie und Hotellerie sind spärlich vorhanden und es gibt einen Supermarkt. Das Café Räpple eig­net sich aber hervorragend für den Nachmittagstee oder -kaffee mit Schwarz­wälder Kirschtorte. Vom Bahn­hof Bad Peterstal aus fahren Züge nach Offenburg, Freudenstadt und Bad Griesbach.

In Bad Griesbach gibt es ein Orts­museum, eine Konditorei, einen Brunnentempel, die St.-Antonius-Kirche und die gleichnamige Ka­pelle, einen Internetzugang in der Touristen­informa­tion und den Mineralwasserabfüller Gries­bacher (griesbacher.de). Ein Kurpark existiert zwar auch, jedoch liegt dieser auf einer Anhöhe weit außer­halb des Ortes. Im Park steht die St.-Anna-Kapelle und am Park­rand liegt das Hotel Dollen­berg 5*S, wo man Spa-Anwendungen erhal­ten kann (dollenberg.de). Es gibt mehrere Schwimmbecken (Innen-Außenbecken mit Schwimm­schleu­se, Mineralwasserbad, Whirl­pool), ein Kneipp-Becken, vier Saunen, Fitnessraum, Massagen, Well­ness­behandlungen und eine private Arztpraxis. Das im Ort gelegene Hotel Adlerbad (adlerbad.de) bietet Sauna, Fit­ness­bereich und Massagen. Zum Wandern gut geeignet ist die Umge­bung mit dem Glaswaldsee. Vom Bahn­hof Bad Griesbach aus fahren Züge nach Offenburg, Freu­den­stadt und Bad Peters­tal. Die Kur­taxe beträgt in beiden Orts­teilen €1.90 pro Person und Nacht.