Sonntag, 28. Juli 2019

Ausländische Zugrestaurants auf DB-Strecken

Das Angebot der DB-Zuggastronomie ist nicht immer snobtauglich. Wer einmal gezielt ein auslän­disches Zugrestaurant ausprobieren möchte, ohne ins Land zu fahren, könnte einen der Fernzüge besteigen, die auch auf Strecken innerhalb der BRD Passagiere befördern. Leider sind das nur wenige und meistens ist deren Gastronomie eher nicht zu empfehlen.
Von und nach München gibt es ein paar österreichische Railjets, die ein ÖBB-Bordrestaurant mitführen, außerdem den EC112/113 Frankfurt/M. - Stuttgart - München - Freilassing - Klagenfurt. Schweizerische ECs zwischen Zürich und München haben oft entsprechend ein schweizerisches Bordrestaurant dabei.
Als Geheimtipp gelten die Zugrestaurants der ungarischen Bahn, die auf der Route Hamburg – Berlin – Dresden - Budapest verkehren (EC172/173), vor allem wegen der Gulaschsuppe (alternativ: Rindergulasch mit Nudeln). Die Palóc-Suppe (Hammel-Bohnen-Eintopf) ist ebenfalls einen Versuch wert. Man kann auch ungarischen Schaumwein bekommen, z.B. eine Flasche (0.75l.) Törley Muscateller für €14, aber leider nur eine Sorte Schwarztee. Neben den üblichen Brownies und Cookies kann man zum Tee Palatschinken oder Honigtorte bestellen.
In den Speisewagen der tschechischen Bahn der Route (Kiel - Hamburg -) Berlin - Dresden - Prag isst man vergleichsweise preiswert. Serviert werden vor allem tschechische Spezialitäten (z.B. Kalbfleisch mit Linsensalat, Schweinebäckchen in Schwarzbier oder Kartoffelkuchen). Ein Menü (Suppe plus Hauptgericht) kostet in der Happy Hour weniger als acht Euro. Zum Tee sei das "Sladké Menu" empfohlen, bestehend aus einer Süßspeise und einem Heißgetränk. Infrage kommen Honigtorte, ein Hefeknödel mit Erdbeersoße oder Schokoladenpalatschinken mit Schlagsahne (Čokoládopalačonka se šlehačkou). Dazu gibt es natürlich Tee oder auch Böhmischen Sekt. Im Train Shop kann man USB-Kabel oder Powerbänke bekommen und wem der Restaurant-Besuch besonders gut gefallen hat, der kann einen Kaffeebecher mit dem CD-Restaurant-Logo als Souvenir erwerben.

Nachtrag: Auch zwischen Zürich und Hamburg-Altona verkehren diverse EC mit einem SBB-Restaurant.

Freitag, 26. Juli 2019

Der Urlaubs-Express

Man kann ihn mit oder ohne Fahrzeug nutzen: Den nächtlichen Urlaubs-Express, der diesen Sommer auf den Routen Düsseldorf – Verona, Düsseldorf – Villach, Hamburg – Verona, Hamburg – Villach und Hamburg – München verkehrt (urlaubs-express.de). Der Autotransport findet zwischen den Endbahnhöfen statt. Auf den Unterwegsstationen können Fußpassagiere zusteigen, wie in einem gewöhnlichen Nachtzug. So könnte man zum Beispiel mit dem UEX unter der Nacht von Köln nach Bozen oder von Lüneburg nach Augsburg fahren. Die genauen Verkehrstage und Fahrzeiten entnehme man dem Fahrplan. Leider haben nur die Züge auf der Linie Hamburg – Verona ein Bordrestaurant. In den übrigen Zügen werden Snäcks und Getränke und morgens ein kleines Frühstück am Platz serviert.

Dienstag, 23. Juli 2019

Der Campingplatz Blank-Eck in Gremersdorf an der Ostsee

Snobs machen gewöhnlich keinen Campingurlaub. In einem Outdoor-Quartier wohnen sie nur, wenn keine andere Unterkunft zur Verfügung steht. Der Campingplatz Blank-Eck, direkt an der Ostsee gelegen, bietet jedoch eine sonst unerreichbare Nähe zum Meer (wenn man kein Boot zur Verfügung hat; campingblank-eck.de). Als Snob sollte man sich für eine Mietunterkunft entscheiden, vorzugsweise für eines der sogenannten Mobilheime, kleine festinstallierte Häuschen mit Terrasse für 4 bis 6 Personen und mit eigener Küche und Badezimmer. Wer nicht selbst kocht, geht ins platzeigene Restaurant. Einkaufen kann man im dazugehörigen Kiosk. Das Meer ist nur wenige Meter entfernt und der Strand ist weitgehend naturbelassen. Größere Ortschaften gibt es an diesem Küstenabschnitt nicht und es wird keine Kurtaxe berechnet, allerdings befindet sich nebenan ein militärisches Sperrgebiet. Wegen der abgeschiedenen Lage sollte man sich vorab ein Proviantpaket zum Platz liefern lassen (z.B. von Gourmondo.de). Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die A1 bis Gremersdorf und weiter über Kreis- und Landstraßen zum Campingplatz. Der nächste Bahnhof wäre Oldenburg in Holstein (Züge nach Lübeck); ab dort geht es nur mit dem Taxi weiter.

Sonntag, 21. Juli 2019

Behrensdorf an der Ostsee

Die Gemeinde ist eine der wenigen an der Ostsee, die keine Kurtaxe erheben. Gerade bei längeren Aufenthalten ist das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor (behrensdorf-ostsee.de). Der Badestrand Neuland ist nicht sehr breit und vielleicht etwas rustikal, aber dafür 6km lang und authentisch. 400 Strandmeter sind für Hunde reserviert und am Parkplatz findet man eine öffentliche Toilette. Sehenswert sind am Ort das Gut Waterneverstorf und der Leuchtturm Neuland. Am Ort gibt es nur zwei Restaurants (jeweils an den Campingplätzen, eines davon mit Straßen­verkauf) und ein oder zwei Imbissbuden in Strandnähe, weshalb man vielleicht besser eine Ferien­wohnung mit Kochgelegenheit mieten sollte. Frische Eier verkauft der im Ort gelegene Hof Soost (hof-soost.de), weitere Lebensmittel bietet der Hofladen Kiene (highlanderhof.de). Am Hof Horn gibt es eine Milchtankstelle (ostseebauernhof-horn.de). Leider hat der Ort einen kleinen Nachteil: Er liegt recht nahe am Truppenübungsplatz Todendorf.
Die Anreise erfolgt mit der Bahn über Kiel und weiter mit den Bussen 4310 und 312, mit dem Auto über die A1 bis Oldenburg in Holstein und weiter über die B202 bis Lütjenburg. Dort über die Kreisstraße nach Behrensdorf.

Samstag, 20. Juli 2019

Terminvorschau

Im Rheinland öffnen sich dieses Wochenende die Gartenpforten. Infos und Übersichtskarten findet man unter offene-gartenpforte-rheinland.de. In Sils Maria beginnt am Montag die 7. Nietzsche Werkstatt mit dem Thema: „Der Wanderer und sein Schatten“ (nietzschehaus.ch). In Glyndebourne und in Bad Wildbad laufen nach wie vor die Opern Festivals und seinen Schatten voraus wirft das Polo Picknick in Münster am nächsten Wochenende. Mehr Termine gibt es im Snob-Kalender.

Freitag, 19. Juli 2019

Die Uferpromenade von Ascona

Am Nordende des Lago Maggiore gelegen, besitzt Ascona eine der schönsten Uferpromenaden der Region. Etwas verträumt ist sie und erinnert fast an frühere Zeiten, vor allem in den frühen Morgen­stunden, wenn noch kein Kaffeehaus geöffnet hat. Eine fast mediterrane Stimmung hat sie, wenn man an einem sonnigen Wochenendnachmittag dort flaniert und dabei den zahlreichen Passanten zuschaut. Leider ist die Stadt nicht ganz billig. Umso erfreulicher, dass es in der Via Fenaro das Bagno Pubblico gibt, ein sehr ansprechendes, öffentliches Strandbad mit Sandstrand und kosten­losem Eintritt. Bei schönem Wetter ist das dortige Restaurant geöffnet. Wer stattdessen lieber picknicken möchte, könnte sich seinen Picknickkorb im Casa del Gusto auffüllen (casadelgusto.ch). Der (nicht gerade preiswerte) Delikatessenladen liegt in unmittelbarer Nähe der Schiffsanlegestelle. Direkt neben dem Bagno Pubblico befindet sich übrigens der kostenpflichtige Lido (lidoascona.ch).

Mittwoch, 17. Juli 2019

Speisen in vollen Zügen: SBB

In der Schweiz führen die meisten IC- und EC-Züge ein Restaurant oder ein Zugbistro mit. In der Ersten Klasse wird - wie auch bei anderen Bahngesellschaften üblich - am Platz bedient. Die wichtigsten Gerichte entstammen der Schweizerischen Küche und beinhalten auch deren Zutaten (z.B. Sbrinz statt Parmesan). Besonderer Wert wird auf saisonale Angebote gelegt. Das Preisniveau ist – wie überall in der Schweiz – etwas höher als in anderen Ländern, aber dafür ist die Auswahl besser. Zum Nachmittagstee gibt es allerdings nur eine Sorte schwarzen Tee (plus diverse Früchtetees), jedoch ein halbes Dutzend Kaffeespezialitäten mit italienischen Namen (plus Chocolat und Ovomaltine). Dazu serviert man Panna Cotta, Schokoladenkuchen oder Bündner Nusstorte. Ein beliebtes Sonderangebot ist „Kaffee und Dessert“ für SFr. 9.80. An Schaumwein empfiehlt der Bahn-Sommelier „Baccarat Brut, Blanc de Blancs, Cave de Genève.“ In der Beschreibung heißt es: Dieser süffige Genfer Schaumwein ist ein Klassiker. Er ist elegant in der Art und kernig im Finale. Noten von weissem Pfirsich, Ananas und etwas Honig verführen den Gaumen.“ Immerhin gibt es ganze Flaschen (0.75 Liter) für SFr. 39 (0.2 l. für 11.80) und auf Wunsch wird Schaumwein auch zum Frühstück serviert (bis 11 Uhr).

Andere Bahngesellschaften:
Die Zentralbahn bietet zwischen Luzern und Interlaken saisonal bis zu vier Hauptgerichte. Zum Nachmittagstee werden zwei Sorten schwarzer Tee, neun verschiedene Kaffeespezialitäten mit italienischen Namen, Panna Cotta und Bündner Nusstorte serviert. Dazu empfiehlt man einen Prosecco "Zentralbahn Cüpli".
Im Gourmino-Speisewagen der Rhätischen Bahn, der in den Touristenzügen auf der Route Chur - St. Moritz mitfährt, serviert man diverse Mittagsmenüs au Jour. Zum Nachmittagstee gibt es schwarzen Tee oder diverse Kaffeespezialitäten (die mit den italienischen Namen), Engadiner Nusstorte, Schokoladenkuchen oder Apfelstrudel. Und man findet sogar Champagner "Laurent Perrier La Cuvée Brut", Prosecco und diverse Weine aus Graubünden und dem Wallis auf der Menükarte.
Die BLS Lötschbergbahn experimentiert derzeit mit einem Verpflegungskonzept, das eventuell 2021 eingeführt werden soll. Im übrigen finden sich hin und wieder gastronomische Angebote in Touristenzügen diverser anderer Bahngesellschaften.