Sonntag, 11. November 2018

Oostende

Vom Glanz der vergangenen Tage, an denen sich der europäische Adel im damals noch mondänen Seebad mit Belle Epoque Atmosphäre tummelte, ist heute nicht mehr viel zu spüren. Auch hat Oostende (ca. 70.000 Einw.; visitoostende.be) durch den Ärmelkanaltunnel seine Bedeutung als Fährhafen eingebüßt. Aber dafür kann sich der Gast jetzt auf das Wesentliche konzentrieren: Auf die von Straßencafés und Restaurants gesäumte Strandpromenade die sich über den gesamten Seedeich erstreckt, den Casino Kursaal von 1857 oder das Wellington Hippodroom mit integriertem 9-Loch-Golfplatz nahe beim Stadtzentrum. Wichtigster Veranstaltungssaal ist der Kursaal mit Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen (kursaaloostende.be). Keinesfalls vergessen sollte man auch einen Besuch im Leopoldspark. Bekanntester Sohn der Stadt ist der Maler James Ensor (1860-1949), der fast sein gesamtes Leben in der Königin der Seebäder verbracht hat. Sein Haus in der Vlaanderenstraat 27 ist heute ein Museum. Kulinarisch ist die Stadt ebenfalls ein Gewinn: Neben Pommes Frites sei der Genuss von Meeresfrüchten, Fisch, Schokolade, Bauernschinken, Bloeling (Blutwurst) und Waterzooi (flämischer Eintopf) wärmstens empfohlen.
Am Fischereihafen von Oostende, am Visserskaai, befindet sich die Fischmarkthalle (Vistrap) in der es den günstigsten Fisch in Oostende gibt. Imbissstände und –buden findet man zuhauf. Die meisten sind täglich von früh morgens bis etwa gegen Mittag geöffnet. Wenn man durch die Halle geht, sollte man gelegentlich auch mal nach oben schauen, denn in den Bögen des Hallendaches hängen beeindruckende Schwarz-Weiß Fotografien alter Fischer des Starfotografen Stephan Vanfleteren. Außerdem lohnt sich ein Ausflug mit der Fähre auf die andere Hafenseite. Von dort bietet sich nicht nur ein wunderbaren Ausblick auf die Promenade von Oostende, sondern es gibt hinter den Dünen einen versteckten und ruhigen Strand.
Ehrenamtliche Reiseführer (Belgian Coast Greeters) findet man unter belgiancoastgreeters.com. Als Ausflug empfiehlt sich eine Tour mit der Küstenstraßenbahn nach De Panne oder Knokke-Heist. Am Maria Hendrikapark kann man werktags von 07:00 – 19:00 Uhr gratis ein Fahrrad leihen für einen Tag. Kostenlose WLAN-Hotspots findet man unter hierisgratiswifi.be.

Unterkunft: Hotel Serge, WLAN, ab € 40 (Parken € 20/Tag; www.hotelserge.be) ■ die Kurtaxe wird üblicherweise in die Zimmermiete einberechnet.
Gastronomie: Vistrap, Visserskaai ■ Restaurant In de Stad Kortrijk, Langestraat 119 ■ Frituur Franky, Karel Janssenslaan 53 (frituurfranky.be) Frituur Smul, Leffingestraat 108 Frietshop, Nieuwpoortsesteenweg 215 (frietshopoostende.be) Frituur 't Hazegras, Graaf de Smet de Naeyerlaan 20Ostend Queen Rest., Westhelling 12; recht teuer, aber toller Meeresblick.
Einkaufen: Delvaux Lederwaren, Adolf Buylstraat 23-25 (delvaux.com; Hoflieferant).
Gratis Parkplätze: Randparking Maria-Hendrikapark, Graaf de Smet de Naeyerlaan en Mercatorlaan ■ Randparking Oosteroever, Ankerstraat (Nähe Strab-H.).

Freitag, 9. November 2018

Eine etwas andere Kur in der Eifel

Renommierte Kurorte gibt es erstaunlich viele. Prächtige Kurbauten, elegante Hotels, groß­zügige Parkanlagen und ein breitgefächertes Unterhaltungsprogramm für das anspruchsvolle Kurpublikum sind ihr Markenzeichen. Es geht aber auch anders.
Volkesfeld in der Eifel (volkesfeld.de; Gästebeitrag €0.60) ist kein Kurort, obwohl es dort eine Heilquelle gibt, einen Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Säuerling mit recht hohem Eisengehalt (erkennbar an der roten Färbung). Magen-, Darm- und Gallenleiden erfahren damit Linderung. Im Prinzip erfüllt das Volkesfelder Wasser alle Bedingungen eines Heilwassers, jedoch hat man sich im Ort gegen einen ausgebauten Kurbetrieb entschieden. Die Quelle ist aber allgemein zugänglich (man sollte ein Trinkgefäß mitbringen). Direkt nebenan befinden sich Sitzgelegenheiten und eine Regenschutzhütte. Der Quelle am nächsten liegt das Hotel-Forsthaus Schlich (hotel-forsthaus.com). Merklich preiswerter ist jedoch das Hotel Schlömer im Nachbarort Langscheid (hotel-schloemer.de). Im Ort und in der Umgebung kann man auch Ferienwohnungen mieten. Die Gegend ist außerdem ein bekanntes und beliebtes Wandergebiet mit zahlreichen ausgewiesenen Wanderwegen. Besuchenswert sind vor allem der Volkesfelder Heidehimmel und die Wachholderheide bei Langscheid. Nur wenige Kilometer entfernt liegt überdies der touristisch erschlossene Rieder Waldsee (eifel-und-see.de). Wer auf einen breitaufgestellten Kurbetrieb verzichten kann, sollte folglich sein Kurvergnügen in der Eifel suchen.
Die Anreise erfolgt mit dem Bus 820 ab Mayen (vrminfo.de). Nach Mayen gelangt man mit der Bahn ab Andernach oder Koblenz. Mit dem Auto fährt man von der A61 kommend auf der B412 bis Rieden oder Weibern und folgt dann der Beschilderung nach Volkesfeld. Die Heilquelle befindet sich außerhalb des Ortes im Tal der Nette an der L83.

Mittwoch, 7. November 2018

Das Pegasus Varieté in Bensheim

Zwar ist das Hamburger Hansa-Theater das einzige deutsche Traditionshaus unter den Varieté-Theatern, aber nicht das einzige Varieté. Ein weiteres Theater dieser Art befindet sich in Bensheim, an Bergstraße und Odenwald gelegen: Das Varieté Pegasus (pegasus-bensheim.de). Auch hier werden - wie in Hamburg - u.a. Artisten, Komiker und ein Moderator geboten. Die Abendvorstellungen beginnen um 20:30 Uhr; die Nachmittagsvorstellungen Sonntags um 16 Uhr. Der Besuch im Varieté kann mit einem Besuch des benachbarten Restaurants (vor der Vorstellung) kombiniert werden, jedoch werden auch im Theater kleine Speisen serviert. Die Getränkeauswahl ist überdies sehr reichhaltig, wenn auch etwas teuer.
Vom Bahnhof Bensheim verkehren Regionalzüge nach Mannheim und nach Darmstadt. Ab Mann­heim gibt es nächtliche Zugverbindungen nach Basel, Köln, Dortmund, Hamburg, Berlin und München sodass man direkt nach Ende der Vorstellung den Heimweg antreten und sich die Über­nachtungskosten sparen könnte. Der letzte Zug nach Mannheim verlässt den Bahnhof Bensheim gewöhnlich um 00:55 Uhr und erreicht Mannheim um 01:37 Uhr. Der Anschlusszug nach Berlin verlässt Mannheim um 01:44 Uhr, der nach Köln, Dortmund und Hamburg um 02:16 Uhr. Ein Zug nach Basel fährt um 03:33 Uhr. Wer nach München will, sollte Bensheim jedoch schon um 23:55 Uhr in Richtung Mannheim verlassen (dort ab 01:06 Uhr). Vom Bahnhof Bensheim sind es etwa 750 Meter Fußweg durch die Innenstadt zum Theater.

Dienstag, 6. November 2018

Von der Mosel nach Münstermaifeld

Eine interessante Wandertour mit Übernachtungen lässt sich von Moselkern über die Burgen Eltz und Pyrmont nach Münstermaifeld gestalten. Der Ausflug beginnt am Bahnhof Moselkern (Bahnstrecke Koblenz – Trier) und zunächst geht es am Elzbach entlang zur Burg Eltz (ca. 5km, Gaststätte; burg-eltz.de). Unterwegs besteht am Gasthaus Ringelsteiner Mühle eine Einkehr­möglichkeit (ringelsteiner-muehle.de). Der Weg von Moselkern zur Burg Eltz erfreut sich großer Beliebtheit bei Ausflüglern, allerdings ist es auf der nächsten Etappe dafür wesentlich ruhiger.
Nach Besichtigung der Burg Eltz geht es auf den nächsten Abschnitt am Elzbach (elzbachtal.de) entlang nach Möntenich (ca. 5.5km). Übernachtet wird dort im Hotel Restaurant Zum Elztal (ab €40; zumelztal.de). Am folgenden Tag führt der Weg weiter zur Burg Pyrmont (ca. 3.5km; burg-pyrmont.de). Dort empfiehlt sich unbedingt eine Übernachtung in der Burganlage (ÜF ab € 50). Etwa 600 Meter von der Burg Pyrmont entfernt, liegt der Landgasthof Pyrmonter Mühle (pyrmonter-muehle.de, Ruhetag Donnerstag), wo man zu Abend essen oder ebenso übernachten könnte. Nicht entgehen lassen sollte man sich dort auch den nahen Wasserfall und die historische Steinbrücke. Weitere Gasthöfe gibt es in Roes (Dorfkrug, ca. 2.5km; gasthof-dorfkrug-roes.de) oder Pillig (Pilliger Hof, ca. 2.5km; pilliger-hof.de). Falls man die Tour wegen anhaltend schlechtem Wetter nicht durchführen kann, könnte die Firma Taxi Charly aus Pillig (Tel. 02605 / 2022) den Wanderer zum nächsten Etappenziel fahren.
Am nächsten Morgen geht die Wanderung weiter nach Münstermaifeld (ca. 6.5km, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, Heimatmuseum). Sehenswert ist dort u.a. die imposante Stiftskirche St. Martin und St. Severus. Ab Münstermaifeld fährt man mit dem Bus zum Bahnhof Hatzenport/Mosel (ca. 5.5km, Bahnstrecke Koblenz – Trier), nach Mayen (ca. 16km, Bahn nach Andernach und Koblenz) oder direkt nach Koblenz. Busfahrpläne gibt es unter vrminfo.de. Man könnte hier noch einen kleinen Umweg über Polch einschieben und dort bei Griesson - de Beukelaer im Fabrik­verkauf Süßwaren und Knabbergebäck einkaufen (griesson-debeukelaer.de; Bushaltestelle Gartenstraße).
Auf dieser Wanderroute gibt es kaum Einkaufs- oder Verpflegungsmöglichkeiten, weshalb man bereits vorher Proviant eingekauft haben sollte. Die Etappen sind kilometermäßig kurz gehalten, damit man Zeit hat die Umgebung zu genießen. Als Wanderkarte sei die Karte Nr. 34 des Eifelvereins (eifelverein.de) empfohlen.

Sonntag, 4. November 2018

Das Münster auf dem Maifeld

Die Pellenz ist eine Region voller Überraschungen. Kein Uneingeweihter würde in dem Pellenz-Städtchen Münstermaifeld eine Dom-ähnliche Kathedrale vermuten (51x29m, 40m hoch; muenstermaifeld.de). Umso überraschter ist der Reisende, wenn er vor der Stiftskirche St. Martin und St. Severus steht, die in der Zeit vor 1322 erbaut wurde, deren Vorgängerbau aber spätestens 905 Stiftskirche des gleichnamigen Klosters und nach 956 Wallfahrtskirche wurde. Im Inneren erstaunt vor allem die Weite des Innenraumes. Von Münstermaifeld verkehren diverse Buslinien nach Koblenz (Linie 355), Mayen und in die nähere Umgebung (vrminfo.de). Der nächstgelegene Bahnhof wäre Hatzenport an der Mosel. Auch von dort gibt es eine Busverbindung (Linie 988). Mit dem Auto fährt man über die A48 bis Polch und dann über die L113, die hinter Münstermaifeld weiter nach Hatzenport führt.

Samstag, 3. November 2018

Die silberne Pommesgabel von ESG

Die Haute Cuisine ist bekanntermaßen im Niedergang begriffen. Die Antwort des Snobs ist simpel: Er geht an eine Pommesbude! Als Snob mit sprichwörtlicher Nonchalance kann man sich das erlauben! Natürlich hat der Snob seine eigene Pommes-Gabel aus Metall dabei. Das zeugt von einer gewissen Kultpflege und übermittelt die Botschaft „Ich meine es ernst!“ Niemals sollte man Pommes Frites - oder gar die „Bottroper Schlemmerplatte“ - mit den Fingern essen. Sollte der Einsatz eines Messers erforderlich sein, dann nimmt der Snob sein Westfälisches Adelsmesser zur Hilfe.
Le chic du chic wäre natürlich eine Pommes-Gabel, in die das eigene Familienwappen eingraviert ist, was allerdings recht teuer ist. Aber auch ohne Familienwappen ist die Gourmet-Gabel "Silver-Picker" aus 925er Silber des Anbieters ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG aus Rheinstetten einen genauen Blick wert. Eine Gravur auf der Rückseite ist ab Werk gegen Aufpreis zwar möglich, jedoch werden nur Buchstaben und Text in zwei unterschiedlichen Schriftarten angeboten. Man könnte so aber zumindest seinen Namen eingravieren lassen, wenn man Wert darauf legt. Die 75mm lange Gabel wird mit einem passenden Lederetui geliefert. Der Verkaufspreis ist abhängig vom aktuellen Silberpreis und liegt derzeit bei etwa €24. Die Webseite des Unternehmens (edelmetall-handel.de) bietet auch noch andere interessante Silber-Accessoires, z.B. einen Eislöffel, eine Geldklammer und einen Spielwürfel.

Freitag, 2. November 2018

Die Barockkirche von Saffig

Westlich von Koblenz, in der sog. Pellenz, liegt die wenig bekannte Ortsgemeinde Saffig. Was ebenfalls nur wenige wissen: Dort befindet sich mit der Kirche St. Cäcilia Saffig eine bemerkens­werte Barockkirche, die von dem bekannten Baumeister Balthasar Neumann geplant wurde. Im Inneren dominieren drei Hochaltäre vorne und im hinteren Teil mehrere Kristalleuchter (sic). Direkt hinter der Kirche befindet sich der ebenfalls sehenswerte Schlosspark des im 19. Jahrhundert abgerissenen Saffiger Schlosses. Saffig erreicht man mit der Bahn ab Koblenz oder Andernach bis Plaidt. Vom dortigen Bahnhof sind es etwa 3.5km zur Kirche, die man eventuell auch mit dem Bus 335 zurücklegen kann (vrminfo.de). Mit dem Auto gelangt man nach Saffig über die A61, Ausfahrt Plaidt (beschildert).