Der Blog zum eBook "Snob mit wenig Geld - Wie man sich auch mit geringen Finanzmitteln von der billigen Masse abgrenzt"
Samstag, 4. April 2026
Bad Sebastiansweiler
Samstag, 7. März 2026
Das „Thalassozentrum ahoi!“ in Cuxhaven
Es ist ein modernes, familiengerechtes Freizeitbad mit Meerwasser-Wellenbad und damit nicht notwendigerweise snobtauglich (ahoi-cuxhaven.de). Das Brandungsbecken dürfte bei Kindern sehr beliebt sein, aber die Therme mit Sprudelliegen, Wasserfall, Schwallbrausen, Sprudelsitzbecken und Erholungsliegen mit Aussicht zur Nordsee scheint den Wünschen eines Snobs entgegen zu kommen. Das gilt wahrscheinlich auch für den Whirlpool und die speziellen Thalassokureinrichtungen, aber eher nicht für die Sauna und den Fitnessraum, denn Snobs meiden Orte, an denen gemeinsam transpiriert wird. Außerdem gibt es ein Restaurant (ebkens.de). Die Kurtaxe liegt in Cuxhaven bei maximal €3.80 pro Tag und Person, der Strandeintritt ohne Gästekarte kostet maximal €3.90 (nordseeheilbad-cuxhaven.de). Vom Bahnhof Cuxhaven (Züge nach Bremen und Hamburg) verkehren die Buslinien 1006 und 1007 zum Thalassozentrum.
Sonntag, 1. März 2026
Asiatische Gärten
Japanische oder chinesische Gärten findet man in Europa erstaunlich oft, obwohl sie eher selten bekannt sind. Eigentlich sind sie mehr etwas für Yuppies, Neureiche oder andere Emporkömmlinge. Ein Snob lässt sich von ihnen jedenfalls nicht beeindrucken. Dennoch sollte auch ein Snob einen solchen Garten irgendwann einmal besucht haben. Vor allem die weniger Populären kommen dazu infrage. Die drei Unbekanntesten dürften wohl der japanische Garten in Bietigheim-Bissingen und die chinesischen Gärten in Mannheim und Bochum sein.
Unweit von Stuttgart und Ludwigsburg liegt der Doppelort Bietigheim-Bissingen im Tal der Enz. Bekannt ist er vor allem für den im Stil eines römischen Aquäduktes errichteten Eisenbahnviadukt, der das Wahrzeichen der Stadt bildet.Weitere Sehenswürdigkeiten stellen die Altstadt von Bietigheim sowie die Rommelsmühle und die spätgotische Kirche in Bissingen dar. Eine eher wenig bekannte Sehenswürdigkeit ist jedoch der japanische Garten, der zu Ehren von Erwin Bälz angelegt wurde, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts Leibarzt der japanischen Kaiserfamilie war und die moderne Medizin in Japan begründete. Zur Anlage gehören Steinlaternen, Haiku-Spruchsteine, eine Steinbrücke und ein knapp zwei Meter hoher Gedenkstein. Der Park liegt beim Zusammenfluss von Metter und Enz zwischen dem Park an der Metter und dem Overland Park, südlich der Innenstadt von Bietigheim und ca. 500 Meter vom Bahnhof Ellental entfernt.
Der chinesische Garten in Mannheim trägt den Namen Garten der vielen Ansichten und bildet einen Teil des Luisenparks (luisenpark.de). Das Teehaus wird gerne für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt, allen voran natürlich Teezeremonien. Der Großteil der verwendeten Materialien wurde aus China herangeschafft, außerdem wurde die Anlage von chinesischen Fachleuten unter Berücksichtigung der Fengshui-Lehre erstellt. Es gibt sogar eine Grotte in einem kleinen künstlichen Berg mit Wasserfall, außerdem Bambus, Schilfgras, Päonien und eine Kameliensammlung. Der chinesische Garten liegt unweit des Fernmeldeturms und ist von dessen Straßenbahnhaltestelle gut zu erreichen. Weitere Attraktionen im Luisenpark sind übrigens das Pinguingehege und der Muster-Bauernhof.
In Bochum bildet der chinesische Garten einen Teil des Botanischen Gartens, ist aber dennoch von einer eigenen Mauer umgeben. Angelegt wurde er im südchinesischen Stil von der Universität Shanghai, die Baumaterialien wurden aus China herbeitransportiert. Der Zugang erfolgt über Trittsteine durch ein Wasserbassin. Es gibt Pavillons, Pagoden, sehr viel Naturstein, einen Teich und einen kleinen Wasserfall. Der Garten befindet sich außerhalb der Stadt bei der Ruhruniversität. Der Haupteingang liegt in der Straße Im Lottental und hat eine eigene Bushaltestelle.
Dienstag, 20. Januar 2026
Die Burg Thurant bei Alken an der Mosel
Sie gehört zu den weniger bekannten Festungsanlagen, obwohl ihre Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht (thurant.de). Außerdem besitzt sie gleich zwei etwa 20 Meter hohe Bergfriede, was eher ungewöhnlich ist. Der Grund dafür ist, dass sie eine Doppelburg ist, die von den Erzbistümern Köln und Trier gemeinsam verwaltet wurde. Es gab je eine kölnische und eine trierische Burghälfte. Nach 1911 wurde die teilweise verfallene Anlage umfassend renoviert und kann heute besichtigt werden. Außerdem gibt es ein Ferienhaus für sechs Gäste.
Die Burg liegt oberhalb der Ortschaft Alken und wird über eine Zufahrtsstraße und mehrere Fußwege erreicht (alken.de). Nach Alken (Haltestelle Bachstraße) gelangt man mit dem Bus Linie 31 ab Koblenz Hbf. Von dort geht es etwa 800 Meter zu Fuß weiter. In Alken existiert eine gewisse, touristische Infrastruktur mit Gaststätten und Pensionen. An Einkaufsmöglichkeiten gibt es leider nur einen Supermarkt mit Bäckerei am südlichen Ortsrand. Die Kurtaxe beträgt €0.50 pro Tag und Person.
Freitag, 9. Januar 2026
Picknick im Flugzeug
Dass auf vielen Linienflügen Mahlzeiten serviert werden, ist ja nichts neues. Die Fluggesellschaft Adel Air (adel-air.de) bietet jedoch unter dem Schlagwort „Picknick im Blauen“ auch Rundflüge mit Picknick an. Der Flug dauert etwa 40 Minuten; gestartet und gelandet wird am Flugplatz Wolfhagen, zwischen Kassel und Bad Arolsen gelegen. Im Preis von €599 für zwei Personen ist das Picknick inbegriffen. Ob die Aktion snobtauglich ist, mag man jedoch bezweifeln.
Dienstag, 23. Dezember 2025
Bad Oeynhausen
Südlich des Kurparks von Bad Oeynhausen befindet sich die Bali Therme (balitherme.de). Das Wasser des „Gert-Michel-Sprudels“ füllt den Whirlpool im Kneipp Bereich (ca. 36°C) und das Kneipp Becken, die Thermalmineralsole „Alexander-von-Humboldt-Sprudel“ speist die übrigen Becken im Thermenbereich. Beide Quellen regen das Immunsystem an, lösen Verspannungen, aktivieren die Selbstheilungskräfte des Körpers und pflegen das Hautbild. Das Wasser im Eisenheilbecken wirkt vor allem gegen rheumatische Beschwerden. Es gibt außerdem einen Saunabereich, Massagen und ein Restaurant (nur für Badbesucher).
Der Kurpark von Bad Oeynhausen ist einer der renommiertesten Landschaftsparks Deutschlands. An seinem nordwestlichen Rand liegt die neoklassizistische Wandelhalle mit dem Heilwasserausschank. In der Halle können Besucher das Heilwasser aus dem Wittekind-Brunnen und der Thermal I Quelle trinken. Es gibt zwei Brunnennischen mit Zapfhähnen, sowie Gläser für den Gebrauch. Der Brunnenausschank ist kostenfrei. Außerdem befinden sich in der Wandelhalle ein Café und ein Ladengeschäft und es werden regelmäßig Kurkonzerte veranstaltet. Die Klinik am Rosengarten und die Gollwitzer-Meier-Klinik bieten überdies Cafeterien und Getränkeautomaten. Die dahinter liegende Median Klinik hat ein Restaurant. Der Kurpark liegt südlich der Innenstadt und nur wenige hundert Meter südlich des (Nord-) Bahnhofes. Ein weiterer Bahnhof befindet sich südlich des Kurparks, unweit der Bali-Therme. Neben der Bali Therme steht der Brunnen des Jordan Sprudels, der in den Sommermonaten stündlich eine bis zu 20 Meter hohe Fontäne erzeugen kann.
Bad Oeynhausen entstand im 19. Jahrhundert, nachdem bei einer Bohrung nach Salzvorkommen eine Thermalquelle getroffen wurde. Offizieller Gründungstag des Kurbades war der 1. Januar 1860 und das junge Kurbad wurde in der Folgezeit zu einem Bad der bürgerlichen Mittelschicht und des niederen Adels. Aufgrund seiner Geschichte besitzt der Ort keine alte Bausubstanz. Sehenswert sind jedoch praktisch alle Gebäude, die mit dem Kurbetrieb zusammenhängen (Kurarchitektur) und ein paar Denkmäler und Brunnen in der Innenstadt; in der Umgebung die diversen Kirchen, die Schoenen-Wassermühle und das Wasserschloss Ovelgönne. Neben dem Kurpark, sind auch die Parks der Umgebung einen Besuch wert, z.B. der Landschaftspark Siekertal, die Oeynhauser Schweiz, der Sielpark mit seinem Gradierwerk (öffentl. WC) und die Aqua Magica, ein Park dessen Mittelpunkt ein 18 Meter tiefer, begehbarer Wasserkrater ist, aus dem eine Wasserfontäne bis über den Kraterrand aufsteigt. Der Zugang zum Krater ist kostenpflichtig (aquamagica.de). Das östlich des Parks gelegene Klinikzentrum hat eine Cafeteria. Gastronomie, Hotellerie und Einkaufsmöglichkeiten sind im Ort ausreichend vorhanden. Massagen gibt es u.a. bei Siam Wellness (siam-wellness-bo.de).
Vom Bahnhof Bad Oeynhausen (Nord) fahren Regionalzüge nach Minden, Osnabrück, Bielefeld und Braunschweig; außerdem halten diverse Fernzüge, u.a. nach Köln, Dresden und Hannover. Vom Bahnhof Bad Oeynhausen Süd fahren Züge nach Herford und Hameln. Kostenlos parken kann man am Sielbad. Die Kurtaxe beträgt €2.80 pro Tag und Person (staatsbad-oeynhausen.de).
Donnerstag, 18. Dezember 2025
Bad Eilsen
Im Jahre 1794 fasste Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe den Entschluss, Eilsen zum Kurbad zu machen. Sie kaufte in den folgenden Jahren 23 Morgen Land im Quellbereich und ließ die Quellen fassen. Nach ihrem frühen Tod 1799 wurde der Ausbau des Ortes zu einem Heilbad von ihrem Nachfolger fortgeführt. Prominente Besucher waren Franz Liszt, Clara Schumann (geb. Wieck), Hermann Löns, Richard Tauber und Gerhart Hauptmann. Bei den Quellen handelt es sich um schwefelwasserstoffhaltiges Heilwasser mit Anteilen von Kalzium und Magnesium. Zum Trinken ist es nicht geeignet. Heilwasser-Wannenbäder erhält man in der Bückeberg-Klinik (bueckeberg-klinik.de), unmittelbar am Kurpark, oder im Rehazentrum (rehazentrum-bad-eilsen.de), südlich des Parks gelegen. Der Kurpark ist mit einer ganzen Reihe von eingefassten Quellen gespickt und bietet darüber hinaus einen Minigolfplatz und Tennisplätze. Das Haus des Gastes liegt wenige Meter westlich vom Kurpark entfernt, direkt am Englischen Garten (mit Boule-Bahn). Im Haus befinden sich ein Restaurant, eine Bücherei mit Lesesaal, die Heimatstube und ein Internet-Anschluss. Massagen gibt es auch bei Dao-Rung-Thaimassage (dao-rung-thaimassage.de). Sehenswert sind im Ort die Kuranlagen mit dem Fürstenhof (1918 das schönste Hotel Europas, heute Reha-Zentrum), der historische Ortskern, der ehemalige Kleinbahn-Bahnhof, die Heimatstube und der alte Baumbestand im Kurpark und an den Alleen. Ein beliebtes Wanderziel ist der Idaturm (mit Gaststätte). Die Hotellerie besteht aus einem Hotel (landhaus-lahmann.de) und sieben Ferienwohnungen in Hauptort und weiteren Quartieren in der unmittelbaren Umgebung, Das gastronomische Angebot erstreckt sich auf etwa acht Betriebe und einen Kiosk. Zum Einkaufen gibt es einen Supermarkt am Rande der Innenstadt und zwei weitere am südlichen Ortsausgang (Netto und Edeka mit WLAN). Nach Bad Eilsen gelangt man mit dem Bus 2132 ab Bückeburg (Bf.) oder 2006 ab Rinteln (Bf.). Die Kurtaxe beträgt €2.20 pro Tag und Person (bad-eilsen.info).
Mittwoch, 10. Dezember 2025
Bad Kötzting
Die Stadt in der Oberpfalz ist seit 2006 Kneippheilbad, was ein Snob nicht weiter beachtet (bad-koetzting.de). Eine Heilquelle hat sie nicht. Zu Bad Kötzting gehören mehr als 50 Dörfer und Weiler. Im Hauptort liegt die Deutsche Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin, die Universitätsklinik der Universität Peking ist. Außerdem gibt es drei Reha-Kliniken, eine Schule für Altenpflege, eine Spielbank und die „AQACUR“ Badewelt (kein Thermalwasser; aqacur.de). Letztere bietet ein Wellenfreibad, ein Thermarium mit mehreren Becken (u.a. Liegebecken, Sitzbecken, Heißbecken mit 36°C, Solebecken mit 2% Sole), Saunen, einen Wellness-Bereich (Heilerde- und Solebehandlungen, Massagen) und Kneipp-Therapien. Massagen erhält man auch in etwa einem Dutzend weiterer Massage- und Physiotherapiepraxen. Etwa 800 Meter von der Badewelt entfernt, befindet sich der Kurpark mit Kneipp-Anlage, Sitz-Pavillon, Theaterbühne, Kiosk, Toiletten und einem Rosengarten. Am Südrand, jenseits des Flusses Weißer Regen steht die Lindner Bräu Brauereischänke (es gibt eine Brücke). Die dahinterliegende Reha-Klinik hat eine Cafeteria. Nördlich des Kurparks liegt der Bahnhof. Sehenswert sind im Hauptort die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und weitere sakrale Gebäude, die Wehranlagen, das Alte Rathaus mit seinem Glockenspiel, das Neue Rathaus von vor 1803, der Benediktinerbrunnen und der Pfingstreiterbrunnen. Bekannte Veranstaltungen sind die alljährliche, berittene Bittprozession zu Pfingsten (seit 1412), der sogar ein eigenes Museum gewidmet ist, und die Waldfestspiele (Theaterfestspiele). Einkaufsmöglichkeiten bietet der Ort zwar genügend, jedoch sind die Supermärkte an den Ortsrändern verstreut (der Netto hat WLAN, der Aldi eine Kundentoilette). Hotellerie und Gastronomie sind ausreichend vorhanden, am Platz vor St. Veit steht ein offenes Bücherregal. Vom Bahnhof Bad Kötzting fahren Züge nach Cham (Anschluss nach Schwandorf) und Lam. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person.
Freitag, 5. Dezember 2025
„Das Schäfer“ im Großen Walsertal
Das 4-Sterne-Superior-Hotel in Fontanella versteht sich als „Kräuterhotel“ - von Kräuterduft über Kräutergetränke bis zu Pflegeprodukten auf Kräuterbasis sind Kräuter hier das große Thema (dasschaefer.at). Im sog. BergSpa dominieren daher Behandlungen auf Kräuterbasis, wie z.B. die Signatur-Behandlung 7 Walser, wobei sich die Zahl „7“ auf diverse, spezielle Massagegriffe bezieht. Bei den Kräutern kommen vor allem Öle aus Johanniskraut, Latschenkiefer, Wacholder und Ringelblume zum Einsatz. Außerdem gibt es im BergSpa ein Schwimmbecken, Sauna, Fitnessraum, Massagen und Kosmetikbehandlungen, ein Bistro und Ruhebereiche. Eine Heilquelle existiert nicht und von Kosmetikbehandlungen, Sauna und Fitness nimmt ein Snob selbstverständlich Abstand. Externe Besucher sind gerne gesehen. Ansonsten kann man natürlich auch im Hause wohnen und auch die Küche ist zu empfehlen, selbst wenn das Preisniveau gelegentlich die Höhe der umliegenden Berge widerspiegelt. Die Bushaltestelle Fontanella Dorfzentrum liegt nur etwa 150 Meter vom Hotel entfernt. Die Linie 570 fährt nach Damüls und Thüringen. Von letzterem Ort verkehren Busse zu den Bahnhöfen von Ludesch und Bludenz. Nur wenige Kilometer vom Hotel entfernt gibt es übrigens eine fast vergessene Schwefelquelle, um deren Wiedereröffnung sich derzeit ein Verein bemüht (wassertal.at).
Mittwoch, 26. November 2025
Bad Liebenwerda
In der Stadt in der Niederlausitzer Heide werden seit 1904 Moorbäder zur Behandlung rheumatischer Leiden verabreicht. Seit dem 16. Januar 1925 trägt sie den Titel „Bad“. Nach der Wende von 1989 wurde das Moorbad zunächst gemäß dem Einigungsvertrag bis zum 1. Januar 1991 abgewickelt. Nachdem Anfang 1991 jedoch die Altenheim- und Klinikgruppe Rolf Henning Mayer das ehemalige Moorbad übernommen hatte und eine neue Kurklinik im Zentrum von Bad Liebenwerda errichtete, wurde nun alles unternommen, um den Status als Kurstadt zu behalten. Nach zwei befristeten Anerkennungen, bekam Bad Liebenwerda schließlich 2003 unbefristet den Titel Ort mit Peloidbetrieb (bad-liebenwerda.de). Der Kurbetrieb findet heute vor allem in der Median Fontana Klinik statt (median-kliniken). Die Moorbehandlungen sind nur mit ärztlicher Verschreibung erhältlich und man kann in der Klinik Moor für die Anwendung zu Hause erwerben. Weitere Gesundheitsbetriebe sind die Psychotherapeutische Klinik, das Epikur Zentrum für Gesundheit, ein medizinisches Versorgungszentrum (mvz-epikur.de), und die Bali-Salzgrotte (bali-salzgrotte.de), die überdies spezielle Massageliegen anbietet. Das Wonnemar ist zwar ein Freizeitbad, offeriert jedoch mit seinem Mineralforum auch individuelle Bäder (wonnemar.de). Der Bereich hat drei Becken (Thalasso-, Mineral-, Kaskadenbecken), zwei Ruheräume, ein Gradierwerk und ein Dampfbad. Eine Sauna, Massagen und Wellness-Behandlungen bekommt man auch. Für die Zukunft sind private Spa-Bereiche geplant. Die Gastronomie ist nur für Badbesucher zugänglich.
Sehenswert sind im Ort die Stadtpfarrkirche St. Nikolai, die Herz-Jesu-Kirche, der historische Stadtkern, eine kursächsische Postdistanzsäule, das Marionettenmuseum, das Natoureum Maasdorf (Garten mit Modellbahn) und ein paar Denkmäler. Der Kurpark erstreckt sich entlang des Flusses Schwarze Elster zwischen der Fontana Klinik und der Dresdener Straße. In den Sommermonaten werden Sonntags in der Konzertmuschel im Kurpark Konzerte veranstaltet. Außerdem gibt es ein Restaurant (villa-nuova.de) und eine öffentliche Toilette. Südöstlich vom Park liegen der Busbahnhof (öffentl. WC), das Kurhaus (kurhaus-bad-liebenwerda.de) und das Wonnemar. Der Bahnhof wird über eine Flussbrücke erreicht. Davor liegt der Garten der Sinne. In der Innenstadt findet man zahlreiche kleinere Geschäfte, am Nordring stehen zwei Supermärkte und mehrere andere Läden. Gastronomie und Hotellerie sind vorhanden. Probieren sollte man unbedingt das Liebenwerdaer Mineralwasser (mineralquellen.de). Die Touristeninformation bietet Gepäckschließfächer, Ladestationen, regionale Zeitungen, WLAN und alles was man sonst von ihr erwartet. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person. Vom Bahnhof Bad Liebenwerda fahren Züge nach Leipzig, Hoyerswerda, Senftenberg und Falkenberg.
Samstag, 15. November 2025
Bad Düben
Der Kurbetrieb mit Moor- und Mineralbädern in der Stadt am Rande der Dübener Heide, unweit von Leipzig, setzte im 19. Jahrhundert ein. Das Moorbad wurde 1915 eingeweiht. Bis dahin war Düben eine beliebte Sommerfrische. Bei Bohrungen nach Braunkohle wurde 1911 die heilsamen Moorerde entdeckt. Infolgedessen wurde im Jahr 1913 die Eisen-Moorbad-Gesellschaft gegründet. Der Titel „Bad“ wurde Düben 1948 verliehen (bad-dueben.de). Heute hat sich der Kurbetrieb im Wesentlichen in das Heide Spa am Kurpark verlagert (heidespa.de), eine Badelandschaft mit verschiedenen Becken (kein Thermalwasser!), Saunen, Massagen, Wellnessbereich, Fitnesscenter, Gastronomie, Bademodegeschäft und eigener Bushaltestelle (u.a. Linie 196 nach Leipzig). Auch Moorbäder und Moorpackungen kann man natürlich bekommen. Schräg gegenüber liegt die Mediclin Klinik, deren vorrangige Fachbereiche Orthopädie und Neurologie sind (reha-zentrum-bad-dueben.de). Die Klinik hat eine Cafeteria.
Sehenswert sind im Ort die Burg mit dem Heimatmuseum, die Bergschiffmühle, diverse profane und sakrale Gebäude in der Innenstadt, das Museumsdorf Obermühle und der acht Hektar große Kurpark von 1846 (ältester Kurpark Deutschlands) am nördlichen Ortsrand. Im Zentrum des Kurparks befindet sich ein griechisches Restaurant (dergriecheimkurhaus.de), außerdem gibt es einen kleinen Pavillon, zwei Brunnen und drei Denkmäler. Im Sommer werden im Park auch Konzerte veranstaltet. Etwa 3.5km außerhalb des Ortes liegt die Quelle Gesundbrunnen, eine Natrium- und nitritarme Eisenquelle. Sie ist ein beliebtes Wanderziel. Die nächste Bushaltestelle Söllichau, Gleinermühle liegt ca. 1km entfernt. Gastronomie, Hotellerie und Einkaufsmöglichkeiten sind im Ort ausreichend vorhanden. Der Netto bietet WLAN, der Rewe WLAN und eine Heiße Theke. Bad Düben erreicht man mit dem Bus 196 ab Leipzig (Fahrzeit ca. 1h); weitere Linien verkehren in Nachbarorte. Die Kurtaxe beträgt maximal €2 pro Tag und Person.
Sonntag, 9. November 2025
Freizeitfahrten mit der Syltfähre
Die zwischen Römö und List auf Sylt verkehrenden Fährschiffe eignen sich auch für Vergnügungsfahrten. So gibt es täglich ab 16:30 Uhr das Dinner Ticket zu einem Preis von derzeit €5 pro Person, mit welchem man das Fährschiff zum Abendessen aufsuchen kann. Ein Zeitlimit gibt es dabei nicht, d.h. man kann so lange zwischen List und Römö hin und her fahren, wie man möchte (bis ca. 19:15 Uhr). Das Essen wird natürlich separat berechnet, zur Wahl stehen die Gerichte auf der aktuellen Speisekarte.
Mit €50.90 preislich höher angesiedelt ist das GOSCH-Kombiangebot: 2 Fährtickets für Fußgänger, 2 Fischbrötchen, 2 kleine Flaschen GOSCH Wein oder Sekt (je 0,25l), reservierte Plätze und kein Zeitlimit.
Im übrigen kann ein Blick in den Bordshop nicht schaden; angerboten werden v.a. Parfüm, Süßwaren, Uhren und Schmuck, Spirituosen, Wein und Souvenirs, allerdings zu den üblichen Preisen. Außerdem gibt es WLAN an Bord (frs-syltfaehre.de).
Sonntag, 2. November 2025
Mini-Kreuzfahrt nach Trelleborg
Die 220km lange Reise von Travemünde nach Trelleborg mit TT-Line (ttline.com) dauert etwa 8 Stunden, sodass für eine Mini-Kreuzfahrt nur eine Übernachtung nötig ist. Es ist möglich die Reise sowohl Morgens als auch Abends zu beginnen. Ein Landgang ist nur bei wenigen Angeboten vorgesehen, sodass man meist mit dem selben Schiff wieder zurück fährt und in Trelleborg an Bord bleibt. Am nächsten Morgen oder Abend gelangt das Schiff dann wieder nach Travemünde. Die Fahrpreise beginnen bei €114, Mahlzeiten sind inkludiert. Die Art der Restaurants variiert je nach Schiff, aber ein SB-Restaurant gibt es immer. Der Bordshop offeriert das übliche Sortiment aus Parfüm, Kosmetika, Süßwaren, Spielzeug, Souvenirs und Spirituosen zu skandinavischen Preisen. Interessant sind eventuell pfandfreie Getränkedosen und einige Süßwaren. Je nach Schiff gibt es eine Sauna (der Whirlpool existiert leider nicht mehr), Großbildfernseher mit Nachrichtenprogrammen und die unvermeidlichen Spielautomaten. Telefonieren ist kostenpflichtig und auf See recht teuer, aber die WLAN-Nutzung ist bei TT-Line im öffentlichen Bereich gratis.
Reisehinweise:
Der Bahnreisende kommt gewöhnlich am Lübecker Hauptbahnhof an und muss sich dann zum knapp 20km entfernten TT-Line Terminal, Zum Hafenplatz 1 im Lübecker Ortsteil Travemünde begeben. Am einfachsten ist es mit den Bussen der Linien 30 und 31, die vom Lübecker ZOB (neben dem Hbf.) direkt zum Terminalgebäude des Skandinavienkais fahren (sv-luebeck.de). Der Travemünder Bahnhof „Skandinavienkai“ befindet sich nicht in der Nähe des Terminalgebäudes und ein direkter Fußweg dorthin ist nicht vorhanden. Ein Taxi bestellt man unter 04502 71213 oder 04502 4141.
Wer sein Auto in Travemünde am Skandinavienkai parken möchte, kann dies auf dem dortigen Besucherparkplatz am Hafenhaus (kostenpflichtig) tun. Für eine Übernachtung in Travemünde empfiehlt sich das Hotel Grüner Jäger (hotelgruenerjaeger.de).
Montag, 27. Oktober 2025
Die „crucenia thermen“ in Bad Kreuznach
Das Bad hat drei Innen- und Außenbecken mit 33°C warmem mineralreichen Heilwasser und einer Salzkonzentration von etwa 1,5 %. Darüber hinaus gibt es einen großen Süßwasserpool und großzügige Ruhezonen im Innen- und Außenbereich (crucenia-thermen.de). Das Heilwasser wird aus einer 500 Meter tiefen Quelle gewonnen und aus dem Salinental in das Thermalbad befördert. Außerdem verfügt das Bad über eine Infrarotkabine und eine Wassermassageliege, und Geburtstagskinder haben freien Eintritt. Neben dem Bad befinden sich eine Salzgrotte, der Inhalationspark, die Touristeninformation (bad-kreuznach-tourist.de) und zwei gehobene Hotels. Das Bäderhaus (baederhaus.de) gegenüber bietet mehrere Saunen und Dampfbäder, Wellness, Massagen und ein Bistro – leider nur als Komplettpaket, d.h. Massagen und Wellness gibt es nur bei einem Saunabesuch. Am südöstlichen Rand des Kurviertels liegt jedoch eine Kosmetikpraxis, wo man ebenfalls Massagen erhalten kann (kurpark-kosmetik-wellness.de). Der Kurpark erstreckt sich zu beiden Seiten der Nahe, verbunden durch eine Brücke auf Höhe des Thermalbades. Von Mai bis September finden im Park Kurkonzerte statt. Das Kurviertel ist vom Bahnhof Bad Kreuznach aus mit dem Bus Linie 210 erreichbar. Das Salinenbad (salinenbad.de) liegt auf dem linken Naheufer und am südlichen Ortsrand. Trotz des nach „Salz“ klingenden Namens, sind seine Becken mit gewöhnlichem Wasser gefüllt. Der Name weist lediglich auf die geografische Lage im Salinenpark neben dem Freiluft-Inhalatorium hin. Sehenswert sind im Ort die Brückenhäuser auf der alten Nahebrücke, die Kirchen im Hauptort, das Pariser Viertel und die Kurarchitektur, und in der Umgebung einige Burgen und Felsformationen. Gastronomie, Hotellerie und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. In der Bad Kreuznacher Innenstadt gibt es kostenloses WLAN (max. Nutzung 30min.). Vom Bahnhof Bad Kreuznach fahren Züge nach Frankfurt/M., Kaiserslautern, Saarbrücken, Bingen und Mainz. Die Kurtaxe beträgt €3.50 pro Tag und Person.
Sonntag, 26. Oktober 2025
Mini-Kreuzfahrten zwischen Rostock und Gedser
Ab 1. Januar 2026 bietet die Fährgesellschaft Scandlines eine 4-stündige Mini-Kreuzfahrt auf der Rostock-Gedser-Fähre an. Das Sail&Dine Fußgänger-Ticket gibt es ab €40 im Fährcenter des Rostocker Hafens bis spätestens 30 Minuten vor der geplanten Abfahrt oder telefonisch beim Kundenservice für die Abfahrten um 11:15, 13:30 und 15:45 Uhr. Im Preis inbegriffen ist das Scandlines Kitchen Buffet mit Meerblick. Ein Landgang in Dänemark ist nicht vorgesehen. Eventuell kann auch ein Blick in den Bordladen interessant sein, vor allem bei skandinavischen Süßwaren und pfandfreien Getränken. Außerdem gibt es an Bord und im Hafen gratis WLAN.
Sonntag, 12. Oktober 2025
Bad Grönenbach
Die Marktgemeinde ist als Kneippkurort staatlich anerkannt (was ein Snob ignoriert) und befindet sich zwischen den Städten Memmingen im Norden und Kempten im Süden (bad-groenenbach.de). Etwas östlich verläuft die A7. Eine Heilquelle existiert nicht. Der Kurpark (mit Kneipp-Becken und Boule-Bahn) befindet sich südöstlich der Innenstadt; an seinem Rand liegt ein Restaurant/Café (kurcafe.net), und die VAMED-Rehaklinik dahinter hat eine Cafeteria. Sehenswert sind im Ort das Hohe Schloss (Schlosspark mit Weiher unterhalb), das Untere Schloss, die sakralen Ortsgebäude und ein paar Wohn- und Bauernhäuser im Ortskern. Im Ortsteil Klevers besteht ein Kurheim und Wellness-Hotel-Resort mit zahlreichen Anwendungsangeboten und einem Badesee (badclevers.de). Das Hotel Allgäu Resort (allgaeu-resort.de) im Hauptort verfügt über einen Wellnessbereich mit Schwimmbad (kein Thermalwasser!), Whirlpool, Sauna, Massagen, Wannenbädern und Moorpackungen. Massagen erhält man ebenfalls bei Liselotte Braun (liselotte-braun.de) oder Surin Thai-Wellness-Massage (surin-massage.de). Hotellerie, Gastronomie, Dienstleister und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden; es gibt mindestens drei Supermärkte (Netto und Edeka haben WLAN, der Feneberg eine Heiße Theke), außerdem eine Bücherei. Am Marktplatz besteht eine öffentliche Toilette. Gratis WLAN gibt es am Marktplatz und vor dem Postsaal. Der Bahnhof Bad Grönenbach liegt etwa 3km außerhalb des Hauptortes an der Strecke Memmingen - Kempten. Eine Busverbindung der Linie 931 zum Ort besteht nur zu gewissen Zeiten. Vom Bahnhof fahren Züge nach Ulm und Sonthofen. Des weiteren verkehrt der Bus Linie 965 von Memmingen ZOB über Klevers und Bad Grönenbach, Marktstraße zur VAMED-Rehaklinik, Bad Grönenbach. Die Kurtaxe beträgt €1 pro Tag und Person.
Dienstag, 7. Oktober 2025
Bad Endorf
Das Heilwasser welches die Chiemgau-Thermen füllt, ist ein Natriumchlorid-Hydrogencarbonat-Wasser mit teilweise recht hohem Jodgehalt und bis zu 35°C (chiemgau-thermen.de). Heilanzeigen liegen vor bei Stress und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Das Innenbecken verfügt u.a. über Sprudelliegen, Sprudelsitze und Massagedüsen. Ein Außenbecken mit Massagedüsen gibt es auch, außerdem ein Sportbecken, einen Whirlpool, einen Strömungskanal und ein Kneipp-Becken. Dazu kommen eine Sauna, Ruhebereiche, Solarium, Salzgrotte, Wellness-Bereich, Massagen, Thermen-Boutique, Gastronomie und ein Thermen-Hotel. Südlich der Thermen liegt der Kurpark mit einer Kneipp-Anlage, einer Kapelle und einer Orangerie. Sehenswert sind im Ort die Pfarrkirche St. Jakobus und diverse historische Häuser entlang der Bahnhofstraße / Kirchplatz / Wasserburger Straße und am Wendelsteinweg, außerorts die Seen und Schloss Hartmannsberg. Diverse Wanderwege tangieren den Ort, der von zahlreichen Naturschutzgebieten umgeben ist. Hotellerie, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden (der Edeka hat WLAN); es gibt sogar ein (Programm-) Kino (marias-kino.de) und eine Theatergesellschaft. Vom Bahnhof Bad Endorf verkehren Züge nach München, Rosenheim und Salzburg. Es halten auch ein paar wenige Fernverkehrszüge. Auf der Zweigstrecke nach Obing wird ein Museumsverkehr betrieben. Die Kurtaxe beträgt €1.50 pro Tag und Person.
Montag, 29. September 2025
Der Sinn von Kneippkuren
Die Kneipp-Therapie ist ein nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp benanntes Behandlungsverfahren, das Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen umfasst. Im Dezember 2015 wurde das Kneippen von der BRD-Kultusministerkonferenz als Kulturform in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zentrales Element sind Hydrotherapien mit kaltem (oder heißem) Wasser, vor allem das sog. Wassertreten, auch Kneippen genannt. In zahlreichen Orten, insbesondere in Kneipp-Heilbädern, sind Kneipp-Anlagen in Form von Wassertretbecken eingerichtet worden, vor allem in Kurparks. Unter gewissen Umständen und nach Erfüllung eines Anforderungskatalogs ist es Ferienorten mit Kneipp-Kurbetrieb sogar möglich, den Titel „Bad“ zu erwerben, auch dann, wenn sie keine Heilquelle haben.
Das erste Problem bei der Kneipp-Therapie ist, dass eine Wirksamkeit nicht belegt ist. Es gibt leider keine zuverlässige Studie, die eine Heilwirkung bestätigen oder widerlegen könnte, weil praktisch alle bisher dazu ausgearbeiteten Studien fehlerhaft sind. Bestätigt ist nur, dass Kneippkuren verschiedene Beschwerden lindern können.
Das zweite Problem besteht darin, dass die elementaren Bestandteile einer Kneippkur auch außerhalb eines Kuraufenthalts selbständig durchgeführt werden können, vor allem das Wassertreten. Man benötigt dazu nicht mehr als eine Badewanne oder einen Waschzuber. Alternativ kann man auch einen natürlichen Bachlauf oder ein seichtes Seeufer aufsuchen. Es gibt also keinen Grund extra in ein Kneipp-Heilbad zu fahren. Und exklusiv ist eine Kneippkur schon gar nicht. Das gilt schon deshalb, weil sie de facto nun mal überall und ortsunabhängig durchgeführt werden kann.
Das dritte Problem ist, dass die Möglichkeit für Ferienorte den Titel „Bad“ zu erwerben ohne eine Heilquelle besitzen zu müssen, auf lange Sicht zu einer Inflation von „Bädern“ ohne Quelle führen wird. Es wird dann immer schwieriger für einen Snob werden, die Pseudo-Heilbäder von den richtigen Heilbädern mit Quelle zu unterscheiden.
Nichtsdestotrotz sollte ein Snob auf keinen Fall von der Direktive abweichen: Ein Heilbad ist ein Ort mit einer Heilquelle und Kurbetrieb. Alles andere sind Ferienorte. Egal, wie sie heißen mögen.
Sonntag, 21. September 2025
Kur- und Ferienorte für Snobs
Luftkurort, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Heilbad – die Liste der Qualitätsprädikate für Urlaubsorte ist schier endlos. Für Snobs gibt es jedoch nur zwei Ferienortstypen: Solche mit Heilquelle und Kurbetrieb und solche ohne. Siedlungen mit Heilquelle und Kurbetrieb sind Heilbäder. Alle anderen Ortschaften sind einfach nur Ferienorte. Anstelle einer Heilquelle mag man vielleicht noch ein Heilerdevorkommen akzeptieren, wie z.B. bei Moorheilbädern, aber mehr geht nicht. Es gibt auch Orte mit mehreren Heilquellen, von denen manche nur zum Trinken, einige nur zum Baden und andere zu beidem geeignet sind.
Adjektive, die einen snobtauglichen Urlaubsort (Heilbad oder Ferienort) charakterisieren, wären pittoresk, authentisch und traditionell, d.h. es sollte sich um eine malerische, altehrwürdige Siedlung mit ursprünglicher Atmosphäre und möglichst originaler Bausubstanz handeln (optimal wären traditionelle Bauernarchitektur oder Belle Époque), die auf ihre Art etwas besonderes darstellt. Ansiedlungen mit einer Heilquelle sind eindeutig im Vorteil, denn Snobs lieben Heilbäder. Der ideale Urlaubsort für einen Snob (mit oder ohne Budget) wäre demnach also ein Heilbad mit Thermalbad, in welchem er (oder sie) in einer rustikalen, authentischen und preiswerten Pension (mit WLAN) Quartier bezieht. Gibt es auch noch einen Golfplatz – um so besser.
In zahlreichen Heilbädern und Ferienorten werden - meist in Hotels – Wellness-Leistungen angeboten, für die sich neuerdings der Begriff „Spa(-Bereich)“ eingebürgert hat. Gemeint sind damit solche Kur- und Körperanwendungen und -einrichtungen, die nicht an eine Heilquelle gebunden sind und ortsunabhängig erbracht werden können. Dazu gehören ein (Hotel-) Schwimmbad mit gewöhnlichem (Leitungs-) Wasser, Sauna, Massagen, Wellness- und Kosmetikbehandlungen. Manchmal gibt es zusätzlich einen Fitnessraum, Wannenbäder, einen Whirlpool oder eine Infrarotkabine, seltener auch eine Salzgrotte.
Snobs vermeiden Orte und Plätze, an denen man gemeinsam transpiriert, also u.a. Saunen und Fitnessräume. Ein gewöhnliches Schwimmbad besitzt keine Heilwirkung, weshalb ein Snob dieses nur aufsucht, wenn er einfach nur schwimmen möchte. In diesem Falle ist ein Hotelschwimmbad natürlich besser, als ein öffentliches Bad. Wellness- und Kosmetikbehandlungen sind ebenfalls etwas, worum Snobs einen großen Bogen machen, denn wer – außer Schicki-Mickis - braucht schon Honig-Peelings, Kokos-Minze-Ganzkörperpackungen oder Kleopatra-Wannenbäder? Was bleibt sind klassische Massagen und der Whirlpool. Diese könnte man eventuell um medizinische Körperpflege ergänzen, wie z.B. Fußpflege, die allerdings nicht so häufig angeboten wird. Auch die Nutzung einer Infrarotkabine oder Salzgrotte aus medizinischen Gründen ist akzeptabel.
Übrigens ist es egal, ob ein Heilbad als Kurbad, Kurort oder sonstwie bezeichnet wird. Analog gilt das für Ferienorte, die Fremdenverkehrsorte, Fremdenverkehrsgemeinden, Urlaubsorte oder wie auch immer genannt werden. Wichtig ist immer die Unterscheidung, ob der Ort eine Heilquelle mit Kurbetrieb hat oder nicht.
Samstag, 13. September 2025
Der Heilstollen im sauerländischen Marsberg
Der Stollen (seelenoase-obermarsberg.de) ist ein Teil des Besucherbergwerks Kilianstollen (kilianstollen.de). Seine (Wieder-) Eröffnung im Jahre 2013 geht auf die Privatinitiative seiner Betreiberin zurück. Geboten werden Atemtherapie, Klangkonzerte, Meditationen, Autogenes Training und Gesundheitsprävention. Gekurt werden vor allem Atemwegserkrankungen, aber auch Stressbewältigung und Entspannung. Bei einer Lufttemperatur von ca. 10°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 98% ist die Atemluft nahezu staub- und allergenfrei. Neben dem Stollen befindet sich die LWL-Klinik, die in Haus 07 ein öffentlich zugängliches Café hat. Direkt vor der Tür des Stollens liegt die Bushaltestelle Marsberg, Mühlenstraße. Die Linie 495 fährt stündlich und die Linie 497 sporadisch zum Bahnhof Marsberg. Von dort fahren Züge nach Meschede (über Brilon-Wald und Olsberg) und Warburg (Westf.). Es gibt auch Busverbindungen nach Brilon, Bad Arolsen und innerhalb des Ortes. Sehenswert sind in Marsberg die zahlreichen sakralen Bauten und der ehemalige Klosterbereich, diverse Fachwerkhäuser und das Rathaus, sowie in der Umgebung u.a. der Bilsteinturm, die Kalkhöhle und der Hagedorn (tourismus-marsberg.de). Die Hotellerie ist eher dürftig aufgestellt, aber Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. In Bahnhofsnähe liegen mehrere Supermärkte (der Rewe hat WLAN und eine Heiße Theke). Eine Kurtaxe wird derzeit nicht erhoben.