Samstag, 4. April 2026

Bad Sebastiansweiler

Die ergiebigen Schwefelquellen mit heilkräftigem, schwefelhaltigem Calcium-Magnesium-Natrium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Wasser sind schon seit alters her bekannt. Seit etwa 1830 werden sie professionell genutzt. Nach einigen Besitzerwechseln der Betreibergesellschaft wurde Sebastiansweiler 1933 Heilbad. Heute liegt der Schwerpunkt auf Rehabilitation, Pflege und Therapie. Im ambulanten Therapiezentrum MeTraVit werden die Schwefelbäder als Leistungen für Selbstzahler abgegeben (bad-sebastiansweiler.de). Eine Sauna und Massagen gibt es dort auch, sowie ein paar Wellness-Behandlungen. In der unmittelbaren Umgebung befinden sich ein paar Gastronomiebetriebe. Das Bad Sebastiansweiler liegt außerhalb des Hauptortes Mössingen an der Bundesstraße 27. Vom Bahnhof Mössingen verkehren die Buslinien 151 und 154 zum Kurzentrum und Nahverkehrszüge zweistündlich nach Stuttgart und Aulendorf.

Samstag, 7. März 2026

Das „Thalassozentrum ahoi!“ in Cuxhaven

Es ist ein modernes, familiengerechtes Freizeitbad mit Meerwasser-Wellenbad und damit nicht not­wen­diger­weise snobtauglich (ahoi-cuxhaven.de). Das Brandungsbecken dürfte bei Kindern sehr be­liebt sein, aber die Therme mit Sprudelliegen, Wasserfall, Schwallbrausen, Sprudelsitzbecken und Er­ho­lungs­liegen mit Aussicht zur Nordsee scheint den Wünschen eines Snobs entgegen zu kom­men. Das gilt wahrscheinlich auch für den Whirlpool und die speziellen Thalassokureinrichtungen, aber eher nicht für die Sauna und den Fitnessraum, denn Snobs meiden Orte, an denen gemeinsam transpiriert wird. Außerdem gibt es ein Restaurant (ebkens.de). Die Kurtaxe liegt in Cuxhaven bei maximal €3.80 pro Tag und Person, der Strandeintritt ohne Gästekarte kostet maximal €3.90 (nordseeheilbad-cuxhaven.de). Vom Bahnhof Cuxhaven (Züge nach Bremen und Hamburg) ver­kehren die Buslinien 1006 und 1007 zum Thalassozentrum.

Sonntag, 1. März 2026

Asiatische Gärten

Japanische oder chinesische Gärten findet man in Europa erstaunlich oft, obwohl sie eher selten bekannt sind. Eigentlich sind sie mehr etwas für Yuppies, Neureiche oder andere Em­por­kömmlinge. Ein Snob lässt sich von ihnen jedenfalls nicht beeindrucken. Dennoch sollte auch ein Snob einen solchen Gar­ten ir­gend­wann einmal be­sucht haben. Vor allem die weniger Populären kom­men dazu infrage. Die drei Unbekanntesten dürften wohl der japanische Garten in Bietig­heim-Bissingen und die chine­sischen Gärten in Mannheim und Bochum sein.

Unweit von Stuttgart und Ludwigsburg liegt der Doppelort Bietigheim-Bissingen im Tal der Enz. Be­kannt ist er vor allem für den im Stil eines römischen Aquäduktes errichteten Eisenbahn­viadukt, der das Wahrzeichen der Stadt bildet.Weitere Sehenswürdigkeiten stellen die Altstadt von Bie­tig­heim sowie die Rommelsmühle und die spätgotische Kirche in Bissingen dar. Eine eher wenig be­kannte Sehenswürdigkeit ist jedoch der japanische Garten, der zu Ehren von Erwin Bälz angelegt wurde, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts Leibarzt der japanischen Kaiserfamilie war und die moderne Medizin in Japan begründete. Zur Anlage gehören Steinlaternen, Haiku-Spruchsteine, eine Steinbrücke und ein knapp zwei Meter hoher Gedenkstein. Der Park liegt beim Zusammenfluss von Metter und Enz zwischen dem Park an der Metter und dem Overland Park, südlich der Innenstadt von Bietigheim und ca. 500 Meter vom Bahnhof Ellental entfernt.

Der chinesische Garten in Mannheim trägt den Namen Garten der vielen Ansichten und bildet einen Teil des Luisenparks (luisenpark.de). Das Teehaus wird gerne für Veranstaltungen und Aus­stel­lun­gen genutzt, allen voran natürlich Teezeremonien. Der Großteil der verwendeten Materialien wurde aus China herangeschafft, außerdem wurde die Anlage von chinesischen Fachleuten unter Be­rück­sich­tigung der Fengshui-Lehre erstellt. Es gibt sogar eine Grotte in einem kleinen künst­lichen Berg mit Wasserfall, außerdem Bambus, Schilfgras, Päonien und eine Kameliensammlung. Der chinesi­sche Garten liegt unweit des Fernmeldeturms und ist von dessen Straßenbahnhaltestelle gut zu er­reichen. Weitere Attraktionen im Luisenpark sind übrigens das Pinguingehege und der Muster-Bauernhof.

In Bochum bildet der chinesische Garten einen Teil des Botanischen Gartens, ist aber dennoch von einer eigenen Mauer umgeben. Angelegt wurde er im südchinesischen Stil von der Universität Shang­hai, die Baumaterialien wurden aus China herbeitransportiert. Der Zugang erfolgt über Tritt­steine durch ein Wasserbassin. Es gibt Pavillons, Pagoden, sehr viel Naturstein, einen Teich und einen kleinen Wasserfall. Der Garten befindet sich außerhalb der Stadt bei der Ruhruniversität. Der Haupteingang liegt in der Straße Im Lottental und hat eine eigene Bushaltestelle.

Dienstag, 20. Januar 2026

Die Burg Thurant bei Alken an der Mosel

Sie gehört zu den weniger bekannten Festungsanlagen, obwohl ihre Geschichte bis ins 12. Jahr­hun­dert zurückreicht (thurant.de). Außerdem besitzt sie gleich zwei etwa 20 Meter hohe Bergfriede, was eher ungewöhnlich ist. Der Grund dafür ist, dass sie eine Doppelburg ist, die von den Erz­bis­tü­mern Köln und Trier gemeinsam verwaltet wurde. Es gab je eine kölnische und eine trierische Burg­hälfte. Nach 1911 wurde die teilweise verfallene Anlage umfassend renoviert und kann heute be­sich­tigt werden. Außerdem gibt es ein Ferienhaus für sechs Gäste.

Die Burg liegt oberhalb der Ortschaft Alken und wird über eine Zufahrtsstraße und mehrere Fuß­we­ge erreicht (alken.de). Nach Alken (Haltestelle Bachstraße) gelangt man mit dem Bus Linie 31 ab Ko­blenz Hbf. Von dort geht es etwa 800 Meter zu Fuß weiter. In Alken existiert eine gewisse, touri­sti­sche Infra­struktur mit Gaststätten und Pensionen. An Einkaufsmöglichkeiten gibt es leider nur einen Supermarkt mit Bäckerei am südlichen Ortsrand. Die Kur­taxe be­trägt €0.50 pro Tag und Person.

Freitag, 9. Januar 2026

Picknick im Flugzeug

Dass auf vielen Linienflügen Mahlzeiten serviert werden, ist ja nichts neues. Die Flug­gesell­schaft Adel Air (adel-air.de) bietet jedoch unter dem Schlagwort „Picknick im Blauen“ auch Rundflüge mit Picknick an. Der Flug dauert etwa 40 Minuten; gestartet und gelandet wird am Flugplatz Wolfhagen, zwischen Kassel und Bad Arolsen gelegen. Im Preis von €599 für zwei Personen ist das Picknick inbegriffen. Ob die Aktion snob­tauglich ist, mag man jedoch bezweifeln.

Dienstag, 23. Dezember 2025

Bad Oeynhausen

Südlich des Kurparks von Bad Oeynhausen befindet sich die Bali Therme (balitherme.de). Das Wasser des „Gert-Michel-Sprudels“ füllt den Whirlpool im Kneipp Bereich (ca. 36°C) und das Kneipp Becken, die Thermalmineralsole „Alexander-von-Humboldt-Sprudel“ speist die übrigen Becken im Thermenbereich. Beide Quellen regen das Immunsystem an, lösen Verspannungen, akti­vieren die Selbstheilungskräfte des Körpers und pflegen das Hautbild. Das Wasser im Eisen­heil­becken wirkt vor allem gegen rheumatische Beschwerden. Es gibt außerdem einen Saunabereich, Massagen und ein Restaurant (nur für Badbesucher).

Der Kurpark von Bad Oeynhausen ist einer der renommiertesten Land­schafts­parks Deutsch­lands. An seinem nordwestlichen Rand liegt die neoklassizistische Wandelhalle mit dem Heilwasser­aus­schank. In der Halle können Besucher das Heilwasser aus dem Wittekind-Brunnen und der Thermal I Quelle trinken. Es gibt zwei Brunnennischen mit Zapfhähnen, sowie Gläser für den Gebrauch. Der Brunnenausschank ist kostenfrei. Außerdem befinden sich in der Wandelhalle ein Café und ein La­den­geschäft und es werden regelmäßig Kurkonzerte veranstaltet. Die Klinik am Rosengarten und die Goll­witzer-Meier-Klinik bieten überdies Cafeterien und Getränkeautomaten. Die dahinter lie­gen­de Median Klinik hat ein Restaurant. Der Kurpark liegt südlich der Innenstadt und nur wenige hundert Meter südlich des (Nord-) Bahnhofes. Ein weiterer Bahnhof befindet sich südlich des Kur­parks, unweit der Bali-Therme. Neben der Bali Therme steht der Brunnen des Jordan Sprudels, der in den Sommermonaten stündlich eine bis zu 20 Meter hohe Fontäne erzeugen kann.

Bad Oeynhausen entstand im 19. Jahrhundert, nachdem bei einer Bohrung nach Salz­vor­kommen eine Thermalquelle getroffen wurde. Offizieller Gründungstag des Kur­bades war der 1. Januar 1860 und das junge Kurbad wurde in der Folgezeit zu einem Bad der bürgerlichen Mittelschicht und des nie­deren Adels. Aufgrund seiner Geschichte besitzt der Ort keine alte Bausubstanz. Sehenswert sind jedoch praktisch alle Gebäude, die mit dem Kurbetrieb zusammenhängen (Kurarchitektur) und ein paar Denkmäler und Brunnen in der Innenstadt; in der Umgebung die diversen Kirchen, die Schoe­nen-Wassermühle und das Wasserschloss Ovelgönne. Neben dem Kurpark, sind auch die Parks der Umgebung einen Besuch wert, z.B. der Landschaftspark Siekertal, die Oeynhauser Schweiz, der Siel­park mit seinem Gradierwerk (öffentl. WC) und die Aqua Magica, ein Park dessen Mittelpunkt ein 18 Meter tiefer, begehbarer Wasserkrater ist, aus dem eine Wasserfontäne bis über den Krater­rand aufsteigt. Der Zugang zum Krater ist kostenpflichtig (aquamagica.de). Das östlich des Parks gelegene Klinik­zentrum hat eine Cafeteria. Gastronomie, Hotellerie und Einkaufsmöglichkeiten sind im Ort aus­reichend vorhanden. Massagen gibt es u.a. bei Siam Wellness (siam-wellness-bo.de).

Vom Bahnhof Bad Oeynhausen (Nord) fahren Regionalzüge nach Minden, Osnabrück, Bielefeld und Braunschweig; außerdem halten diverse Fernzüge, u.a. nach Köln, Dresden und Hannover. Vom Bahnhof Bad Oeynhausen Süd fahren Züge nach Herford und Hameln. Kostenlos parken kann man am Sielbad. Die Kur­taxe be­trägt €2.80 pro Tag und Person (staatsbad-oeynhausen.de).

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Bad Eilsen

Im Jahre 1794 fasste Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe den Entschluss, Eilsen zum Kurbad zu machen. Sie kaufte in den folgenden Jahren 23 Morgen Land im Quellbereich und ließ die Quellen fassen. Nach ihrem frühen Tod 1799 wurde der Ausbau des Ortes zu einem Heilbad von ihrem Nach­folger fortgeführt. Prominente Besucher waren Franz Liszt, Clara Schumann (geb. Wieck), Her­mann Löns, Richard Tauber und Gerhart Haupt­mann. Bei den Quellen handelt es sich um schwe­fel­wasser­stoff­haltiges Heilwasser mit Anteilen von Kalzium und Magnesium. Zum Trinken ist es nicht geeignet. Heil­wasser-Wannenbäder erhält man in der Bückeberg-Klinik (bueckeberg-klinik.de), un­mittel­bar am Kurpark, oder im Rehazentrum (rehazentrum-bad-eilsen.de), südlich des Parks gelegen. Der Kurpark ist mit einer ganzen Reihe von eingefassten Quellen ge­spickt und bietet darüber hinaus einen Minigolfplatz und Tennisplätze. Das Haus des Gastes liegt wenige Meter west­lich vom Kur­park entfernt, direkt am Englischen Garten (mit Boule-Bahn). Im Haus befinden sich ein Restau­rant, eine Büche­rei mit Lese­saal, die Heimatstube und ein Internet-Anschluss. Mas­sagen gibt es auch bei Dao-Rung-Thai­massage (dao-rung-thaimassage.de). Sehens­wert sind im Ort die Kuranla­gen mit dem Fürstenhof (1918 das schönste Hotel Europas, heute Reha-Zentrum), der histo­rische Orts­kern, der ehemalige Kleinbahn-Bahnhof, die Heimatstube und der alte Baum­bestand im Kurpark und an den Alleen. Ein beliebtes Wanderziel ist der Idaturm (mit Gast­stätte). Die Hotel­lerie besteht aus einem Hotel (landhaus-lahmann.de) und sieben Ferien­woh­nun­gen in Hauptort und weiteren Quartieren in der unmittelbaren Umgebung, Das gastronomi­sche Angebot erstreckt sich auf etwa acht Betriebe und einen Kiosk. Zum Einkaufen gibt es einen Super­markt am Rande der Innenstadt und zwei weitere am südlichen Ortsausgang (Netto und Edeka mit WLAN). Nach Bad Eilsen gelangt man mit dem Bus 2132 ab Bückeburg (Bf.) oder 2006 ab Rinteln (Bf.). Die Kur­taxe be­trägt €2.20 pro Tag und Person (bad-eilsen.info).

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Bad Kötzting

Die Stadt in der Oberpfalz ist seit 2006 Kneippheilbad, was ein Snob nicht weiter be­ach­tet (bad-koetzting.de). Eine Heil­quelle hat sie nicht. Zu Bad Kötzting gehören mehr als 50 Dörfer und Wei­ler. Im Hauptort liegt die Deutsche Klinik für Traditionelle Chi­ne­si­sche Medizin, die Universi­täts­klinik der Universi­tät Peking ist. Außerdem gibt es drei Reha-Kliniken, eine Schule für Alten­pflege, eine Spielbank und die „AQACUR“ Badewelt (kein Thermalwasser; aqacur.de). Letztere bietet ein Wellenfreibad, ein Ther­marium mit mehreren Becken (u.a. Liegebecken, Sitz­becken, Heißbecken mit 36°C, Solebecken mit 2% Sole), Saunen, einen Wellness-Bereich (Heilerde- und Sole­behand­lungen, Mas­sa­gen) und Kneipp-Therapien. Massagen erhält man auch in etwa einem Dutzend wei­terer Mas­sage- und Phy­sio­thera­pie­praxen. Etwa 800 Meter von der Badewelt entfernt, befindet sich der Kur­park mit Kneipp-Anla­ge, Sitz-Pavillon, Theaterbühne, Kiosk, Toiletten und einem Rosen­garten. Am Südrand, jen­seits des Flusses Weißer Regen steht die Lindner Bräu Braue­rei­schänke (es gibt eine Brücke). Die dahinter­lie­gen­de Reha-Klinik hat eine Cafeteria. Nördlich des Kurparks liegt der Bahn­hof. Sehenswert sind im Hauptort die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und weitere sakrale Ge­bäude, die Wehr­anla­gen, das Alte Rathaus mit seinem Glockenspiel, das Neue Rathaus von vor 1803, der Benediktiner­brunnen und der Pfingstreiterbrunnen. Bekannte Veranstaltungen sind die all­jähr­liche, berittene Bitt­prozession zu Pfingsten (seit 1412), der sogar ein eigenes Muse­um gewid­met ist, und die Wald­fest­spiele (Theater­festspiele). Ein­kaufs­mög­lich­keiten bietet der Ort zwar genü­gend, jedoch sind die Supermärkte an den Orts­rändern ver­streut (der Netto hat WLAN, der Aldi eine Kunden­toilette). Hotellerie und Gastronomie sind aus­rei­chend vorhanden, am Platz vor St. Veit steht ein offenes Bücher­regal. Vom Bahnhof Bad Kötzting fahren Züge nach Cham (An­schluss nach Schwandorf) und Lam. Die Kur­taxe be­trägt €1.50 pro Tag und Person.

Freitag, 5. Dezember 2025

„Das Schäfer“ im Großen Walsertal

Das 4-Sterne-Superior-Hotel in Fontanella versteht sich als „Kräuterhotel“ - von Kräuter­duft über Kräuter­getränke bis zu Pflege­produkten auf Kräuter­basis sind Kräuter hier das große Thema (dasschaefer.at). Im sog. BergSpa dominieren daher Behand­lungen auf Kräuter­basis, wie z.B. die Signatur-Behandlung 7 Walser, wobei sich die Zahl „7“ auf diverse, spezielle Massage­griffe be­zieht. Bei den Kräutern kommen vor allem Öle aus Johannis­kraut, Latschen­kiefer, Wach­older und Ringel­blume zum Einsatz. Außer­dem gibt es im BergSpa ein Schwimm­becken, Sauna, Fitness­raum, Massagen und Kosmetik­behandlungen, ein Bistro und Ruhebereiche. Eine Heil­quelle existiert nicht und von Kosmetik­behand­lungen, Sauna und Fitness nimmt ein Snob selbst­ver­ständ­lich Abstand. Externe Besucher sind gerne gesehen. An­son­sten kann man natür­lich auch im Hause wohnen und auch die Küche ist zu em­pfehlen, selbst wenn das Preis­niveau gelegent­lich die Höhe der um­liegen­den Berge wider­spiegelt. Die Bus­halte­stelle Fonta­nella Dorf­zentrum liegt nur etwa 150 Meter vom Hotel entfernt. Die Linie 570 fährt nach Damüls und Thüringen. Von letzterem Ort verkehren Busse zu den Bahn­höfen von Ludesch und Bludenz. Nur wenige Kilo­meter vom Hotel entfernt gibt es übrigens eine fast vergessene Schwefel­quelle, um deren Wieder­eröffnung sich derzeit ein Verein bemüht (wassertal.at).

Mittwoch, 26. November 2025

Bad Liebenwerda

In der Stadt in der Niederlausitzer Heide werden seit 1904 Moorbäder zur Behandlung rheuma­ti­scher Leiden verabreicht. Seit dem 16. Januar 1925 trägt sie den Titel „Bad“. Nach der Wende von 1989 wurde das Moorbad zunächst gemäß dem Einigungsvertrag bis zum 1. Januar 1991 abge­wickelt. Nachdem Anfang 1991 jedoch die Altenheim- und Klinikgruppe Rolf Henning Mayer das ehemalige Moorbad über­nom­men hatte und eine neue Kurklinik im Zentrum von Bad Liebenwerda errichtete, wurde nun alles unter­nom­men, um den Status als Kurstadt zu behalten. Nach zwei be­fri­ste­ten Anerkennungen, bekam Bad Liebenwerda schließlich 2003 unbefristet den Titel Ort mit Pe­loid­betrieb (bad-liebenwerda.de). Der Kurbetrieb findet heute vor allem in der Median Fontana Klinik statt (median-kliniken). Die Moorbehandlungen sind nur mit ärztlicher Ver­schrei­bung erhält­lich und man kann in der Klinik Moor für die Anwendung zu Hause erwerben. Weitere Gesund­heits­betriebe sind die Psychotherapeutische Klinik, das Epikur Zentrum für Gesund­heit, ein medizi­ni­sches Ver­sor­gungs­zentrum (mvz-epikur.de), und die Bali-Salzgrotte (bali-salzgrotte.de), die über­dies spezi­el­le Mas­sa­ge­liegen anbietet. Das Wonnemar ist zwar ein Frei­zeit­bad, offeriert jedoch mit seinem Mi­ne­ral­fo­rum auch individuelle Bäder (wonnemar.de). Der Bereich hat drei Becken (Tha­las­so-, Mine­ral-, Kas­kadenbecken), zwei Ruhe­räu­me, ein Gradierwerk und ein Dampfbad. Eine Sauna, Mas­sa­gen und Wellness-Behandlungen be­kommt man auch. Für die Zu­kunft sind private Spa-Bereiche ge­plant. Die Gastronomie ist nur für Badbesucher zugänglich.

Sehens­wert sind im Ort die Stadtpfarrkirche St. Nikolai, die Herz-Jesu-Kirche, der historische Stadt­kern, eine kursächsische Postdistanzsäule, das Marionettenmuseum, das Na­toureum Maasdorf (Garten mit Modellbahn) und ein paar Denkmäler. Der Kurpark erstreckt sich entlang des Flusses Schwarze Elster zwischen der Fontana Klinik und der Dresdener Straße. In den Sommermonaten werden Sonntags in der Konzertmuschel im Kurpark Konzerte veranstaltet. Außerdem gibt es ein Restaurant (villa-nuova.de) und eine öffentliche Toilette. Süd­öst­lich vom Park liegen der Bus­bahn­hof (öffentl. WC), das Kurhaus (kurhaus-bad-liebenwerda.de) und das Wonnemar. Der Bahn­hof wird über eine Fluss­brücke erreicht. Davor liegt der Garten der Sinne. In der Innen­stadt findet man zahl­reiche kleinere Geschäfte, am Nord­ring stehen zwei Super­märkte und mehrere andere Lä­den. Gastro­nomie und Hotel­lerie sind vorhanden. Probieren sollte man un­bedingt das Lieben­wer­daer Mineral­wasser (mineralquellen.de). Die Touristen­infor­ma­tion bietet Gepäck­schließ­fächer, La­de­sta­tio­nen, regionale Zeitungen, WLAN und alles was man sonst von ihr er­war­tet. Die Kur­taxe be­trägt €1.50 pro Tag und Person. Vom Bahn­hof Bad Liebenwerda fahren Züge nach Leipzig, Hoyers­wer­da, Senftenberg und Falken­berg.

Samstag, 15. November 2025

Bad Düben

Der Kurbetrieb mit Moor- und Mineralbädern in der Stadt am Rande der Dübener Heide, unweit von Leipzig, setzte im 19. Jahrhundert ein. Das Moorbad wurde 1915 eingeweiht. Bis dahin war Düben eine beliebte Sommerfrische. Bei Bohrungen nach Braunkohle wurde 1911 die heilsamen Moorerde entdeckt. Infolgedessen wurde im Jahr 1913 die Eisen-Moorbad-Gesellschaft gegründet. Der Titel „Bad“ wurde Düben 1948 verliehen (bad-dueben.de). Heute hat sich der Kurbetrieb im Wesentlichen in das Heide Spa am Kurpark verlagert (heidespa.de), eine Badelandschaft mit ver­schie­de­nen Becken (kein Thermalwasser!), Saunen, Mas­sa­gen, Wellnessbereich, Fitnesscenter, Gastro­no­mie, Bademodegeschäft und eigener Bushaltestelle (u.a. Linie 196 nach Leipzig). Auch Moor­bäder und Moorpackungen kann man natürlich be­kom­men. Schräg gegenüber liegt die Medi­clin Klinik, deren vorrangige Fachbereiche Orthopädie und Neurologie sind (reha-zentrum-bad-dueben.de). Die Klinik hat eine Cafeteria.

Sehenswert sind im Ort die Burg mit dem Heimatmuseum, die Bergschiffmühle, diverse profane und sakrale Gebäude in der Innenstadt, das Museumsdorf Obermühle und der acht Hektar große Kur­park von 1846 (ältester Kurpark Deutschlands) am nördlichen Ortsrand. Im Zentrum des Kur­parks befindet sich ein griechisches Restaurant (dergriecheimkurhaus.de), außerdem gibt es einen kleinen Pavillon, zwei Brunnen und drei Denkmäler. Im Sommer werden im Park auch Konzerte veranstaltet. Etwa 3.5km außerhalb des Ortes liegt die Quelle Gesundbrunnen, eine Natrium- und nitritarme Eisen­quelle. Sie ist ein beliebtes Wander­ziel. Die nächste Bushaltestelle Söllichau, Glei­ner­mühle liegt ca. 1km entfernt. Gastronomie, Hotellerie und Ein­kaufs­mög­lich­keiten sind im Ort ausreichend vorhanden. Der Netto bietet WLAN, der Rewe WLAN und eine Heiße Theke. Bad Düben erreicht man mit dem Bus 196 ab Leipzig (Fahrzeit ca. 1h); weitere Linien verkehren in Nach­barorte. Die Kur­taxe be­trägt maximal €2 pro Tag und Person.

Sonntag, 9. November 2025

Freizeitfahrten mit der Syltfähre

Die zwischen Römö und List auf Sylt verkehrenden Fährschiffe eignen sich auch für Vergnügungsfahrten. So gibt es täglich ab 16:30 Uhr das Dinner Ticket zu einem Preis von derzeit €5 pro Person, mit welchem man das Fährschiff zum Abendessen aufsuchen kann. Ein Zeitlimit gibt es dabei nicht, d.h. man kann so lange zwischen List und Römö hin und her fahren, wie man möchte (bis ca. 19:15 Uhr). Das Essen wird natürlich separat berechnet, zur Wahl stehen die Gerichte auf der aktuellen Speisekarte. 

Mit €50.90 preislich höher angesiedelt ist das GOSCH-Kombiangebot: 2 Fährtickets für Fußgänger, 2 Fischbrötchen, 2 kleine Flaschen GOSCH Wein oder Sekt (je 0,25l), reservierte Plätze und kein Zeitlimit.

Im übrigen kann ein Blick in den Bordshop nicht schaden; angerboten werden v.a. Parfüm, Süßwaren, Uhren und Schmuck, Spirituosen, Wein und Souvenirs, allerdings zu den üblichen Preisen. Außerdem gibt es WLAN an Bord (frs-syltfaehre.de).

Sonntag, 2. November 2025

Mini-Kreuzfahrt nach Trelleborg

Die 220km lange Reise von Travemünde nach Trelleborg mit TT-Line (ttline.com) dauert etwa 8 Stunden, sodass für eine Mini-Kreuzfahrt nur eine Übernachtung nötig ist. Es ist möglich die Reise sowohl Morgens als auch Abends zu be­gin­nen. Ein Landgang ist nur bei wenigen Angeboten vor­gesehen, sodass man meist mit dem selben Schiff wieder zurück fährt und in Trelleborg an Bord bleibt. Am nächsten Morgen oder Abend gelangt das Schiff dann wieder nach Travemünde. Die Fahr­preise beginnen bei €114, Mahl­zei­ten sind inkludiert. Die Art der Restaurants variiert je nach Schiff, aber ein SB-Restau­rant gibt es immer. Der Bord­shop offeriert das übli­che Sortiment aus Parfüm, Kosme­ti­ka, Süßwaren, Spielzeug, Souvenirs und Spirituosen zu skan­di­na­vischen Prei­sen. Inte­res­sant sind eventuell pfand­freie Getränke­dosen und einige Süß­waren. Je nach Schiff gibt es eine Sauna (der Whirlpool existiert leider nicht mehr), Groß­bild­fern­seher mit Nach­richten­programmen und die unvermeid­lichen Spiel­automaten. Tele­fonieren ist kosten­pflichtig und auf See recht teuer, aber die WLAN-Nutzung ist bei TT-Line im öffent­lichen Bereich gratis.

Reisehinweise:

Der Bahnreisende kommt gewöhnlich am Lübecker Hauptbahnhof an und muss sich dann zum knapp 20km entfernten TT-Line Terminal, Zum Hafenplatz 1 im Lübecker Ortsteil Travemünde begeben. Am ein­fach­sten ist es mit den Bussen der Linien 30 und 31, die vom Lübecker ZOB (neben dem Hbf.) direkt zum Terminalgebäude des Skandinavienkais fahren (sv-luebeck.de). Der Travemünder Bahnhof „Skandinavienkaibefindet sich nicht in der Nähe des Terminalgebäudes und ein direkter Fußweg dorthin ist nicht vorhanden. Ein Taxi bestellt man unter 04502 71213 oder 04502 4141.

Wer sein Auto in Travemünde am Skandinavienkai parken möchte, kann dies auf dem dortigen Besucher­parkplatz am Hafenhaus (kostenpflichtig) tun. Für eine Über­nachtung in Travemünde empfiehlt sich das Hotel Grüner Jäger (hotelgruenerjaeger.de).

Montag, 27. Oktober 2025

Die „crucenia thermen“ in Bad Kreuznach

Das Bad hat drei Innen- und Außenbecken mit 33°C warmem mineralreichen Heilwasser und einer Salzkonzentration von etwa 1,5 %. Darüber hinaus gibt es einen großen Süß­wasser­pool und groß­zügige Ruhezonen im Innen- und Außenbereich (crucenia-thermen.de). Das Heilwasser wird aus einer 500 Meter tiefen Quelle gewonnen und aus dem Salinental in das Thermalbad befördert. Außer­dem verfügt das Bad über eine Infra­rot­kabine und eine Wassermassageliege, und Geburts­tags­kinder haben freien Eintritt. Neben dem Bad befinden sich eine Salzgrotte, der Inhalationspark, die Touristen­infor­ma­tion (bad-kreuznach-tourist.de) und zwei gehobene Hotels. Das Bäderhaus (baederhaus.de) gegenüber bietet mehrere Saunen und Dampfbäder, Wellness, Massagen und ein Bistro – leider nur als Komplett­paket, d.h. Massagen und Wellness gibt es nur bei einem Sauna­be­such. Am südöstlichen Rand des Kurviertels liegt jedoch eine Kosmetikpraxis, wo man eben­falls Massagen erhalten kann (kurpark-kosmetik-wellness.de). Der Kurpark erstreckt sich zu beiden Sei­ten der Nahe, verbunden durch eine Brücke auf Höhe des Thermalbades. Von Mai bis September finden im Park Kur­kon­zer­te statt. Das Kur­vier­tel ist vom Bahnhof Bad Kreuznach aus mit dem Bus Linie 210 erreichbar. Das Salinenbad (salinenbad.de) liegt auf dem linken Naheufer und am südli­chen Ortsrand. Trotz des nach „Salz“ klin­gen­den Namens, sind seine Becken mit gewöhn­li­chem Wasser gefüllt. Der Name weist ledig­lich auf die geografische Lage im Salinenpark neben dem Frei­luft-Inhalatorium hin. Sehenswert sind im Ort die Brücken­häuser auf der alten Nahebrücke, die Kirchen im Hauptort, das Pariser Vier­tel und die Kurarchitektur, und in der Umgebung einige Bur­gen und Felsformationen. Gastro­no­mie, Hotellerie und Einkaufsmöglichkeiten sind aus­rei­chend vor­handen. In der Bad Kreuz­nacher Innen­stadt gibt es kostenloses WLAN (max. Nutzung 30min.). Vom Bahnhof Bad Kreuz­nach fahren Züge nach Frankfurt/M., Kaiserslautern, Saarbrücken, Bingen und Mainz. Die Kur­taxe be­trägt €3.50 pro Tag und Person.

Sonntag, 26. Oktober 2025

Mini-Kreuzfahrten zwischen Rostock und Gedser

Ab 1. Januar 2026 bietet die Fährgesellschaft Scandlines eine 4-stündige Mini-Kreuzfahrt auf der Rostock-Gedser-Fähre an. Das Sail&Dine Fußgänger-Ticket gibt es ab €40 im Fährcenter des Rostocker Hafens bis spätestens 30 Minuten vor der geplanten Abfahrt oder telefonisch beim Kundenservice für die Abfahrten um 11:15, 13:30 und 15:45 Uhr. Im Preis inbegriffen ist das Scandlines Kitchen Buffet mit Meerblick. Ein Landgang in Dänemark ist nicht vorgesehen. Eventuell kann auch ein Blick in den Bordladen interessant sein, vor allem bei skandinavischen Süßwaren und pfandfreien Getränken. Außerdem gibt es an Bord und im Hafen gratis WLAN.

Sonntag, 12. Oktober 2025

Bad Grönenbach

Die Marktgemeinde ist als Kneippkurort staatlich anerkannt (was ein Snob ignoriert) und befindet sich zwischen den Städten Memmingen im Norden und Kempten im Süden (bad-groenenbach.de). Etwas östlich verläuft die A7. Eine Heilquelle existiert nicht. Der Kurpark (mit Kneipp-Becken und Boule-Bahn) befindet sich südöstlich der Innenstadt; an seinem Rand liegt ein Restaurant/Café (kurcafe.net), und die VAMED-Rehaklinik dahinter hat eine Cafeteria. Sehenswert sind im Ort das Hohe Schloss (Schlosspark mit Weiher unterhalb), das Untere Schloss, die sakralen Ortsgebäude und ein paar Wohn- und Bau­ern­häuser im Ortskern. Im Ortsteil Klevers besteht ein Kurheim und Wellness-Hotel-Resort mit zahl­reichen Anwendungsangeboten und einem Badesee (badclevers.de). Das Ho­tel Allgäu Resort (allgaeu-resort.de) im Hauptort verfügt über einen Wellnessbereich mit Schwimm­bad (kein Thermalwasser!), Whirlpool, Sauna, Massagen, Wannenbädern und Moor­packun­gen. Mas­sagen erhält man ebenfalls bei Liselotte Braun (liselotte-braun.de) oder Surin Thai-Wellness-Massage (surin-massage.de). Hotellerie, Gastronomie, Dienstleister und Ein­kaufs­mög­lich­keiten sind ausreichend vorhanden; es gibt mindestens drei Supermärkte (Netto und Edeka haben WLAN, der Fene­berg eine Heiße Theke), außer­dem eine Bücherei. Am Marktplatz besteht eine öffentliche Toi­lette. Gratis WLAN gibt es am Markt­platz und vor dem Post­saal. Der Bahnhof Bad Grönenbach liegt etwa 3km außer­halb des Hauptortes an der Strecke Memmingen - Kempten. Eine Bus­ver­bin­dung der Linie 931 zum Ort besteht nur zu gewissen Zeiten. Vom Bahnhof fahren Züge nach Ulm und Sonthofen. Des weiteren verkehrt der Bus Linie 965 von Memmingen ZOB über Klevers und Bad Grönenbach, Marktstraße zur VAMED-Rehaklinik, Bad Grönen­bach. Die Kur­taxe be­trägt €1 pro Tag und Person.

Dienstag, 7. Oktober 2025

Bad Endorf

Das Heilwasser welches die Chiemgau-Thermen füllt, ist ein Natriumchlorid-Hydro­gen­car­bo­nat-Wasser mit teilweise recht hohem Jodgehalt und bis zu 35°C (chiemgau-thermen.de). Heilanzeigen liegen vor bei Stress und Erkrankungen des Bewegungs­apparates. Das Innenbecken verfügt u.a. über Spru­del­liegen, Sprudelsitze und Massagedüsen. Ein Außenbecken mit Massage­düsen gibt es auch, außer­dem ein Sportbecken, einen Whirlpool, einen Strömungskanal und ein Kneipp-Becken. Dazu kommen eine Sauna, Ruhebereiche, Solarium, Salzgrotte, Wellness-Bereich, Massagen, Ther­men-Boutique, Gastronomie und ein Thermen-Hotel. Südlich der Thermen liegt der Kurpark mit einer Kneipp-Anlage, einer Kapelle und einer Orangerie. Sehenswert sind im Ort die Pfarrkirche St. Jako­bus und diverse historische Häuser entlang der Bahnhof­straße / Kirchplatz / Wasserburger Straße und am Wen­del­steinweg, außerorts die Seen und Schloss Hartmannsberg. Diverse Wander­wege tan­gieren den Ort, der von zahl­reichen Naturschutzgebieten umgeben ist. Hotellerie, Gastro­no­mie und Ein­kaufs­mög­lich­keiten sind vorhanden (der Edeka hat WLAN); es gibt sogar ein (Pro­gramm-) Kino (marias-kino.de) und eine Theater­gesell­schaft. Vom Bahn­hof Bad En­dorf verkehren Züge nach München, Rosenheim und Salz­burg. Es hal­ten auch ein paar wenige Fern­ver­kehrs­züge. Auf der Zweigstrecke nach Obing wird ein Muse­ums­verkehr be­trie­ben. Die Kur­taxe be­trägt €1.50 pro Tag und Person.

Montag, 29. September 2025

Der Sinn von Kneippkuren

Die Kneipp-Therapie ist ein nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp benanntes Behand­lungs­verfahren, das Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen umfasst. Im Dezember 2015 wurde das Kneippen von der BRD-Kultusministerkonferenz als Kulturform in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zentrales Element sind Hydrotherapien mit kaltem (oder heißem) Wasser, vor allem das sog. Wassertreten, auch Kneippen ge­nannt. In zahlreichen Orten, insbesondere in Kneipp-Heilbädern, sind Kneipp-Anlagen in Form von Wassertretbecken eingerichtet worden, vor allem in Kurparks. Unter ge­wissen Umständen und nach Erfüllung eines Anforderungskatalogs ist es Ferienorten mit Kneipp-Kurbetrieb sogar mög­lich, den Titel „Bad“ zu erwerben, auch dann, wenn sie keine Heilquelle haben.

Das erste Problem bei der Kneipp-Therapie ist, dass eine Wirksamkeit nicht belegt ist. Es gibt leider keine zuverlässige Studie, die eine Heilwirkung bestätigen oder widerlegen könnte, weil prak­tisch alle bisher dazu ausgearbeiteten Studien fehlerhaft sind. Bestätigt ist nur, dass Kneipp­kuren ver­schie­dene Beschwerden lindern können.

Das zweite Problem besteht darin, dass die elementaren Bestandteile einer Kneippkur auch außer­halb eines Kuraufenthalts selbständig durchgeführt werden können, vor allem das Wassertreten. Man benötigt dazu nicht mehr als eine Badewanne oder einen Waschzuber. Alternativ kann man auch einen natürlichen Bach­lauf oder ein seichtes Seeufer aufsuchen. Es gibt also keinen Grund extra in ein Kneipp-Heil­bad zu fahren. Und exklusiv ist eine Kneippkur schon gar nicht. Das gilt schon deshalb, weil sie de facto nun mal überall und ortsunabhängig durchgeführt werden kann.

Das dritte Problem ist, dass die Möglichkeit für Ferienorte den Titel „Bad“ zu erwerben ohne eine Heilquelle be­sitzen zu müssen, auf lange Sicht zu einer Inflation von „Bädern“ ohne Quelle füh­ren wird. Es wird dann immer schwieriger für einen Snob werden, die Pseudo-Heilbäder von den rich­tigen Heil­bädern mit Quelle zu unter­scheiden.

Nichtsdestotrotz sollte ein Snob auf keinen Fall von der Direktive abweichen: Ein Heilbad ist ein Ort mit einer Heilquelle und Kurbetrieb. Alles andere sind Ferienorte. Egal, wie sie heißen mögen.

Sonntag, 21. September 2025

Kur- und Ferienorte für Snobs

Luftkurort, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Heilbad – die Liste der Qualitätsprädikate für Urlaubs­orte ist schier endlos. Für Snobs gibt es jedoch nur zwei Ferienortstypen: Sol­che mit Heil­quelle und Kurbetrieb und solche ohne. Siedlungen mit Heilquelle und Kurbetrieb sind Heilbäder. Alle anderen Ortschaften sind einfach nur Ferienorte. Anstelle einer Heil­quelle mag man vielleicht noch ein Heil­erde­vor­kom­men akzeptieren, wie z.B. bei Moor­heil­bädern, aber mehr geht nicht. Es gibt auch Orte mit mehreren Heilquellen, von denen manche nur zum Trinken, einige nur zum Baden und andere zu beidem geeignet sind.

Adjektive, die einen snobtauglichen Urlaubsort (Heilbad oder Ferienort) charakterisieren, wären pitto­resk, authentisch und tra­ditionell, d.h. es sollte sich um eine malerische, alt­ehr­würdige Sied­lung mit ur­sprüng­licher Atmos­phäre und möglichst originaler Bau­substanz handeln (optimal wären traditio­nel­le Bauernarchitektur oder Belle Époque), die auf ihre Art etwas besonderes darstellt. An­sied­lun­gen mit einer Heilquelle sind eindeutig im Vorteil, denn Snobs lieben Heilbäder. Der ideale Ur­laubs­ort für einen Snob (mit oder ohne Bud­get) wäre demnach also ein Heilbad mit Thermalbad, in wel­chem er (oder sie) in einer rustikalen, authentischen und preiswerten Pension (mit WLAN) Quartier bezieht. Gibt es auch noch einen Golfplatz – um so besser.

In zahlreichen Heilbädern und Ferienorten werden - meist in Hotels – Wellness-Leistungen ange­bo­ten, für die sich neuerdings der Begriff „Spa(-Bereich)“ eingebürgert hat. Gemeint sind damit sol­che Kur- und Körper­an­wen­dungen und -einrichtungen, die nicht an eine Heilquelle gebunden sind und ortsunabhängig erbracht werden kön­nen. Dazu gehören ein (Hotel-) Schwimmbad mit gewöhn­lichem (Leitungs-) Wasser, Sauna, Massagen, Well­ness- und Kosmetikbehandlungen. Manchmal gibt es zu­sätz­lich einen Fitness­raum, Wan­nen­bäder, einen Whirl­pool oder eine Infrarotkabine, sel­tener auch eine Salz­grotte.

Snobs vermeiden Orte und Plätze, an denen man gemeinsam transpiriert, also u.a. Saunen und Fit­ness­räume. Ein gewöhnliches Schwimmbad besitzt keine Heilwirkung, weshalb ein Snob dieses nur aufsucht, wenn er einfach nur schwimmen möchte. In diesem Falle ist ein Hotelschwimmbad natür­lich besser, als ein öffentliches Bad. Well­ness- und Kosmetik­behandlungen sind ebenfalls etwas, wo­rum Snobs einen großen Bogen machen, denn wer – außer Schicki-Mickis - braucht schon Ho­nig-Peelings, Kokos-Minze-Ganzkörperpackungen oder Kleopatra-Wannenbäder? Was bleibt sind klassische Massagen und der Whirlpool. Diese könnte man eventuell um medizinische Körper­pfle­ge ergänzen, wie z.B. Fußpflege, die allerdings nicht so häufig angeboten wird. Auch die Nutzung einer Infrarotkabine oder Salzgrotte aus medizinischen Gründen ist akzeptabel.

Übrigens ist es egal, ob ein Heilbad als Kurbad, Kurort oder sonstwie bezeichnet wird. Analog gilt das für Ferienorte, die Fremdenverkehrsorte, Fremdenverkehrsgemeinden, Urlaubsorte oder wie auch immer genannt werden. Wichtig ist immer die Unter­scheidung, ob der Ort eine Heilquelle mit Kur­betrieb hat oder nicht.

Samstag, 13. September 2025

Der Heilstollen im sauerländischen Marsberg

Der Stollen (seelenoase-obermarsberg.de) ist ein Teil des Besucherbergwerks Kilianstollen (kilianstollen.de). Seine (Wieder-) Eröffnung im Jahre 2013 geht auf die Privatinitiative seiner Be­trei­berin zurück. Geboten werden Atemtherapie, Klangkonzerte, Meditationen, Autogenes Training und Gesundheitsprävention. Gekurt werden vor allem Atemwegserkrankungen, aber auch Stress­be­wäl­tigung und Entspannung. Bei einer Lufttemperatur von ca. 10°C und einer relativen Luft­feuch­tig­keit von 98% ist die Atemluft nahezu staub- und allergenfrei. Neben dem Stollen befindet sich die LWL-Klinik, die in Haus 07 ein öffentlich zugängliches Café hat. Direkt vor der Tür des Stol­lens liegt die Bushaltestelle Marsberg, Mühlenstraße. Die Linie 495 fährt stündlich und die Linie 497 spora­disch zum Bahnhof Marsberg. Von dort fahren Züge nach Meschede (über Brilon-Wald und Ols­berg) und Warburg (Westf.). Es gibt auch Busverbindungen nach Brilon, Bad Arolsen und inner­halb des Ortes. Sehens­wert sind in Marsberg die zahlreichen sakralen Bauten und der ehema­li­ge Klosterbereich, diverse Fachwerkhäuser und das Rathaus, sowie in der Umgebung u.a. der Bil­stein­turm, die Kalk­höhle und der Hagedorn (tourismus-marsberg.de). Die Hotellerie ist eher dürftig aufgestellt, aber Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. In Bahn­hofs­nähe liegen mehrere Supermärkte (der Rewe hat WLAN und eine Heiße Theke). Eine Kur­taxe wird derzeit nicht erhoben.