Die Dürener Rureifel ist ein beliebtes Ausflugsziel. Entsprechend voll kann es daher dort an Wochenenden werden. Es gibt in der Gegend allerdings den einen oder anderen Flecken, wo etwas weniger Betrieb herrscht. Zum Beispiel am Staubecken Obermaubach. Ursprünglich angelegt, um nach dem Bau der Rurtalsperre den Wasserstand der Eifeler Rur besser regulieren zu können, avancierte das Staubecken schnell zu einem Naherholungsgebiet. Glücklicherweise ist es aber eher wenig bekannt. An der Staumauer findet man einen Kiosk mit Imbiss, ein Restaurant (restaurant-strepp-am-see.de) und ein Café (cafe-flink.de). Wenige Meter oberhalb im Ort gibt es sogar zwei Hotels und ein Gästehaus. Leider existiert kein durchgehender Rundweg um den See, weil in der Ortslage Obermaubach einige Grundstücke direkt an das Wasser grenzen. Es gibt aber zwei Aussichtspunkte am Ostufer (Kuhkopf und Waldkapelle) und einen auf der Süd-Westseite (Schöne Aussicht). Im Wald auf dem Ostufer findet man vor allem entlang des Panoramaweges mehrere Schutzhütten und Picknickplätze. Oberhalb des Staubeckens (Flussaufwärts) sollte man die Buntsandsteinfelsen und die Einsiedlerklamm besuchen. Am Ostufer der Rur verkehrt stündlich die Rurtalbahn zwischen Heimbach und Düren. Direkt an der Staumauer existiert der Haltepunkt Kreuzau, Obermaubach. Mit dem Auto erreicht man Obermaubach ab Düren am Besten über die B399 und dann die K31. Einige Parkplätze im Ort sind gebührenpflichtig.
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Sonntag, 17. Oktober 2021
Donnerstag, 14. Oktober 2021
Warum Luxemburg kitschig ist
Es sind nicht nur Weine wie ein Château de Schengen, die das Großherzogtum an Mosel und Sauer eher kitschig wirken lassen. Es ist auch seine jüngere Geistesgeschichte. Ursprünglich Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mit einem Moselfränkischen Dialekt als Volkssprache, gehörte das Land bis 1806 zum Burgundischen Reichskreis, dann bis 1866 zum Deutschen Bund, wehrte sich 1867 erfolgreich gegen französische Übernahmeversuche, erhielt mit den Herzögen von Nassau-Weilburg 1890 seine eigene Dynastie und war bis 1919 Mitglied im Deutschen Zollverein.
Danach biederte man sich zunächst zögerlich, dann aber massiv beim Nachbarn Frankreich an. Und seit 1944 wird in den Verwaltungen, Ministerien, höheren Schulen und bei Gesetzestexten nur noch Französisch verwendet, zunächst vor allem schriftlich. Gesprochen wurde und wird das erst 1984 zur Amtssprache erhobene Lëtzebuergisch. Dennoch wurde auch die Standarddeutsche Sprache mit dem Sprachengesetz von 1984 zur Amtssprache erklärt. Seither fährt das Land einen sprachlichen Schlingerkurs, der vor allem das unverständliche Moselfränkisch fördert, aber auf die anderen beiden Sprachen nicht so recht verzichten will.
Über die vordergründigen Ursachen für die Renaissance des Deutschen seit 1984 kann man nur spekulieren, aber möglicherweise hat es mit dem kulturellen und wirtschaftlichen Niedergang Frankreichs zu tun, der den Gebrauch der deutschen Sprache im luxemburgischen Wirtschaftsleben gefördert hat. Über die tieferen Beweggründe kann man jedoch mit relativer Bestimmtheit sagen, dass die Luxemburger Deutsche sind, die lieber Franzosen wären. Diese Art von Anbiederung an fremde Völker kann man schon bei den frühen Germanen beobachten, die – anstatt ein eigenes Reich zu gründen – sich den Römern als Fußabtreter zur Verfügung stellten. Dieses Verhalten ist – sozusagen – typisch deutsch und kann auch in der heutigen BRD allerorts beobachtet werden.
Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Selbstaufgabe ist der Verzicht auf die eigene Sprache. Anstelle der deutschen Hochsprache, deren Dialekt das Moselfränkische ja ist (ähnlich wie Bayrisch oder Norddeutsch), wählt man die Sprache eines vermeintlich überlegenen Nachbarn, auch wenn dieser – wie das alte Rom – seinen Zenit bereits weit hinter sich gelassen hat. Als nächstes muss man nun festzustellen, dass man seine kulturelle Identität nicht so einfach wechseln kann und plötzlich zwischen zwei Sprachen und Kulturen steht. Da man mit dieser Situation natürlich nicht zufrieden ist, besinnt man sich auf den alten, fast vergessenen, regionalen Dialekt und erhebt diesen zur Landessprache. Aber auch wenn es sich bei diesem Dialekt sprachhistorisch gesehen um eine Variante des Deutschen handelt, wird er in der Folge mit so vielen Gallizismen angereichert, dass man sich schwer anstrengen muss, um die historischen Wurzeln zu erahnen. Folglich zementiert die neue Landessprache nur das, was sie auflösen sollte: Das Sitzen zwischen zwei Stühlen.
Das Ergebnis ist also eine unauthentische und verworrene Situation, in der eigentlich keine Sprache richtig gesprochen wird und in der ihre Sprecher kulturell fernab jeder Tradition im Niemandsland agieren. Man trifft dann z.B. auf Personen mit deutschen Familien- und französischen Vornamen oder solchen, die auch ihren Nachnamen französisiert haben. Nicht umsonst kommt der Name Molitor (=Müller) im Großherzogtum recht häufig vor. Gesprochen wird aber die regionale Sprache, die weder für Deutsche noch für Franzosen verständlich ist. Nicht selten sprechen sie Französisch mit deutschem und Deutsch mit französischem Akzent und wohnen in Orten mit französisierten deutschen Ortsnamen. Sie sind keine Franzosen und werden von diesen oft belächelt, aber sie sind auch keine Deutschen, denn das wollen sie ja nicht mehr sein. Der regionale Dialekt verbindet sie leider nur unzureichend mit der eigenen Geschichte, denn diese ist auch und vor allem nun mal (hoch-) deutsch. Messbar ist dies z.B. am Verschriftungsgrad, insbesondere dem in der Vergangenheit. Und ob es eine französische Zukunft gibt, kann man angesichts der Entwicklung der letzten 70 Jahre getrost bezweifeln. Das was dann noch übrig bleibt ist alberner Kitsch à la Château de Schengen – „typisch deutsch“ möchte man beinahe sagen.
Montag, 11. Oktober 2021
Die Marienquelle in Ollersdorf im Burgenland
Im südlichen Burgenland liegt die Gemeinde Ollersdorf. Die dortige Marienquelle bei der Wallfahrtskapelle fließt aus einem Auslaufhahn in ein Auffangbecken und ist rund um die Uhr zugänglich (man sollte ein Trinkgefäß mitbringen). Ihr wird eine heilende Wirkung bei diversen Krankheiten im Bereich des Kopfes (u.a. Augen, Zunge, Rachen) nachgesagt. Die Quelle liegt an einer Hauptstraße; Parkplätze sind vorhanden. Nach Fürstenfeld verkehrt mehrmals täglich die Postbuslinie 489. Es gibt auch eine Fernbuslinie nach Wien (postbus.at).
Samstag, 9. Oktober 2021
Heilquellen in Stuttgart
Die schwäbische Metropole besitzt gleich nach Budapest das größte Mineralwasservorkommen Europas. Die meisten (Trink-) Quellen findet man in den Stadtteilen Bad Cannstatt und Berg. Sie sind frei zugänglich und können rund um die Uhr genutzt werden. Eine Übersicht gibt es auf dieser Webseite: stgt.com/brunnen. Trinkgefäße bringt man selbst mit. Und wenn man schon mal in Stuttgart ist, könnte man einen Blick auf die sehenswerte Markthalle in der Dorotheenstraße werfen (markthalle-stuttgart.de).
Donnerstag, 7. Oktober 2021
Einige Heilbäder der Schweiz
Bad Alvaneu
Das in dem bündnerischen Ort gelegene Schwefel-Mineralbad offeriert Sprudelliegen, Sprudeltöpfe, Massagedüsen und Nackenduschen, außerdem eine Sauna, diverse Wellnessleistungen und eine Trinkhalle (bad-alvaneu.ch). Direkt nebenan ist ein 18-Loch-Golfplatz. Ein Bistro gibt es auch. Das Bad Alvaneu liegt außerhalb des Ortszentrums „Dorf“ (welches sich in 1181m Höhe am Hang befindet) im Talboden des Albulatals an der Albulastrasse. Eine Bushaltestelle liegt direkt vor der Tür. Der Bahnhof Alvaneu ist nur wenige hundert Meter entfernt. In der Nähe befindet sich der sehenswerte Landwasser-Eisenbahnviadukt.Bad Ragaz
Die Bäder des Kurortes am St. Galler Alpenrhein werden aus der wahrscheinlich spektakulärsten Quelle gespeist, liegt diese doch in der etwa 4km entfernten Taminaschlucht. Die frühen Kurgäste wurden noch in Weidenkörben in die Schlucht abgeseilt, um in dem Heilwasser baden zu können. Seit 1840 wird das Wasser über eine Rohrleitung in das Rheintal zur heutigen Tamina Therme geleitet, sodass sich aus dem damaligen Bauerndorf Ragaz ein modernes Kurbad entwickeln konnte (taminatherme.ch). Natürlich gibt es hier im Winter auch Skigebiete und im Sommer Wandern und Bergsport, außerdem zwei Golfplätze.Leukerbad
Montag, 4. Oktober 2021
Private Spa in Yverdon-les-Bains
Im altehrwürdigen, westschweizerischen Heilbad Yverdon-les-Bains, direkt am Neuenburger See, steht im Herzen eines bewaldeten Parks das Grand Hôtel & Centre Thermal (bainsyverdon.ch). Neben den hoteltypischen Einrichtungen bietet es dem Gast vier Thermalbecken und diverse Entspannungs- und Fitnessbereiche. Besonders interessant ist das Private Spa, ein Bereich in dem man für SFr.190 einen halben Tag lang einen Whirlpool, eine Sauna / Sanarium, eine Tropendusche und einen LCD-Fernseher alleine oder zu zweit exklusiv nutzen darf (wer auch noch zwei Massagen wünscht, zahlt SFr.380). Die Übernachtung in einem der 116 Zimmer kostet ab SFr.166, allerdings ist dabei der Zugang zum öffentlichen Badebereich inbegriffen (sonst SFr.19). Wer im Hause speisen möchte, kann das im Restaurant La Rotonde oder in dem im Eingang des Thermalbereichs gelegenen „espace gourmand“ tun; das Preisniveau ist nicht höher als anderswo. Das Thermalzentrum ist vom Bahnhof aus mit dem Bus Linie 604 zu erreichen. Die Kurtaxe in Yverdon beträgt SFr.3.05. Sehenswert sind die pittoreske Altstadt, das Science-Fiction-Museum Maison d’Ailleurs und die prähistorische Steinallee Alignement de Clendy, die aus 45 Menhiren besteht (Bus 601+603 bis Clendy). Ausflugstipp: Fahrt mit der Yverdon-Sainte-Croix-Bahn zum Museum für mechanische Kunstwerke Centre International de la Mécanique d'Art in Sainte-Croix.
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