Mittwoch, 29. November 2017

Fly Skywork

Gerade nochmal der Pleite entronnen ist die schweizerische Business-Fluggesellschaft Skywork mit Haupt­sitz auf dem Flughafen Bern (www.flyskywork.com). Brauchbar ist sie für Snobs, die keine Privatmaschine nehmen können oder wollen, vor allem deshalb, weil sie via Bern eini­ge interessante Destinationen anfliegt, u.a. Elba, Menorca und Jersey. Geflogen wird mit Pro­peller­maschinen vom Typ Saab 2000 (50 Sitzplätze) oder Fairchild Dornier 328-110 (31 Sitzplätze), die auch auf Flughäfen mit kürze­ren Landebahnen (z.B. Elba) landen können. Ungewöhnlich ist im Zeit­alter der Billigflieger jedoch der Bordservice, der immerhin kostenfreie Back­waren, Kaffee und Tee, Mine­ral­wasser und diverse Fruchtsäfte umfasst. Gegen Entgelt gibt es auch Cola, Tomaten­saft, Bier, Wein und Prosecco (2 dl. SFr. 8). Als Zusatzleistung zum Flug wird aber nur Web-Check-In mit Sitzplatzauswahl angeboten. Dafür dürfen jedoch standardmäßig 23kg Auf­gabe- und 8kg Hand­gepäck mitgeführt werden (Sonder­gepäck auf Anfrage). Auch Haus­tiere werden bei Vorbestel­lung trans­portiert. Der Bordshop ist angenehm übersichtlich, umfasst aber mit Absolut Vodka und John­nie Walker Red Label (jeweils 0.5l.) für SFr. 10 zwei Spirituosen und außerdem einige gängige Zigarettenmarken für SFr. 40-45 (je 200 Stück). Der Verkauf findet auf allen Flügen von und nach der Schweiz statt. Am Flughafen Bern existiert eine Flughafen­lounge, die über die Web­seite www.flughafenbern.ch/de/reisende/lounge für SFr. 20 gebucht werden kann.

Montag, 27. November 2017

Reisetipp für 2018: Flusskreuzfahrten

In den Sommermonaten verkehren auf den meisten schiffbaren Flüssen und auf einigen, größeren Binnenseen Fahrgastschiffe. Mit diesen könnte man kleine Kreuzfahrten mit Über­nachtungen an Land unternehmen. Bekannt sind vor allem die Fahrgastschiffe auf Rhein und Donau, aber es gibt noch mehr Möglichkeiten. Die folgenden Beispiele mögen als Anregung dienen.

MOSEL: Mit der Eisenbahn geht es nach Traben-Trarbach (Central-Hotel, ab € 40: www. central-hotel-traben.de; Mineralheilbad: www.moseltherme.de) und von dort mit dem Schiff (www.mosel-personenschifffahrt.de oder www.moselrundfahrten.de) in etwa zwei Stunden nach Bernkastel-Kues (ca. 400m vom Mo­sel­ufer: Gästehaus am Schlossberg, ab € 60, www. rotisserie-royale.de). Wer bis jetzt noch keinen Stamm­winzer („Hoflieferant“) für die Be­lieferung mit Winzersekt etc. gefunden hat, wird in Bernkastel-Kues bestimmt fündig.

SAAR: Mit der Bahn nach Saarburg (Wirtshaus zum Pferdemarkt, ab € 55, 850m vom Bf.). Jeweils Don­ners­tags und Samstags bis ca. Anfang Oktober fährt die Saarflotte (www. saarflotte.de) nach Mettlach (Hotel Saar­blick, ca. 200m, ab € 80, div. Outlets und Bf. im Ort). Bis Mitte Sep­tem­ber geht es Mittwochs auch nach Wasserbillig (L).

MAIN: Auf dem Main werden Rundfahrten u.a. jeden Donnerstag und Samstag (bis ca. 01. Okto­ber) zwischen Miltenberg und Wertheim angeboten (www.reederei-henneberger.info). Miltenberg (Gasthof zum Anker, ab € 45, www.gasthof-anker-miltenberg.de) ist neben seiner sehenswerten Altstadt auch für sein Outlet Center bekannt (www.miltenberger-outlet.de). In Wertheim (Löwensteiner Hof, ab € 40: www.hotel-loewensteiner-hof.de) könnte man eben­falls etwas länger verweilen und das Outlet Village (Buszubringer ab Bf. Wertheim: www. wertheimvillage.com) besuchen.

NECKAR: Auf dem Neckar verkehren in den Sommermonaten Fahrgastschiffe (www.neckar-kaeptn.de), mit denen man eine kleine Flusskreuzfahrt zwischen Stuttgart und Besigheim unternehmen könnte. Ein mög­li­cher Startort (außer Stuttgart) wäre Marbach (Bf.), mit seiner sehenswerten Alt­stadt und dem Schiller-Muse­um, welche man Vormittags besichtigt. Von Mar­bach geht es mit dem Mittagsschiff, vorbei an Benningen mit der Dupli Casa Villa im Bau­haus­stil, nach Mun­dels­heim (Mineralfreibad), wo man die Nacht verbringt (Gasthof Trau­be, www.traube-mundelsheim.de). Am nächsten Tag erreicht man die Endstation Besig­heim (Bf.). Die Fahr­zei­ten auf dem Wasser sind zwar relativ kurz, aber dafür hat man genügend Zeit für die Besichtigung der Ortschaften. Ab Besigheim wäre auch die Rück­fahrt „in einem Rutsch“ nach Stuttgart möglich (allerdings mit Umsteigen in Marbach).

RURSTAUSEE: Auf der aufgestauten Rur in der Eifel, dem sog. Rurstausee, wäre ebenfalls eine kleine Kreuzfahrt möglich. Zunächst geht es mit der Eisenbahn nach Heimbach. Vom Bahnhof verkehrt im Sommer eine Wegebahn durch den Ort zur Schiffsanlegestelle in Schwam­menauel. Ab dort kann man (ev. mit Umstieg) bis nach Einruhr fahren (www. rurseeschifffahrt.de). Übernachtungs­mög­lich­kei­ten gibt es in Einruhr etliche, allerdings sollte man unbedingt vor­her reservie­ren (u.a. Hotel Alt-Einruhr, ab € 20, 02485/1512; siehe auch www.rursee.de).


Samstag, 25. November 2017

Londons Level 42

Im Londoner City-Hochhaus Tower 42, Old Broad Street, EC2 befindet sich ganz oben in etwa 180 Metern Höhe die Cham­pagner Bar Vertigo 42 (vertigo42.co.uk). Berauschend ist neben dem Cham­pagner vor allem die Aussicht, was schon aus der Anordnung der Sitzmöbel hervorgeht, die prak­tisch alle auf die Fenster aus­gerichtet sind. Dennoch sollte man auch einen Blick auf die Schaum­wein- und Cock­tail­auswahl werfen. Für den kleinen Hunger findet man einige tapas-ähn­li­che Ge­rich­te. Platzreser­vie­rung ist obligatorisch, als Dresscode wird „Smart Casual“ gewünscht und der Mindestverzehr liegt bei £15 pro Person. Trotz dieser Einschränkungen stellt die Bar aber ein durchaus snobtaugliches „Wasser­loch“ (engl. watering hole) dar.

Donnerstag, 23. November 2017

Schreibgeräte

Die meisten Snobs bevorzugen bei Schreibgeräten traditionelle Kolbenfüllfederhalter. Modelle gibt es viele, aber die meisten tau­gen eher zum Schul­füller, denn als gehobenes Schreibgerät. Optisch und technisch am meisten her machen im­mer noch die Füller der Marke Montblanc und die Reihe „Souverän“ von Pelikan, ebenso einige Exemplare von Waterman, Parker und Caran d’Ache. Kitschige „Sammler­modelle“ sollten aber außen vor bleiben.
Wer es be­son­­ders preis­wert machen will, könnte sich für ein Modell von Baoer 388 entscheiden; optisch ansprechende Fül­ler aus chinesi­scher Fertigung, die sowohl Patronen als auch lose Tinte aufnehmen und schon ab etwa € 4 im Netz an­geboten werden. Andere, preiswerte Füllfederhalter offeriert die Firma Jinhao. Ihre Praxistauglich­keit müssen diese Low-Budget-Geräte zugegebener­maßen erst unter Beweis stellen, aber für eine gelegentliche Vertragsunterschrift sollte es wohl reichen.
Man sollte vielleicht noch darauf hinweisen, dass Kolbenfüller nicht für Flugreisen geeignet sind, weil die Druck­­verhältnisse in der Flugzeugkabine die Tinte auslaufen lassen. Da das bevorzugte Verkehrsmittel eines Snobs jedoch die Erste Klasse der Eisenbahn ist, spielt das nur eine unter­geordnete Rolle und im Notfall kann man ja immer noch auf einen Kugelschreiber ausweichen. Das Problem bei letzteren ist jedoch, dass es sich schon vom Konzept her um einen preiswerten Massenartikel han­delt, wo Exklusivität nicht vorgesehen ist. Versuche, exklusive Kugelschreiber herzustellen gibt es zwar viele, aber oft sind sie doch irgendwie zum Scheitern verurteilt, weil man am Ende kaum einen Unterschied zwischen einem billigen Massenstift und einem edleren Modell erkennt. Auch hängt die Schreibqualität im wesent­lichen von der verwendeten Schreibmine ab. Ein Tipp: Man verwende einen Kugelschreiber mit Werbe­aufdruck, z.B. von einem renommierten Bankhaus.

Dienstag, 21. November 2017

Kochrezept: Borschtsch

In Osteuropa ist der Borschtsch (als Suppe oder Eintopf) ein volkstümliches Gericht, über­rascht aber durch seine Schlicht­heit und seine gut in den Herbst passende, intensive Farbe. Ideal für ein gemütliches, herbstliches Abendessen mit elitären Freunden. Das folgende Rezept soll der Privatkoch von Josef Stalin entworfen haben.
1 Bund Suppengemüseschälen und in dünne Scheiben schneiden.
2 rote Zwiebelnabziehen und in Ringe schneiden.
1 kleiner Weißkohl,frisch putzen, Strunk herausschneiden und in dünne Streifen schneiden.
600g Rote Betein Würfel schneiden.
Etwas Buttererhitzen und das Gemüse darin dünsten.
200ml Gemüsebrüheund
1kg Rindfleischam Stück hinzugeben und ca. 20 Min. weich kochen lassen.
1 TL Zuckerund
2 EL weißen Essigzugeben und mit
Salz und Pfefferabschmecken. Das Fleisch heraus­­nehmen, in kleine Stücke schneiden und wieder in den Topf geben. Mit
Saurer Sahneservieren.

Passendes Getränk: Tee aus dem Samowar.

Samstag, 18. November 2017

Billigflieger mit Stil II

Billigflieger mit Stil gibt es nur selten. Umso wichtiger ist es, auf Ansätze von Stilbildung bei dieser Transportart hinzuweisen, auch wenn ein Snob eher selten mit derartigen Linienflügen unterwegs ist.
Bei der norwegischen Billigfluglinie Norwegian Air Shuttle ASA findet man einige viel­ver­spre­chende Ansätze, die bei sorgfältiger Pflege eine erfolgreiche Zukunft andeuten. Einer davon ist das Premium Menü (für welches man ein Premium-Ticket braucht) auf internationalen Lang­strecken­flügen, das an sich eher unspektakulär ist, aber immerhin aus drei Gängen besteht, zu dem Wein serviert wird und das mit Kaffee und Likör oder Cognac abgeschlossen wird.
Auch kann man auf einigen internationalen Flügen an Bord Champagner der Marke Nicolas Feuil­latte Brut Réserve (leider nur 20 cl.) zum Preis von £ 10.50 ordern; Zonin Prosecco (ebenfalls nur 20 cl.) bekommt man für £ 6.00 (warum die Preise in britischen Pfund angegeben sind, erschließt sich leider nicht; für die Bestellung benötigt man eine Visa- oder MasterCard-Kreditkarte).
Weiterhin ist Norwegian eine der ersten Fluggesellschaften, die zumindest auf nationalen und inter­nationalen Kurzstrecken (leider nicht auf Langstrecken) kostenlosen Internetzugang mittels WLAN an Bord offerieren. Zusätzlich kann man über das WLAN mit seinem Endgerät auf die Bord­video­thek zugreifen (kostet extra; auf einigen Flügen gibt es auch TV-Nachrichten). Für Handys und Notebooks findet man an den Sitzen Steckdosen, aber seinen Kopfhörer sollte man möglichst selbst mitbringen.
Vor dem Flug ermöglicht Norwegian seinen Fernreisekunden mit Premium-Ticket den Aufenthalt in einer Flug­hafenlounge (Liste auf der Webseite norwegian.com). Außerdem gibt es weitere mehr oder weniger sinnvolle Zusatz­leis­tun­gen, wie z.B. Online-Check-in, Fast-Track oder Pre-Clearance für USA-Reisen (ev. mit Smart­phone-App). Darüber hinaus ist Norwegian eine der wenigen Fluggesellschaften, die auf einigen Strecken auch Haustiere transportieren, sodass ein Snob auch seinen Hund mitnehmen könnte. Im der BRD werden die Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn und München angeflogen, außerdem das schweizerische Genf. Fernstrecken-Flugziele sind u.a. diverse Städte in den USA, Buenos Aires, Bangkok und Dubai. Sollte ein Snob beabsichtigen ein Reiseziel außerhalb Europas anzusteuern, dann wäre Norwegian wohl seine zweite Wahl (die erste Wahl wäre ein Pri­vat­flugzeug oder ein Lufttaxi).

Bei der deutschen Fluggesellschaft Germania sind die Ansätze zwar nicht so deutlich wie bei der norwegischen Konkurrenz, aber nichtsdestotrotz vorhanden. Sichtbar wird das v.a. im Bordbistro, welches Moët & Chandon, 20 cl. für € 14 und Henkell Trocken, 20 cl. für € 5 offeriert. Außerdem gibt es Wein, diverse Spirituosen und einfache Cocktails. Bei den Buchungszusatzleistungen ist das Angebot jedoch auf Sitzplatz­reser­vierung bei der Buchung, Vorabend-check-in und Online-Check-in beschränkt. An Bord werden dann diverse Audio­programme und das übliche Bordkino geboten. Dafür werden jedoch auch Haustiere trans­por­tiert. Germania ist ein typischer Ferienflieger und verkehrt von praktisch alle wichtigen BRD-Flughäfen und ab Zürich zu den Urlaubsgebieten im Mittel­meer­raum. Außerdem wird vom österreichischen Linz aus Rostock angeflogen.

Donnerstag, 16. November 2017

Kulinarische Erlebnisse in Bad Breisig

Wen der Weg nach Bad Breisig am Rhein führt, der sollte unbedingt im Hotel Zur Mühle (zurmuehlebreisig.de) Station machen, denn die aus dem kulinarischen Kalender ersichtlichen Buffetangebote offerieren ein kaum zu überbietendes Preis-Leistungsverhältnis. Übernachtungen sind zwar etwas teurer, aber dafür gibt es Rabatte für längere Aufenthalte (ab 5 Tage). In Bad Breisig sind außerdem der historische Ortskern und die vom Geyr-Sprudel gespeisten Römer-Thermen einen Besuch wert (roemerthermen.de).