Snobs sind in der Regel auch
Gartenfreunde. Besonders exklusiv ist dabei natürlich ein Blick
in einen Privatgarten, in den man normalerweise nicht hinein kommt.
Es gibt Gartenbesitzer, die zu bestimmten Zeiten ihren Garten
für Interessierte öffnen. Wer im August zufälligerweise im
Hunsrück oder am Mittelrhein unterwegs ist, könnte dort einen oder
mehrere Privatgärten besichtigen. Einzelheiten und Termine findet
man
hier.
Der Blog zum eBook "Snob mit wenig Geld - Wie man sich auch mit geringen Finanzmitteln von der billigen Masse abgrenzt"
Montag, 30. Juli 2018
Sonntag, 29. Juli 2018
Hardegg im Waldviertel
Mit nur 87
Einwohnern (in der Kernstadt) die kleinste Stadt Österreichs, im
Waldviertel und direkt an der tschechischen Grenze gelegen, gilt
Hardegg als der Ort in Österreich, wo man am billigsten Urlaub
machen kann (hardegg.gv.at). Ein Freibadbesuch kostet €3; wer auf
dem angrenzenden Zeltplatz campiert (nur für Nicht-Snobs), zahlt für beides zusammen nur
€5 pro Tag (plus die Nächtigungstaxe von derzeit €1.10). Die
meisten historischen Gebäude und Denkmäler können (sofern besichtigbar)
kostenlos besichtigt werden. Auch der Besuch des erlebenswerten
Nationalparks Thayatal (np-thayatal.at) kostet nichts (angenehmer
Picknickplatz an der Einsiedlerhöhle). Allerdings schlägt
der Besuch der Burg Hardegg mit €7.50 zu Buche (burghardegg.at),
der des Guckkastenmuseums mit €5.
Zur Anreise nehme man ab dem Bahnhof
Retz den Bus 876. Nach Retz gelangt man mit dem Regionalzug ab
Wien-Meidling. Mit dem Auto fahre man über die österreichische B38
bis Horn und weiter über die B4 und die B30. Aus Richtung Wien nehme
man die S3, B303 und dann die B30. Das letzte Wegstück legt man dann
auf der L38 oder L1044 zurück.
Samstag, 28. Juli 2018
Overtourism
Venedig hat erstmals Drehkreuze
aufgestellt, um den Zugang von Besuchern zu strategischen Orten in
der Stadt zu regeln. Dubrovnik will die Zahl der Kreuzfahrttouristen
pro Tag halbieren. Amsterdam genehmigt keine neuen Hotels oder
Souvenirshops mehr in der Innenstadt. Mallorca begrenzt die Zahl der
Gästebetten in seiner Inselhauptstadt und in Barcelona werden
Touristen sogar schon von den Einheimischen beschimpft. Seit kurzem
gibt es ein neues Wort dafür: Overtourism. Der Begriff
beschreibt eine Situation, in der eine Touristenhochburg derart von
Besuchern überrannt wird, das die Einheimischen sich dagegen
auflehnen.
Overtourism ist auch für Snobs
unangenehm, bevorzugen sie es doch weit entfernt von der billigen
Masse die Sehenswürdigkeiten eines Ortes zu genießen. Im
Wesentlichen gibt es für den Snob zwei Strategien, um mit dem
Overtourism umzugehen: Den Ort meiden oder Zeitfenster abseits
der Touristenmasse nutzen.
Zuallererst sollte man die
Hauptreisezeit vermeiden. In der Vor-, Nach- oder Nebensaison (i.d.R.
außerhalb der Schulferien) herrscht generell weniger Betrieb. An
manchen Orten reicht dies schon aus, um ungestört seinen
Urlaubsfreuden nachzugehen. Ferienorte die zu allen Zeiten von
Touristen überlaufen sind sollte ein Snob prinzipiell nicht
aufsuchen. Oft findet sich wenige Kilometer entfernt ein Nachbarort,
der deutlich weniger häufig besucht wird und der genau die
Atmosphäre bietet, die man in dem überlaufenen Pendant vergeblich
sucht.
Handelt es sich jedoch um einen
einzigartigen Ort (z.B. Venedig oder die Pyramiden), funktioniert das
natürlich nicht. Hier kann man nur die zweite Strategie nutzen,
nämlich seine Besichtigungstour zu den Zeiten absolvieren, zu denen
die Touristenmasse noch nicht vor Ort ist. Gewöhnlich sind das die
frühen Morgenstunden, der späte Nachmittag und die Abende. So kann
man zum Beispiel das Monument von Stonehenge zu bestimmten
Tagesrandzeiten für sich alleine buchen (d.h. früh aufstehen)
oder man besucht ein Museum oder eine andere Sehenswürdigkeit am
späten Nachmittag, ein oder zwei Stunden vor Feierabend (oft gibt es
dafür sogar verbilligte Eintrittskarten).
Auf jeden Fall sollte man im Netz
nachschauen, ob man vorab Eintrittskarten bestellen kann, mit denen
man an der allgemeinen Warteschlange vorbei bevorzugt eingelassen
wird. Das erfordert zwar ein wenig Planung und mindert die
Spontaneität, aber dafür gestaltet sich die Besichtigungstour
deutlich reibungsloser, als wenn man erst eine Stunde (oder länger)
in einer Warteschlange zubringen muss. Übrigens kann das Prinzip
auch anderorts funktionieren; z.B. vermieten Ferienorte an der
Nordseeküste Strandkörbe ab 14 Uhr oft zum halben Preis. Folglich
erledige man vormittags seine Einkäufe oder besichtige eine
Sehenswürdigkeit und gehe erst Nachmittags (wenn man überdies
sicher sein kann, dass das Wetter mitspielt) an den Strand.
Freitag, 27. Juli 2018
Highgrove Estate: Wenn der Hof zum Lieferanten wird
Dass Herrscherhäuser von ihren Hoflieferanten mit Gütern beliefert
werden, ist nichts neues. Weniger bekannt ist, dass mitunter auch
Herrscherhäuser ihre Untertanen beliefern. Dies ist der Fall im
Bezug auf Highgrove Estate in Tetbury, Gloucestershire, dem
landwirtschaftlichen Anwesen Seiner Kgl. Hoheit des Prinzen von
Wales. Auf der dazugehörigen Duchy Home Farm, die
entsprechend der Lebensphilosophie des Hausherrn seit 1985
ausschließlich nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet wird,
werden landwirtschaftliche Produkte hergestellt, von denen
diverse Brotaufstriche und Würzsoßen bei Fortnum & Mason
gekauft werden können; wie z.B. würziges Frucht-Chutney,
Rosmarin-Gelee, Zwiebel-Marmelade oder Honig-Senf mit Chili. Ob ein
kontinentaleuropäischer Verdauungstrakt diesen englischen
Spezialitäten jedoch gewachsen ist, muss jeder selbst entscheiden.
Wer mehr über Highgrove erfahren will, sollte sich diesem Buch
zuwenden: HRH The Prince of Wales & Green, Candida Lycett: The
Garden At Highgrove. o.O. 2012: W&N (es gibt auch eine
deutsche Ausgabe).
Donnerstag, 26. Juli 2018
„The Barber“ im Zillertal
Bekannt aus Salzburg ist der
Herrenfriseur „The Barber“ (thebarber.at). Weniger bekannt
ist die Filiale im Zillertal. In Ramsau, zwischen Zell am Ziller und
Mayrhofen, offeriert Sebastian Pfister alles, was man von einem guten
Herrenfriseur erwartet: Haarschnitt, Bartpflege und Nassrasur. Dazu
wird dem Kunden Bier oder Whisky serviert und die Wartezeit kann mit
Zeitschriften oder einem Spiel auf einer Playstation überbrückt
werden. Bei der Haarpflege kommen die renommiertesten Pflegeprodukte
zur Anwendung, von Dapper Dan über Lucky Tiger bis Pinaud. Wer
gerade in der Nähe ist, sollte auf jeden Fall reinschauen.
Mittwoch, 25. Juli 2018
Messer für den Snob von Welt: Robert Klaas
Die über 180 Jahre alte, Solinger
Firma stellt vorwiegend Taschenmesser mit einer oder mehreren Klingen
her, von denen sich einige Modelle – z.B. die mit Flaschenöffner und
Korkenzieher - sehr gut als Picknickmesser eignen (robert-klaas.de).
Es gibt sogar Taschen-Brötchenmesser mit abgerundeter Klinge und
Wellenschliff, „Probiermesser“ mit einer kleinen Gabel und ein (Drei-Klingen-) Modell mit einem türkisfarbenen
Griff, der farblich sehr gut zu den Picknick-Utensilien von Fortnum &
Mason in Eau de Nil
passt.
Die bevorzugte Klingenform ist bei den meisten Messern die eines Bowie-Messers, womit
offensichtlich ist, dass diese Messer vorwiegend in den Bereichen Jagd und
Fischerei eingesetzt werden. (Fast) jeden Freitag findet in der
Solinger Zentrale von 13-16 Uhr ein Werksverkauf statt. Neben
Taschenmessern kann man dann auch Scheren, Gartenwerkzeuge,
Küchenmesser und andere Schneidwaren erwerben.
Dienstag, 24. Juli 2018
Die Baia del Silenzio am Golf von Tigullien
Still ist es in der Bucht zwar nicht,
aber dennoch ist sie eine Reise wert. Nur etwas mehr als einen
Kilometer vom Bahnhof Sestri Levante entfernt, empfängt den
Besucher eine Atmosphäre die Portofino in nichts nachsteht. Dennoch
herrscht deutlich weniger Betrieb, als in dem bekannteren Ferienort
am gegenüberliegenden Ende der Bucht von Rapallo, was schon der
dänische Schriftsteller Hans-Christian Andersen zu schätzen
wusste. Die bunten Häuser am Sandstrand, die sich im Halbkreis um
die in der Baia del Silenzio vertäuten Boote auf einer leuchtend
blauen Wasserfläche scharen, umrahmt von Pinien und Palmen, sind auf
jeden Fall ein unvergesslicher Anblick (baiadelsilenzio.it).
Ca. 300m vom Bahnhof Sestri Levante entfernt liegt der Busbahnhof an der Piazza Italia. Von dort fährt die Linie 41CA zur Baia del Silenzio (H: Piazza Matteotti; atpesercizio.it).Vom Bahnhof Sestri Levante gibt
es Verbindungen u.a. nach Genua und Mailand. Die Anreise nach Mailand
kann mit dem Nachtzug ab München oder mit einem Eurocity ab
Zürich erfolgen. Mit dem Auto wäre die Anreise mittels Autozug nach
Verona möglich; ab dort sind es noch knapp 240km über Landstraßen
oder 300km über die (mautpflichtige) Autobahn (ein weiterer Autozug
verkehrt saisonal von Wien nach Livorno).
Ausflugstipp: Designer Outlet Center
Shopinn Brugnato Cinque Terre;
man beachte das ausgiebige gastronomische Angebot (ca. 32km;
shopinnbrugnato5terre.it).
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