Dienstag, 15. Mai 2018

Wasserkocher für draußen

Jeder Snob kennt das Problem: Man ist im Gelände unterwegs, es ist Zeit für den Nachmittagstee, aber man findet in der freien Natur natürlich keine passende Teestube. Eine Thermoskanne kommt selbstverständlich nicht infrage, denn der Tee muss auf jeden Fall frisch aufgebrüht sein. Abhilfe schafft hier der irische Kelly Kettle (kellykettle.com). Bei diesem handelt es sich um einen Festbrennstoffkocher der in wenigen Minuten heißes Wasser bereitstellt. Den Brennstoff sammelt man einfach in der näheren Umgebung (kleine Äste, Zweige, Reisig, Tannenzapfen etc.). Wasser kann man eventuell aus einer Quelle nehmen oder man bringt es im Kessel mit. Dann braucht man eigentlich nur noch ein paar Streichhölzer und natürlich Tee (keine Beutel!) und Geschirr. Den Kelly Kettle gibt es aus Edelstahl oder Aluminium und in drei verschiedenen Größen. Ein Konkurrenzprodukt offeriert die Firma Petromax mit ihrer Feuerkanne (petromax-shop.de). Das Funktionsprinzip ist aber dasselbe wie beim Kelly Kettle.

Sonntag, 13. Mai 2018

Der Schwarzwälder Glaswald

Schön ist die Landschaft auf jeden Fall; bedauerlicherweise auch recht beliebt und gut besucht, was einem Snob natürlich weniger gefällt. Dennoch sollte man dem Glaswald zwischen Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad Peterstal-Griesbach definitiv einen Besuch abstatten. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall ein Termin in der Nebensaison. Auch warme Sommertage sollte man eher meiden, weil an diesen Tagen naturgemäß Hochbetrieb herrscht.
Mittelpunkt ist natürlich der romantische Glaswaldsee, der fast genau auf halber Luftlinie zwischen Bad Peterstal und Bad Rippoldsau liegt. An seinem Westufer findet man eine Regenschutzhütte, am Ostufer einen kleinen Rastplatz mit einer Bank. Oberhalb des Westufers existiert ein Aussichtspunkt mit einer Picknickbank. Etwa einen Kilometer südlich des Sees entspringt aus dem Juliusbrunnen, einer gefassten und gemauerten Quelle mit einem kleinen Rastplatz, frisches Quellwasser – ideal, um die Wasserflasche nachzufüllen. Einige Kilometer weiter gelangt man zur Freiersberger Hütte, einem Ferienhaus am Hundskopf. Dort findet man gleichermaßen eine Picknickbank, einen Brunnen und einen Wanderparkplatz. Nordwestlich des Sees befindet sich in etwa einem Kilometer Entfernung mit der Lettstädter Hütte eine Regenschutzhütte mit einer Picknickbank. Von dort sind es etwa 3km bis zum Parkplatz Mülbensattel, mit einer weiteren Regenschutzhütte, einer Picknickbank und anderen Bänken sowie dem Miliz-Brunnen. Weniger als drei Kilometer nördlich des Glaswaldsees liegt die sehenswerte Teufelskanzel die einen recht alpinen Charakter aufweist. Etwa 300 Meter östlich davon befindet sich die Blitzhütte mit einer Picknickbank.
Wer den Glaswaldsee mit dem Auto besuchen möchte, kann vom Wolfachtal die Straße nehmen die in „Vor Seebachabzweigt und Richtung Seebach und Glaswald führt. Nach ca. 4km erreicht man den Parkplatz Glaswald. Von dort ist es noch etwa ein Kilometer Fußmarsch zum See.

Samstag, 12. Mai 2018

Kochrezept: Ceviche

Eine Spezialität von der südamerikanischen Pazifikküste und ein ideales Sommergericht. Das folgende Rezept soll vom Privatkoch des ehemaligen peruanischen Staatspräsidenten Alberto Fujimori stammen.
Seefischfilets (z.B. Thunfisch, Lachs) oder andere Meeresfrüchte (Muscheln, Crevetten) in Würfel schneiden und für maximal 15 Minuten in einem Sud aus Limettensaft, Pfeffer, Salz, Koriander und Chili marinieren. Ein paar gehackte Zwiebeln und einen Schuss Mineralwasser hinzugeben. Auf Salatblättern anrichten und mit Mais und Süßkartoffeln als Beilage servieren.

Freitag, 11. Mai 2018

Milano Spa

Mailand ist eine lebendige Stadt. Daher gestaltet sich die Suche nach einem ruhigen Rückzugsort schwierig. Einen solchen kann jedoch das Ceresio 7 Gym & Spa – in der gleichnamigen Straße - bieten (ceresio7gym-spa.com/spa). Eigentlich ist es ja ein Fitnesscenter von der Art, in welcher man gemeinsam transpiriert und damit hat es natürlich keinen Snob-Appeal. Der Spa-Bereich wäre jedoch unter gewissen Bedingungen brauchbar. Die Spezialität des Hauses dort sind Meerwasserkuren mit Salzwasser, Algen oder Meeresschlick. Natürlich kann das Ceresio 7 keine vollwertige Behandlung wie in einem küstennahen Thalasso-Seebad offerieren. Für eine kurze Auszeit, um der Hektik der Großstadt zu entfliehen, sollte es jedoch reichen.

Dienstag, 8. Mai 2018

Bad Rippoldsau–Schapbach

Einst war der auf 500m ü.M. befindliche Ort Bad Rippoldsau im Wolfachtal das höchstgelegene Mineral- und Moorbad des Schwarzwaldes. Nachdem die Kurklinik jedoch im Jahre 2011 wegen drohender Insolvenz ihre Pforten schloss und 2017 das gesamte bewegliche Inventar versteigert wurde, liegen die Hoffnungen jetzt auf einem chinesischen Investor, der das Klinikgebäude aus dem Jahre 1977 aufkaufen und als Luxushotel neu eröffnen will. Bis dahin müssen sich die Feriengäste mit der schönen Landschaft und dem Freibad im Ortsteil Schapbach der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach begnügen. Nach der (vorübergehenden) Einstellung des Kurbetriebes haben einige Hotels sowas wie einen eigenen Kurbetrieb eröffnet; unter ihnen ist der südlich von Schapbach gelegene Ochsenwirtshof (ochsenwirtshof.de), der neben hauseigenem Hallenbad, Sauna und Liegewiese diverse Massagen und ein Wassertretbecken offeriert. Sehenswert sind in der Umgebung auf jeden Fall die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa, der Glaswaldsee, der bis zu 32 Meter hohe Burgbachwasserfall und der Wolf- und Bärenpark (bad-rippoldsau-schapbach.de). Im übrigen ist die Gegend ein hervorragendes Wandergebiet mit zahlreichen für Picknicks geeigneten Plätzen.
Die Anreise nach Bad Rippoldsau-Schapbach erfolgt mit dem Bus 7266 ab Wolfach im Kinzigtal. Bis Wolfach verkehren Regionalzüge von Offenburg an der Bahnstrecke Karlsruhe – Basel. Die Postfiliale in Schapbach und der DHL-Shop in Bad Rippoldsau nehmen Reisegepäck an. Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.70. Mit dem Auto fährt man von Freudenstadt kommend über die L404. Von der A5 fährt man ab Appenweier über die B28 bis Bad Peterstal-Griesbach und dann über die L93.

Nachtrag: 
Den im Ortsteil Burgbach befindlichen Burgbachwasserfall sollte man unbedingt ansehen. Das Auto parkt man am besten an der Hauptstraße auf dem Wanderparkplatz. Dort gibt es auch eine Bushaltestelle. Ab da sind es nur ca. 700m bis zum Wasserfall. Oberhalb des Wasserfalls befindet sich der ebenfalls besuchenswerte Burgbachfelsen, mit einem Aussichtspunkt, einer Regenschutzhütte und einer Picknickbank (weitere Bänke in der Umgebung).

Montag, 7. Mai 2018

Bad Peterstal-Griesbach

Gleich zwei Kurorte nebeneinander findet man gar nicht so selten. Im Renchtal im Schwarzwald sind es die beiden Heilbäder Bad Peterstal und Bad Griesbach die seit 1973 eine gemeinsame Gemeinde bilden (bad-peterstal-griesbach.de). Badebetrieb in den beiden Sauerbrunnen-Mineralquellen gibt es seit dem 16. Jahrhundert (siehe auch schwarzwald-sprudel.de), jedoch findet man zwei sehr ruhige und von jeder Hektik verschonte Kurorte mit extrem eingeschränktem Nachtleben vor. Wer also Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Erstes Haus am Platze für jede Art von Kurbehandlung ist die Schlüsselbad Klinik (schluesselbad-klinik.de), in welcher einst der russische Zar (inkognito) gekurt haben soll. Aber auch einige Hotels bietet Kurbehandlungen an. Vor allem das Dollenberg Schwarzwald Resort öffnet seinen Badebereich auch für Tagesgäste (dollenberg.de). Gastronomie ist im Doppelort ebenfalls vorhanden; es gibt im Dollenberg Resort sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant und in Peterstal das Café Räpple, das sich hervorragend für den Nachmittagstee oder -kaffee eignet (Spezialität: Schwarzwälder Kirschtorte; was auch sonst!). Zum Einkaufen existieren ein Supermarkt (nahundgut-müller.de) mit Hermes-Reisegepäckannahme und eine Bäckerei in Griesbach, mehrere Geschäfte und Dienstleister (darunter ein Supermarkt und ein DHL-Laden mit Reisegepäckservice) in Peterstal und diverse Direktvermarkter in der Umgebung (Einkauf ab Hof). Da der Doppelort inmitten eines hervorragenden Wandergebietes liegt, bietet sich Wandern als Aktivität geradezu an, aber auch der Kräuterpark des Kurhauses ist für Spaziergänge geeignet. Für Schlechtwettertage empfehlen sich Besuche im Moped- und Rollermuseum oder im Museum der Heilbadgeschichte. Einen Internetzugang gibt es in der Touristeninformation.
Die Anreise ist mit der Eisenbahn möglich, denn Bad Griesbach ist die Endstation der Renchtalbahn und bietet zweistündliche Verbindungen nach Appenweier an der Bahnstrecke Basel – Karlsruhe (Fahrzeit ca. 50min.). Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.90. Mit dem Auto gelangt man über die A5 bis Appenweier und dann der B28 folgend nach Bad Peterstal-Griesbach. Alternativ wäre die Anreise von der A81 via Horb am Neckar, Freudenstadt und Kniebis möglich.

Dienstag, 1. Mai 2018

Montenegro

Weitgehend unbemerkt vom Rest der Welt bauen ausländische Investoren den Kleinstaat an der Adria zu einem Tummelplatz für Reiche und Neureiche aus. Vor allem die neue Luxusmarina Porto Montenegro sticht dabei ins Auge (portomontenegro.com). In der sturmgeschützten Bucht von Kotor gelegen, entsteht dort ein nobles Feriendorf mit Marina für Großyachten, Yachtclub, Ferienwohnungen, Luxusgeschäften (sogar mit zollfreiem Einkauf!), Nobelrestaurants, einer repräsentativen Uferpromenade und einer Privatschule. Selbst ein „Lifestyle Management Team“ gibt es. Eine weitere Top-Adresse für Geldadlige ist die etwa 30km weiter südlich gelegene Insel Sveti Stefan, mit einem malerischen Fischerdorf, das schon in den 1950er Jahren zu einem Feriendorf umgestaltet wurde. Seit 2007 wird die Insel von einer Hotelkette aus Singapur zu einer Luxusdestination hin entwickelt. Auf halbem Weg zwischen Kotor und Sveti Stefan liegt bei Budva der Strand von Mogren, der ehemalige Privatstrand des montenegrinischen Königs und heute ein öffentliches Strandbad (das Königreich hat nebenbei bemerkt nur von 1910 bis 1918 bestanden; das Fürstentum Montenegro gab es allerdings schon seit 1852 und dieses löste das seit 1516 bestehende Fürstbistum ab). Auch hier sollen ausländische Investoren die Hände im Spiel haben. 
Es steht zu befürchten, dass sich Montenegro in dieselbe Richtung entwickelt wie z.B. Porto Cervo auf Sardinien oder Courchevel in den französischen Alpen, nämlich, dass eine Retorten-Feriendestination entsteht, in der die Reichen und Neureichen ungestört in einer Art Scheinwelt ihren Urlaubsfreunden nachgehen können, ohne von der sie umgebenden, historisch gewachsenen Realität gestört zu werden. Für Snobs kommt so etwas natürlich nicht infrage, denn derartige Planstädte haben keinen Snobappeal. 
Wer aber noch einmal an die montenegrinische Küste reisen will bevor diese unheilvolle Entwicklung spürbar wird, könnte für die Anreise eine Fähre vom italienischen Ancona nach Bar nehmen. Mit der Eisenbahn ist Montenegro nur über die zugegebenermaßen sehenswerte Bahnstrecke ab Belgrad oder von Albanien aus zu erreichen. Flughäfen findet man in Kotor und in Podgorica.