Jeder Snob kennt das Problem: Man ist
im Gelände unterwegs, es ist Zeit für den Nachmittagstee, aber man
findet in der freien Natur natürlich keine passende Teestube. Eine
Thermoskanne kommt selbstverständlich nicht infrage, denn der Tee
muss auf jeden Fall frisch aufgebrüht sein. Abhilfe schafft hier der
irische Kelly Kettle (kellykettle.com). Bei diesem handelt es sich um
einen Festbrennstoffkocher der in wenigen Minuten heißes Wasser
bereitstellt. Den Brennstoff sammelt man einfach in der näheren
Umgebung (kleine Äste, Zweige, Reisig, Tannenzapfen etc.). Wasser
kann man eventuell aus einer Quelle nehmen oder man bringt es im
Kessel mit. Dann braucht man eigentlich nur noch ein paar
Streichhölzer und natürlich Tee (keine Beutel!) und Geschirr. Den
Kelly Kettle gibt es aus Edelstahl oder Aluminium und in drei
verschiedenen Größen. Ein Konkurrenzprodukt offeriert die Firma
Petromax mit ihrer Feuerkanne (petromax-shop.de). Das
Funktionsprinzip ist aber dasselbe wie beim Kelly Kettle.
Der Blog zum eBook "Snob mit wenig Geld - Wie man sich auch mit geringen Finanzmitteln von der billigen Masse abgrenzt"
Dienstag, 15. Mai 2018
Sonntag, 13. Mai 2018
Der Schwarzwälder Glaswald
Schön ist die Landschaft auf jeden
Fall; bedauerlicherweise auch recht beliebt und gut besucht, was
einem Snob natürlich weniger gefällt. Dennoch sollte man dem
Glaswald zwischen Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad
Peterstal-Griesbach definitiv einen Besuch abstatten. Es empfiehlt
sich aber auf jeden Fall ein Termin in der Nebensaison. Auch warme
Sommertage sollte man eher meiden, weil an diesen Tagen naturgemäß
Hochbetrieb herrscht.
Mittelpunkt ist natürlich der
romantische Glaswaldsee, der fast genau auf halber Luftlinie zwischen
Bad Peterstal und Bad Rippoldsau liegt. An seinem Westufer findet man
eine Regenschutzhütte, am Ostufer einen kleinen Rastplatz mit einer
Bank. Oberhalb des Westufers existiert ein Aussichtspunkt mit einer
Picknickbank. Etwa einen Kilometer südlich des Sees entspringt aus
dem Juliusbrunnen, einer gefassten und gemauerten Quelle mit einem
kleinen Rastplatz, frisches Quellwasser – ideal, um die
Wasserflasche nachzufüllen. Einige Kilometer weiter gelangt man zur
Freiersberger Hütte, einem Ferienhaus am Hundskopf. Dort findet man
gleichermaßen eine Picknickbank, einen Brunnen und einen
Wanderparkplatz. Nordwestlich des Sees befindet sich in etwa einem
Kilometer Entfernung mit der Lettstädter Hütte eine
Regenschutzhütte mit einer Picknickbank. Von dort sind es etwa 3km
bis zum Parkplatz Mülbensattel, mit einer weiteren Regenschutzhütte,
einer Picknickbank und anderen Bänken sowie dem Miliz-Brunnen.
Weniger als drei Kilometer nördlich des Glaswaldsees liegt die
sehenswerte Teufelskanzel die einen recht alpinen Charakter aufweist.
Etwa 300 Meter östlich davon befindet sich die Blitzhütte mit einer
Picknickbank.
Wer den Glaswaldsee mit dem Auto
besuchen möchte, kann vom Wolfachtal die Straße nehmen die in „Vor
Seebach“ abzweigt und
Richtung Seebach und Glaswald führt. Nach ca. 4km erreicht man den
Parkplatz Glaswald. Von dort ist es noch etwa ein Kilometer Fußmarsch
zum See.
Samstag, 12. Mai 2018
Kochrezept: Ceviche
Eine Spezialität von der
südamerikanischen Pazifikküste und ein ideales Sommergericht. Das
folgende Rezept soll vom Privatkoch des ehemaligen peruanischen
Staatspräsidenten Alberto Fujimori stammen.
Seefischfilets (z.B. Thunfisch, Lachs)
oder andere Meeresfrüchte (Muscheln, Crevetten) in Würfel schneiden
und für maximal 15 Minuten in einem Sud aus Limettensaft, Pfeffer,
Salz, Koriander und Chili marinieren. Ein paar gehackte Zwiebeln und
einen Schuss Mineralwasser hinzugeben. Auf Salatblättern anrichten
und mit Mais und Süßkartoffeln als Beilage servieren.
Freitag, 11. Mai 2018
Milano Spa
Mailand ist eine lebendige Stadt. Daher
gestaltet sich die Suche nach einem ruhigen Rückzugsort schwierig.
Einen solchen kann jedoch das Ceresio 7 Gym & Spa – in
der gleichnamigen Straße - bieten (ceresio7gym-spa.com/spa).
Eigentlich ist es ja ein Fitnesscenter von der Art, in welcher man
gemeinsam transpiriert und damit hat es natürlich keinen
Snob-Appeal. Der Spa-Bereich wäre jedoch unter gewissen Bedingungen
brauchbar. Die Spezialität des Hauses dort sind Meerwasserkuren mit Salzwasser, Algen oder Meeresschlick. Natürlich
kann das Ceresio 7 keine vollwertige Behandlung wie in
einem küstennahen Thalasso-Seebad offerieren. Für eine kurze
Auszeit, um der Hektik der Großstadt zu entfliehen, sollte es jedoch
reichen.
Dienstag, 8. Mai 2018
Bad Rippoldsau–Schapbach
Einst war der auf 500m ü.M.
befindliche Ort Bad Rippoldsau im Wolfachtal das höchstgelegene
Mineral- und Moorbad des Schwarzwaldes. Nachdem die Kurklinik jedoch
im Jahre 2011 wegen drohender Insolvenz ihre Pforten schloss und 2017
das gesamte bewegliche Inventar versteigert wurde, liegen die
Hoffnungen jetzt auf einem chinesischen Investor, der das
Klinikgebäude aus dem Jahre 1977 aufkaufen und als Luxushotel neu
eröffnen will. Bis dahin müssen sich die Feriengäste mit der
schönen Landschaft und dem Freibad im Ortsteil Schapbach der
Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach begnügen. Nach der
(vorübergehenden) Einstellung des Kurbetriebes haben einige Hotels
sowas wie einen eigenen Kurbetrieb eröffnet; unter ihnen ist der
südlich von Schapbach gelegene Ochsenwirtshof
(ochsenwirtshof.de), der neben hauseigenem Hallenbad, Sauna und
Liegewiese diverse Massagen und ein Wassertretbecken offeriert.
Sehenswert sind in der Umgebung auf jeden Fall die Wallfahrtskirche
Mater Dolorosa, der Glaswaldsee, der bis zu 32 Meter hohe
Burgbachwasserfall und der Wolf- und Bärenpark
(bad-rippoldsau-schapbach.de). Im übrigen ist die Gegend ein
hervorragendes Wandergebiet mit zahlreichen für Picknicks geeigneten
Plätzen.
Die Anreise nach Bad Rippoldsau-Schapbach erfolgt mit dem Bus 7266 ab Wolfach im Kinzigtal. Bis Wolfach verkehren Regionalzüge von Offenburg an der Bahnstrecke Karlsruhe – Basel. Die Postfiliale in Schapbach und der DHL-Shop in Bad Rippoldsau nehmen Reisegepäck an. Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.70. Mit dem Auto fährt man von Freudenstadt kommend über die L404. Von der A5 fährt man ab Appenweier über die B28 bis Bad Peterstal-Griesbach und dann über die L93.
Nachtrag:
Die Anreise nach Bad Rippoldsau-Schapbach erfolgt mit dem Bus 7266 ab Wolfach im Kinzigtal. Bis Wolfach verkehren Regionalzüge von Offenburg an der Bahnstrecke Karlsruhe – Basel. Die Postfiliale in Schapbach und der DHL-Shop in Bad Rippoldsau nehmen Reisegepäck an. Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.70. Mit dem Auto fährt man von Freudenstadt kommend über die L404. Von der A5 fährt man ab Appenweier über die B28 bis Bad Peterstal-Griesbach und dann über die L93.
Nachtrag:
Den im Ortsteil Burgbach befindlichen
Burgbachwasserfall sollte man unbedingt ansehen. Das Auto parkt man am besten an der Hauptstraße
auf dem Wanderparkplatz. Dort gibt es auch eine Bushaltestelle. Ab da
sind es nur ca. 700m bis zum Wasserfall. Oberhalb des Wasserfalls
befindet sich der ebenfalls besuchenswerte Burgbachfelsen, mit einem
Aussichtspunkt, einer Regenschutzhütte und einer Picknickbank
(weitere Bänke in der Umgebung).
Montag, 7. Mai 2018
Bad Peterstal-Griesbach
Gleich zwei Kurorte nebeneinander
findet man gar nicht so selten. Im Renchtal im Schwarzwald sind es die beiden
Heilbäder Bad Peterstal und Bad Griesbach die seit 1973 eine
gemeinsame Gemeinde bilden (bad-peterstal-griesbach.de). Badebetrieb
in den beiden Sauerbrunnen-Mineralquellen gibt es seit dem 16.
Jahrhundert (siehe auch schwarzwald-sprudel.de), jedoch findet man
zwei sehr ruhige und von jeder Hektik verschonte Kurorte mit extrem
eingeschränktem Nachtleben vor. Wer also Ruhe sucht, ist hier genau
richtig. Erstes Haus am Platze für jede Art von Kurbehandlung ist
die Schlüsselbad Klinik (schluesselbad-klinik.de), in welcher
einst der russische Zar (inkognito) gekurt haben soll. Aber auch einige Hotels
bietet Kurbehandlungen an. Vor allem das Dollenberg Schwarzwald
Resort öffnet seinen Badebereich auch für Tagesgäste
(dollenberg.de). Gastronomie ist im Doppelort ebenfalls vorhanden; es
gibt im Dollenberg Resort sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant und in
Peterstal das Café Räpple, das sich hervorragend für den
Nachmittagstee oder -kaffee eignet (Spezialität: Schwarzwälder
Kirschtorte; was auch sonst!). Zum Einkaufen existieren ein
Supermarkt (nahundgut-müller.de) mit Hermes-Reisegepäckannahme und
eine Bäckerei in Griesbach, mehrere Geschäfte und Dienstleister
(darunter ein Supermarkt und ein DHL-Laden mit Reisegepäckservice)
in Peterstal und diverse Direktvermarkter in der Umgebung (Einkauf ab
Hof). Da der Doppelort inmitten eines hervorragenden Wandergebietes
liegt, bietet sich Wandern als Aktivität geradezu an, aber auch der
Kräuterpark des Kurhauses ist für Spaziergänge geeignet. Für
Schlechtwettertage empfehlen sich Besuche im Moped- und Rollermuseum
oder im Museum der Heilbadgeschichte. Einen Internetzugang gibt es in
der Touristeninformation.
Die Anreise ist mit der Eisenbahn
möglich, denn Bad Griesbach ist die Endstation der Renchtalbahn und
bietet zweistündliche Verbindungen nach Appenweier an der
Bahnstrecke Basel – Karlsruhe (Fahrzeit ca. 50min.). Vom Vermieter
erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen
Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.90. Mit
dem Auto gelangt man über die A5 bis Appenweier und dann der B28
folgend nach Bad Peterstal-Griesbach. Alternativ wäre die Anreise
von der A81 via Horb am Neckar, Freudenstadt und Kniebis möglich.
Dienstag, 1. Mai 2018
Montenegro
Weitgehend unbemerkt vom Rest der Welt
bauen ausländische Investoren den Kleinstaat an der Adria zu einem
Tummelplatz für Reiche und Neureiche aus. Vor allem die neue
Luxusmarina Porto Montenegro sticht dabei ins Auge
(portomontenegro.com). In der sturmgeschützten Bucht von Kotor
gelegen, entsteht dort ein nobles Feriendorf mit Marina für
Großyachten, Yachtclub, Ferienwohnungen, Luxusgeschäften (sogar mit
zollfreiem Einkauf!), Nobelrestaurants, einer repräsentativen
Uferpromenade und einer Privatschule. Selbst ein „Lifestyle
Management Team“ gibt es. Eine weitere Top-Adresse für
Geldadlige ist die etwa 30km weiter südlich gelegene Insel Sveti
Stefan, mit einem malerischen Fischerdorf, das schon in den 1950er
Jahren zu einem Feriendorf umgestaltet wurde. Seit 2007 wird die
Insel von einer Hotelkette aus Singapur zu einer Luxusdestination hin
entwickelt. Auf halbem Weg zwischen Kotor und Sveti Stefan liegt bei
Budva der Strand von Mogren, der ehemalige Privatstrand des
montenegrinischen Königs und heute ein öffentliches Strandbad (das Königreich hat nebenbei bemerkt nur von 1910 bis
1918 bestanden; das Fürstentum Montenegro gab es allerdings
schon seit 1852 und dieses löste das seit 1516 bestehende Fürstbistum
ab). Auch hier sollen ausländische Investoren die Hände im Spiel haben.
Es steht zu befürchten, dass sich
Montenegro in dieselbe Richtung entwickelt wie z.B. Porto Cervo auf
Sardinien oder Courchevel in den französischen Alpen, nämlich, dass
eine Retorten-Feriendestination entsteht, in der die Reichen und
Neureichen ungestört in einer Art Scheinwelt ihren Urlaubsfreunden
nachgehen können, ohne von der sie umgebenden, historisch
gewachsenen Realität gestört zu werden. Für Snobs kommt so etwas
natürlich nicht infrage, denn derartige Planstädte haben keinen
Snobappeal.
Wer aber noch einmal an die montenegrinische Küste
reisen will bevor diese unheilvolle Entwicklung spürbar wird, könnte
für die Anreise eine Fähre vom italienischen Ancona nach Bar
nehmen. Mit der Eisenbahn ist Montenegro nur über die
zugegebenermaßen sehenswerte Bahnstrecke ab Belgrad oder von
Albanien aus zu erreichen. Flughäfen findet man in Kotor und in
Podgorica.
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